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Ueber die Bereitung der chemisch-reinen Salpetersure.

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264
Ohlert,
ein und derselben Quelle zu stammen, wol'ur eben sowohl
die gleiche dunkelbraune Farbe und der lockere Aggregatzustand, als auch die grosse Aehnlichkeit derselben in
Ansehung ihrer Bestandlheile sprechen.
Unsere Analysen ergaben :
I.
vnn li.
Eisenoxyd (mit sehr wenig Alaunerde) 40,316
NsnganoxydoYydul ............... 13,273
Kohlensauren I h l k . . .............. 1,355
0
Talkerde ............ 0,661
0,367
Kupferoxytl ......................
Arsen~Ciurc...................... 0,026
27,033
Sand und erdige Theile
Wasser, als Gliihverlust ...........
Beigemengta organische Subslanz ...
98,709
.
i
...........
11.
von L.
37,7 18
111.
von N.S.
38,987 Proc.
12,111
13,004
11
0,907
0,029
26,953
0,898
11
0,155
11
21,234
11
21,213
21,394
11
98,96'2
98,672 Proc.
-*-
Ueber die Bereitung der chemisch - reinen
Salpetersaure ;
VUll
Ohlert,
Apotheker i n MiIoeIaw.
-
Bei der Prufung der Methoden zur Darstellung derselben habe ich, unlcrstutzt durch meinen Sohn, einige
inir bemerkenswerth erscheinende Beobachtungen gemacht,
die ich im Folgenden gebe.
Bei Destillationen im Sandbade sol1 die Retorte auf
eine 4 - 1; Zoll hohe Sandschicht gelegl und dann mil
Sand umschuttet werden, wie die rneisten Lehrbucher
h g e h e n ; dieses ist, wie sich bald zeigen wird, ungenau.
Es muss bei dergleichen Destillationen, besonders der
Sauren und aller specifisch schwereren Flussigkeiien, wie
Herr Dr. M o h r in seiner ptiarmaceutischen Technik auch
angiebt, eine der Grosse der anzuwendenden Retorte entsprechende Kapelle, also eine solche, welche 4, hochstens
4; Zoll zwischen jener und dieser Raum lielet, d a m
Bereituny der clienrisch-reinen Saipelersaure.
265
bestiinrtit werden, und die uritere SandschichI, a d welclie
die Retorte aufgelegt wird, eine hohere sein, als der Abstand der Wande scitwarts ist, nm jedes Stossen, hervorgerufen durch eine plotzliche Entwickelung gespannler
Dampfe, zu vermeiden. Diese findel nur immer dann
statt, wenn der Kapellenhoden mit einer dunneren Sandlage bedeckt ist, als die Seiten an dieser, dem Feuer ohnehin so nahen Stelle, wodurch ihm eine starke und rasche
Einwirkung auf die Flussigkeit in der Retorte gestattet
wird, auf einem Punctc, wo die durch den erzeugten Dampf
zu hebende Flussigkeitssaule am hochslen ist, was die
starke Spannung und Ausstossung desselben verursacht.
Diese stossweise in die Kuhlgerathschaft geworfenen
stark gespannten Dampfe lassen sich weder bei Rohrenkuhlung, noch selbst bei vorgelegter grosser Retorte und
dem starksten Wasseraufflusse rasch verdichten ; sie werden deshalb zu den Fugen herausgestossen, was einen
bedeutenden Verlust, eine Verbreitung derselben im Laboratorium, die dern Arbeiler hochst Iastig wird, herbeifuhrt,
und was noch wichtiger, ein Uebespritzen und dadurch
eine Verunreinigung des Destillats bewirkt.
In diesem Falle destillirt auch sehr wenig iiber, und
weder ein Vermindern noch Vermehren dcs Feuers hilft
dem a b ; es verdampft dann entweder ganz wcnig und
stosst doch auch, oder das Stossen nimmt so uberhand,
dass man die Arbeit unterbrechen muss.
Wohl aber beseitigt man diesen Uebelstand ganz, wenn
man die Retorte nicht, wie ublich Cjedoch in unsern Apotheken nicht mehr allgemein iiblich. H. Wr.), in die im
Laboratorium befindliche eingemauerte, unpassend grosse
Sandkapelle legt, welche hierzu Veranlassung ist, sondern,
wie oben angefuhrt, eine der Grosse der Retorte enlaprechende auswahlt, sie mittelst eines eisernen Ringes in einen
Windofen einhangt und auf die ebenfalls oben angegebene
Art in dieser in Sand einlegt.
