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Landesgruppe Nordbaden. 3. Sitzung am 6. 2. 1952 im Bunte-Saal der Technischen Hochschule Karlsruhe

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Mitkilungtn
33
N e u a n m e 1d 11n g e n :
Vollmitglicder :
1. Apotheker Willy Etzbach, Greven, Germania-Apotheke,
2. Apothekerin d e Lorenzi, Recklinghausen, Gluckauf-Apothelre, Konig-Ludwig-Str.,
3. Kaufmann Hans Lange, Essen-Ruhr, Hageda, Kerclrhoffstr.,
4. Apotheker Dr. Herinaim Thiemann, Liinen/Westf., Lange Str. 26,
5. Apothelter Eugen Thiemann, Do1tniuntl-Herne, Germania-Apotheke,
6. Apotheker Emil Uberfeld, Mar/Westf , Elisabeth-Apotheke,
7 . Apotheker Wilhelm Winltelmann, Bochum, Bergmannsheil-Apotheke,
8. Hans-Gunther Krause, Dortmund-Wirkede, Eichwald-Apotheke, Hellweg 78,
9. Herbert Schulze-Wischeler, Dortmund, Hafen-Apotheke,
10. Frau I d l y Streich, Brambauer, Clucliauf-Apotheke,
11. Erwin Biensfeldt, Dortmund, Viktoriil-Apotlieke,
12. Wilhelm Augustin, Dortmund, Apotlieke am Haokliinderplatz,
13. Hanny Bleul, Dortmund-Derne, Germania-Apotheke,
14.Frau Cerda Nadolny, Dortmund, Westfalen-Apotlieke,
15. Frau Melitta Dorsch, Dortmund-Brackel, Ciluckauf-Apotheke,
1 6 . H. K. Ingerfeld, Dortmund, Hirsch-Apothelre,
17. Apotheker G g . H. Kriimpelmann, Qelsenkirchen, Bulmkerstr. 117,
18. Frau Apotheker H. Balve, Gelsenkirchen-Buer-Scholven, Johannstr. 14, EngelApotheke,
19. Dr. Herb. W. Fischer, Dortmund, Arnewestr. 46.
*
Apotheker Reinhold Haarmann, l)ortmund, Kronen-Apothelre, Hohe Str. 12, ist
verstorhen, sein Sohn G e r h a r d H a a r m a n n h a t die Mitgliedschaft des Vaters iibernomm en.
*
Apotheker IZlem e n s D r o s t e , Solingen, Dorper-Apotheke, gehort jetzt der Rheinischen Gruppe IC6h an.
W . Kern
Landesgruppe Nordbaden
3. Sitzung am 6. 2. 1952 im Bunte-Saal der Technischen Hochschule Karlsruhe
Nach Begriihng der Gaste und Mitteilung des Vorstandsbeschlusses, einen Beirat ans Wissenschaft, Industrie und Praxis zu bilden, erteilt der Vorsitzende, Dr.
Luckenbach, Prof. Dr. Achelis das Wort.
Herr Prof. Dr. Achelis leitete sein Referat iiber
,,Herzglykoside iind ihre Priifung"
mit einem geschiclitlichen Uberblick ein und bezeichnete die Digitalisglykoside als
deren markanteste Vertreter. Erstmals in der Geschichte der Pharmakologie wird
Fingerhut als Herzmittel genannt durcli den englischen Arzt Withering zu Ende
des 18. Jahrhunderts. Vor dieser Zeit bezeichnete man die Krankheitsbilder, die
die Medizin heute eindeutig als Herziusuffizienzerscheinungen erkennt, wie z. 13.
Anasarke, Aszites, Hydrothorax, Hydrocephalus usw. als die eigentlichen Leiden.
Nach dem letalen Ausgang dieser Krankheiten beschriinkte man sich bei der Sektion darauf, festzustellen wieviel Wasser man gefunden hatte. Man kannte Digitalis
purpurea infolgedessen als D i u r e t i k u n i , und als Kriteriuin seiner Wirliung und
Heilkraft wurde das nach der Anwendung abgegangene Wasser gemessen.
33
Mittcilungen
Dann hat eine exaktcre Klinik Digitalis a19 S e d a t i v u m bezeichnet, das von
1)esonderer Bedeutung sei in der Anwendung bei Herzklopfen und zur Beruhiguiig
der Atmung.
.Jahrzehiitelange ],liarmnkologisclie Ex1ierimrmte hsben die Digitalis-Glykoside
in ilirer eigentlichen Wirlturig erltannt : sie greifcn am Herzniuskel a n ; die Erschlaffung setzt pronipter ein, und die 1Icmaktion wird verl)essert.
Digitalis war also zuerst als Diureticurn, dann als Sedativum und spater als
C'ardiacum indiziert.
Wrnn man II un die vor noch iiicht allzu langer Zeit gemarhto Entdeckung einnicht immer einc organische Krankheit darIiezieht, dall Herzmusl<elsc~li~digung
stellt, somderm auch als Folgeersclieiriungeri einer durcligemaditcn lnfelrtion (Diphtherie, Gelenkrheuma oder Foltalininfektioiien), bei der durch lange Zeit anhaltendes Fieber eine erholite IIerztitiglreit bedingt war, auftreten kann, so liarin man
eiiie Herzinsuffizienz als Folge eincr niangelnden Versorguiig des arlieitenden
Muskels I)ezeirhnen.
IXgitalis beeinflufit aher nirht allein den Herzmuskel, es greift auch an den
herznahen GefaWen an : es wirkt zugleicli beruhigend auf die Herznerven und
bessert die Nierentatigkeit. 1)ahei wird nicht nur der Wasserhaushalt, sondern auch
das Blut vcrandert, indem das Plasma verinehrt und die Hlutgeriniiung herabgcsetzt wird.
Digitalis kann auch deshall) als ein ideales Herzmittel angesehen werden, weil
es Glylioside enthalt von scheinbar gegensiit~zlicherWirkung - beruhigend und
anregcnd. ill)er gerade diese do1)pclte Heilwirkung ist notwendig, wenn inan in
Betracht zieht, daO Tachykardie eine htiufige Begleitcrscheinung einer Hcrzinsuffizieiiz darstellt.
Neben Digitalis 1ial)en aueh die Glylioside von anderen Pflanzen Bedeutung in
der Herzl)chandlung gewonnen, z. B. Crataegus und C'onvallaria. Hervorgehoben
wird vor allem auch Strophantus, das Lei Herzinsuffizienz besonders indiziert ist.
AnschlielJend zeigte Herr Prof. ilchelis den Strophantin-Film ,,Das Myocard"
aus deni TI'. G. IL'edAoff-Institut in der Max-Planck-Gesellschaft, Bad Nauheim.
Der Film stellt drei wesentliche Prol)leme aus der normalen und pathologischen
Physiologie dos Nyocards dar.
I n dem durch Operation geoffneten Hrustkorl) eines in tiefer Narltose liegenden
Hundes (kiinstliche Atmung mit X~adLng-Pumpe)wird der Herzbeutel aufgeschnitten, so dal3 an der Oberflache des nun freiliegeiiden Herzens Erregungsausbreitung und Plimmern genau beolmchtet werderi kdnnen. T)io Herzaktioneii
- Ans~)aniiurigurid Austreilmng - siiid durch Zeitlupenaufnalimen besonders
deutlich erkcnnbar geniacht. Die einzelnen Phasen der Herztitigkeit, die uns vom
EKG her I)ekannt sind, werden liier dargestellt: sie gehen alle aus vom ,,Quellpunkt der Erregung", von dem Punlrt, bei dem die Herztiitigkeit nicht nur beginnt, soridcrri auch heini absterl)enden Herzen die letzten I(ontraktioriswel1eri
noch zu erkenneri sind, wahrend die ubrigen Partien iiach langsam abebhendem
Flimmern keine Ihwegung mehr erkennen lassen.
I m zweiten Teil des Films wird die akute Herzinsuffizienz ( h i m Hundeherzen
durch Injektion v011 ('hinidin liervorgeruferi) gezeigt. Dabei ist einmal die gestorte
Erregungsleitung (mefil)ar durch EKG-Aufnahmen: die ST-Strecke ist deutlich
gescnkt !) uiid zum anderen die verminderte Kontraktilitit (deutlich durch die
Mitteilungen
35
Itegistrierung der verschiedenen Blutdruckwerte : hbsinken des Arteriendruckes
und Steigen des Venendruckes 1 ) zu sehen. Letztere Storung zeigt sich aber auch
dem Auge sichtbar durch die Dilatation des Herzens, das so prall gefhllt ist, daO
es zu platzen droht. Die beim hegleitend gezeigten E K G (aufgenommen mit Cardioskript !) anfangliche Bradykardie grht gegen Ende des Versuches in eine Tachykardie uber.
