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Ueber den Solaningehalt der Kartoffeln.

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M. W i n t g e n : Solaningehalt der Kartoffeln.
360
Ueber den Solaningehalt der Kartoffeln.
Von Dr. If. W i n t g e n .
Die Bedeutung, welche der KartoEel als einem der wichtigsten
Nahrungsmittel bei den meisten Kulturvijlkern zukommt , lNlt es
begreiflich erscheinen, dall frtihzeitig die Aufmerksamkeit des Chemikers
und des Arztes auf einen in ihr enthaltenen Bestandteil gelenkt wurde,
der in grlilleren Mengen fur den menschlichen Organismus giftige
Eigenschaften besitzt, das Solanin.
Dieses im J a h r e 1820 von D e f o s s e s ' ) in Solanurn nigrum
entdeckte Glykosid wurde wenige J a h r e spgter von B a u p a ) auch aus
Kartoffelkeimen isoliert. I n den vierziger Jahren des vorigen J a h r hunderts hat dann W a c k e n r o d e r s ) als erster das Solanin in der
Kartoffel quantitativ zu bestimmen gesucht und 5 m g aus 1kg Kartoffeln
erhalten.
Zahlreiche Untersuchungen sind dieser ersten im Laufe der
folgenden Jahrzehnte gefolgt.
Nach einer Zusammenstellung, die
G. M e y e r 4, in einer Arbeit "Ueber Vergiftungen durch Kartoffeln"
uber den Solaningehalt bringt, sind auf 1 kg Kartoffeln 5-680 mg
Solanin gefundeu worden.
D e r Gehalt an Solanin ist nach diesen Werten ein aullerordentlich
verschiedener, doch wird man nicht fehlgehen in der Annahme, dall
die Methodik der Gewinnung der leichten Zersetzlichkeit des Glykosides
nicht immer vollig Rechnung getragen haben dtirfte, sodall Verluste
entstanden sind, und dall andererseits das gewonnene Solanin nicht
stets vlillig rein gewesen ist, sodaP der Solaningehalt zu hoch gefunden wurde.
Immerhin wurde auch bei erheblicher Reduktion jener beobachteten
Hochstwerte der Solaningehalt ausreichend erscheinen, um mehrfach
beobachtete Erkrankungen, die auf Kartoffelgenufi zuruckgefuhrt werden
mullten, mit ihrem Solaningehalt in Verbindung bringen zu konnen.
Massenerkrankungen, die in den J a h r e n 1892 und 1893 im ElsaD
unter den Mannschaften verschiedener Truppenteile auftraten und auf
den Genuli von Kart,offeln zurfickgefilhrt wurden, gaben S c h m i e d e b e r g
und M e y e r ') Anlall, eingehende Untersuchungen uber den SolaninJourn. de Pharmacie Paris 1820, 4.
a) Annales de chimie et de physique Paris 1826, 31.
1)
8)
4)
6)
Archiv der Pharmazie, 33.
Archiv f. experim. Pathol. u. Pharmakol., 36.
Militiiriirztl. Zeitschrift 1904.
M. Wintgen: Solaningehalt der Kartoffeln.
36r
gehalt in Kartoffeln anzustellen. M e y e r arbeitete mehrere quantitative
Gewinnungsmethoden fiir Solanin aus und untersuchte hiernach :
1. gesunde Kartoffeln nach verschieden langer Lagerzeit ;
2. kranke und gefaulte Kartoffeln.
Erhebliche Unterschiede im Solaningehalt wurden hierbei von
neuem beobachtet.
In anscheinend gesnnden , ungeschalten und rohen Kartoffeln
wurden 42 bis 208 mg') Solanin, in noch nicht vollig ausgereiften
Friihkartoffeln 236 m g gefunden. WIhrend der Keimung, in den
Monaten M5rz bis Juli, wurde eine kleine Zunahme an Solanin von
90 auf 112 mg trotz Entfernung der Keime beobachtet, doch geht aus
der Arbeit nicht m i t Sicherheit hervor, daB immer von derselben
Lieferung Kartcffeln zur Verftigung standen.
In geschLlten Eartoffeln wurde durchschnittlich nur halb so vie1
Solanin als in ungeschalten gefunden.
Kranke Kartoffeln schliefllich enthielten, wenn sie ganz faulig
waren, kein Solanin mehr, und in fleckigen, teils holzig harten, teils
weichen, sowie eingeschrumpften Kartoffeln, schwankte der Gehalt
innerhalb der auch bei gesunden Proben gefundenen Werte. Nor in
zwei Proben 'wurde der auflerordentlich hohe Gehalt von 520, j a sogar
von 1340 mg Solanin festgestellt. Beide Proben waren anormal.
