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Zur Kenntnis der -Dimethylamino-hydrozimtsure Taxus-Alkaloide 1. Mitteilung

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G r a fund B o e d d e k e r
364
Arcbiv der
Pharmazie
Folgende Losungen lagen vor :
A 1 GY&, A 3 3y0ig; R 1 6y0ig; S 4 3%ig.
Die Elektrophorese wurde durchgefiihrt bei 50 V, 2 mA, 15 Min. lang. Die Polung
erfo1gt.e bei A 1 und A 3 anodisch, bei R 1 und S 4 kathodisch.
UV-Spektrnm von 5 4
Ausgemessen wwde eine 0,03yoige Losung im Beckmann-Photometer. Daa Absorptiommaximum liegt bei 278 mp.
Abbau des Viscotosins mit Sele111,)~)
Zur Anwendung kam die Fraktion A 1. Der nach der Dehydrierung erhaltene Extrakt
wurde zur Reinigung einer Tieftemperatur-Fraktionierung unterworfen. Die hierbei gewonnenen zwei wasserklaren Fraktionen gaben mit Muyers Alkaloidreagenz Fallungen.
Der Stickstoff konnte auch noch mit der Mikro-N-Methode nach K.SchoZZers) nachgewiesen werden. Salzc wirden niclit erhalten.
6,
Mikrochemie 327 (1954).
1510. E. G r a f und H. B o e d d e k e r * )
Zur Kenntnis der P-Dimethylamino-hydrozimtsaure
(Taxus-Alkaloide, 1. Mitteilung)
Aus dem Institut fiir Pharmazie und Lebensmittelchemie der Universitiit Wiirzburg,
Direlitor: Prof. Dr. R. Dietzel
(Eingegangen am 27. April 1956)'
Die Arbeitenvon E . Wiiitmstein und seinen Schulern2),'), 9), lo)uber das T a x i n ,
das Alkaloid von Taxus baccata L., hatten 1923 neben weniger aufschludreichen
Abbauprodukten auch ein aufschlufireicheres Spaltstiick ergeben : Durch saure
Hydrolyse von amorphein Taxin erhielten Winterstein. und Guyerl") das Hpdrochlorid einer p-Aminosaure, der sie auf Grund von Abbaureaktionen die richtige
Bormel zuwiesen, ohne indessen diese Struktur durch Synthese schlussig beweisen
zu konnen.
P-Diniethplamino-/?-Phenylpropionstiure d,l
N(CH,),
Die Sgure ist auSer im Taxin bisher nirgends gefunden worden und in der sonstigen Literatur auch nicht beuchrieben. Es darf a n dieser Stelle auf eine gewisse
etrukturelle Verwandtschaft zwischen der Wznterstein schen Saure und dern
E p h e d r i n , dem bisher einzigen Gymnospermen-Alkaloid a d e r Taxin, hingewiesen
werden.
*) Herrn Professor D1. R . Dietzel zum 65. Geburtstag gewidmet.
2, J . Danuser, lliss. ETH, Zurich 1925.
7 ) H . SchuZZei, Dim. ETH, Zurich 1928.
B,
10)
E. Winter'dein uud 1). latrides, Hoppe-Seylers Z. physiol. Chem. 117, 240 (1921).
E . Tinterstein und A . Guyri, Hoppe-Seylers Z. physiol. Chem. 128, 175 (1923).
289.161. Bd.
1956, Nr. 7
Zur Kenntnis der /?-Dimethylaniiizo-71yldroziiiitsciure
365
OH NII(CH,)
Ephedrin
Zur Synthese der P-Dimethylamino-hydrozilntslure hat,ten TVintersteiw und
G'uyePO) vergeblich versucht, das Brom in 8-Broin-h~clrozinltsauredurch die Dimethylaminogruppe zu ersetzen. Auch tler analoge Versuch niit dem Athylester
der P-Brom-hydrozimtsaure miBlang (Dunuse?)).
Nach E . Posen5) erhiilt man auch boi der analogen Einwirkung vo11 Ammoniak auf
p-Brom-hydrozimtsaurenicht die P-Amino-hydrozimtsiiure, sondern neben Styrol geringe
Mengen der a-Aminosaure vom Fp. 1S0-12lo. Ganz entsprechenrl erhielten auch Pittig
und Binder3) aus P-Brom-hydrozimtsiiure bei der Einwirkung von Soda nicht etwa e k e
/?-Oxysiiure, sondern neben sehr vie1 Styrol nur Phenyl-milchsaure. Der Weg von der
P-Brom-hydrozimtsaure zur P-Amino-hydrozimtsaure ist in der Literatur iiberhaupt nicht
beschrieben.
