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Die Gruppe der Pectinkrper.

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116
E. Reichnrdt, Die Gruppe der PectinkSrper.
mit S. I. rein, die rnit S. 11. zwar blau, aber hochst fluchtig
voriibergehend. Nach der Reinigung mit Gerbstoff und Bleioxyd wurde ein Colchicin in solcher Menge wieder erhalten,
dass ich b e i d e R e a c t i o n o n bei sorgfaltiger Vertheilung
des Objectes g e w i s s z w a n z i g m a l hatte hervorrufen konnen, dabei von einer Schonheit und Reinheit, die nichts zu
wunschen ubrig liess. 0,02 Colchicin in 1 g. Wasser gelost,
obenso behandelt, lieferte hinreichend Material zu sammtlichen
nothigen Reactionen. Die Arbeit ist also mit minimalen Mengen auszufiihren und man braucht nicht zu furchten, dabei
Colchicin zu verlieren.
D.
Die Gmppe der Pectinkgrper.
Von X. Reichardt in Jena.
Durch die Arbeiten von S c h e i b l e r und mir und die
dabei entdeckten 2 gallertartigen Kohlehydrate, A r a b i n s a u r e oder Metarabinsaure und P a r a r a b i n , eind unbedingt
friiher als Pectinstoffe angesehene Korper ale Kohlehpdrate
erwiesen worden. Vor Allem stimmt ja die Arabinsaure
S c h e i b l e r ' 8 in der Darstellung und den Eigenschaften vollstandig mit der Metapectinsaure F r e m y ' s uberein, wie
S c h e i b 1 e r selbst am Vollstandigsten bewiesen hat (Berichte
der deutachen chemischen Gesellschaft VI. 612). Diem Arabinsaure findet sich gallertartig in den Ruben oder nach meinen
fortgesetzten Versuchen bei jedem Pflanzengewebe in leicht
als Gallerte abscheidbarer Form, in der Substanz des arabischen Gummis, des friiheren A r a b i n s , und wird durch
verdunnte Schwefelsaure in einen sehr gut krystallisirbaren
Zucker, A r a b ino s 8 , verwandelt. Die Arabinsaure lost sich
in Alkalien und wird demgemass, ganz den Angaben F r e my ' B beziiglich der Darstellung der Metapectinsaure dargestellt.
Das P a r a r a b i n lost sich dagegen in verdunnten Sauren fillbar durch Alkalien, wie Alkohol in gallertartiger
,
2. Reichardt, Die Gruppe der Pectink6rper.
117
Form und geht endlich bei kiirzerer Einwirkung von Alkali
in Arabinsaure iiber, bildet d a m auch Arabinose u. s. w.
S c he ib 1e r ' 8 , wie R e i c h a r d t ' s Untersuchungen fuhren fur Arabinsaure , wie fur Pararabin zu derselben Formel
eines Kohlehydrates C1*Has 0".
Die Metapectinsaure bildet aber bei den Untersuchungen
und Beweisen der Pectinkorper gewissermaassen den Xern,
wesshalb es wohl geeignet sein diirfte, die bis jetzt iiber diem
Korper gefihrten Untersuchungen kritisch zn sichten.
P a y e n und B r a c o n n o t *) erkannten , so weit verfolgbar, zuerst das Auftreten gallertartiger Korper , ersterer in
dem Runkelriibensafte, letzterer namentlich in der Eichenrinde
und der Lohe, friiher batte G u i b o u r t **) eine Gallertsaure
im rohen Zucker gefunden, die Fahrscheihich auch in der
Ulrnenrinde vorkomme. B r a c o n n o t unterscheidet das indifferente Pectin von der Gallertsaure oder pectinigen Saure,
ersteres gche durch Einwirkung von Ammoniak in die Gallertsaure iiber. Der Name Pectin wurde von B r a c o n n o t
gegeben. Da hier noch keinerlei Elementaranalyeen vorliegen, durch welche bestimmte Formen begrenzt und erwiesen
werden, haben diem ersten Arbeiten nur die Bedeutung der
Entdeckung. Uebrigens hatte V a u q u e l i n schon 1790 die
Pflanzengallerte in den Tamarinden erkannt, wahrend B r ac o n n o t ' s Untersuchungen erst in den Jahren 1824 32
liegen.
Die ersten naheren Untersuchungen lieferten Mu 1d e r
und R e g n a u l t. Letzterer stellte**) ,,die pectische Siiure"
durch Behandlung der Ruben mit kohlensaurem Natron dar,
Fallen der Saure durch Chlorcalcium , Zerlegen des Kalksalzes durch Salzsaure, Wiederlosen der pectischen Saure in
Ammoniak und Wiederfallen durch Salzsaure. Analysirt wird
dann vorzugsweise das Silbersalz, welches jedoch I 38,38 -11
-
*) Annal. de Ch. et Ph. XLVII, 266.