Erstere bestand ans Keimknollen, das sind kleine Knollen, die sich
beim Lagern aus ausgetriebenen, alten Kartoffeln am Ende der Keime
im Friihjahr zu bilden vermogen, letztere bestand aus vorjahrigen,
14-16 Monate alten Kartoffeln, welche stark eingeschrumpft waren,
und in schwarzen unter der Schale liegenden Stellen Pilzwucherungen
aufwiesen. Die Befunde gaben zu der Vermutung AnlaB, daB der
hohe Solaningehalt auf bakterielle Ursachen znriickzufilhren sei.
Versuche, auf gesunde Kartoffeln das infizierte Gewebe tiberzuimpfen,
gelangen nur unvollstlndig. Immerhin lie4 sich nach einigen Monaten
bei einem solchen Versuch eine Zunahme von Solanin nachweisen.
Die Vermntung, daB durch Bakterien oder dnrch Pilze eine
Erhohnng dee Solaningehaltes verursacht werde, erhielt anscheinend
eine weitere Bestatigung durch mehrere VerBffentlichungen von
S c h n e 11g). Dieser hatte 1898 in geschalten, rohen Kartoffeln, deren
GenuB Erkrankungen verursacht hatte, 380 mg Solanin nnd nach ihrer
Abkochung noch 240 mg Solanin gefunden. Sodann ermittelte er
durch eine Reihe weiterer Untersuchungen von Kartoffeln, welche
Fleckbildung unter der Schale zeigten, daB diese kranken Gewebsteile
1)
2)
Die angegebenen Werte beziehen sich etete auf 1 kg Kartoffeln.
Apotheker-Zeitung 1898, 13, 776 und 1900, 15, 133.
362
M. Wintgen: Solaningehalt der Kartoffeln.
im Durchscbnitt 33 % mehr Solanin enthielten, als die weillen, anscheinend
noch gesunden Teile der gleichen Knollen. Die betreffenden Werte
waren allerdings vie1 kleiner, als die erst gefundenen; sie betrugen in
0 Bestimmungen 32-96 mg in den verfarbteo, und 28-64 mg in den
weiO erscheinenden Stellen. S c h n e 11 folgerte aus seinen Befunden,
daO die E'leckbildung mit dem erhghten Solaningehalt in ursachlichem
Zusammenhang stehe, lien es jedoch unentschieden, ob Bakterien oder
Pilze die Solaninbildner seien.
Eine Entscheidocg in dieser Frage glaubte bald darauf W e i l ' )
bringen zu konnen, der auf Veranlassung von S c h n e l l sich mit dem
Studium der die Fleckbildung verursachenden Erreger beschlftigt hat.
Bus seiner Veroffentlichung geht hervor, dall er 13, anscheinend bisher
nicht bekannte Bakterien ans kranken Gewebsteilen der Kartoffeln
isolieren konnte, van denen 2 Solanin bilden sollten. Er bezeichnete
sie als Bacterium solmiferum non colorabile und llacterium solaniferum
colorabilp. Ij' e i 1 kommt auf Grund seiner Untersuchungsergebnisse
zu dem SchluO, daO das Vorkornmen von Solanin in Kartoffeln lediglich
durch Bakterieneinwirkung hervorgerufen werde.
I m Auftrage der Medizinalabteilung des Kriegsministeriums hat
sich bald darauf auch das Laboratorium der Raiser Wilhelms-Akademie
mit der Untersuchung von Kartoffeln auf ihren Solaningehalt beschlftigt,
und ist hierbei auch eine Nachpriifung der Arbeiten letztgenannter
Autoren erfolgt.
Die Gesichtspunkte fiir die Arbeit waren folgende:
1. 1st in guten, anscheinend gesunden Kartoffeln der Solaningehalt bei den einzelnen Sorten gleichmallig, und nimmt e r
beim Lagern, zumal zur Iieimzeit, zu?
2. Welchen Einflufl iiben Krankheiten auf den Solaningehalt der
Kartoffeln aus?
3. Wird durch die von W e i l als Solaninbildner bezeichneten
Bakterien Solanin wirklich gebildet?
Bevor mit diesen Untersuchungen begonnen wurde, erschien es
vorerst ntitig, festzustellen, ob die ziir Isolierung des Solanins in Aussicht genommenen Methoden seine quantitative Gewinnung gewahrleisteten, und ob ferner die Prufungsmethoden zu sicheren Schlussen
auf die Reinheit des Solanins berechtigen.
I n kurzen Zugen mochte ich die beiden Verfahren, die zur Gewinnung des Solanins angewandt wurden, und von denen das nlchstbeschriebene von M e y e r a) vergffentlicht und empfohlen worden ist,
angeben.
1) Archiv f. Hygiene 1900, 38, 330.
a) Militiiriirztl. Zeitechrift 1904.