Erwahnte Kapellen werden uns in den gegossenen
gusseisernen Kesseln mit Rand, oder in jedem Eisenhandel,
in den sogenannten Grapen aus Gusseisen, von denen die
IG(i
Oillrl*r,
Fiisse abgesiiigl wertleii tuiisscii, iii jt>gliclier (;rose, zii
billigcn Preisen und noch zii vcrschiedenen andern Arbeiten brauchbar, dargehoten.
Das Feuer kann nun, wegen der seitlichen dunneren
Sandlagen, die oberen Flussigkcitsschichten leicht bis zum
Kochen erhitzen und nicht zii stark auf die unteren einwirken, so dass ein lebhafles Verdampfen von der ganzen
OberflAche aus eintritt, ohrie irgend ein Stossen, und eine
schnelle Beendigung der Deslillalion ohne Verlusl u. s. w.
ermoglicht wird.
Die Verunreinigung des Destillats durch Ueberspritzen
kann wohl leicht auch in vielen Fallen durch Heben der
Mundung rles Retortenhalses uher die Horizontalebene
verhutet werden.
Aber selbst b9i rcgelrniissiaem Fortgange darf bei der
Rectification der Sauren keine Luhkiihlung mit angewendet werden, und es muss auch jedenfalls bei Rohrenkuhlung sogar die Rohre nicht zu weit am oberen Ende hervorstehen, weil zwischen dem einmundenden Retortenhalse
und der Kuhlrohre ein Warmeheerd entsteht, der eine
fortwahrende Verdampfung der Saure durch die nicht
lutirteii Mundunge'n herbeifuhrt, welches gleichfdls Verluste und Unannehrnlichkeiten hrinst.
Sowohl bei Verdichtung durch mil Wasser kalt gehaltene Rohren, alu auch bei Kolhenkiihlung muss man wolil
oft Allongen anwenden. Hierzu habe ich inich bei ersleren der oben und unten abgesprengten bauchigen Medicinflaschen, am haufigsten der langen Flasclien vom Colnischen Wasser u. s. w. bedient. Diese alle sind aber
durchaus zu verwerfen, weil in der Biegung der Allonge,
wenn die Kuhlrohre nicht allzu steil herabgefuhrt wird,
ein Reservoir einer chlorhaltigen Salpetersaure gegeben
ist, welches die nachfolgende fortwiihrend veranreinigt.
Bei Kolhenkiihlung ist eine Verlhngerung des Retortenhalses bis in die Mitte des Kolbens nolhwendig, und
dann entweder, wenn der Hals zu dick ist, am einfachsten durch den passenden Hals einer afidern Retorte oder
Kolbens, odev falls die Rolirenrniindung des Kolbens zu
Rereitzing dcr chemisch- reinen Solpelersci'tire.
?67
weit ist, eine Verschliesaung dieser suhr leichl durch abgcsprengle Liniinentglaser zu bewirken.
Letztere werden etwa 1 Zoll vor ihrer Verengang
zum Hake und gleichfalls der Rand des Aalses abgesprengr
und mit einem Schleifstein glatt abgeschliffen.
Allcrdings verdampft zwischen den ubereinandergeschobenen Riihren Salpetersaure, wie oben bei der
Riihrenkiihlung arigefuhrt worden ist, hei einer moglichsl
lang gewahlten und ubergescholwncn Rohre, doch abor
nicht sehr bedeutend.
1st die glaserne Kuhlrohre des L i e b i g'schen A p p rates, wic dieses vorkommt, so weiter Miindung, dass Jer
Retorlenhals diesc nicht schliesst, so kann man sich ebenfalls der abgcsprcngten Linimentglaser zum sehr vortheilhaften Verschluss bedieoen. In diesem Falle aber muss
ich rathcn, die Stelle im Innern der Kuhlrohre, uber welcher der Retortenhals endigt und wo die heissen Tropfen
herabfallen, mit einem Stuck Glas zu bedecken, damit der
beisse Tropfen nicht auf die kalte Glasrobra falle und
diese zersprenge.
Bei angewendeter Kolhenkiihlung bediene ich mich
einer schiefen Ehene, deren Winkel nach Belieben und
Urnstanden bestimmt wird, auf welcber das Kuhlgefass
welches anf einem Breltchen steht und durch eine keilfo,rmige Unterlage horizontal gestellt wird
leicht hinund bergeschoben werden kann und so eine leichte und
beqiieme Entferaung und Wiederversinigung der Vorlage
zulasst, urn sowohl das Abtropfelnde prufen, als auch den
Kolben mit einem andern vertausohen zu kiinnen.