**) Journ. de Chimie me& IF', 575.
***) Journ. d. Pharm. Mai 1838. Journ. .fa pract. Chemie'1838.
14. 270.
118
E. Reichardt, Die Gruppe der Pectinkiirper.
36,95 -111 40,39 -1V 41,02- V 38,48 Proc. Silberoxyd
nach verschiedenen Darstellungen enthiilt. Die fur sich berechnete organische Substanz ergab 4,423 - 4,85 Proc. H
und 43,4- 44,4 Proc. C., woraua Regnault Mr die pectische
Saure die Formel C l 1 H 7 0lo ableitet, *) welche 43,61 Proc.
C. und 4,5 Proc. H gebraucht, das einatomige Silbersalz
wurde jedoch 43,O Proc. Ago enthalten mussen. Ein Bleisalz ergab fur die organische Substanz 43,l -43,4 Proc.
und 43-4,5 Proc. H; ausserdem enthielt 8s 48,7 Proc. PbO,
wiihrend das gleichatomige Salz 42,2 Proc. verlangt, endlich
Mhrt die Analyae der reincn pcctischen Saure zu 4,7 Proc.
H und 43,2 Proc. C. Im Ganzen gcnommen stimmen diese
Zahlen fur C und H leidlich; hinsichtlich der Basen glaubt
R e g n a u l t, dass verschieden saure Verbindungen sich bildeten. R e g n au l t erwiihnt hierbci nichts vom Aschengehalt, der so schwicrig aus diesen Gallertsubstanzen zu
beseitigen ist.
M u 1d e r **) findet pectische Saurc und Pectin gleich
zusammengesetzt , nur verschieden nach dem Gehalte an
anorganischen Substanzen. E r stellt das Pectin aus Ruben
und Aepfeln dar und erhielt sehr ubereinstimmende Zahlen. C
schwankt zwischen 45,2-46,9 Proc., H zwischen 5,0-5,5 Proc.
Das Pectin enthielt noch gegen 6- 10 Proc. Asche, aus Kalk,
Eisenoxyd und Kieselsaure bestehend. Die Formel fur Pectinsffure ist C’a H* 0 ’ 0 und verlangt 45,47 Proc. C. und
4 9 5 Proc. 11. Fremy***) wiederholte alle die bisher
beobachtcten Darstellungsweisen der Pectinkorper und ging
von vorn herein von dcr Ansicht aufi, dass hier, lhnlich den
Eiweisskorpern , Uebergangsformen vorliegen, b e i d e n e n
sogar wenig d a r a n liege, die Atomgewichte zu
kennen oder auszumitteln, da sie nicht stabil s e i n
k o n n e n . E r stellt zuerst B r a c o n n o t ’ s Pectin dar, findet
gleichfaljs, dass es nie aschenfrei erhalten werde und findet
c.
*) C = 6 nach den friihoren Formeln.
**) Journ. f. pract. Chemie 1838. 14. 277.
***) Annsl. der Chomio und Pharmacie 1840. 35. 318.
E. Heichardt, Die Gruppe der Pectinkorper.
119
dann bei Elementaranalyse 43,5 Proc. C und 5,l-5,2 Proc. H,
die Berechnung der Formel C24 H I 7 0 2 a*) verlangt 43,2 Proc.
C und 5,O Proc. H. Hierbei wird vom Bleigehalt der untersuchten Verbindung vollig abgesehen. Die Substanz der
ersten Elemeutaranalyse enthalt nicht weniger ale 77,7 Proc.
PbO, diejenige der zweiten 55,5 Proc., demnach ganz verechiedene Fallungen , erhalten durch Fallen einer Auflosung
von Pectin mit neutralem, essigsauren Bleioxyd. Das Pectin
war dargestellt nach Entfernung des Eiweisses durch Rochen
und Fallen des Filtrates mit Alkobol; als Saft diente namentlich derjenige aus Aepfeln. Mehrfache Behandlung ergab
dann endlich reiue Substanz, z u e r s t f a l l t o f t Z u c k e r u n d
A e p f e l s a u i e m i t n i e d e r . Das so gewonnene Pectin giebt
in der Losung erst nach langerem Stehen eine Abscheidung
mit neutralem essigs. Bleioxyd und fand Fremy dabei 15,6
bis 16,5- 22,8 Proc. PbO, mit basisch essigsaurem 49,O Proc.
