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Die Mekonsure und ihr Verhalten bei der quantitativen Bestimmung des Morphins im Opium nach der Methode des Deutschen Arzneibuches 5.

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A. Heiduschka u. M. Faul: Mekonsiiure.
482
Die Mekonsaure und ihr Verhalten bei der quantitativen ,Bestimmung des Norphins im Opium
(nach der Uethode des Deutschen Arzneibuches 5).
Von A. H e i d u s c h k a und M. F a u l .
(Eingegangen den 4. X. 1917.)
Die Mekonsaure C,H,O, wurde von S e r t u r n e r fast gleichzeitig mit dem Morphin im 0L)ium entdeckt. Sie ist nach P e r a t o n e r und L e o n a r d i') eine Oxy-Pyron-dicarbonsaure ( = OxyChelidonsaw e ) :
CO2H - C - 0 - C -CO2H
C7H10, =
II
1I
[CH.C O.C-OH
Die Mekonsiiure hat also nach dieser Konstitutionsformel n u r
2 C0,H-Gruppen und ist demnach eine zweibasimhe Saure. Fur
die Annahme dieser Konstitution spricht die Tatsache, daI3 sich
die Mekonsaure den meisten Indikatoren gegeniiber als zweibasische SIure verhlltz), und da13 die nuf gewohnliche Weise dargestellten Salze dieser Skure in der Regel zweibasisch sind3).
Aber a d e r diesen zweibasirchen Salzen vermag die Mekonsaure unter gewissen Urnstanden auch dreibasitche Salze zu bilden4).
Mit dieser Tatenche im Einklang steht die von A. A t t e r b e r gs)
aufgestellte Konstitutionsformel der Mekonsaure : er erklart sie als
ein Derivat des'Burfurans C4H,0, und zwar leitet er sie von letzterem
durch Ersatz von 3 H-Atomen durch 3 C0,H-Gruppen a b :
C,H40, = C,HO(CO,H),.
Die Annahme dieser Konstitutionsformel hat gegeniiber der vorigen
den Vorteil, da13 sie das Verhalten der Mekonsaure beim Erhitzen,
l)
Gaz. chim. ital. 30, I., 539 (1900).
*) A s t r u c, C. r. 130, 1564.
*) H o w , A. 83, 352: (NHJS.C,H20,
+
xH,O; L i e b i g ,
Ann.26, 114: Ag,.C,H20,; A. P e r a t o n e r u n d A . T a m b u r e l 1 o
(Gaz. chim. ital. 33, II., 233-239): C,H,O,Ca
4 H,O; C7Hs07Ba-I3 H.0.
)' L i e b i g , Ann. 26, 114: Aga.C,HO,; Chem. Zentralbl. 1906,
2, S . 9 1 3 ( E d w a r ' d t M a l l i n c k r o d t und E d w . A. D u n l o p ) :
CeNH4CpHOp.2oder 3 HSO; Caa(C7HOI),.6 HIO; Ba,(C,H0&.6 H@.
') Ber. chem. Ges. 13, 879-883.
+
A. H e i d u s c h k a u. M. F a u l : Mekonstiure.
48 3
d i e Abspaltung von CO, und den Uebergang in die zweibasische
Komensiiure
C,H,O( CO,H )z = Furf urandikar bonsaure
er klar t .
Allerdings spricht gegen diese Struktur der Umstand, daB
d a s dritte Wasserstoffatom im Verhaltnis zu den ersten zwei vie1
sohwerer durch Metal1 ersetzt werden kann, daB also kaum eine
dritte C0,H-Gruppe vorhanden sein diirfte, die ja infolge ihres
stark elektr o-negativen Charakter s ausgeapr o chen sauer reagieren
miiBte, sondern daB dies vielmehr das H-Atom der nur schwach
aauer reagierenden OH-Gruppe ist, wie in der ersten Struktmformel zum Ausdruck kommt. Diese Annahme wird noch dadurch
bekraftigt, d a B die Mekonsaure nur gegen die empfindlicbsten
Indikatoren, wie gegen Poirrierblau, dreibasische Reaktion zeigt‘).
Genaurre Studien iiber die Zusammensetzung der mekonsauren Salze wurden bis jetzt noch nicht angestellt, wahrscheinlich
wegen der geringen Bedeutung der Mekonsaure und ihrer Salze in
pharmazeutisch- oder technisch-chemischer Beziehung. Wohl aber
ist einc Klarheit uber diesen Punkt von Wichtigkeit, wenn es sich
u m die Entscheidung der Frage handelt, ob die Mekonsacire die
quantitative Beskimmung des Morphins im Opium beeinflu Bt. Denn
im OpiuIp sind die Alkaloide teilweise a n die Mekonsaure gebunden.
