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Die technische Beurtheilung der Weinflschungen auf Grund des Nahrungsmittel-Gesetzes.

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544
P.Fiobag, Burctto rnitZinnfassi1ng.- Techn.Bourthei1.d.Wcinf~schungon.
-
Burette mit Zinnfassung.
Von P. Fie b a g in Leschnitz.
a
C
d
,
Bci den Biirettcn sind die G l a s h i h c leicht
zcrbrechlich , die Quetschhiihnc wegcn dem hihifigen
Ersatz dcs Gummi mipraktisch, wcshalb ich mir
nach meiner Idec cine Burette combinirt habe, die
weniger zcrbrechlich und fiir den meisten Gcbrauch
geeignet ist. Ich kann dieselbe als praktisch empfehlcn.
Die Combination ist folgcndc :
Das ausgexogenc Endc dcs niiretten - Glasrohres
crhiilt an seinem Endc einen kleincn Glasring
angeblasen, auf wclchen ein in zwci zcrlcgbare,
aber gut aneinander schlicssende Thcitc und mit
cinem Gcwindc auf seiner Ausseuscite versehencr Zinnriug aufgelcgt wird, an den man ein
mit einem Hahthn vcrsehenes Ausflussstiick,
gleichfalls ails Zinn , aufschraubt. Zur vollstiindigen Dichte kann auch cin Gummiring eingelcgt werden.
In nebenstehendcr Skizzc ist:
a) Die Biirettc,
b) der angcblasene Ring,
c) die zwei mit Gewinden vcrschcnen Theile
des Zinnringes,
cl) Ausflussstiick im Lbgsschnitt.
J e kiirzer die ausgezogene Spitze der Biirette
i s t , um so mehr wird die Gefahr cines Abbrechcns
ausgeschlossen und das Ausflussstfick muss mijglichst leicht uncl gefdlig hergestellt sein.
_.
B. Monatsbericht.
Die technlscbe Bewrtheilung der WeinftIlschungcn auf
Grund des Xahrungsmitt.el- Gesetzes.
TJer ,,Reichsanzoiger thcilt hieriiber Folgendes mit :
'I
,, Bei der cheniischon Cntcrsuchung der Nahrungs - und Gcnussmittcl
1st vielfach als ein Uebolstand ompfundcn norden, dass die einzclneii Chc-
Tcchnische Beurtheilung der Weinfalscliuigon etc.
,5-l>
miker sich verschicdenor , zu abweichendcn Ergebnisscn fiihrcndor Untcrsuchungsincthodcn fur oinen und donsclbon Gegenstand bediencn und bci
ilircn gotachtlichen Aeusserungen die Eigenschaften der Untcrsuchungsobjccte nicht immer nach uboreinstinimenden, untcreinander verglcichbarcn
Kriterien bezeichcn. Dieser Uobelstand hat sich namentlich bei dcr technischcn Beurthoilung der Wcinfdschungon auf Grund des Nahrungsmittclgesotzes in hohem Grade goltend gemacht. Es erschien daher angezeigt, auf
eine Verstindigung der Woinchemikcr hinzuwirkon. Zu diesem Zwccko ist
oine Bnzahl hervorragender Fachmanner (Dr. fIofmann -Berlin, Dr. Fresonius - Wiesbadon, Dr. Sell - Berlin, Dr. Hilger - Erlangon , I)r. Kayser - Niirnberg, Dr. Fleck -Dresden, Dr. Kessler-Karlsruhe, 1)r. Keichardt- Jona, Dr. Wcigelt-Rufach) in der Zeit vom 16. bis 21. April d. J. im Kaiserlichen
Gcsundheitsamte unter dem Vorsitze des Directors dieser Behorde zusammengotreten. Dicsclbcn haben sich zunichst fur don Erlass der nachstohenden : Instruction iiber das Erhcbon, Aufbeivahrcn und Kinsendon yon
Wcin bchufs Untcrsuchung durch den Sachverstandigon" ausgesprochen :
1) \'on joder Probe ist mindestens 1 Flasche
1) moglichst vollgefiillt,
zu crhoben.
2) Dic zu vorirondondcn Flaschcn und Eorko mussen durchaus rein soin;
am gceignetsten sind neue Flaschcn und Korke. Kruge oder undurchsichtige Flaschon , in wolclicn das Vorhandonsch yon Unroinigkeiten nicht
orkannt werden kann, sind nicht zu venvenden.
3) Jede Flasche ist mit eincm anzuklebendon (nicht anzubindendon) Zetto1 zu vorsehcn, auf wclchcni dcr Rctreff und dio Ordnungszahl des bcizulegenden Vcrzeichnisses der Proben angegebcn sind.
4) Dio Proben sind, uni jcder Vcr2ndcixng dersclbon, welche unter
Cmstanden in kurzcr Zeit eintretcn kann , vorzubeugen , sobald als moglich
in das cheniische Laboratorium zu schicken. Werden sie aus besonderen
Griinden einigo Zeit an einem andcren Ort aufbcwahrt, so sind die Flaschon
in einon Keller zu bringcn und stcts liegcnd aufzubewahren.
5 ) Werden Woine in einem Geschiift entnommen, in melchem eine Vorfalschung stakefunden haben SOU, so ist auch eine Flasche von demjenigon
Wassor zu crhcben, welches muthmaasslich zum Verfiilschcn der U'cino
verwendet worden ist.