PbO. Die durch Basen aus Pectin dargestellte P e c t i n s a u r e entspricht wiederum der Formel C a r H 1 7O a a , jedoch
mit anderem , stlirkeren Gehalt an Bleioxyd in den Bleiverbindungen, welche zur Analyse dienen, 30,5 Proc., 41,9 Proc.,
35,O Proc. Durcb langere Einwirkung von Alkali entsteht
endlich eine neue Saure - M e t a p e c t i n s i i u r e -, wiederum von derselben Formel, aber die Bleisalze haben 46,7 bis
60,O-40,5 Proc. PbO. F r e m y erhielt bei der Analyse der
Pectinkorper stets 5,O - 5,2 Proc. H, bisweilen adch 4,4 Proc.,
wie Regnault friiher, dies fiihrte zur Formel C a r HI5 O * s ;
einmal ergab Metapectinsaure auch nur 42,4 Proc. C, statt
der BeNchnung von 43,2 Proc.
Im Ganzen stimmen die analytischen Resultate bezuglich
der berechneten Formel C84H17 Os2 recht gut und die verschiedenen Zahlen fur PbO werden auf basische oder saure
Verbindungen zuriickgefuhrt.
Fr o m b e r g **) untersucht nun auf Anregung von Mulder die Pectinkorper. E r stellt Pectinsaure aus reinem Ruben*) In den Annal. d. Chem. sind nur 12 C angegeben, waa jedoch
unrichtig ist.
**) Annal. d. Chem. u. Pharmecie 1843. Bd. 48,56.
120
E. Reichardt, Die Gruppe der Pectinkorper.
zellgewebe dar ; durch Einwirkung von kohlens. Natron und
spaterem Fallen mit HCI. Bei 100° getrocknet, enthalt die
Pectinsaure noch 7 Proc. Asche. Der Kohlenstoffgehalt wird
zu 45,12-45,98
gefunden, H = 4,81-5,46.
Die von
F r o m b e r g aufgestellteForme1 C1sH8010 verlangt 45,48 Proc.
C und 4,95 Proc. H und meint derselbe, dass R e g n a u l t ,
wie F r e m y den Kohlenstoff zu niedrig gefunden batten.
Ch o d n e w *) untersucht hierauf aiif Veranlassung von
L i e b ig die Pectinkorper in sehr umfassenden Studien und
kommt zu Resultaten, welche sich mehr denen von Regnault
und Fremy nahern.
Pectin aus Birnen dargestellt, nach Entfernen des Eiweisses diirch Fallen mit Alkohol, enthielt nach dem Trocknen
bei 115O noch 8,5- 8,8 Proc. Asche und gab nach Abzug
der Asche 45,9-46,2 Proc. C und 5,4- 5,6 Proc. H. Bus
Aepfeln dargestelltes Pectin wurde endlich durch wiederholtes Losen in stark verdiinnter Saure und Fallen mit Alkohol
gereinigt und enthielt d a m nur noch 1,6 Proc. Asche, der
5,6 - 5,4. C h o d Kohlenstoff betrug 43,7 -433 Proc., H
n e w entwickelt spater daraus die Formel CZ8 H*I 0 s4, welche
C = 44,1, H
5,5 verlangt.
Als Schlussresu~taterhiilt C ho d n e w die Formeln fur
Pectin = CsSHe10e4, pectinige S a u r e = C*SHe10a5,
Pectinsaure
C28 He0 Oa6 und Ueberpectinsaure
Ce* HI9 0 8 7J wogegen ihm das yon Pectin befreite Fruchtmark von Aepfeln und Ruben die Formel der Kohlehydrate
- C * S Hen Oae ergiebt.
-
-
-
-
Die Analpen treffen mit den Berechnungen sehr gut,
die Metapectinsaure F r em J ' 8 erhalt C h o d n e w nicht in
den von diesem Chemiker angegebenen Eigenschaften und
bestreitet C h odn e w iiberhaupt die identische Zusammensetzung der Pectinkorper, jedoch giebt er an, dam es z. B.
sehr schwer werde , reine pectinige Saure aus Stachelbeeren
zu gewinnen, da immer Farbstoff oder auch vielleicht eine
*) bnnal. de Chem. u. Pharmacie 1844. Bd. 51, 355.
E. Reichardt, Die Gruppe der Peotinkorper.
121
andere Substanz mit anhange. C h o d n e w fand 2 sehr ubereinstimmende Resultate mit 4 4 4 Proc. C und 5,8 Proc. H
(die Formel des Kohlehydrates CIS Hl0 0loverlangt 44,4 Proc.