Diese Mekonate gehen auc‘h in den wasserigen Opiumauszug uber
und somit ist die Moglichkeit nicht ausgeschlossen, d a B beim Ausfallen des Morphins auch mekonsaure Salze in den Niederschlag
gelangen. Sind diese Salze nun zweibasisch, so wiire es nach den
.obigen Voraussetzungep moglich, d a B sie infolge des Eauren Charakters drr noch freien OH-Gruppe sauer reagieren; sind sie dagegen
drribasisch, so konnte der Fall eintreten, daB infolge des Vorhandenseins der nur schwaoh Eauren OH’-Gruppe basisch reagierende salzartige Verbindungen entstehen. Eine Folge davon ware, daB ein
mit diesen Salzen verunreinigter Morphinniederschlag bei der nachfolgenden Titraiion mit ‘/l,-N.-Salzsaure einen zu niederen odw
zu hohen Morphingehalt angibt, je nachdem das vorliegende Mekonat
sauer oder alkalisch reagiert.
Auch in der Literatur finden sich Angaben, die auf diese Tatsache hinwcisen: So behaupten E d w a r d t M a 11 i n c k r o d t jr.
u n d E d w a r d t A. D u n l o p e ) , daB sich in einem OpiumA s t r u c , C. r. d. l’Acad. sciences 130, 1563/64.
vgl. hierzu auch
Liebig’e Annalen 6, 82 (R o b i-q u e t).
32’
l)
*) Journ. Americ. Chem. SOC. 27, 946-964;
A. H e i d u s c h k a
484
U.
M. Faul: Mekonsaure..
auszug beim Ausfallen des Morphins mit Ammoniak bei Anwesenheit
von Mekonsaure ein Calcium- Ammonium-Mekonat bildet, das
basisch reagiert und zur Neutralisation etwa
mehr Saure verbrauchi alr; das gesamte Morphin. Auch A. H e i d u s c h k a und
C. K r e u z e r weisen in ihrer Arbeitl) uber die quantitative
Morphinbestimmung im Opium die Moglichkejt nicht von dcr Hand,
d a B durch die Mekonsaure die Morphinbestimmung beeinflulit wird.
Aber genauere Untersuchungen iiber diese R a g e wurden bis jeizt
noch nicht ausgefiihrt.
Deshalb wurde im folgenden versucht, auf systemetischem
Wege das Verhalten der Mekoneaure bei der Morphinbestimmung
nach dem Deutschcn Arzneibuch aufzuklaren.
Zu diesem Zwecke war es notwendig, einige mekoneaure Salze
darzustcllen und zu isolieren, um sodann durch genaue ' Analyse
derselben AufschluB uber ihre Zusammensetzung und Basizitiit zu
er langen .
Da es sich bei der Entscheidung der obigen R a g e um die
Ammonium- und Calciumverbindungm der Mekonsaure handelt,
so wurden die Salze dieser Basen dargestellt, getrocknet und untersucht. Die hierzu verwandte Mekonsaure wurde aus der chemiechen
Fabrik E. M e r c k , Darmstadt, bezogen. Um sie auf ihre Reinheit zu priifen und zu identifizierm, d. h . um festzustellen, ob der
vorliegende Stoff cinheitlich ist und die der Mekonsaurc zugeschriebene Zusammensetzung hat, wurde eine Titration dieser Saure
mit etwa '/l,-N.-Kalilauge bci Cegcnwart von Dimethylamidoazobenzol als Indikator auegefiihrt. Hierbei ergab sich unter Berucksichtigung des zweibasischen Charakters der Saurea) ein Molekulargewichi = 254,8, was mit der in der Literatur aufgestellten Molekularformel der Mekonsiiure C,B,O,. 3 H,O3) iibereinstimmt.
Mit dem auf diese Weise als rein befundenen Awgangsmeterial.
-den
nun die weiteren Untersuchungen vorgenommen.
a) Das Ammoniumsalz der Mekonsaure.
Zur Darstellung dieses Salzes wurden zwei Methoden benutzt :1. Methode : Die Mekonsaure m d e inuberechussigem lO%igen
Ammoniak aufgelost, das Losungsmittel und das uberschussige
') Apoth.-Ztg. 1913, NO.83, S. 836.
2, A s t r u c, C. r. 130, 1564.
J,
L e r o y ? A. ch. (7), 21, 138; P e r a t o n e r , L e o n a r q i , .
Gaz. chim. ital. 30, I., 555.
A. H e i d u s c h k a u. M. Faul: Mekonsiiure.
486
Ammoniak im Vakuum bei 20-30° langaam verdampft'. Es entstand dabei ein weiBer, fein krystallinischer Riickdtand.