Danuser2) gelang zwar der Austausch des Jods der 8-Jod-hydrozimtsaure durch
Dimethylamin, jedoch konnte Schaller') am gleichen Institut diese unsichere Synthese nicht reproduzieren.
Versuche zur Methylierung der bereits bekarlnten ~-Aniino-liydI.oziriitsauremiSlangen ebenfalls, so die Methylierung mittels Dimethylsulfat ( S c h d k r 7 ) ) , mjttels
Methyljodid sowie Formaldehyd (Banuserz)),ebenso die Yersuche m r Met,hylierung
des Athylesters der P-Aminosaure mittels Diazomet han (Da)i.useG)).Mehr Erfolg
hatte dagegen Xchaller'), als er vom Phenylpropiolsffure-ester auegehencl durch
Anlagerung von Dimethylamin zum Ester der 3-Diniethylamino-zinitsaure kam,
der sich katalytisch zum Ester der gewunschten Skure bydrieren lie& AiischlieDende
saure Hydrolyse ergab schlieBlich das Hydrochlorid der Il'interstel',)rsclien Saure.
Der erste Syntheseschritt ist jedoch nur im Bombenrohr mit kleinen Ansatzen
moglich.
Diese Versuche der Winterstein-Schuler Daizuser') und Xchaller7) sind leider nur
in den Dissertationen der Genannten niedergelegt und kamen deshalb erst spater
zu unserer Kenntnis. Inzwischen hatten wir bereits auf zwei anderen ubersichtlichen Wegen die strukturbeweisende Synthese der Saure durchgefiihrt und zur
Erweiterung der Kenntnis einige bisher unbekannte Salze und Derivate der Same
dargestellt.
Durch Kondensation von Benzal-methylaniin niit Malonsaure nach Rodionow
und Jaworskaja6) erhielten wir unter GO,-Abspaltung die Monomethylaminohydrozimtsaure.
Dieser Weg diirfte dem natiirlichen Synthesemeg nahekommen. In der Pflanze
ware die Weitermethylierung leicht vorstellbar. Die Reaktioii entsprache auch
etwa dem allgemeinen Wooduard schenll) Schema, der Hiogenese der Alkaloide :
R. Fi'ittig und F. Binder, Liebigs Ann. Chem. 195, 132 (1879).
E . Posen, Liebigs Ann. Chem. 195, 143 (1879) uncl 200, 97 (ISSU).
') W . B. Rodionow und Jaworakaja, Chem. Zbl. 1951, 1939.
11) R. B. Woodward, Angew. Cbemie 68, I3 (19.56).
3,
5,
366
Ardriv dm
Phmazie
B r a f und B o e d d e k e r
H
.......
H, ,COOH
H ~ c \ ~ c o,H
o
..............
j
H
I
.............................
i
!
Praktisch ausgefuhrte Synthese:
H
H\ /COOH
c/L
/--c
\
h0
~
~
H,
H,
II
i
1
+ H/c\ccooH
.............
:
:
...................
W H - - C - C O OH
H
NCH,
Y
+ CO,
+ Ha0
-
a H - - O O H H
i
I /H H
'CH,
Analog Woodward formulierte
mogliche Biosynthese
+ CO,
+ H&
NiCH,
Die Methylierung der Monomethylamino-hydrozimtsaure lieB sich nach der
Lenkert- Wallachschen Methodel) mit Ameisensaure und Formaldehyd bei Zimmertemperatur, rascher aber bei 55-65" ausfuhren. Sie ist nach 2 Stunden praktisch beendet, wie das Aufhoren der (20,-Entwicklung zeigt.
Methylierung zur Wintersteinschen Siture:
IINCH,
I
-?-CH,--COOH
\=/
H
P;T(CHJa
A-L
\-
H,-COOH
I
+ HCHO + HCOOH
J+CO, +H,O
Bei hoheren Temperaturen uberwiegt die Zimtsaurebildung. Auf Zusatz von
Salzsaure zur eingeengten Reaktionslosung erhalt man das Hydrochlorid der
Wintersteinschen Saure, dessen Fp. je nach der Heizgeschwindigkeit zwischen 174
und 178" gefunden wird.