M. Wintgen: Solaningehalt der Kartoffeln.
363
Die zerriebenen Kartoffeln werden abgepreflt, der Prellsaft fast
z u r Trockene eingedampft, nachdem seine sauere Reaktion zuvor durch
Ammoniak abgestumpft -worden ist, und ebenso wie der Prehttckstand
wiederholt mit heiflem Alkohol extrahiert. Die vereinigten alkoholischen
AuszUge werden nach dem Eindampfen mit schwefelstiurehaltigem
Wasser aufgenommen und hieraus durch Ueberdittigen mit Ammoniak
das Solanin gef8llt. Das abfiltrierte, g u t ausgewaschene Solanin wird
von neuem in Alkohol gelost, filtriert. und in einem Schtllchen nach dem
Verdunsten des Alkohols bei mtifliger W I r m e zur Wagung gebracht.
Nach der zweiten Methode wurden die Kartoffeln ebenfalls zerrieben und abgeprellt, m r wurde der Prellrfickstand mit kaltem Alkohol
der mit '/ao/,, Eisessig angesluert war, im Perkolator bis zur Erschopfung extrahiert. Das Perkolat wurde nach dem Neutralisieren
mit Ammoniak mit dem alkoholischen Auszuge des eingedickten Prel3saftes vereinigt, der Alkohol abgedampft und der Riickstand nach
Method6 I weiter verarbeitet.
Die Genauigkeit beider Methoden wurde in der Weise nachgeprtift, daO zwei Kartoffelproben von j e 500 g nebeneinander verarbeitet, und der einen 0,05 g Solanin zugesetzt wurden, das bei looo
getrocknet war. Die Differenz zwischen dem gefundenen Solaningehalt
beider Proben betrug 51 mg. Ein gleich gutes Ergebnis wurde nach
der Methode I1 erzielt, wo nur 20 mg Solanin der einen Kartoffelprobe beim Verarbeiten zugesetzt wurden. Auch hier betrug die
Differenz beider Bestimmungen 21 m g Solanin.
Die Versuche, die Reinheit des Solanins nicht lediglich durch
Farbreaktionen, sowie auf Grund seiner auSeren Beschaffenheit festzustellen, sondern auch auf andere Weise Kriterien fur die Reinheit
zu gewinnen, haben zu keinem Ergebnig gefilhrt. Er gelang mir und
meinen Mitarbeitern weder durch Losen des Solanins in Stlure von
bekanntem Gehalt und Feststellung des SBureverbrauchs durch Rucktitration, unter Verwendung der verschiedensten Indikatoren, eine
brauchbare Bestimmungsmethode zu erhalten, noch lieferten andere
Versuche, durch die eine quantitative Ueberfiihrung des Solanins in
8olanidin angestrebt wurde, ein brauchbares Ergebnis. Schlielllich
will ich hervorheben, dall auch die Bestimmung des Schmelzpunktes
als sicheres Kriterium fur die Reinheit des Solanins nicht herangezogen werden konnte, da die Angaben hieriiber keineswegs tibereinstimmen und nach unseren Versuchen eine Zersetzung, ohne dall
ein scharfer Schmelzpunkt beobachtet wurde, erfolgte.
Es mullte daher genfigen, das Solanin moglichst farblos zu gewinnen
und seine Identittit durch eioe Reihe von Parbreaktionen nachzuweisen.
Hierzu wurde Selen-, Tellur- und Aethyl-Schwefels8ure benutzt.
364
M. Wintgen: Solaningehalt der Kartoffeln.
Das Solanin wurde teils in krystallinischer, teils in amorpher
Form zur Wlgung gebracht. W a r dasselbe etwas geflrbt, so wurde
es durch Losen in schwefelslurehaltigem .Wasser, Ausf iillen mit
Ammoniak und Aufnahme des abfiltrierten Solanins in Alkohol gereinigt.
Namentlich aus kranken Kartoffeln gelang es nicht, in allrn Fallen
sofort dae Solanin weill zu erhalten. Bei diesen war das erst erhaltene Solanin in der Regel durch organische Zersetzungsprodukte
verunreinigt und braun gef iirbt und gab die Identitiitsreaktionen n u r
unscharf. In schwefelelurehaltigem Wasser loste es sich nur unvollkommen unter Zurucklassen eines harzigen RIickstandes, i n dem
Solanidin nicht nachweisbar war. Erst nach ein- bis mehrnialiger
Reinigung in der oben geschilderten Weise wurde es gelblichweil bis
weill erhalten.
1. Solaningehalt in gesunden Kartoffeln.
Untersucht wurden Kartoffeln 1898er und 1899er Ernte. Neben
zwei in Berlin gehandelten Marken ,,Edelsteiner" und ,,Rote Dabersche",
von denen fiir die fortlaufenden Untersuchungen grallere Mengen gekauft
wurden, verdtrnkte das Laboratorium weitere Proben teils guter, teils
kranker Kartoffeln Herrn Prof. v. E c k e n b r e c h e r , dem Leiter der
Deutschen Kartoffelkulturstation in Berlin, dem ich auch an dieser
Stelle meinen Dank fur seine Unterstiitzung aussprechen mochte.
In der Regel wurden '/g-l
kg Kartoffeln fir die einzelnen
Untersuchungen verwendet und kamen, von einem Versuch abgesehen,
nur rohe Kartoffeln zur Priifung. Hatten die Kartoffeln bereits Keime
getrieben, so wurden diese vor der Verarbeitung sorgfaltig entfernt.
Nur in einzelnen Flllen wurden Bestimmungen in geschllten Kartoffeln
ausgefuhrt, dann aber stets der Gehalt der Schalen an Solanin mitbestimmt ; denn der Solaningehalt geschllter Kartoffeln ist nicht vergleichbar, da die iiulleren Schichten solaninreicher sind, ein gleichmiilliges Schllen aber infolge der verschiedenen Gestalt und dem j e
nach der Llnge der Lagerzeit mehr oder weniger weit fortgeschrittenen
Schrumpfungszustande nicht durchfllhrbar ist.
In Tabelle I sind die in guten Kartoffeln gefundenen Solaninmengen zusammengestellt.
,,Edelsteiner" und ,,Rote Dabersche" hatten demnach bereits im
Oktober, also kurz nach der Ernte, den relativ hohen Gehalt von
83 bezw. 86 m g Solanin. Eine Zunahme des Solaningehaltes wlhrend
der neun und elf Monate langen Lagerung wurde trotz starken Auskeimens nicht beobachtet. Er betrug bei ,,Edelsteiner" im August 1899
73 mg gegenIiber 83 mg im Oktober 1898; bei .Rote Dabersche" 89 m g
im J u n i 1899, dagegen 86 mg im Jahre vorher.
M. Wintgen: Solaningehalt der Kartoffeln.
T a b e l l e I.
Kartoffeln 1898rr Emte.
.fl
eL
$
Beeeichnang der
Kartoffelsorte
No.
-.
AeaBere Beachdenheit
der Kartoffeln
1 WeiSe Edelsteiner Iktober 98
2
n
n
n
Novbr. 98
3
n
n
4
n
n
n
n
6
n
n
7
n
n
Anfang
Mbrz 99
Ende
Marz 99
April 99
8
n
n
Jnli 99
9
n
n
10 Rote Dabersche
11 n
n
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Zeit der
Untersachnng
d
366
August 98
Dktober 9E
April 99
12 n
Jnni 99
n
13 Richter’s Imperato April 99
14 Prof. Oehmicher Anf.Mai9:
16 Richter’s
Mitte
Edelsteiner
Mai 99
16 Ruhm von Haiger EndeMIsi 91
gesund, Schnittflhhenormal
desgl.
desgl.
desgl.
etwas geschrumpft and eu
keimen anfangend
desgl.
1,0832
stark geschram ft undviele
Keime eeigenl
sehr stark Rescbrsmpft mit
sehr vie1 Keimen
desgl.
geeand, Schnittflilche normal
geschrumpft, viele Keime
eeigend
desgl.
gesund, nur winzige Keime
eeigend
ohne Keime
wenige kleine Keime
3,0780
schwach gekeimt
0,0172
&m
3,0692
3,0880
3,0724
3,0688
D,0730
0,0733
0,06SO
0,0940
OloS9D
0,0228
O l W
0,Olso
Kartoffsln 1899 er Emta
17 Malta-Kartoffeln
18 Friihkartoff+ln
(weiBe Nieren)
19 Prof. Orth
20 WeiSe Riesen
21 Dombe Dalem
22 Edelsteiner
Jnni 99
Jnli 99
normal
600 desgl.
M)o
Novbr. 99 loo0 desgl.
500 desgl.
n
Januar 00 750 stark geschrnmpft, schwac€
gekeimt
Februar 00 609 schwach gekeimt
Aufang
60 gekeimt, sonst normal
Mlirz UO
Oktober 99 lo00 normal
Dezbr. 99 600 desgl.
Januar 00 500 desgl.
Pebrnar OC 600 hatten gekeimt
MLX 00
500
desgl.
0
,
0,ozCio
0,1059
0,0406
o,oS.u,
o,osoo
0,0650
0,0935
0,0924
0,0800
0,0660
0,oso0
~
366
M. Win t g e n : Solaningehalt der Kartoffeln.
BetrZIchtlich weniger Solanin wnrde in vier anderen Kartoffelsorten gefunden, die i m April 1890 aus frisch geiiffneten Mieten entnommen waren. Diese Kartoffeln sahen sehr frisch aus, zeigten keine
oder nur sehr geringe Keimbildung und enthielten 17-44 mg Solanin.
Aehnlicher Art waren die Untersuchungsergebnisse von Kartoffeln
der nlchstfolgenden Ernte, wo Malta-Kartoffeln, eine Sorte Fruhkartoffeln und fiinf Sorten Spiitkartoffeln, darunter wiedernm ,,Edelsteiner" und ,,Rote Dabersche", auf ihren Solaningehalt gepruft wurden.
In den Malta- und Frithkartoffeln wurde 25 und 26 mg Solanin gefunden, wiihrend sls Maximalgehalt in der Spgtkartoffel ,,Prof. Orth"
107 m g ermittelt wurden. Weiterhin ergaben Lagerungsversuche, die
mit der Marke ,,Rote Dabersche" von Oktober 1899 bis Marz 1900
angestellt wnrden, keine Bunahme von Solanin, obwohl Keimung der
Kartoffeln in den letzten Monaten eingetreten war. Die Befunde
waren 93 mg im Oktober und 90 m g im darauffolgenden Marz.
Also auch hier wiederum grofle Schwankungen im Solaningehalt
zwischen den einzelnen Sorten und keine Beobachtung einer Zunahme
des Solanins beim Lagern.
II. Solaningehalt in kranken Kartoffeln.
Es hatte urspritnglich der Plan bestanden, mit Unterstiitzung des
inzwischen verstorbenen Herrn Geh. Reg.-Ratee Prof. F r a n k die
Krankheitsform der betreffenden Kartoffeln festzustellen und miiglichst
nur Sorten mit einheitlichen Krankheitserscheinungen auf ihren Solaningehalt zu priifen. Ferner sollten neben diesen kranken Kartoffeln
auch gesunde, welche von demselben Felde stammten, mituntersucht
werden.
Auch hierfiir hatte sich unser Laboratorium der Unterstutzung
der Kartoffelkulturstation zu erfreuen. Diese sandte im Friihjahr 1809
aus frisch getiffneten Mieten von vier verschiedenen Kartoffelsorten
gesunde und kranke Proben ein; ebenso erhielten wir im Herbst desselben Jahres mehrere frisch geerntete Proben von mehreren andereo
Sorten zugeschickt.
Eine einheitliche, auf den gleichen Erreger zuruckzufohrenda
Krankheit lag aber, wie von F r a n k festgestellt wurde, weder bei den
eingemietet gewesenen, noch bei den frisch geernteten Rartoffeln vor.
Die Krankheitserscheinungen wiesen vielmehr auf Mischinfektion hin
und waren zum Teil ziemlich weit fortgeschritten. Graue Flecken
unter der Schale, wie sie mit der Vermehrung des Solaningehaltes in
urslchlichem Zusammenhang gebracht werden, wnrden hin und wider
bemerkt, doch lieI3en sich Pilzwucherungen, wie sie S c h n e l l beobachtete,
nicht darin feststelleo.
116. Wintgen: Solaningehalt der Kartoffeln.
367
Bakteriologische Untersuchungen , die anfangs mit infizierten
Cfewebsteilen angestellt wurden, ergaben weiterhin auf Kartoffelgelatine
ein 80 reiches Wachstnm der verschiedensten Bakterienarten, d a l ee
nicht moglich erechien, sie alle zu isolieren und auf die Fghigkeit,
Solanin zu bilden, zu prltfen. Die Kartoffeln wurden daher n w
chemisch auf ihren Solaningehalt untersucht. Wie au8 Tabelle I1
hervorgeht, wnrde bei den eingemietet gewesenen kranken Kartoffeln
der 1898er Ernte nur in einem Falle ein urn 7 mg hoherer Solaningehalt als in gesnnden Kartoffeln gefnnden, bei den anderen Proben
dagegen eine Abnahme dee Solaningehaltes gegeniiber gesnnden
Kartoffeln beobachtet.
T a b e l l e 11.
Kartoffeln 1898er Ernte.
=E
!
No.