C und 6,2 Proc. H.)
Die noch jetzt als Grundlage fir die Auffassung der
Gruppe der Pectinkorper dienende Arbeit von F r e m y erschien in den Annal. de Chim. et Physic. 3. Ser. T. 24.
(Annalen der Chemie u. Pharmacie 1848. Bd. 67. 257 u. f.).
,,Untersuchungen uber das Reifen der Fruchte." In derselben entwickelt der Autor seine Anschauungen uber die Pectinkorper weiter und nimmt als einfachste Form und Grundlage die M e t a p e c t i n s a u r e an, von der Zusammensetzung
C*TI50' -t 2 HO, die anderen Pectinksrper sind nur Multipla
dieser Grundform. Wahrend bei den fruheren Untersuchungen die gefundene und berechnete Zusammensetzung gut
oder doch wenigstens leidlich stimmten, zeigen sich bei diesen Untersuchungen so gewaltige Differenzen, da6s man schon
aus diesen die Richtigkeit aller Angaben bezweifeln muss.
Bei der Metapectinsaure finden sich folgende Resultate :
Berechnet
Cs
H5
0'
44,04
4,58
51,38
Gefunden.
I.
43,77
4,3a
h1,85
11.
111.
43,OO
4,98
52,02
43,88
4,42
51,70.
Bei I und 111 ist demnach weniger H gefunden, bei I1
weit mehr und X 0 Proc. C weniger. Die Bleisalze eollen
2basisch und 3basisch sein und verlangen ersteres 67,2 Proo.
PbO, gefunden wurden 67,5- 68,8 Proc., lotzteres 75,4 Proc,
gefunden wurden 73,4 - 74,2 Proc.
Die nachstfolgende Saure, P a r a p B c t i n s a u r e, sol1 die
Zusammensetzung haben CZa El7 089
Berechnet.
c
H
0
41,76
4,93
53,31
I.
Gefunden.
11.
41,79
4,93
53,28
41,47
5,36
53,17
111.
41,75
4,62
53,63,
122
E. Reioherdt, Die Gruppe der PectinkGrper.
nach dem Trocknen bei 150° findet dann F r e m y die organische Substanz noch als C*4 HI5 0 2 l .
Berechnct.
Gefunden.
1.
c
44,04
H
4,58
0
51,38
Die P e c t i n s a u r e
darstellen m d erhalt die
Resultaten :
Berechnet.
111.
Gefunden.
1.
c
11.
43,43
43,83
44,40
4,88
4,78
4,49
51,68.
50,72
51,79
selbst lasst sich schwieriger rein
Formel CsBH89 0 5 0 aus folgenden
11.
111.
41,30
41,55
42,29
41,35
H
4,84
4,56
5,02
4,75
53,68
53,70.
0
b2,87
52,09
Die Analyee eines Bleisalzes stimmt besser, denn sie.
verlangt 44,03 C, 4,58 I1 und es werden gefunden 43,91 C und
4,87 H, jedoch enthalt das Salz 35 Proc., 33,l Proc., 32,7 Proc.
PbO, wahrend die Formcl 33,8 Proc. verlangt. Der pectin6aure Baryt verlangt 26,O Proc. BaO, F r e m J findet 26,8Proc.,
26,4; 25,7; 25,3.
Die P e c t o s i n s a u r e erhalt die Formel:
Berechnet.
C38
HZs
41,48
4,97
0 2 1
53,55
und nach Verlust von 2 H O
43,14
CS2
4,71
H2'
Gefunden.
41,08
5,25
53,67
42,91
5,18
52,15
51,91.
029
Das bei 150° getroclrnete Bleisalz gab 33,7 Proc. PbO,
die Rechnung verlangt 33,4 Proc.; das Barytsalz mueste
25,3 Proc. BaO enthalten, gefunden wurden 24,l und 24,7 Proc.
Das M e t a p e c t i n erhiilt die Formel C 6 4 H 4 6 0 G g .
Bereehnet.
C
H
0
41,48
4,97
5335
Gefunden.
I.
41,85
5,58
52,57
11.
111.
41,42
42,17
5,44
52,39.
5,60
52,98
123
E. Beichardt, Die Gruppe der Pectinkcrper.
Die 2 letzten Analysen beziehen sich auf das Bleisalz,
die ersts auf bei 140° C. getrocknetes Metapectin.
Das P ar a p e c t i n besitzt die gleiche Formel und ergiebt :
Berechnet.
I.
Gefuunden.
111.
IV.
11.
v.
VI.