Dieses Produkt stimmt in den meisten Eigenschaften mit den von Winterstein
und Guyerlo) angegebenen und in allen Eigenschaften mit denen eines aus Taxin
gewonnenen Praparates uberein. Das Hydrochlorid bildet derbe Prismen, ist leicht
loslich in Wasser, Alkoholen, Aceton und Pyridin, unloslich in den sonstigen gebrauchlichen organischen Losungsmitteln und optisch inaktiv. Es schmeckt iiuBerst
bitter.
Das Hydrobromid schmilzt bei 163" und nicht, wie Winterstein und GuyerlO)
angeben, bei 183" (Druckfehler ?). Das Goldsalz schmilzt bei 196" (nicht bei 135
bis 136"lO)). Der Mischschmelzpunkt des synthetischen und des aus Taxin gewonnenen P-Dimethylamino-hydrozimtsaure-hydrochloridszeigt keine Depression.
Die Darstellung der freien Saure aus dem Hydrochlorid war Winterstein und
GuyerlO) nicht gelungen. Sie arbeiteten mit Silberoxyd wahrscheinlich in waBriger
Losung und beobachteten dabei eine oxydierende und spaltende Wirkung des
I)
H . T.Clarke, El. B. OiElwpie und 8.C. Weisshaus, J. h e r . chem. SOC. 55, 1571 (1933).
289.161. Bd.
1956. Nr.7
Zur Kenntnia der j-DimRthylamino-hydrozimtsaure
367
~
Silberions unter Bildung von Benzaldehyd. Wir erhielten dagegen in 96 yoigem
Alkohol aus dem Hydrochlorid mit Silberoxyd die freie Saure vom Fp. 126,5O,
die in kleinen, kurzen Prismen kristallisiert und wie ihre Salze stark bitter schmeckt.
Die Darstellung der Wintersteinschen Saure gelang auch auf einem zweiten Weg:
Die zweimalige Methylierung der 8-Amino-hydrozimtsaure, die Dunuse?) und
Schaller7) vergeblich versucht hatten, gelang wieder nach der Wallach schen
Methodel), so da13 nunmehr die Konstitution der Saure vollig sicher ist, denn auch
die auf diesem Weg dargestellte Saure war mit der aus Taxin gewonnenen identisch.
Da die Reindarstellung der P-Aminosaure (nach Posne+)) ziemlich schwierig ist,
ist der zuerst beschriebene Syntheseweg vorzuziehen.
Der zur Erweiterung der Kenntnis dargestellte Xthylester der p-Dimethylaminohydrozimtsaure ist ein farbloses 61 von schwachem, angenehmem Geruch, schwerer
als Wasser, und siedet bei 3 Torr zwischen 118 und 122". Sein Hydrochlorid wurde
kristallin erhalten.
Die A n a l y t i k d e r P-Dimethylamino-hydrozimtsaure
Die Saure besitzt in salzsaurer wahiger Losung das in Kurve 1 der Abb. 1 dargestellte UV-Spektrum.
Schon bei halbstundigem Kochen der freien Saure wie ihrer Ester mit Wasser
iiberdeckt das Spektrum der entstehenden Zimtsiiure mit seiner urn 2 GroDenordnungen hoheren Extinktion bei 270 m,u (Kurve 2 der Abb. 1) vollig das ursprungliche Spektrum
der Winterskinschen Same, jedoch ist dann erst ein ganz geringer
Teil der Same zersetzt. In saurer Losung
ist die Saure auch bei langem Kochen bestandig. In neutraler oder erst recht in
alkalischer Losung dagegen wird Dimethylamin abgespalten und eine Doppelbindung
ausgebildet (wohl uber die Stufe der wenig
bestandigen P-Oxysaure, die ubrigens von
H . Wieland*) in Mutterlaugen der LobeliaAlkaloide aufgefunden wurde), und Zimtsaure gebildet. SOU diese Desaminierung
rasch verlaufen, so muD man mit Laugenkonzentrationen um 50% und in der Siedek t z e arbeiten.
Auf dieses Verhalten der Winterstein schen
Saure lie13 sich ein analytisches Verfahren
zur quantitativen Bestimmung der Saure in
Abb. 1. UV-Absorptions-Spektren(in
Taxinen aufbauen: Das durch alkalische Verw8Briger Lasung):
seifung gebildete Dimethylamin wird analog 1 = Dimethylitmino-hydrozimts5ureder Kjeldahl-Methode bestimmt. Nach der
hydrochlorid.