6) Es ist in vielen Fdlcn nothwondig, dass zugleich mit dem Wcin auch
dio Actcn dcr Voruntersuchung dcm Cherniker cingesandt wcrdcn.
W a s sodann die W o i n u n t o r s u c h u n g sclbst bctrifi, so lautcn die
Bcschliisse der Commission wie folgt:
A. Analytische Nethoden.
S p c c i f i s c h e s G e w i c h t. Bei der Restimmung desselbon ist das Pyknometer odor oine mittclst des Pyknometers controlirte Westphal'scho Waage
anzuwcnden. Temperatu 15" C.
W e i n g e i s t . Der Weingeistgehalt wird in 50-100 C. C. Wein durch
die Dcstillationsmcthode bcstimmt. Die Wcingeistmengen sind in dcr Wcisc
anzugobcn, dass gcsagt wird: in 100 C.C. Wein bei 1 5 O C. sind n g Weingeist cnthalten. Zur Bcrcchnung dicncn dic Tabellcn von Baumhauer oder
von IIehner. (Auch die Mengen aller sonstigcn Woinbestandthcilc werdcn
in der Wcise angegoben, dass gesagt wird: in 100 C. C. Wein bei 15" C. sind
n g onthalten.)
E x t r a c t . Zur Bcstimmung dessclben merdcn 50 C.C. Wein, bei 150 C.
gcmcsson, in Platinschalen (von 85 mm. Durchmosscr, 20 mm. IIohe und
75 C. C. Inhalt, Geaicht ca. 20 g.) im Wasserbadc eingodanipft und der Riickstand 2'/, Stundcu im Wassertrockenschranke orhitzt. Von zuckerroichcn
Wcinen, (d. h. Weinen, wclcho uber 0.5 g. Zucker in 100 C.C. cnthaltcn) , ist cine gcringerc Nenge nach entsprechondor Vcrdiinnung zu nolmcn,
80 dass 1,0 bis hochstcns 1,5 Extract z u r Wigung gclangen.
5.16
Teclinisclic 13curtlicilung der Weinfdschungcn ctc.
G l y c e r i n . 100 C. C. Wcin (Siissweine, siehc unten) werdcn durch Verdampfen auf dem Wasscrbade i n einer goi%umigon, nicht flachen Porzellanschalc bis auf ca. 10 C. C. gebracht, o t m s Quaresand und Kalkmilch bis zur
stalk allkalischcn Reaction zugcsetzt und bis fast zur Trocknc cingedampft.
h n Hiickstand bchandclt man unter stetem Zcrreibon mit 50 C. C. Woingcist
\-on !I6 Vol. -€'roc,
kocht ihn daniit untcr Urnriihren auf dern Wasserbade
m f , giesst diw Losung durch cin Filter ab und crschopft das Unloslicho
durch Hehandeln mit klcinen Mcngen desselben erliitzton Weingoistcs, wozu
in der Rogel 50 bis 150 C.C. ausreichen, so dass das Gosammtfitrat 100 bis
200 C. C. bctragt. Den wcingcistigcn Auszng vcrdunstct man im Wasserhado bis zur zihflussigen Consistonz. (Das Abdostilliren der Hauptmongc!
dcs Weingeistes ist nicht ausgeschlossen.) Der Ruckstand wird mit 10 C.C.
nbsolutem Weingeist aufgenomnicn in eincin verschliessbaren Gcdss mit
1R C.C. dcchcr vormischt bis zur Klarung stehon gelassen und die klar abgagossene event. filtrirte Fliissigkeit in cinem leichten, mit Glasstopfen verschliossbaren Wagcgllschcn vorsichtig cingedampft , bis der Hiickstand nicht
mehr leicht fliosst, morauf man noch eine Stunde im Wassertrockonschranko
trocknet. Nach dcm Erkaltcn wird gew'ogen.
Bei Siissweincn (iiber 5 g. Zuckcr in 100 C.C. Wein) setzt man zu
50 C. C. in cinern geraumigcn Kolben otaas Sand und eino hinreichcndo
Nenge pulverig - gcloschtcn Kalkes und erwiirmt unter Umschiitteln auf dam
Wasserbade. Kach dem Erkaltcn werdcn 100 C. C. Weingeist von 96 Vol. Proc. zugefugt , der sich bildcude Nicderschlag absetzen gelassen, letzterer
yon dcr Flussigkeit durch Filtration gctrennt und mit Weingeist von dcrselban Stdrko nachgenaschen. Den Weingcist dcs Filtrats verdampft man
und behandelt den Hiickstand nach dcm obcn beschriebenen Verfahron.
F r o i o S i i u r o n (Gcsammtmenge dcr sauer rcagironden Bestandthoilo dcs
Wcincs). Diese sind mit einer cntsprechcnd verdiinnten Normallaugo (mindcstcns
n'ormallauge) in 10 his 20 C. C. Mein zu bcstimmen. Bei Anweridung von >/,,, Korniallauge sind mindestcns 10 C. C. Woin , boi
Norinallauge 20 C. C. zu reraendon. Es ist die Tiipfelmethodo niit ornpfindlichem
Rcagenspapier zur Feststellung des Iioutralisationspunktes zu cmpfehlen.
