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Physikalische - chemische Untersuchung der Schwefelquelle zu Lippspringe.

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Willing,
280
Es sollen dicse Dcmerkungen im Allgcmeinen ~iichts
Scues liefern, sondcrn nur auf erprobte zweckmassige
Ucrcitungsweiscn hindcuten, auf die bei dcr Abfassung der
Pharmakopoe keine Riicksicht genommen ist.
Physikalisch - chemische Untersuchuag der
Schwefelquelle zu Lippspringe ;
vom
Dr. E. Witting.
Die Therme von Lippspringo ward bereits vor mehrcrcn Jahren der Gcgenstand ciner besonderen Aufmerksanikcit von Seiten der Nalurforschcr. Sowohl die Geognosten als auch Chemiker intercssirte die Entdecliung dersclbrn in vielfacher Deziehuns, welche namcntlich durch
die Untersuchungen G. B is ch o f’s gesteigert wurde, der
bekanntlich eincn nicht unbetrachtlichen Gehalt Stickgas
in dicser Thermc ermittelte. Uei meinen Untersuchungen
hatte ich leider nicht die Gegenwart von freiem Stickgas
vcrmulhet. Ich verwoise diescrhalb auf die Abhandlung
dcs vorgedachten Chernikers sclbst. (Poggend. Anna1.j
Interessant ist es, dass in der &ihhc dcr Thermc von
elm
180 R. Temperatur die Quellen der Lippe entspringen, deren Ternperator sich in der Rcgel nur bis
6,50 R. hinauf crstrcckl. Ebenso sind die ctwas cntferntcr liegenden Quellen des Jordans von einer bei
weitem niedercn Tempcratur , und charakterisiren sich
d a d u r ch, dass diesclben kcine Chlorvcrbindungcn enthalten, wahrend sie doch in der Regel in den mcisten QuclIcn vorhanden sind.
Physikalische Heschaffenheit des Wassers.
Das Waescr zeigte nachfolgcnde Eigenschafien :
a) 13ei einer Tcrnperatur der AtmosphBrc von 1 2 0 R.
und 27” 40”‘ Barometcrstand ha1 es
10° R. - Ein ahnlichcr Wiirrncgrad war den lienachhnrlcn schwcfelwasscrsloflialtigen Mincralqucllcn cigen.
+
+
+
+
Untersuchungen des' Schwefelquelle zu Lippsprihge. 28 I
b) Das Wasser war bei heiterer Witterung vollig hell
und durchsichtig, und verrieth durch den Geruch und
Geschmack die Gegenwart des Schwefelwasserstoffgases.
Der Geschmack ist salinisch - bitterlich. Dcr Gelialt des
Schwefelwasserstoffs zeigt sich ausserdem durch Ablagerungen von Schwefelniederschlag an den Seiten des Reservoirs und in den Abflussrohren, wo sich ein humushaltiger Schwefelschlarnm erzeugt, der gleichfalls zum Baden
benutzt wird. Der atmospharischen Luft langere Zeit ausgesetzt, so wie erwarmt, trennt sich auf der Oberflache
des Mineralwassers ein schwefelhaltiger Niederschlag. In
der Quelle selbst entwickeln sich zuweilen emporsteigende
Gasblasen. Ablagerungen von Eisenoxydhydrat waren
weder in der Quelle, noch in den Abflussgraben wahrzunehmen.
Clmnische Eigenschafien.
I. PrGfung auf Scbwefelwasserstolfgas.
I) Basisch-saures Wismuthoxyd ward durch das frisch
geschopfte Wasser augenblicklich braunlich gefarbt.
2) Eine gleiche Erscheinung fand mit den Losungen
des essigsauren Bleioxyds, salpeter- oder schwefelsauren
Silberoxyds, salpetersauren Quecksilberoxyduls und schwefelsauren Kupferoxyds statt.
3) Eine im pneumatischen Apparate erhitzte Wassermense entwickelte ausserdem freies Schwefelwasserstoffgas, das ebenfalls, in Metallsolutionen geleitet, Schwefelmetalle bildete.
4) Metallische Korper, sowohl mit dem Wasser, als
auch mil dem exhalirenden Gase in Beruhrung Sesetzt,
wurden bald dadurch braun gefar'bt.