C 41,48 41,97 42,42 43,77 42,88 41,51 41,95
H 4,97 5,98 6,53 5,41 5,68 5,48 5,42
0 53,55 52,05 52,05 50,82 51,44 53,Ol 52,63.
111, I V und V bezeichnen P a r ape c t in aus 3 auf einander folgenden Reinigungen, VI ist mit dem Bleisalze erhalten, das letztere verlangt theoretisch 19,4 Proc. PbO, gefunden wurden 18,8 und 19,6 Proc., das einbasische Bleisalz
verlangt 10,6 Proc. PbO, gefunden wurden 11,9 Proc.
F r e m y selbst macht auf die Schwankungen der Analysen aufmerksam und schreibt sie der niederen Reinheit der
Proben zu; selbet bei den beststimmenden Analysen differirt
der Waseerstoff noch um 03 Proc., bei I sogar uber 1 Proc.
Am besten stimmen die Analysen fur P e c t i n selbst:
Berechnet.
Oefunden.
I.
c6'
11.
111.
40,54
39,71
39,51
5,49
5,55
5,47
54,94
53,99.
54,80
0 6 4 54,25
Die Uebergange der einzelnen Pectinkorper in einander
erfolgen namentlich bei Einwirkung von Sauren oder Basen
oder es werden auch nur Formen derselben angenommen, um
bestimmte Erscheinungen bei dem Reifen der Friichte zu
erklaren, 80 die Pectose. Ohne Frage geniigen nur sehr
wenige dieser Analysen von F r e m y den jetzigen Anforderungen, F r e m y selbst legt ja weit mehr Gewicht auf seine
Theorie des Reifens der Fruchte, als auf analytische Beweise.
Vergleicht man jedoch die von Anfang an festgestellten
analytischen Resultate der verschiedenen Forscher, so ergiebt
sich folgender Einblick :
R e g n a u l t bestimmt die p e c t i e c h e S a u r e in den
sehr hygroscopiechen, hei 140 150° getrockneten Salzen,
40,67
H48 5,08
-
124
E. Reichardt, Die Gruppe der Pectinkorper.
namentlich aus dem Silbersalze und gelangt zur Formel
~
1
1
010.
~ 7
M u l d e r findet fur p e c t i s c h e S a u r e und P e c t i n
dieselbe Zusammensetzung und die Formel CIS HE 019
F r e m y stellt in der ersten Arbeit fur P e c t i n , P e c t i n s a u r e und Metapectinsiiure die gleiche Formel auf =
CS4H I 7 OS9, (oder C12 I€*l/S0 1 1 ) die Verschiedenheit beruht
in der Basicitat namentlich der Bleisalze.
F r o m b e r g erhiilt die Pectinsaure mit noch 7 Proc.
Asche, kommt aber wieder zur Formel von M u l d e r Cl2H80l0.
C h o d n e w erhalt Fur pectinige Slure, Pectinsaure, Ueberpectinsaure und Pectin verschiedene Formcln , bestreitet iiberhaupt die identische Zusammensetzung der Pectinkorper und
gelingt es ihm nicht, die Metspectinsiiure P r e m y ' s darzustellen.
Endlich folgt die Veroffentlichung der Arbeit F r e m y ' s
iiber dae Reifen der Friichte, welche alle Pectinkorper auf
die einfachste Formel der bletapectinsaure = Ca H5O7 zuriickfuhrt.
R e g n a u l t.
Pectische Saure.
Berecbnet.
Gefundeo.
b.
8.
43,61 - 43,14
43,4-34,4
4,53 - 4,57
4,4- 4,85
0
'
51,86-52,29
Pectin- u. pect.S.
Mulder.
Fromberg.
C"
H7
Gefunden.
Berechnet.
b.
8.
C"
HE
0''
45,47 -45,O
4,955,O
= 49,58-50'0.
F r e m y 1840.
c=
=
Berechnct.
a.
b.
45,2 -46,9
5,O5,5
Gefunden.
43,20 - 42,73 43,5
5,025,04
5,l-5,2
Ogs 51,78 - 52,23
45,l- 45,98
4,8- 5,46
1848.
Berechnet.
Gefunden.
C"
Cs 44,04 43,O-43,9
H'7
H5 4,58
0' 51,38.
4,4-
5,O
E. Reichardt Dio Gruppe der Poctiik6rper.
-
125
Unter b sind die heutigen Berechnungen C 12 angegeben; Fr em y ' 8 Angaben beziehen sich fur 1840 auf die
sammtlichen Pectinkorpern zu Grunde gelegte Formel, 1848
auf die von ihm als einfachste Grundlage bezeichnete Metapectinsiiure.
