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Zur Konstitution des Oxyacanthins.

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Zur Konstitution des Oxyacanthins
617
316. F. v. Bruchhausen und H. Schultze:
Zur Konstitution des Oxyacanthins.
(Mitteilung a m der Pharmazeutischen Abteilung des Chemischen Institutes
Miinster.)
Eingegangen am 22. Oktober 1929.
Vor kurzem haben E. S p a e t h und F. P i k 1l) cine Arbeit iiber
das Oxyacanthin veroffentlicht, in der sie dem Oxyacanthin die
Formel I zuerteilen.
Nach dem Tode G a d a m e r s hat der eine von uns (v. B.) die
von diesem Autor und H. S c h u l t z e begonnene erneute Unters
suchung dieser Base gemeinsam mit H. S c h u 1t z e fortgesetzt. Die
Arbeit, die schon vor einiger Zeit abgeschlossen war2). fuhrte uns
abhangig von S p a e t h und P i k 1 zu der Aufstellung der Formel 11,
die im wesentlichen identisch ist mit der von S p a e t h und P i k 1 l)
aufgestellten Formel. Wir hatten die Veroffentlichung jedoch hinauss
geschoben, um einen groDeren Einblick in die Struktur der Isochinolins
I
halfte zu erhalten. Infolge der Veroffcntlichung von S p a e t h und
P i k l geben wir unsere Resultate nunmehr in dieser Form bekannt.
Die Arbeiten G a d a m e r s und S c h u 1 t z e s waren bis auf
folgendcn Stand gebracht: Die genaue Untersuchung des Basens
gemisches fuhrte zur Auffindung cines neuen Alkaloids der Formel
1)
1)
Ber. Dtsch. Chem. Ges. 62, 2254 (1929).
H. S c h u 1 t z e , Dissertation Miinster 1929.
618
F. v. B r u c h h a u s e n und H. S c h u l t z e
CLOHZZON~,
einer Nichtphenolbase, deren Menge aber aunerst gering
war. Der Hof f mannsche Abbau am orMethylatheroxyacanthin ergab
in der ersten Phase eine optisch inaktive Base vom Fp. 152O. die auch
von S p a e t h erhalten wurde, daneben aber noch ein nicht kristallis
sierendes Gemisch vom optisch aktiven Methinbasen. Es war also
neben der nach a verlaufenden 'Hauptspaltung, wobei die Asymmetrie
verlorengeht, noch die Nebenspaltung nach b verlaufen,
a
b
wobei das Asymmetriezentrum erhalten bleibt. Weiterhin wurde bei
Wiederholung der Versuche von G a d a m e r und W. v. B r u c h r
h a u s e n die Feststellung gemacht, daR die Darstellung eines basischen,
wasserloslichen Salzes nicht reproduziert werden konnte, daR dagegen
unter bestimmten Verhaltnissen eine neue Base vom 'Fp. 260° und
einer spezifischen Linksdrehung von [a]yo - 9 5 O erhalten wurde.
Nach den Analysen kame eine Formel C ~ ~ H S ~ OinBBetracht,
N~
die
sich von der von S p a e t h und K o l b e S ) fur Oxyacanthin aufg
gestellten um ein Minus von CHz unterscheidet. Die Methoxylg
gruppen und NSMethylgruppcn zeigten indessen keine wesentliche
Anderung gegenuber dem Oxyacanthin. Ein wasserlosliches basisches
Salz konnte bei partieller Sattigung des Oxyacanthins nicht erhalten
werden. Das mahnt zur Vorsicht, und wir weisen deshalb besonders
auf diesen Umstand hin, weil nach dem gleichen Prinzip des ofteren4)
die Entscheidung zwischen einfacher und doppelter MolgroRc zu
treffen versucht wurde.
Nach dem Tode Geh.SRat G a d a m e r s wurde der oxydative
Abbau in Angriff genommen.
Wir wahlten dazu die Methinbase vom Fp. 152O, die wegen ihrer
optischen Inaktivitat vermuten lie& dai3 die Aufspaltung im Sinne
des Vorganges a zu einem Stilbenderivat gefuhrt habe. Die Oxydation
ergab, milde durchgefuhrt, cin Sauregemisch, das auRer Oxalsaurc
einen in Eisessig loslichen und eincn schwerloslichen Anteil enthielt.