2 = Zimt&ure.
~~~~
6")
8)
Th. Posner,Ber. dtsch. chem. Ges. 38, 2316 (1905).
H . Wieland, Liebigs Ann. Chem. 540, 117 (1939).
U r a f und B o e d d e k e r
368
Ar&iv der
PharmazLe
Austreibung allen Dimethylamins wird aus phosphorsaurer Losung die korrespondierende Menge Zimtsaure durch Wasserdampfdestillation ausgetrieben und i m
Destillat photometrisch bestimmt. Die
08 Extinktion wal3riger Zimtsaurelosungen bei 270mp ist bei Konzentratio06nen von 0 bis 8 mg/l proportional der
Konzentration.
Ansauern (somit auch gleichzeitige
Anwesenheit von Essigsaure in den
Destillaten aus verseiftem Taxin) verandert das Spektrum der Zimtsaurelosungen nur so weit, da13 dieBestimmg Zimtsaure/ 1iter
mung selbst nicht gestort wird: Die
Abb. 2. Zimtsaure-Eichkurve
Extinktionshohe bleibt gleich, nur wird
das breite Extinktionsmaximum rnit seinem Schwerpunkt um 5-6 mp nach
langeren Wellen verschoben.
Durch Titration der sauren Destillate erhalt man daneben den Gehalt an fluchtigen Gesamtsauren und daraus also durch Abzug der photometrisch bestimmten
Zimtsauremenge zugleich die Acetylgruppengehalte der Taxine.
Mit Hilfe dieser Methode wurde auf chemischem Wege bewiesen, da13 das Taxin
kein einheitlicher Stoff ist, denn es enthalt nur 60-61% der berechneten Menge
Dimethylamino-hydrozimtsaure,wenn man die seit Hilger und Brand&) von allen
Untersuchern und auch von uns ubereinstimmend gefundene scheinbare Summenformel C,,H,,O,,N zugrunde legt.
'
'
-
I
Versu che
p-Dimethylamino-hydrozimtsiiure:
aus Taxin: Nach der Vorschrift von Winterstein und LhLyerlO) wurden 14 g Taxin durch
lostiindiges Erhitzen auf dem Wasserbad und anschliel3endes Bstiindiges Erhitzen auf
freier Flamme mit 100 ml Schwefelsiiure (lO%ig)unter Ersatz des verdampfenden JVassers
zersetzt. Das dreimal ausgeatherte Filtrat wurde mit Baryt schwach alkalisiert und erneut
dreimal ausgeathert. Nach Ausftillen des Bariums mit 5%iger Schwefelsaure wurde iiberschiissige Phosphorwolframsiiure (20yOig)zugesetzt, die entstandene Fallung mit Wasser
ausgewaschen und mit Baryt zerlegt. Das Filtrat wurde mit Salzslure versetzt und bei 60'
unter Zuhilfenahme eines Ventilators eingedunstet. Der trockene, braune, kristallhaltige
Ruckstand wurde mit heiBem, absolutem Alkohol ausgezogen und die Losung filtriert.
Nach Erkalten wurde absoluter Ather bis zur eben bestehenbleibenden schwachen Trubung
zugesetzt. Nach kurzer Zeit kristallisierten 1,32 g braunliche Kristalle des Hydrochlorids
aus (Fp. 170'). Durch zweimaliges Umkristallisieren aus wenig absol. Alkohol wurden
farblose Prismen vom konstant bleibenden Fp. 174-175'
erhalten.
Chloridgehalt berechnet : 15,43y0, gefunden: 15,42% (gravimetr. als AgCI).
Freie Saure: 2 g des Hydrochlorids wurden in 25 ml Alkohol (96y0ig)gelost, iind
mit 2,2 g Ag,O 5 Minuten bei Zimmertemperatur geschuttelt. Das Filtrat hinterlieI3 nach
dem Eindunsten im Vakuum bei Zimmertemperatur eine hellbraune Kristallmasse, aus
der durch zweimaliges Umkristallisieren aus wenig absol. Alkohol die freie Saure in 65%
der theoretischen Ausbeute erhalten wurde: kurze, farblose Prismen, Fp. 129".