dm
Untersnchnng
Beeeichnnng der
Kartoffel
l
-
Beschaffenheit
der kranken Kartoffeln
~-
1 Richter’aImperator April 99 die kranken Teile sind
teilreise
snsammengeschrumpft, das Parenchym
brann and teilweiseerreicht
2 Prof. Oehmicher
Anfang sehr stark gefault and snaammengeschmm ft,weiSes
Mai 99
Pilemycel unter tfer Schale
Edel- Mitte Kartoffeln eeigen vide
3 Richter’s
schraree Stelleo. Letztere
steiner
Mai 99
dud weich, faul and nicht
tief ins Ianere eindringend
4 Rnhm von Haiger
branuschware,
schmierig
Ende
Mai 99
nnd stark znsammengeIt
schrumpft; fast v6llig verdorben
0,0220 0,0228
0,0204 0,0444
0,0250 0,0180
0,0120 0,0172
0,0636
Oktober99 wurden als naSfanl bezeichnet
Rote Dabersche Dezemb.99 trocksnfaal, in den BuSeren
Schichten krank
n
n
Jannar 00 r i e im Deeember
WeiSe Kartoffeln Januar 00 teilweise angefault, zeigten
Pilzrnchernngen untsr der
I
Schale
WeiSe Riesen
-
0,0634 0,0406
0,0660
I, O , O ~
0,0973
0,1026 0,0620
Von Kartoffeln der 1899 er Erute waren infolge des trockenen
Sommers nur wenig krauke Proben erhalten worden. Bei diesen
368
M. Wintgen: Solaningehalt der Kartoffeln.
Untersuchungen wurde der Solaningehalt teils in den gesunden, teils in
den kranken Kartoffeln hllher gefunden. Irgendwelche sichere Schliisse
auf einen Zusammenhang z wischen Krankheit und Solaningehalt lassen
sich hieraus jedoch nicht ziehen, da seitens der Kartoffelkulturstation
mitgeteilt wurde, es sei infolge des seltenen Vorkommens kranker
Kartoffeln in dem betreffenden Sommer zweifelhaft, ob die gelieferten
Kartoffeln einer Sorte immer von den gleichen Feldern herrillirten.
Ein EinfluS des Bodens aber erscheint nicht ausgeschlossen.
Um so wertvoller ftir die Beurteilung muI3te daher die Untersuchung von Kartoffeln erscheinen, welche im Sommer 1900 aus dem
ElsaD tibersendet wurden und nach einer Mitteilung S c h n e l l ’ s jene
grauen Flecke besaflen, die einen h6heren Solaningehalt bedingen sollen.
Die Kartoffeln ntammten von der 1899er Ernte und waren teilweise
bereits angefault. Sie wurden geschllt und die weichfaulen Stellen
aorgfiiltig ausgeschnit,ten. Graufleckige Stellen in noch harten Gewebsteilen wurden nur in einem Teil der Kartoffeln vorgefunden. Sie
saflen dicht unter der Schale und drangen in der Regel wenig tief in
das Innere ein. Von diesen Kartoffeln wurden die Schalen, die weichfaulen Teile, die fleckigen Stellen und die gesund erscheinenden Stellen
gewogen und fiir sich auf Solanin untersucht.
Die Ergebnisse gibt Tabelle I11 wieder. In den fauligen Stellen
waren nur Spuren von Solanin nachweisbar. Die graufleckigen Stellen
enthielten, auf 1 kg berechnet,, 18 m g Solanin, die gesunden Teile
1 2 mg, wahrend die Hauptmenge in den Schalen saI3.
T a b e l l e 111.
Solanin,
Befonden berechnei
Solanin auf 1 kg
Substanz
.., .
grauen Flecken. . . .
Schalen. . . . , . .
Aussehen
des Solanins
~-
184 g Spuren
faalen Stellen
1
385
398
der vollstHndigenKartoffe1 2891
i
,
,,
0,0230
0,0070
0,0636
0,0836
0,0119 wei6 krystallinisch
0,0182 wei6 amorph
0,1344 teilreise krystallinisch
0,0289
Wenn somit zwar die Angaben S c h n e l l ’ s , dafl die grautleckigen Stellen mehr Solanin als die gesunden Teile der Kartoffel
enthielten, ihre Besttitigung fanden, so kann doch der hieraus gezogenen
Folgerung, der hohere Solaningehalt sei auf Solaninbildner zuriickzufilhren, nicht zugestimmt werden. Ich glaube ihn vie1 nngezwungener
auf die ungleiche Verteilung des Solanins in der Kartoffel zuriick-
M. Wintgen: Solaningehalt der Kartoffeln.
369
fuhren zu sollen. Nach Angaben der Literatur soll etwa die HZLlfte
des Solanins in den Schalen sitzen. Bei diesen Kartoffeln betrug der
Solaningehalt der Schalen sogar 64% des Gesamtgehaltes. In zwei
anderen Kartoffelproben entfielen rund 60 und 75% des Solanins auf
die Schalen. Aber auch nach deren Entfernung ist der Solaningehalt
kein gleichmiUIig verteilter. GeschHlte Kartoffeln, die zum zweiten
Rla!e geschalt wurden, enthielten in dieser zweiten Schale wiederum
mehr Solanin als im Kern.
Es ist somit erwiesen, dall das Solanin vornehmlich in den
periphereu Schichten sitzt und nach innen zu abnimmt.
111. Versuche, Solaninbildung auf kiinstlichem Nlhrboden durch Bakterien
zu erzeugen.