Die schwerlosliche Saure zeigte nach dem Umlosen den Schmp. 303O
(unkorr.). S p a e t h und P i k l geben fur die gleiche Saure den
Fp. 313 bis 31406). Daf3 aber unsere Saure rein war, zeigen die
*) Ber. Dtsch. Chem. Ges. 58, 2250 (1925).
F a 1 t i s und T r o 1 1 e r , Ber. Dtsch. Chem. Ges. 61, 348 (1928);
S p a e t h , L u t h e r und L a d e c k , ebenda, 61, 1700 (1928).
4)
6)
Im Vakuumrohrchen bestimmt.
619
Zur Konstitution des Oxyacanthins
analytischen Ergebnisse. Mit Diazomethan wurde der Methylester
vom Fp. %O erhalten.
Analysen und Molekulargewichtsbestimmungen des Esters
fuhrten zur Formel C1,HirOe fur den Ester und zu CiaHilOe fur die
freie Saure. Durch Titration stellten wir zwei Karboxylgruppen und
nach Z e i s e 1 eine Methoxylgruppe fest. Das letzte Sauerstoffatom
muBte als Diphenylathersauerstoffatom vorhanden sein. Die Kalis
schmelze zerlegte die Saure in prOxybenzoesaure (IV) und Protor
katechusaure (111).
Die Trennung dieses Sauregemisches ist durch Kristallisation
nicht moglich, da die beiden Komponenten eine Molekulverbindung
bilden; nach der Veresterung und Veratherung mit Diazomethan
konnten pOxybenzoesauremethylester und Veratrumsaure gefai3t
werden.
I11
V
VI
f0
ooH
CHsO \
/\
OH
[V OH
I
0
0‘
OOH
VcooH
CHsO\
I
0
I
8
OOH
COOH
Der Saure kam infolgedessen eine der beiden Formeln a oder b
zu, die beide bei der Spaltung Oxybenzoesaure und Protokatechus
saure ergeben.
Die Entscheidung haben wir wie S p a e t h und P i k l durch
Synthese der beiden Sauren erbracht.
Die Synthese der Saure V, der 2sMethoxys1,l’sdiphenylather~
4,4’sdikarbonsaure wurde durch Kondensation nach U 1 1m a n n
durchgefuhrt, wobei die von F a 1 t i s angegebene Vorschrift Vers
wendung fand und bei der Vanillinsaureester und Parabrombenzoer
saureester die Ausgangsstoffe waren. Der Methylestcr der so err
haltenen Saure schmolz bei 73O. Er war also mit dem Ester unserer
Saure Fp. %O nicht identisch. Die freie Saure schmolz bei 2 5 4 O
(Sp a e t h und P i k 1 256 bis 257O).
Eine Saure dieser Zusammensetzung will K. Y a n o 8) aus dem
Tetrandin durch Abbau erhalten haben. Den Schmelzpunkt gibt dieser
Autor mit 3 0 5 O an. Bemerkenswert ist, da8 diese Saure aus einem
Alkaloid erhalten wurde, das drei Kohlenstoffseitenketten besitzt, so
da8 normalerweise eine Trikarbonsaure erhalten werden sollte, wie
6)
Chem. Ztrbl. 1929, 11, 752.
620
F. v. B r u c h h a u s e n und H. S c h u l t z e
sic auch F a l t i s und T r o l l e r ? ) stets beim Isochondodendrin in
analogen Fallen erhalten haben.
Die von K. Y a n o erhaltene Saure kann aber nicht die ihr ge:
gebene Struktur haben, da die sowohl von S p a e t h und P i k 1 wie
auch von uns synthetisch erhaltene 2:Methoxydiphenylather:4,4':dir
karbonsaure bei 256 bis 257" resp. 254" schmilzt. Es wird sich um die
2:Methoxydiphenylather:5,4'sdikarbonsaure (VI) handeln, deren FlieDs
punkt bei 303 bis i304.5 nach unseren, bei 314 bis 315" nach S p a e t h
und P i k 1 liegt.
Die Synthese der Saure VI wurde dann von 'Herrn S a n t o s
aus Isovanillinsaureester und psBrombenzoes5iureester dargestellt und
erwies sich als identisch mit der Saure 303". (Synth. Saure 303 bis
304.5O.) Mischschmelzpunkt gab keine Depression. Es lag demnach
die 2:Methoxy:l,l'sdiphenylather~5,4'~dikarbonsaure vor. Die in Eiss
essig loslichen Sauren wurden nach dem Ausfallen mit Wasser als
amorphe gelbliche Massen erhalten, deren Kristallisation und Rein:
darstellung noch nicht gelungen ist. In ihnen sollten die Oxydationss
produkte der Isochinolinringsysteme vorliegen.