Als Kuhlgefass fur den. Kolhen nehme ich ein seiner
Grosse angemessenes, nioht hohes, holzernes Gefass, in
welches der Kolben, mit einem Eetz bedeckt, eingelegl
und festgebunden wird, und lasse aus eincm Reservoir
fortwahrend kaltes Wasser auf diesen fliessen, welches
aus dem Kuhlgefass. durch ein langes Rohr in ein zu
wechselndes Gefass abgeleitet wird.
Das Wasserreservoir, so wie das Abflussrohr des Kuhlgefasses sind mit Hahnen zur Regulirung des Zu- und
Abflusses versehcn.
-
-
PG8
Ohlert,
Den keilfcirmigen Untcrsatz stelle ich gewijhnlich so
her, dass ich unter das Brettchen, auf welchem das Kuhlgefass steht, ein schmales Kastchen von entsprechender
Lange so weit unterschiebe, bis die horizontale Lage erreicht ist, und verhindere das Herabgleiten desselben durch
zwei vorgesteckte Nagel in Oeffnungen, welche in die
schiefe Ebene gebohrt worden sind.
Nachdem ich die oben angefuhrten Handsriff6 und
Apparate, durch vielc Versuche dahin gefuhrt, anwendete,
erzielte ich bei bequerner rind vortheilhafter Arbeit ein
gutes Praparat, in so weit diese darauf von Einfluss ist.
Es gestattet mir namlich die Ahkuhlung durch das glaserne Kuhlrohr oder durch einen Kolben bewirkt und a d
oben angefuhrle Art verfahren, eine leichte und fractionirte Abnahme und deshalb Priifung und Sonderung der
verschiedenen Producte in Rucksicht auf ihre Reinheit und
eine Einsicht in den Gang der Arbeit, verhindert die Verbreitung der unangenehmen Salperersauredarnpfe, daher
Belastiguns des Arbeiters, der Verluste und eine Verunreinigung durch Ueberspritzen, weil kein Stossen beim
Kochen eintritt.
Es wurde nun zuerst dieTrennung des Chlors durch
Rectification und Zuruckslellung der chlorhaltigen Saureantheile versucht.
1. 48 Unzen robe Salpelersaure von 1,327 spec. Gew.
destillirt und zur Abkuhlung der L i e b ig’sche Apparat
benutzt, wurden in Fractionen abgenomrnen.
14 Unzen mussten als chlorhaltig bei Seite gestellt
warden, die spater gehende war zum pharrnaceutischen
Gebrauch genugend rein. In der Retorte blieben 3 Drachmen zuruck. Der Verlust betrug 6 Unzen wegen des fortwahrenden heftigen Stossens.
11. 48 Unzen einer sogenannten kauflichen reinen Saure
von 1,345 spec. Gew. wurden aus einer bis zu drei Viertel des Inhalts damit gefullten Retorte destillirt. Nach der
181en Unze zeigte sich der Chlorgehalt nur noch sehr
gering; als noch 3 Unzen ubergegangen waren, musstc
die Saure in eine andere Retorte gebracht werden, weil
Berealung der chemascli-reinen Salpetersaure.
269
jene gesprungen war. Sic: hatte jelzt ein spec. Gew. voii
1,360 und war so rein, dass die davon abdestillirteSaure
zum pharmaceutischen Gebrauche benutzt werden konnte.
111. Von GO Unzen derselben reinen Saure von 1.345
spec. Gew. mussten '34 Unzen als unbrauchbar beseitigt
werden. Der Verlust betrug 2 Unzen.
1V. 36 Unzen einer gleichen Saure hatten bis zur elsten
ubergegangenen Unze den starksten Chlorgehalt. Die spateren 12 Unzen warcn aber auch nicht genugend rcin,
weil die als Allonge benutzte Flasche vom Colnischcn
Wasser, wie sich beim .4useinandernehmen des Apparnts
zeigte, in ihrer Biegung ein Reservoir fur die chlorhaltige
Saure gebildet und diese alle nachfolgende verunreinigt
hatte. Die in der Retorte zuruckgebliebene betrug 3 Drachmen, der Verlust 2 Unzen.
V. 32 Unzen derselben Saure, in demselben Apparale,
aber mit einer besser geformten Allonge versehen, gaben
94 ; Unzen chlorhaltiger, 15;- Unzen zum pharmaceutischen
Gebrauch genugend reine; ;Unze blieb in der Retorte.
Der Verlust betrug 1; Unzen.
Das Resultat dieses letzten Versuches ist zwar ein
besseres, als das des vorlelzten, aber doch nicht ein gunstiges zu nennen.
Da die blosse Rectification einer Saure von 1,327 bis
1,356 spec. Gew., wie aus Vorstehendem ersichtlich ist,
Ireine guten Erfolge ergab, so wurde nach Mohr's Vorschlag cine rauchende Saure genommen.