4)
A. Hilger und Fr. B r a d , Ber. dtsch. chem. Ges. 23, 464 (1890).
289.161. Bd.
1956, Nr. 7
Zur Kenntnis der p- Dimethylamino-hydrozimkaure
369
Die gleiche Umsetzung in absolutem Alkohol gelang nicht.
Elementaranalyse (A. Bernhardt, Mulheim-Ruhr):
%C
%H
Yo 0
berechnet :
68,lO
8,30
16,47
8,01
gefunden :
68,48
16,42 (Diff.)
Das nus der fieien Siiure dargestellte Hydrochlorid war ebenso
mit den direkt aus Taxin gewonnenen Priiparaten identisch.
%N
7,21
7,09
wie das Hydrobromid
A u s p - M e t h y l a m i n o - ,B - p h e n y l p r o p i o ns Bur e:
5 g p-Methylamino-P-phenylpropionsiiure
wurden mit 2,5 g Formaldehydlosung (35%)
und 3,5 g Ameisensiiure (90%) (Molverhiiltnis = 2 : 2,2 : 5) 2 Stunden lang auf 60-65"
erwarmt. Dann hatte die Gasentwicklung, die bei etwa 50" eingesetzt hatte, nachgelassen,
und es trat Dimethylamingeruch auf. Auf Zusatz von 5 ml Salzsiiure (20%) fie1 Zimtsaure aus (Fp. 132"). Das salzsaure Filtrat wurde im Vakuumexsikkator bei Zimmertemperatur iiber festem KOH eingedunstet. Durch Losen des zuriickbleibenden Kristallmehles in absol. Alkohol und Zusatz von wenig absol. Ather wurden 3,8 g kristallisiertes
0-Dimethylamino-hydrozimtsaure-hydrochloriderhalten, das in allen Eigenschaften mit.
dem aus Taxin erhaltenen Priiparat iibereinstimmte. Misch-Fp. 173-174'. Bei analogen
Versuchen iiber 70' iiberwog die Zimtsiiurebildung.
Aus P-Amino-P-phenylpropionsiiure:
Darstellung des Ausgangsstoffes geschah nach Posne+) aus Zimtsiiure durch Kochen
mit iiberschiissigem Hydroxylamin in Alkohol (Fp. 230'). 10 g der p-Aminosiiure wurden
mit 11,5 g Formaldehydlosung (35%) und 15,5 g Ameisensiiure (90%) (Molverhiiltnis
= 1 : 2,2 : 5) auf dem Wasserbad langsam erwiirmt. Die bei 53' einsetzende Gasentwicklung hatte nach 4 Stunden bei 65" nachgelassen. Auf Zusatz von Salzsiiure fielen 2,8 g
Zimtsiiure aus. Das Filtrat hinterlieB nach dem Abdunsten bei 65" (Ventilator) 4 , 9 g
rohes Hydrochlorid, das wie oben gereinigt wurde.
Eigenschaften wie oben, Misch-Fp. 174'.
p-Dimethylamino-hydrozimtsiiure-hydrobromid:
Darstellung analog derjenigen des Hydrochlorids. Kristallisation aus absol. Alkohol.
nach Zusatz von absol. Ather: farblose Nadeln vom Fp. 163".
Bromidgehalt berechnet : 29,15y0, gefunden: 29,11y0 (gravimetrisch als AgBr).
p-Dimethylamino-hydrozimtslure-iithylester:
10 g /3-Dimethylamino-hydrozimtsiiure-hydrochloridwurden in 50 ml absol. Alkohol
gelost und unter RiickfluB und Einleiten von trockenem Chlorwasserstoff 5 Stunden gekocht. Nach Erkalten Kristallbrei. Die Hauptmenge Alkohol und Salzsiiure wurden durch
Evakuieren bei Zimmertemperatur entfernt, der kristalline Ruckstand in Wasser gelost
und die Losung zur Entfernung von Zimtsiiure-Ester ausgeiithert.
Der mit Kaliumcarbonat abgeschiedene Ester wurde mit Ather ausgeschiittelt, d i e
Losung mit Natriumsulfat getrocknet und der Ather abdestilliert. Die anschlieaende Vakuumdestillation ergab einen geringen Vorlauf bei 98-105', dann ging der Ester konstant bei 118-122" iiber (3 Torr). Ausbeute: 7,O g = 72%.
