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Ueber Apothekenconcessions - Angelegenheit.

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Vcreinszeitu ng .
:34.0
ioie nuf leichlc l m sch71clle
~
Weise die von den Aerztcn
f'rstgrsclztcn Blengcn dcr Verunrciiiigung zn crlcennen seien. Man
liiinnte wohl iiuch dcn Aiisdrnclc ,,bestimnite Rlengc" wcglasse~i und
bci allcn dic Beslieimung nnch Hnndert- und Tausentli.lieilen angebcn.
\Vie dics anssufiihren, hat G a y L u s s a c gezeist in dcin Wcrlirhrn : ,,Vollstiindiger Untcrriclit iibcr das Vcrfiiliren, h b e r aiif nasscni
\Vegc zii probircn. Von G a y L u s s a c , Rlitglied tlcr franz. Acadcmic ctc. RIit 6 Ihplcrtafeln. Braonscliweig, bci Vieweg et Sohn.
1633.'' Anl iihnliche Art miissten allc schiidlichc Stolfe in Beziig
;iul ihre Entdcclcungswcise nntcrsncht and bcstinniit wcrdcn.
Dicsc vorliinfig cntmorfene Idce zur Bcantwortiing dicser mcdicinnlpolizeilichcn Frngc Icgc ich liier dcn Herren Chcnriltern und Pharmaccnten znr Benchtiing nnd weitern Bcsprcchnng vor, ond werdc
iiuch in dcin Blagasin fur Staatsarzneikandc diescii Anfsatz inittlicilcn,
nni die Ansichten der llcrren Aerzte duriibcr zu hiircn.
;uswcheei,
-
-
Beitrng r u m Bezoeise der Nothz~widigkeitceit strcnggeregelter
mediciiiall~olizeiher Aufsicht iiber den Verlcauf von
I;ebensbedurfnisse?l; zron Dr. L. I;: B 1e IJ.
nlir ward von cincm Gutsbesitzcr cine Flnschc Uranntwcin zugcstellt, iiiit dcin Ersuchen ciner chemischen Yriifung dcsselbcn, da dcrsclbe ihm verdiichlig vorltomme, indeni der Brarlnlwein sowol~l in
lcleinen Partilielclien obenanf schwiminend, als in cinem Kiederschlagc
auf dcm Boden dcs Fasses einc griinliche nlasse enihaltc, wclche ihni
Griiiispan zu sein schcinc. Die Prufung ergab : dass dicses schlechtc,
triibe, Tusclig riechende Dcstillalionsproduct stark ktipferhaltig war und
die griine Blnsse wirklich in Griinspan bestand, wclrlier bci sorgloscr
l)estillation und wahrschcinlich schlechter Bescliaffcnhcit der Destillirgcrithschaft sich crzeugt hatte. \Vie lciclit hiitte bci gcringcrcr Vorsiclit clcs Gutshcrrn dcr griisste Kachtheil riir seine Lcutc als Consnniciitcn cntstelicn kiinncn ! Ich riihlte micli \.erpfliclitct, diese Thatsachc der Bchiirdc niilziillicilcri und anf die fiothwcndiglceit einer Ilerstellung gercgcltcr Aufsicht aufnicrlcsnin zu ninchcn. Die ltiirzlich nocli
iibcr solchc GegenstBnde von uuscrn Frcnnden, den Herren DDr. 11e u
r e r uncl V o g c t, zur Sprachc gcbrnclitcn vielfdtigen Vcrfiilschungen
und Veruureinigungen von Lcbeiisbcdiirfiiisscii bcwciscn es unwiderleglicli, wie jcnc wiiiisclicns\rertlic sorgfiiltigc Ucaiifsichtigung hiichst
tlringcnd sicli erwcisc! Rliiclitcn die holicn Bcliiirden dafiir die gerigiirtcn illaassrcgeln trcffcn zn niclircrni Schntzc des Lcbcns und dcr
Gcsnndhcit !
-
2) Ueher Apo thekenconcessions - Angelegenheit.
Uochster Erlnss Sr. Mnjestut cles K ihip von Preztssen in
Concessions - Ange leg enheiten d e r Ap othelcer.
-
Die Verfiigung Unsers Ministers der Medicinal Angclcgenheitcn
vom 13. Aag. 1842, in Bcziehung auf welche Unsere getrcuen Stinde
den hntrag marhen, dnss sic nnr bci d r n lciinftig zii crthcilcndcn Concession en znr Anlcgnng nenrr A pot lirleen z nr Aowcndnng Loinmen
iniigc, hat den Zweck, dns bei IVicderverlciliong ciner zur Erledigung
gcliomnicnen Concession ZII Iicobnchtendc Vcrftihren gnnz mit der Natur
tlcs l{cchts, welches dcr friilicr conccssioniric Apothclier bcsesscn uncl
tlcr ncn 1.11 conressionirentlt~ crwcrben soil, in Ucbereinstiinmung ZII
j’er-citisreilutig.
34. 1
bringen. Zugleich sollte dadarcli nlissverstiitidtiissen iibcr die N;itur
jcnes Rechts vorgebeugt werden, welche iifters Anlass zu fiir cinzclne
Personen sehr ,nachtheiligen Gescliiilten gegeben haben. I~cincswcgs
ping aber die Absicht dcr gcdacliten Verfiigung dahin, in denjenigeii
Bcstininiungen irgcnd eine Acndernng hcrbciznfiihren, welclie die OrtlrcUnscrs hochseligen Vaters Illajestiit voni 9. 1)cc. 1827 zii Gunsten dcr
Descendenten eines concessionirten Apothelters, oder durcli Unscre
eigene Ordre vom 8. Rlirz 1812 i n i 1~;illedcr IYicdervcrleihung einer
crledigtcn Concession a n eincn neuen Erwerbcr zu Gunstrn dcs bisherigen Apothelters oder dessen lirben entliilt.
Bei den Rlannichfaltiglteiten dcr Intcrcsscn, welche sicli in dcr
Soche beriihren und neuerlicli yon inehreren Seiten, nach verschicdelien Richtungen hin, zur Spraclie gebracht wordcii sind, hat Ilnscr
Minister der Medicinal Angelegenheiten eine iieiic Eriirterung der Angelegenheit in ihrem ganzen Zusat~ii~ietiliangc,ohne jedoch das l‘rincip, in Polge desscn die Apothelicrpri~ilcgicnau$ehoben worden sind,
dabei irgend in Prage zu stellen, eingcleitet, wobei aiicli der von Unscren gctreuen StAndeii gemachte Antrag in Erwlgung gezogen und
zit Unserer Bcschlussnahme vorbereitet werden wird. (Aus den&Landtugsalschiede, Voget’s Notiten. 1844. N o . 2.) B.