W e ich bereits vorher erwiihnte, hatte S c h n e 11' s Annahme,
d d durch bakterielle Einwirkung eine Steigerung des Solaningehaltes
der Kartoffeln eintrete, darch die Arbeiten W e i l ' s anscheinend eine
Bestatigung erfahren. W e i l hatte zwar nicht auf der lebenden
Kartoffel, wohl aber auf steriler Kartoffelbruhe durch Impfung mit
zwei von ihm aus kranken Kartoffeln isolierten Bakterien, die er
Bacterium solaniferum non colorabile und Bacterium solaniferum
colorabile genannt hatte, Solaninbildung beobachtet.
Ich gebe seine Versuchsmethodik kurz an: Kartoffeln wurden
zerrieben, mit Wasser zu einem dtinnen Brei angeriihrt, abgeprellt und
mit soviel Wasser nachgewaschen, dall aus 500 g Bartoffeln 1 1 Briihe
erhalten wurde. Nach dem Absitzen der Starke wurde die kolierte
Fltlssigkeit in Literkolben abgespiilt und eine Stunde lang bei 120'
sterilisiert; hiernach soll stets eine klare Briihe erhalten worden sein.
Die Kolben wurden sodann m i t den Bakterienkulturen teilweise geimpft
und ihr lnhalt von Zeit zu Zeit nach Eindampfen der Fliissigkeit nach
der Methode von M e y e r auf Solanin untersucht. Ungeimpft gebliebene
Kolben dienten als Kontrollproben. W e i l hatte nach dieser Methode
in j e ti 1 Briihe, die 3 kg Kartoffeln entsprachen, und mit dem erstgenannten Bakterium (I) geimpft waren, 41 mg, in den mit Bakterium I1
geimpften 73 mg Solanin gefunden; kein Solanin dagegen in den
ongeimpft gebliebenen Kontrollproben.
Diese Bakterienkulturen lieBen wir uns kommen, nnd haben mit
dem als dem stiirkeren Solaninbildner bezeichneten Bacterium solani.
ferum colorabile in einer Reihe von Versuchen die Prtifung auf Solaninbildung wiederholt.
I m Qegensatz zu obigen Befunden wurde in der ungeimpften
Briihe stets Solanin gefunden und ein Unterschied im Solaningehalt
zwischen den geimpften nnd ungeimpft gebliebenen Niihrboden nicht
Aroh. d. Pharm. OUXXXXIV. Bds. 6. Heit.
24
370
119. Wint gen: Solaningehalt der Kartoffeln.
festgestellt. Wohl wurde zuweilen, wie aus der Zusammenstellung in
Tabelle IV hervorgeht, in derselben Versuchsreihe ein kleinei, bia
mehrere Milligramm betragender Unterschied im Solaningehalt zwischen
den einzelnen Nahrbtiden beobachtet, aber es fehlte jede Oesetmllligkeit.
Bald war i n dem geimpften, bald in dem ungeimpften Kolben der
Solaningehalt etwas htiher und diirften diese Unterschiede als kleine
Versuchsfehler anzusprechen sein.
Ungleich grtiller war die Verschiedenheit im Solaningehalt
zwischen den einzelnen Versuchsreihen, da im Laufe der sich mehrere
Monate hinziehenden Untersuchungen jedesmal frisch gekaufte Kartoffeln
verwendet wurden.
Eine Erklarung ftir die Ergebnisse der W e i 1' schen Arbeit vermag ich nicht sicher zu geben. W e i l scheint bei der Art seiner
Versuchsausfiihrung von der Annahme ausgegangen zu sein, dall Solanin
in dem Prellsafte der Kartoffeln nicht vorhanden und in unltislicher
Form in der Kartoffel enthalten ist. Dies ist jedoch unrichtig. Solanin
ist auch ale reines Glykosid i n Wasser nicht vijllig unltislich, in der
Kartoffel aber liegt es iiberhaupt nicht frei, sondern an eine organische
Saure gebnnden vor, ist also infolgedessen noch ltislicher. Beriicksichtigt
man dann weiter, dall der Prellsaft schwach sauere Reaktion besitzt,
so ist von vornherein anzunehmen, dall Solanin darin enthalten sein
wird. Allerdings ist es nicht ausgeschlossen, daB beim Eindampfen
des PreOsaftes, sofern die sauere Reaktion nicht mit Ammoniak abgestumpft wird, Zersetzungen des Solanins eintreten und in Alkohol
fast unltisliches Solanidin gebildet wird. Diesen Zusate von Ammoniak
scheint W e i l unterlassen zu haben, wenigstens berichtet er in seiner
Arbeit hiertiber nichts. Aber auch hiermit wiirde nur ein Teil der
W eil'schen Ergebnisse seine Erkltirung finden.
Auf Grund unserer Uutersuchungsergebnisse kmn eine Solaninbildang durch das Bacterium solaniferum colorabile als wahrscheinlich
oder gar erwiesen nicht mehr angesehen werden.