Beim Kochen mit KOH bildet sich Dimethylamin. Die Verseifung mit 3yoiger K O H
in der Kiilte ergab 75% der berechneten Menge p-Dimethylamino-hydrozimtsiiure,
die als
Hydrochlorid isolierbar und mit der aus Taxin gewonnenen identisch war.
H y d r o c h l o r i d d e s E s t e r s : Durch Fiillen einer Losung von 4 g des Esters in 40 ml
&her mit iitherischer Salzsaure wurde das amorphe Hydrochlorid erhalten: leicht loslich
in Waaser, Alkoholen und Chloroform, unloslich in Athern, Benzol und Petrolather. In
3 70
T h i e s und S c h a f e r
ArdLiv der
Pharmazie
wasserfreiem Aceton, worin es heiB leicht, kalt schwer loslich ist, umkristallisierbar : feine
lange Nadeln, geruchlos, Fp. 192'.
Chloridgehalt berechnet : 13,76y0, gefunden: 13,75% (gravimetrisch).
,B-Methylamino-hydrozimtsgure:Nach Rodionow und Jaworskaja") aus Benzalmethylamin durch Kochen mit Nalonsiiure in trockenem Benzol: feine Nadeln aus absol.
Alkohol, Fp. 171-171,5" (Rodionow und Jaworskaja geben 167-168" an).
Hydroohlorid: Durch Eindunsten einer salzsauren Losung der Saure im Vakuumexsikkator neben festem KOH. Kristalle aus absol. Alkohol, Fp. 165-166".
Chloridgehalt berechnet: 16,51y0, gefunden: 16,49y0 (gravimetrisch).
Hydrobromid: Analog dem Hydrochlorid darstellbar. Die braune Masse ist nicht aus
Alkohol kristallisierbar, scheidet aber auf Zusatz von wenig absol. Ather zur absolut alkoholischen Losung in wenigen Stunden kristallines Hydrobromid aus: Fp. 159-160°.
Bromidgehalt: berechnet: 30,84y0,gefunden: 30,83y0 (gravimetrisch als AgBr).
Das UV-Spektrum der Monomethylamino-hydrorozimtsaure ist nahezu gleich dem der
Wintersteinschen Saure.
Der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Bad Godesberg, wird herzlich fur die Unterstutzung der vorliegendenArbeit gedankt.
1511. H. T h i e s und H. S c h a f e r
Uber die Gesetzmaoigkeiten der Adsorption von
Alkaloidsalzen an Aluminiumoxyd*)
4. Mitteilung: uber den Einflull von Alkohol auf die Adsorption
Aus dem Institut fur Pharmazie uud Lebensmittelchemie der Universitiit Munchen
(Eingegangen am 24. April 1956)
Bei fruheren Untersuchungenl) hatte sich ergeben, daB die Adsorption von
Alkaloidsalzen in wasseriger Losung a n Aluminiumoxyd in engem Zusammenhang
mit dem pa der Adsorptionslosungen steht und da13 nur die Anionen einer Adsorption unterliegen, wahrend die Alkaloide nicht absorbiert, sondern als freie Basen
ausgefallt werden, wenn ihre Loslichkeit uberschritten ist. Weiterhin2) wurde gefunden, daB in alkoholhaltigen Losungen die Basenabscheidung mit steigendem
Alkohol ab-, die Anionenadsorption dagegen zunimmt. Es muBte aber zuniichst
noch die Prage offen bleiben, welche Beziehungen im einzelnen zwischen der A k o holkonzentration, der Abscheidung der Basen, der Absorption der Anionen und
h e r Abhangigkeit vom pH in den alkoholischen Medien bestehen und ob sich auch
hier der fiir rein wal3rige Losungen gefundene Adsorptionsmechanismus unverandert wiederfindet.
Da eine genauere Kenntnis dieser Verhaltnisse fiir die Verwendung von Aluminiumoxyd bei der quantitativen Bewertung von Alkaloidsalzen (z. B. Pharm.
Dan.) wiinschenswert erscheint, haben wir an Hand von Chininhydrogenchlorid als
R. Dietzel zum 6 6 . Geburtstag gewidmet.
H . Thies, Srch. Pharmaz. Ber. dtsch. pharmaz. Ges. 285, 224 (1952).
H . Thies und S. Zauner, Arch. Pharmaz. Ber. dtsch. pharmaz. Ges. 285, 360 (1952).
*) H e m Professor Dr.
I)
2,
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