-
Hone ~ I i r ~ i s t e r i a l ~ e r f ~vorn
g ~ n10.
g Jaiiuar 1844.
Des Kiinigs BIajestAt haben auf tneincn Antrag, mittclst allerhijrlister Ordre vorn 23. Dec. v. J., niich zu ernilchtigen geruhet, in Fallen, wo ein bloss mit persiinlicher Concession verschencr Apethelter
seineni zur Ausiibung der Pharmacie vorschriftstn5ssig qualificirten Sohne
oder Enltel die Apothelte bei seineri Lchzeiten jibcrtragen oder durch
letztwillige Verfiigung zugewendet hat, oder dcr so qualificirte Sohn
oder Enltel cines Apothclters die Apothelte aus desscn Nachlasse iibcrn~hnienwill, zu Gunsten eines solchen Sohncs oder Enltcls, in sofcrn
ich die Umstande danach angetlian fitnde, eine Ausnahme yon den
sonst bei Wiederverleihunp erledigter Apothelterconcessionen in Gemiissheit der Verfiignng vom 13. August 1812 statt findendcn i i k n t lichen Concurrenz eintretcn zu lassen.
Die Piinigl. Regierung veranlassc ich in allen FAllen, in welrlten
iinter den angegcbenen Voraussetzungen cine Dispensation von der
iiffcntlichen Concurrenz bei Wiedcrverleihung einer persiinlichen Apothekerconcession angcinessen ersclieint, oder von den Interessentcn in
Antrag gebracht wird, zu einer Entscheidung Bericht zu erstatten.
Berlin. den 10. Januar 1814.
Der Minister
E i ch h o r n .
Wenn man erst die betreffeude Stelle BUS dem rheinischcn Landtagsabschiede und dann dicse doch offcnbar spiterc Circularverfiigung
des Ministers liest, so muss man an der ganxen hiiliern Medicinalverwaltiing irre werden, und man darf mit Recht fragen : war jener
Landtagsabscliied ohne Wissen des Ministeriums der RledicinalAngelegenheiten ausgearbeitct und hattc diese hohe BehBrde jenen
Lnndtagsabschied den 10. Januar 1844 noch nicht zu Gesiclit beltonrmcn ? und wenn das der Fall gewesen ware, lronnte dann eine solche
olrenbar mit demselben irn Widerspruche stehende Circularverfiignng
erscheinen? *)
H.
,>)Wir diirfen gewiss der Weisheit des Hrn. Ministers vertrauen,
dass sie allcs noch iin Sinne der Wohlfahrt der Pharniacie, als
von dcni allgcnieinen Bestcn unzertrennlich, ordnen werde ! B.
342
Vcreitis: eitung.
rieber die I(echtscei.h6ltnisse und das Eigenbhum der con-
cessionirten Apotheker in Preussen, aus dem Gesiclrtspuncte des Hechts zind des Cemeintvohls; aon C. F.
K o ch, Fiirslenthunts - Gerichtsdirector in Neisse.
Die Apothclterlrnnst gewerblich und zweckentsprecliend zu treiben, erfordert kostspielige Vorbereitungen, Anstalten , Einrichtiingen
nnd Rlittel, welclie nnr unter der Voraussetzung und Erwartung geinacht und angescliatft wverdcn Iionnen, dass dns Unternehnien SO
gewinnliringend sein werde, als erfordcrlich ist, om nicht nur seine
Auslagen wieder zu erhalten und das Aiilageltapital gesichert und erzinst au sehen, sondern auch seine Kunst hinliinglich bezalilt zu erhalten. Ware das Gewerbe der Apothekcrkunst viillig unbesehriinlrt, so
wiirde sich eine so grosse Anzahl Apothelter ansiissig. machcn, dass
anf jenenGewinn gar nicht niehr zu rechnen. Die Folge davon wiire
Verschlechterung der Anstalten, Unvollstlndigkeit des Arzneivorraths
(weil Riernand kostspielige, seltcn gelbrdcrte und leicht verderbliche
Droguenartilrel halten wiirde), Sclilechtiglreit des Vorhandenen, und
wer weiss, was noch mehr, an wirklichen Uetrug nicht erst zu denken, und die endliche Folge wiire Gefiihrdung, wo nicht gar wirliliche
Beschadigung des Publicums. Diese Kiicksichten verursachten schon
vor Alters eine Beschriinkung dicses Gewerbes in der Art, dass nicht
willkiihrlicli eine Apothelte eingerichtet werden durfte. Die iiltcstc
Form ist die Ertheilung von l'rivilegien durrh die Obriglteit des Orts;
in der neuern Zeit ist die Befngniss, Privilegicq zu geben, an die
Obrigkeit des Staats dbergegangen, wie ued warum gehdrt nicht hierher. Derartige Privilegien waren Gerechtigkeiten, die im Verkehr wiv
(hndstticlre behandelt wurtlcn? nur dass, wie sich versteht, nur ein
Hunstverstsndiger das Privilcgiuni ausiiben, d. h. diesen Gegenstaud
des Eigenthums benutzen ltonnte. Durch Ertheilung solcher Privilegien ward der Obrigbeit noch niclrt das Recht genoninien, noch andern Personen ein gleichcs Privilegiuin zu geben: dazu wirkte erst
das sogenannte Exclusivrecht. Es ltam Tor, dass in Privilegicn die
Zusage ertheilt wurde, man wolle die Zahl der schon gegebenen Privilegien nicht vermehren. Hicr war nun die Befugniss der Obrigkcit:
neue Anlagen zu erlauben oder zu verbieten, ebenfalls ein I'rivatelgenlhumsrecht gewordcn ; etwas, welclies in einem wohlgeordneten
$laate, nach heutigen Ansichten, eine Unmiiglichkeit ist. Daher ist ein
solchcs Exclusivrecht durch peuere Gesetzgebung ganz ausgcliisclit nnd
die Obrigbeit ist wicder in ilir Recht getreten, nach den1 Bediirfnissc
zu bestiiiimen ; ob neue Anlagen statt finden sollen oder nicht. Dieses
geschieht nun lieutiges Tages durch sogciiannte Conccssioncn, welclic
sich yon der alten Foris, den Sogenannten Privilegien, dadurch uuterscheiden, dass sie nicht cessibel oder iibertragbar, iliclit - wic die
Privilegien - ein Gegenstaiid des Verltctirs sind, - Nun linndclt eii
sich daruin:
Wia sol1 ciri n a r h clcni ncucn Brauclie angesetztcr Apotliclrcr
mit seiner Anstalt Lchandclt wcrtlcii, uni clcn Errordcrnisscn
dcs gemeinen Wohls iiber;ill zu cntsprcclicn?