VI. Die 5te Unze des Destillats von 17 Unzen stark
chlorhaltiger, rauchendcr Saure von 1,480 spec. Gew. zeigte
sich schon zum pharmaceutischen Gebrauche geeignet.
Herr M o h r hat bei Anwenclung von 32 Unzen einer Saure
von 1,45 spec. Gew. nur 3 Unzen chlorhaltiger zuruckstellen durfen.
VII. wurden nun auch noch nach M o h r's Anweisung
32 Unzen einer Saure von 1,345 spec. Gew. rnit 1 Scrupel
Yangan omyd. nativ. pulv. der Destillation unterworfen;
es trat bald ein gleichinassiges riihiges Kochen, ohne das
mindeste Stossen, ein, und waren nur die ersten 7; Unzen,
970
Oitlwl,
aher stark, chlorhaltig. Die spiiler uhergchenden 1 3 ; Unzen
waren zuni phnrmaceutischen Gebrauche bmutzbar. In
der Retorte blieb ;Unze u n d drr Verlust bccrug 6 Drachmen. In drei Stunden war dic Deslillation heendet.
VIII. Nochmals 32 Unzcn einer glcichen Siiure ntjl
1 Drachme N m y a n oxyd. ?cut. destillirt, musslen ebenralls
5 Unzen stark chlorhaltiger und dann noch 3: G'nzen schoii
zienilich reiner Skure zuruc.kgeslclll wwdcn. Von n u n an
war die Siiure rein, ee blirl)c;n nor 2 Drachmen in tlrr
Retorte zuriick und der Vcrlust betruy 1 Unze, auch girrg
die Destillatioii in zwci Stunden, also rasch, bei gleichaiassigem Kochcn, ZII Euclc.
Die erslen 5 U n z ~ nhallen ein spec. Gew. \:on 4,222,
clio lblgenden C Unzen desgl. von 1,273, dann T Unzen
von 1.324,5 Unzcn von 1,374, 5 Unzen von 4,400, 4: Unzcn
von 1,412.
Dieses war die reinsle der his daliin gewonneneti
Siiuren und der Vcrlust tler geringste unlcr allen bislierigen Versuchen.
Urn auch nocli die Reinigung der Siiurc votn Chlor
(lurch Flllung niit salpetersaut~emSillier zu prufen, tlic
bcilaufig gesagt, ebenfalls fast kostenfi.ci ist, weil das Chlorsilber so leicht durch eine einfache galvanische Kette rcducirt werden kann, wurden
IX. 34 Unzen Acad. nzl?sic.crud. von 1,345 spec. Gew.
mit 10 Gran in Wasser gelijstem Argctrtum nitricum versetzt; es war hierdurch alles Chlor entkrnt und noch
durch Chlorwasserstoffsiiure ein Ueberschuss von Argenl.
nitric. nachweisbar, deniungeachtet wurde noch eine gleiche
Menge nach W i t t s t e i n's Anweisung hinzugethan, daniit
bei statt findender Zersetzung des Chlorsilbers durch das
Licht eine Fallung des frei gewoi-denen Chlors durch den
Ueberschuss hewirkt werde.
Nach einigen Tagen hatte sich das Chlorsilber abgelager6 und es wurden n u n 98 Unzen der Saure so'klar
als moglich abgegossen, denn ganz ohne Spuren von Chlor-
Beredung det. chemiscti-reirieri Salpetersaure.
25 I
silber gelang dieees nicht *). 1:s wurden nun 6 Unzcn in
vier Qtunden langsam abdestillirt., so dass sich die Tropfen im Hetorlenlialse condensirten, und in einem an
dessen Miinduns untergeslellten Glase aufgefangen. Ein
Ueberspritzen war deshalb durchans uiimoglich, und doch
waren diese G Unzen noch chlorhallig und erst die folgenden 91 Unzen der Saure Lessen sich als zum pharmaceutischen Gehrauche anwendhar betrachten.
Es blieben Cbloi.silber und Krystalle von Argetit azlric.
in der Retort8 zuruck. Der Verlust tJeLriig f Unze und in
der Retorte blieb gleichfalls ; Uiize zuriick.
Das Argent. nifvic. hatte also das Chlor niclit zuruckzuhalten vermocht.
Die Menge zuruckgebliebenen Chlorsilbers war dcutlich sichtbar grosser, als die beim Abgiessen mitgerissenen
Atome, was die Vermuthung hervorrief, es sei nichi alles
Chlor aus der starken Saure gefiillt worden, oder das Chlorsilber darin loslicb, was sich auch beslatigt fand bei der
Verdiinnung einer klcinen, von dcrselben Saure ganz klar
abgegossenen Menge, welche ein Opalisiren derselben bew i rk te.
