close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Meine Gedanken Uber den vielfach besprochenen Mangel an Lehrlingen und tUchtigen GehUlfen der Pharmacie und wie diesem abzuhelfen sei.

код для вставкиСкачать
220
F'er einsaeit ung,
w i c k e I t e r dns zu erreichen, was einfach jener Priester des Aeslrulap,
wenn auch minder erfolgreich, in sich vereinigte.a
Wer i n solcher gescliichtlicher Entwiclrelung nicht auch geschichtliches Recht, wer in ihr und i n der Entwicbelung d c r pherniaceutischen Znstintle in un~eceinVaterlande, namentlich in der Medicinalgesetzgebung Preussens die Berechtigung ond das Recht des Apothelrers
nicht anerlrennt a n d zuriiclr will zu den1 griechischen Priester des
Aeslrulap, der behauptet anch, dass Eigenthurn Diebstahl sei, der ist
liein deutscher Rlann, der ist ltein Preusse, denn er huldigt nicht niehr
dem Preussischen Wahlsprnche : Swum c u i p e .
Meine Gedanlieii iiber den vielfach hesprochenen
Mangel an Lehrlingen und tiichtigeii Gehiilfeti der
Pharmacie, iind wie diesern abzuhelfen sei.
Vorn Apotheker Dr. G e f f c l r e n in Litbeck.
Die Vorschliige, w i e solche bis dahin geniacht sind, haben es gewiss alle recht gut genreint, scheinen mir aber noch alie nicht den
richtigen pralitischen Gesichtspunct der Sache gefunden zii haben.
Der Unterreichnete hofft, diesem Gesichtspnncte in n'achsteheudem
niiher zu ltoinmen.
Worauf lrommt es an? der Pharinacie tuchtige Arbeiter zuzufiihren
und zu erhalten.
Warutn hglt denn dies so s c h w e r ? Neben einigen
untergeordncten Griinden ist der llauptgrnnd, dass i n diesern F a c h e
zu wenig hussiclit ist, einen selbststBndigen Hecrd zu grunden. Konnte
inan den tiiclitigen Rlitarbeitern in der Pharmacie nur dicse Aussicht
eriiffnen, so wurde wahrscheinlich ein uiiigelrehrtes Verhaltniss eintreten, aber d a s Wesen d e r Pharinacie bringt e s niit sich, dass die
Apothehen nicht rrach Gefallen vernrehrt werden diirfen; denn w a r e
dies der Fall, so wiirde die wahre Pharrnacie bald zu Grabe getragen
sein. Das Schlimmste aber ist, dass die Pharrnacie, bis auf wenige
Ausnahnien, verniiige ihrer Eigenthuinlichlteit nicht eintnal den Rlit:rrbeitern gcatattet, als Gehiilfen einen bescheidenen IIeerd zu grtinden.
\\'ollte iiian das Princip in der I'harinacie Binstellen, dass dem
tuchtigen Gehiilfen rin solches Gehalt gegeben werden rniisse, dass er
seineni Slande gemiiss einen bescheillenen Heerd griinden lronne, so
wurde die Unzntriiglichltcit einketen, dass, da dersclbe doch nicht niit
der Familie yon einer Stelle zur andern ziehen Itaon, er das Recht
in Anspruch nehinen miisse, imnter i n drr, oder einer der Apothelten
seines Wohnorts angestellt zu werden, was bei deni besten Willen
die wenigsten Apothelrer wiirden durchfiihren kiinnen.
Der Netto-Ertrag dcr Apothelten bis auf sehr wenige Ausnahnien
iat yon der Art, dass der Principal diesen wirlclich in1 gerechten Verlialtniss zu seinen Mitarbeitern theilt. In der Kegel sind die Inhaber
lrleinerer ApolhelcengeschBrte geniithigt, ihren Gehiilfen einen grosseren Antheil des Netto-Ertrags zuzugestehen, als es die Einnphme erlauht. WBrde eine namhafte Erhiihung derselben statt finden sullen,
so miisste das Yublicuin diese doch schon durch eine bedeutend hohere
Taxe hergeben, wozit schwerlich die Staatsbehiirden die Hand bieten
-
Vereinszeitutig.
2-2 i
wurden. Hinreichend widerlegt wird hierdurch auch d e r Einmand
d e r Nicht-Sachkenner: DZahlt E u r e Leute besser, so werden sie schon
beirn Fach bleiben, denn will d e r Kiiufmann tuchtige Commis haben,
so muss e r ihnen auch ein bedeutendes Gehalt b e w i l l i g e n , ~ nnd seltcn haben diese, i m Vergleiclr ihrer dienstlichen Obliegenheiteii so vie1
zu leisten, \vie von eineni Apotheliergehulfen verlangt wird. Die ungliicltliche Idee, den Apothelcer imuier mit den] Kaufmanne zu rergleichen, h a t nun einrnal t i d e IYurzel gefasst, wobei aher unberucksichtigt bleiht, dass d e r besser gestellte Handl~~ngscot~~itiis,
gerade durch
seine Stellung manehe vermehrte Geldaurgaben hat, die den Apotheliergehiilfen irn Geschaft nicht trelf‘eu. Es ist nicht leicht der Fall,
dass nian die mogliche Einnahine eines Kaufinannes zur Grundlage der
Gehaltsbestimmung des Gelehrten niacht, denn alsdann rnussten die
Riithe u n d Professoren j a auch ganz anders gestellt werden.