Zur Feststellung des Ortes der freien Phenolgruppe im Oxys
acanthin haben wir das mit Diazoathan athylierte Oxyacanthin einem
gleichen Abbau unterworfen und die erhaltene optisch inaktive
Methinbase mit Permanganat oxydiert. Wir erhielten eine Diphenyls
athersaure vom 1Fp. 270 bis 274O, die ein Homologes der Saure 303O
ist. Obwohl uns die Uberfuhrung dieser Saure in die letztgenannte
durch Entathylierung und Wiedermethylierung, wie sie S p a e t h und
P i k l gelungen ist, nicht gegluckt war, konnte nach ihrem Verhalten
und ihrer Zusammensetzung kein Zweifel sein, daB es sich urn die
2sMethoxysl,l'~diphenylathers5,4'rdikarbonsaure handelt, wonach die
VII
A-COOH
freie Hydroxylgruppe durch die Stellung der Athoxygruppe festgelegt
erscheint.
Ein weiterer Beweis fur die Stellung der urspriinglichen OHs
Gruppe in der Saure 303" C2H30 war die Tatsache, da8 bei der Oxys
dation des Aufspaltungsproduktes das Oxyacanthin mit Chlorkohlen:
saureester das Auftreten dcr Saure 303" nicht beobachtet wurde, da
Ber. Dtsch. Chcm. Ges. 61, 348 (1928).
8)
Dissertation Miinster 199.
Zur Konstitution
des Oxyacanthins
621
erfahrungsgemafi phenolhaltige Kerne der Zerstorung bei der Oxyc
dation anheimfallen.
Die Oxydationsergebnisse sind vereinbar mit einer Struktur des
Methylatheroxyacanthinmethins folgender Art, wenn man annimmt,
da8 die Oxydation an die Stilbendoppelbindung im Sinne der punks
tierten Linie stattgefunden hat.
VIII
nl-o-1
CH30Y
.
... ...
0.)....
%&o*
(CH&N. CHZ-CHZ / /
(°CHs)s
'
CH2-CH2.N.(CH&
Durch die Isolierung und Konstitutionsermittelung der Saure 3 0 3 O
sind 14 Kohlenstoffatome und 2 Sauerstoffatome des Oxyacanthins
ermittelt; die ubrigen Kohlenstoffs und Sauerstoffatome der S p a e t h s
schen Formel C W H ~ O Osind
~ N ~zwanglos unterzubringen, wenn wir
zwei Tetrahydroisochinolinringsysteme annehmen, wozu man nach
denuntersuchungen von S p a e t h u n d K o l b e u n d v o n G a d a m e r
und W. v. B r u c h h a u s e n insbesondere nach der leichten Aufs
spaltbarkeit des stickstoffhaltigen Ringsystems durch Chlorkohlen.
saureathylester berechtigt ist.
Auch phylogenetische Erwagungen fuhren zu dieser Formel. Das
Wauptalkaloid der Berberitze ist das Berberin. Man kann sich ,den
Aufbau dieser Base vorstellen aus dem Eiweiflspaltstuck Tyrosin X.
Durch Dekarboxylierung geht diese Base in psOxyphenylathyls
amin XI uber; durch Oxydation in poxyphenylazetaldehyd XIa.
IX
X
/
I
XI
XIa
C
H
.)~IC
O
IH
.
CHO
Diese beiden Korper konnen nach der P i k t e t schen Kondenr
sation miteinander reagieren zu einem Benzyltetrahydroisochinolin
(XII),das mit Formaldehyd das Ringsystem des Berberins
Archiv und Berichte 1929
41
F. v. B r u c h h a u s e n und H. S c h u l t z e
622
ergibt.