Erhcblichere Nengen von Kohlensaure in1 Wcin sind vorher durch Schiitteln
zu cntfernen.
Dio ,,freien Sluren I' sind als Weinstoinsauro (Cl H6 06) zu berechnen
und anzugeben.
F1ii c h t i g e 5 ii 11 r c n. Dieselben sind durch Destillation im Wasserdampfstrom und nicht indirect zu bcstimmcn und als Essigsauro (C*H(OP)
anzugebon.
Die Mengo der ,,nichtfliichtigcn Siiuren' findet man, indeni man dio der
Essigsiiurc iiquivalento Mengo Wcinsteinsiiure von dcm fur die ,!freien Siiuron ii gefundenon, als Weiustcinsiuro berechneton Wcrth abzieht.
W o i n s t o i n u n d f r o i e W o i n s t e i n s l u r e . a) Qualitative Priifung
auf frcic Wcinsteinsiiuro: Man versotzt zur I'rifung eines Weines auf freie
WeinsteinsLuro 20 - 30 C. C. IVcin mit gofilltem und dann feingoriobenem
Weinstein, schiittolt wiedorholt, filtriit nach eiuer Stunde a b , setzt zu1' klarcn Losun 2 - 3 Tropfcn einer 2Oprocentigen Liisung von Kaliumacotat und
liisst die kussigkeit 12 Stundon stehen. Das Schiitteln und Stohenlassen
muss bci miiglichst gloichbleibendor Tomperatur stattlindon. Bildet sich
wihrend diescr Zeit ein irgend erheblicher Nicdcrschlag, so ist freie n'einstcinsiure zugogen und untcr Umstinden die quantitative Bestimmung dioser und des Meinsteins nothig.
b) Quantitativo Bestimmung des Woinstoins und der freien Veinstoinsiuro : In 2 verschliessbaren G e f ~ s e nwerden je 20 C. C. Wein mit 200 C. C.
Bother - Alkohol (gloichc Volumina) gemischtl, nachdeni der einon Probe
I! 'hopfen einer 20procentigon Losung van Kaliumacetat (ontsprechond etwa
0,2 g. Wcinsteinsiure) zupesetzt waren. Die Mischungen werdon stark
gcschiittolt und d a m 16- 18 Stunden bei niodriger Temperatur (zwischen 0
.
Txhnischc Bcurthcilung dcr Weinfdschungen ctc.
6 17
his 10" C.) stchcn gelassen, die Kiedersclilago abfiltrirt, rnit Aethor -Alkohol
ausgewaschcn und titrirt. Es ist zwcckmlissig, die Ausschcidung durch Zusntx von Quarzsand zu fordcrn. (Dio Losung von Kaliumacetat muss neutral
odcr saucr sein. Dor Zusatz ciner zu grossen Menge von Kaliumacctat kann
vcrursachcn, dass sich moniger Weinstein abscheidot.)
Der Sicherheit wegen ist zu prufen, ob nicht in dem Filtrat von der
Gesammtweinsteinsaure -Bestimmung durch Zusatz wcitcrer zwei Tropfen
Kaliumacetats von Keuem ein Ir'icderschlag entstoht.
In bosondorcri Fallen cmpfichlt cs sich, zur Controle die folgendo von
Ncssler und Barth angegcbcne Uothode anzuwenden:
,,50 C. C. Wcin wcrden zur Consistenz oines diinnen Syrups eingedampft
(zweckmiissig untcr Zusatz von Quarzsand) , der Ruckstand in einen Kolben
gebracht , mit jcwoils geringen Mcngen Weingcist von 96 Vol. - Proc. und
nothigenfaus mit Hiilfo cines Platinspatels sorgfdtig Alles aus der Schalo in
den Kolhen nachgespiilt und untor Umschiittcln weitor Weingeist hinzugofiigt, bis dio gcsammtc zugesetztc Wcingcistmenge 100 C. C. betragt. Nan
Iiisst verkorkt etwa 4 Stundon an einom kaltcn 0 r t stohon, fitrirt dann ab,
spiilt don Niederschlng und wiisclit das Filter init Weingeist von 96 Vol. Proc. aus; das Filter giebt, man in den Kolben rnit dem zum Theil flockigklebrigen, zum Theil krystnllinischen Ir'iederschlag zuriick, versctzt rnit etwa
50 C. C. warmen Wassers, titrirt nach dcm Erkalten die wlsscrige Lasung
des Wcingeistnicdcrschlags und bcrochnct die Aciditkt als Weinstein. Das
Resultat fallt ctwns zu lioch aus , wenn ziihklumpigo , sich ausscheidcndo
Poktinkorper mechanisch geriiigc Mcngen gelostcr freicr Siiure einschliessen.
I m weingcistigen Filtrat wird dcr Alkohol verdampft, 0,s C.C., ciner
20lirocentigen. rnit Essigslure bis zur deutlich saurcn Keaction angcsiucrten
f i s u n g von Kaliumacetat zugesotzt und dadurch in wasscriger Fliissigkeit
die Weinstcinbildung ails der im Weinc vorhandencn frcien Weinsteinsaurc
erleichtert. Das Ganze wird nun, wie der crste Eindampfriickstand, unter
Verwcndung von (Quarzsand und) Wcingoist von 96 Vol. Roc. zum n'achspulen sorgfiltig in cincn KoIbcn gebracht, die Wcingcistmenge zu 100 C. C.
crglnzt, gut umgoschuttelt, rcrkorkt etma 4 Stundon kalt stchon gelasson,
a'ofdtrirt, ausgcwaschen , der Niederschlag in warmom Wasser gclost, titrirt
und fur 1 Aequivalcnt Alkali 2 Aequivalentc WcinsteinsHure in Rechnung
gebracht.