Bei solchen Vergleichungen wird ininier nicht an die grossen
Wechsell3le der Kaufleute gedacht nnd, dass am Ende der griisserc
Theil derselben, sowohl d e r Principale, als der Commis nur eine sehr
beschriinlite Esistenz hat. Ja es sind gerade linter den angehenden
Kaufleuten viele genijthigt, ihre lleimath zu v e r l a s e n , n n d itn Anslande, besonders i n Amerilta, dcm Glilclie narhzujsgen. Dasselbe zii
erhaschen grlingt nnr wenigen, die d a n n als Lcilsterne dastelien, und
w o r u l e r nian dcr zalillosen, in1 Auslande verscliollcnen und verltommenen Handlungscoinmis nicht gedenkt.
Das bishcr Gesagte habe ich geglaubt fur die jiingern Rlitglieder
d e r Pharmacie vrirauaschicken zu inussen.
Run noch eine Bemerltung iiher den Mangel a n angelienden Lehrlingen. nieser wird sich nicht allein dadurch heben, dass w i r denselben die Aussicht a u f ein sorgenfreies Alter eroffnen, wenn sie nicht
Principal werden sollten, was allerdings die Eltern drrselben veranlassen liiinnte, ihren Sijhnen nicht gerade abzurathen, dieses Fach zu
ergreifen, sondern wir mussen unscre Anspriiche i n Betien’ der Schulltenntnisse nicht. zu hoch spannen, denn so wiinscheuswerth es auch
ist, dass der I’harmaceut gut0 Sclrulltenntnisse niitbringe, so sind es
diese dnch nlcht allein, die i h n zu eineni guten Pharmaceuten machen,
denn er bedarf ein gewisses Etwas, welches ilini angeboren, oder
doch wenigstens jung erlernt sein muss, namlich d r s Geschiclc zu
Rlanuelarbeiten, denn wenn e r noch so wissensc,haftlich gebildet ist,
und e s fehlt ihm dieses, so wird e r nie ein recht pralitischer Pharmaceut werden. Junge Leute, die es his Prima gelracht Iiaben, gehen seltrn gute Lehrlinge ah, denn ihuen lrihnen unrniiglich die fur
einen Lehrling unvermeidlichen praktischen Arbeiten zusagen, und
ohne diese selhst durchgeniacht zu haben, wird e r nie ein ttichtiger
Cehiilfe oder Principal, denn w e n n die Lehrlinge sciion fortwiihrend
einen Adjudanten hinter sich haben sollen, worauf sol1 alsdann der
Gehulfe oder Principal Ansprath niachen, nnd welches dienrnde Personal wiirde nlsdenn das gewiilinlichste Geschift i n Anspruch nrthrnen,
auch wurde der gcwandte Knecht o d e r Borsche beim liingeren Aufenthalt in] Geschiift die Lehrlinge als solche fur das specielle Geschalt
bald iiberfliissig maehen. Ivh bin weit davon entfernt, dass man ohne
Weiteres jeden Knaben zom Lehrling aufnelime, denn f i n gemisses
Bliuirnum seiner Schulkenntnisse muss IS nothwendig angenomnien
werden, iind wiirde icli die Bildung eines l‘ertianers der hoheren
Gymasien, die e r niit dent 15.-16. Jahre erlangen lrann, vorschrei-
222
Vereinszeat ung.
ben *). Es versteht sich aber von selbst, dass dernselben Gelegenheit gegeben werden muss, sich wihrend seiner Lehre wissenschaftlich
fur sein Fach iin Allgemeinen auszubilden, damit fur den jungen RIann
die Lehrzeit das .werde, .waB fiir Gyirinasiaslen Secunda und Pririia ist.
1st der junge hlann Priinaner, was hin und wieder verlangt wird,
so wird er, wenn riicht Sperielle .Verhiiltnisse obwalten, lieher sein
Studiuin auf der C'niversitat fortsetzen, und in angefAlir derselben Zeit,
die er a l s Lehrling zubringen wiirde, die .lachenden Universitatsjahre
durchleben, seine Studien absolviren und steht e r tlann wenigstens
anscheinend selbststandig da i*<t). Auch wird der Iiostenbetrag d e r
Aushildung den Eltrrn nicht schwerer, als wenn sie den Priinaner
w i h r e n d der Lehre und der phartnaceutischen Sludicti atlf der Universiliit .unterhalten sollen, und aisdano stehet e r doch nicht selbststandTg da, es sei denn, dass e r es uls reiner Theoretiker so weit
gebracht hat, dass er Docent der Pharniacie oder einer d e r Naturwissenschaften werden Itann, was, j a in einrelnen Fallen sehr zu wunschen ist, aber als Norin nicht hingestellt werden darf, wcil dabei
ganz gewiss die wirlrliche, pralrtische l'harmacie zu Grunde gehen
wurde. Es giebt j e t z t leider viele Pharrniiceuten,. die Ailes wundersohiin theoretisch .auseinanderseteen und selbst erperinientiren, aher
nicht d a s einfacliste PrBparat niachen kiinnen. Es liegt in der Natur
der Sache, dass, wenn bei eitiem jungen illanne die Liebe zur Theorie
voraclgsweise geweckt wird, derselbe diese auch zu bcfriedigen strebt,
und. sohald dieser Neigung Genuge geleistet, ihni in der Regel die
Ausdauer fehlt, wcnri die Arbei!, sehr vie1 iriehr Zeit, Aufnierlrs'ilnilceit
nnd niechanische flandl'ertiglieit verlangt, als ein gewtihnliches lileines
Experiinent in Anspruch niniml, i h n dies langweilt, weil e r dabei f i r
seinen Geist nicht die gewiinschie Xahrung findet, daher yon ihni
experiinentale Untersuchungen nnd Arbelten. auf deni sehr gedoldigcn
Papier vorgeeogen werden. Wahrlich, bei lceinem Standc Gndet d c r
Spruch riichr Anwendung : nTheorie iat' got, Praxis ist besser, Theoric
und Praxis ist a111 a l l e r b e s t e n ; ~ ~aIs Lei d c r Plrartnacie, daher bin icli
sehr dafur, dass der angehe.nde Pharnwceut niit dern ltiten Jahre in
die Lehre i r i t t , dilinrt e r die Praxis ersl liebgewinnen lerne, und dies
wird gewiss gescliehen, wenn die nuthige theoretische Unterweisung
nicht daliei fehll.