Seit dieser Zeit sind keinerlei Untersuchungen iiber die
Pectinkorper erechienen mit Ausnahme einiger Angaben iiber
das Vorkommen derselben oder die Darstellung, so von S t ad e
(Annal. Ch. u. Pharm. Bd. 131. 8. 244) in den Runkelriiben, von W i e s s n e r (Sitzungsber. der Wiener Acad. Nov.
1864) desgleichen, bis endlich S c h e i b l e r (8. oben) dem
Vorkommen der Pectinstoffe wiederum in den Zuckerriiben
Aufmerksamkeit zuwendet. Dime Arbeiten bestiitigen meist
die Angaben F r e m y ' s und Anderer uber die Abscheidung
oder das Auftreten der Gallerte gebenden Stoffe, beschiiftigen
sich aber nicht weiter rnit der elementaren Zusammensetzung.
S c h e i b 1e r bewies sodann durch zahlreiche Elementaranalysen , dass die ale Metapectinsaure bezeichnete Substanz
F r e m y '8, genau nach der von Letzterem angegebenen
Weiee bereitet , ein Kohlehydrat sei, rnit Schwefelsaure
Zucker gebend, den er zuerst, noch auf die Pectinkorper
fussend, Pectinose nannte. Die spateren Arbeiten dehnten
sich auf das Arabische Gummi aus, in welchem S c h e i b l e r
dieselbe Substanz nnr nicht yon so Gallerte gebender Eigenschaft fand und nunmehr erhielt dieses K o h 1e h y d r a t die
Bezeichnung A r a b i n , die gallertige Form M e t a r a b i n ,
der daraus darstellbare Zucker A r a b i n o s e oder Gummizucker und diese Untersuchungen stimmen, nach allen Seiten
hin beleuchtet, mit den jetzigen Forderungen der Analyse
uberein.
Arabin, wie Metarabin besitzen iibrigens die den Kohlehydraten sehr oft eigene Beschaffenheit einer schwachen
Saure, ganz wie die friiher dafiir angesprochenen Pectinkorper,
Meine Untersuchungen schlossen sich unmittelbar denjenigen S c h e i b l e r s an, wiihrend aber S c h e i b l e r das
Galled gebende Pflanzenzellgewebe mit Alkalien behandelte,
126
E. Reichardt, Die Gruppe der PectinkGrper.
um der fraglichen Metapectinsaure naher zu kommen, nchtete
ich meine Aufmerksamkeit auf das Verhalten desselben ZellGewebes gegen verdunnte Sauren und hierbei wurde ein
weiteres Kohlehydrat erwiesen , P a r a r a b i n , genau von
derselben Zusammensetzung wie das Arabin, C84H22
OS8,
genau von derselben gallertigen Beschaffenheit, aber unloslich
in Alkali, bei langerer Einwirkung jedoch iibergehend in Arabin und dann auch denselben Zucker, Arabinose, liefernd.
Das Pararabin ist aber mehr indiffcrent, nicht Saure, oder in
weit niederem Grade und besitzt demnach wiederum ganz
dieselben Eigenthumlichkeitcn wie einige der besprochenen
sog. Pectinkorper.
Vergleicht man aber die Arbeiten uber diese von F r e m y
namentlich festgehaltene Gruppe der Gallert gebenden, stickstofffreien Pflanzensubstsnzen, so ist gar nicht zu leugnen,
dass Darstellung und Analgsc eine unendliche Nenge von
Einwiirfen von vorn herein herauf beschworen.
Legt man die von F r e m y ausgesprochene einfachste
Formel der Metapectinsanre C8 H5 0 zu Grunde, so betrigt
der gesammte Unterschied gegeniiber einem Kohlehydrat H8;
gewies kann man nicht annehmen, dass eine solche Reihe
ausgezeickneter Forscher, wie Mu 1d e r , R e g n a u 1t , C h o d n e w , F r o m b e r g und endlich F r e m y nur mit Fehlern in
der Analyse gearbeitet hiitten, aber wohl erlaubt ist der
Einwand, dase alle diese Substanzen gemass der etwae rohen
directan Abscheidung aus Pflanzensaften noch Gemenge gewesen. Aus den Angaben aller dieser Analytiker geht hervor, dass sie selbst Gemenge mit Aepfelsaure u. s. w. zuerst
erhalten und wahrscheinlich noch behalten haben. Denn nur
so'lasst es sich erklaren, wie man zu so verschiedenen Resultaten gelangen konnte.