ES wurde dcshalb eine starke Siiure mit Wasset. his
zu einem spec. Gew. von 1,280 verdunnt und hiervon
*) W e n n nuin sich die Miihe g r b r n wollte, die lleinigung der
r o h c n k a u f l i r h r n Salpetcrsiure niit vieleni Irupferhaltigeui Silber untl die RectiBcalion der chlorfreien Sfiure gauz s o vorzuaehnien, w i e irli bereits in dies. Arch. B. 41. p. 159 u n d in einer
Eiitgegniing gegen eincn ungerrchtfertigten Angriff (ibid. 8.50.p.23)
aogegcben babe, so w i i r d e inan, gleichwie die ziihlreiclien Prnktikanten unscrs Laboratoriutns durch d i e e r h i h r u n g sehr bald zu der handgreiflichcn Ueberzeugung gelangen, dass es kauni einc bequelnere,
leichtere rind billigore Metbode zur Herstellung grosser und Irleiiier
Blengen v o n g a n z r e i n e r Snlpetersaure gebcn Itann, nls eben
die voii uns bestindig angewendete. Schwerlich d 8 r k es Einein
v o n uns jemals wieder einfallen, zu der listigen Zerseizung des
Sdpeters durch Schwefelsiiure zrirtirkzulrehren, i n SO fern es sich
nicht u m eine fabrilcinissige Gewinnung v o n nicht vBllig reiner
Salpctersiiure oder urn eine Uenioastrntion des rhernirc+en Proccsaes handelt, der dabai s l u t t l n d e t .
II. W a c k e n r o d e r .
272
Ohlet.1,
X. 30; Unzen mit Drachme Silborsolution tiichtig schiittelnd vermischt, nach funf Tagen 45 Unzen abgegossen
und destillirt, gaben ein gleiches Resultat - eine nicht
chemisch reine Saure.
XI. Abermals worde eine schon einrnal mil Argent. nilrtc.
vom Chlor befreite und iiberdcstillirte Saure mit Wasser
his zu einem spec. Gew. von 1,100 verdunnt und in deli
erhaltenen 38 Unzen 12 Gran A.r!lenl. ni!ric. gelost, welche
n u r eine unbedeutende Triibung verursacbtrn; nach einigcn
Tagen destillirt, erhielt ich auch von dieser keine vollkomnien reine u n d den groslen Theil als eine sehr schwaclio
Saure, weshalb wiederholt folgender Versuch, ehcr nach
Herrn Dr. W i t t s t e i ri's Angahe gemacht wurde :
XU. 32 Unzen Acid. nitrz'c. von 1,345 spec. Gew. wurden
mit 4 Scrupel in Wasser gelostem Argent. nitric. gemischt
und nachdem sie tuchtig durchgeschutlelt, eine andere
Flasche ganz mit dieser SPure angefullt, um das im oberen leeren Raume verbreitete chlorwasserstoffsaure Gas
zu beseitigen.
Aus dieser wurde die SCnre jetzt durch einen Trichter
rnit langem Rohre in eirie Retorte eingegossen und zur
Beseitigung des Stossens, welches wagen des sich am
Boden festsetzenden Chlorsilhers zu hefurchten stand, der
Retorte am Boden eine hedeut.end dickere Sandschicht,
als a n den Seiten gegeben und die Flussigkeit durch starkes Feuer rasch zum Aufwallen gebracht. Das Chlorsilber
ballte sich zu kleinen Kliimpchen und die Saure klarte
sich, es setzten sich einige jener Klumpchen doch am
Boden fest und verursachten ein mehrmaliges sehr heftiges Stossen.
Von den von 31; Unzen uberdestillirten 30 Unzeri
waren die ersten 6 Unzen etwas starker chlorhaltig, aber
dennoch wie die folgenden 28 Unzen anwendbar zum
pharmaceutischen Gebrauche.
Sie war in Bezug auf Reinheit der mit der grossten
Menge Mangao - einer halben Drachme fur das Pfund
destillirten Saure nur gleich; es waren jedoch hier
auch die ersten 6 Unzen hinreichend rein erhalten worden.
-
Beredzing der chemisch-reiiicn Salpetersaure.
273
Eine kleine Menge des Chlorsilbers hatte sich so fest
angesetzt, dass es schwer aus der Retorte herauszubringen war.
XIIT. Der vorige Versuch wurde wiederholt init 24 Unzen
derselben Saure von 1,345 spec. Gew., aber niehr salpetersaures Silber, namlich eine Drachme desselben, in wenig
Wasser gelost, zugemischt und einige Stunden, wahrend
dessen ofters umgeschiittelt wurde, hingestellt und dann
langsam destillirt.