Eine solche Unlerweisnng wird sehr erleichkrt, wenn der Principal oder der Gehiilt'e, d r r das Einfiissen des Defects iiberwacht,
jeden lllorgen sich Ileiui Nachsehen so vie1 Zeit Ifisst, diiss e r von
den1 Leltrling uber jeden Gegenstand Iiechenschaft fordert. Das Fullen der Standgefisse ist nun fiir den Lehrling keine rein inechanische
Arbeit mehr. sondern er wird dies init mehr hufnierlrsatnkeit thun,
und bei jedeni GPgenstand uber die zu ertbeilende Auslrunft nachdenken. Ua einzelne Drognen und Priiparate so olt wieder auf den Defect Iromrnen, so fehlt es detn Lehrlinge nicht an der niilhigen Wic+*) Mir scheint das geforderte Braass zu gering gegeniiber den An-
*,*)
spriichen, wrlche in wisletisctiaftlicher Hiqsicht gegenwiirtig a n
dee .Apothelter geslellt werden, icli tiiuss als Bliniii~uni die Heife
der zweiten Classe zuin Uebergange in die ergte eines Cymnasiuiiis verlangen, wozn 16'odcr 17 Jahre ausreichen.
€3.
Aber meistentheiis auch nur anschcinend. Auch i r i i Kostenpunct
findet duch noch ein grosser Untersrhied statt,
B.
Vereinszeitzcng.
223
derholung, un-d d e m Exaininator irt wiederurn Gelegenheit gegeben,
so wie sich das Wissen dcs Lehrlings vermehrt, hei den einzeliien
Gegenstgnden tiefer auf die wissenschaftlichen Beziehungen derselben
einzugehen, und besonders a u l die im Laboratorio gemachten und in
Arbeit befindlichen Priiparate u . s. w. zuriickxultornrnen. Aus nieineii
f u n f und zwanzigjiihrigen Erfahrungen weiss ich, dass selbst Lehrlibge von mittelniissigen Geistesgaben es bei dieser lllethode doch zu
lteiner geringen theorelischen Ausbildung brachten. Die Furcht, dass
ein solches tiigliches Verfahren rnit dem Defect zu vie1 Zeit von beiden Seiten in Anspruch nehnien Liinnte, ist ungegriindet. Verbindet
man rnit ilieser Uuterweisung nun noch, wie irh es thue, einen Unterrichtscursus von 4 Jahren, viorin alle in die Phartnacie einsclilagenden Wissenschaften, soweit sie zur Ausbildung eines Lehrlings wanschenswerth sind, durch eine, in der Kegel tiiglich zu ertheilende
[Jnterrichtsstunde, denen ich nicht Jahr ein, Jahr aus, dieselben tlandbiicher unterlege, sondern wit diesen wechsele, uin so auch die neueren Werlie Itennen. zu lernen, wovon doch anzunehmeo ist, dass .sie
die geinachten Fortschritte init aulgenoiirinen Iiahen und wodurch f i r
mich die Einformigkeit des Unterrichts hinwegfiillt.
Eineiri jeden Collegen, d e r es irgend nliiglicli niachen Itann, rathe
ich, so n i i t seinen Lehrlingen zu verf‘ahren, denn er wird dadurch fiir
das Fach brauchbare, tiichtige jiinge Leute heranbilden, und sich so
vie1 als iniiglich R U I den1 jedrsrrialigen Standpuncte d e r I’harmacie
erhalten. Ausserdem erlaube mnn auch seinein Lehrliuge,niitunter einrnal
ein anderes a l s rein ptiaritinreiitisclies Buch zu k e n ! w e n n solches
nur die allgerneine Bildung befiirdert, dainit s i a , nictit gar zu einseitig
werde.
Uer auf solche Weise ausgebildete Lrhrling wird fur die
Folge in seinein Berufe die ‘in Secunda urid Prima zu edangende Bilclung nicht sonderliclj entbehren, und den Eitern werden die Kosten
der Ausbildung ihrer Sijhne sehr vernnndert, was der Vermehrung
der Lebrlinpe nur fijrderlich sein Itann.
\Vas sind nirn ausser dein oben angrgebenen Hauptgrund, dass
es im pharrriaceutischen Fache so schwer hiilt, eineu selbststiindigen,
eignen lieer‘d zu griinden, die anderen Grundc, dass der jonge Pharmaceut so oft sein Filch verliisst?