Fur den Aufbau des Oxyacanthins wurde einc Diphenylatherbase
am 2 Mol. prOxyphenylathylarnin die Grundlage bilden. Ein Protor
alkaloid ahnlicher Art konnte in der von G a d a m e r und
S c h u 1 t z e isolierten Nichtphenolbase C ~ O H ~ Z Nvorliegen,
~O
deren
Konstitution vielleicht die folgende ist (XIIIa):
Der Aufbau des Oxyacanthinringsystems ware dann in dem
Sinne moglich, da8 mit einer Diphenylatherbase ein Mol. proxy,
phenylazetaldehyd und ein Mol. poDioxyphenylazetaldehyd in Reako
tion traten und dann zwischen den obercn Benzoikernen noch eine
Diphcnylatherbildung eingetreten ware.
CH
I
+
OH
Jedenfalls scheint uns aus phylogenetischen Griinden die Lage
der Xthersauerstoffbrucke in dieser Form wahrscheinlicher zu sein als
die von S p a e t h und P i k l gewahlte, die sie in Metastellung zur
ursprunglichen Aminoathylseitenkette annehmen. Uber die Lage der.
drei Methoxylgruppen laBt sich zur Zeit noch nichts anderes auss
sagen, als daD sie sich in den unteren Benzolkernen befinden miissen..
623
Zur Konstitution des Osyacanthins
Versuchsteil.
G e w i n n u n g e i n e r n c u e n Base.
Die Gcwinnung der Basen Oxyacanthin und Berbamin gcschah
aus einem von der Firma 2 i m m c r & C 0. zur Verfugung gestellten
Mutterlaugenextrakt von Berberis vulgaris. Aus dem verdunnten
Extrakt wurden mit Soda die tertiaren Basen abgeschiedcn, in verr
dunnter Saure gelost und mit Natriumsulfat gesattigt, wodurch Rohs
oxyacanthin abgeschieden wurde. Nach der Sattigung mit Natriums
nitrat schied sich im wesentlichen Berbaminnitrat ab.
Die hierbei abfallenden Mutterlaugen wurden mit Natriums
karbonat gefallt und dieses Basengemisch in atherischer Losung mit
5 % Natronlauge von Phenolbasen befreit. Die Atherlosung gab beim
Einengen eine kleine Menge (0.3 g) eines Alkaloids, das nach der
Reinigung uber das gut kristallisierende salzsaure Salz aus Ather in
schonen Nadeln vom Fp. 256O (unkorr.) erhaltcn wurde.
A n a l y s e n : 4.942, 4.718 mg Sbst.: 13.980, 13.360 mg CO, und 3.27,
3.20 mg H,O. - 3.428, 2.995 mg Sbst.: 0.Bi ccm N, (210. 725 mm) resp.
0.265 ccm N2 (210, 725 mm).
C,,H,,ON, (294.2). Rer.: C 77.55,
H i.49,
N 9.52.
Gef.: C 77.22, ii.23, H 7.4, 7.56, N 9.56, 9.77.
Methoxyl war nach 2 e i s e 1 nicht nachweisbar, ebenso keine
Methylimidgruppe.
Wiederholung des Versuches, ein basisch salzs
saures Salz des Oxyacanthins darzustellen.
Unter den gleichen Bedingungen, wie sie J. G a d a m e r und
W. v. B r u c h h a u s e n beschrieben haben, wurden 2 g Oxyacanthin
in 100 ccm Weingeist gelost und nach Zusatz von 32.5 ccm
nllo Salzsaure (1 aquiv.) versetzt. Nach Verjagung des Alkohols nahm
die Fliissigkeit eine gelbe Farbe an, und es schieden sich braune
Flocken aus. In Chloroform ging der groBte Teil hinein. Durch Auss
schutteln mit verdunnter Salzsaure wurde der Chloroformlosung das
Alkaloid entzogen, mit Ammoniak gefallt und mit Ather (starke
Emulsionsbildung) aufgenommen. Nach Einengen der Atherlosung
und Behandeln des amorphen Ruckstandes mit Methanol kristallir
sierten verfilzte Nadeln aus, die nach dem Umlosen aus Methanol
bei 260° schmolzen. Ausbeute 0.32 g.
-2.351 = 1).
[a]',; = -94.9 (0.2476 in 10 ccm CH,OH. [a]:;
0.1481 verbrauchten 4.50 ccm n l l o HCl = Mol.sGew. = 616.2.
0.0255 g in 0.2148 Kampfer: A
7.30, Mol.sGew. = 650.
0.1106 in 15.75 Eisessig: A = 0.051, Mol.rGew. = 537.