M u l d e r und F r o m b o r g finden die Formel C ' S H 8 0 1 0 ,
R e g n a u l t C i l H7 0 1 0 , die bedeutende Differenz von CH
lasst sich nur durch die Annahme erklaren, dass hier vollig
andere Substaneen , andere Gemenge vorlsgen , unter denen
F r o m b e r g und M u 1d e r schon mit mehr Kohlehydrat haltenden arbeiteten. R e gn a u l t' s Resultate echliessen sich
E. Reichardt, Die Grnppe der PectinkGrpcr.
127
am Besfen an F r e m y an, welcher friiher (1840) die Formel
C*4H17 Osa feststellte, dann C8 H5 0 7 , aber die Differenzen
in der letzten , gewissermaassen schliessenden Arbeit von
F r e m y bei den analytischen Resultaten sind 80 bedeutend,
dass kein Kritiker sie unbeanstandet lassen wird. Kaum
e i n e gut stimmende Analyse (mit Berechnung der Formel)
ist zii finden und liegt endlich eine solche vor, 80 stimmen
wieder nicht die Salzverbindungen. Ohne die ansprechende
Theorie iiber das Reifen der Fruchte wiirde jeder Sachverstaodige die untersuchten Eorper ale Gemenge verschiedener
Art bezeichnen miissen.
C h o d n e w, dessen Analysen am Besten stimmen, erhielt
nun ganz andere Resultate, die gar nicht mit denen der Vorganger zu vergleichen sind , denn seine Pectinkorper haben
ungleiche Zusammensetzung, die Metapectinsaure bestreitat er
uberhaupt in der Existenz und seine Formeln Bind
fur Pectin = C 8 8 H*l OS4, pectinige Saure Cp8 Ha' 0 2 6
,, Pectineaure C8*HSOOB'J, Ueberpectinsaure CS8H1B087.
Das Pectin von C h o d n e w unterscheidet sich demnach, bei
der hohen Formel, nur durch If3 von einem Eohlehydrat.
P o n m a r i ! d e und F i g u i e r * ) gelangen bei ihren Untersuchungen der Holzfaser zu einer g a 11e r t a r t i g e n Sub
e t a n z d e s H o 1z e 8 , durch Seifensiederlauge demselben
entzogen und durch Salzsaure gefallt, sodann wiederholt in
verdunntem Natron gelost und durch Alkohol gefillt , wieder
in Amrnoniak gelost und mit Essigsaure und Alkohol gefiillt.
(bfetarabin S c h e i bl e r ' 8 ) . Sie gelangen dabei zu einer yon
der Holzfaser wenig abweichenden Zusammensetzung und
finden 43,O-43,9
Proc. C und 6,9-6,3 H, die Formel
C3* H4' O*' verlangt 43,2 o/o C und 6,3 Proc. H. Endlich stellen sie Pectin dar und finden in dem gereinigten,
n o rm a l e n Pectin noch 8 - 9 Proc. Asche, vie1 Eisen haltend,
sie finden dann eine von den Kohlehydraten weuig abweichende Zusammensetzung, weniger H, schieben dies aber auf
-
*) Journ. d. Pharm. 12, 81.
64, 387.
Annal. d. Chem. u. Phann. 1848,
128
E. Reichardt, Die Grnppe der Pectinkijrper.
noch vorhandene Verunreinigungen, namentlich FeS 09, welchee durch H reducirt wurde.
M u 1d e r beschreibt *) eine gallertartige Substanz, bei
Einwirkung der Salpetersaure auf Holzfaser erhalten, und
erhalt d a f ~die Formel C a 4H a t Osl, demnach Kohlehydrat.
F r e m p **) erhalt bei der Einwirkung von 2000 C. auf
Pectin eine P y r o p e o t i u s a u r e von der Zusammensetzung
Ct9 H90 9 .
C h o d n e w bemerkt, dass man namentlich aus unreifen
Stachelbeeren die pectinige Saure leicht nicht rein erhalte
und fand bei solcher
C 4444
44,38
C6 = 4 4 4 4
H 5,80
5,80
H'O6,17
0 49,76
49,82
0 5 =49~9.
Man sieht, diese Mischung liegt dem Kohlehydrat unendlioh nahe.