L)ic Vielseitigkeit der I’hartnacie gielit den jungen Leuten die
Gelegeriheit, dcn einen oder den andern Theil vorzugsweise lieb zu
gewinnen, unil is1 dies besonders ol‘t bei tlern theorelischen l‘heile d e r
Fall, wodurch sie bestinlint werden, tier Blcdicin, oder nur einzelnen
Zweigen der Naturwissenschaft sich zuziiwenden. Diese jungen Leute
wiirden unter alien Usistinden doch der praktischen Phartnacie nicht
erhalten Iileiben. Andere juuge Leute, deuen nnn einwmi d i r merBantilisclie Geist innewohnt, werden sich irriiiier (leiti liaufninnnsstande,
hesontlrrs derii I)rogneriegesch~fle oiler den Fabrilcen zuwcnden. Ea
itonittit also iiur dariiuf an, diejenigen jungeu I’tiarmaceuten zii fesseln,
die Liebe zuin priilitisclien Fache Iinben, und die; wenn sie sich den
rlreissiger Jiillren niihern oder solche erreicht haben, aus Furcht, nachher a l s bejnhrter Gehulfe lieine pasreride Anstellung irn Geschiift wieder ZII erhalten, wenn sie, Verlialtnisse hallier, geniithigt sind, ihre
deririaligen Stellen zii verlassen, der I’harniacic den Kiiclieii wenden.
So wie die Sachcn his jetzt stchen, ist dicse Furcht allerdinps sehr
gegriintlet, denn wenn der Princiyai nur irgend eine \+‘ah1 hat, so
wird er den lllann von dreissig Jnhren, denen von vierzig oder g a r
Eitnfzig Jehren vorziehcn, rind d n s nicht so sebr BUS der Vermuhung,
224
Veveinszeitung
dass ihin die Eigenheiten des iiltern Mannes lastig werden kdnnten,
denn diese werden gewtihnlich durch andere gute Eigenschahen aufgewogen, sondern aus der Besorgniss, sich oder seiner Familie iniiglicher Weise eine Art moralischer Pflicht aufzuerlegen, den lllann bis
in sein spates Alter behalten zu mussen, oder urn sich die Unannelinrlichlreiten einer Kiindigung nach vielleicht funf oder zehn Jahrrn zu
ersparen, da dies eine fIarte sein wurde, indem es alsdann dern Blanue
wahrscheinlich nicht rndgliclr ist, eine andere Stelle wieder zu erhalten. 1rifFt ferner den Gehiilfen das Alter ohne, oder mit n u r eiuern
ltleinen Sparpfennig, so wirken die Sorgen, die er sielr iiher sein bevorstehendes Alter inacht, auch noch 'nachtheilig a u f das Gesrhiift,
besonders wenn er zu dem ungldcklichsten aller Sorgenbezwinper, weil
er nur auf lomente wirkt, den geistigen Getranlren, seine Zutlucht ninmt.
Solche Pharmaceuten init dreissig oder vierzig Jahren nehmen
gerne jede andere Stellong im burgerlichen Leben ein, sie mag ihnen
auch noch so wenig zusagen, u n d iilernehmen oftmals Beschiiftigungen, die i h n e n ebensowenig ein sorgenrreies Alter sichern, um nur nicht
in6glicher Weise ein unglucklicher alter Apnthelrergehulfe zu werden.
Diese Leute lciinnen wir bei einer vernunftigen Einrichtung Zuni
Nutzen und Fromnieii detn Fache erhalten, nur verlange man nicht,
dass Manner, die circa 40 Jahre ihres Lehens init Berufstrene sich
dem Pache gewidtnet hnben, sich von der Unterstiitzungscasse ein
Almosen erbetteln sollen +').
Blein Vorschlig gehet dahin, man rnache ails dcr Unterstutzungscame iin \Yesenllichen einen Leibrentenverein fur Apothelcergehiilfen.
Der jetzigen Unterstiitzungscasse diirfen aber die bjsherigen Einnahmen nicht entzogen werden, dnniit diem besonders im Anfang eine
Garantie fiir die vcrrnehrten Zinsen giebt. M'eiter als hisher geschehen, von den jungrn Pharmacenten einen Beitrag zu verlangen, hslte
ich niclrt I'iir geeipnet, sondern niiissen selbige bis zum dreissigsten
Jahre iuit grhwreii Znlilungen verschont bleiben, denn es liegt ihnen
die ingstliche Sorge fiir das Alter noch ferne, u n d erregt eine stete
Erinnerung daran nur ein drdckendes Gefuhl. Soil die Jugcnd gedeihen, so n i w s sie lieiter u n d nicht irnmer sorgcnvoll i n die Zulrunft
sehen, sich i n ilircn Verlilltnisscn frei bewegen, und was die Yhnrmacie ihnen 31s jdhrliches Gehalt bieten Icann, k h n e n 5ie gutwillig,
bei nur niRssigen Ansprhchen gebrauchen, wenn sie ilirem Sthnde
gemass leben sollen, da in clicser Zeil zur wissenschafilichen Ausbildung so Bliinches, wie Biicher etc ctc. erforderlich ist, u n d lrdnnen
sie sich , s o vie1 eriihrigrn, dam sie eine kleine Keise, sei es auclr
mehr Z U M Vergniigen, als zur Belehrung machen Lonnen, so wurde
diese ihnen fur ihr ganzcs Leben yon grossem Kntzen sein, denn
schon die Erinnerung a n diese Lichtpuncte dcs Lebens wirlct wohlthatig im spiileren Alter <<*).
Uns dreissigste Lebensjahr sclieint der Wendepunct zu sein yon
den An- und Aussichten, die man sich von seineni Leben und specie11
von dem eingesclrlagenen Bernfe niacht, iind nun is1 es a n der Zeit,
dass der Blann, wenn sich h i s datiin lreine Aussicht ziir Griindung
eines eigncn Heerdes naclr Wunsch zeigt, er an einen Sparpfennig
*)
a*)
Dns wird auch lrein humaner Rlann verlangen.
