close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Ueber Berberin und seine Bestimmung.

код для вставкиСкачать
E. R i o h t er: Berberinbestirnmung.
192
die dem TierfraB am meisten ausgesetzteii iiberirdischen T e h mit
Raphiden zu bewaffnen, so ware damit der ,,Pflanzenseele' doch
wohl etwas zu vie1 zugemutet. Ich habe trotzdem mit Schnecken
einen Versuch gemacht. Derselbe zeigte nur, dal3 die hungrigen
Tiere die raphidenfreien Wiirzelchen ebenso hartnackig verschmiihen wie die von Raphiden erfiillten hypokotylen Glieder
und Kotylen.
Wenn ich meiiie Beobachtung hier veriiffentliche ohne sie
tleirten zu konnen, so veraiilaBt mich dazu in erster Linie der
Wunsch, eiiie Erkliirung dafiir zu haben. Vielleicht ist auch den1
rinen oder anderen Benrfshot,aniker die kurze Mitteilung will kom men.
Arbeiten aus dem wissenschaftlichen phrmazeutisch-chemi=
schen Laboratorium der HomBopathischen Central-Apotheke
von Dr. Willmar E3chwabe.Leipzi.g.
Ueber Berberin und seine Eestimmung.
Voii Ilr. E r w. lt i c h t e r.
(Eingegangen den 2. V. .1914.)
Zii den Alkaloiden, die in der Pflanzenwelt nicht selten siiicl,
gehort das von H ii t t e n s c h m i d t 1824 entdeckte Berberin,
(\as in verschiedeneii Pflanzenfamilien aufgef unden worden ist .
Vorzugsweise komrnt es in den Berberidaceae, den Ranunculaceae
und in den Xanthoxyleae aus der Familie der Rutaceae vor. Da
nach F 1u c k i g e rl) das Genus Berberis etwa 100 Arten enthiilt
und ea ungefahr 80 Xanthoxyleen-Spezies gibt, kann man ermessen,
wie verbreitet dieses Alkaloid ist, dessen Bedeutung fur die Pflanzenwelt noch unbekannt ist.
Eine umfangreiche Zusanimenstellung bekannter Pflanzen, in
denon Berberin gefunden wurde, ist in einer Arbeit von 8 c h i 1 b a c ha)
im ,,Archiv der Pharmazie" enthalten.
Ueber die genaue cheniische Formel und iiber Eigenschaf ten
tles Berberins, insbesondere iiber seine Losungsverhiiltnisse, igt ervt
in den letzten Jahren Klarheit geschaffen worden, besonders c h c h
Arbeiten von E. S c h m i d t unrl J. G a d a m e r. Noch 1905
l)
y,
Diem Archiv 1887, 846.
Ibidem 1887, 166.
E. Richter: Berberinbestimmung.
193
spricht M. G o r d i n l ) in einer Arbeit ,,Ueber den qualitativen
Nachweis des Berberins in Pflanzen“ die Ansicht aus, daf3 Berberin
aus den Losungen seiner Salze durch die sogenannten immisziblen
Solventien in Qegenwart von Alkali nicht isoliert werden konne,
da es in einigen dieser Solventien vollkommen unloslich sei, mit
anderen Verbindungen eingehe, aus denen es nicht oder nur sehr
unvollstandig quantitativ und in unverandertem Zustande sich
zuriickgewinnen lasse. Diese allgemeine Annahme ist nicht mehr
ganz richtig, nachdem G a d a m e ra) nachgewiesen hat, da5 die
Base Berberin in zwei isomereii Formen vorkommt, nii.inlich als
Berberiniumhy droxyd, einer quaternaren Aminoni umbaRe von stark
alkalischer Reaktion von der Formel :
0-CH,
I
n l
und als Berberiilal, einer aldehydartigen Base, die aus ihren Salzen
in Aether quantitativ durch Alkalien in Losung geht und nachstehende Zusammensetzung hat:
0-CHg
I
I
Die erstere Form, das Berberiniumhydroxyd, entsteht durch
Fallen einer wasserigen Losung des Berberinsulfats mit einer genau
berechneten Menge Barytwasser ; sie geht aber beim Verdunsten
dieser Losung im Exsikkator in die aldehydartige Base iiber, dabei
verschwindet die alkalische Reaktion und in diesem Zustande ist
das Berberin wieder in Aether vollkommen Ioslich.
1)
Ibidem 1902, 148.
2)
Ibidem 1906, 34.
Arab d Phsrm. CCLkI. Bda. 8 . Heft.
13
E. R i c h t e r :
194
Berberinbestimmung.