Will man nicht die Theorie, sondern die Zahlenbelege
der AnaIyse entscheiden lassen, dann miissten unbedingt die
Resultate von C h o d n e w , auf keinen Fall diejenigen von
F r em y festgehalten werden und dennoch bestach die Theorie
des Reifens der Fruchte so sehr, dass man alliiberall in den
Lehrbuchern des Letzteren Anschauung wiedergegeben findet,
kaum der anderen Forscher nur gedacht. Allein, nachdem
2 gallertartige Kohlehydrate wohl erkannt und bestimmt
wurden, ganz analog den Pectinstoffen dargestellt , ferner
erwiesen ist, dass auch die Substanz des arabischen Gummis
derselbe Stoff ist, wie die fruher von F r e m y benannte
M e t a p e c t i n s a u r e , d. h. ubereinstimmt mit der Metarabinsaure Scheibler's , und Pararabin , wie Metarabinsaure und
Arabinsanre denselben Zucker , die Arabinose, liefern , ersteres
indem es vorher in die andere Modification ubergeht, ist man
jedenfalle berechtigt , auszusprechen, dass eine Reihe von
Kohlehydraten hier entdeckt wurde, welche eine schon langst
fuhlbare Liicke ausfullen.
*) AnnaL der Cbem. u. Pharm. 1846. Bd. 60. 8. 334.
**) Arbeit von
1848.
E. Beichardt, Die Grnppe der Pectinkarper.
129
-
Diese Gallert gebenden Kohlehydrate schliessen sich den
Gummiarten an, wie bei der Arabinsaure schon erwiesen,
den schleimigen Stoffen und namentlich den Substanzen der
Algen, Flechten , wie von Agar -Agar gleichfalls erwiesen
wurde*), sie bilden den Uebergang von den in Wasser leicht
loslichen Rohlehydraten zu dem unloslichen Gewebe der PflanZen, der eigentlichen, unverdaulichen Cellulose.
D i e G r u p p e d e r P e c t i n k o r p e r noch j e t z t festz u h a l t e n , i s t w o h l n i c h t m o g l i c h , nachdem gerade
F r em y 's erster und einfachster Pectinstoff, die MetapectinRaure, als Kohlehydrat erkannt wurde, und, wie oben hervorgehoben , iiberhaupt die analytischen Resultate keinesfalls
berechtigen , diese Stoffe in der theoretieoh aufgefassten Zusammensetzung zu beweisen. Nach den eigenen Angaben
aller der Forscher, welche sich dem eingehenderen Studium
der Pectinkorper widmeten, ist es vielmehr glaublich, dass
sie immer noch Gemenge mit etwas sauerstoffreicheren Substanzen vor sich hatten, gleichmassig hier und da zusammengesetzt, weil die Darstellung einen oft miihevollen, gleichmassigen Verlauf nahm. Andererseits ist es eben so leicht
moglich, dass auch schon Umanderungen vorlagen, Oxydationsproducte, wie sie hier gerade bei diesen Stoffen so hiiufig bei
Einwirkung von Alkalien auftreten. Jedoch jet der UnterRchied in der Mischung, gegeniiber dem Kohlehydrat auch so
unbedeutend, dass derselbe einzig und allein in zuriickgehaltener anorganischer Substanz, welche bei der Untersuchung
der Blei - und anderen Verbindungen ubersehen wurde,
liegen kann.
Was nun die Theorie des Reifens der Friichte anbelangt,
die zuerst und so ansprechend von F remy gegeben wurde,
so erleidet dieselbe dadurch, dass gallertgebende Kohlehydrate
an die Stelle der ungewissen Pectinformen treten, wenig
Abbruch und die nur theoretiache Existenz der Pectose u. 8. W.
*) Diwe Zeitschr. Bd. 209. 107.
a. P h m . X. Bda. 8. H e n
Arah.
9
130
A. Oratael, Uebsr Kreoeot und Carboleanre.
war ja von jedem Chemiker in Frage geetellt worden, der
die Zahlenbelege der Analyse erst ale Beweismittel verlangte.
Jena im Juli 1876.
Ueber Ereosot und Carbolslture.
Von A d o l p h Griiteel in Hannover.
Es wurde mir vor einiger Zeit Morson’sches Rreosot 8118
Holztheer, welches in England, seinee angenehmen Geruches
wegen , dem Buchenholztheerkreosot vorgezogen wird , zur
Untersuchung zugesandt, was mich veranlasste, vergleichonde
Reactionen mit dem englischen Kreosot , dem Buchenholztheerkreosot und der Carbolsaure anzustellen.
Zu diesem Verauche wnrden krystallisirte Csrbolsaure,
sehr gereinigtes Buchenholztheerkreosot des Handele , welches zwischen 2000 und 2260 Cels. vollstandig uberdestillirte,
sowie aus der Kaliverbindung des Letzteren, die durch wiederholtes Umkrystallisiren aus Alkohol und Aether gereinigt,
darauf durch fractionirte Destillation ge-onnenes chemisch
reines Guajacol und Kresol, - genommen.
Die Kreosote und Carboleaure wurden in heissem wasser gelost, die Losung erkalten gelassen und filtrirt.
Ee ergab:
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