Diese Xethodc zur Bestimmung der freien Weinsteinsiurc hat vor der
ersteren den Vorzug, dass sic froi von allen Mangcln einor Diffcrenzbestiminung ist.
Die Gcgenwart erhcblicher Yengen von Sulfaten bceintrachtigt den Werth
dcr Methoden.
A e p f o l s a u r c , B c r n s t e i n s i i u r e , C i t r o n o n s L u r e . Mothodcn zur
Trcnnung und quantitativen Bcstimmung dcr Aepfclsaure, Bernsteinshrc und
Citronensiurc konnen zur Zeit nicht empfohlen werden.
S a l i c y 1s a u r c. Zum xachwcisc dcrselben sind 100 C. C. Wein wioderholt rnit Chloroform ausauschuttcln , das Chloroform ist zu verdunstcn
und die wiissrige Liisung dcs Verdampfungsriickstandes mit stark vcrdiinntor Eisenchloridlijsung zu priifen. Zum Zwcck der anniihernd quantitativcn Bestininiung gcniigt es, den beim V c r d u s t e n des Chloroforms vcrbloibcnden Kickstand, der nochnials aus Chloroform umzukrystallisiron ist , z u
wiigen.
G e r b s t of f. Falls cine quantitative Bcstimmung des Gorbstoffcs (event.
des Gerb - und Farbstoffes) orforderlich erscheint, ist dio Neubauer'scho
Chamaleonmcthode anzuwendcn.
In dcr Rogol genugt folgondc Art der Beurtheilung des Gerbstoffgohaltes: In 10 C. C. Wcin werdcn, wenn nijthig, rnit titrirtcr Alkaliflussigkeit
dio freien Siiuron bis auf 0,s g. in 100 C. C. abgcstumpft. Sodann fugt man
1 C. C. einer 40 VUigen Natriumacetat - und zulctzt tropfcnwcisc: unter Vcrrneidung cines Ueberschusscs 10 u/oige Eisenchloridlijsung hinzu. 1 Tropfen
-
548
Technische Beurthcilung dcr Veinfalschungon otc.
dcr Eisenchloridlosung goniigt zur Ausfallung von jo 0,05 Proc. Gorbstoff.
(Jungc Wcine wordcn durch wiederholtes onergisohcs Schiitteln von dor
absorbirten Kohlonsiiuro befreit.)
F a r b s t o f f e . Rothweine sind stets auf Theerfarbstoffo zu priifen.
Schliisse auf die Anwesenheit andcrer fremdor Farbstoffe aus dcr Farbo yon
Xederschligcn und andcren Parbcnrcactioncn sind nur ausnahmsivciso als
sichcr zu betrachtcn.
Zur Ermittelung dcr Theerfarbstoffe ist das Ausschiittoln von 100 C. C.
Wcin niit dethor vor und nach den1 [Jebersattigen mit Ammoniak zu empfehlcn. I)io iitherischen Ausschiittelungen sind getrcnnt zu priifen.
Z u c l i c r . Dcr Zucker ist nach Zusatz von Natriumcarbonat nach dor
Fchling’schcn Ycthode untcr Rcnutzung getrenutor Losungen und boi zuckerrcichen Weincn (d. h. Weincn, dic iiber 0,s g. Zucker in 100 C. C. enthalten)
unter Beriicksichtigung dcr von Soxhlet bez. Allihn angegebenen Modificationen zu bcstimmcn und als Traubenzuckor zu berochen. Stark gofarbtc
Weine sind bei niederem Zuckergehalt rnit gereinigter Thiorkohle, bei hohom
Zuckergehalt niit Bloiessig zu cntfiibcn und d m mit Natriumcarbonat zu
vorsetzen.
Deutet dio Polarisation auf Vorhandensein von Rohrzucker hin (vcrgl.
unter: Polarisation), so ist dcr Zucker nach dor Inversion der Losung (Erliitzon rnit Salzsiiure) in der angcfiihrten Weiso nochnids zu bestimmcn.
Aus d r r Differonz ist der Rohrzuckcr zu berechncn.
P o l a r i s a t i o n . 1) Boi Weissweinen: 60 C. C. Wcin merden in eincm
Maasscylinder rnit 3 C C . Rleiessig versetzt und der Xedcrschlag abfiltiirt.
Zu 30 C.C. des Filtratcs setzt man l,5 C.C. einer gesgttigten Losung von
Natriumcarbonat , fitrirt nochmals und polarisirt das Filtrat. Man erhiilt
lliordurch cine Vcrdiknung von 10 : 11, die Beriiclisichtigung findon muss.
2) Rei Rothwcinen: 60 C. C. Wein merden mit 6 C. C. Bleiossig versetzt
und zu 30 C.C. des Filtrates 3 C. C. der geslttigtcn Natriumcarbonatlosung
gegcben, nochmals filtrirt und plarisirt. Man e r h d t hicrdurch eine Verdiinnung von 5 : 6.