Zum qnalitativen Nachweis des Berberins kann man auf
Grund seiner bekannt gewordenen Eigenschaften in folgender Weise
verfahren: Man zieht die betreffende Pflanze mit Alkohol aus,
verdunstet den filtrierten Auszug im Wasserbade, bringt den Riickstand in eine Flasche, iibergieot ihn mit kauflichem Aether und
schiittelt, nachdem man rnit Natronlauge stark alkalisch gemacht
hat, etwa 10 Minuten. Alsdann lai3t man absetzen und schuttelt
die klare Aetherlosung mit l/,,-N.-Salzsaure aus. Hierbei geht
das Berberin quantitativ in die same Losung fiber. Eiitfernt man
nun den Aether durch AbgieSen und Erwarmen der Fliissigkeit
auf dem Wasserbade, dann erhalt man eine Mare, gelb gefarbte
Berberinlosung, deren Farbe schon von vornherein das Vorhandensein des Alkaloids wahrscheinlich macht, und die durch folgende
Reaktionen, die allerdings niir teilweise fur das Berberin allein
gelten, charakterisiert wird :
1. Jodkalium (1: 10) gibt einen gelben, schwer loslichen
Niederschlag.
2. Kaliumwismutjodid gibt eine braunrote Fallung.
3. Pikrinsiiure und Quecksilberchlorid bewirken gelbe Niederschlage.
4. Chlorwasser farbt die Losung rot.
6 . Wird die Losung rnit Aceton versetzt, rnit Natronlauge
stark alkalisch gemacht, dann scheiden sich beim Erkalten,
bisweilen erst nach langerem Stehen, blaDgelbe bis gelbbraune Nadeln von Acetonberberin aus.
6. Eine empfindliche Reaktion') auf Berberin ist folgende :
Man mischt einige Tropfen der mi priifenden L6sung mit
10 ccm rauchender Salzsaure und fiigt 1-2 Tropfen einer
3%igen Wasserstoffsuperoxydlosung hinzu,
Die beim
Umschiitteln eintretende violettrote bis rotlichviolette
Farbung in der Fliisaigkeit zeigt noch in einer Verdiiunung
von 1 : 1000 mit voller Sicherheit Berberin an.
7. Beobachtet man ferner Schnitte von berberinhaltigen Drogen
in l%iger Salpetersbure unter dern Mikroskop, d a m erkennt man in den Zellen die Bildung von biischelformig
ttngeordneten Krystallen des Berberinnitratss).
Mit Hilfe vorstehender Reaktionen ist das Berberin mit
geniigender Sicherheit qualitativ bestimmbar.
I)
Siidd. ApOth.-Ztg. 1913. 681.
D. Horn. A.-B. von Dr. W. S c h w a b e 1909, S. 78.
E. Ri'ohter: Berberinbestimrnq.
196
Quantitative Bestimmungsmethoden.
Einen Weg zur quantitativen Bestimmung des Berberins hat
0. L i n d e l ) angegeben, der es in dem Fluidextrakt von Htjdradtis
canadensis neben Hydrastin in folgender Weise bestimmt :
, , l o g Extr. fluid. Hydrast. werden in einem Kolbchen d e r
Medizinglase mit 1 g verdiinnter Schwefelsiiure (1 + 5) und 6 g
verdiinnter Salzsiiure (12,ti HC1) gemischt und 12 Stunden bei
niedriger Temperatur (im Sommer auf Eis) stehen gelassen. Der
ausgeschiedene Krystallbrei wird auf einem angefeuchtetsn, gewogenen Filter gesammelt, mit 50 ccm Wasser, dem man ein wenig
Salzsiiure zugesetzt hat, gewaschen und bis z u d konstanten Gewicht
getrocknet. Von dem so erhaltenen rohen 'Berberinsulfat sollen
100 Teile 90 Teilen reinen Sulfats oder 70 Teilen der freien Baae
entsprechen."
Diem Bestimmungsmethbde besitzt jedoch den Uebehtand,
daI3 nicht unerhebliche Mengen des Alkaloids sich der Bestimmung
entziehen, da es durch die angewandten Siiuren nicht quantitativ
abgeschieden wird, worauf K a t z2) schon hingewiesen hat.
Ein Vorschlag, das Berberin auf titrimetrischem Wege zu
bestimmen, rtihrt von J. T r o e g e r und 0. L i n d e he?). Diese
Methode beruht darauf, daI3 nach Angaben der Autoren Berberinsalze sich mit p-naphthalinthiosulfonsaurem Kali quantitativ umsetzen in p-naphthalinthiosulfonsaures Berberin, Chlorkalium und
Wasser nach der Gleichung:
worauf der UeberschuB des zugesetzten Rcagens durch eine
l/loo-N.-Jodlosung zuriickgemessen wird.