Von den erhaltenen 12t Unzen waren die ersten 4; Unzen
etwas mehr chlorhaltig als die folgenden 18 Unzen; letztere war die reinste der bei allen bisherigen Versuchen
erhaltenen Sauren, aber doch nicht absolut chemisch-rein.
XIV. Auch nach der Vorschrift des Professors W a ck e nr o d e r wurde in 48 Unzen Saure von 1,305 spec. Gew.
ein i-Thalerstuck gelost und jetzt destillirt. Auch die grossc
Menge des vorhandenen salpetersauren Silhers brachte
keine anderen Resultate, als die vorigen Versuche.
In dem funften Versuche sammelte sich Saure in einer
Biegung der Allonge an, was eine Verunreinigung der folgenden muthrnaasslich herbeifuhrte; es wurden deshalb
nochmals
XV. 32 Unzen einer stark rauchenden Saure von l,k60
spec. Gew. aus einer zu angefullten Retorte langsam bis
zum Aufwallen erhitzt.
Die ersten 3; Unzen, welche so uberdestillirfcn, waren
bedeutend chlorhaltig, die folgenden 5 Unzen zum pharmaceutischen Gebrauche beinahe tauglich, spatere 7 Unzeii
so rein wie die des achten Vcrsuches, und die hierauf
iibergegangenen 15; Unzen noch reiner, aber nicht zu
vergleichen mit den im zehnten Versuche nach W i 1 t s t c: i n's
Vorschrih erhaltenen Saure.
In der Retorte blieben 2 Drachmen zuruck; der Verlust betrug 6 Drachman.
Die Richligkeit der Angabe des Dr. M o h r , dass man
durch blosse Rectification einer starken Saure, noch leichter und vortheilhafter aber bei Zusatz von Mangan eine
eben so reine Saure gewinnen konnc, als durch das Fallen
+
Arch. d . Pharm. CXXI. Bds. 3 Ilft.
18
274
Ohlert,
des Chlorgehaltes mittelst Argent. nitric. u. s. w.,glaube
ich, gehe aus den vorangefiihrten Versuchen unzweideutig
hervor.
Es werden aber von schwacheren Sauren n u r geringe
IIcngen reiner Saure gewonnen und die mehr gebende
rauchende ist so theuw und giebt kein reineres Product,
als die gewohnliche concentrirte rohe Saure mit Mungan.
oxyd. nat. destillirt, so dass unfraglich nur die letztere
Methode angewendet werden kann. Ja sie ist jedenfalls
auch der, das Chlor mit salpetersaurern Silber zu fallen
und zu rectificiren, vorzuziehen, denn der Gewinn einer
nur wenig reineren und einiger Unzen mehr reiner Saure
wiegt den Verlust an Silberlosung nicht auf.
Alle diese Reinigungsverfahren geben aber keine absolut reine Saure; immer zeigt sich bei Zusatz von salpetersaurer Silbersolution zu der etwas verdunnten Saure
das Reagirglaschen nicht g,egen das Licbt, sondern einen
dunkeln Gegenstand gehalten, das Chlor erkennbar an
durch schwaches Opalisiren der ganzen Flussigkeit oder
des Weges, den der hineinfallende Tropfen genommen hat,
was auch W a ck e n r o d e r schon dadurch ausspricht, wenn
er sagt, dass eine nach der van ihm angegebenen Weise
gereinigte Saure, wenn mehrere Unzen mil salpelersaurer
Silberlosung versetzt werden, nach einiger Zeit Chlorsilber
absetze *).
Wenn es also nicht gelang, die Saure vollstandig vom
Chlor za befreien, so blieb noch zu versuchen, ob aus
gereinigtem Salpeter sich eine solche nicht darstellen lasse,
gestutzt auf die Hoffnung, in den ersten Fractionen gewiss
don ganzen Chlorgehalt beseitigt zu sehen, zu welchem
Behufe aus
XVl. 32 Unzen eines mit destillirtem Wasser von seinem Chlorgehalte fast ganz befreiten und wohlgetrockneten Salpeters und 32 Unzen Schwefelsaure von 1,845
spec. Gew. die Salpetersaure dargestellt wurde.
Die Destillation begann bald; sehr leicht und gleich") M a n s e h e den folgenden Artikel.
Die Red.
Uereituug det. cheniiscli-?.ei,,c.,i Salpelersiiure.
275
massig ging dieSaure in dunnem Strahle uber. Spater musslr:
naturlicb das Feuer verstarkt werden. Die A bkuhlung rnachte
trotz des raschen Ganges durchaus keine Schwierigkeiten.
Die 4ste Fraction von 3 Unz. 5 Drachm. von 4,531 spec Gew.
zeigte tleulliclien Clilorgehalt.
0 218
B
n 5 n
Drachrn. von a,526 spec. Gew.
bedeutend geringeren.
0 318
3 D 7
B
von 1,524 spec.Gew.
2
~ 4 t e
n 5
4,506 ))
I)
D 5te
P 3 ))
1,450
n
))
4;
waren sehr rein, aber dennoch nicht absolut frsi von Chlcr.
Die Vorausselzungen bestatigten sich, wie der Versuch
bewies, also nicht, was mir Veranlassung wurde, mich nach
einem Verfahren zur Darstellung eines chernisch - reineri
Salpeters umzusehen.
Als ein solches fand ich in O t t o - G r a h a m ' s Lehrbuch der Chernie und auch irn Cornmentar zur preussischen Pharrnakopoe von M o h r das G r o t e'sche sehr empfohlen.
15s wurden daher 5 Pfd. Salpeter mit 4 C'nze Salpetersaure bsfeuchtet, wohl ausgetrocknet und aut' scinc Reinjetzt fand sich allerdings, dass der Chlorheit gepriift
gehalt abgenomrnen hatte, aber nicht ganzlich entferirt.
worden sei, weshalb dieses Verfahren, jedoch wie sich
gleich zeigte, ohne Erfolg wiederholt wurde.
Als auch bei einer nochrnaligen Wiederholung mit
feinem gepulvertem Salpeter es nicht gelang, tlas Chlor
vollstandig auszutreiben, so scliloss ich, dass wahrscheinlich,
da sich doch eine so bedeutende Verrninderiing zu erltenncn
gab, das Misslingen jedenfalls nur in nicht allseitiger inniger Beriihrung der Stoffe liege, und es liiinne aus diessni
Grunde auch eine Zerlegung der Chlorsalze und Austreibung des Chlors nicht erfolgen, bevor dieses Ilinderniss
nicht gehoben sei. Dieser Vorgang scheint rnir auch die
Entwickelung des Chlors irn ganzen Verlaufe der Darstcllung der Saure aus dem Salpeter zu erklaren, denn bis
zulelzt bleiben kleine Theile dos Salpelers und des von
diesem eingeschlossenen Chlorsalzes unzerlegt.
18 *
))
))
))
))
))
))
))
))
-
))
2’76
Ohlert,
In Rucksicht darauf ubergoss ich 16 Unzen Salpeler
lnit 1 Unze rohen Saure, die aber mil 4 Unzen Wasser
verdunnt war, verdampfte zur Trockne und erhitzte noch
einige Zeit.
Der Salpeter wurde beim Erhitzen halbfliissig, ein
Durchdringen des Salzes rnit Saure und die Zerlegung
aIIes vorhandenen Chlorsalzes dadurch ermijglich t, welches
such bei Prufung des trockenen Salzes, das sich absolut
frei von jeder Spur Chlor fand, bcstatigte. Die Prufung
vor dem vollkommenen Austrocknen erwies auch einen
Chlorgehalt.
Das so behandelte Salz Wochenlang aufbewahrt, blieb
ganz trocken.
Schwierigkeiten bei der Reinigung, die allerdings in
einer ins Sandbad gostellten grossen Porcellanschale vorgenornirien werden und wobei das Umriihren des Gemenges
mil einer Porcellanspatel geschehen inuss, finde ich nicht,
urid ist es zur Gewinnung eines chemisch-reinen Salpeters
das eirizigc mir bekannte Verfahren.
Selbst wenn kleine Quantitaten von einigen Pfunden reinen Salpeters zum pharniaceutischen Gebrauch zu hereiten sind, ist es vortheilhafter, wenngleich ein Umkrysrallisiren noch nothwendiger Weise vorgenommen werden
muss, als das Verfahren, nach welchem dieses vorher
geschieht und dann a u s dem Krystallmehl, welches in
einern Glastrichter oder einer grossen Flasche, von welcher der Boden abgesprengt, geschiittet worden ist, durch
Wasser die Chloride moglichst ausgelaugt werden, welches,
nebenbei gesagt, nie ein absolut reines, wohl aber zum
pharmac. Gebrauch laugliches Salz liefert und sehr viel destillirtes Wasser kostet, welches grosse Mengen des- Salpeters
auflost, welche Uehelstande selbst durch ofreres Aufgiessen
des schon einmal Durchgelaufenen, weil es doch nicht viel
mehr Chlorsalz aufnimmt, nicht umgangen werden konnen.
IIandelt es sich nur urn Entfernung der grossken Mengen der Chlorsalze, besonders bei Darstelluag grosser
Quantitaten, dann ist unleugbar Krys~allisationund Aus-
Ilereiluny der chcinisch reinen Salpetersaure.
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laugen der Chlorsalze aus detn Salzbrci am vortheilliof
testen und einfachsten.
Zum Beweise des Gesagten diene folgender Versuch :
Es wurden in einem Palle 8: Pfd. Civilgew. in eine
grosse Flasche, von welcher der Boden abgesprengt war,
eingeschiittet, mil schlecht fillrirendem Papier solcher Grosse
bedeckt, dass die Rander desselben hoch in die Hohe
stehend, ein seitwarts Ueberfliessen unmoglich machten
und nun 524 Unzen destillirtes Wasser nach und nach
aufgegeben und, nachdem es durchgeflossen, dasselbe noch
wiederholt zwei his dreimal aufgegossen. Noch drei gleiche
Mengen Wassers mussten auf dieselbe Weise verwendet
werden, bevor mil noch etwa 18 Unzen das lelzle A u s waschwasser verdrangt werden konnle.
Nach dem Austrocknen waren nur noch 6; Pfd. Civilgewicht eiries von Chlor beinahe freien Salpeters geblielwn
Die Auswaschwasser lieferten durch Verdampfen und
Krystallisiren noch 1: Pfd. Civilgew. und 1 Unze unreineren Salpeter, 7 Unzen waren debei verloren worden.
Von dem nach der G r o t e’schen Melhode gereinigten
Salpeter wurden nun 6 Unzen mil Schwefelsarire bei Benutzung eines Kolbens zur Kuhlung destillirt und davon
5: Unzen Acid. nicticum von 1,366 spec. Gew. einer absolut chlorlieien Saure gewonnen. Die Destillation geht
rasch und gleichmassig von Statten und ebenso is1 die
Abkuhlung leicht zu bewirken.
Zur Prufung auf Chlor habe ich noch Folgendes zu
bemerken: Pruft man sie, wie N o h r angiebt, durch Bintropfeln der zu prufenden Saure in Wasser, dem salpelersaure Silberlosung zugemischt worden ist, so erschcint
eine mil noch ziemlicben Mengen Chlors verunreinigte Saurc!
ganz rein; es ist zu wenig Chlor in den Paar Tropfen dcrselben enthalten, um das dadurch erzeugte unbedeutcndc
Opalisiren bemerken zu konnen. Nimmt man tlagegm
wenigstens f - 4 Drachrne von ihr, verdunnt mil elwa
einem gleichen Gewichte Wassers und lasst nun einen
Tropfen salpelersaure Silberlosung hineinfallen, so wird
278 Ohlert, Bereitting der chemisch-reinen Salpelersci'ure.
die kleinsle Triibung leicht bemerkt, weil der ohenaufschwimrnende Tropfen des Reagens hier oben ortlich eine Truhung hervoi.ruft, die nun leicht erkannl werden kann wegen des Unlerschiedes in Farbe und Durchsichtigkeil des
niit salpetersaurer Silberlosung vermischten und des von dieser freien Theiles der Probetlussigkeit; auch senkt sich
das Chlorsilber bald in dem oberen Theile, so weit namlich der Tropfen Silbersolution mit der Saure sich vermiscbt bal und bilclet eine deutliche weisse Zone, die sich
allmiilig immer tiefer bis auf den Boden senkt; hierbei
muss man, wie schon oben gesagl, das Reagirglaschen
gegen einen dunkeln Gegenstand und nicht etwa gegen
das durchfallsnde Licht halten.
Kurz nun nochmals das Ganze zusamrnengefassl, ist
die Reinigung der Salpetersaure zum pharmaceutischcn
Gebrauche niil Manganuna oxydat. naliu. pulver. die einzige
vortheilhafte.
Eine gewiihnliche kautliche Saure von 1,345 spec.
Gew., an1 besten mit 1 Drachme Mangan fur das Pfund
destillirt, giebt ;reiner Saure bei einem selten ;x ubcrsleigendem Verlustc, kocht gleichmassig, weil das Manganpulver die Warme durch die ganze Flussigkeit leicht fortleiiet und geht deshalb leicht in kurzer Zeit iiber, was
eine Ersparniss A n Dreanmaterial und Zeit bringt, lasst
sich nhne Schwierigkeit abkiihlen und giebt eine kaum
merklich wenioer reine Saure, als wenn sie mil Silber?
solution gereinigt worcien ist.
Will man aber eine vollkommen chlorfreie S u r e baben,
so muss man sie aus dem nach G r o t e dargestei1,ten vollkornmen reinen Salpeter bereiten.
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