Die obigon Verhdtnisse (bci Weiss- und Rothmincn) sind so gewahlt,
dass das letzte Filtrat ausrcicht , um die 220 mm. lange Rohre des Wild’schen Polaiistrobometers, deren Capacitiit ca. 28 C. C. botragt, zu fiillen.
An Stclle des Blciessigs kiinnon auch moglichst kleine Mongen von
gereinigtor Thierliohlo verwondot werden. In diesein Falle ist ein Zusatz von
Natriumcarbonat nicht erforderlich, auch wird das Volumen dos Weines nicht
vcriindert.
Boobachtet man bei der Polarisation einor Schicht des unverdunntcn
Weines von 220 mm. Lange eine st5rkcro Rechtsdrehung als 0,3O Wild, so
wird folgendes Verfahren nothwendig :
210 C.C. des Weines wcrden in einor Porzollanschale unter Zusatz von
cinigon Tropfen einer 20proccntigen Kaliumacetatlosung auf dem Wasserbade
zum d h o n Syrup eingedampft. Zu dem Riickstande sotzt man unter hcstindigem Umriihren nach und nach 200 C. C. Woingeist von 90 Vol. Proc.
Die woingeistige Losung w i r d , menri vollstindig gekliirt, in einen Eolbon
abgcgosson oder filtrirt und dcr Weingeist bis auf ungefihr 5 C.C. abdestilLirt odcr abgedampft.
Don Riickstand vcrsotzt man mit otwa 15C.C. Wasser und etwas in
Wassor aufgeschwemmter Thierkohle , fitrirt i n einon kleinen graduirton
Cylindor und wiischt so lange mit Wasser nach, bis das Filtrat 30 C.C.
betrlgt.
Zcigt dasselbe bei dcr Polarisation jetzt eine Drohung von mehr als
0,50 Wild, so enthdt der Woiri dio unvorgahrbaren Stoffe des kauflichen
Kartoffolzuckers (Am lin).
Wurdo bei der &Sung auf Zuckor rnit Fehling’scher Lasung mehr als
0,3 g. Zucker in 100 C.C. gofunden, so kann die urspriinglich durch Amylin
hervorgcbrachte Rechtsdrehung durch don linksdrehonden Zucker vcrmindort
-
+
Tcchnische Beurtheilung dor Woinfdschungen etc.
549
worden sein: obi e Alkoholfillung ist in diesem Fall auch dann vorznnehinen. wcnn die Ecchtsdrohung cringor ist als 0,:P Wild. Dcr Zucker ist
aber vorher durch Zusatz reineraefe zum Vergihron zu bringen.
Boi sehr erheblichem Gehalt an (Fehling'scho Ldsung) reducirendcm
Zuckor und verhdtnissmhsig goringor Linksdrehung kann die Vermindcrung
der Linksdrohung durch Rohrzucker oder Dextrine oder durch Amylin horvorgerufen sein. Zum Nachweis des eisteren wird dcr Wein durch Erhitzen
mit Salzsaure (auf 50 C.C. Woin 5 C. C. verdiinnte Salzsaure vom spocifischen Gewichte 1,lO) invertirt und nochmals polarisirt. Eat die Linksdrohung zugonommen, so ist das Vorhandensein von Rohrzucker nachgewiesen. Die Anwcsenhoit dor Dextrinc findet nian, wie boi Abschnitt:
"Gummi" angogeben. Bei Gcgenvart von Rohrzucker ist dem Weine moglichst rcine, ausgewaschene Hefe zuzusotzen und nach becndeter Gihrung
zu polarisiron. Die Schlussfolgerungen sind dann diesolben wie bei zuckerarmen Weinen.
Zur Polarisation sind nur grosse, genaue Apparate zu benutzcn.
Die Drehung ist nach Landolt (Zoitsch. f. analyt. Chemie 7, 9) auf
Wild'sche Grado umzurechnen:
1 0 Wild
= 4,60430 Soleil,
lo Soleil = 0;217180° Wild,
10 Wild = 2,89005~
Ventzke,
1"Vcntzko= 0,346015" Wild.
Gunimi (arabisches). Zur Ermittelung cines ctwaigen Zusatzes vou
Gummi versetzt man 4 C.C. Wein mit 10 C. C. Woingeist von 96 Vol. - I'ioc.
13ei Anwosenheit von Gummi wird dic Jlischung milchig triibo und kliirt
sich nach vielen Stunden. Dcr entstchende Nioderschlag haftet Zuni Thoil
an don Wandungen des Glascs und bildet fcste Kliimpchen. In echteni
Weine entstchen nach kurzer Zeit Flocken, w-clche sich bald absetzcn und
ziemlich lockcr blciben. Zur niiheren I'riifung empfiehlt es sich, don Wein
zur Syrupdicko einzudampfon, mit Weingeist von obiger Stiirke auszuziehcn,
und den unlijslichcn Thcil in Wasser zu lijsen. Man versctzt dime Losung
mit ctwas Salzsaure (vom specifischen Gawicht l , l O ) , erhitzt unter Drucli
zwei Stunden lang und bostimmt d a m don Reductionsworth mit Feh1ing'schcr Losung unter Berechnung auf Dextrose. Bei echton Weinen erhiilt
man auf dime Weisc koine irgend erhcblicho Reduction. (Dextrinc wurden
auf dicselbe Wcisc zu ernlitteln soin.)
Mannit. Da man in einigen Fallen das Vorkommen von Xannit im
Woine beobachtet hat, so ist beim Auftroton vou spicssformigen Krystallcn
im Extract und Glycerin auf Mannit Rucksicht zu nohmen.
S t i c k s t o f f . Bei der Bestimmung des Stickstoffs ist die XatronkalkMcthodo anzuwenden.
hiinoralstoffe. Zur Bostimmung doiselbon werdon 50 C.C. Wcin
angowandt. Findet oine unvollstiindige Verbrennung statt, so wird dio Kolilo
mit otwas Wasser ausgelaugt und fiir sich verbrannt. Die Losung dampft
man in der gleichen Schale ein und gliht dio Gcsammtnienge der Asclie
schwach.
C h l o r b e s t i m m u n g . Dcr Wein wird mit Natriuiiicarbonat iiberslttigt,
eingedanipft, der Ruckstand schwach gegluht und mit Wasser orschopft. I n
dieser Liisung ist das Chlor titrimctrisch nach Volhard oder auch gcwichtsanalytisch zu bcstimnion.
Weine, dorcn Aschc durch einfaches Gliihen nicht weiss wird, enthalten
in der Hegel orhcblicho Mengen von Chlor (Kochsalz).
S c h w e f e l s a u r e . Diese ist im Woin direct mit Barjumchlorid zu
bestimmen. Die quantitative Bestimmung der Schaefelsaurc ist nur d a m
auszufuhren , wenn die qualitativo Priifung auf ein Vorhandensein anormalor
Mengen dersolben schliessen Iiisst. (Be! schleimigcn oder stark triibon Weiuen ist die vorhcrige .KlPung init spanischor Erdc zu empfolilen).
550
Technische Beurtheilung der Woinfiilschungen etc.
Kommt es in eineni bcsondcrcn Fallo darauf an zu untersuchen, ob
frcio Schwefelsiiuro oder Kaliumbisultat vorhanden , so muss dcr Beweis
gcliefert werden, dass mohr Schwefelsiiure zugegen ist, als simmtlicho Uasen
zur Hildung neutraler Salze crfordorn.
Ph o s p h o r s a 11re. Boi Weinen niit nicht doutlich alkalisch roagirendor
Ascho ist die Rsstimrnung in dcr Weise auszufuhrcn, dass dor Wcin init
Natiiumcarbonat und Kalimnnitrat cingcdanipft, der Riickstand schwach
gegluht und mit rerdiinnter Salpctersiiuro aufgcnonimcn wird; alsdann ist
dio Molybdiinmethodo anzuwenden. Ileagirt die Asche erhcblich alkalisch, so
kauu dio salpetersauro Liisung dcrsclbcn unmittclbar zur Phosphorsiiurebestininiung vcrwcudet merdon.
Die iibrigon Mineralstoflo des 'Xcincs (auch e7,. Thonerde) sind in der
Asche bcz. dcm Vorkohlungsriickstande nach bekannten Mothoden zu bestimmcn.
S c h w c f l i g c S a u r e . Es wcrden 100 C.C. Wein in1 Kohlcnsaurcstrome nach Zusatz ron Phosphorsaure abdestillirt. Zur Aufnahnio dcs ncstillates werden 5 C. C. Normal-Jodl6sung vorgelogt. Nachdcm das crste
Drittel a b d e s t i W ist, wird das Dostillat, welchcs noch Ueberschuss YOU
freiem Jod onthalten muss, mit Salzsaure angesauert, orwlrmt und mit Raryumchlorid versatzt.
Berschnitt von Traubonwcin und Obstwein. Der chcrnische Nacliweis
des Verschnittes von Traubenwein und Obstwein ist nach den bis jetzt vorliogcnden Erfahrungcn nur ausnahmsweise mit Sicherheit zu fuhren. Namentlich sind allc auf einzelno Reaktionen sich stiitxeiiden Nethodcn, Obstwcin vom Traubenwoin zu untorscheiden, truglich ; auch kann nicht iniincr
aus dor Anwescnheit geringcr Mengen dersclben mit Gowissheit gcschlossen
wordon, dass ein Wein kcin Traubcnwein sei.
Bei der Darstellung von Kunstwein, bcziehungsweise als Zusatz zu Xost
odcr Wein werdon orfahrungsgemiiss uoben Wasser zuweilen folgcnde Substamen verwendot : Woiugeist (dirokt odcr in Form gcspriteter Weinc), Rohrzucker , StSirkczucker und zuckerreicho Stolfo (Ronig) , Glycerin , Weinstcin,
Weinsteinsiiurc , andcro Pflanzensiuron und solche cntlialtendo Stoffe, Salicylsiiure , Mineralstoflo, arabischcs Gunimi, Gorbsiiurc und gerbstoffhaltige
Matorialien (z. €3. Kino, Katechu), frcmde Farbstotro, Aothcrarteu und
Aromata.
Die Bestimmung, bczm. der Kachweis der meiston dieser Substanzen
ist oben boroits angegoben worden, mit Ausnahme cler Aromata und
Lotherarten , Cur welcho Methoden vorlaufig noch nicht empfohlen werden
kijnncn.