A n a l y s e n : 4.839, 5.158, 5.193, 5.106 mg Sbst.: 12.850, 13.670, 13.780,
13.460 mg C02 und 2.91, 3.04, 3.25, 3.0 mg H,O. - 2.970, 3.050, 2.882 mg Sbst.:
0.137 ccm N, (220, 725 mm), 0.137 ccm N2 (230, 726 mm), 0.122 ccm N,
(200, 758 mm).
C,,H,,O,N, (594). Ber.: C 72.72,
H 6.45,
N 4.71,
Gef.: C 72.44,72.29, 72.37, 71.84, H 6.73, 6.6, 7.00, 6.58,
N 5.09, 4.95, 4.92.
41*
624
F. v. B r u c h h a u s e n und H. S c h u l t z e
M e t h o x y 1 b e s t i ; l l m u n g : 4.841, 6.495, 1.i-10, 3.760 mg Sbst.: .5.74\.
7.745, 4.25, 4.34 mg AgJ.
C&&,s06N2 (5%). Ser.: 3CCM3 15.6.
Gef.: OCH, 15.6, 15.7, 15.0. 15.3.
M e t h y 1 i m i d b c s t i m m u n g : 3.i40, 3.3% mg Sbst.: 2.39,
2.44 mg AgJ.
C36H380,N2. Ber.: 2CH3 5.00.
Gef.: CH3 4.4, 4.2.
Erwahnt sei, da8 bei der Einwirkung von 2 Aquivalenten HC1 auf
1 Mol Oxyacanthin sowie bei dem Zusatz von HCI auf Oxyacanthina
methylather und auf Berbamin eine derartige Reaktion nicht eintrat.
0x y a c a n t h i n a t h y la t her.
4.5 g Oxyacanthin wurden in 150 ccm Ather gelost und mit 15 ccm
25 %iger alkoholischer Kalilauge und 7.5 ccm Nitrosoathylurethan
zwei Stunden am RiickfluB gekocht. Nach Verjagung des Athers
wurde angesauert und mit Natronlauge und Ather geschiittelt. Die
Atherlosung wurde mehrfach mit Natronlauge zur Entfernung der
Phenolbasen geschuttelt. Der Ather hinterlieB eine nichtkristalli:
sierende Masse, die im Vakuum bei 600 getrocknet wurde.
4.204 mg Sbst.: 6.402 mg AgJ.
C3,H3202(OCH3)3(OC,H,) (650). Ber.: AgJ 6.1.
Hofmannscher Abbau des Methylatheroxy,
a c a n t h i n s.
10 g Oxyacanthin wurden mit 175 ccm 5%iger Natronlauge und
20 ccm Dimethylsulfat geschuttelt. Nach Losung des Oxyacanthins
wurden wiederum 20 ccm Dimethylsulfat hinzugegeben und durch
haufigen Zusatz von Natronlauge die Reaktion moglichst neutral ge:
halten. Sodann wurde die Losung mit 200 ccm 50%iger Natronlauge
versetzt und zwei Stunden gekocht. Das Methinbasengemisch wurde
abgehoben, in verdunnter Schwefelsaure gelost und nach Zusatz von
Natronlauge mit Ather geschuttelt. Zur Entfernung von Phenolbasen
wurde mehrfach mit Natronlauge ausgeschuttelt und die Atherlosung
eingeengt. Es schieden sich 6.5 g Methinbase in Form von Rosetten
ab. Aus der Mutterlauge wurden durch Alkohol noch 0.5 g der
kristallisierten Methinbase gewonnen. Die Base ist optisch inaktiv
und schmilzt bei 152O. Die Mutterlaugen drehen links und sind nicht
zur Kristallisation zu bringen.
4.756, 5.081 mg Sbst.: 12.870, 13.780 mg CO, und 3.02, 3.14 mg H 2 0 .
C,oH,606N2 (650). Ber.: C 73.55,
H 7.08.
Gef.: C 73.80, 73.96, H 7.10, 6.92.
Durch Methylierung der Methinbase mit Dimcthylsulfat unct
Verkochung mit Natronlauge wurden aus 2 g 0.9 g eines Nsfreien
Korpers erhalten, der in Prismen kristallisierte und bei 243O schmolz.
Er ist schwerloslich in fast allen Losungsmitteln. Die Analysen er:
gaben anscheinend erhebliche Unterwerte.
Zur Konstitution des Oxyacanthins
625
A b b a u d e s A t h y l a t h e r o x y a c a n t h ins.
4 g Athylatheroxyacanthin wurden mit Dimethylsulfat methyr
liert und mit 50%iger Natronlauge verkocht. Es wurden 2.1 g einer
kristallisierten, inaktiven Methinbase vom Fp. 126O erhalten.
5.338, 5.190 mg Sbst.: 14.410, 13.990 mg CO,; 3.41, 3.33 mg H,O.
CIiHISOBNI (664). Ber.: C 74.09,
H 7.23.
Gef.: C 73.63, 73.54, H 7.15, 7.18.
5 g Methylatheroxyacanthin wurden in verdunnter Schwefelsaure
gelost, mit Wasser auf 600 ccm verdunnt und nach Zusatz von Kalir
lauge bis zur bleibenden Trubung mit 5%iger Kaliumpermanganatr
losung versetzt. Verbrauch: 420 ccm. Der abgeschiedene Braunstein
wurde abgesaugt, mit heiDem Wasser gewaschen und die Losung nach
dem Einengen mit Salzsaure versetzt. Es fielen 3.2 g Sauren.
Das IFiltrat der Sauren wurde mit Meyers Reagens gefallt. Gel
wicht des Niederschlages: 0.45 g. Er wurde in Wasser suspendiert,
init Schwefelwasserstoff entquecksilbert und mit Silberchlorid ents
iodet. Es schieden sich beim Einengen harzige Massen ab, die nicht
kristallisierten. Das Filtrat von Quecksilberniederschlag wurde mit
Ather perforiert. Es wurden 0.24 g Oxalsaure erhalten.
Die durch Salzsaure gefallten Sauren wurden durch Eisessig in
einen loslichen und schwerloslichen Anteil getrennt. Der schwerr
losliche Teil wurde aus heiBem Eisessig umgelost und schmolz bei
303O (unkorr.).
Die in Eisessig loslichen Sauren wurden in neutraler Losung mit
Permanganat nachoxydiert, der Verbrauch an Permanganat war nur
gering.
Der Methoxylgehalt der loslichen Sauren betrug 17.63%.
5.36 mg Sbst.: 7.16 mg AgJ.
D i e K o n s t i t u t i o n d e r S a u r e 303O.
Mit athylischer Diazomethanlosung wurde die Saure quantitativ
in den Methylester ubergefuhrt, der nach dem Umlosen aus Petrol*
ather bei %O schmilzt. Er siedet unter 12 mm Druck bei 220 bis B O O .
M o l . . G e w . s B e s t i m m u n g : 3.43 mg in 34.26 mg Kampfer: A = 130.
77.4 mg in 3.56 g Azeton: d (Siedepunkt) 0.1300.
Cl,€!l,08 (316). Ber.: 316.
Gef.: 308, 301.
M e t h o x y 1 b e s t i m m u n g : 6.16, 4.076, 3.93 mg Sbst.: 13.4, 8.80,
6.53 mg AgJ.
Ber.: OCH8 29.4.
Gef.: OCH, 28.7, 28.5, 28.8.
V e r s e i f u n g s z a h 1 : 0.5742: 7.2 ccm n/* KOH.
Ber.: VZ. 358.
Gef.: VZ. 352.
F. v. B r u c h h a u s e n und H. S c b u l t z e
626
A n a l y s e n : 4.987. 4.650, 4.924 mg Sbst.: 11.730. 11.050, 11.720 CO,
und 2.34, 2.22, 2.30 mg H,O.
Ber.: C 64.56,
H 5.06.
Gef.: C 64.3, 64.8, 64.78, H 5.26, 5.34, 5.34.
Die durch Verseifung des Esters gewonnene frcie Saure wurde
nach dem Trocknen analysiert:
4.929, 4 . i O mg Sbst.: 11.190. 10.702 mg CO, und 1.89, 1.84 mg H?O.
C15H120B.Ber.: C 62.50,
H 4.17.
Gef.: C 61.92, 62.1, H 4.29, 4.38.
98.22 mg Sbst.: 6.76 ccm nlloNaOH (Phenolphthalein).
Ber.: Mol.sGew. 288.
Gef.: MolsGew. 287.
4.78, 7.64 mg Sbst.: 3.64, 6.04 mg AgJ.
Ber.: IOCH, 10.7.
Gef.: OCH, 10.1, 10.4.
K a l i s c h m e l z e d e r L o s u n g 303".
1 g Saure wurde in 10 g feuchtes geschmolzenes Kalihydrat bei
220° eingetragen. Die Spaltung war bei dieser Temperatur zu 30%
verlaufen. Bei der Wiederholung wurde daher eine Temperatur von
250° gewahlt, wodurch eine Spaltung von 80% erzielt wurde. Nach
Abscheidung der schwerloslichen unzersetzten Saure wurde das
Filtrat ausgeathert und der Ather eingeengt, der kristalline Ruck.
stand aus wenig h e i k m Wasser umgelost. Der Schmelzpunkt lag bei
195 bis 196O.
Eisenchlorid gab mit der Losung eine grune Farbung, die durch
Soda in tiefdunkelrot umschlug, eine Farbung, wie sie Brenzkatechins
derivaten eigen ist. Da vermutet wurde, da8 es sich um Protor
katechusaure handele, wurde ein Mischschmelzpunkt durchgefuhrt,
der eine Depression von 1 bis 20 gab. Mit Bromwasser gab die Saure
eine Fallung, die Protokatechusaure nicht gibt. Das Vorhandensein
von psOxybenzoesaure wurde dadurch wahrscheinlich gemacht, daf3
ein aquimoleres Gemcnge von Protokatechusaure und prOxybenzoer
saure nach der Umkristallisation aus Wasser den gleichen Schmelzs
und Mischschmelzpunkt mit unserer Substanz hatte. Die Trennung
beider Sauren, die anscheinend eine Molekulverbindung gebensa), lafit
sich durch Kristallisation nicht durchfuhren. Die Isolierung von
proxybenzoesaure gelang aber nach der Veresterung mit methyls
alkoholischer Salzsaure.
1.1 g des Estergemisches wurde mit 10 ccm heiBen Wassers ausr
gezogen, wodurch die Halfte in Losung ging. Nach dem Erkalten
fielen 0.45 g eines Esters vom Schmp. ,117O aus, der kaum mehr die
Eisenchloridreaktion der Protokatechusaure gab. Umlosen ergab
einen Schmelzpunkt von 126O. Nach dem Verseifen lieferte der Ester
8")
R 1 a s i e w e t z und B a r t h , LIEBIGSAnn. 134, 276.
Zur Konstitution des Oxyacanthins
627
psOxybenzoesaure vom Fp. 208O, die mit reiner psOxybenzoesaure
vom Fp. 2100 keine Depression zeigte.
Die Isolierung der Protokatechusaure war mit grol3eren Schwierigs
keiten verkniipft. Sie wurde erreicht durch Uberfuhrung des Esters
gemisches mit Diazomethan in Anissaure und Veratrumsauremethyls
ester und fraktionierte Destillation. 0.3 g des Estergemisches wurden
bei 12 mm destilliert, wobei der Anissauremethylester zuerst iibers
ging. Der 0.11 g betragene Riickstand schmolz bei 5 4 O (Veratrums
sauremethylester 58 bis 60). Nach der Verseifung erhielten wir 0.06 g
Veratrumsaure vom Fp. 1799 Identifizierung durch Mischschmelzs
punkt rnit reiner Veratrumsaure (179O).
S y n t h e s e d e r 2 s M c t h o x y s 1,l's d i p h e n y l a t h e r I
4.4'. d i k a r b o n s a u r e.
Vanillinsauremethylester stellten wir aus Vanillin uber sein
Aldoxin und Nitril dar.
Die Kondensation mit psBrombenzoesaureester wurde nach
F a 1 t i s und T r o 1 1 e r 9 durchgefiihrt, indem Natriumvanillinsaures
methylester (aus 1.82 Vanillinsaureester mit met. Natrium bereitet)
mit 4.5 g psBrombenzoesauremethylester, 0.1 g Naturkupfer C und
0.1 g Kupferazetat bei 195O sechs Stunden erhitzt wurden. Durch
Ausziehen mit Wasser wurde etwa 1.0 g neutral reagierendes Natriums
bromid erhalten, wonach die Umsetzung fast quantitativ verlaufen
sein muRte. Das mit Xther aufgenommene Estergemisch (5.4 g) wurde
nach dem Abdampfen des Xthers fraktioniert destilliert. Bei 120
bis 1300 und 12 mm gingen 2 g psBrombenzoesaureester iiber; ein
bromfreier Ester siedete bei 235 bis 2500. Die zahe Masse wurde beim
Verreiben mit Ather kristallinisch und bildete nach dem Umlosen
aus Ather rein weil3e Nadeln vom Schmp. 72 bis 73O.
3.88 mg in 25.67 mg Kampfer: A = 190.
C1,HI,,OW Ber.: MoLGew. 316.
Gef.: Mol.sGew. 318.
0.5214 g Sbst.: 6.59 ccm p1/2 alk. KOH.
Die aus der verseiften Losung durch Saure gefallte und uber
Xtzkalk getrocknete 2sMethoxy~l,l'sdiphenylathers4,4'~dikarbonsaure
lag bei 254O (unkorr.).
Die Oxydation der Methylatheroxyacanthinbase in Azeton hatte
im wesentlichen das gleiche Ergebnis, indem die Saure 303O und in Eiss
essig losliche Sauren erhalten wurden. Ein Vorteil gegenuber der
Oxydation in wasseriger Losung war nicht festzustenen. Bei der
Oxydation des Oxyacanthins selbst wurde die Saure 303O nicht
erhalten, so dal3 man die freie Hydroxylgruppe in dem durch die
erwahnte Saure reprasentierten Diphenylathersystem annehmen
mufite. Eine Bestatigung gab die
9)
Ber. Dtsch. Chem. Ges. 351 (1E8).
628
Zur Konstitution des Oxyacanthins
0 x y d a t i o n d e s A t h y l a t h e r o x y a c a n t h i n m e t h i n s.
Letzteres wurde in der gleichen Weise in wasseriger Losung
oxydiert, wie beim Methylatheroxyacanthin beschrieben ist. Aus 2 g
Pithylathermethinbase wurden 0.94 g wasserlosliche Sauren erhalten.
0.45 g waren in Eisessig schwerloslich; der Schmelzpunkt lag bei
270 bis 274O. Mit atherischer Diazomethanlosung wurde ein Ester
vom Schmp. 61° nach dem Umlosen aus Petrolather erhalten.
4.741 mg Sbst.: 11.415 mg CO,, 2.34 mg H,O.
C18H1808.(330). Ber.: C 65.45. H 5.46.
Gef.: C 65.79, H 5.46.
4.65 mg Sbst. in 48.5 mg Kampfer: A = 140.
3614 mg Sbst.: 7.34 mg AgJ (P r e g 1 I Z e i s e 1).
Ber.: 7.71 mg AgJ.
Obwohl uns die Ummethylierung der 21Athoxysl,l’1diphenyl1
ather15,4’~dikarbonsaurenicht gelmg, unterliegt es keinem Zweifel,
daR es sich um die der Saure 303O entsprechende Pithoxysaure handelt.
Oxydation des Urethans dcs Oxyacanthins.
Diese Oxydation wurde unternommen, um die Sauren der Iso:
chinolinhalften in einer reineren und vielleicht besser kristallir
sierenden Form zu erhalten. Es war anzunehmen, da8 bei dieser
Oxydation die Diphenylathersaure, die wir kannten, nicht auftreten
wiirde, da sich wegen der Phenolgruppe in dem Kern dieser Saure
eine Einbruchsstelle fur die Oxydation befindet, die erfahrungsgemafi
die Zerstorung dieses Teiles zur Folge hat. Es wurden 5 g Oxyacanthin
nach J. G a d a m e r und W. v. B r u c h h a u s e n I O ) mit Chlorkohlen:
saureester behandelt und das nicht mehr basische Produkt mit
alkoholischem Kali zur Verseifung der Phenolkarbathoxygruppe
gekocht. Nach dem Ansauern wurde mit Ather aufgenommen, der
Atherruckstand 4.4 g in 200 ccm Azeton gelost und mit Permanganat
(17 g) oxydiert. Die Aufarbeitung lieferte 2.2 g in Wasser schwers
losliche Sauren. Sie waren noch stickstoffhaltig und wurden deswegen
in alkalischer wasseriger Losung nachoxydiert. Der Verbrauch an
Kaliumpermanganat war jedoch nur gering. Die isolierten Sauren
waren in Eisessig loslich, kristallisierten jedoch auch in diesem Falle
nicht. Sie erwiesen sich als stickstoffhaltig.
1”)
1. c.
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