Durch Injektioii von Strophanthin wird die Insuffizienz hehoben : das Herz wird
verkleinert, die Erschlaffung weicht eiiier norrnalen Kontraktionsform. Kontrolle
durch EKG uiid Blutdruckmessung : E K G und Blutdruck zeigen wiedrr normale
It'erte.
Im dritten Teil des Filmrs wird gezeigt, daU eine normale J(oronardurc1ibluturig
T'~raussetzungist fur eine suffiziente Herzleistung. Die Beurteilung der Koronardurchblutung - fur das duge nicht siclitbar - ist nur mit eirier Reiri'schen Thermostromuhr moglich. I m Film wird nun deutlich gezeigt, daO Strophanthin-Gaben
auch von besonderein Wert bei mangelnder Koronardurchl)lutung sind : Nach
einer nur ganz kurz dauernden Koronmvereugung (dadurch lassen sich manchmal
geaulierte, anfangliche ariginose Besrhwerden bei Strophanthin-Gaben erlrlaren)
tritt sehr bald deutlich eine langanhaltende Koronarerweiterung urid dadurch eine
Ilessere Durchblutung ein.
Zusamnienfasserid hat also Strophailthin die Herzinsuffizienz u n d die verminderte Koronardurcliblutung heholren.
Begeisterter Beifall zollte dem mit iherragender Virtuositat vortragenderi
Redner herzlichen Dank, den auch Dr. LzicXenbach zum Ausdruck brachte und
dabei feststellte, daW die Herzglykoside, von der Seite des Physiologen betrachtet,
ljesonders interessant seien, zumal sie der Apotheker nur in ihrer pharmakologischen Wirkung kenne. E r stellte clann fur die nachste Sitzung in Karlsruhe die
Vorfuhrung des ,,Crataegus-Filmes'G von Dr. Wallrnar Schzuutrbe in hussicht.
I n der darauffolgenden Diskussion wurde die Frage nach der Dauer der Strophanthinwirkung gestellt. Prof. Bchdzs gab fur die beginnende Koronarverengung
hochstens 10-15 Sekunden an, dann eine Koronarerweiterung von etwa 20 Minuten Dauer, wobei zu heachten ist, da8 Strophanthin nicht nur die Koronardurchhlutung, sondern vor allem auch die Herztatigkeit gdnstig beeinflusse. An dem
gezeigten Hundeherzen lrann eine Dauer- bzw. Heilwirkung nicht gezeigt werden,
da der Versuch durch die Schwere des Eingriffes immer letal ende, d. h. das Tier
wache nicht mehr auf aus seiner tiefrn Narkose.
W eLuckenbach
4. Sitzung am 23. Marz 1952 im Pathologie-Horsaal der Stadtischen Krankenanstalten in Mannheim.
Der Vorsitzende, Apotheker Dr. Lz~ckenbaclt,eroffnet die Sitzung uiid begrii8t
unter den zahlreichen Horern besonders die Herren Apotheker Dr Helwiq, Stuttgart, und Oberapotheker Dr. Schrtult, Mannhcim.
Das Referat des HerrriDr. IIeZwzy uber ,,Antianaeniica" werde zur Erweiteruug
der S p e z i a l i t a t e n k u n d e zweifellos von Bedeutung sein, wahrend das Thema
des Herrn Dr. Schniztt uber H e r s t e l l u n g s t e r i l e r L o s u n g e n i m d p o t h e k e n l a b o r a t o r i u m sicherlich von 1)esonclerernIntcresse f u r den praktischeii hpotheker
sein werde.
36
Mitteil u q e n
Mit grol3er Preude konnr er mitteilen, daB die Landesgruppe Nordbaden
standig ini Zunehmen begriffen ist.
Das ,,Archiv der Pharmazio", das bishcr nur in 6 Heften pro Jahr den Mitgliedern zugegangen sei, werde in ditscm Jahr 8mal erscheinen, eine monatliche
Zusendung werde angestre1)t. I n den mit dem ,,Archiv" seit Jahresbeginn wieder
erscheinenden ,,Mitteilungen" der U.I'h. G. werde iiber alle Vortrage bezichungswcisc
Sitzungen der Landesgruppen Lerichtet. Nach dem C h n d s s t z ,,Das Archiv ist
das Schaufeiister der 11.l'h.G." biete die Form, fiir die Herr Prof. w. Bruchhausen
verantwortlich zeichne, auch eine Garantie fiir den reprasentativen Stand der Gesellschaft. l)aB von der jeweiligen Auflage bereits rund 10% ins Auslaiid gehe, sei
bestimmt ein Wcrtstandard fur das ,,hrchiv".
Die Landesgruplie Nordlmden sei bemiiht, gleichwohl rein wissensrhaftliche
Referate als auch solche aus der Praxis zu bieten, was auch aus einer Vorschau
uber die nichsten Vortrige wieder hcrvorging.
Bei der im Marz in Kassel stattgefundcnen Vorstandssitzung der U.Ph.G. sei
beschlosscn wordcn, aus ZReckmaiJiakeitsgrilndeii die Hauptversnmmlung nicht
rnit dem Deutschen Apothekertag in Dusscldorf ziisammen sbznhalten, sondern
im September in Essen zusammen rnit der Tagury fiir Naturforscher urid Arzte.
Eine enge Zusammenarbeit mit der lnternationalcn Gesellschaft fur Geschichte
der Pharmazie werde angestrelit .
Anschlieljend sprach Herr Dr. Ilelroiy iilicr
Qulianaerniea
Zum Verstandnis der Antianaemica wurde zunachst anf die Zusammensetzung
des Mutes und der einzcliien Anamieformen eingegangen. Es wurden die Blutbildungsstatten uiid die normale Entwiclrluiig der Erythrozyten vom Proerythroidasten iiber den Malrrohlasten, Normoblasten zum Normozyten und die megalo1)lastisclie Fehlentwicklung zum Megalublasten bzw. Megalozyten, wie sic bei der
perniziosen Anamie znm Heispiel vorkommt, besprochen. Genauer erlautert wurde
der Parlieindex und seine Uedeutung fur die einzelnen Anbmien.
Als wichtige Anainien wurden besonders die posthaemorrhagischeii Ariamien, die
Anamien bei Infektionslrrankheiten, die Wurm-, Tumor-, Kinder-, Schwangerschaftsanamien, die essentielle hypochrome AnLmie sowie die konstitutionelle
hamolytische Anamie und die perniziose Andmie hervorgehoben.
Von den Mittelii zur Behandlung der Anamien wurde zunachst das E i s e n besprochen. Eisen dient d s Haustein des Hlimoglobin (sog. Materialeisen) und als
Reizmittel f iir die Hlmatopoese (Reizeisen). Heilmeijer wies nach, daW alle Anh i e n rnit wenig Serumeisen gut auf substituierende Eisenapplikation ansprechen.
Hypochrome Anamieri mit erniedrigtem Serumeisenspiegel sind gut beeinflullbar.
Die perniziose Anarnie mit normalem Serumeisenspiegel ist eisenrefralrtar. Hamoglohineisen wird nicht gendgend im Organismus aufgeschlossen und kommt als
Eisenquelle lrauni in Betraclit. Heubner uiid Starlcenstein fanden die Bedeutung
des ionisierten Eisens in Fcrroform. Gut, wirltsam von den Zisenpraparaten des
DAB jst bcsonders Perrum reductum. I m Magen gcht es durch die Salzsaure in
Ferrochlorid iiber, teilweise wird es zu dreiwertigen Verbindungen im Organismus
oxydiert, wobei das Ferritiri eine besondere Rolle spielt. Eine geringe Bedeutung
haben heute noch die Blaudschen Pillani sowie einige weitere Perroverbindungen
des DAB. Die Ferriverbindungen des DAB genieflen eine sehr geteilte Beurteilung,
Mittdl ungen
37
von B r a u n ,,Pharmakologie des Deutschen Arzneibuches" werden sie ganz abgelehnt .
Vie1 gebrauchtJeIndustriepraparate sind heute u. a. Ce-Ferro, Ferro 66, Ferrostahil, Ferro-Redoxon, Ferrophor.
Eine Bereicherung der Eisentherapie haben die intraveniisen Eisenpraparate gebracht. Es kiinnen auf diesem Wege grollere Eisenmengen schnell zugefiihrt
werden. Ein weiterer Vorteil liegt vor, wenn Eisen nicht, peroral verabreicht werden
kann oder keine genugende Resorption vom Magen-Darmkanal stattfindet. Bei
nicht zu holier und nicht, zu langer Medikation treten Nebenwirlrungen kaum auf.
Nur lromplexgehndenes Eisen kommt in Frage. Hier sind die FerriverLindungen
iiberraxhendermeise den Ferroverbindungen mindesteris ebenbiirt,ig. Handelspraparate sind u. a. Ferronascin von Hoffmann-La Roche, Ferri-Amphiolen von
Merck, Ferrophor der Firma Uyocab, Ferritrat der Nordmarkmrke und Perrlecit
von Nattermann.
Die friiher vie1 gebrauchliche A r s e n t h e r a p i e hat heute an Bedeutung verloren. Arsen soll ebenfalls einen Reiz auf das Knochenmark ausiiben. Man gibt
'es auch bei hyperchromen Anamieri zur Unterstiitmng der Lebertherapie. Nach
Eichholtz sol1 die gleichzeitige Gabe von Eisen und Arsen nicht rationell sein.
.
K u p f e r wird zuweilen in Verbindung mit Eisen verabreicht und soll eine lratalytische Wirkung ausiiben, die Hiimoglobinbildung verstarken und gleichzeitig roborierende Eigenschaften entfalten.
Eine besondere Rolle spielt in den klinischen Arbeiten der letzten Jahre die
X o b a l t t h e r a p i e . Manches ist hier noch ungekliirt, und die Beurteilung der Erfolge bei der Animiebehandlung wechselvoll. Weiflhecker, Miinchen, hat, zuerst die
I'harmakologie des Kobalts studiert,.Kleine Dosen sollen bei einigen Anamieformen
einen starken Reiz auf das Knochenmark ausiiben. Kobalt vermag Eisen nicht zu
ersetzen, jedoch seine Utilisierung zu verbessern.
Erfolge wurden oft in Verbindung mit Eisen beschrieben, besonders dort, wo
Eisen allein meist keinen Effekt hat wie z. B. bei Infektanamien und Tumoranamien.
Die essentielle hypochrome Anamie, die hamolytische Anamie und die hypochrome Schwangerschaftsanlimie geben weitere Miiglichkeiten der Anwendung.
Hyperchrome Anamien sind koldtrefraktar. Handelspraparate sind z. B. Cobalt '( Nordmarkwerke) init 3 mg Co pro Ampulle zur intramusltulilren Injektion.
Cobalt-Nordmark-Pillen mit Eisen, die 5 mg Co und 22 mg F e enthalten. Cobaltin
forte-dmpullen Casella fiihren in 5 ccm 50 mg Co zur langsamen i. v. Injektion.
Die L e b e r t h e r a p i e besitzt ihre Hauptbedeutung fur die perniciose Anamie.
Letztere ist vor allem gekennzeichnet durch eine Storung des Blutbildes, der Verdauungsorgane und des Zentralnervensystems. Der Hamoglobingehalt ist weniger
stark reduziert tils die Zahl der Erythrozyten, der Farbeindex also griiller als 1. Sie
ist eine typische hyperchrome Anii,mie. Friiher eine prognostisch sehr ungiinstige
Xrankheit, hat sie durch Einfiihrung der peroralen Lebertherapie durch Minot und
Murphy ihre Schrecken verloren. l)a jedoch die Leberkost auf die Dauer nur sehr
schwer durchzufiihren ist, bedeutete die Schaffung injizierbarer hochwirksamer
Leherpraparate einen weiteren erheblichen Fortschritt. 1930 stellt,e Bunsslelz in
Tiibingen ein derartiges Praparat her, das spater den Namen Campolon erhielt.
Weitere Praparate sind Pernamyl, Heprakton, Hepatrat und zahlreiche andere.
38
Mzttealungen
Viele Versuche wurden unterriornmcn, um den wirksamen Antipei niciosastoff
aus dem I,eLerextralit zu gewinnen. Castle erttwicltelte seine Leliannte Theorie, narli
der im 3fageii des Gesunden cine Sul)stanz enthalten ist, der sogen. Tntrinsic
factor, der sich init Wirltstoffen aus der Nnhrung, dcm Extrinsic factor verbinden
mu[3, urn den eigentliclien Bnti-Periii~iosa- Wirkstoff zu liefern, der danii in der
Leber gespcichert wird.
Die Entdcckung des V i t a m i n 13,, gclang 1918, sic wurde erleichtert durch dic
Auffindung eirier geeigneten Test mcthodc mit Hilfe des Lalitobazillus lartus
Do,.neT. &fitgrolier Wahrscheiiikeit liegt im B,, irri l’rinzip C‘astles Extrinsir factor
Tor. Bereits weiiige 7 genugen, um hci pareiiteraler Veralmichung das Rlutbild
Lei der 1)erniziosen hnamie zu regulieren und auch die riervosen Byniptome zu lieeiriflussen. Alimeritar bedingte makrozytare .Insmien und Sprue ragicren eljenfalls
auf Dl2. Einigc Jahrc vor clcr tluffindung dcs \.’itamins 13,, gelang im ,Jahre 1916
die Ryotliese der Folsaure. Sie ist ebelifalls zur Uehandlung rnegaloblastisclier AnSmieii geeignet. Bei der perniziosen Anamic be&nflullt sie leider die nervosen
Symptome riicht und lionimt fur ihre lkhandlung nur ausnahnisweise in Frage.
Es hat riiclit an Stinimen gefchlt, die die Folsaure als den Intrinsic fartor Lezeichnen.
Dorli ist dies keineswegs sicher. Imincrhin ist es moglicli, clas sonst nnr parentcral
wirksame Vitamin H,, durch kleine unterschwellige Dosen von Polsaure zur oralen
Wirksamlreit zu bringen. Auf alle Yalle ist der Intrinsic factor im Magensaft enthalten, h i Zugabe von etwa 100 ccm Magensaft zu 1-1C y B,, erhalt man eljenfalls eine Moglichkeit zur peroralen Behandluiig der perniciosen Anamie. Der wisseriscliaftliche Name fur den Intrinsic factor ist hente Apoerythein.
Sowohl 13, als auch die Polsaure sirid fur den Aufbau der Thymoniikleinsaure
erforderlich. Man fulirt die Hauptsymptome der perniziosen ilnamie auf eine gestorte EiueiWsyiithese zdriick. Naliercs soll hier riicht aufgefuhrt werden.
Man hat versucht, durch IioniCination von Extrinsic factor und Intrinsic factor
zn peroral Rirksamm I’rodukten zu Bommen. Eine Reihe von Y r a p r a t e n beruhen
auf diesem Yrinzip, wic z. 13. Erythein-IJrocal, ein liombinatiorispraparst aus
Apoerythcinkonzeritrat und Leherextraht. Es soll vor allem fur die Erhaltungstheraiie nach erfolgtcr Sanierung des Bluthldes in Frage kommen. Hepanovin der
Nordmarkwerbe ist eine Ver1)indunq von R,,-haltigem 1,eberextrakt mit Magensaft.
TYalllhof ist ein antianamisr hes WirkstoffW1-Aminohepan dcr Zellstoj/-Fab~~k:
ltonzentrat aus Leber und Hefe. In 1 Ellluffel sind elithalten 7,5 y U,, urid 0,5 m g
Folsaurc nelien Aminosaurtii mid den gesarnten iibrigen B-Vitamirien der Hefe.
B,,-Pol-Vicotrat stellt eine Verliitidung rcin B1,-Koazentrat und Folsaure dar.
Eryfol von IZoffmarLn-La Ijoche ist eiri injizierliares Konil~inatioiisl~ra~~arat
aus
U,, und Folsaure. Es sullen h i dieser pareiiteralon Koml)ination fruher und besser
optimale Wcrtc eintreten als nach BIZoder Folsaure allein.
Es folgte d a m ein kurzer Iiinweis auf die Polininsaure und den C‘itrovorumfaktor.
Zurn SrhluO wurdc auf die Prage eingegangen, 01, die parentcrale Leliertherapie
niit Praljaraten, die einen hohen standardisierteu Gehalt an Vitamin I<,, aufweiseii
\vie z. U. C‘amldoii init 127 i n 2 ccm u n d Campolon forte mit 20 7 in 2 ccin durch
die reinc Vitamin B12-Therapic oder die oralen Korriljinatioiispraijarate ntwrflussig
geworden ist. - Klinische Beobaclitungen ergahen jedorh, da13 man auf die I h u e r
mit Leberextrakteii, die parcnteral zugefuliLt werdcn, die Lesten Erfolge erzielt.
Nach wie vor sind die parenteralen 1,elrcrextrakte unubertrciffen. Uies erklart sic11
Mitlezlungen
39
daraus, daW diese aul3er B,, und PolsLure noch zusatzlich hamatopoetisch wirksame Stoffe enthalten oder Faktoren, die die Vitaminwirkung verstarken. Zum
Beweise wurden u.a. die Ausfuhrungen von Larsen un? O w e n auf dem KongrelJ
der Nordischen Vereinigung fur innere Medizin angefuhrt sowie rnehrere medizinische Puhlilrationen.
Dr. Luckenbach dankte dem Referenten fur seirien interessanten Vortrag und
stelltc ihn zur Diskussion.
Prof. Dr. Oettel wollte noch ,,eine IIanze brechen" fur die guten alten Eisenpriiparat,e des Apothekers mit 2-wertigem Eisen, das oral gegeben, auch heute noch
zur Katalysator-Therapie von weitt,ragender Bedeutung sei. (Nach Heilnaeyer :
Reizwirkung aiif das Kiiochenmark !) Die iritravenose Eisentherapie sei noch sehr
umstritten.
Auch habe der Vortragende die ganze alt>eTherapie mit ,,Stahlwassern" nicht
erwiihnt,, deren Heilwirliung - a19 sie noch angewandt. wurde - immerhin von
groWer Bedeuturig war, besonders, wcnn man das Wasser ,,direkt an der Quelle"
tranlr. 1% mag da auch oft der zitierte ,,Brunnengeist" eine Rolle gespielt haben.
Und das alte Volksmittel: Apfel zu vertilgen, die einige Zeit mit rostigen Nageln
bespickt worderi waren, war zii ehemaligen Zeiten sehr beliebt und sei auch heute
nicht ganz abzulehnen. Die vielen Spezialitaten, die auf dem Arzneimittelmarkt
erschienen seien, hatten zwar maricho Vorteile gebracht, doch durfe man iiber sie
die Erfahrungen der guteii alten Xrzte und deren erprobte Mittel nicht ganz vergessen .
Dr. Luckenbach dankte dem Diskussionsredner fur seine humorvoll dargebrachten
Einwande und bat Dr. Schwvnitt zum Vortrag iiber
I)ie €Ierstellungsteriler Il6suiigen im Apothekeiilabor
Die Herstellung steriler Losungen ist eine verantwortungsvolle pharmaz. Tiitiglieit. Um eiriwaridfreie Losungen zu erhalten, mussen einige iinumgangige Voraussetzungen erfiillt sein.
Jeder Milch- oder Metzgerladen ifit heute mit Wandplatten ausgelrleidet und
besitzt einen fugenlosen FuWboden. Man sollte an einen Raum, in deni sterile
Losungen hergestellt werden, mindestens die gleichen Anfortlerungen stellen.
Wichtig ist die Benutzung eines frisch destillierten, pyrogenfreien Wassers, wie dies
schon laiigst viele auslgndische Arznei1)ucher vorschreiben. Auch miissen die hergestellten Losungen ohne Verzug sterilisiert werden. Sie sullen absolut klar filtriert
sein ! Es ist oft von Vorteil, zunachst ein filtriertes Konzentrat herzustellen und
dieses dann mit frischem Wasser zii verdunnen. Eine griindliche mechanische
Reiiiigung der Flaschen und Ampullen ist hesser als eine Vorsterilisation. Um klar
bleibende Losungen zu erhalten, mu13 man ein resisteiites Glas ljeiiutzen. Braune
Glaser werderi oft nur zur Tarnung von Verfiirbungen oder Triibungen benntzt.
Ihre Verwendung sollte weitgehend eingeschrankt werden . Sehr wichtig ist auch
ein einwandfreier FlaschenverschluW. Dieser soll nicht nur dicht und widerstandsfiihig sein, er soll auch den1 Arzt ein eirifaches und sauberes Entnehmen der Losung
gewahrleisten.
Die Henutzung von U. V.-Strahleii ist bei der Herstellung von Losungen, die
durch Hitze sterilisiert werden konnen, nicht erforderlich. Vie1 wiehtiger ist ein
flottes und sauberes Arbeiten, so da1S die eventuell his zur Sterilisation in die
Losungen gefalleneii weriigeri Keime uberhaupt keine Zeit haben, sich zu vermehren. Nach der Sterilisation m5ssen die Losungen durchleuchtet werden, urn
40
Mifteilungen
evtl. Veranderungcn (Verfiirliungcn, Triihungen) sowie Verschmutzurigen, die sich
oft erst nnth der St,nrilisat>ionzeigen, zu erkennen. GelegentJic,h sollte man zur
Prufung der Sterilisiereinriclitung Proben der hergest,ellten Losungen baliteriologisch untersuchen IJZW. untersuchen lassen.
Sei der heute noch nieist ii1,licheri SI)ritzt:nsterilisation (Aiiskocheii, Abtrocknen
mit sterilen Tuchern, AuflJewnhren in sterilern Mull) IiiRt es sich nicht vermeiden,
daO dem Patienten hiufig ,,Fusselsusperisior~eii"gespritzt werden. Uieser Miljstnnd
darf aher a.uf keineri Fall zur Nachliissiglreit bei der Herstellung steriler Losungen
verleiten. Besunders liei den i. v. zu injizierenden Losungen ist ein absolutes Freiseiu \70n Scliwel,eteilclieri zu verlangen. Was z. U. aus den in die Vene gespritzten
Zellulosefasern wird, weill his heute noch niemand sicher. Amerilranische Porscher
hal~enin letzter Zeit fcstgestellt, dall auch die kleinsten Partilielchcn schwerste
Scliadigungcri herrorrufen konrieii. Es sei deshalb nuch der lteinigung, Sterilisation und hufhewahrung der Sprit,zeu imd Infusionsgerate mehr Aufrnerksamlreit
zii sthenken.
Ur. Lzcckenbacli verlland rnit herzlichen Dnnkesworten an Dr. Rchnzitt einen Hinweis auf unser DAB, das nur wenige Beit,rage iiber Sterilisation aufweise, wahrend
andere Arzneihiic~her,z. n. das Schwedischc von 1946 sechs verschiedene Sterilisationsverfahren hringe utid fur iiber 130 Arzneimittel eine spezielle Sterilisationsbchandlung auffiihre. Dariiber hinaus habe er durch Korrespondenz mit einem
befreurideten schwedischen Kollegen in Erfahrung gebracht, dalj dort zwischen
;bzten und hpothckern verbindliche Vereiribarungen getroffcn worden seien, wonach sterile Losungen hzw. Ampullen wieder in der Apotheke hergestellt wurden.
Die schwedischen ltezeptformen enthielteri 65 Vorschriften iiber Herstellung st,eriler liosungen.
I m AuschlulJ an den Vortrag fand eine Besichtigung des , , S t d e n Raumes" der
Apot,heke des Stadtischen ICranlreiihnuses statt. hi diesem Raum werden ausschliehlich sterile Arzneimittel hergest,ellt. Es wurden selbstkonstruierte Vorrichtungeu zum Spiilen der GefBOe rnit frisch destilliertem Wasser gezeigt, ferner Filtrier-, Abfiill-, Verschlub uiicl Durchleuchtungseinrichtungen fur sterile Losungen.
Groljes Interesse fand eine von dem Vortragenden in Verbindung mit der Firms
H. Braur~,Melsurigen, eritwickelte Ampullenflasche mit einem VerschluB, der dem
der Peiiicillinflasche ahnelt, aher keinerlei ~rerschluljmaschiricnoder -gerate erfordert.
Eine Hesichtigung der im ICrankenhaus RIannheim neu eingerichteten ,,%entrale
des Ulutspendedienstes": Ambulatoriurn, Verarbeitungsraume und Aufbewahrungsraume niit Iiiihlaulagc beschloW die vielseitige, interessante und darum besonders geluugene Tagung in Mnnnheim.
Dr. W. Luckenbach
Landesgriippo Berlin
Sitzung am 6. Marz 1952
Neur drzneiiiiittcl von Dr. N. R. Frbrnin
Der Vort rngende heganri mit der Besprechung therapeutischer Miiglichkeiten
gegeri die Volksseuche ,,Bh e u m a t i s m us''.
In neuester Zeit haben hier Studien auf dem Gebiet des Pyramidon und seiner
Verwandtcn zu guten Erfolgen gefuhrt.
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