Speciell sind hior noch folgonde Substanzen zu erwahnen, welche zur
Vermehrung des Zuckers , Extraktes und der freien Siuren Vcrwondung
finden: Dorrobst, Tamarinden, Johannisbrod, Datteln, Foigen.
B. Anhaltspunkte fiir die Beurthellung der Weine.
I. a) Priifungen und Bcstimmungen, welchc zum Zwock der Beurthoilung dcs TVoines in der Regol auszufkhrcii sind: Extract, Weingeist, Glyccrin, Zucker, freie Sluren uborhaupt, freie Weinsteinsiwo, qualitativ, Schwofelslwc, Gesammtmenge dor Mineralbestmdthoile, Polarisation , h m m i , bei
Rothwcinen fremde Farbstoffe.
b) Priifungon und Bestimniungen , welche aussordcrn untor bosondoren
Verhdtnissen auszufuhrcn sind: Specifischcs Gewicht, fluchtigc Siiuren, Wcinstein und freie Weinstoinsaure. quantitativ, Rernsteinsliure, Acpfclsiiure. Citroncnsiiure, Salicyls#ure, schwcfligc Siiure, Gcrbstoff, Mannit, einzelne Mineralbcstaiidficilc, Sticlistoff.
Technische Rcurtheilung der Weinfiilschungen otc.
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Dio Commission hiilt os fur wunschenswerth, bei der Mitthoilung der in
der Ragel auszufiihrenden Bestimniungen obige (sub a angefulirte) Rcihenfolge bcizubohalten.
11. Die Commission kann cs nicht als ihre Aufeabe betrachtcn. cine
hnleitung zur Beurtheitung der Weine zu geben, glianbt aber auf Grund
ihrer Erfahrungon auf folgcnde Punkte aufmerksani machen zu sollen.
Wcine, welche lediglich aus reincm Traubcnsafte boreitct sind, enthalten
nur in seltencn Fallen Extractmongen, welche unter 1 ?5 g. in 100 C. C. liegen. Konimon somit extractiirmcre Wcine vor, so sind sie zu beanstandon , falls nicht nachgewiescn werden kann , dass Katurwcinc dorselbcn
Lage und desselben Jahrganges mit so nicderen Estractmengcn vorkommen.
Nach Abzug der nichtfliichtigon Siiuren betrlgt der Extractrcst bei
Naturweinen nach den bis jctzt vorliegenden Erfahrungen mindcstcns
1,l g. in 100 C.C., nach Abzug der ,,freicn Siuren" mindestens 1,O g. Weino,
welcho geringero Extractreste zcigen, sind zu beanstanden, falls nicht
nachgowieson werden kann, dass Naturwoinc dersclben Lago und dosselben
Jahrganges so goringe Extractresto enthalten.
Ein Woin, der erheblich mchr als 10% dor Extractmonge an Mineralstoffen ergiobt, muss entsprechend mchr Extract enthalten, wie sonst a h
Uinimalgchalt angonommen mird. Bei Xaturweinon kommt schr hiufig ein
anniherndes Verhaltniss von 1 Gewichtstheil Yineralstoffo auf 10 Gcwichtstheilo Extract vor. Ein crheblichos Abweichcn yon diescm Verhiiltnisn
berechtigt aber noch nicht zur Annahme, dass dor Wcin gcfiilscht sei.
Die Monge der freicn Veinsteinsaure betrigt nach dcn bisherigcn
Erfahrungen in Naturweinen nicht mchr als I/,, der gesammten nichtfliichtigen Sbiuren."
Das Verhiiltniss zwischen V e i n eist und Glycerin kann bei Naturwoinen schwanken zwischen 100 Gowic%tstheilen Weingeist zu 7 Gewichtstheilen Glycerin und 100 Gewichtstheilcn Weingeist zu 14 Gewichtstheilon Glycerin. Bei Weinen, welche ein andores Glycerinvcrhaltniss zeigen, ist auf
Zusatz von Weingeist, beziehungswcise Glycerin, zu schliessen.
Da bei dor Kellerbohandlung zuweilcn kloinc Mengcn von Woingoist
(hochstens 1 Vo1.-Proc.) in dcn Wein gelangon konnon, so ist bei der Beurtheilung der Weine hierauf Riicksicht zu nehmcn.
Bei Beurtheilung von Sussweinen sind diese Vcrhiltnissc nicht inimcr
maassgebond.
Fiir die einzelnen Mineralstoffe sind allgemoin giiltigc Grcnzmerthe nicht
anzunehmen. Die Annahme, dass bessero Wcinsorton stcts mchr Phosphorsiiuro enthalton sollen als geringcro, ist unbegriindct.
Woine, welche wcniger als 0,14 g. Xineralstoffc in 100 C.C. enthalton,
sind zu boanstanden, wenn nicht nachgewieseo worden kann, dass h'aturweine dersolben Lago und desselben Jahrganges, die gleicher Behandlung
untmworfen waren, mit so geringen Mcngen von Xinerdstoffen vorkommon.
Weine, welche mchr als 0,050/,, Kochsale in 100 C.C. enthalten, sind zu
beanstanden.
Weine, welchc mohr a1s 0,092 g. Schwefelsiiure (SOS), ontsprechcnd
0,20 g. Kaliumsulfat (KZSOQ) in 100 C.C. enthalten, sind als solche zu
bezeichnon, welche durch Vorwendung von Gips oder auf andero Weise zu
reich an Schwcfclsiiure goworden sind.
Durch verschiedene Einfliisse konnen Weinc schleimig (zlh , weich),
schwarz, braun, triihe oder bitter werden; sie konnen auch sonst Farbe, Gcschinack und Geruch wesentlich iindern; auch kann der Farstoff dcr Rothweine sich in fester Form abscheiden, ohne dass allo diese Erscheinungcn an und fur sich bercchtigten, die Weine deslbalb als unccht zu
bezeichnen.
Wenn in einem Wcino wiihrend des Sommers eine starke Gliliruig auftritt, so gcstattet dies noch iiicht die Annahnie, dass cin Zusatz von Zuckcr
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Bucherschau.
oder zuclierreicheii Substanzen , z. R. Honig u. a. stattgefundon habc, dcnn
die erste Giihrung kann durch verschicdcne 1Jmstiindc vcrhindert oder dcm
Weiu kann nachtrlglich cin zuckerreichcr Wein beigcmischt worden scin.
C.
Bucherschau.
Von dor Gaea licgcn das 4- 6. Heft vor. ])as crstere beginnt init eiiier
dbhandlune von Dr. 8. K l e i n . iiber die unecwohnlichc Iichtencheinunlr
am Morgcn- und Abcndhimmcl im Hcrbst Grid Winter 1883, iiber diz
bcrcits ini 2. Heft Prof. Dr. 1,orsclieid berichtot hatte. I n dcrselben erortert
Vorfasser dic abwcichenden Ansichten iibcr clieses grossartige Phinomeu
der oberon Atmosphjrc und dessen Bcziehungen zu dcm Vulkanausbruchc
in dcr Sundastrasse. Darauf folgt der Schluss dcs Aufsatzcs iiber den Ursprung der atmosphirischcn Electricitit von Jordan, sowie des Bcitrags
zum "Thema" Sonncdecken und Regenmengcn von v. d. Groben. Seitc 220
bis 236 enthaltcn chon Vortrag von W. Forstor iiber Orts - und Univcrsalzcit
vom Gesichtspunlit der Tclcgraphie und einen dergl. im Auszuge iibcr Pcriodicitiit der Thalbildung von Dr. Pcnk. Forncr findcn wir eine Abhaudlung
von Dr. Goldi iiber leuchtcnde Seethiere. Von den nicdrigst organisirtcn
Gruppen ausgehend, fiihrt uns derselbc in anregender Wcisc zunachst cine
Reihe von Repriiscntanten der versckedenen Gattungcn aus dcn verschicdcnsten Zoncn ror, spricht dann iiber den Vorgang und das Wcsen des
Leuchtens , iiber Ursachcn und muthmaasslichcn Zweck dessclben. Heft 5
bringt neben Fortsotzugen vorschicduner in don vorhergchendcn Burunicrn
enthaltonen Arbeiteu eine niikroskopischc und chernischc Untcrsuchung \-on
ouf Java gesammcltcn Krakatau -Axhe n, dereu Entstohung er auf cine Zerstiiubung der noch gluthflussigon Lavamassen durch Gasc und Darnpfc
zuriickfulut
Den Schluss des Heftes bildet cin Auszug aus dem chcmischcn CentralMatt ,Die Dcsinfection mittelst Chlor und Brom betreEeend", der in Hcft 6
fortgesetzt und bccndot wird. Das Resultat vielfacher uud cingchendcr Vcrsuche in1 Kleineu und Grosscn geht dahiu, dass dor Desinfcctionseffoct bci
bcidcn ziemlich gleich, dass eine ausrcichcudc Wirkuog auf die im lufttrockiicn Zusta-%.debefindlichon widerstandsfahigeren Mikroorganisnien (z. B. Milzhrandsporn etc.): nur bci oiner gewisscn Concentration, Zeitdauer und namcutlich einor mit Feuchtigkcit gesattigten Atmosphiirc zu erziclen, dass eine
Desinfection mit Hrorn theurcr und einc starkere Bcscldidigung der Bogrenzungsflachen und Gegenstiinde (Kleider, Tapeten ctc.) z u r Folgo. I m 6. Hefte
findct sich untcr der Ucberschrift ,.dcr goldonc Chersoncs" eine die Einleitung
bildcnde Abhandlung zu doin glcichnamigen Werkc der Verfasscrin, Isabelle
Bird, das in England als einc wcrthvolle Rercicherung der geographischcn
Litcratur vie1 E'reunde und auch in seiuer dcutschen Uebersotzung einc guto
Aufnahme gefunden hat. Weiter findcn wir in deniselben einc libhandlung
von Dr. Hellmann iiber die Beobachtungen, dio or im Siidcn Spaniens
beziiglich der Dauer und des physischen Verlaufs der astronomischcn Diimnierung gemacht hat. Untcr dcr Vcborschrift ,,Luftballon und Zoologic ' sucht
Dr. W.Brcitcnbach unscre kunstlichcn Rcwegu~gsmasclLncnmit don Ciundformcn der Thiere in Rezieliung zu bringcn. Den Schluss bildcn, wio bei
nllcn IIeftcn, kurzc Kotizen iiber ~iaturwissenschaftlichc Beobachtungen.
Dr. Bertram.
H a l l e a. S., Buclidruckerei des Waisenhauses.
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