Praktisch ist diem
Methade wohl kaum zur Ausftihrung gekommen, da das P-naphthalinthioaulfonsclure Kalium im Handel nicht orhaltlich und die Selbstdamtellung mit Umstanden verbunden iat.
Diese von T r o e g e r und L i n d e angewandte Methode
der Berberinbestimmung mit p-naphthalinthiosulfonsauremKalium,
die zu guten Resultaten gefiihrt hatte, lieB die Wahlwcheinlichkeit
zu, daB auch andere Stoffe daa Berberin quantitativ zur Abscheidung
bringen, urn d a m dasselbe gewichtsanalytisch oder titrimetrisch
l)
P h . Zentralh.
1896. 364.
Pharm. Zentralh. 1901, 287.
a) P~BRU.
Zentiralh. 1900, 236 und Amh. d. P h w . 1900, 4.
a)
13*
E. Richter: Berberinbeetimmung.
196
durch Zuriickmessen des ii berschiissigen Fallungsmittele bestimmbar
zii machen. Ein solches Mittel liegt in der Pikrolonsiium vor.
Pikrolonsaure ist bekanntlich nach K n o r r aufzufmsen als
1 - p - Nitrophenol - 3 - methyl - 4 - isonitroso - 5 - pyrazolon von der
Formel :
NO*
/\
Dieser Korper gibt mit delen Alkaloiden und anderen Baaen
schwer losliche Salze von konstanter Zusammensetzung und ist
aus diesem Grunde von H. M a t t h e s und 0. R a m m s t e d tl)
vor einigen Jahren mit Erfolg zur quantitativen Bestimmung von
einigen Alkaloiden benutzt, nachdem schon andere Forsoher diese
Siiure zur Charakterisierung von verschiedenen Basen verwandt
hatten. Nach dieser Methode wurden bestimmt Brucin, Strychnin,
das Hydrastin, sowie das Pilocarpin in der Weise, daB das in geeigneter Weise in Losung gebrachte Alkaloid durch Pikrolonsiiure
ausgefiillt, das erhaltene Pikrolonat nach 12 Stunden in einem
Goochtiegel gesammelt, mit einem Alkohol-Aethergemisch (1 3)
nachgewaschen und nach dem Trocknen bei l l O o gewogen wurde.
Gepriift wurde die Methode a n einem Berberinchlorid, von
dem zuniichst der Chlor- und Wassergehalt ermittelt wurde.
a) W a s s e r b e s t i m m u n g :
Vemucht man in dem
Berberinchlorid das Wasser durch langeres Trocknen bei 1 0 0 - 1 loo
zii ermitteln, d a m bemerkt man bald, daD die Farbe des Prkparats
von rein Gelb dunkler wird und einen mehr oder weniger rotlichen
Ton annimmt.
Da nun F r e r i c h s und S t o e p e 1 2 ) nachgewiesen haben, daB durch einfaches Austrocknen des Berberinchloride im Paraffinbade bei etwa 190° eine Abspaltung von
Methylchlorid unter Bildung von Berberrubin stattfindet :
C,oHl,NO,.C1 = C,,HI6NO, + CH,Cl,
so diirfte es vielleicht nicht von der Hand zu weisen sein, daD diese
Zersetzung wegen der bemerkbaren Farbenanderungen des Prilparata
auch teilweise schon bei niedriger Temperatur, etwa bei l l O o , ein-
+
l)
a)
Diem Archiv 1907, 112.
Dimes Archiv 1913, 321.
E. Rioht er: Berberinbestimmung.
197
tritt und so die Wasserbestimmung beeintrachtigt. Aus dieseni
moglichen Grunde vermied ich bei der Ermittelung des Wassers
im Berberinchlorid jegliches Erwarmen und trocknete nur im
Vakuumexsikkator unter moglichst niedrigem Druck iiber Schwefelsiiure bis zum konstanten Gewicht aus.
0,7120gergabeneinen Gewichtaverlustvon 0,0904g = 12,69%H,O,
0,2866 g ergabeneinen Gewichtsverlust von 0,0361 g = 12,60%He0,
also im Mittel aus zwei Bestirlunimgen, gefunden l2,66% H,O; berechnet fiir die Fomel C,,H,,NO,.CI + 3 H,O = 12,690/,.
b) C h 1 r b e s t i 111 In 11 11g : IXc Bestimmung cles Chlors
nltch C a r i 11 s hietet gewissc Unbcquenilichkeiten wegen der
grij5eren Menge des zur %emtorung notwendigen Berberinchlorids,
tlas ziemlich vohminos ist. &sfier gelaiigt man in folgender Weise
zum Ziel: Eine gewogene Menge des Berberinchlorids (etwti 1 g)
w i d in Wasser gelost, mit 16% Natrunlauge stark alkalivch geiiittcht und clie ausgeschiedene Base in reichlich Aether gelost.