2. Methode: Um ein Ammoniumsalz der Mekonsiiure auf
ganz wasserfreiem Wege zu erhalten, wurde nach einer zweiten
yon V a 1e n ti') empfohlenen Darstellungsweise verfahren: Zu einer
gesattigtm Losung der Mekonsiiure in absolutem Alkohol wurde
eine Losung von Ammoniumacetat in dem gleichen Losungsmittel
zugefiigt. Dabei wurde das Ammoniummekonat als weiSer, feinpulveriger Niederschlag erhalten.
Von jedem dieser Salze wurde nun ein Teil bei Zimmertemperatur, ein anderer Teil bei looo im Trockenschrank getrocknet
und jeder Teil auf seine Reaktion, insbesondere gegen Jodeosin
gepriift, weil dieses bei aer Morphinbestimmung in Betracht kommt ;
nebenher wurde auch das Verhalten gegen Dimethylamidoazobenzol
f es tgestellt.
Die Ausfiihrung dieser Untersuchungen geschah in folgend.er
Weise: Ueber die etwa l%igen Losungen der Salze wurde bei
Zimmertemperatur Aether bis zu 1 cm Hohe geschichtet und.
10 Tropfen Jodeosinlosung zugefiigt2): Die Losungen zeigten schwach
gelbliohe Fiirbung und bei Zusatz von einem Tropfen etwa '/loo-N.Kalilauge nahmen sie sofort blaSrote Farbe an. Um das Verhalten
gegen Dimethylamidoazobenzol zu prufen, wurd.en wieder etwa
1 %ige Losungen' der Salze hergestellt und diesen bei Zimmer temperatur je 2 Tropfen Dimethylamidoazobenzol-Losung zugefiigt :
Die Losungen waren schwach gelb gefkbt und bei Zusatz von
einem Tropfen etwa l/l,-N,-Salzs&ure trat augenblicklich ein Farbenumschlag zu Rot ein.
Aus diesen Beobachtungen ergab sich, daI3 die nach beiden
Methoden hergestellten und unter verschiedenen VerhLltnissen getrockneten Salze neutral reagieren (d. h. normale Salze sind).
Die quantitativen Bestimmungen des in diesen Salzen enthaltenen Ammoniaks, ausgefiihrt durch Versetzen der Salzlosungen
mit aufgeschlemmtem MagnesiumoxTd, Abdestillieren des Ammoniaks und Auffangen desselben in etwa I/l0-N.-Salz~ure3)
ergaben
folgende Resultate :
l) Boll. Chim. Farm. 44, 373-380
(1905); durch-Chem. Ztrbl.
1906,,II.,491.
') Deutsches Arzneibuch 6, S. 582.
*) F. P. T r e a d w e 11, Analytische Chemie, Leipzig und Wien,
1911, II., 468.
A. Heiduschka u. M. F a d : Mekonaiiq.
486
Tabelle XII.
Ammoniakgehalt des naeh der 1. Methode dargestellten und bei Zimlqertemperatnr getrockneten Ammoniummekonates.
=
Titra tion
Angeaandte
Salzrrienge
in g
Zur Neutralisa.tion
des NH, verbrauchte
ccin l/l,,-N.-HCl
Somit vorhandene
illenge NH, in
in g
%
~
I
I1
I11
0,2600
0,2506
0,2453
19,75
10,88
19.47
0,0330
0,0338
0,0331
13,M
13,48
13,49
Der daraus sich ergebende Durchschnittsgehalt an NH, betriigt
Hornit 13,47y0.
Tabelle XIII.
Ammoniakgehalt des nach der 1. Methode dargestellten und bei 100’
getrockneten Ammoniummekonates.
Titration
I
11
I11
Angewandte
Salzmenge
in g
Zur Neutralisation
des m, verbrauchte
ccm l/lo-N.-HCl
0,2436
0,2498
0,2518
19,35
19,82
19,94
Somit vorhandene
Menge NH, in
in g
0,0329
0,0337
0,0339
%.
13,5V
13,48
13,48
Der daraus sich ergebende Durchschnittsgehalt an NH, betrtigt
somit 13,49%.
Tabelle XIV.
Ammoniakgehalt des naeh der 2. Methode dargestellten und bei Zimmertemperatur getrockneten Ammoniummekonates.
Titration
Angewandte
Salzmenge
in g
Zur Neutralisation
des NH, verbrauchte
ccIn l/lo-N.-HCl
0,2425
0,2163
19,24
20,70
18,47
I
I11
Somit vorhandene
*, in %
in g
0,0327
0,0352
0,0314
14,64
14,51
14,60
Der daraus sich ergebende Durchschnittsgehalt an NH, b e t r e k
somit 14,52y0.