5) Concentrirte Salpetersaure schied cinen schwefelhaltigen Niederschlag daraus ab.
Alle diese Erscheinungen fandcn nur' bai dem frischen
und auch nach liingerer Zeit mit dem in wohl verschlossenen Flaschen aufhcwahrtcn Wasser statt; in bei 80° R.
erhitztem Wasser jcdoch nicht.
+
2.
Priifung auf frcie Kohlenskure.
1) Setzt man dein frisch geschGpften Wasser in gerin-
9r8a
Witting,
ger Menge Kalkwasscr zu, so zeigt sich eine geringe Triibung durch erzeugten kohlensauren Kalk, bei einem grossewn Zusatze von Mineralwasser wicdcr verschwindend.
2) Durch Erliitzen des Minernlwassers im pneumatischen Apparatc und Leitung des Gases in Kalkwasser wird
die vorhandene Kohlensauro deutlich dargethan.
3) Lackmuspapier ward kaum sichtbarlich verandert.
3. PrNung auf schwefelsaure Salze.
a) Barytsalze erzeugten sowohl im frischen, als auch
im erhitzten Wasser bedeutende Triihungen, die durch
einen Zusatz von verdunnter Salpetersaure nicht verschwanden.
b) Eine ahnliche Reaction zeigte essigsaures Bleioxyd.
4.
Auf Chloride.
Das erhitzle und fillrirle Wasscr erzeugte mit salpelersaurer Silberoxydlosung eine bedeutende Trubung,
unler nachmaliger Ablagerung eines Niederschlages, unl6slich in verdunnter Salpetersaure, jedoch loslich in Ammoniak.
5. Auf kohlenssure Snlze.
Die bei gelindem Feuer zur Tropkniss verdunslete
Salzmasse bewirkte, mit verdunnter Salpetersaure behandelt, ein partielles Aufbrausen.
6. Auf Ilallrsalze.
a) Oxalsauro und oxalsauros Alkali erzeugten im frisch
geschopften Wasser cine wolkenartige Trubung, ebenso
auch im erhitzten und abfiltrirtm Wasser.
b) Kohlensaures Kali bewirkte in beiden Fallen die
Ablagerung cines in verdunnter Salpetersaure unter Aufbrauseri loslichen Niederschlages.
7. Auf Talkerdesalze.
Das durch Erhitzen moglichst vom schwefelsauren
Kalk, so wie von den kohlensauren Salzen befreite (eingedunstete) Wasser wurde mil oxalsaurem Ammoniak versetzt, um vollends den Kalk zu trennen, und hierauf abfiltrirt. Die e r w a r m 1 e Flussigkeit gab
a) mit kohlensaurem Ammoniak einen flockenartigen
Niederschlag ;
C'ntersuchungen der Schwefelguetle zu Lippspringe. 283
b) ebenso mit kohlensaurem Kali. Der Niederschlag
war in beiden Fallen leicht loslich in Essigsaure. Ebenso
zeigte schon der salinisch-bitterliche Geschmack des Mineralwassers, namentlich nach der Trennung des schwefelsauren Kalks, die Gegenwart der Talkerdesalze an.
8. Auf kohlensaures Natron.
a) Das frische Wasser veranderte gerothetes Lackmus-
papier nicht.
6) Der salinische Ruckstand zur volligen Trockniss
verdunstet, mit wcnigem Waeser gelost, filtrirt und das
Abfiltrirte abermals verdunstet, mit einer geringen Menge
Wasser gelost, bewirkte eine geringe blaue Farbung desselben Papiers.
9. Auf Knlisrlze.
Nur in dem durch Einkochen concentrirten Wasser
entstand nach eiaiger Zeit eine geringe Triibung durch
Platinchlorid.
10.
Auf Eisen.
Durch die Reactionen des frischen Wassers rnit Gallustinctur, Kaliumeiscircyanid und IGJiumeisencyaniir konnten durchaus keine Eisenverbindungen wahrgenommen
werden. Ebenso erschien dcr Kickstand nach dem Verdunsten einer ansehnlichen Wassermenge nicht durch Eisenverbindungen gefarbt.
11. Auf Jod.
Ein Theil des Wassers ward mit feingepulvertem
Mangansuperoxyd und etwas concentrirter Schwefelsaure
im Kolben erhitzt und die Dampfe mit Starkemehlkleister
in Beruhrung gesetzt. - Es ausserte sich hier die charakteristische Farbung des Kleisters, auch bei wicdcrholtem
Versuche, jedoch nur spurenweise, aber deutlich. Ebcnso
durch Behandlung rnit Chlorwasser und Salpelersaure.
i2. Auf Brom.
Von 80 Civilpfunden des Mineralwassers auf ahnliche
Weise so verdunstet, dass nach und nach alle krystallisirbaren Salze getrennt wurden, ward die Mutterlauge bis
zur vollstandigcn Sattigung mit Chlorgas im W ou 1 f'schen
Witting,
284
Apparatc hehandelt, und zwar so langc, bis einc etwas
goldgelb gefirbte Flussigkeit gebildct war. Dicsc wurtlc
rnit 6 ihres Volurnens Aether gcscliiittelt und die verstopfte
Flaschc umgokehrt hingestellt. I)ic obenauf schwimmende
iitlierhaltige Flussigkeit erscliicn nach etwa 24 Stunden
nicht rothlich gefirbt und vcrrietli durch Behandluns mit
Aetzkalilaugc u s. w. keinen Brorngchalt.
13.
Auf Pluor.
Der trockene Ruckstand wurtle im Platintiegel mit
concentrirter Schwefelsaure crtiitzt und die hierdurch gcbildeten Diimpfe auf cine mit Wachs iiberzogene und durch
einen Griffel theilwcise vom Wachs entblosste Glasplatte
geleitet. Man bemerlitc hier keine sichtbarliche Corrosion
der durch Linien hezeichnetcn und vom Wachs entblossten Stellen.
Quantitative Ueslimmung des Sch'wefelwassewtoff-und
kohlensawen Gases.
a) 30 Cubikzoll des Mineralwassers unter besonderer
Bcrucksichtigung der Pusscrn Tcmperalur und des Barornetcrstandes irii hydrargyro - pncumatischen Apparatc erhitzt und das Sieden IanSere Zcit fortpetzt, liefertcn als
C;esammtlictrag der Gasarten = 4,15 Cubikzoll.
A) Auf glciche Wcisc 30 Cubikzoll im Glasballon anhaltend zum Sicden crhitzt und die Bntbindungsrahrcn
untcr cincn init Chlornatriurnliisung (im crwiirmtcn Zustandc) angefullten graduirleri Cylinder geleitct, ergabcn
nach verschicdcncn Versuchen = 4,20 Cubikzoll sammtlichcr Gasarten. Diesc lctzteren crwiesen sich (wic unten)
als cin Gemenge von Schwefelwasscrstoffgas, Kohlensiiure
und atmosphiirischer Luft.
S c l i w e f e l w a s s e r s t o f f S a s . - Es wurdcn 5 Civilpfundc des unter dem Mivcau dcr ()ucllc geschiipften Wasscrs in einom darnit angefulltcn Glasballon, dcr sogleich
niit einer zu verschlicssenden GascnrbindunSsrohre versehen ward, iiber Larnpenfcuer erhitiit, nachdern zuvor die
Riihre in eincn andcrn mit essissaurer Bleisolution verselicncii llallon geleitet war. Erst nach langerer Erhikung
Unterscichungen der Schwefelquclle zu Lijpvpre'nge. 285
und nach dem Sicclen wurde das Schwefelwasserstoffgas
entbunden. Die Operation wurde bis zur volligen Trennung desselben fortgesetzt und das erzeugte Schwefelblei
nach dem Ablagcrn auf ein Filter gebracht, und dieses
spiiterhin gewogcn. Sein Gewicht entsprach = 26,750 Gran
an Schwefelblei. Es wiirden daher fur 1 Pfd. dcs Mineralwassers 5,350 Gran des Niedersclilages zu berechnen sein.
Nimmt man an, dass G Gran Schwefelblei etwa 0,8004 Gran
Schwefel, oder 0,850 Gran Schwefelwasserstoffgas, gegen
2,20 Cubikzoll desselben liefern, so wurde man fur obige
Menge von 5,359 Gran auf 1 Civilpfund berechnet, einen
Gehalt = 2,0,15 Cubikzoll an Schwefelwasserstoffgas zu
bestimmen habrn.
Ein ,ilinlicher Versuch ward so angestellt, dass das
Schwefelwasscrstoffgas in eine ammoniakalische , salpetersaures Silberoxyd enlhaltende Lijsung hineingeleitet
ward, so lange sich noch ein Niederschlag von Schwefelsilber erzeugte. Letzterer vorsichtig gcreinigt, abfiltrirt
und ausgesiisst, wog nach dem Trocknen 27,50 Gran fur
5 Pfd. des Mineralwassers, 5,50 fur 1 Pfd. Entsprechen
nun gegen 2,50 Gran des Pracipitats etwa 1,20 Cubikzoll
Schwefelwasserstoffgas, so wiirden wir f i r obige Menge
2,40 Cubikzoll desselben erhaltcn ")
K o h 1 e n s a u re. - Vier Civilpfunde dcs Wasscrs wurden im oben erwahnten Apparate erhitzt, und das sich
entwickelnde Gas durch Kalkwasser absorbirt, und zwar
so, dass die Quantitat des gelosten Kalks hinreichte, die
durch langsames, jedooh kraftiges Erhitzen sich entwickelnde Kohlensaure als einfach kohlensauren Kalk zu
absorbiren. - Der
- gebildete Niederschlag wurde scbnell
-
*) Dieser Versuch ward auch durch nnniittelbere Vermischunp
des Mineralwassers niit der Ammoniaki~l- Silberoxydsolution wiederholt, und durch einen griisseren Zusatfi von Ammoniak des
Clilorsilber geliist erhalten. Hinsichtlich der Quantitit des Niederschlags fand nur eine geringe Differenz von dein ohigen
skatt. Wenig iibereinstiinmend war jedoch der Versuch mit Knpferoxydl6sung. Die leichte Oxydationsfahigkeit des Niederschlags
diirfte hieran Schuld sein.
288
Witling,
unter mijglichsten Abscliluss der Atmosphiirc ausgesusst
und gotrocknet. Sein Gcwiclit war = 4,64 Gran. Diese
Mengc entspricht 2,02 Gran Kohlensiiure. Nimmt man
fiir 1 Cubikzoll derselben tlas Gewiclik ctwa cines halben
Gram an, so wurden f i r , h Pfund des Wassers gegen
3,75 Cubikzoll, mithin fur 1 Pfd. nur 1 Cubikzoll der
Da dieser
Kohlensaure angenommen werden kiinnen.
Vcrsuch jcdoch manche Kachtheilc gewahrt, so wurdc
dns sich entwickelndc Gas mit allcr Vorsicht in cine Auflosung von Chlorcalcium mit Ammoniak gclcitct. (Vcrgl.
H. R o s e anelgiische Chem. lld. 2.8. $15. u. s././ Der hierdurch erzeugte Kiederschlag wog 5,25 Gran und en{spricht daher f i r C Pfund gcgen 4; Cubikzoll oder fur
1 PI'und 1,10 Cubikzoll an liohlensaure. - Eino WiederIiolung des Vtwsuchs crgab nur eine geringe Differenz.
A k m o s p h i i r i s c h e L u f t . - Ilire Gegenwart wurde
mit Hiilfe des Queoksilbcrapparats so dargethan, dass
zuerst das aus dem Wasser cntwickelle Gas mit einer
essigsauren Bleioxytllijsung wiedcrhol t in Beruhrung gesctzt,
und liierdurch Schwef~lwasserstoff~as
absorbirt wurde.
Das nicht absorbirte Gas ward niit Aetzkalilosung auf
iihnliche Weise bchandelt, und hierdurch die Kohlensiiure
aulgcnornmen, whhrend ein geringer Antheil = 0,55 Culjikzoll Gas unabsorbirt blieb. Diese wurden a m der
graduirten. die Ihlilosung enthaltenden Rohre vorsichtig
in ein kleines Glas, mit Schwefelkaliumliisung angefullt,
so geleitet. dass dieses mi& Hulfe cines kleinea Glastrichters unter dern Niveau der Losung geschah. Hierauf
ward das Gefiiss auf ahnliche Weise verschlossen, und
dor Inhalt wiederholt urngoschiittclt, und unter dem Niveau
von Zeit zu Zcit geofhet. Das Gas wurdc theilweisc
nbsorbirt, indem zugleich cin Ruckstand verblieb, der sich
wie Stickstoffgas verhielt.
Da jcdoch dcrselbe bci eincr so geringcn Mcnge von
Gasarten unmiiglicli gcnau bestimmt wcrdcn konnte, so
wurde der Vcrsuch dahin wiederholt, dass cin Gasgemenge
aus 4 Pfund dcs Wassers gewonnen, auf obengedachte
Wcisc! hcliantlclt wurdc. - Von ,17,60 Cubikzoll Gas
-
Untersuchungen der Schwefelquello au Lippspringe. 287
verblieben nach dcr nehandlung rnit essigsaurer Bleioxydlosung, mit Aetzkalifliissigkeit, und nach dem anhaltenden
Umschutteln rnit Schwefelkaliurnlosung (wohei letztere sichtbarlich aufgehallt wurde) nur 1,i5 Cubikzoll einer Gasart iibrig, die sich wie Stickgas verhielt, und dem Volumen nach dem des absorbirten Sauerstoffs, so wie das
Verhaltniss heider in der almosphtirischen Luft obwaltet,
gleich gesetzt werden kann.
Die geringe Differenz mochte ich weniger in einem
wirklichen Ueberschusse des Stickgases, als durch das
Experiment selbst herbeigefuhrt, suchen. Die in einem
Civilpfundc des Aheralwassers angegebenc Menge von
4.50 Cubikzoll, bestand nach rnittlercrn Durchschnitt obigcr
Versuche aus:
Schwefelwaeserstoffgfgas
. . . . . . . .. , 2,015
.. .. . . . . . . . . . . . . 1 , i O
Atmosphlrische Luft (mit geringem
Ueberschuss an Stickgas) . . . . . 1,06
Kohlensiuro.. .
Cubilrzoll.
tt
Quantitalive Bestimmung der fixen Bestandtheile.
25 Civilpfunde des frisch geschopften Wassers wurden
Iiei hochst gelinder Warme in Porceilangcfassen im Sandbade, geschiitzt vor Verunreinigungen, zur Trockniss verdunstet. Es ward eine zuerst krystallinische, durch
spateres Eintrocknen staubige Salzmasse erhalten , die
555 Gran an Gewicht besassen, daher fur jedes einzelne
Pfund %,20 Gran dieses Salzgemisches. Dieses besass
ei-n nur wenig gefarbtes Ansehen, und war von bitterlichsalinischem Geschmack. Weniger ziir Trockniss verdunstet, in mehr wasserhaltigem Zustande erschien der Ruckstand krystaliinisch, farblos und hetrug fur jedes Pfund
26,10 Gran.
Der trockne Ruckstand von 12; Pfd., also 2iT,50Gran,
wurde wiederholt rnit rnoglichst wenigern destillirtem Wasser erhitzt, so lange dieses noch leichtlosliche Salze aufnahm. Das Geloste ward d u d ’ s Fillrum gelrcnnl, uncl
der Ruckstand ausgewaschen. Die fiitrirk Flussigkeit
wurde zuerst einer Untersuchung unterworfen. Sic rcagirte
auf gercthetes Lackmuspapier schwach alkalisch.
288
Witting;
I.
I) Das Fillrirte wurds vorsichtig mit essigsaurer Barytlosung zerlegt. Der hier erhaltene gut ausgesusste und
getrocknete Niederschlag verhiclt sich wie schwefelsaurer
Raryt = 64,35Gran, und cntspricht einer Quantitat Schwefclsaure = 23,12 Gran.
2) Der geringe Ueberschuss von cssigsaurern Baryt
wurde wiederum durch einige Tropfen Schwcfelsaure
entfernt. Das hiervon Abfiltrirte vorsichtig mit salpetersaurer Silbcroxydlosung bchandelt, lieferte einen Nicderschlag von Chlorsilber = 24,25 Gran, der auf Chlor berechnct = 6,12 Gran enthiilt.
3) Eine geringe Spur des Silbersalzes wurde durch
etwas Chlorwasserstoffsaure gefallt, das Chlorsilber entfcrnt und das Abfiltrirte rnit oxalsaurem Arnmonbk zcrlegt. Der hierbei erzeugte Niederschlag von 8,s Gran
cntsprach 3,75 Gran an Kalk.
4) Die hiervon abfiltrirte Plussigkeit wurde erhitzt
und mit Kalilauge versetzt. Der sich trennende voluminose Niederschlag wog nach gehoriger Absonderung u. s. w.
= 7 Grap, und verhielt sich wie Talkerde.
11.
Der in Wasser unlosliche Ruckstand (S. oben) wurde
hierauf mit verdunnter reiner Chlorwasserstoffsaure behanclelt. Es erfolgte ein Aufbrausen, wobei der Gewichtsverlust an Kohlensaure zugleich rnit bemcrkt wurdc, obwohl
liiernach keine genaue quantitative Bestimmung der Kohlcnsaure zu gcwinnen ist. Das Geloste mit reinem Wasser verdiinnt, wurde abfillrirt und der Ruckstand gehiirig
ausgesusst.
Aus dcr abfiltrirten Flussigkeit wurde:
a) die Schwefelsaure durch essigsauren Baryt gefall t.
Der Niederschlag wog getrocknet 30,87 Gran, entsprehsnd
40,60 Gran Schwcfelsiiure.
6) Durch kleesaures Amrnoniak wurde der Kalkgehalt
uefallt. Der Niederschlag wog 40 Gran, entsprechend
:7,62 Gran Kalk. Fesl dasselbe Resultat wurde erhalten
Utitersuchungeii
dey
Schtoefekguelle
EU
Liippringe 289
durch Gliihen des oxalsauron Kalks im Platinticgel und
Verwandelung des kohlcnsauren Kalks mib Schwcfelsaure
in schwefelsauren Kalk.
c) Die hiervon abliltrirtc Fliissigkeit lieferte im erhi~zten Zustande mit kohlensaurem Kali einen voluminbsen
Niederschlag, dcr 2,l5 Gran Talkerde betrug.
d) Dcr von der Behandlung mit Ch10rwasscrstoffsinr.c
verbliebene gut ausgesusste Ruckstand besass cin fast
farbloses Ansehen und wog scharf getrochnct 149,25 Gran.
Derselhe ward im Platintiegel mil Kali und ctwas Wasser
scharf eingetrocknet und vorsichtig gegliihct. Die Masse
ward hicrauf in verdunnter Chlorwassersloffsiiure aufgelost, auch der Ruckstand aufs neue wie oben bchandelt,
und wurden hierauf siimmtlichc Flussigkeiten zuerst mit
ossigsaurer Barytlosung versetxt, und der crzeugte Niederschlag darauf nach dcm Aussussrn u. s. w. getrocknet.
Er wog 24,6 Gran, und entspricht an Schwefclsiiurc
84,55 Gran.
e) Die hiervon abiiltrirle Fliissigkeit ward mil oxalsaurer Aminoniaklijsung versetzt und der Niederschlag
gesammelt. Er wog lh4,30 Gran und entspricht G3,GO Gran
Kalk. Auch dieser kleesaure Kalk ward (wie obcn) in
trocknen Gyps verwandelt und hiernach berechnct.
Bei obigcr Zersetzuns dcs Riickstandes mit Actzkalr
und Chlorwasserstoffsiiure vcrblieb zuletzt ein schr geringer unloslichcr Ruckstand, der wiederholt erhitzt, aucli
mil Wasser u. s. w. behandelt sich als Iiieselerde auswics
und wold als zufalliger Gemengthcil angcsehen werdcn
muss. Ebcnso fanden sich Spuren von Thoncrdc in dcr
mit Chlorwasserstoffsiiuro aufgelijslen hlassc. Sie trcnnlc
sic11 nach der Absonderung des Kalks durch kohlensaures Kali.
111.
'Es wurden hierauf mit einer neuen Salzmnsse Vcrsuche
auf die Gegenwart des Natrons untcrnommen. Zu diesem
Behufe ward die Masse des Riickstandes scharf gelrocknet und mil heissem destillirlcrn Wasser erschopft Diesc
FIiissiSlteil auf's n e w zur Trockniss verdunstet und mit
19
Arch. d. Pharm. CI. Bds. 3. Hfl.
290
witting,
wenigem Wasser gelost, zeigte mit, gerothetem Lackmuspapier schwache alkalische Reaction, so auch mit verdunnter Salpetersaure behandelt, ein schwaches Aufbrausen.
Dieses konnte schon auf die Gegenwart einer geringen
Menge kohlensauren Natrons hindeuten, wahrend der Srossere Theil diescs Alkalis an Schwefelsaure gebunden, oder
auch als Chlornatrium zugegen sein musste.
Eine neue Menge des salinischen Ruckstandes ward
hierauf mit Wasser in der.Hitze behandelt, so lange noch
etwas gelost wqrde. Die Pliissigkcit wurde nach oben
bemerkter Methode von der Schwefelsaure, vom Kalk,
von der Salzsaure, Talkerdc u. s. w. befreit, das hiervon
abfillrirte Fluidum im Porcellangefasse zur Trockniss verdunstet, und die Masse ini Platintiegel gegluht. Mit verdiinnter Schwefelsaure hehandelt, loste sich dieselbe bis
auf einen sehr geringen Ruckstand und stellte cine farblose Flussigkeit dar. Sic wurdc abermals filtrirt und nach
der Verdunslung zur Trockniss vorsichtig gegluht, wobei
ein salinischer Ruckstand, = 22,28 Gran an Gewicht, verblieb, der sich wie schwefelsaures Natron verhielt, und
wobei sich die Gegenwart des Natrons auch unter andern
Versuchcn, noch durch die gelbe Farbung der aussern
Flammen vor dem Lothrohre erwies. - Uebrigcns war
eine Seringe Menge von Kali dem Rhckstande beigemischt,
indem die concentrirte Losung desselben mit etwas Platinchlorid versetzt, eine gelbliche Trhbung hervorbrachte.
Berechnung der nufgefilioidenen Bestandtheile.
12) Die unter 2) crhaltene Dlenge von 22,12 Gran
Schwefelsaure konnte hier zuntichst an Natron und Talkerde gebwaden sein.
Von dieser Menge sattigen 10,81 Gran Schwefelsaure
8,4.4 Natron und geben 19,25 trocknes schwefelsaures
Natron. Die ubrigen 94,21 Saure satligen 5,77 Talkerde
und bilden so 16,98 schwefelsaure Talkerde.
2) Die gefundenen 6,12 Gran Chlor konncn hier nur
an Calcium, Magnesium und Natrium gebunden sein. Hiernach berechnet, ergiebt sich :
Untersuchungen der Schwefelqude zu Lijppriizge. 204
a) Dass 466 Chlor 2,66 Calcium aufnehmen, dahor
7,22 Chlorcalcium gebildct werden.
6) Es verbleiben noch 1,46 Chlor. Von diesen sattigen aber 1,05 eine Wenge von Magnesium = 0,75,
so dass im Ganzan 1,70 trocknes Chlormagncsium
zugegen sind.
c) Es verbleibt eine geringe Menge von 0,41 Gran Chlor,
die einer Quantitat von 0,30 Natriurn, rnitliin 0,76
Chlornatriuni entsprechen, wenn 4.0Natrium GO Chlor
sattigen
Dass nun obige Berechnung init der Untersuchung
in) Einklange steht, geht aus den direct bcslirnmtcn Uasen
hervor.
3) Unter 3) fandcn wir 3,75 Gran Kalk. Dicse cntsprechen 2,70 Calcium und erfordern 4,M Chlor.
4) Nach 4) waren 7 Gran Talkerde vorhanden, von
denen :
a) 5,77 Gran ziir Sattigung von 1131 Schwefelsiiure;
b) 1,23 Gran als 0,55 Magnesium zur Sattigung von
1,05 Chlor hinreichten.