Nach vijlligein Absetzen der gelben AetherlBsung kann in eineni
ttliquoten Teil deraelben das Herberin inittels Pikrolonsaure bestimnit werden. Die alkalische wasserige Schicht, die das Chlor
enthiilt, wird abgelassen, dreimal niit Aether gewaschen und in
einem Porzellanschiilchen soweit wie moglich verdampft.
Der
Rtickstand wird mit Salpetersaure sauer gemaeht, dann noch
Natronkarbonatlosung bis zur alkalischen Reaktion hinzugefugt
und bis zur volligen Trockne verdampft. Wird nun vorsichtig
gegluht, dann verbrennt siimtliche noch vorhandene organische
Substanz und man erhalt eine viillig farblose Schmelze, in der das
Chlor sich mit Silbernitrat gowichtmnalytisch oder titrimetrisch
nach V o 1 h a r d bestinimen liil3t.
Aber auch durch direktc Pallung des in Wasser gelosten
Berberinchlorids mit Silbernitratlosung la& sich daa Chlor bestimmen, nur mu13 einc reichliche Menge Wasser zur Losung verwandt und aus kochend heiRer Losung gefiillt werden. Dieser Weg
wurde zur Chlorbestimmung gewahlt. Etwa 1 g der Verbindung
wurde in 300ccm Waaser heiD gelost, die Losung mit Salpeters a u e angesiiuert und hei5 mit Silbernitratlosung gefallt. Nach
dem Absetzen des Chlorsilbers wird dasselbe, solange die Flussigkeit
noch koehend heil3 ist, in einem Goochtiegel gesammelt, getrocknet
und gewogen.
1,2683 g Berberinchlorid ergthen 0,4227 g AgCI
8,24%.
= 0,1045
g C1 =
E. R i o h t e r : Berberinbeetimmung.
108
1,0832 g Berberinchlorid ergsben 0,3688 g AgCl = 0,0887 g C1 =
8.20%.
A380 im Mittal BUS zwei Bestimmungen 8,22% Chlor; berechnet
fik C,,H&O,.CI
3 H,O = 8,35%.
+
c) B e r b e r i n b e s t i m m u n g : Die Methode der Bestimmung dcs Berberins begriindet sich auf folgenden Feetstellungen :
Eine wiisserige Berberinsalzlosung wird durch Natronlauge
im UeberachuR quantitativ gefallt und dieser Niederschlag geht
beim Schiitteln mit der geniigenden Menge Aether quantitativ in
diesen iiberl).
Die iitherische Berberinlosung wird durch Pikroloiisaure vollstandig ausgefkllt und die entstehcndexi Pikroloriate sind gleichmiil3ig zusammengesehzt.
Nach diesen Erwggungen wird die Uestiminung des Berberiris
in folgender Weise ausgefiihrt : Eine gewogene Menge Berberinchlorid (etwa 0,l g) w i d in 20 ccm Wasser gelost, dime Losuug
in einen Schiitteltrichter iibergespult und mit 10 ccm oiner 15%igen
Notronlauge versetzt, wobei die Berberinbase in gelben Flocken
ausfallt. Sodann werden 60 g Aether hinzugefiigt und geschiittelt
bis alles in Losung gegangen i d . Von dieser Aetherlosung weden
4 o g in ein Kolbchen gewogen, 5ccm einer annahernd l/lo-N.Pikrolonsaure hinzugefiigt, k u n e Zeit geschiittelt und nach etws
einer Stunde der Niederschlag in einen Goochtiegel gespiilt, an der
Pumpe abgesaugt und mit 10ccm einer Mischung von einem Teil
Aether und drei Teileii Alkohol uachgewaechen. Sodann wird bei
l l O o getrocknet und gewogen.
Nach der Gleichung
C,,H,8N0,.C,,H8(N0,)2N,0:C,,H,,NO,
= 600,25 : 336,15
berechnet sich aus deli1 gewogenen Pikrolonat dlls Berberin durch
336 15
= 0,5610.
Multiplikation dieser Zahl mit
-'-600,25
log 0,6610
I
=
0,74896 -- 1.
0,0779 g Berberinchlorid ergaben 0,1100 g Pikrolonat
Berberin = 79,24%,
40 R
0,0813 g Berberinchlorid ergaben 0,1151 g Pikrolonat
Aether- 1 = 0,06457 g Berberin = 79,42%,
0,0776 g Berberinchlorid argaben 0,1097 g Pikrolonst
lOBUng:
= 0,06164 g Berberin = 79,31qb.
Also irn Mittell R-UB drei Bestimmungen 79,32% Berberin;
berechnct fiir C2,HI8NO, 3 H20= 78,97% Berberin.