A. H e i d u s c h k a u. M. F a u l : MekonsLiure.
487
Tabelle XI'.
Ammoniakgehdt des nach der 2. Methode dargestellten und bei 1000
getrockneten Ammoniummekonates.
Titration
I
Angewendte
Zur Neutralisation
Salzmenge dcs NH, verbrauchte
ccm l/,,,-N.-HCl
in g
0,2189
18,77
I1
I11
Somit vorhandene
Menge NH, in
in g
0.0319
0,0317
0,0326
%
14.56
14.57
14.56
Der daraus sich ergebende Durchschnittsgehalt an NH, betriigt
somit 14,56%.
Berechnen wir nun, mit Riicksicht auf die zweifache Bashitiit
der Mekonsiiure, aus diesen erhaltenen Mittelwerten die Mengen
Salz, die 2 g Molekulen Ammoniak ( = 34,068 g NH,) entsprechen,
80 erhalten wir folgende Resultate:
2 Mol. NH, entsprechen 252,s g des nach der ersten Methode
dargestellten und bei Zunmertbm eratur getrockneten Sakes,
2 Mol. NHs entsprechen 2&,57 g des nach der ersten Methode
daTmtellten und bei 100" getrockneten Sakes,
2 Mol. NH, ents rechen 234,70 g des nach der zweiten Methode
dargestellten und bei $mmerternperatur getrockneten Sakes,
2 Mol. NHs entsprechen 234,Ol g des nach der zweiten Methode
dargestellten und bei looo getrockneten Sahes.
Auf Grund dieser Ergebnisse und der oben angefiihrten Molekularformel der Mekonsiiure C,H,O, (ohne die 3HzO) mussen die nach
beiden Methoden gewonnenen Salze a15 zweibasisch betrachtet
werden, und zwar muB dem nach der ersten Methode dargestellten
die Molekularformel (NH,),C,H,O,. H,O (Molekulargewicht 252,12),
dem nach V a 1 e n t i dargestellten die pormel (NH4),C,Hz0,
(Molekulargewicht 234,lO) zugesprochen werden. Das erste Salz
hat 1 H,O, das zweite kein Krystallwasser').
Ein UnterFchied in der Zueammensetzung zwischen dem bei
Zimmertemperatur und dem bei 100° getrockneten Salze konnte,
wie obige Werte zeigen, nicht 'konstatiert werden.
b) Das Calcinmsalz der Mekonsaure.
Das Salz wurde dargestellt durch Versetzen einer w&sserigen
Ammoniummekonatlosung und einer etwa 5 %igen Calciumchloridlosung. Der dadurch entstandene gelblich-weifk Niederschlag wurde
abfiltriert, mit Wasser nachgewaschen und analysiert :
Vgl. hierzu die in der Literatur aufgestellte Formel fur das
Ammoniummekonat: (NH,)&,HsO,
xH,O (H o w, A. 83, 352).
+
A. Heiduscthka u. M. F a u l : Mekonsiiure.
488
Um zu priifen, ob das vorliegende Salz reines Calciumsale,
nicht etwa ein Calciumarnmoniumsalz sei, wurde es zuerst in der
iiblichen Weise auf Ammoniak untersucht.
Die Untersuchung
verlief negativ.
Sodann wurde ein Teil des Salzes im Vakuum bei Zimmertempcratur getrocknet und das darin ent haltene Ca;lcium durch
Veraschen und Gliihen einer abgewogenen Substanzmenge im Platintiegel in Calciumoxyd iibergefiihrt und gewogen. Hierbei wurden
folgende Resultab erhalten :
Tabelle XVI.
&gewandte
Substanzrnenge
in g
Versuch
Gewicht
des CaO
in g
0,4625
I11
0,4583
0,1256
0,1079
I
/I
0,4681
0,4177
0,4729
1
Ca-Gehaa
in
0,0780
0,0898
0,0771
16,87
1687
16,82
I
Somit Ca- Gehalt
in g
Ca - Gehalt
in %
0,1023
0,0818
0,0731
0,1167
0,0827
17,48
17,50
17,49
in g
I'
111
Der daraus
sich ergebende
Ca - Gehalt
in g
0,1144
1
A. H e i d u s c h k a u. .M. P a u l : Mekonsiiure.
480
Einem Grammatom Calcium ( = 40,07g) entsprechen demnach 229,lO g Salz. Das normale Calciumsalz der Mekonsaure von
der. Formel C,F,O,Ca hat ein Molekulargewicht =238,08; vergleichen wir diese Zahl mit dem fiir das vorliegende Salz durch die
obige Bestimmung ermittelten Wert, so finden wir, dal3 die Differens
der beiden Zahlen gerade 8,98 = %-Molekul H,O betr&gt. Demnach
ist das bei l l O o getrocknete Salz als Calciummekonat von der Formel
C,H,O,Ca aufzufassen; bei dem 2 Molekule Salz 1 H,O abgespalten
haben. Es kommt ihm also die Molekularformel C14H,01,Ca, zu.
Da bereits diese orientierenden Versuche zeigten, da13 das
Calciummekonat in verdunntem Ammoniak schwer loslicb ist, so
war es von Interesse, die Loslichkeit dieses Salzes in ammoniakalischem Wassrr zu bestimmen, um so mehr, als dieses Salz fiir die
spatere gravimetrisohe Bestimmung der Mekonsaure in Betracht
kam. Die Ausfiihrung dieser Loslichkeitsbestimmung geschah in
f olgender Weise :
Ueberschiissiges Calciummekonat wurde mit '/,,-N.-Ammoniak
fiinf Stunden lang unter bisweiligem Umschutteln im Thermostaten
bei 18O stehen gelassen, hierauf der ungeloste Teil abfiltriert und
800 ccm des Filtrates mit Ammoniumoxalat versetzt, das ausgefallte Calciumoxalat abfiltriert, geqliiht und als Calciumoxyd zur
Wagung gebracht'). Die dabei ermittelten Werte sind in folgender
Tabelle zusammengestellt :
Tabello XVIII.
2
8
$
Gefundrnc
Cad
in g
Die dem CaO
Anzahl der Liter,
In 1 1 Losung
entsprechendc
in denen 1 Mol.
sind enthalten
Menge
= 238,OS g
Calciummekonat Cnlciuiiimekonat
Calciummekonat
C,H,O ,Cn
in g
gelost sind
in g'
2448,6
2443,6
2443,6
2445,0
Daran anschlieBend wurde auch das Verhalten des Salzer;
gegen Dimethylamidoazobenzol und Jodeosin2) gepriift .
Dabei zeigte die wiisserige Losung des Salzes gegeh diese
Indigatoren neutrale Reaktion.
l)
F. P. T r e a d w 0 11, Analyt. Chemie, Leipaig und Wiem
1911, II., 61.
a)
Methode wie beim Ammoniumsalz, &he S. 484 u. 485.
A. Heiduechka u. M. F e u l : Mekodure.
490
c ) Quantitative Bestimmung des Calciums im ammoniakalischen
Opiumauszug.
Nach Ermittelung der Zueammensetzung des Calciummekormtea
war es fiir die Klarung der R a g e iiber das Verhalten der MekonsLiure bei der Morphinbestimmung im Opium fernerhin notig, sich
tiber die Mengenverhaltnisse des Calciums und der Mekoneaure,
wie sie in dem erhaltenen Opiumauszuge in Betracht kommen, zu
orientieren. Es wurde daher zunachst das Calcium im ammoniakalischen Opiumauszuge auf folgende Weise quantitativ bestimmt :
15 g Opium wurden mit 135 g Wasser angeriihrt, eine Stunde
lang unter hiiufigem Umschutteln stehen gelassen, &nn filtriert
und zu 90 ccm des Filtrates (entsprechend 10 g Opium) die nach
dem Deutschen Arzneibuch berechneten 4,3 ccm Normalammoniak
zugefugt und sofort wieder filtriert. Sodann wurde in 80 ccm des
erhaltenen Filtrates (entsprechend 8,48g Opium) das darin enthaltene Calcium durch Zufugen von Ammoniak und Ammoniumoxalat') gefallt, cier Niederechlag abfiltriert, gegluht und gewogen.
Dabei wurden folgende Werte gefunden :
Tabelle XIX.
Versuch
1
Gewogenes G O
in
0,0188
0,0185
0,0187
Soinit 6-Gehalt
0,0134
0,0132
0,0134
0,158
0156
0,158
Der daraus sich ergebende Mittelwert betriigt demmch O,1570j,
Calcium.
d) Aschenanalyse des Opiums.
Um festzustellen, welcher Teil des im Opium enthaltenen
Calciums nicht in den ammoniakalischen Auezug ubergeht, muBte
auch das Opium selbst auf seinen Glciumgehalt gepruft werdenZu diesem Zwecke wurde Opiumpulver verascht und in der Awhe
diese Bestimmung auegefiihrt. Da es von Interesse war, auch iiber
die sonstigen Bestandteile der Opiumaeche sich zu informieren, s o
wurde bei dieser Gelegenheit die Asche auch auf die anderen in
ihr errthaltenen Stoffe, qualitativ und quantitativ untersuchta).
l)
1911.
Nach F. P. T r e a d w e 11, Analyt. Chemie, Lhipzig u. Wien
II., 61.
') Die dabei angewandten Methoden siehe F. P. T r e a d w e 11,
Analyt. Chemie, Leipzig mid Wien. I. und 11.
Versuch
I
I1
111
Ca
,
'
0,187
0,187
0,184
I 1,019
1
1,017
1,018
I
Mg
Fe
0,074
0,073
0,071
0,051
0,051
0,053
I
I
I
I 1
SiO, usw.
(unl&lich)
"4
1,100
1,101
1,097
0,467
0,468
0,467
I
0,750
0,749
0,755
e ) Quantitative Bestimmung der Mekonsaure
im ammoniakalischen Opiumauszug.
Nach der Bestimmung des Calciums war das n b h s t e , sich
einen Einblick in das Mengenverhlltnis der im ammoniakalischen
Opiumauezuge vorkommenden Mekoneiiure zu verechaffen.
In der Literatur finden wir Angaben uber die Gewinnung der
Mekonsaurez), iiber den qualitativen Nachweis dereelbens), aber nur
eine einzige Methode ziti quantiiativen Bestimmung dieser Sjiure,
nLmlich das in jiingster Zeit von P. v a n d e r W i e 1e n4) ausgearbeitete kolor imetr ische Verfahren :
Danach wird die Mekonelure aus ihrer Losung mit Goukwds
Extrakts) auegeflllt und auf Grund der mit Eisenchlorid auftretenden, fiir die Mekoneaure chqakteristischen Rotfiirbung unter
Anwendung einer Vergleichslosung quantitativ bestimmt.
l) Vgl. dam auch Chem. Zentralbl. 1879, S. 285 (Aschenanalyse
einer Opiumsorte von C. H. I. W a r d e n ) und ebenda 1891, Bd. 2,
S . 310 (A 1 f r e d D o h m e, Die chemische Beschaffenheit des 0piume)G r e g o r y , A. 24, 43; H o w , A. 83, 352.
D u p r 6, J. 1875, 907; L. Va 1 e n t i, Boll. Chim. Farm. 44,
373- 380 (1905).
') Pharm. Journ. 1913, 4. Reihe, Bd. 37, S. 114-116.
1' Baskhes Bleiacetat.
A. H e i d u s c h k a u.
192
M-.Fa u l : Mekons6ure.
Da aber diese Methode, wie iiberhaupt die kolorimetrischen
Bestimmungen, keine volle Garantie ftir Gnauigkeit bieten konnte,
zumal aus dcm Opiumauszug diese Siiure niemals ohne Verlust
ganz rein isoliert werden kann, und jede Verunreinigung den Faxbent o n beeintrachtigt und damit den Vergleich erschwert, wurde versucht, auf gewichteanalyiischem Wege den Mekoneauregehglt der
Losung, aus der das Morphin ausgefallt wird, zu bestimmen.
Der beste Weg erechien uns dabei, die Mekonriiure als Calciumsalz abzuirennen. Das Calciumsalz gehort zu den whwerloslichen
Salzen der Mekonsiiure, wie aus unseren Loslichkeitsbestimmungen
dieses Salzes hervorgeht.
Die im folgenden dargelegte Methode beruht also auf der
Fiillung der Mekonsiiure mic Calciumchlorid als Calciummekonat
und Wagung des durch G l ~ e erhaltenen
n
Calciumo2yd.s:
15 g Opium werden mit 135 g Wasser angertihrt, eine Stunde
lang unter ,haufigem Umschiitteln stehen gclassen, dann filtriert
und zu 90 ccm des Filtrates (entsprechend 10 g Opium) die nach
dem Deutschen Arzneibuch berechneten 4,3ccm Ncrmalammoniak
zugefiigt und sofort nochmals filtriwt. Sodann wurden 80 ocm des
erhaltenen Filtrates (entsprechend 8,48 g Opium) noch mit 10 ccm
Normalammoniak versetzt und dazu 10 ccm einer etwa 8%igen
Calciumchloridlosung gegeben. Der dadurch entstandene Nieder schlag wurde abfiltriert, verbrannt, gegliiht und gewogen. Dabei
wurde folgender Calciumgehalt ermittelt :
Tabelle XXI.
Versuch
1
'1
1
I11
Gewogenes CaO
in
0,1418
0,1412
0,1416
I
I
Mithin Ca-Gehalt
in g
z:: I)
0,1011
0,1012
Unter d.er Annahme nun, daB dieses ausgefAllte und durch
Wagung ermittelte Calcium nur in der Form seines mekonsauren
Sakes vorbg, lie13 sich &us diesem 'Durchschnittswert ein Mekonsauregehalt von 0,5057g berechnen'). Ziehen wir dabei noch die
Menge Mekonsiiure in Betmcht, die nach Tabelle No. XVIIIa) in
l) Fur das Molekulargewicht der Mekonsiiure wurde 200 angenommen, d. h. die 3 Mol. Waeeer, mit denen sie krystallisiert. wurden
nicht berucksichtigt.
Siehe .S.489.
A. Heidusch ka u. M. F a d : Mekonsaure.
495
dem vorliegcnden Fliissigkeitsvolumen von 100 ccm als Calciummekonat noch gelost blieb, so erhoht sich das gefundcne Reeultat
auf 0,5139 g oder in Prozenien auegedriickt = 6,06% (bezogen auf
Opium 1
Um noch festzustellen, d. h. ob der Niedexchlag das geramte
darin enihaltene Calcium wirklich nur in Form des Mekonatee
enthielt und nicht etwa noch andere Calciumdze, wurde derselbe
noch niiher untersucht. Zu dem Zwecke wurde der auf obige Weise
erzeugte NiederEchlag zuerst mit U'asser, dann mit Alkohol und
Aether gehorig nachgewaechen und bei l l Q oim "rockcncchrank
getrocknet ; ein Teil desselben wurde im Platintiegel abgewogen,
verbrannt, gegliiht und das zuriickgebliebene Calciumoxyd wieder
gewogen. Dabei wurden folgende Resultate erzielt :
Tabelle XXII.
Gewicht des
I
0,4427
0,4233
0,4326
I1
I11
Gewicht des CaO
I
1
0,1081
6,1023
0,1043
0,0773
0,0731
0,0745
I
17,40
17,28
1733.
f ) Ueber die Sdzbildung der Mekonsaure im Opiumanszug.
Die bicher angestellten Untereuchungen zeiglen, daB Eich in
dem ammoniakalimhen Opiumauszug von 10 g Opium durchechnittlich 0,0157 g Calcium') und 0,606 g3) Mekonsiiure befinden.
l)
Siehe S. 488.
*)
Siehe S. 491.
Siehe oben.
l)
A. Heiduschka. u. M. Paul: Mekonsaure.
494
Es ergibt sich daraus, daB die vorhandene Menge Calcium nicht
hinreichend ist, um mit der vorhandenen Menge Mekonsiiure ein
neutrales Ca1c;ummekonat zu bilden.
Diese Untersuchungen gaben gleichzeitig die Grundlage fiir
weitere Versuche zur B-antwortung folgender Fragen :
Welches Salz bildet die Mekonsaure mit dem im
Auszug vorkommenden Calcium ?
Bleibt dieses Salz bei der Morphinbestimmung nach
dem Dautachen Arzneibuch im Auszug gelost, oder fallt
es mit dem Morphin aus!
Zu dem Zwecke wurde in einem Kolbchen eine Losung hergestellt, die 0,1141 g Ammoniak, 0,0063 g Calcium
in Form von
'
Calciumchlorid und 0,24 g Mekonsaure enthielt.
Es sind dies die Mengen, die den in den vorigen Kapiteln
ermittelten Rgsultaten der quantitativen Bestimmung dieser Stoffe
entsprechen und gleichzeitig die Konzentrationsverhiiltnisse des
Deutschen Arzneibuches 5 (entsprechend 4 g Opium).
Diese Losung wurde nach der Vorschrift des Deutschen Arzneibuches 5 behandelt. Es konnte die Bildung von Krystallen nicht
bemerkt werden; selbst nach 2 tiigigem Stehen konnte kein Niederachlag wahrgenommen werden, die Losung blieb vollstiindig klar.
Gleichzeiiig wurde auch aus Opiumpulver genau nach Vorachrift der Morphinbestimmungsme thode des Deutschen Arzneibuches 5 daq Morphin isoliert und mittels Eisenchlorid auf Mekonaaure gepriiful). Aber auch hier lieB aich keine Mekonsaure nachweisen.
Aus dieser Tatsaohe ergeben sich zwei wichtige Folgcrungen :
1. die Mekonsaure kommt nicht in Form des einfachen, oben
beschriebenen Calciummekonates im Opiumauszug vor ;
2. die Mekonsgure beeinfluei die Morphinbestimmung nach
dem Deutschen Arzneibuch 5 nicht.
Daran anschlieBend wurde noch folgender Versuch angestellt :
Um zu erfahren, ob sich vielleicht in diesem Mengenverhaltnis
von Calcium und Mekonsaure das bereits von E d w a r d t M a 1 l i n c k r o d t jr. und E d w a r d t A. D u n l o p 2 ) erwahnte Calciumanlmoniummekonat, CaNtI,C,HO, f 2 H,O bilden kann, wurde
eine etwa, 5 %ige wiisserige Losung von Ammoniummekonat (also
l)
s.
Nach B a u m e r t, Lehrbuch der gerichtlichen Chemie 1907,
383.
¶)
Journ. Americ. Chem. SOC.27, 946-964.
1 A.LHeidusch k a
u. M. F a u l : Mekonsaure.
405
wesentlich konzentrierter als nach der Vorschrift des Deutschen
Arzneibuches) mit der berechneten Menge Calciumchlorid versetzt.
Das dabei ausfallende Salz wurde bei 95O getrocknet und auf folgende
Weise analysiert :
Zuerst wurde das Calcium bestimmt; die Resultate waren
f olgende :
Tabelle XXIII.
Mitliin
Ca- Gzhalt
in g
in g
0,0167
0,0153
0,0149
0,1113
0.0208
13,79
I3,83
Der daraus sich ergebende Mittelwert beiragt 13,82y0 Calcium.
Dann wurde der A~moniakgehalt des Salzesl) bestimmt ;
dabei wurde erhalten:
Tabolle XXIV
Angem.andtG Zur Neutralisation
der NHB
ccm l/,o-N.-HCl
ing
I
II
1
1
I1
I
I11
handene
0,1224
0,1327
0,1112
II
1
I
4,12
4,47
3,76
1I
0,0070
0,0076
0,0064
5,74
5,76
5,75
Daraus ergibt sich ein Mittelwert von 5,75% NH;
\ Vergleichen wir die gefundenen Mittelwerte 13,82% Ca,
5,75y0 NH, mit dem Calcium- und Ammoniakgehalt des von E d w a r d t M a l l i n c k r o d t jr. und E d w a r d t D u n l o p erwiihnten Calciumammoniummekonates (13,763% Ca, 5,847 "/o. NH,),
so finden wir, dal3 das erhaltene Salz seiner Zusammensetzung nach
mit dem von den obigen analysierten Salz identisch ist.
Die Loslichkeitsbestimmung dieses Salzes in I/lo-N-Ammoniak
bei Zimmertemperatur, durchgefirhrt wie beim Calciummekonat2),
lieferte folgende Resultate :
1)
xach T r e a d w e I 1. Leipzig und Wien 191 1, Bd. 2, S. 468.
') Siehe S . 489.
A. H e i d u s c h k a u. M. F a u l : Mekonsiiure.
496
Tibelle XXV.
Anzahl der
I n 500ccm Die diesem CaO
Liter in
I n 1 1 sind
d. Filtrates
entsprechende
entha lten
denen 1 Mof
wurden geSalzmenge
funden CaO CaNH,C?HO,. 2H,O C&EX,C?HO,. 2 H z 0 ( = 291,14 g)
des Salzes
in g
in g
In g
gelost ist
5
$
I
11
/(1I
111
0,1230
0,1232
0,1231
0,6387
0,6396
0,6391
'i
1
Mittel
1,2774
1,2792
1,2782
1,2783
I
1
227,9
227,6
227,s
227,8
Zuletzt wurde noch die Reaktion dieses Salzes gegen Dimethylamidoazobenzol und Jodeosin geprhft'). Dabei ergab sich,
daB das Salz gegen Dimethylamidoazobenzol neutral reagierte ;
gegen Jodeosin dagegen zeigte es alkalkche Reaktion, ein Umstand, auf den, wie €chon erwahnla), bereits E d w a r d t M a 1 l i n c k r o d t jr. und E d w a r d t A. D u n l o p aufmerkeam
machten.
g) SchluBlolgerung fur die Bestimmung nach dew
Deutschen Arzneibnch 6.
Aus diesen Untersuchungen ergibt eich fiir die Arzneibuchmethode, daB nach dieser Methode durch die MekonPaure die
Morphinbestimmung nicht beeinfluljt wird ; denn die Mckonsaure
bleibt, wie oben3) gezeigt wurde, bei den dort auftretendcn Konzentraiionsverhiiltnissen in Losuny. Allerdings ist es von besonderer
Wichtigkeit, die Losung, aug der das Morphin ausgefallt wird, nach
der Krystauisation moglichst quantitativ von dem auegefallten
Morphin zu entfernen (eine Forderung, die, wcnn die Methode richtig
ausgefiihrt wird, sich wirklich erfullt), weil eonst beim nachfolgenden
Trocknen die noch etwa vorhandene Mekonfgure in Form des
Calciumammoniummekonates auskrystallisiert , das, wie oben gezcigt
wurde, gegen Jodeosin basiech reagiert, so deB die nachherige
Titration einen hoheren Gehalt a n Morphin angibt, als tatciichlich
vorhanden ist.
Wii r z b u r g
l)
im Oktober 1917.
Durchgefiihrt wie beim m o n i u m m e k o n a t , siebe S. 484 u. 486.
a) Siehe S. 483.
a) Siehe S. 494.
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