Dcnn n i i r das Getneinwolil alloiii isb dor allcrlclzle Grund einer
jcdcn Rliiassrcgcl i n dieser Ijczirlitiiig : tlcr Scliadcn otler Vortheil dcr
r\ppollieltcr iintl tlrrcn Erbt-ii clilwliciilct tiicli~s, wcnn cr nicht irgcnd
welclie l{iirl\wirknng aul' tlna Gctnrin\%olilhilt. Ilicrans cristpringcn
ttun folgcndo S(itac :
vc’e,~ci~~szaitu~lg.
3 c3
1) Die Staatsobrigkeit niuss so vie1 Conccssiuncir geben, ;ils erforderlich sind, uin das Bediirfniss und die Beqncinlichkeil Jes I’ublicums zu befriedigen; sic darf aber :inch nicht rnehr Apothcken dnlden, als sich in einem gewissen Bezirke, ohnc ZII grosse Vcrtlienerung
der Arzneimittel, in einem bliihcnden Zuslande und anf der Stufe (lev
Wohlstaudes erhalten kijnnen, dass sie den Anforderungen der nledicinalpolizei zu entsprechen veriniigen.
2) Eine an einem gewisscn Orlc gegriindete und in cinein beslimmten Locale eingerichteto Apotlrelce muss niclit cessirt, nicht verlegt werden, wenn nichl besondere Ihnstiincle solches nothwendig maclien. Das liegt im Interesse des Yublicums cben so sehr, wie in den
Crundsitzen einer weisen Dledicinalpolizci.
3) Eine vorhandcne Apothelre sainnrt clein Grundstiicke niuss vnn
dein Besitzer, unter Beriicltsichtigung cler allgenieinen I’olizeigesetze
iiber den Droguenhandel iiberhanpi, verhadt werclen kiinncn, an wen
c r will, ich sage init Vorbewusst, an wen er will, u n d zn jeglichim
Preise, welclien er erhalten lrnnn : das folgt iius dein Eigenthunisrecht.
Denn wenn man von Obrigkeits wcgcn Eingriffc darin thun will,
so ist Inan daran, eine Keelrtsverlctzung zu begehen ; die itlaassregel
wird weder dureh Beriicksichtigung des Genicinwohls, noch BUS medicinalpolizeilichen Griinden gercchifertigt. I)as I’ublicum interessirt
ninilich dabei nicht, wic wohlfeil oder wie thener ich ineine Wcrkstelle und Haus vcrkaufe ; und (lie Rledicinalpolizei hat dariiber nocli
weniger Aufsicht und Voriiiundscliaft zu fiihren. Wenii ich nun aber
als concessionirter Apotheker meine Anstalt verlcaufe, so hoch und
theuer wie ich will, und an wcn ich will, so folgt nur diescs:
4) Der Iiiufer einer Apothclte ist natiirlicli durch diescn Kiuf
noch nicht berechtigt, die Apothekerkunst zu treibcn, sondern muss ctwa eine neue Concession haben? nein, das folgt niclit aus der Sache
- er mnss alle Erfordernisse Iiabcn, von wclcheii die Obrigkeit den
Betrieb des Apothelcergewerbes abhingig macht ; er muss sich mitliin
die obrigkeitliche Erlaubniss vcrschaffen, fur seine Person die Apothekerkunst ausiiben zu diirfen. Mchr folgt nus der Natur der Sacho
nicht ; was mehr angemuthet wird, ist ein Uebergriff iiber die Grenzen
des Verhiltnisses, ist willlciihrlich oder aus zu grosser Besorglichltcit,
oder aus Rlissverstindnias hinzugethan.
Denn die Erklarung der Obriglteit: dass an diesem Orte noch
eine Apotheke sein darf und sein muss, ist schon in der vorhandenen
Concession da, und es kijnnte sich nur fragen : ob die Concession,
weil das Bediirfniss sich verrnindert hWe, nicht zuriiclcgenoinmen werden mdsse, und ein kunstverstindiger Gewerbtrcibender ist auch da :
folglich ist fiir Alles, was das Intercsse des Gemcinwohls fijrdert, gesorgt. Wollte man dcrn Kiiufer der Apothelte niehr zumuthen, wollto
inan namentlich die altc Concession des Verkiiufers gar nicht bcriii:ksichtigen, so wiirde man den Vcrkhfcr um die Friichte seines Kunstfleisses, seiner Betriehsamlteit und Geschicltlichlteit, also gernde uin dasjenige, wider das Intcresse des Geineinwesens, bringen, was ihn bcwogen hatte, sich - wic obcn angedeutet
auf das lTnternehmen
einzulassen; und wenn das nlaxime werden sollte, so wiirde cine
nachhaltige Kiickwirkong auf das Bledicinalwcsen iiberhaupt die Folgc
davon sein rnithin dadurch dcin Gcineinwohl cntgegcn gearbeitel
wcrden.
5 ) Dcr Verkiinfer ltaun sclbstrcclcnd lteinc ;intlcre Apo~lieltc anlegen, ohnc cine neue Concession crlangt en Iiabcii.
-
,
344
1 'ereinszeiitung.
ti) Blit dein 'rode des concessionirten Apothelters hurl natiirlich
dic Befngniss, das Gcwcrbe zu treiben, auf, weil j a eben der Verstorbene der Kunstvcrsliindige ist ; allcin in Bezichung auf das Eigenthnmsrecht an dcr Anstalt, und in Beziehung auf die Befugniss, solche
ftir jedcn Preis zu wrliaufcn, ist gar liein Untcrschied zwisclien den
Erbcn nnd der Person des Verstorbencn; auch tlarf keine neue Concession gegcben werdcn, wcnn sich bald cin qualificirter Kunstverstlndiger in dicscr Apothelte znr Fortsctzung des Gewcrbes einfindet :
denn f i r das Intercsse dcs Publicums ist ja dann gesorgt, und ein
andcres Intercsse entscheidet dabei nicht.
7) Aus dem Gesagtcn ergiebt sich schon, dass eine Einwirlrung
von Seiten der Obriglteit auf dic Preise der Anstalten durcliaus nicht
nus der Sache folgt. Es ist etwas ganz Andercs, wozu das Stcigen
der Preise fiihren kann. \Venn namlich dieselben einc enormc Iliihc
crreichen, so niuss das Geschaft nothwendig so vie1 einbringen, dass
die Zinsen des enormen Capitals herauskommen, nnd dass auch noch
ein crltlccklicher Ueberschuss bleibt. Das setzt voraus : entweder,
dass ein unvRrllaltnissiilnssiger Gewinn hei den taxnrissigen Frciscn
der BIedicamentc gemacht wird - nnd dann muss die Taxe herabgesetzt werden, oder dass die Geschlfte in ciner so grosscn Blenge vorltommen, dass selbst bei cinem kleinen Gewinne eine so grosse Einnahmc gemacht wird - und dann miisscn ncuc Concessioncn gcgeben, ncue Apothelten angclrgt wcrden.