= 0,06171 g
I
+
l)
E. 8 c h III i d t, Pharm. Chem. 1911, Bd. I1 'I, S. 1633.
E. Richter: Berberinbestimmung.
199
Nach vorstehendem Untersuchungsbefunde lag demnach ein
Berberinchlorid vor mit 3 Mol. Krystallwasser von der Zusammensetzung :
. . . .
. . . .
Berberin (Base)
Chlor . . . . .
Weseer . . . .
. . . .
berechnet :
78,97%
8.34%
12,69yo
gef unden :
79,32y0
832%
12,66yo
Die Angaben in der Literatur uber den Krystallwaasergehelt
des Berberins sind verschiedene. Nach 8.S c h m i d ti '8 Lehrbuoh
der Chemie 1911, Bd. ITIT, 1635, hat es 4 Mol. Krystallwasser,
und nach den Angaben von M e r c k's Index, 111. Auflage, 1910 nur
2 Mol. Hiernach ist die Zusammensetzung:
Berberinchlorid mit 4 Mol. H,O und mit 2 Mol. H,O:
Berberinbase . . . . . 75,77y0
8 2,46yo
Chlor. . . . . . . . . .
7,99%
8,72%
Wasser . . . . . . . . 16.24%
883%
Die Eigenschaften des Berberinpikrolonat,s.
Das durch Fallung eines Berberinsalzes mit Pikrolonsaure
gebildete Pikrolonat ist ein gelbes Pulver, das in Wasser und Aether
unloslich, in Alkohol schwer loslich ist. HeiBer Alkohol farbt sich
gelb und in dieser Losung zeigen Chlorwasser, sowie rauchende
Salzsaure mit Wasserstoffsuperoxydloaung durch eine rote Farbe
die Anwesenheit von Berberin an. Beim Erhitzen auf einem
Porzellanschiilchen schmilzt es unter Zersetzung und Rotfilrbung,
verpufft dann und verbrennt. Es hat keinen eigentlichen Schmelzpunkt.
Zur Errnittelmig seiner Zusttmmensetzung wurde der Stichtoff gehalt nach K j e l d a h l bestimmt. Die angewandte Menge des
Pikrolonats betrug 0,5466 g.
Vorgelegt d e n 60,OO ccm '/-N.-Schwefel&ure
zuriicktitriert
40,89 ,,
. .
verbraucht
,I
9,ll ccm I/2-N.-Schwefelsaure
1,OO ccm 1/,-N.-Schwefelsaure=0,00700g Stickstoff
9,11 I ,
I,
= 0,06377g
,,
Berechnet fiir C,,HI,04N. C1,H,(NO2),N,O:
N = 0,06366
Gefunden:
N = 0,06377
E. R i c h t o r : BerbeririberitirIiinu~ig.
200
Aus Mange1 a n Materiel k o m t o eine zweite Bestimmung
nicht ausgefiihrt werden.
Urn zu erweisen, da13 die Pikrolonate auch bcim Fallen mit
wechselnden Mengen Pikrolonsaure gleiche Zusammensetzung haben,
wurden 0,3720 g Bcrberinchlorid in 50 ccm Wasser gelBst, niit
35 ccm 15%iger Natronlauge die Base gefallt und der Niedewchlag
in 200 g Aether gelost. J e 40 g dieser Aetherlosung (entsprechend
0,0744 g Berberinchlorid ode1 0,05876 g Berberin) w u d e n mit
5, 73, 10 und 12 ccm Pikrolonsaure gefallt, der Niedcrschlag gesammelt und gewogcn. KESwrirdc an Pikrolonat erhalten:
iiti
0,1038 g
Mittel atis
4 Bestimmungeri
= 0,1040 Pikroluiiul
I
--= 78,72%
Berborin.
Mail ersicht ails dicuorii llesiilti~t,rli~1.l t l i v iciis verschiedexieii
b'rillungen erhaltcncn Zahleli gut uh~~rcitrstitrririeii,'mithiri dic
l'ikroloiiate stets glcich zusRiiiiirriigrs~trtsind.
Boslimmiiiig tics Rerbcriiis i n der airs dcr Wiirzelrintle
von Berberis vulgaris Iiergest.ellten Tinklnr.
Nachdem in vorsteheiiden Ausfiihrurigen cine eiriwuiidfreie
Bestimmuiigsmoglichkeit fur .Berberin nnchgewiesen ist, 1aBt sich
rlieses auch leicht und sicher in scineri Erogeii und in den daraus
hergestellten Praparaten bestimmen untl cine Wcrt,bestimmung
dieser ermoglichen.