B.
Alles dieses schliesst aber eine gewiinschte Betheiligung mit jahrlichem Beitrage von y3- '/.. oder auch ganzen Thaler nicht aus, denn
auch beim frijhlichen Mahle gedenlct man der Bedurftigen gern. R.
Vereinsseilung.
225
fur das Alter denkt, den e r jetzt auch schon leichter erubrigen Itann,
da er bei vorgeruckten Jdhren manche Ausgabe vernieiden wird, die
der Jugend unvernieidlich srheint, und zum Theil auch ist. Legt nun
jeder Gehiilfe, d e r das dreiesigste Jahr erreicht hat, jahrlich 20 Tlialer
Preuss. Cour. in eine gerneinsanie Sparcasse, woriiber er ein bundiges Document erhilt; und welclie Suinme er zu j e d e r Zeit, wenn e r
noch ein selhststiindiges Geschiift grunden, oder die I’harmaeie verlassen will, jedoch nur init 2 a I’roc. Zinsen nach einer aufzunehmenden Forniel wiedcr erhalten Iiann. Bleibt aber der Gehiilfe beim Fache,
und erreicht das 60ste Jahr, so werden nicht allein die jahrlich gezahlten Beitrr?ge sondera auch die aufgelaufeiien Zinsen, welche j a auch
schon wieder Zinsen getragen haben, derrnassen hinzugerechnet, so
dass nian eiuem solchen Gehtilren, es mag das Capital bei regelmassig e r Zahlung n u n wirlilich zu 1000 Thlr. herangewachsen sein o d e r
nicht, (vie1 liann nicht daran fehlen, wenn die Anstalt nicht gezwungen ist, eine nur niedrige Zinse nehnien zu milssen,) so erhtilt der
Gehiilfe eine Leihrente von niindestens 100 Thlr., und w o moglich
mehr a h 10 I’roc., nachdem e r inehr oder weniger zur Sparcasse
beitragt, richtet sich die Leibrente nach diesem Blaassstabe. Es muss
aber die Regel festgestellt werden, dass zur Zeit mitidestens 10 Thlr.
d e r Sparcasse iiberwiesen werden iind bei grosseren Suninien diese
inimer durch 5 theilbar sein ~niissen, w i e 10, 15, 20, 25, 30 Thlr. etc.,
fcrner dass fur eine Person das Capital niit Zinsen und Zins auf Zins
nicht uber 2000 Tlilr. wachsen darf, und sobald diese Somiae erreicht
ist, wird das Capital-Coiito geschlossen, so wie auch, dass er nur in
dem oben erwlhnten Fdle, wenti der Geliiilfe selbslstiindig wird oder
das Fach verliisst, sein Geld nichl nllein zurucl\erhalten Itann, sondern
auch zuriicltnehmen muss, weil er uniriiiglich liinger Dlitglied dieser
Sparcasse bleiben darf, wenn sich das Institut nicht iiber den ihni
vorgeschriebenen M’irknogsltrcis liinausverbreiten soil, wodurch eine
Controlo fast unm6glich w e r d r n wurde. Nor die Ausnahme d e r
Regel muss dem Blitgliede der C h s e gestaitet sein, dass er, im Falle
es ungewiss ist, ob er nicht wieder zur Pharniacie zuruclitritt, seinen
Auslrilt 3 J a h r e , hinnusschiebcn darf, aber ist e r innerhalb dieser Zeit
nicht wieder zum Faclic znrucligeltehrt, so wird e r als ausgetrcten
angesehen, und i l i m sein Geld zur Disposition gestellt. Ferner, w e r
einnlal eine Leibrente erhalten hat, Iiann nicht niehr unter dem Vorwande, dass e r das Fach verlassen hat, oder will, seinen Sparpfennig
zuruckerhalten ; ferner wird nach dent Sterbeklle d e r Blitglieder der
Casse, er mag nun schon eine Leibrente erlialten haben oder nicht,
den Erben desselben das Geld nirlit ausgezahlt, sondern es fallt d e r
Casse anheiin, dagegen vergutet dieselbe unter alien Urnstanden die
Kosten eines anstdndigen Begriibnisses.
Da n u n aber leicht miiglicli ist, dass ein Gehiilfe, hex-or e r das
6 0 t s e ’ J a h r erreicht hat, durch Iiranltheit oder L1ngliicksf;dlle verhindert
wird, ferner in saiiiem Fache ein thltiges Rlitglied zu sein, so erhalt
er vom 50sten Jahre eine Leibrente van 8 r r o c , die init 60 Jahren
auf 10 P r o & und dariiber steigen Iiann.
Zwischen 30-50 Jahrcn abcr wird nur eine Leibrente gezahlt,
wenn d e r Empfanger nadhweisen Itann, dass er .durch Unpliicli im
Gesehiift seine Gesundheit zugesetzt hat, oder g a r erblindet ist, und
iiichl mehr als Pharmaceut thltig sein liann. Die Grijsse der in diesen Villen zu zaliletiden Reute niuss sich nach den speciellen Umslanden richten, lcann jcdoch erst niit dern GOstrn Jahre das i?larimum von
Arch. d. Pharm. CSI. Bds. 2. IIft.
45
226
Vereansseilrtng.
100 Thlr. als Zinse von 1000 Thlr. erreichen, indem man annehmen
muss, dam, wenn derselbe bei voller Gesundheit geblieben, er durch
Beitrsge und Zinsen sich dieses Capital wiirde erworben hahen. Ich
zweifle nicht daran, dass fur die Folge, wenn diese Casse einige Zeil
bestanden hat, man auch den jungen Pharmaceuten unler 30 Jahr:
wenn sie iiir GeschBft verunglucken solllen, eine verhaltnissnrlssige
Leibrente geben liann.
Nach meiner Ansicht muss es nicht schwer halten, ein Institut in
dieser Weise ins Leben zu rufen. Der Einwand, dass die jehrlichen
Beitrige zti gross seien, ist unhaltbar, denn w e r nicht 20 Thlr. und
mehr zahlen will, gebe 10 Thlr., natiirlich hat er nach diesetn Rlaasse
auch weniger zu erwarten.
Derjenige Gehiilfe, der mit 30 Jahren noch nicht so vie1 ernste
Lebensanschauung besitzt, dass er selbst fiihit, e l w a s fiir sein sorgenfreies Alter thun zu miissen, oder schon vie1 gethaii zu haben nleint,
wenn e r jiihrlich 1 Thlr. an die Unterstiitzunpsmsse zahlt und dsrauf
fiir die Folge ein Anrecht auf hinreichende Unterstiitznng begrunden
will, hat das Ehrenbafte des lnstituls nirht begrilfen, und nicht an den
Vortheil gedachl, dass ihm sein Depositum, so lange e r Apotheltergehiilfe bleibt, immer zuin Nutzen Itomrnt, nicht verzehrt, auch nicht
durch Ausleihen anf unsichere Stellen verlriimniert wird, und er so
lange er noch nicht eine Leibrenle genossen, sein Capital mit kleiner
Zinse wieder erhalten Irann, wenn e r auf jegliche Anspriiche a n die
Casse verzichtet.
Eine auf vorgeschlagene Weise erworbene Leibrente hat fur jeden
Ehreninann mehr Werth, als eine von der Unterstiitzungscasse zu leistende Pension, welche sich nach dem Bestand der Casse richten muss,
und also sehr ungleich nach Gnnst und Gaben ausfalleo, und sich iinmer nur aiif wenige Thnler heschrinken wird.
Es liegt doch in der Xatur begriindet, dass jeder, so vie1 er nach
seinen Verhaltnisse~nur Irann, zuerst fur seine Zukunft selbst sorge,
und die Gahalte sind j e t z t auch durchschnittlich nicht tnehr so lilein,
dass, wenn die Anspriirhe am Leben nicht ZII gross sind, und in dieser Beziehung sollte sich doch der geselzte 3lann nach seiner Declre
streclren, er reichlich 10-20 Thlr. jiihrlich fur die Sparcasse enthehren liann. \Venn z. B. die Principale anfngen, iliren Gehulfen das
gewohnliche \;Veihnaclitsgeschettli theilweise oiler ganz in einer Sparcassen-Obligation zu uberreichen? Ja, es liesse sich selbst denlcen,
dass die Principale bei deni Engagement eines Gehiilfen iiber 30 Jahr
die Bedingung stellten, dnss er Mitglied der Sparcasse werde. Eine
snlche Bedingung wiirde srhwerlich den Gehiilfen abhalten, eine sonst
gute Stelle anzunehmen.
Bevor dieses pharinaceutische Sparcassen- und Leibrenten-Institiit
ins Leben treten liann, IIIUSS das Ganze eirier Commission zur Priif u n g uberreicht werden; und wird der angegebene Vorschlag ausfiihrbar befunden, dann sind Fiirinliche Slatuten mit kurzgefassten Sedingungen notliweiidig, denn z. E. jedes Nitglied muss sein besonderes Folium haben, worauf sein Capital uebst Zinsen uod jahrlichen
Beitripen zuzuschreiben sind. Solshe Stattiten sind den ApothelterGehulfen iiber 30 Jahre gedruclrl einzuhlndigen, und dirselben aufzufordern, ihre Sparpfennige der Anstalt anzuverlrauen, urn besonders
den llteren Gehiilfen gleich die Gelegenheit zu geben, dadurch, dass
sie ihre Ercparnisse von einem oder mehreren hundert Thalern d e r
227
Vereinszeitung.
Casse anvertrauen, sich ffir ihr Alter eine sorgenfreie Existenz zu
versehalfen. Diejenigen Geliiilfen, welche diese Gelegenheit nicht
benutzen, kiinnen fur die Folge nur bei speciellen Unglucksfallen
etwas erhalten. Ich theile ganz die int October-Hefte des Archivs
Seite 224 ausgesprochene Ansicht eines westpreussischen Apothekers,
und bin ich fast i n demselben Falle wie er, denn mein erster, damals
rioch junger Gehiilfe, den ich bei der Uebernahme des Geschafts vorfand, und der nrehrere Jahre bei mir war, hat seine Ersparnisse dazu
angewandt, sein Gliick in Amerilca zu versuchen, w a s ihni, da e r
weitere Unterstiitzung hei seinein Unternelinien filnd, so gegliiclct ist,
dass e r sich jetzt schon wieder vnn St. Louis nach Deutschland zuriickgezogen hat. Sein Nachfolger als Laborant w a r 7 Jahre bei mir,
und diesem w a r d es durch seine Ersparungen moglich, als er hier
eine Glashiitte auf Actien anlegte, die nicht geringen Kosten, so wie
auch die uni das hiesige Burgerrecht z u erlangen, zu bestreiten, und
seine erste, freilich sehr bescheideno Hiuslichlceit zu griinden. Mein
jetziger Receptarius, der nun fast 23 Jahre i r n Geschaft ist, und mein
Brovisor der Filial-Apothelre, der 11 Jahre derselben vorsteht, haben
Fich beide einen solchen Sparpfennig eriibript, dass sie, d a sie iiber
50 Jahre, wenn d e r Fall eintreten sollte, sich ein sorgenfreies Alter
verschaffen Iciinnen, hesonders wenn sie ihr kleines erworbenes Vermiigen theilweise oder ganz auf Leibrenten geben. Die erwahnten
Faille liefern den Beweis, da das Gehalt der Gehiilfen an allen Orten
ziemlich gleich ist, und derselbe an lcleineren Orten weiter reicht aIs
in griisseren Stadten, es bei sweclcrn%ssiger Sparsamlceit, ohne sich
im lvesentlichen e t w a s abgehen zu lassen nnd selbst beim iifteren
Stellenwechsel der Gehiilt'e uber 90 Jahre gerne 10-20 Thlr. jahrlicli
in die Casse legen Irann.