Dicses und niclits Anderes folgt aus der Sache, voransgesetzt,
dass die gesteigcrten Preise nicht bloss Folge cines zeitweiligen Schwindcls sind, sondern auf lileibenden Verhiltnissen (vcrmchrter Population u. s. w.) beruhc.
Wenn diescs Alles nun wirltlich so ist, so ltann man fragen :
worin dcnn nun ein Untersrhied zwischcn einem alten Privileginm und
einer Concession liege ? Dieser Untcrschicd licgt darin, dass die Concession nur so lange gewiihrt zu wcrden brancht, als dic Griinde nnd
die Urnstinde fortdauern, welche sic ins Leben rufen. - Das folgt
auch BUS der Beschaffenhcit der Snche, nus den Bedingungcn und \'oranssetaungen, wclche elBen als diejenigen Pact oren angegcben sind,
die eincn dem Publicuni zusagendcn Betrieb dcr Apothekerltunst hervorbringen und conserviren. - Ein Privilegium dagegen - als ein
ganz natorwidriges gegebcncs Ding - dnuert auch dann noch fort,
wenn scine Voraussctzungen liingst aufgchurt haben, bis es von sclbst
durch die Blacht dcr vcriindcrtcn biirgcrlichen Verhiiltnissc factiscli
werthlos wird. In Ncissc z. B. - wenn hier in Polge eingetretcner
3000 hcruntergcbraclit wfirde,
Calainititen dic Einwohncrznhl auf 2
wire cs in medicinalpolizciliclier Ilinsicht clas Erstc, dass die Obrigltcit die conccssionirten Apothclier untcrdrucktc; die privilcgirten Apotlicltcr wiirden rechtlicli I'ortbcstelien, wenn auch cin Apothelter zum
andern gehen iniisstc, uni Gcschiifte ZII niachen.
-
Uio liicr vnrgrtr;igciiitii Gruntlsiitzr, wclclic irh -- ahgcschcll \'on
bcstelienden positivvn 13cstinininnpen - I'iir :illein nia;issgcbcncl bei
tler Wiirtligun~ u n d Ikstiniinung dcr Vcrhiiltnissc tlcr concessionirten
Aputlicher lidtr, l;issen siih hirr nicht ticfcr bcgriindrn und nicht
wciter ausl'iilircn. Sic si.hlit-sscn ii brr, i n sol'crn sic sicli i l l s ails dcm
\\'csrn dcr S;iclic Iblgcnd iinl\iiniligw, allc \on :iiisscn Iierbcigezogcncn Riii:lisii~htcw als lreindiir~igc Griindc iiiis. AnI' cinc genaue untl
ausfiilirliche Anfziililnng nntl \f'iirdigung dcrsclbcn liisst sich hicr U S
Vereinszeitung.
345
der niinlichen Hiicltsiclit niclit eingelten, BUS welcher die tiingestelltee
Grundlinien in den Grenzen der Andeutung haben bleiben miissen ; ich
will indess eiii Paar Hauptgriinde mit Wenigeiii erwrihnen, durcli welclie der Einflnss der Obriglteit bei Veriusserung der concessionirtcn
Apothelten vorziiglich gerechtfertigt werdcn soll.
1) Die Obrigltcit sol1 den I’reis bestimuien, weil sonst, bei zit theuren Erwerbungen, das Bcstehen niclit mdglich sei.
D i e m Grund beweist, wenn er Geltung hiitte, die Nothwendiglieit einer allgcnieinen Bcvormundung allcr Gcwerbtreibenden und Eigentliuiner : denn der niissliche Erfolg bei zu t.heuren Erwerbungen
ist noch niehr zu besorgen bei Erwerbungen von Landgittern, Badeanstaltcn, Itnrz bei alleii Fabriltanlagen und gewerblichen Anslaltea,
wobei Concurrenz uicht so, wie bci den Apothelten, eingeschriinkt
ist; und gesetzt, die Obriglteit wiire bcrufen, hieriii dem Handel und
Wandel Scliranlten zu setzen und dafiir zu sorgen, dass ein jeder Erwerhrr nnd Untcrneliiner auch sein gutes Ansltomnien erhielte, so wire
doch iniiner noch erst die Vorfrage zu untersuchen : ob Jeniand, der
Mittel gcnug hat, in der Anwendung sciner llittel sich Vorschrifien
machen lassen niiisse? Wenn ein reicher Blann eine Apotltelte gut
bczaltlt, so ist darum sein ncstelien ganz und gar niclit gcfiihrdet.
Dcshalb niiisste sich dcnn also wolil die Preisbestimmung durch die
Obriglteit, aus deni Grunde der Fiirsorge fiir das Forlbestehen, auf
die FLille beschriinlten, wo nicht reiclie Personen eine Apotheke erxverben wolltcn. Nun ltoinnit~man auf die Frage: wie cs anzugreifen, dass man anch gewiss und wahrhaftig ergriinde, wem die I’fandbricfc oder die Geldsiiclte, woniit der Erwerber die Apothclte bezalilen will,,gcliiircn? Kann die Obriglteit Reclienscliaft dariiber fordern,
wolier die RIittel sind? Ferncr : wicviel muss Jemand Iiaben, um aniiehmen zu Itiinnen, dass er nach Maassgabe seiner Jlittel und nach
Verliiiltniss dersclben zutn Preise werdc bestchen ItBnnen? Aelinliclie
Frilgen lnssen sich noch in Rlenge stellen, wie bei allen Griinden, dic
nicht sachlich und nicht zutrelfend sind. Auch angenommen, es hitte
Jemand cine Apothelte nach seinen RIitteln und fiir die Verhiltnisse
zu theucr bezahlt: was folgt daraus fiir die Obriglteit in Beziehung
auf das grosse Ganze nnd Allgemeine? Richt mehr ala darans, wenn
Jetnand cin Landgut ohne zureichende Mittel zu theuer bezahlt hat und
nicht fertig werden kann. Dass das I’ublicum darunter nicht leidet,
dafiir sorgt die Rledicinalpolizei, wie alle verschuldete Apothelren, die
darum doch niclit gcschlossen werden, bcweisen.
2 ) Die Obriglieit sol1 in Folge eines eriiffneten Concurses den Besten
hcraussuchen und nur diesem den Erwerb einer concessionirtcn
Apotheke erlauben.
M’onach sol1 die Obriglteit sich liierbei bestimmen? Sie ltennt
die Candidaten nicht und kann darnni nicht selbststiindig deren Werth
wiirdigen ; sie muss sich niithin nach dem Urtheile der Examinatoren
und nach den Ansichten und Rleinungen drittcr Personcn richten. Das
gicbt das nltnlichc Resultat, was bei allen sonstigen Bewerbungen nnd
Anstellungen zu sehen ist : der nach den i’;tyiercn dcr Besle, ist nach
der Wirltliclilteit sehr oft nicht der Beste. Diese Riaassregel gewllirt.
niithin lteinen sichern Vorthcil fiir das Geineinwolil; dagegen verursacht sie jetlcstnal n a c h zwei Soiten cino Rcchlsvcrletzt~ng
: einmiil
gegen dcn odcr dic Eigenthiinter dcr C O I I ~ C ~ S ~ I I IApothclte,
~ ~ ~ ~ C I ~ indeni
sie verhindert, ihr Eigenthuni a n den Bcstbictendcn zu veriussern;
und sodann gegen den voni Staitc fiir fihig erltliirtcn Apothelter,
346
Vereinszeitung.
inllem er verhindert wird, mit scinen znrcichendcn litteln hier, wo
e r just Gelegenheit Bndet und Neigung dazu hat, seine Icunst zu betreiben. W'er seine Befihigung dazu cinriial geniigend nachgewiesen
hat, muss von der Obriglreit nicht wcitcr beltindert werden. (Berliner
Mcdiciicische Zeilung. No. 16. 1844.)
Ueber A otliekenconcessions-Angelegenheiten; von Ve 1it4 g
in dllesheirn.
Die allerh6chste Cabinclsordre voni 8. Rlai 1812 grcift die Existem dcr Hinterlassenen von Apothekcrn, die nur eine Concession
besitzen, in der Wurzel an und kann daher gewiss uicht genug von
allen nur m6glichen Seilen beleuchtet und eriirtert werden.
Dent todten Buclistaben des Gcsetzes nach werden die betreffenden
Apotheker im Unreclit sein und bleiben.
Ich sage dem todten Buchstnbcn nach.
Aber wer soll dem todtcn Buclisrabcn Leben gehcn und wie sol1
cs ihin gegeben werden'!
Leben lriinnen die Behiirden und zunichst
die betreffenden Kegierungen nur dem Bochstaben geben ; aber die
hier hcrvorgehenden Ansicliten werdcn so verschieden sein, als die
Yersoncn, woraus die verscbiedenen Kegierungen zusammengesetzt
sind, weil cs an einer festen Norm fchlt.
Wie ihm Leben gegeben werden soll, wiirde ich dahin beantworten, dass man bei einer Norm Billigkeit iiber den todten Buchstabcn,
,,hier Kecht genannt", gehen lassen sollte.
Ehe ich mich hieriiber weiter auslasse, will ich die Anfordernngcn
an den Apotheker und die ihin auferlegten Lastcn und Verpflichtuugen
erst auseinandersetzen.
Die ersten Apothelrer, wo es dercn noch wenige bei vielen ZLI
besetrenden Stellen gab, erhielten Privilegien, die noch mit Licferungen
an dicselben aus Communal- oder andern Quellen verbunden waren.
Spiiter, als die Apothelrer hiiutiger, die Stellen seltener wurden, musstc
hin und wieder ein Privilegiuni erlrauft werden.
In beiden Fallen trat aber die Behikde als Verinittler zwischen
dent Apotheker, dem man das Privilegiuin g;lbund dem Publicum a u f ;
indent man den Apotheker unter iiiediciualpolizeiliche Controle stellte,
also ihm vorschrieb, was er halten solle, wie und von welcher Beschaffenheit, wie er das Ganze des Geschiifts einzurichten habe und
ihin eine Taxe gab, damit dtis I'ublicnin nicht iibernommen werde, cr
aber iluch sein ordentliches Beskehen haben und damit in Stand gesetzt
werde, den an ihn geinacbtcn Anforderungen nachlrominen zu lriinnen.
Aitch jetzt, wo die Belidrden von Concessions - Aspiranten fibersliirnit werden, treten sic als Vermittlcr auf, nur mit dcm Unterschicdc,
dass die Anforderung znr Qualification, clic Lcistungen des Apothekers
als solcher um vieles gesteigcrt, die Abzfigc fiir Arzneiliefcrung :in
iilfentlichc Austaltcn und Gcrneindcn sich nritunter bis zuin illaxiniuni
verniehrt haben.
Beillufig muss icli bcinerltcn, dass cine "axe und Rabat einen
Widerspruch in sicli schlicsscn; i t n t l dass die Behiirden, w o ein Habat
durch eine kleingcistig intcrcssirle Concurrcnz, zuinal wenn er so
lioch gctricben wurdc, dass k a u ~ n a n geldircndcn Gewinn gedacht
werdcn konnte, hcrvorgcrufen, liiitlcn zuriiclrweisen ntiisscn, und zwnr
ntit cincr derben Wig-c.
Vereirisaeitung.
347
Der jetzigo Apothelter hat dabei noch cine starlte Gewcrbesteuer
an zahlen, wozu noch Itommt, dass ihin hiiuOg von Leuten Receptc
gebracht werden, die weder zalilcn ItGnnen, noch zu einerWolilthitiglteitsAnstalt gehijren, noclt von dcr betreffenden Uehiirde einen Armenschcin
erlialtcn : also der PrivatwolilthBtiglteit des Apotbekers iiberlasscn sintl ;
und glaube ich, dass wenige meiner Collcgcn, trots der oft ltargcn
Slellnng, die ihnen gegeben, ein solches Kecept zuriickweisen werden.
Nan wird rnir hierauf erwicdcrn, dass diess unmenschlicli wire,
worauf ich antworte, ja bei deni Apolhe!rer, zumal wo nur einer aiif
niehre Stnndcn weit wohnt; aber gcradc cntbelirt jeder nnderc Stand,
den arrtlichcn nusgenoninten, dieses nioralischen Zwangs. Dass solclie
hiufig vorkonimende Fiille aber doch niclit sehr angenehm sind, wird
wohl jeder, da wcir am Ende ininier bczahlen mtissen, eingcstehen;.
denn den Apothelter wird, wenn er auch sein Alles der leidenden
Rlenschheit geopfert, an diesem Ende Jeder irn Stiche lasscn.
Einen Ersatz hierfiir kann der Apotheker, namentlich der auf dent
Lande wohnende, n'cht suchen ; er kann sein Geschift nicht ausdehnen,
und nicht inehr Recepte machen, als der Arzt eben verschreibt; der
Handverkauf ist ja auch da grosseiitheils in den Illnden der lirinier;
und unsere sogenannten Grosshindler dringen beinalte jedem, d r r fiir
einen Thaler braucht, eine Preisliste in die lfiinde.
Wie dieser Handverkauf betricben wird, ohne Vorsichf, ohne
Sachkenntniss und irgeud eine Controle, IIIUSS man nur eintnal sehen.
Hier findet inan in der Bude Salpeter neben Bleizuclter, letzten neben
Kochsnlz, Gipiinspan neben Glaubersalz, Zwetschen und Kaffee, Schntalte
iiberm Zuclter etc. stehen.
Anstatt rnehrer hicrdurch geschehener groben Verwechselungcn
will ich nur die von Hrn. Collegeii B e ntler in Lintz v. J. conslatirk,
wo Fleisch anstatt mit Salpeter mit Blcizuclter versetzt wurde.
l)er Apothelter hat also neben seinen allgemeincn Pflichtcn als
Staatsbiirger deren noch mit verschiedenen Leistungen fiir seinen Stand
eu erfiillen, wie zum Theil schon angefiihrt.
WAS leistet ihtn aber der Staat dagegen?
Ich will versuchen, dieFrage selbst zu beantworten und auch zu
widerlegen, wie sie sich in der Wirklichlteit hcransstellt.
Der Staat ertheilt dem Apothelccr eine Concession, die ilim nor
einige Thaler ltostet und schiitzt ihn in seineni Gewerbe, wodurch er
ein gesichertes Auakoinmen hat, ohne eino grossc Capitalanlage gcinacht zu haben.
llierauf entgegne ich, wenn die Zwecltniissiglteit oder Nothwendigkeit die Bchdrde veranlasst, eine Apothcltcnconcession zu g c b c ~ iso
~
wird sie sich so wenig, wie das I'ublicuin, zu deesen Wohl sic gcgcbcn,
um das Gelingen nnd Anfltomnicn dcs hcrvorgcrufenen Gcscliiifls wcilcr
kilnimern ; und d;iss hier ein bis zwci Jalirc nicht ininicr cntsclicidcn
kihnen, wird mir jeder erfnlirene Apothclter bcipflichten.
DieBchijrdc halt nun - und hiclte tnicli - a n , cin zwccktniissigcs
Haus in einer gegebenen Frist zu crbaucn, hierdurch wird - iind
wurde - das Etablissemcnt sclion Itostspiclig.
Und von diesern Etablissement sol1 dcr kiinliigc Besitzer nur tlas
Inventnr bezahlen, wed ilim das Iluus zu tlicncr diittlil, cr dcr Witlwe
vielleirht abzwacltcn will, otlcr iltin tlas Gcltl z i i r Bczaliliing dcs I l ; t u s ~ s
geradc fchlt.
Ich wiirdc an nicincni GcschStc rcsp. Ili~us2500- 3000 Tlrillcr
vcrlierca.
348
Ve)-einszeitziq.
Ein so neugegriindetes Gcschift rcntirl sich die erstcn Jalire uiclit :
so wird der Besitzer sein Vertniigen zu einein, vielleiclit Y O U dcr Beliiirdc selbst hervorgerufenen Versuch zuni \\’oh1 des l’ublicunis, olinc
irgend einen Eiitscliiidigungsansprncli erlielicn zu liiinticn, aufgeopfcrt
Itaben.
Oder er hat gcnug Vermiigcn, uni nocli nichre Jalirc aitsharren
zu hcnnen, wihrend wclcher Zeit die Vcrhiiltnisse, znin l‘hcil durcli
scine Ausdaucr, thcils durcli seinen Fleiss, sich vcrbessern ; so tlass
er nun niit den Seinigcn einer sorgenFreicn Zultunft entgegcnschen
lca nn.
Nun wird cr den Seinigen durch den Tod entrissen; und seinen
llinterlasseiien wird das Inventar bezahlt, oline d n s s der ncue Bcsitzer
sich urn einigc 1000 zugesetzte Tlialcr, wodurch ilini ein warnics
Bette bereitet wordcn, nocli uni das zur Apothclrc eingcrichtcte, der
Wittwe zn grosse und thenre llaus zu beltiiminern briinche.
Ncin ! dcr versclirobcnste Advocat wird walirlicli diescs Reclit,
nicht gegcn die der Il’ittwcn und Waiscn zur Seite steliendc Billiglieit
vertheidigen wollcn.
Auf das gcsicherte Ausliommen liann cler A p o t l ~ ~ l sich
i ~ r ancli
nicht so selir vcrlassen , weiin dic Behiirdcn auf Rabatverweigerung,
wcil er cs Zuni eigcncn Bcstclien bediirre, ihn tnit wcitcrcr ConccssionsErtheilung drolien, anclt spiiter wirltlicli crllicilen ; wcnn diess n u c l ~
niclit iiiclir als Grund sol1 bctrachtet wcrdcn.
\Venn ferner Rledicocliirurgcn, die als lircischirurgen ini IIauptlircisorte wohnen solltcn, andertltalb Stundcn von der Apotlielre entferiit wolinen, irotz allcn lilagcn orcn dispcnsircn ;
Uringt sich eincni hicr nicht unwillltiirlich dcr Gedanke auf, dass
die Bchiirden uns an l’flichtcn und Lnstcn zit lceitcn und in Entzicltung
des letzten Schutzes n u r stark, itn wirltlichcti Schutze gcgcn uns dagcgcn scliwncli scien?
1)ass nicht noch ntchr Conccssioncn crthcilt werden, ltann icli
Iicincn Scliutz ncnncn ; dcnn dadurcli wiirdc die Behiirde ihr bishcr
zuin Wolilc des Publieuins hestcliendes Wcrlc sclbst zcrstiiren, i d
die Wiederherstellung wahrschcinlicli scliwierigcr werdcn, als das bishcrigc Fortbcs~ehen, worin der Grund nur in deiii Fleiss, der Sparsainlteit und dem bcssern Sinne fiir die gnte Sache yon Sciten dcr
Apotheker, besonders der vom Lnndc, zu suclicn ist.
Ich sage, bcsondcrs dcr votn Landc; dcnn gerade gcgen diesc
stiirzcn die Ucbelstiinde und lllissvcrliiltnisse wie aaf cine Zielscheibe
am sliirltsten und nieisten 10s.
1st iiiclit in dein mcrltwiirdigcn IIcric iibcr dic Emanation dcr
lctzten Arzncitare ausdrficlilich gcsagt : ,,Es sci gar licin Grund vorhandcn, die Tasc so zu stcllcn, dnss dcr minder bcgiinstigtc Lantlapothcltcr von scineni Apothcliergcschiifte allein, wic dcr nichrbcschiftigte
eincr Stadt lcbcn miissc, dersclbc Iiiinne ja ein Ncl~cngcwerbctreil~en,
Also ein Nebcngewcrbc; und was fiir eins sol1 cr dcnn trcibcn,
dcr fast ans flaus gel)undcn? Eine Schenlcc, eincn Spcccrciladcn?
W e eine Schcnlte zur Apotlielte passt, will ich nicht einrnal criirtcrn ; nur mit dcm Laden will icli eine Auscinandersetznng der Folgen
vornehincn.