5) Nach 11. a) wurden an Schwefelsaure = 1O,(iO Gran
gefunden. Dime Saure konnte hier ursprunglich nur an
Kalk gebunden sein. Sic erfordert davon, um trocknen
schwefelsauren Kalk zu bildcn 7,64 Gran. Daher waren
1794 Gyps vorhanden.
6) Nach 11. 6) ist ein Kalkgehalt von 17,62 Gran zu
berechnen, wovon obige 7,54 Gran Kalk in Abzug zu brim
Sen sind. Der Rest von 10,08 Gran ist jedoch als kohlensaurer Kalk in Anspruch zu nehmen. Sic entsprechen
7,86 Gran.
7 ) Nach 11. c) erhielten wir 2,15 Gran Talkcrdc, dic
als kohlensaure Talkerde 4,44 Gran geben.
8) Die unter 11. d) und e) erhaltenen Niederschlage,
yon 84,55 Gran an Schwefelsaure und 63,GO Gran an Kalk
lassen sich gegenseitig als 448,15 Gran trockrien schwefelsauren Kalk berechnen. Diese blcngc ist derjcnigcn
des Rijckstandes = 149,25 Gran sehr nahe gleich, indem
19 *
292 Witting, Untersuchuwg d. Scliwefelquelle zu Lippsprdnge.
dcr geringe Ueberschuss der Kiesel- und Thonverbindung
anhetmfgllt.
9) Unter 111. crhiclten wir 25428 Gran trocknes schwefelsaures Natron, die (wic oben gesagt) 10,25 Gran als
Chlornatrium und kohlensaures Natron betragen.
Uebersicht der feesteii Bestandtheile in 12 y2 Civalpfunden
des Wassers.
I ) 49,25 Gran trocknes schwefelsaures Natron entsprechen 43,61 Gran wasserhaltiges Salz.
2) Die 16,98 Gran trocknc schwefelsaure Talkerde
entsprechen 29,W Gran krystallisirtes Salz.
3) 7,36 Gran trocknes Chlorcalcium liefern 15,36 Gran
wasserhaltiges Salz.
4) I,SO Gran .trocknes Chlormagnesiun~geben 3,48 Gran
wiisseriges Salz.
5) Erhielten wir 0,80 Gran Chlornatrium.
6) Es wurden an trocknem schwefelsaurem Kalk im
Gnnzen (97,94 148,15)=166,09 Gran erhalten, die an krystallisirtem schwefelsaurem Kalk = 209,65 Gran geben.
7) Die Gcsarnmtmengc des kohlensauren Kalks betrug
17,86 Gran.
8) Die kohlensaure Talkerde, = 4,44 Gran, im trocknen Zustande entspricht sie wasserhaltigem Salz von
7,26 Gran.
9) Die Men e dcs trockncn kohlensauren Natrons =
5 6 4 Gran bcrccinet sich mit 45,20 Gran als hrystallisirtes Salz.
Die gasf6rmigen und festcn Bcstnndtheile fur e i n Pfund
des Mineralwasscrs, letztcrc wasserfrei berechnet, betragen
in I Civilpfunde des Wasscrs:
Schwefelwasserstoffgus . . . . . . . . 2,015 Cubikzoll.
Kohlensiure.. . . . . . . . . . . . . . . . 1,120
Atinosphlrische Lufl. . . . . . . . . . 1,060
+
P
rt
I)
Summa 4,195 Cubilrzoll.
Schwefelsaurer I h l k ......... 13,28 Gran.
Schwetolsaure Tallterde. . . . . . 1,30
,,
,
Kohlensaurer Kallr.. . . . . . . . . . 1,43
Kohlensaure Tallcerde.. ...... O,S6
,,
Kohlensaures Natron . . . . . . . . . 0,44
,,
Chlortalciuni ............... 0,14
Chlornatrium.. .............. O,O6
Chlorcalciuni. . . . . . . . . . . . . . . . 0,46
II
Jod, liali, Alnunerde, Kieselerde
uud Extractivsloffe. . . . . . . Syuren.
Suniina 17,17 Grrn.
--- -t.-
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lippspringe, der, physikalischen, chemische, schwefelquelle, untersuchungen
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