Damit Bllt aber auch die weitere Folgerung, welche W e i l aus
seinen Versuchsergebnissen glaubte ziehen zu sollen, nfmlich, daO das
Vorkommen YOU Solanin lediglich auf bakterielle Ursachen zurfickzufiihren sei. Diese Annahme m d t e echon mit RlIcksicht darauf, daa
Solanin in einer ganzen Reihe von Vertretern einer bestimmten Pflanzenfamilie regelmgllig vorkommt, dall es bei diesen in den verschiedensten
Teilen, insbesondere in den Samen und FrUchten, auftritt, da8 es ferner
bei der Kartoffel gerade in der Keimzeit als intermedilres Produkt in
jongen Keimen selbst in groflen Mengen vorkommt, der Oehalt hieran
bei weiterem Wachstum aber wieder zuriickgeht, als mindestens gewagt
erscheinen.
z
IV.
111.
wchs
Ver-
No.
des
3. 11.
bis
17. 11.
24. 7.
bis
21. 8.
16. 6.
1901
fiihrung
aus-
Versochs-
Zeit der
0,0086
0,0130
B
0,0116
C
nsch der Darstellung
0,001)5
D
ehPft
ungeimpft
gedmpft
-
0,0266
-
0,0225
a) 0,0116 a) 0,0120 a) 0,0120
b) 0,0136 b) 0,0110 b) 0,0135
ungeimpft s) 0,0136 a) 0,0100 a) 0,0100 a) 0,0100
b) 0,OM b) 0,0115 b) O,oO90 b) 0,0146
nngeimpft
ungeimpft?
Geimpft
Gehrlt an Solanin snf 1 Liter BrlLhe
I
10 Tage
I
weil,
krystallinisch
desgl.
weil,
krystallinisch
__
D
14 Tage )P4(28)Tag?
nach der Darstellung der Brahe
gelblieh,
krystalliiisch
0 Tage
AeuSere Beschaffenheit des Solanins, relches
gefunden m d e
T a b e l l e IV.
Solanin in gelmpfter u
d unngelrpfter KartoffelbrlUlr.
L..
I
373
M. W i n t g e n : Solaningehalt der Kartoffeln.
Weiter wurde ea auch befremden, warnm so relativ selten Solaninvergiftungen durch GenuD von Kartoffeln beobachtet werden, da j a
alle Kartoffeln Solanin enthalten, mithin nach W e i l durch die spezifischen
Erreger infiziert wlren.
Ich bin mit meinen Ausfuhriingen zu Ende und mochte die Ergebnisse der Arbeit in folgenden Satzen zusammenfasGen:
1. Der Solaningehalt der Kartoffeln ist bei den einzelnen Sorten
durchaus verschieden, im allgemeinen aber betrgchtlich kleiner als nach
den Durchschnittszahlen in der Literatur zu erwarten wtire.
2. Eine Zunahme des Solanins bei ltingerem Lagern wurde auch
in gekeimten Kartoffeln, wenn die Keime sorgtaltig entfernt wurden.
nicht beobachtet.
3. Ein durch Erkrankung bedingter hoherer Solaningehalt gegenuber gesunden Kartoffeln h a t sich nicht sicher feststellen lassen.
4. Solaninbildung durch Bakterien auf Kartoffelnahrboden nach
dem Verfahren von W e i l ist nicht bestltigt worden.
Beztiglich der Frage uber das Vorliegen einer Solaninvergiftung
mochte ich zum Schlull darauf hinweisen, dall die Wahrscheinlichkeit
von Solaninvergiftungen, wie sie in fruherer Zeit mehrfach beobachtet
wurden, durch die Ergebnisse dieser Arbeit in keiner Weise gestiitzt
werden. Die gefundenen Solaninmengen waren in keinem einzigen Falle
auch nur annahernd so groll, dall sie akute Krankheitserscheinungen,
selbst beim Genufl von 1 k g Kartoffeln, hervorzurufen vermocht hatten.
Dagegen sei erwtihnt, dall Massenerkrankungen, die sicher auf den Genull
von Kartoffeln zuriickzufuhren waren, in letzter Zeit mehrfach nicht
mit dem sehr gering gefundenen Solaningehalt in Zusammenhang gebracht werden konnten. Neuerdings hat D i e u d o n n 6 bei einer Massenerkrankung im J a h r e 1904 als Ursache der Vergiftungserscheinungen,
welche durch Eartoffelsalat verursacht waren, Bacterium Proteus, bezw.
seine Stoffwechselprodukte festgestellt und im hnschlull hieran die
Vermutung ausgesprochen, dall auch manche fruher beobachtete Massenerkrankungen nicht immer eine Solaninvergiftung gewesen ist.
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