Liitlcn linclcit sich, w o cine A~iollielic isl, imtncr inchrc vor. Wer
also in dcr Apotlteltc Salz, IinKec, lliiringc, Scifc, liiise oder sonst w a . ~
vcrlangt, cicni wird soglcich fortgcholh, wcil er sonst niidcrwiirte
34.9
gclien kann ; dic inzwischen lconiiiicntlen ltcceptc iniiasen warten, es
ist j a kcine zwcite Apotlieltc (la.
1-licrgcgcn liisst sich scliwcr vicl einwenden ; da doch die allcrcrsle
Rctlingung ist: Lcbcn wollen und liiinnen ; die zwcitc Bedingung die
R l i t i d linden, den Anfordernngen dcr Bchiirtle an dic Apothelce cntsprerlien zu lifitincn.
1)a der liramladcn Iiierzn dic nlittcl niit hcrgeben nmss, so wird
tlcrselbc schon dcr Concurrcnz wegen IIanpl- und die Apotlieltc
Nebengcschift wertlen miissen.
Den einzigen Schntz und Vortheil, den der Apotheltcr bishcr von
tlcr Schiirtlc gcnoss, war der Wcrth scincr Apothclte, worin er seiner
Fainilic ininier ein gewisses Capital hintcrliess.
N'ie ist es aber, oder wird es jctrt'!
Alan ha1 ihn, an den man Zuni allgemcinen Wohle so vie1 Anforderungcn maclit, tlcr so manche von andcrn nicht geliannte Lasten
nnd Bcschwerdcn zn tragen h i i t , man list i h n jedcni nntlcrn Geschiftstnannc, sci cr liriinicr, Wirth, Jletzger, Biiclicr willltiirlicli niit seinem
gnten Eigenthnm hintenangesctzt.
Will eincr der Gcnannten scin Geschiift eineni andern ilbcrtragcn,
lrann er ncben dein Inventar den dcm Geschiifte anhhgenden Umschlag,
such scin llaus init verltanfcn nnd hicrdurch eins mit dcni andern an
seinen Wertli, oder noch dariiber bringen, welchen er anders nicht
clafiir erlialten hiitte. Dcnn IIguser, hcsonders in lrleinen Orten, bauen,
ist fiir jeden, der ihrcr nicht dringend bedarf, cine ancrltannt schlcchtc
Speculation.
Aus dieser, BUS dem pralttisclien Lcben genommenen Schilderung
der durch dic Beliiirden hervorgernl'enen Apothelrerverh~ltnisse,denen
ich dic inuthniasslichen Folgen, welche die fragliche Cabinetsordre
nach sich ziehcn wird, sogleich aiiffiiliren werde, geht hervor, dass
das, was unser Stand ist, er durch sich selhst ist und dcr Behiirde
par zu Iteinem Dank wegcn irgend eines geleisteten Vorschubs verpflichtct ist.
Die erste Folge wird Verarmnng dcr betreffenden Faniilien sein,
nnd dn die niinliclien Ursachen dieselben Folgcn haben werden, wird
die Fainilie der neuen Besitzcr es nieist ebenso treffen; denn schwerlich
wird ihncn als Benefiz die Gelegenlieit gegcbcn, in der ihnen verpiinnten Frist, cin dem Verarnien vorbauendes Vcrmiigen erwerben zu
liiinnen.
1Jm nun dicscs zn k6nnen und nicht in dic vor Augen habende
Diirltigltcit dcr Fttniilic des VorgAngcrs zii verfallen, wird dcr n e w
Besitzer alle m8glichcn Mittcl ergreifen; cr wird von selbst jetzt den
in dcr heriihrten Emanntionsbrochiire gcinachten Rath befolgcn nnd
seine Apotheke mit ciner Schenlie oder Ladcn vcreinigen, dies ware
dann die zweite Folge.
Die dritte wird sein, dass cr nothgedrnngen hartherzjg jedem,
der nicht als gut zahlbar bcltannr, die Arznei verwcigert., es sci denn,
c r zeige einen Armenschein oder Gcld vor; denn es gilt fiir die Zuliunft der Seinigen zu sorgen.
Die viertc ist in dem vorigen bcgriindct; cs blcibt niimlich dcm
Apothelter lrcine Zeit fiir Kunst und Wssenschaft ctwas zii thun, diess
ist j a auch schon wiedcr mit liostcn verlrniipft, Jonrnale, Lehrbucher,
Geriithschaften sind theure nliibel. Gehiilfen werden wenige haltcn
liiinnen, Frau und Binder ltiinnen in der Schenlrc odcr Budc zur Hand
gehcn, als Aushiilfe schaft man sich allcnfalls cincn Lchrling nn, das
350
Vereinszeitung.
kfinntc? noch gelien; a h was wcrden wit. dann eide sch6no Zucht
junger I’harrnaceutcn bcltomincn, die einc so lierrlichc Lehre bei eineni
(IIU Endc vcrkriniertcn und versaucrtcn Principal bestanden haben.
Als Mnhc Folge ltdnnte noch geltcn, rlass ein talentvoller junger
Rlanli niit Vermugcn cin so undankbares Fach nicht ergreifcn, weil
c r heidrs hcsscr zu vcrwendeii wisscn wird ; cin veriii6gender Jiingling
oline grosses Talent muss cinschcn, dass er vielleicht sehr s p i t oder
gar niclit ziir Sclbstindigkeit wird gelangcn kihncn.
Dic Folge allcr Folgen ist endlich Iciclit abznsehen, denn sie liegt
rliirin bcgriffcn, ein Zuriicltgchcn der l’harrnacie Zuni Nachtheile des
I’nblicunis, wovon nns Rachbarliinder Bcispiele licfern.
1)icss Alles wird den weniger begiinstigten Landapotheker zuerst
i i i i d znnieist trcffcn, dcr doch von der Behurde eincr grussern Aufniunterung, Schutz und Stiitze sich zu erfrcuen liabcn miisstc, nicht
iillein weil sein Loos mindcr angcnchni und lucrativ als das dcs
Stidters ist; sondern weil dancben noch die Anforderungcn an ihn
nicht geringcr sind.
Die Landapotheltcr, die icli Itcnnc, haben ihre Apotheken allc naeh
dcr grosscn Series cingerichtet und brauchcn liciner Stadtapothcltc
naclizustchen - der Einwurf, dass sic dicss nicht brauchten, ist unhaltbar. - Er muss eben so gcdicgcne Iicnntnisse, wic der Grossstgdter bcsitzen, denn er ist anf sich allcin beschrlnkt und angewicscn
und cin oft noch griissercs I’ublicuni nut’ i h n allcin, wodurcli er einen
eben so grosscn inoralisclicn Wcrth, wie scin Stadtcollcgc, haben muss.
Die vielcn Collrgen der Stadt lioniicn sich iniincr lcicht einer deni
andcrn ansliclfen, aucli wiirdc das Lrztliche wie das andere Publicuin
bnld den niindcr gewissenhaften und piinctlichen Apothelter ausgefunden haben und ihncn cine auf dcin Lnndc felilcnde Wahl frei stehen.
Rlit dcm Gesngten will ich durcliaus niclit dem zu hohen Verltauf
odcr dcr Speculation mit Apothcltcn das Wort rcdcn, sondern bin
p n z dngegcn; fiinde es aber hiichst nngerccht, wenn man, um yon
doch nur Wcnigcn bcgnngenem argcn Blissbrauchc vorzubcugcn, gcgcn
die Vielcn dcs ganzcn Standcs cine noch Lrgere, sie in ihreni ganzen
Seiii bedrohcntle Unbilligkcit begchcn wiirde.
Ein jcdcr Apothclrer, dcr niit Einwilligung der Regicrung eine
Apotheke geltauft hat, niiisstc sic wiedcr vcrltaufcn lriinnen ; war der
friihcre I’rcis zu Iioch, mag cr sich allcin den Schadcn zurechnen.
Fiir jcdcn concessionirtcn Apothclrer lriinnte man bcispielsweise
folgcnde Norm festsetzen, worin glaube ich Billigkeit gcgen Hiufcr
und Verkiufcr enthalten wire.
Eine Apothclce schlngc nach den 3 odcr 5 letzten Jahren durchschnittlicli 2000 l’lilr. urn; fur die 5 crsten Jahrc ihres Bcstchens wilrden, als wenn sie zur Vcrkaufszcit erst errichtct wiirdc, pro Jalir
600 ’lhlr. Untschlng festgcsetzt, die nucli dcr Iilufcr in den 5 Jiihren
erldscn wiirde; dicse wilrdcn voii rlcni gnnzen Umschlag von 2000 Thlr.
abgczogcn, wozu ein Umschlag z n Gunstcn des altcn Besitzcrs von
1400 Thlr. sich Iicrausstellte. Es scien an den 1400 Thlr. 700 llilr.
rein vcrdient, dic als Zinsen letraclitct, ein Capital yon 14000 Thlr.
reprlsentirtcn.
Eine jcdc Alatcrialhandlung nitnmt 25 Proc. Gewinn aiif ilirc
Wearen, ehen so vie1 wiirde ich in Ansprnch nchrnen fiir den Umschlng
clcr Apothclte, ocler um niich bcsser auszndriicken, anstatt der jihrlich
pcwonnencn 70‘0 Thlr. verlanglc icli niir von deni Iiiiiifcr fiir jcdes
Ihtiidcrt 25 ‘lhlr., mithin l i 5 Thlr. im Ganzcn, als Zinseii cincr ZII
Vereinszeitziny.
351
capitalisirenden Summc, oder fin den Umschlag 3500 Thlr. Dicsc
3500 Thlr. wiirde dcr Kiiufer auch in der gegebcnen Frist von den
letzt augeuommenen 5 Jahren an den inehrverdienten i00 Thlr. a19
in den ersten 5 Jaliren hcraus verdicnen.
Das Inventar wiirde, wie scliou in der Cabinctsordrc cnthnltcn,
abgesclr8tzt, das Ilaus, wcnn es als zur Apotheke gut und zwcckinlissig
cingerichtet, yon den Experten nncrltnnnt, indsste von dcm Klufcr,
werm dcr Verlciiufer cs vcrlangte, zu einem zu ernittelndcn Preisc
niit iibcrnonimen werdcn.
Ein solches Vcrfahren wiirdc cin Sporn fiir jeden Apotheker sein,
seine Apothelce i n mdglichst gutem Zustandc zu halten, urn sein Gcscliiil'l ani gewinnreichsten zu niachen, daniit er aucli beim niciglichen
Vcrliaul den nidglicbst griissten Preis daPiir erhalte.
Solltc iiian den Unischlag bczweil'cln, oder er nicht zu erweiscn
win, so niiissten die Ausztige nus den Biichcrn der Rlaterinlhundlungcn
dcr 5 crstcn iind 5 lctztcn Jalire den Experten zur llichtschnur clienen,
nur iniisstc dann erst der Uiiischlng darnus bercclinet werden. Wenn
die Ucliijrde vcrdienstrolle jiingerc oder brave iiltere I'hnrninceutcn
bcsonclcrs beriiclisichtigen will ; so Itann sic cs bei allen i~enzucrtheilcnden
Coiicessioncn, oliiic einc Unbilliglteit gegcn die friihern Besitzer oder
dcren Ilinterlassene zu brgehrn.
In so vielcn Piillen niiiss Geld ja erst Gcltnng machcn; ltann doc11
kciner ohne ein gewisses Verindgcn, Kreisstand, Ldndlagsdeputirtcr
odcr gar Landrat11 werden.
Warum sollte dcnn nicht hier durcli scin Geld, wenn sonst Irein
rechtswidriger Nebennmstand dnbei ist, irgcnd ein qualificirter Pharmaceut sein Zicl crreichen Irdnnen; zuriial da niit dicsem seiuem Gelde
billige Anspriichc befricdigt werdcn?
Oline noch geradc das Srhliminstc fiir unserc Angelegenheit von
den holien Beherden zu ftirchtcn, will ich aucli nicht zu vie1 hoffen;
wcsshnlb icli glaube, dass es an der Zeit Wire, um im schlimmsten
Falle unsern Hinterlnssenen etwa einc gesiclierte Eristenz zu gcben,
cine W'ittwcn- und Waisencasse fiir die Apothelter Preussens zu
errichten.
Ich begndge mich nur mit dieser Andcutung; das \Vie muss ich
einer gcwundteren Feder iiberlassen.
Ich hoffe, dass mein Vorschlag viclcn Anlclang finden werde, nnd
bittc schliesslich unsern Hrn. Kreisdirector, denselbcn an das vcrelirliclie Oherdirectorium gclangen zu lassen.
3) Veranderungen in der iieuen Arzneitaxe fur das
Iiiinigreicli Hannover vom 1. April 1844.
I
2 Rlgr. 2 Pf.
.... 11 Drachm.
Unze 1 4 ,, 4 ,,
............... 1 Scrup. 5 ,, 6 ,,
- ................
1 Draclim.15 ,, -
Balsamum Peruvian..
Crocus.
-
............ 1 Scrup. 6 ,,
- ........... 1 Drachm.18 ,,
pulv
Emplastr. Galban. crocat.
- oxycroc.
Extract. Scnegnc
Flor. Verbasci concis..
I Unze
1.3
1 Uuze
5
.1 Druchni. 5
.......
.. 1 Unze
5
7,
6
6
2
6
4
,,
,,
,,
,, -
,,
,,
,,
,,
,,
97
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