Die zur Bestimniuiig tles Berberiiis verwendetc Tinktur war
(lurch Perkolation eines Rinrlmpulvern v o ~ iHerheris vulgaris mit
60%igem (Gew.-%) Alkohol iin Verhiiltnis 1 : 10 hergestellt,. Sic
war von kaffeebrauner Farbc, hatte ein speeifisches Gewicht v o ~ i
0,9029 und ergab eiiien Trockenriickstantl voii 3,270/,.
Zur Alkaloidbestixrii~ii~ng
wurden 40 g tlcr Tiriktrrr auf deiii
Wasserbade vom Alkohol befreit, der Ruckstand niit wenig Wasser
in eine 200 g-Plasche gespiilt, zii dieser Losung 10 ccm lS%iger
Natronlauge hinzugefiigt und ctwa 10-15 Minuten lang mit 80 g
Aether geschiittelt,. Sodann wird 1 g Traganthpulver zugegeben,
iiochmals geschiittelt, bis die gelbe Actherlosung sich nach deni
Stehen vollstandig blank absetzt iiiicl 40 g der letzteren ( = 20 g
dcr Tinktur) mit 10 ccm etwa. '/,,-N.-Pikrolonsaurc gefallt. Der
Niederschlag w i d gcsammclt, gctrockiiet und gewogen. Dic crhaltene Zahl rnit 0,5610 uiid mit 5 txlcr iiiir mit 2,805 xiiultipliziert,
E. R i c h t er : Berboritibastimniung.
201
gibt den Prozeritgehalt an Berberin in der Tinktur an. Es wurden
in sechs Bestimrnungen folgende Werte erhalten :
Pikrolonat
gewogen
Berechiet
auf Rerberin
0,1783
0,1678
0,1761
0,16F18
0, I BRA
0,172 I
0, I0002
0,09414
0,09879
0,09469
0,09509
0,09655
Prozente
I
0,4!)
I
0,4H
0,4H
OA7
I
{
= 0,487"
Rcs tiniiniing des Berberiiis in der Wurzelrirido
von Berberis viilgaris.
Behufs tlrr ~5erberitibestimniungin der Droge inuU zuiiachst
eine geeigiiete Liilruiig des Alkaloids bereitet werden. D a das
Berberin in Alkohol loslich ist, kann dieser n1.q Losungsmittel reap.
als Extraktionsmittel aus der Droge benutzt werden. Man kann
entweder auf kaltem Wege ausziehen durch erschopfende Perkolation oder in der Warme im Soxhlet'schen Apparat. Die so
erhalteiien alkoholischen Ausziige sind dann vom Alkohol zu befreien und weiter zu behandeln, wie es bei der Tinktur beschrieben
ist. Auch durch Schiitteln der Droge mit Aether unter Zusatz von
Natronlauge l i R t sich eine Ltherische Berberiiilosung gewinnen,
aus der das Alkaloid bestiinmt werden kaiin.
Voii der Heratellung einer alkoholischen Losung durch Perkolation behufs Alkaloidbestimniung muI3 von vornherein abgesehen werden, de dieser Weg zu lange Zeit beansprucht, und es
blieben daher nur die beiden anderen Verfahren, die Herstellung
einer alkoholischen Losung niittels des Soxhlet'schen Apparatev
und das Ausschiitteln der trockenen Droge mittels Aether unter
Zusatz von Natronlauge naher zu priifen.
I m letzteren Falle wurde in folgender Weiw verfahreii :
10 g der gepulverten Riiide wurden mit 300 g Aether iibergossen,
30 ccm 15%iger Natronlauge hinzugefugt, eine halbe Stunde lang
geschiittelt und je 30 g der Aetherlosung (= 1 g Rinde) mit 5 ccm
einer annahernd '/,,-N.-Pikrolonsaurelosung gefallt.
Dasselbe
Verfahreii wurde an einer zweiten Probe voii 10 g Riiide widerhit. Die Rosultate zoigt nachstehende Tabelle :
E. R i c h t er : Berberinbeetimmung.
202
P r o b e I.
Menge
Pikrolonat
0,0641
0,0651
0,0660
0,0662
0,0662
0,0702
0,03596
0,03652
0,03703
0,03714
0,03711
0,03038
---
_ _ _ _ ~ _ _
0,0860
0,0806
0,0802
0,0800
0,0825
0.0816
Prozente
Berberin
entsprechend
Berberin
I
0,01826
0,04523
0,04499
0,04488
O,Oi628
0,04677
Mittelwert
in der Rinde
3.60
3,66
3,70
3.7 1
3,71
3,94
__
-
I
I
I
1
1
= 3.71
--~
433
4,62
1,50
4,40
4,63
= 4,59
4,58
Wie aus diesen Zahlen ersichtlich, stimmen innerhalb der
einzelnen Versuchereihen die Werte fur die Pikrolonate und fur
das Berberin untereinander gut uberein, aber dio beiden Reihen
untereinander verglichen, geben nicht unerhebliche Differenzen,
ein Zeichen, daB in dem Ausschuttelungsverfahren der Droge rnit
Aether eine Fehlerquelle vorhanden ist, Die Ursache derselben
kann mit Sicherheit nicht festgestellt werden, doch diirfte sie
dieselbe sein, die schon L i n d el) fur die Fehler des Ausschiittelungsverfahrens der Chinaalkaloide verantwortlich macht. Es bildet
sich namlich beiin Schiitteln des trockenen Drogenpulvers rnit
Aether und einer wasserigen Alkalilosung in den Zellwiinden des
Pulvers eine konzentrierte Alkaloidlosung, die sich mit der aul3erhalb derselben befindlichen nicht genugend ausgleichen kann,
weil die Zellwiinde sich mit Wasser vollsaugen und so fur Aether
schwer durchdringbar werden, was natiirlich das Resultat der
Alkaloidbestimmung beeinflussen muB.
Aus diesem Grunde ist es besser, von dem Ausschiittelungsverfahren der trockenen Droge mit alkalischem Aether gtmz abzusehen und den langeren Weg der Extraktion des Berberins rnit
Alkohol zu wahlen, wenngleich der erstere Weg der bequemere ist.
~
_.__
1)
Diesas Archiv 18B9, Y. 393.
E. Riohter: Berberinbeetimmung.
203
Zu diesem Zwecke wurden 10 g derselben‘ Rinde bis zur volligen
Erachopfung mit AlkohoI im Soxhlet’schen Apparat unter ofterer
Erneuerung des Alkohols ausgezogen, die alkoholischen Fltieaigkeitan vom Alkohol befreit, der Ruckstand in wenig Wasser gelost,
mit 30 ccm 15%iger Natronlauge und 300 g Aether eine halbe
Stunde lang geschtittelt und je 30 g der Aetherlosung (= 1 g Rinde)
mit je 5 ccm der Pikrolonsaurelosung gefiillt, getrocknet und gewogen. Daaselbe Verfahren wurde an einer zweiten Probe der
Droge in gleicher Weise ausgefiihrt.
Die auf diem W e b erhaltenen Resultate waren zufriedenstellend und kann diese Art der Berberinbestiminung empfohlen
werden. Die RRsult,ate Rind nachstehend zusammengestellt :
P r o b e I.
-
Gefundene
Menge
Pikrolonet
entsprechend
Berberin
Prozenta
Berberin
in der Rinde
0,0924
0,0930
0,0936
0,0936
0,0920
0,0936
0,06184
0,062 17
0,05251
0,06251
0,06161
0,05246
5,18
5,22
5,25
5,25
5,16
5,26
Mittelwert
= 6,22
____
P r o b e 11.
I
0,0926
0,0922
0,0963
0,0918
0,0899
0,0928
-
0,06194
0,05172
0,06346
0,06033
0,06043
0,06206
I
I
6,20
5,18
6,34
5,03
5,04
6,21
Auf Grund diesee Befundes mochte ich fur die Berberinbestimmung der trockenen Droge folgende Fassung vorschlagen :
2,5 g der grob gepulverten Droge werden mit Hilfe des
Soxhlet’schen Apparates vollstandig durch Alkohol erschopft und
der alkoholische Auszug auf den1 Wasserbade vom .Alkohol befreit,. Der Ruckstarid wird rriit 3 x 5 ccm Wasser in eine Flaache
gespiilt, dnzu 10 ccm Natronlauge (15%)und nach dem Umsohtithln
60 g Aether hinzugefugt, 15 Minuten geschuttelt und sodann 1 g
Tragmanthpulver dam gegeben.
204
E. R i c h t e r : Berberinbestimmung.
:9
Wenn nach weiterem Schiitteln die Fliiseigkeit sich vollig
geklart hat, werden 24 g der klaren, gelben Aetherlosung (entsprechend 1 g Droge) init 5 ccrn einer anniihernd l/,,-N.-Pikrolonsaurelosung versetzt, der entstehende Niederschlag auf einem Goochtiegel abgesaugt, init 5 ccm einer Mischung von 1 Teil Aether
und 2 Teilen Alkohol nachgewaschen, sodann getrocknet und
gewogen. Die erhaltene Zahl mit 56,l multipliziert, gibt den
Prozentgehalt der Droge an Berberin an.
Versnche iiir eine mallanalytinche Bestimmung des Berherins.
Err bleibt tiur tioch die Frnge zii priifen, ob neben der gewichtsanalytischen Methode sich dt~sHerbcrin auch inananalytisch bestirnmen 1aDt. Dtt es festgestellt ist, daR dieses Alkaloid sich mit
Pikrolonsiiure quantitativ abscheidet utid die Pikrolonate eine
konstante Zusaiii mensetzutig haben, iniilltc eitie rrolche Bestimmungsweisc moglich rreiu, wetiri cler Titer cler Pikrolonsaure sich sicher
festrrtellen lieRe untl ciri geeigneter Zndikator zur Erkennung der
Endreaktion beiin Ziiriickmessen der iiherschiisrrigeii Siiure vorhandeti ware. Diem Bedingungen sind crfiillbar. Als Itidikator
zuni Festetellen des Wirkungsworterr der Pikrolomiiure und Zuni
Zuriicktitrieren IaBt sich Phenolphthalein verwenden, besser noch
eine 0,2%ige alkoholische Losung von Poirrier’s Blau, das rnit der
gelben ittherischen Berberinl6sung eine schone griine Farbe gibt,
die ltuf Zusatz von alkoholischer Kalilauge scharf in Rot iibergeht.
Man hiitte in der Ausfiihrung wie folgt zu verfahren: Eine
bestiinmte Menge tler iitherischen Berherinlosmig, wie sie aus
alkoholischer Losung durch Ausschiitteln rnit Aether erhalten
wird, wird in einein Kiilbchen von 100 ccm rnit 10 ccm einer
Pikrolonsiiurelosung (etwa l/,,-Normal) von bekanntein Wirkmgswert versetzt, bis zur Marke init Aether aufgefiillt und umgeschiittelt.
Nach etwa einer halben Stunde wird durch cin leicht filtrierendes
Faltenfilter gegossen, 50 ccni des Filtrats tnit 60 ccin Alkohol, sowie
6 Tropfen P o i r r i e r’s Blau vermischt und der UeberschuD der
Pikrolonsaure mit einer alkoholischen l/,,-N.-Kalilauge zuriicktitriert, bis genau ein Tropfen der Lauge deli Umschlag nrtch Rot
ergibt .
336
Err entkpricht d a m 1 ccin l/,,-N.-Pikrolonsliure = -_-_
loo00
0,0336 g Berberin und das Berberin in der angewandten iitherischen
Liisung betragt (a -2b).0,0366, wenn a die vorgebgte Anzahl
Kubikzentiineter der l/lo-N.-Pikrolonsiiure, b die zum ZuriiQk-
A. W. v. d. Eaer: Benzoylbeatimrnung.
206
memen der fiberschiissigen Siiure notwendige Anzahl Kubikzentimeter der 1/,,-N.-Kalilauge in 50 ccm der Aetherlosung iat.
Nach ausgefiihrten Versuchen aber sind diese auf titrimetriechem Wege erhaltenen Reaulhte Schwankungen unterworfen
und geben nicht gleiohmaBige Zahlenwerte, was wohl seinen Grund
in dem Arbeiten mit der Aetherlosung hat, die naturgemiin auch
beim sorgfaltigsten Arbeiten verdunstet und so die Resultate mehr
oder minder beeinfluDt. Diesee ist ein Uebelstand bei der titrimetrischen Methode, zu der noch gewiase praktische Unbequemlichkeiten kommen, waa alles zusammen der gewichtsanalytiachen
Arbeitaweise einen Vorzug verleiht, z k a l dieea einfach in der
Ausftihrung ist und sich in k m e r Zeit beenden liiBt.
Zusammeniassung.
FaDt man daa Resultat vorstehender Arbeit noch einmal
kurz zusammen, so hat sich aus demselben ergeben, daD wir in
der Pikrolonskure ein gutea Mittel besitzen, urn in Berberinverbindungen, in berberinhaltigen, Drogen und in den hieraus hergestellten Praparaten daa Berberin quantitativ, am beaten auf
gewichtsanalytischem Wege zu bestimmen und so eine Wertbestimmung dieser Priiparate zu ermiiglichen.
Eine Methodo
der Benzoylbestimmung in Benzoylderivaten.
Von A. W. v a n d e r H a a r .
(Eingegengen den 2.
V. 1914.)
Gelegentlich meines Versuches, das Hederagenin, daa unlosliche krystdinbche Spaltungsprodukt des krystallinischen Saponins
a-Hederin, au8 Hedem helix, zu benzoylieren, und in dem nach dem
S c h o t t e n - B a u m a n n - P a n o r m o w’schen Verfahren erhaltenen Dibenzoylhederagenin eine Benzoylbestimmung auazuftlhren, arbeitete ich folgende Methode aus, welche mir, auch
bei einigen anderen Benzoylderivaten, gute Resultate lieferte :
500 mg des getrockneten reinen Benzoylproduktes werden
mit tiberschiissigem alkoholischem Kali oder Natron und einer
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
2
Размер файла
642 Кб
Теги
ueber, bestimmung, seine, berberis, und
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа