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Das Strkemehl und die Mehl liefernden Pflanzen der Neuen Welt.

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418 11. Reicli, Das Starkemehl und die Mehl liefernilcn Pflanzenetc.
5) Die Zauberphotographien bestehen daher aus metalliscliem Quecksilber und werden als solches unter Bildung
von Calomel durch Sublimatlosung augenblicklich zerstort.
6) Unter den Quecksilberhalo'idsalzen, die sanimtlich durch
das Licht mehr oder weniger zersetzt werden - jedoch oft
sehr langsam - zeichnet sich das Quecltsilberjodir durch
seine besondere Eigenthumlichkeit aus, einen latenten, entwicklungsfiihigen Lichteindruck enipfangen zu konnen, und
reiht es sich hiermit den Silberhalo'idsalzen an.
Das Sttirkemehl und die Mehl liefernden Pflanzen
der Neuen Welt.
yon
Nach dam Spanischen bearbeitet
Dr. H e i n r i c h B o h n k e - R e i c h .
I)er Schrift: ,,La Fdcula y las plantas farinaceas del
h'uovo Mundo por A . Ernst" entnehmen wir Folgendes :
Das Stiirkemehl nimmt unter den zahlreichen nutzlichen
und kostbaren Substanzen, die der Mensch zur Erhaltung
seines Lebens dem Pflanzenreiche entlehnt, ohne Zweifel den
ersten Platz ein. Es bildet Rich in verschiedenen Organen
der Pflanze, in deren Zellen -es auf eine noch nicht genau
erkannte Weise entsteht, und dient derselben im Falle der
Noth als Reservenahrungsmittel. Es lagert Rich in allen
Theilen des pflanzlichen Organismus ab, namentlich in den
Wurzeln, Sprossen und Samen, in der Rinde der Baume,
dem Parenchyma und den Markstrahlen, doch nicht zu jeder
Jahreszeit in gleichen Mengen.
Dazu kommt noch, dass die grossere oder geringere
Ablagerung noch davon abhiingt, ob die Pflanzen den Angriffen von Insecten ausgesetzt sind.
Das Starlremehl bildet gewohnlich kleine Kiigelchen , die
aber bei Pflanzen derselben Species vollig in Grosse und
lusserem Ansehen gleich sind, so dass man die verschiedenen
Klassen mit Hilfe cines Mikroskops bei geniigender Vergrosserung unterscheiden kann. Jedes Kornchen enthiilt in
H. Reicb, Das StHrkernebl und die Meld lieferndm Pflanzen etc. 419
der Mitte oder im Innern einer Ansbiichtung einen transparenteren Kern (Nucleus), der von ungleich transparenten eiliptischen oder eiformigen Ringen umgeben ist. Diese zeigen
an, dass die Stlrkekornchen aus mehreren Lagen von verschiedener Cohaesion, Dichtigkeit iind Transparenz sich bilden,
eine Consequenz der ungleichen Vertheilung von Wasser,
das in die Verbindung eintritt. Die Grosse der Kornrhen ist
in den verschiedenen Pflanzenspecies verschieden und kann
durch ein 3IikrQmeter gemessen werden. Canna edulis enthiilt die grossesten, die wir bis jetzt kennen, in zweiter
Reihe steht die Iiartoffel, in dritter Sago; dcr Reis cnthiilt
die kleinsten bis jetzt bekannten, daher ist die Reisstlrke
wegen ihrer Feinheit als Schminke SO brauchbar. Es sind
die Stiirkekornchen ferner noch interessant in Bezug auf die
Polarisation des Lichtes : sie sind doppeltbrechend (optisch
zweiachsig). In chemischer Beziehung gehort die 8tlrke zil
den Kohlenwasserstaffen und ist =
HIo @ l o ; sie wird
durch Jod gebliiiit , ist unloslich in kallem Wasser und hildet,
wie belrannt, mit heissem Wasser Iileister.
Das Stiirkemehl hildet ein Hauptnahrungsmittel fur den
menschlichen Xorper. Der Mensch ist ein Omnivore, ein
Allesesser, seine Nahrung zerfiillt in zwei Kaiiptklassen , in
plastische und respiratorische. Zur ersten Iilasse gehoren
Stickstoff haltige Stoffe wie Leimsubstnnz, Eiwciss, pflanzlicher
Kasestoff, Plei~ch. Die constante Korperwiirme von etwa
36O C. ist das Resultat der Verdauung Stickstoff freier , der
respiratorischen Nahrungsmittel wie Cellulose, Stiirkemehl,
Dextrin, Zucker , Gummi u. 8. w.
Durch den Speichel des Mundes wird das Btiirkemehl
zuniichst in eine A r t Zucker und Destrin rerwandelt; diese
sind auch Kohlenwasserstoffe, deren Kohlenstoff mit dem
Sauerstoff der Luft beim Einathmen Kohlensaure bildet, die
ausgeathmet wird , der Sauerstoff und Wasserstoff wird als
Wasser eliminirt dnrch die Thatigkeit der Lungen, der Haut
und der Nieren. Die Verbindung des Kohlenstoffs mit dem
Sauerstoff ist eine langsame Verbrennung, deren Warme mittels dea Blutes durch den ganzen Korper verbreitet wird.
27 u.
420
a.Reich,
Bas Stiirkemehl und die Xlehl liefernden Pflanzen etc.
Deshalb heissen das Starkemehl nebst ahnlichen Stoffen auch
Warme erzeugende Nahrungsmittel. Hunger erregt ein Gefiihl von Kalte, und man muss in nordlichern Gegenden mehr
Nahrung zu sich nehmen als in siidlichen.
I n manchen Friiohten vollzieht sich auch die Umwandlung des Starkemehls in Zucker und Dextrin. Ein unreifer
Apfel farbt sich mit Jodtinctur, da er Stiirkemehl enthalt; das
ist jedoch nicht der Fall bei einem reifen Apfel, dessen susser
Geschmack schon die Verwandlung des Starkemehls anzeigt.
Das meiste Stiirkemehl geniessen wir in der Form von
Brod. Das Mehl des Brodes besteht hauptsachlich aus Starke,
Leimsubstanz, Dextrin und Zucker ; es besteht nach Mu 1 d e r
in 1000 Theilen aus Stiirkemehl 644,OS; Leimsubstanz und
lo&ches Eiweiss 127,07; Dextrin 34,21 j Zucker 45,64.
Durch das Mahlen wird das Mehl von der Kleie gesondert;
letztere enthalt nach Mu 1d e r in 1000 Theilen : Leimsubstanz
iind losliches Eiweiss 162,87; Cellulose 211,63 ; Starkemehl,
Dextrin und Zucker 402,43 ; Fett 4@,22; verschiedene Salze
447 3. Die Partikelchen der Leimsubstanz haben grossere
Adhaesion als die Starkemehlkornchen, deshalb enthalt das
feinste Nehl mehr Stiirke als ordinares Mehl, w6hrend dieses
mehr Nahrungswerth hat. Mehl an sich ist schwer zu verdauen, wahrend es bei dem Prozess der Brodbereitung, durch
Behandeln mit warmem Wasser, eiiie schwammige und porose
Masse bildet, die der Magen ohne Schwierigkeit iiberwindet.
Bei dem Mischen des Mehls mit Wasser vollzieht sich
eine theilweise Umwandlung des Starkemehls in Zucker und
Dextrin, durch die zugesetzte Hefe tritt Gahrung ein, bei
welcher sich Alkohol und Kohlensiiure bilden. Beim Backen
verfliichtigen sich die beiden letztgenannten Stoffe nebst der
Hiilfte des eingekneteten Wassers , wodurch die Porositat des
Brodes entsteht.
Ueber den Nahrungswerth verschiedener Starke haltiger
Nahrungsmittel giebt Mu1 d e r in seiner ,,Physiologie der
Nahrungsmittel (Giessen 1859)'' eine Tabelle, ttuf welche wir
bier nur hinweiuen.
H. Reich, Daa Starkemehl und die Mehl liefernden Pflanzen etc.
421
E r n s t fuhrt noch einige Etymologien der Worter Fecula, Amidon und Amylum an. A m y l u m stammt vom
griechischen a - ,uvilos, ,,nicht mit dem Muhlstein bereitet ";
amylum dictum est eo quod s i n e m o l a praparatur (Plin i u s und D i o s k q r i d e s ) . - A m i d o n ist nur eine Verstummelung von amylum. - F e c u 1a stammt vom lateinischen
faex (Bodensatz), wie das deutsche ,, Satzmehl" und das
griechische xazdozazos. - A r r ow - r o o t ist eine Verstiimmelung des Guaraniwortes aru - a h ; das ,,Mehl - Mehl" bedeutet. - S a g o wird aus verschiedenen Palmen und Cicadeen,
die in Ostindien wachsen, dargestellt und hat den Namen
von der bekannten Darstellungsmethode.
Wenu man noch zwischen Fecula und Amidon einen
Unterschied machen will, so bezeichnet das erste das Wurzelstarkemehl, das zweite das Samenstarkemehl. Doch ist
das Starkemehl in alien Theilen der Pflanze eine vijllig identische Substanz.
Die Neue Welt enthalt eine groese Menge theils wildwachsender , theils cultivirter Pflanzen, die Mehl liefern und
so als Nahrungsmittel dienen.
I. P f l a n z e n , d i e d a s S t a r k e m e h l h a u p t s a c h lich in i h r e n Wurzeln, W u r z e l k n o l l e n oder i n
unterirdischen Theilen enthalten.
1. A b r o ni a a r e n a r i a Menz. (Nyctagineae). Neu
Californien. Die Wurzel wird genossen.
2. A l l i u m c a n a d e n s e L.
3. A 11i u m r e t i c u 1a t um Butt. (Liliaceae). Neu Californien. Die Zwiebeln enthalten vie1 Starkemehl.
4. A l s t r o e m e r i a p e r e g r i n a I,.
5. A 1s t r o e m e r i a 1 i g t 11 L. (Amaryllidcae). Chile.
Die Wurzelhocker dienen als Nahrungsmittel fiir entkriiftete
Personen und solche mit schwachem Nagen.
6, A p i o s t u b e r o s a Monch. (Legnminosae). Canada,
Virginien.
7. A r r a c a c h a x 8 n t h o rr i z a Bancr. (Umbelliferae).
Columbia, Venezuela.
422 11. Rcich, Dus Starkeniehl und die Mehl lieferuden Pflanzcn etc.
8. A r u in e s c u 1 c n t u ni L. (Aroideae). Martinique.
9. B o r n a r e a e d u l i s Herb. (Amaryllideae). St. DominFo, Brasilien.
10. I3 o u s s i n g a u 1t i a b a s e 11oi d e s Xnth. (Basellaceae). Ein in Sudamerika wild wachsendes Schlinggewachs,
das in Garten cultivirt, wird. Die Wurzelknollen elithalten
vie1 Starlremehl , das aber wegen seiner sehleimigen Beschnffcnheit als Nahrungsmittel wenig Werth hat.
11. C a 1 a t h e a A 11o u y a Lindl. (Cannaceae). Mittelainerika, Cuba, Venezuela.
12. C a 1o c h o r t 11 s 1u t e u s (Liliaceae).
Californien,
Utah, Arizona.
13. C a m a s s i a e ti c ul e n t a Lindl. (Liliaceae). Die
Indianer zwischen den ltoccllosa - Bargen und dem Stillen
Ocean geniessen die Zwiebeln, die neben Starkeruehl eine
betLichtlichu Mengc Zuclter enthalten.
14. C a n n a e d u l i o Edw. (Cannaceae). In Peru einheimisch, auf vieleu Yunkten der Erde cultivirt.
15. C l a y t o n i a v i r g i n i c a L. (Yortulacaceae). Die
Wurzelhocker enthalten 21 o/o Starkemehl und 50 O/,, Wasser.
I n den Waldern vom Neu- Schottland , Neu -Braunschweig
und auf der Prinz Eduard Insel.
16. C o l o c a s i a e s c u l e n t a Schott. (Aroideae). 1 2 %
Sthrkemehl, 80 Ol0 Wasser.
17. U y p e r u s e s c u l t t n t u s L. (Cyperaceae).
18. D i o s c o r e a a l a t a L. und andere Species und
Abarten (Dioscoreae). In Mittelamerika cultivirt , stammt
wahrscheinlich aus der Alten Welt.
19. D o l i e ho s A h i p a Wedd. (Leguminosae). Bolivia.
20. E r y t 11r o n i u m g r a n d i f lo r u r n Pursh (Liliaceae).
Vereinig te Staa ten.
21. E u l o p h u s a m b i g u u s Nutt. (Umbelliferae). Ziemlich verbreitet.
82. E r i t i l l a r i a l a n c e o l a t a Pursh (Liliaceae), Die
Zmiebeln der Liliaceae und Amaryllideae enthalten gewohnlich
Tiel Sttkemehl.
H. Reich, Das Starkemehl und die Mehl liefernden Pflaiizen
etc.
423
23. I i e l o s c i a d i u m c a l i f o r n i c u m Hook. Am. (Urnbelliferae). Oregon. Die Wurzelhocker werden wie Rartoffeln benutzt.
24. I p o m o e a 1e p t o p h y 11a Frem. (Convolvulaceae).
Die Indianer der nordlichen Gegenden der Vereinigten Staaten geniessen die gerosteten Wurzeln.
25. I p o m o e a m a c r o r r h i z a Michr. (Convolvulaceae).
Georgia, Florida. N u t t a 1 berichtet , dass die Wurzel viel
Stirkemehl enthalt und trotz ihres purgirenden Harzes als
Nahrungsmittel dient.
26. J a t r o p h a u r e n s Tar. h e r b a c e a Mull. Arg.
(Euphorbiaceae). Mexiko , siidlicher Theil der Vereinigten
Staaten. Die Wurzelknollen werden gerostet.
27. L e w i s c a r e d i v i v a Pursh (Ficoideae). Californien.
Die Wurzel ist so nahrhaft, dass 30 g. zur Stillung des
Hungers geniigen.
28. L i l i u m c a n a d e n s e L. (Liliaeeae). Canada und
die benachbarten Landstriche.
29. L u p i n u s l i t t o r a l i s Dougl. (Leguminosae). Fluss
Columbia.
30. L y c o p e r d o n s o li d u in. Virginia, Carolina, Kansas und sndere Striche der Vereinigten Staaten. Ein Pilzgebilde , dae sich an den Wurzeln verschiedener Baume bildet
und kugelig bisweilen Kopfgrosse erlangt. Der vulgire Name
ist Tuckahoo und ,,Indianerkopf." Nach B o o t h und 31o r f i t ist die chemische Zusammensetznng: Stickstoff haltige
Substanz 4,09; Minernlbestandtheile 1,61; StXrkemehl 81,80;
Wasser 12,50. Kein anderes vegetabilisches Product enthalt
so viel Stiirkemehl. Der Pilz wurde zucrst von C l a y t o n
beschrieben, dann von S c h w e i n i t z als S c l e r o t i u r n C O C O S
und von T o r r e y als S c l c r o t i i i m g i g a n t e u m . Er sollte
einen besonderen StoK enthalten , der Sclerotin genannt
wurde, den aber B r s c o n n o t f u r Pektin crkllrt. F r i e s
beschreibt den Tuckahoo als P a c h y ni a e o c o s. Endlich
B c r k e l e y behauptet , es sei kein Pilz, sondern eine Transformation von eigenthumlich verwirrten Wurzeln.
424 H. Reich, Das StHrkemehl und dic Mchl licferriden Pflanzen etc.
31. M a n i h o t u t i l i s s i m a Pohl. (Euphorbiaceae).
Die Yuca wird in dem ganeen Mittelamerika, vorziiglich in
Brasilien , in verschiedenen Varietaten cultivirt, hauptsaclllich
in der deutschen Colonie Blumenau. Die Zusammenseczung
der siissen Yuca in 100 Theilen ist: 16,51 Starkamehl;
60,06 Wasser; 22,25 Cellulose ; 1,18 Aschenbestandtheile.
Die Zusammensetzung der bittern Yuca ist: 13,63 Starkemehl ; 61,70 Wasser; 23,49 Cellulose ; 1,18 Aschenbestandtheile.
32. M a r a n t a a r u n d i n a c e a I,. (Cannaceae). Mittelamerika, Cuba, Guayana , Brasilien.
Zusammensetzung :
20,78 o/o Starkcmehl; 68,52 Wasser; 9,48 Cellulose ; 1,22
Aschenbestandtheile.
33. M e l l o c a t u b e r o s a Lindl. ( U l l n c u s t u b e r o S U S Loz., B a s e l l a t u b e r o s a Knth.) und M e l l o c a p e r u v i a n a Moquin. (Baeellaceae). In den Anden von Bolivia,
Peru , Columbia. Die Wurzelknollen sind nicht gerade nahrhaft, stehen aber in dem Ruf, die Fruchtbarlreit der Frauen
zu befordern.
34. N e 1u m b o n u c i f e r a Caspary. (Nympheaceae).
Nordamerika bis zum 44O, Jamaika. Die Wurzeln enthalten
vie1 Starkemehl und werden von den Indianern gerostet.
Aus denselben mit dem Samen der Pfianze gemischt bereiten
die Eingebornen von Californien eine Art Brod.
35. O x a l i s t u b e r o s a Mol. (Oxalideae). In der
Andenregion von Chile bis Mexiko cultivirt. Ebenso 0.
c r a s s i c a u l i s Zucc., 0. t e t r a p h y l l a Cav., 0. e s c u l e n t a
Hort. Berol., 0. c o n o r r h i z a Jacq. etc.
36. P a r h y r r h i x u s a n g u l a t u s Rich. (Leguminosae). Antillen iind Sudamerika. Starkemehlgehalt 9%.
37. P e u c e d a n u m’ a m b i g u u rn Nutt. (Umbelliferae).
Canada, Oregon. Unschmackhaft.
38. P h a c a a b o r i g i n u m Hook, (Leguminosae). Vereinigte Staaten.
39. P h r y n i u m d i c h o t o m u m Roxb. (Cannaceae).
3Iartiniqne und die andern Antillen.
H. Reich, Das Starkemehl und die Mehl liefernden Pflanzen etc.
425
40. P o l y g o n u m v i v i p a r u m L. (Polygonaceae).
Canada.
41. P o l y m n i a e d u l i s Wedd. (Compositae). Bolivia. Die essbaren Wnrzeln der C'ompositen cnthalten kein
Starkemehl, sondern das diesem nahe stehende Inulin. Z. 13.
Topinambur ( H e l i a n t h u s t u b e r o s u s L.) enthalt: 14,s o/o
Zucker; 76,6 Wasser; 2,4 Iniilin. Die Wurzelhocker von
D a h 1i a v a r i a b i 1i s Desf. enthalten betrachtliche Mengen
Inilin und dienen verschiedenen Stammen der Eingebornen
von Mexiko als Nahrung.
42. P s o r a l e a e s c u l e n t a Pursh u. a. Species. (Leguminosae). Vereinigte Staaten. Fiihrt die vulgaren Namen
,,Prairiekartoffel, Brodwurzel , Indianerriibe. '' Die Wurzel
wird besonders von den Sioux- Indianern genossen , welche
dieselbe t i p - s i n - n a h nennen. Sie hat die Gestalt eines
Hiihnereies und ihr Mehl enthalt nach P a y e n 81,8 Starkemehl, Cellulose und Fett rind schmeekt suss und augenehm.
43. P t e r i s a q u i l i n a L. (Filices). Nordamerika. Die
Rhizome enthalten Starkemehl und dienen im Falle der Noah
als Nahrung.
44. S a g i t t a r i a v a r i a b i l i s Engelm. (Alismaceae).
Vereinigte Staaten. Vulgarname ,,Sumpfkartoffel." Die eiformigen Wurzelknollen bilden ein Hauptnahrungsmittel der
Indianer. Sie schmecken roh bitter, gekocht angenehm suss.
Die Farbe ist hellgelb mit vier schwarzen Streifen.
45. S c i r p u s l a c u s t r i s L. (Cyperaceae). Bergige
Gegenden von Missouri. Die Wurzeln geben ein weisses,
susses und nahrhaftes Mehl, das zur Brodbereitung dient.
46, S e c h i u m e d u l e Sw. (Cucurbitaceae). Mexiko,
Westindien, Siidamerika. Die Wurzel der Chayota enthalt
20 bis 25 o/o Stiirkemehl.
47. S o l a n u m t u b e r o s u m L. (Solaneae). Die Kartoffel ist das werthvollste Geschenk, das die Alte Welt der
Neuen verdankt. U n g e r giebt an, dass die Pflanze noch in
den Xiistenstrichen von Chile und den benachbarten Inseln
vorkommt, doch E r n s t glaubt, dass hier nur S o l a n u m
m a g l i a wbhet, die mit der Xartoffel so posse Aehnlichkeit
426 H. Reich, Das Slarkcniehl und die Mehl lieferndon Pflanzen etc.
hat, dass P o p p i g sie als Abart bezeichnet. Nach C l a u d i o
H a y ist Chile das wahre Vaterland dieses werthvolbn Gewachses, wo die Kartoffel noch an vielen Orten wild wachst:
an schwer zugiinglichen Stellen der Cordilleren, auf Juan
Pernandez, in Araukanien, wo eine Bergkette Po& heisst,
die araukanische Bezeichnung fur ,,Xartoffel." D e C a n d o 11e
giebt auch ZU, dass das Vaterland der Kartoffel Chile sei, er
glaubt aber nicht, dass all die zahlreichen Abarten, die in
andern Theilen von Amerika cultivirt werden, gerade von
Solanum tuberosum abstammen.
48. S p o n di a s spec. (Terebinthaceae). Brasilien.
49. T r o p a e o l u m t u b e r o s u m R. et P. (Tropeoleae).
Peru. Die mehlreichen Wurseln schmecken wie Eigelb.
50. T y p h a a n g u s t i f o l i a L. (Typhaceae). Das tropische und gemassigte Amerika.
51. V a l e r i a n a e d u l i s Nutt. (Valerianeae).
Im
Nordosten der Vereinigten Staaten. Die Indianer nennen die
Pflanze ,,Tabakwurzel" viegea des im frischen Zustande unangenehmen Geschmackes und Geruchs. Gekocht bildet die
Wurzel eine ebenso nahrhafte als sohmackhafte Speise. Die
Wurzelknollen von V a1 e r i a n a s c a nd e n s dienen im Nothfall auch als Nahrung.
52. A10 Nahrungsmittel dienen auch die Zwiebeln von
T e c o p h y l a e a v i o l a e f l o r a Bert. und B o t e r b e b u l b o s a Phil. (Irideae). Chile. Sie enthalten jedoch nur wenig
oder kein Starkemehl.
11. P f l a n z e n , d i e d a s S t a r k e m e h l i n S c h o s s l i n g e n o d e r Stiimmen e n t h a l t e n .
53. A m m o b r o m a S o n o r a e Torr. (Lenoaceae). Wiiste
Gegenden um den Golf von Californien. Wachst an trocknen
Orten als Yarasit an den Wurzeln und Stammen von Al g a r o b i a g l n n d u l o s a . Die Gchosslinge werden iiber l Meter
lang, 2 bis 4 Centimeter stark und dring.cn so in den Sand
ein, dass nus die Spitze rnit der Blilthe sichtbar bleibt. Sie
sind der geniessbare Theil und haben den Gewhmack der
Bataten.
H. Reicb, Das Stiirkemehl urid die Mshl lieferriden Pflanzen etc.
427
54. D i o s c o r e a b u l b i f e r a L. (Dioscoreae). Mittelamerika. Nach P e c k 01 t enthalten die Schosslinge 18 o/o
Starkemehl und 74 Wasser.
55. M a u r i t i a f l e x u o s a L. (Palmae). Guayana,
Brasilien.
56. Z a m i a m u r i c a t a Willd. (Cicadeae). Venezuela.
- 0 y c a s r e v o 1u t a L. wird an manchen Orten in Amerika
cultivirt und wird dort Sagopalme genannt; die echte Sagopalme ist in Ostindien heimiseh.
111. Y f l a n z e n , d i e d a s S t a r k e m e h l i n i h r e n
Friichten und Samen enthalten.
57. A e s c u l u s c a l i f o r n i c a Nutt. (Sapindaceae). Californien. llas Pulver der Fruchte wird in viel Wasser
gewaschen , verliert dadurch seinen bittern Geschmack und
dient dann zur Bereitung von Brod.
58. A l g a r o b i a g l a n d u l o s a Bth. (Leguminosae).
Osten der Vereinigten Staaten.
59. A r a c h i s h y p o g a ea L. (Leguminosae). Uttelamerika und gemassigte Zone von Amerika. Enthalt viel Oel
und etwas Starkemehl.
60. A r a u c a r i a b r a s i l i a n a Lamb. (Coniferae).
Brasilien. Nach P e c k o 1t 28 o/o Stiirkemehl.
61. A r a u c a r i a i m b r i c a t a Pav. (Coniferae). SiidChiIe.
62. A r t o c a r p u s i n c i s a L. fil. (Artocarpeae). Die
Brodfrucht wurde yon den Inseln des Stillen Oceans im Jamar 1793 durch Captain B l i g h naoh Amerika gebracht,
150 Stiimmchen, von denen alle Exemplare der Neuen Welt
abstammen. Die Frucht von A r t o c a r p u s i n t e g r i f o l i a
L. fil. hat weniger U'erth als die voxi A. i n c i s a .
63. A v e n a f a t u a L. (Gramineae). Californien. Die
Korner werden ebenso angewandt, wie die von A. s a t i v a
L., in den Versinigten Staaten viel angebaut. Die Ernte
ergab 1870 auf 8,792,395 Acker Land 247,277,000 Bushel
im Werthe von 107,136,710 Dollar.
428 H. Reich, Das Starkemebl und die Mehl liefernden Pflanzen etc.
64. Bfro s i m u m A l i c a s t r um Sw. (Artocarpeae).
Antillen, Venezuela. Die gerosteten Friichte haben den Geschmack der Kastanien. I n Jamaika werden sie ,,Brodniisse ' l
genannt.
65. C a j a n u s i n d i c u Y Sp. (Leguminosae). Einheiniisch in Ostindien, in ganz Amerika cultivirt.
66. C a n a v a l i a e n s i f o r m i s DC. (Leguminosae).
Westindien , Venezuela. Die frischen Samen sind essbar,
ebenso die von L e u c a e n a g l a u c a Benth; und B a u h i n i a
mu1 t i n e r v i a Xth.
67. C a r p o t r o c h e spec. (Bixaceae). Brasilien. Die
Samen enthalten einen Starkemehl haltigen Fruchtbrei.
68. G a s t a n e a p i i m i l a Mill. (Cupuliferae). Vereinigte
Staaten. Die Friichte ahneln den spanischen Kastanien, sind
jedoch kleiner.
69. C h e n o p o d i u m L u i n o a L. (Chenopodiaceae).
Andenregion.
70. C i c e r a r i e t i n u m L. (Leguminosae).
Ganz
Amerika.
71. C u p a n i a t o m e n t o v a Sw. (Sapindaceae). Antillen.
Essbare Samen.
72. D o l i c h o s L a b l a b L , D. s p h a e r o s p e r m u s
DC., D. t u b e r o s u s Lam., D. s e s q u i p e d a l i s L. u. a.
Species (Leguminosae). Ganz Amorika.
73. Eric'oma c u s p i d a t n Nutt. (Gramineae). Nevada,
Arizona, Neu -Mexiko. Enthalt kleine schwarze Korner, die
ein gutes, besonders yon dem Zuni- Indianern benutztes Mehl
geben.
74. E r v 11 m 1e n A L. (Leguminosae). Vereinigte Staaten, Venezuela. Enthalt 37,3O/,-,Legumin und 32,s Starkemehl.
75. F a g o p y r u m e s c u l e n t u m Monch. (Polygonaceae). Einheirnisch in Centralasien, in der ganzen Welt cultivirt. Die Vereinigten Staaten lieferten 1870 : 9,841,500
Bushel auf 536,992 Acker Land im Werthe von 7,7%5,044
Dollar. Deiitsch B u c h w e i z e n , engljsch b u c k w be a t
If. Reich, Daa Sthkemehl und die Mehl liefernden Pflanzen etc. 429
franzosisch b l 6 s a r r a s i n , spanisch a l f o r f o n , t r i g o s a r raceno, t r i g o negro.
76. H o r d e u m v u l g a r e L., H. h e x a s t i c h o n L.,
H. d i s t i c h o n L. (Gramineae). In die Neue Welt eingefuhrt und viel cultivirt. Die Colonie Tovar und die Vereinigten Staaten lieferten 1870 : 26,295,400 Bushel auf 1,108,924
Acker Land im Werthe von 22,244,584 Dollar.
77. I n g a C h i g a (Leguminosae). Orinoko. Noch
nicht beschriebene Pflanze , deren Samen ein rothliches Mehl
geben.
78. J u n i p e r u s o c c i d e n t a l i s (Coniferae). Arizona,
Neu Mexiko. Aus den Friichten bereiten die Indianer eine
Art Brod, das enthalt: Wasser 14,34 ; Stickstoff haltige Substanz 5,69; Starkemehl 17,87 ; Zucker 10,66; Cellulose,
Gummi, Oel 47,58 ; Aschenbestandtheile 3,86.
79. L a t h y r u s m a g e l l a n i c u s Lam. (Leguminosae).
Chile.
80. M a n Q i f e r a i n d i c a L. (Terebinthaceae). Die
Cotyledonen der Samen enthalten viel Stiirkemehl und bilden
deshalb einen Handelsartiket in Blartinique und Bdunion.
Das Stammland ist Ceylon. Nach Jamaika kamen die ersten
Mangos 1772, nach Cayenne Anfang dieses Jahrhunderts,
nach Brasilien schou etwas fruher.
81. M e l i c o c c a b i j u g a L. (Sapindaceae). Der Reisende J a c q u i n bemerkt, dass schon im vorigen Jahrhundert
die wie Kastanien gerosteten Fruchte in Curacao als Nahrung
dienten.
82. M i r s b i l i s J a l a p a L, (Nyctagineae). In ganz
Amerika. Giebt einen Kohl mit 9.0/10Starkemehl, in Brasilien
als Purganz gebraucht. Die Samen enthalten bei weitem
mehr Starkemehl.
83. M u s a p a r a d i s i a c a L., M. s a p i e n t u m L. u. a.
Species. (Musaceae). Die Bananen in ihren verschiedenen
Formen sind die werthvollsten Vegetabilien der Neuen Welt.
Stammland ist Asien.
84. O r y z a l a t i f o l i a Desv. (Gramineae). Eine Reisart, die hauptsachlich im Suden der Vereinigten Staaten und
-
430 H. Reich, Dss Stiirkemehl und die Mehl liefernden Pflsnzen
etc.
in Siidamerika cultivirt wird. Eine andere Art 0.m o n t a n a
Lour. wachst auf Hohen , braucht keine Bewiisserung und
konnte mit guten Resultaten angebaut werden.
86. P a c h i r a a q u a t i c a Aubl., P. i n s i g n i a Sw.
(Bonibaceae). Mit Kastanien ahnlichen Friichten ; das Starkemehl ist weiss mit einem Stich ins Griine und Rothe.
86. P a n i c u m m i l i a c e u m L. (Gramineae). Stammt
aus Centralasien; in den Vereinigten Staaten nicht' in grosser
Ausdehnung angebaut. Einige andere Arten in den Wiildern
Amerikas produciren auch Sbiirliemehl haltige Samen.
87. P h a s e o l u s v u l g a r i s I,., Ph. c o m p r e s s u s
DC., Ph. o b l o n g u s Sav., Ph. h a e m a t o c a r p u s Sav., Ph.
l u n a t u s L. u. a. Arten. (Leguminosae). In ganz Amerika
cultivirt. I n Chile Yh, E a l l a r Mol., in Mexiko Ph. H e r -
n a n d e z i i Sav.
P i s u m s a t i v u m L. (Leguminosae).
I n ganz
Amerika cultivirt, doch fur den Consum nicht ausreichend.
88.
89. Q u e r c u s a g r i f o l i a N., Q,. o b l o n g i f o l i a Torr.,
Q,. l o b a t a N. u. a. Species. (Cupuliferae). Mexiko und
Vereinigte Staaten. Aus den gerosteten Friichten und deren
Starlremehl bereitcn die Indimer eine Art Brod.
90. S a p i n d u s m a r g i n a t u s W. (Sapindaceae). Alaska.
Die Indianer bereiten aus den Samen eine Art Brod, das
einen unangenehmen Geschmack hat und hesteht QUS: Wasser 18,16 ; Stickstoff haltige Substanz 14,44 ; Stiirkernehl
12,lO; Zucker 14,71; Cellulose, Gummi, Oel etc. 36,98;
Aschenbestandtheile 3,61. S a p i n d u s s a p o n a r i a L. enthalt in dem gelatinosen Fructitbrei eine giftige Substanz , Saponin, wahrend S. f r u t i c o s u s Roxb. auf den Molukken
und S. e s c u 1e n t u s St. El. in Brasilien sehr wohlschmeckende
Fruchte liefern.
91. S e c a l e c e r e a l e L. (Gramineae).
Stammland
Asien; auf der ganzen Erde cultivirt. Die Vereinigten Staaten lieferten 1870 : 15,473,000 Bnshel auf 1,176,137 Acker
Land im Werthe von 12,612,605 Dollar.
.
11. Reich, Das Stiirkemehl und die Mchl liefernden Pflanzen
etc,
431
92. S l o a n e a d e n t a t a L. (Tiliaceae). Westamerikn.
Mit den Kastanien ahnlichen, Starkemehl enthaltenden Priichten.
93. S o r g h u m v u l g a r e Pers. u. a. Species. (Gramineae). Stammland die Mte Welt; in verachiedenen Gebieten
Amerikas cultivirt, z. B. in Vereinigten Staaten, Jamaika,
Venezuela.
94. S t r o m b o c a r p u s p u b e s c e n s Torr. (Leguminosae). Vereinigte Staaten unter den1 Namen ,,Schmubenbohne. '(
95. T r i t i c u m v u l g a r e Vill. (Gramineae). In grosser
Menge in der gemiissigten Zone Amerikas cultivirt. Die
Vereinigten Staaten producirten 1870: 235,884,700 Bushel
auf 18,992,591 Acker Land im Werthe von 245,865,045
Dollar.
96. V i c t o r i a r e g i a Ldl. (Nympheaceae). Westamerika. I n Parana ,,Wassermais " genannt , weil die Friichte
schneeweisses Starkemehl geben. Das daraus gewonnene
Mehl ist besser als Maismehl, wird sogar dem Weizenmehl
vorgezogen.
97. Z a m i a C h i g u a Seem. (Cicadeae). Isthmus von
Panama. Die mehligen Samen dienen zur Brodbereitung.
98. Z e a Mays L. und
99. Z e a c a r a g u a Mol. nebst zahlreichen Varietiiten.
(Gramineae). Der Mais ist die wichtigste Mehl liefernde
Pflanze der Neuen Welt und ist schon lange dort bekannt.
P e r e z d ' b n d r a d a fand ihn 1517 schon vor. Die Vereinigten Staaten lieferten 1870 : 1,094,255,000 Bushel auf
38,646,977 Acker Land im Werthe von 601,839,030 Dollar.
100. Z i z a n i a a qu a t i e a L. (Gramineae). Wasserpflanze im Gebiet des Mississippi und Obern Sees. Die
Samen sind dunkler wie der Reis von Carolina, aber vie1
nahrhafter.
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