Xeinen Collegen, d e r in Westpreussen seine Ansicht auspesprochen, rnliss ich aber darauf aufnierlcsarn machen, dass solche Fhlle,
wie er und ich erlebt haben, doch iiiirner nur zu den Ausnahmen gehoren w e r d e n ; denn die IVcchselfalle im Leben sind in der Regel so
mannigfdtig, dass selbst mit dem besten Willen von beiden Seiten
Gehulfe und Principal nicht llngere Zeit hei einander bleihen konnen,
denn in den j i n g e r e n Jahren ist es deni Nanne nicht zu verdenlten,
wenn er sich in dcr Welt, wenigstens im lieben Vaterlande, bemiiht
urnzusehen, da die Gelegenheit, sich wie beim Kaufmanne als Geschlftsreisender engagiren zn lassen, fehlt. Bei vorgeruclctem Alter wird
jeder Gehulfe, wenn die Verlidltnisse es erlauben, gerne da bleiben,
wo e r ist; aber hier tritt der Wechsel im Besitz der Apothelcen, Familienverhiiltnisse der Principale, e r muss z. B. dem zuriickkehrenden
Sohire weiehen, oder sonstige Nile, stiirend ein. 1st d e r altere Gehiilfe erst das Nitglied eines Sparrassen- a n d Leibrenten-Institnts, SO
werden ihn solche Wechselfalle nicht mehr so hart treffen, der neue
Apothelcenbesitzer wird ihn nun gerne behalten, und ist dies aus
tiriinden nicht moglich, so wird es demselben doch Ieicht werden,
eine seinen Verhiiltnissen angernessene Stelle wieder ZII erhalten, d a
jeder weiss, dass wenn das zu engagirende BIitglied in1 Geschaf't
schwach und a l t wird, es doch einein sorgenfreien Alter entgagensieht. Gerade die Furcht, die nahere Behanntschaft eines Nannes zu
niachen, denselben vielleicht licbgewinnen zu lernen, dann nachher
bei d e r miiglichsten Riiclcsicht nicht liinger i m Geschiift behalten zu
ltiinnen, und ihn dndurch dem Dlangel preis gegeben zii sehen, welchem man bei allcr Vorsicht nicht hinreichend alizrihelfcn verrnag,
'15*
228
Vereinszeitung.
dies Vorgefiihl hilt vom Engagement eines solchen Rlannes ab, der
nun seine ltleinen Ersparnisse verzehren IIIUSS, unr nach vielleictrt liurzer Zeit der Unterstiitzung ganz anheim zu fallen. Solche Fiille werden so gut als ganz wegfallen, wenn die Gehulfen einseheni dass sie
nlitglieder einer solchen Anstalt werden nriissen, und werden sie es
nicht, und darben, so tragen sie die eigene Schuld.
Die zu Dessau gefassten Beschlusse, wo ich leider nicht gegenwiirtig sein Itonnte, eignen sich besonders dazu, dies \‘on iriir vofgeschlagene Institut zuerst ins Leben zu rufen; dass die Beitrege aber,
wie da angenoinmen, S O reichlich fliessen, dass der Zwecli auf dieee
Weise \vie gewiinscht erreicht werde, daran zweifle ich sehr, denn,
dass jetzt wirltlich 1000 nlitglieder beitreten, wird schwer halten, und
wenn das nuch wirltlich geschieht, w e r will diese oder ihre Nachfolger zwingen, solche Unlerstiitzung fur die Folge zu zahlen”). Ja, es
zieht dies miiglicher Weise dem Norddeutschcn Apothelter-Vereine
eine Verminderung der Dlitgliederzahl zu, indem die jetzigen nlitglieder, uni sich aller Verbindlichlteit zu entheben, unter irgend einem
Vorwande austreten, und neue Apotheken Besitzer abhalten werden,
sich aufnehmen zu lassen, was man doch uach allen Kraften verhindern niuss””). Also is1 der Grund, worauf die Unterstiitzung gebauet
wird, sehr wandelbar. Nehnie ich wirltlich an, dass 1000 Apothelrergeschafte den gewiinschten Beitrag zahlen, wicviel’ wird dies einbringen, da ich Mutter- und Filial-Apothelie niit nur 6 Personen beschiiftige,
so wiirde die Durchschnirtszahl drei soin, die anzunehmen niir noch
zu hoch scheint, da die nieisten Apotlielien iiur einen Rlitarbeiter und
Vide g a r lteinen beschahigen: denn z. B. im ganzen Herzogthuni
Lauenburg, Fiirstenthum Ratzeburg, und dem Amte Bergeclorf beGndet
sich auf 11 Apolhelien meines IYisseris ltein Lehrling und 3-4 Apothelien haben nicht einmal einen Gehulfen, und dies Kesultat giebt
eine an sich sehr wohlhabende Gegend. Also ltann nian durchschnittlich, wenn man die momenkinen Ausfalle .mi! in Anrechnung bringt,
nur auf 2 Thlr. per Geschaft rechnen, was jlhrlich 2000 Thlr. geben
wird, wofiir nur circa 20 Personen eine einigermassen anstandige
Pension erhalton Itiinnen. Welche sollen da die Begonstigten sein?
Es werden diejenigen sein, welche eine gehfirige Portion Dreistigkeit
besitzen, und nicht bei Zeiten an das Alter dachten, dagegen Bescheidene ihr Leben ltarglich durch einen Sparpfennig fristen +**). Solche
IIirten wird eine nach nreinem Yorschlag ins Leben gerufene Anstalt
-
*)
**)
*”*)
I n der Aufforderung ist von lieinem Z n a n g e die Rede, sondern
nur der Wunscli und die HoKfnung recht vielseitiger Betheiligung
ausgesprochen.
B.
Wenn deshnlb, dass das Directorium sich auf den Wunscli des
Leipziger Congresses und der Generalversammlung entschlossen,
die Gehiilfen-Unterstfitzungs-2ingelegenheifauf einen wurdigeren
Standpunct zu bringen, Blitglieder sich entschliessen liiinnten anszuscheiden, so wRre das wir$lich zu bedauern, nicht sowohl uni
der verminderten Zahl, als wegen der beschrankten Ansichten,
die Keinem zur Ehre gereichen liiinnten.
B.
Dns Directoriuni ‘hat bei den bisherigen Verleihungen yon Pensioncn sich niemals durch die Dreistigkeit der Nachsnchenden
bestirnmen lasscn und zur Ehre derselben Icann der Wahrheit
gemlss gesagt werden, dass niehr grosse Bescheidenheit, als Dreisligkcit sich gezeigt hat.
B.
Vereinszeilung.
229
nicht nrit sich bringen, da eineni jeden 3lilgliede tlas positive Recht
der Leibrenle zustehet, und ist die Basis sicherer, denn es m6gen
Viele oder Wenige beitreten, die zu zahlenden Renten werden immer
im gleicheri Verhaltniss zu ' den hlitgliedern der Casse stehen, und
wird diese besonders dadurch gesichert, dass der Grund rest stehen
muss: dass kein eingeschossenes Capital eher angegrifl'en werdeo darf,
als bis diis CapitaLConto durch den l'od geschlossen ist.
Ua iirein Vorschlag nicht niit dem zu Dessau gefassten Beschluss
im \Viderspruch steht, so niuss icli dringend um eine PrPfung desselhen bitten, und wenn cr sich als nnnehmbnr herrausstcllt, so werde
ich g r r n alles dazu beitragen, denselhen ins Leben zu rufen.
Schliesslicli nitus ich o b r r recht sehr uin Entschuldigung bitten,
wenn ich iin Vorstehrnden niilunter sollle zu weitlSuftig g e a o r d e n
sein, dciin drr \\'unsch, meinem Fnche, dem ich bereils 25 Jahre als
Principal angehtre, nach nieinen h'riften zu nGtzcn, hat mich veranlasst, diese nieine GedanLen so ausftlhrlich niedcrnuschreibeo.
Iin Interessc unsers Faches muss dcr so wichtige Vorsrhlag meines liebrn Freundcs und Collegen Dr. G e f f c l r e n zu recht vielseitiger Priifiing einpt'ohlen werden, die willkommene Ailhalime ini Archiv
!inden soll.
Bley.
3) Vereiiis - Aiigelegeiiiieilen.
Veriinderunyen in den Kreisen des Vereins.
Iiib lireise Siegburg
sind die HH. Collegen W i r t z in Rlarch und S c h m i t s in Nymbrecht mit 'rode abgegangen.
111s Kreise Eircl
ist Hr. Apoth. \ V a l i l e n b e r g in Bullingcn in denvereingetreten.
IIILKreise Emmerich
ist Hr. Apoth. \V i l h e l n i i in Xanten in den Verein gelreten.
I n Krcise Charlollenbccrg
ist Ilr. Apoth. K d r b i t z in 'reltow eingetreten.
Iin Kreise Anrjermiinde
ebenso Ilr. Apoth. \ V e i s s in Neustadt.
Inr Kreise Ilalle
ist Hr. Apoth. P e t e r s e n in lllerseburg wieder eingelreten.
Irr Kreise Dessacc
ist llr. Apoth. P l a n e r ausgeschieden und Hr. Apoth. P u s c h
eingetrelcn.
Itis Kreise Hannocer
ist Ilr. Adminislr. .Mei e r in Winsen ringetrelen.
Ina Kreise Ilildesheim
ist Hr. G o e s c h e in Bockenem ausgeschieden.
Im Kreise Eilenlurg
ist das ausserordentl. lllitglied Hr. Dr. ill e i s s n e r ausgeschieden.
Im Kreise Kdnigsbcrg in Preussen
Find eingetreten: die 1111. Apoth. O e h i n in Tapian, Q u i r i n g
in Barten und F i s c h e r in Damnau.
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
0
Размер файла
617 Кб
Теги
wie, der, gedanken, diesel, den, meine, abzuhelfen, und, mangel, gehulfen, tuchtigen, besprochenen, vielfachen, lehrlingen, uber, pharmacist, sei
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа