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Ueber Morphium und dessen Bereitung.

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1M
Bley und Diesel,
Ueber Rlorphfum und dessen Bereitung ;
von
Dr. L. F. B l e y uiid E. Diesel.
-
Die Entdeckung des Rlorphiums als Bestandtheil des
Opiums und zwar als den vorzuglich wirksamen Bestandtheil des Opiums verdanken wir nehen D e r o s n e vorziiglich unserm geistvollen, in seinen vielseitigen Bestrehungen haufig verkannten Landsmanne Dr. S e r t ii r n e r .
Apotheker in Hameln, der es schon im Jahre 1804 entdeclite.
nachdem, ihm unbekannt, schon im Jahre zuvor D e r o s n c
sich mit der Ausscheidung des nach ihm sogenannten
Derosneschen Salzes beschaftigt hatte. Die Arheit von
D e r o s n e wurde erst im Jahre 1814 veroffentlicht, obschon
er sie dem Institute von Franlrreich schon zehn Jahre
friiher ubergeben hatte, in welcher Zeit man die Wichtigkeit desselben noch nicht ahnete. S e I' t ii r n e r erknnnte
im Jahre 1830 das Morphium zuerst als organische Base
an, ihm muss also das Vcrdienst, den ersten Fingerzeig
zur Auffindung aller nachfolgenden organischen Bason
segeben zu haben, beigemessen werden. Auch S e g 11 i n
hat sich sehr zeitig rnit der Darslellung des Morphiums
beschaftigtS e r t i i r n e r s I ) Bereitungsweise hestand in der Ausziehung des Opiums rnit heissem Wasser, so lange dassclbe
noch gefarbt wurde, Abdampfm und Fallen durch Ammoniak aus der concentrirten Fliissigkeit,. Den Niederschlag
suchte er durch wiederholtes Aufliisen in heissem Weingeist und Krystallisiren zu reinigen, oder auch, indem er
denselben in verdiinnter Schwefelsiiure loste und drirch
Ammoniak niederschlug, dann mit verdunntem Ammoniak,
spater mit kleinen Mengen kalten Weingeistes auszog, das
Praparat durch wiederholtes Auflijsen und Krystallisiren
noch weiter reinigte und aus dem in Wasser unlijsliclieri
Theile dcs Opiums miltelst Behandlung durch Salzsaure
und Priicipitalion mitlelst Ammoniak noch mehr Morphium1)
S e r t i i r n c r , s. Trotntnsdorffs Journal der Pharmacie 13. 1.
iiber Morphium rind desscn Bereitutrg.
144
Ausbeute zu erhalten suchtc. S e r t i i r n e r lehrte spaler
eine andere Darstellung, indem er vorschrieb, 8 Theile
Opiumpulver rnit 2- 3 Theilen reiner concentrirter Essigsaure und destillirtem Wasser zu einem Brei anhaltend zu
reihen, zu fillriren und rnit Ammoniak zu fallen. Auf diesc
Weise wollte S e r t u r n e r 12,tiO Procent Morphium erhalten haben.
S e g u i n 2, bediente sich ebcnfalls der Ausziehung
durch Wasser, Pracipitiren mit Kali, Natron und Ammonialc
und Auflosen in heissem Alkohol und mehrmaliges Wiederholen der Operation. Er erhielt 6 Procent einer reinen
krystallinischcn vegetabilischen Substanz, wie er sich ausdruckt, und bemiihete sich, die Wirkung der Bestandtheilc
auf den thierischen Haushalt zu ermitteln.
Pa g e n s t ech e r 3 , stellte uber das Derosnesche Salz
schon irn Jahrc 1810 Versuche an, und fand, dass der
nach dem Ausziehen rnit Wasser erhaltene Opiumruckstand
bei der Behandlung rnit Essigsaure, Sattigung des essigsauren Extracts mit kohlensaurem Kali, Auflosen in Alkohol
und Krystalliren n u r ein unwirltsamer Stoff erhalten werde.
C h o u l am t 4, bediente sich derselben Methode, loste aber
den Ammoniakniederschlag in Essigsaure auf, schlug nochmals durch Ammoniak nieder, zog rnit Aether aus, digirirtc
sodann mit wasserigem Alkohol, dann drei Ma1 mit kaltem
Weingeist, loste in kochendem Alkohol und kryslallisirte
durch Erkalten und Abdunsten.
R o b i q u e t 5 ) behandelte die wasserige Abkochung
des Opiums mit Magnesia siedend heiss, zog den Farhestoff aus dem Niederschlage durch warmen Weingeist und
dann mit kochendem Alkohol aus.
T h o m s o n 6 ) fallte den wasserigcn Auszug durch Ammoniak, dampfte das Filtrat ab, fallte wieder rnit Arnmoniak, zog die Niederschlage mit kaltem Alkohol aus, loste
-~
%)
3)
4)
5)
6,
Segui n , Trommsdorffs Journal der Pharmacie 2. ti?.
P a g e n s t e c h e r , Troinmsdorff's Journal der Pharmacie 19.
C h o u la n t Gilbert's Annalen 50 und 59.
R o b i q u e t , Gilbert's Annalen 57.
Thonison, TrommsdorlT's Journ. 5. 2.
,
142
Hey und Diesel,
sie in Essigsgure, digerirte mit Iinochenkohle, filtrirte,
pracipitirle mit Ammoniak, Ioste in kochendem Alkohol
und liess krystallisiren.
G i r a r d i n 7 ) pracipitirte aus dem wasserigen Auszuge
mittelst Ammoniaks, wusch mit kaltem, WasserigemWeingeist
aus , loste in verdiinnter SchwefeisEure, versetzte mit
Ammoniak, zog den Niederschlag mittelst Aebher aus und
behandelte mit kochendem Alkohol.
B u ch o l z und B r n n d e s *) erhielten, als sie sich der
Sertiirnerschen Darstellunpveise mittelst Essigsaure bedienten, nur etwa 4 Procent Norphium im Sereinigten
Zustande.
H o t t o t g ) zog das Opium rnit kaltem Wasser aus,
dampfte auf 2 O B. ab, vcrsetzle noch warm rnit Ammoniak
bis zur Neutralisation, wobei bloss reines Weichharz ausgeschieden ward, welches nach C i 1- a r d i n indess noch
Morphium enthalt, goss a b , versetzte mit Ammoniak in
Ueberschuss, wusch den Morphiumniederschlag mit kaltem
Wasser, loste in Alkohol und reinigte durch Thierkohle
und Krystallisation.
An i ch i ni O) machtc aus geschnittenem Opinm einen
Teig, iibergoss rnit 3 Thcilen Wasser, goss so oft ab, als
es gef‘arbt erschien, untcr Ersatze durch neues und verfuhr wie H o t t o t, jedoch rnit ofterer Wiederholung der
Reini~ungsprocesse. Er erhielt etwa 3,8 ;Morphium.
M e r k 1 1 ) zog das Opium mit kaltem Wasser aus,
dampfte den Auszug zur Trockne ab, loste in kaltem
Wasser auf, dunstete das Filtrat auf 4: des angewandten
Opium ein, fallte durch wenig Ammoniak die braune
zahe Masse, aus Opium und Extractivstoff bestehend, schied
durch Ammoniakzusatz das Morphium aus, loste in Essigsaure, behandelte rnit Thierkohle, fallte aus dem Filt.rate
das Morphium und Iostc es noch in Alkohol.
’) G i r a r d i n , .Journal de Pharmacie I?.
246.
BuchoIz und B r a n t l e s , Ruchner’s Repertoriuni 2. i.
9, Ho t t o t , Trominsdorlrs .Journal No. 7.
8)
lo)
A n i c h i n i , Ginelin’s tlnndb. dcr ‘theor. Chertiic 11. 2. S. 932.
N e r l i , daselbst.
uber Moiphium und dessen Bereitzing.
143
B e r z e l i u s lz)
zog 1 Theil Opium erst mit blossem
Wasser, dann mit sehr wiisseriger Essigsaure aus, verdampfte jeden Auszug fur sich, erweichte das Extract mit
der Halfte Wasser, kochte rnit 7 Theilen Aether bis 2 ubergegangen, goss den Aether noch warm ab, verdiinnte den
Opiumruckstand mit wenig Wasser, wo sich noch Opium
abschied, versetzte die decantirte Flussigkeit mit mehr
Wasser, fallte mittelst Ammoniak, trocknete den Niederschlag, loste in 3 Theilen (des Opiums) Weingeist von
0,8& spec. Gew. und digerirte mit 6; des Opiums Blutlaugen kohle.
P f e n d 1e r 3, crhielt durch Benutzuns dcr Methode
Serturner’s und Abwaschen des Niedersclilags mit Wasser
und schwachem Weingeist, Auflosen in warmer verdunnter
Schwefelsaure, Filtriren, Behandeln mit Thierkohle, Filtriren
mit Thierkohle, Filtriren, Krystallisiren, Aufliisen der Krystalle in Wasser , Fallen durch Ammoniak, Auswaschen
mit Wasser urid Weingeist, Auflijsen in Alkohol, Krystallisiren, Auflosen der Krystalle in 8 Th. kochendem Aether,
heisses Filtriren und Erkalten, 9 Morphium.
L a n g e 1 4 ) machte einen Auszug des Opiums in sehr
verdiinnter Salzsaure oder Essigsaure, filtrirte, fillte durch
Amrnoniak, loste in nicht ganz verdunnter Salzsaure, so
dass dieselbe etwas priidominirte, filtrirte, presste die
Krystalle in Leinen, loste in heissem Wasser und schlug
mit Ammoniak nieder.
M e r k Is) zog in einer verbesserten Methode 1 Th.
Opium mit 0,38 Th. Essigsaure und mitWasser aus, dann
mit halb so vie1 derselben Flussigkeit, ubersattigte das
Filtrat mit Ammoniak, wusch den Niederschlag mit Wasser,
dann mit schwachem Weingeist, losto zwei Ma1 in heissem
Alkohol, dann in schwacher Essigsaure, dampfte ab, und
extrahirte das essigsaure Morphium mit Wasser, wobei
Narcotin zuruckbleibt
-
12)
13)
14)
Is)
B e r c e l i u s , Lehrbuch 3. 245.
P f e n d l e r , Gmelin’s Lehrbuch der theor. Chemie 11. 933.
L a n g e , daselbst.
M e r k , daselbst.
Bley und Diesel,
144
Duflos 1 6 ) digerirte einen Theil Opium 2k Stunden
lang rnit 6 Th. Wasser und 0,00625 Essigsaure, colirte,
wiederholte die Ausziehung noch zwei Mal, fallte das Filtrat, nachdem es etwas eingedampft war, durch O,T5 Th.
Bleiessig, filtrirte, wusch den Niederschlag aus, fallte noch
warm mit Ammoniak, entferntc die harzigcn Flocken, versetzte sie mit iiberschussigem Ammoniak, sammelte nach
24 Stunden das Morphium, wusch rnit heissem Wasser,
loste in Weingeist, krystallisirte, lijste in verdunnter
Schwefelsaure und behandelte mit Thierkohle. Aus dem
harzigen Theile wird mittelst Weingeist noch etwas Morphium erhalten, indess nur 4,54g betragend.
W i n k l e r 1 7) zerlegte ein Theil Opium durch Behandeln mit 0,33 Essigsaure von 1,047 spec. Gew. und 3 Th.
Wasser, filtrirte, wusch mit essigsaurem Wasser auq, fsllte
rnit Ammoniak, zog durch Kochen mit Schwefeliitherweingeist das Narcotin aus, reinigte durch Krystallisiren und
erhielt k,l6 ;Morphium.
iibergossen 500 Gramme
H e n r y und P 1i s s o n
Opium dreimal hintereinander rnit 1 Pfund Wasser, weIches
20 Gramme Salzsaure enthielt, pressten den Ruckstand
aus, filtrirten, setzten Aetzammoniakflussigkeit oder Aetznatronfliissigkeit von 2 -3 $ etwas in Ueberschuss zu.
sammelten den Niederschlag und wuschen aus. Die Mutterlauge wird leicht sauer gemacht auf 0,75 ;abgedampft,
und zersetzt wie angefuhrt. Der Niederschlag wird in
gelinder Warme mehrmals mit schwach gesauertem Wasser
behandelt, bis zur Erschopfung filtrirt, stark concentrirt,
die Krystalle gewaschen, zweimal mit Thierkohle gereinigt
und durch Aufliisen in Wasser und Krystallisiren gereinigt.,
in schwach salzsaurem Wasser gelost, mit Aetzammoniak
bis zur schwachen Pradomination zugesetzt, gefallt. Die
Ausbeute war 3,70 $.
G u i l l e r m o n d l9) zog zerstossenes Opium mit dem
16)
17)
I*)
19)
D u f l o s , Gmelin’s Lelirbuch der theor. Chemie 11. 933.
W i n k l e r , Magazin der Pharrnacie 9. 281.
H e n r y und P l i s s o n , Journal de Pharmacie, Mai 1828.
G u i l l erm on d , daselbst.
iiber ilforphium und dessen Bereitling.
165
vierfachen Gewichte Alkohol von S O 0 aus, scliiittelte das
Gefass um, seihete nach 3 Tagen durch ein Tuch, behandelte
den Ruckstand noch rnit dern gleichen Gewichte des
Opiums, Alkohol vereinigte die Fliissigkeit nach dem Auspressen und filtrirte, setzte den sechsten Theil des Opiums
Aetzammoniaks hinzu, liess einige Tage stehen, brachtc
auf ein Filter, trocknete die Krystalle, wusch sie mit Wasser
und erhielt 8 I: Morphium. D u h l a n c erhielt nach selbigem
Verfahren 6,73 f reines Morphium, indem er noch 7,s ;.
Narcotin und 44,O ;Unreinigkeiten in 100 Th. fand.
E. S ta p 1 es * D , macerirte 4 Th. Opium mit 3 Th. Essig*ure und 3 Th. Wasser 24 Stunden lang bei 21 & setzte
dann 8 Th. Weingeist von 35O B. hinzu, digirirte 24 Stundcn
bei 710, presste aus, unterwarf den Ruckstand einein
gleichen Verfahren, versetzte sammtliche filtrirle Flussigkeiten mit Ammoniak, bis kein Niederschlag mehr erfolgte,
iijste in Alkohol und krystallisirte.
W i t t s t o ck I ) extrahirte gutes Opium mit 3 Th. Wasser
und 25 ;Salzsaure durch sechsstundige Eigestion, decantirte nach dem Erkalten , ,wiederholte dieses Verfahren
zweimal, loste in der Flussigkeit 4 Th. Kochsalz auf,
wodurch erst Trubung, dann Fallung eintraten, kiisige narcotinhaltige Substanz entsteht, goss ab, versetzte die Flussigkeit mit Aetzammoniak in Ueberschuss, erwarmte sie
etwas, filtrirte nach 24 Stunden, wusch den Niederschlag
mit wenig Wasser, trocknete, loste in Alkohol kochend
und filtrirte, destillirte den Alkohol ah, loste in Salzsaure
auf, krystallisirte, presste durch Leinewand, fallte noch die
Auflosung in Wasser durch Ammoniak, und liess es aus
Alkohol krystallisiren.
D u f l o s z a ) digerirte 1 Th. Opium rnit absolutem Alkohol, der rnit 1,OQ t concentrirler Schwefelsaure versetzt
ist, goss die Fliissigkeit ab, verfuhr noch einmal so, filtrirte,
destillirte den Weingeist ab, loste den Ruckstand in Wasser,
S t a p l e s , Journal de Pharmacie 14. 467.
Wittstoclr, Berzelius Lehrbuch 3. 216.
2 2 ) D u f l o s , Trornmsdorf's Journal 10. I
.
Arch. d. Pharm. LXXXIX. Bda.2. Hh.
20)
21)
40
Bley und Diesel,
146
filtrirte, entfarbte mit Thierkohle, versetzte mit Kalkmilch
in Ueberschuss, zog den mit heissem Wasser gewaschenen
Ruckstand auf dem Filtrate rnit kochendem Alkohol aus,
dampfte etwas ab, liess erkalten, dampfte weiter ab, setzte
Wasser hinzu, wohei Narcotin niederfallt. Er zog das mit
absolutem Alkohol und Schwefelsaure behandelte Opium
noch mehrmals rnit Wasser aus, und pracipitirte mit Kali
und reinigte rnit Weingeist.
F a u r 6 'I 3 ) macerirte Opium dreimal rnit 4 Th. Wasser
bei 12- 15" Cent., indem er zuerst 2 Th. Wasser, dann
ein Drittheil und endlich den Rest des Wassers anwendete
und unterstutzte die Einwirkung durch Reiben und Umriihren, dampfte die Flussigkeit zur Honigdicke ein, lostc
das Extract im vierfachen Gcwicht des Opiums, Wasser
auf, stellte zum Absatze bei Seite, goss ab, filtrirte, verfuhr
noch einmal ebenso, bis die wasserige Auflosung des durch
Abdampfen gewonnenen Extracts in kaltem Wasser sich
nicht merklich triibte. Auf 4 Pfd. Opium setzte er 1 Unze
'lhierkohle zu, riihrte um, filtrirte nach einigen Stunden,
concentrirte die Fliissigkeit und goss derselben siedendheiss Aetzammoniak zu bis zum schwachen Ueberschussc,
filtrirte, wusch mit kaltem Wasser ab, bis dasselbe ungefarbt blieb, loste in kochendcm Alkohol, behandelte mil
Thierkohle, filtrirte und krystallisirtc.
R o b i n e t a 4 )macerirte 1 Th. Opium rnit 6 Th.Kochsalzlosung von 15" B., filtrirte nach 12 Stunden, behandeltc
den Ruckstand mil .k Th. Kochsalzlosung, dampfte die
Filtrate ab, zog die Salzmasse zweimal rnit kaltem Alkohol
von 38O B. aus, dampfte zur Syrupconsistenz ab, wusch
die Krystalle mit Wasser, loste sie in heissem Wasser.
B 1on d e a P a s, vermeinte durch Gahrung des Opiums
die anderen Bestandtheile zu zerstoren und aufdiese W&e
uber I 1 3 Morphium zu erhalten.
T i 11o y 'L 6 , hat aus trocknen Mohnkopfen Morphium
23)
1 4 )
25)
'26)
Journal de Pharmacie. Novbr. 1823.
G m e l i n , Handbuch 11. S. 936. R o h i n e t .
B l o n d e a u , Journal de Pharmacie.
T i l l o y , daselbst 13. 31.
uber Morphiunt trnd dcssen Bereiturq.
,I 47
dargestellt durch Ausziehen mit Weingeist , Abdampfen
zur Syrupsconsistenz, AufIiisen in Weingeist, Abdunsten,
Auflosen in Wasser, Behandeln rnit Ammoniak, kohlensaurem Natron oder Bittererde.
T h i b o u m e r y ’) hat als Probe des Opiums auf
Morphiumgehalt vorgeschrieben, 1 Kilogr. fein zerschnittenes
Opium viermal hinter einander jedesmal mit einem Liter
Wasser ausznziehen, die filtrirten Auszuge zu verdunsten
bis zur Extractdicke, indem man mit dem letzten Extract
anfangen soll, das Extract mit 1 Litrc kaltem Wasser ZU
behandcln und den ungeliisten Ruckstand so oft mit
Wasser anzureiben, bis dasselbe nicht mehr Sefallt wird,
die sammtlichen Flussigkeiten his auf 1O0 am Areometer
einzuengen, noch heiss rnit Ammoniak zu fallen und dern
Erkalten zu uberlassen, den Niederschlag mit kaltem Wasscr
auszuwaschen, bis dasselbe ungefarht ablauft., dann mit
Alkohol von 18O auszuwaschen, zu trocltnen, mit kochendem Alkohol von 360 unter Zbsatz von Thierkohle zu
behandeln, die heisse Auflosung zu filtriren, die Halfte
des Volums Alkohol abzudestilliren und krystallisiren zu
lassen, die erhaltenen Krystalle rnit starkem Alkohol zu
mischen, dann zu trocknen. Aus dem Alkohol wird dann
durch Zusatz von salzsaurem Wasser und Thierkohle, Filtriren, Fallen mit Ammoniak, Behandeln rnit Thierkohle und
Losen in Alkohol der Rest an Morphium gewonnen. Zur
Priifung auf Narcotin soll man das Morphium rnit ciner
schwachen Kalilosung behandeln, welche das Morphium
auflost, das Narcotin zuriicklasst. Tm Durchschnitt wurden 6 - 7 3 Morphium aus Smyrnaer Opium bei Bearbeitung
grosser Mengen erhalten.
G e i s e I e r 2 8) empfiehlt folgende Methode zur Prufung
des Opiums, eine Unze desselben mit 6 Unzen destillirten
Wassers auszukochen, die Auskochung 2- 3 Ma1 zu wiederholen, sarnmtliche Decocte auf 8 Unzen abzudampfen,
bis zum spec. Gew. von 4,020 - 1,030 mit einer Auflosung
,
7, T h i b o u m e r y Journ. de Chim. medic. 2 Ser. 11. 105.
* * ) G e i s e l e r , Archiv der Pharmacie. i 0 . S. 219.
10*
4 a8
Bley und Diesel,
yon 4 Draclime kohlensaurem Kali in Unze Wasser zu miSchen, nach 24 Stunden abzufiltriren, zum Sieden zu erhitzen,
dann 48 Stunden ruhig hinzustellen. Das Morphium mit
der achtfachen M e n p destillirten Wassers , dem einige
Tropfen verdiinnte Schwefelsaure zugesetzt sind, zu mischen,
dann mit Thierltohle zu digeriren, zu filtriren, mit hetzammoniak zur deutlichen alkalischen Reaction zu versetzen,
nach einigen Tagen zu sammeln, wenn es noch nicht ge]lorig rein scin sollte, dieses Verfahren zu wiederholen. Er
crhielt aus griechischem Opium 6 -7, aus Smyrnaer Opium
ill Proc. Morphium.
bl o h r s 9 ) kocht das Opium mit seinem dreifachen
Gewicht Wasscr so lange bis die Opiummasse sich ITollig
vertheiit hat, colirt durcb Leinewand, presst stark aus,
wiederholt diosm Verfahren zweimal, setzt d a m Zuni Ko&en erhitzte Kalkmilch hinzu, welche aus einem Viertheii
des angewandtcn Opiums IEalk bereitet ist, koclit einige
Minuten, colirt schnell durch Lcinewand, presst aus, kocht
noch zweimal aus und presst wiederum, dampft siimmtlithe Flussigkeitcn zum doppelten Gewichte des Opiums
ab, filtrirt, erhitzt zum Iiochen, hrillgt in die Flussigkeit
so vie1 Salmiak, dass der Kalk vollkommen von dersalzsaure des Salrniaks gesattigt wird, wobci ein Ueberschuss
nichts schadet. Man lost die Krystalle in Salzsauro und
krystallisirt, presst durch Leinewand, engt die Mutterlauge
ein, pressl die Krystnlle aus, behandelt mit Kohle und
krystallisirt.
H e r z o g 3 0 ) hat die Mohrsche Meihode gepruf+, und
sie praktisch befunden. Derselbe fiihrt an, dass die Emtfarbung der Flussigkeit bei Zusatz von Aetzkalk nicht
immer sogleich das ersle Ma1 statt finde, sondern Wiederholung der Operation nothig maclie, dass auch durch Bildung yon liohlensaurern Kalli Morphium verloren Sehe.
Urn dieses zu vermeiden, lost er das Morphium zum
zweiten Male in verdunnter Kalilaugc bei gewohnlicher
z9)
30)
Mohr, Buchn. Repert. far Pharm. 21. 3. 1840.
I l e r z o g , Arcliiv der Pharmacie,
UOer
Morphium und
desseit
Bereikq.
4 49
Temperatur, schiiltelt die Fliissigkeit mit Thierkohle, wiederholt und wascht nach fast ganzlich eingetretener Entfarbung die Kohle mit kaltem destillirtcm Wasser so lange,
his Pflanzenpigmente keine Reaction mehr wahrnehmen
lassen. Zu der nicht zii concentrirten kochenden Fliissigkeit wurde eine heisse concentrirte Fliissigkeit von Salmiak
gegossen, umgeriihrt und nach dem Ilinstellen krystallisirt
das Morphium m schiinen ganz farblosen Krystallen. Bei
der Anwendung von nur gerade ausreichenden Mengen
Kalilauge zur Liisung des Morphiums und ruhigem Beiseitestellen nach Zusatz des Salmiaks erleidet man keinen
Verlust an Norphium.
Wir hatten bei unsern Versuchen die Absicht, die
Werthc einiger der angegebenen Metlioden zu priifen und
zugleich die Menge des Morphiumgehalts eines im Handel
als Smyrnasches vorkommenden Opiums kennen zu lernen.
Zur Ermittelung bedienten wir uns der hlerkschen 3 1) Probe,
nach welcher eine halbe Unze Opiumpulver zuerst mit
8, dann mil 4 Unzen Branntwein ausgekocht, Gltrirt, mi!
kohlensaurem Natron, 2 Drachmen, versetzt und zur Trockne
abgedampft wurdc. Das trockne Extract ward mit destillirlcm Wasser aufgeweicht und ausgewaschen, der unlosliche Opiumriickstand eine Stunde lang mit 4 Unze starken
Alkohol macerirt, der Riickstand mit selbigem nachgewaschen und der Niederschlag getrocknet, sodann in einem
Gemische von einer halben Unze Essig und eben so vie1
Wasser gelost, filtrirt, n i t einer halben Unze verdunnter
Essigsaure versetzt und zum Filtrat Aetzammoniak in geringem Ueberschusse gebracht, mit einem Glasstabe an
den Wanden des Glascylinders gwieben, um das Niederfallen des Morphiums zu beschleunigen.
Aus einer halben Unze guten Opiums erhalt M e r k
30 -40 Gran, aus Constantinopel - Opium 15 f und kaum
eine Spur Codein, aus Opium von Smyrna 113-W:
und 0,25 ;, Codein, aus einer zweiten Sorte von Smyrna
111 - 12 g aus einer dritten Sorte 7 ,; aus einer vierten
3I)
M e r k , Buchn. Reperr. fur die Yharm. VIII. 2.
Bley und Diesel.
150
6 -7&
wenig Narcotin und Codein, aus einer funften
Sorte 3- 4: hforphium, aus agyptischem Opium S-7;,
aus indischem 10 & aus persischem 4; Morphin. Die Ausbeute aus unserm Opium bctrug 10 Gran, mithin kaurn
uber ti g Morphium.
Nach der Prufungsniethode von R i g g ~ 3 % )wurde dicselbc Menge Opium viermal mil einer Unzc lieissem destillirtem Wasser iibergossen, die Infusion abgedampft, das
Extract in lialtem Wasser gelost, das Ungeloste mit Wasser gerieben, his sich dasselhe nicht mehr firbte, alle
Fliissiskeit vereinigt und auf 10° B. abgedunstet, kochend
jiltrirt, mit hmmoniak versetzt und bei Seite gestellt, G1trirt, mit kaltem Wasser gewaschen, dann mit Alkohol
yon 180 his zur Entfarbung, der Riederschlag getrocknet,
mit kochendem Alkohol von 36O und mit Thierkohle hehandelt, filtrirt und zur Halfte abgedunstet, die Krystalle
mit starkom Alkoliol gewaschen, der Alkohol abgedunstet,
der Riickstand rnit salzsaurem Wasser und Thierkohle
behandclt, filtrirt, mit Ammoniak gefillt, zum trockneii
Extract verdunstet, rnit Thierkohle Semischt, und mit starkern Alkohol ausgezogcn. Eben so wird die ammoniakalische Fliissigkeit behandelt. Ri g s s erhielt bei Anwendung Smyrnaschen Opiums im Durchschnitt von einem
I’funde 8; -9 Drachmen. Von dem unsrigen erhielten
wir aus einer halben Unze I4 Gran.
In einer dritten Probe ward das Opium mit salzsaurem Wasser, auf welches ein Procent Salzsaure genommen
war, extrahirt, der salzsaure Auszug mit Ammoniak versetzt, der voluminose theilweise Irryskllinische Nicderschlag
nach einigem Aussiissen mit destillirtem Wasser gepresst,
etwas getrocknet, hierauf mit Spiritus ausgekocht. Nach
Entfernung des Alkohols wurde das Morphiurn in salzsaures Salz verwandelt und die salzsaure Fliissigkeit rnit
Kohle digirirt. Dieses salzsaure Salz wurde in distillirtem
Wasser gelijst und nun rnit Ammoniak ~cfallt. Es ww32)
R i g g s Pharmac. Centr. B1. 1838, Nr. 9
uber Morphium und dessen Bereitung.
151
den nach dieser Methode ebenfalls gegen 12 Gran Morphium aus einer halben Unze unseres Opiums erhalten.
Urn diePriifung mit einer etwas grosseren hlenge vorzunehmen, wurden 24 Unz. Opium levant. mit 72 Unz. 'IVasser
unter bestandigem Umriihren gekocht, hierauf auf Leinewand gegeben und gepresst. Der Ruckstand wurde nocli
viermal jedesmal rnit 36 Unzen Wasser ausgekocht. Die
erhaltenen Fliissigkeiten mit Kalkmilch, welche aus 6 UnZen frisch gebranntem Kalk und 36 Unzen Wasscr bereitet
war, versetzt, die Kalkmilch sowohl als auch die vereinigten Opiumausziige erhitzt zusammengebracht und ohngefahr 8-10 Minuten gekocht, alsdann zum Absetzen in
einem verschlossenen Gefasse bei Seite gestellt. Die klare
Flussigkeit wurde sodann auf ausgespannte befeuchtetc
Leinewand gegeben. Nach theilweisen Ahtropfeln der
Fliissigkeit, welches nur sehr l a n ~ s a mgeschieh t, wurde
die abgesctzte Kalkmasse gepresst. Dieser Ruckstand
wurde nun noch viermal mit Wasser ausgekocht und die
vereinigten Fliissigkeiten his zu 48 -50 Unzen eingeengt,
noch warm durch nicht zu dichtes Papier filtrirt durch
einen gut bedeckbaren Trichter, um die Luft nicht einwirken zu lassen. Der kochenden Fliissigkeit wurden nun
2 Unzen gereinigten Salmiaks hinzugefugt und eine Nacht
hindurch bei Seite gestellt Die entstandenen kornigen
Krystalle wurden auf ein Filter gesammelt und mit destillirtem Wasser gewaschen, hierauf in destillirtem Wasser
gelost und mit Salzsiiure in salzsaures Salz verwandelt.
Die Flussigkeit wurde rnit frisch gegliihter Holzkohle digirirt; man wendete deshalb Holzkohle an, um eine etwaige
Verunreinigung mit phosphorsaurem Kalk, wie es wohl
ofters vorkommen mag, bei Anwendung der Thierkohle
zu vermeiden, da besonders die Flussigkeit wenig sauer
reagirte; auch Iasst sich wohl sicher annehmen, dass der
Farbestoff aus einer sauren Losung durch Kohle vollstandigcr gefallt wird, als aus neutralen Flussigkeiten, deshalb
wurde die salzsaure Morphiumfliissigkeit wenig gesauert,
and es scheint auch nothwendig, diese Opcration vorzunehmen, ohgleich Mohr durch den Kalk allein schon die
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Bley und Diescl,
VGllige Entfarbung der sehr braunen Flussigkeiten erzielt
zu haben angiebt.
Die salzsaure Morphiumflussigkeit wurde heiss auf ein
Filter geseben und die Kohle mit etwas destillirtem Wasser abgespult, hierauf dieselbe zur Krystallisation gebraclit
und die Krystalle 5esamnielt. Aus der ruckstandigen
h u g e wurde noch eine Parthie von salzsaurem Morphium
cfurch Concentration derseIben erhalten. Die Kr ystalle
wurden gesammelt und etwas zwischen Lcinewand gepresst.
Die Mutterlauge wurde hierauf nochmals mit aus 4 Unzen Kalk und 2 Pfd. Wasser bereiteter Kalkmilch gekocht
und uberhaupt wie oben verfahren. Der kochenden Flussigkeit wurden 40 Drachmen Salmiak hinzugesetzt und
48 Stunden der Ruhe iiberlassen, d a sich nach 24 Stunden nur unbedeutende Krystallhaufchen angesetzt hatten,
so war anzunebmen, dass Morphium theilweise in dem
freien Ammoniak aufgelost sei, so wurde es erst durcli
langeres Stehen an der Luft, indem die Flussigkeit CO’
anzog, vollstandig pracipitirt, so dass kein Morphium melir
in der Flussigkeit nachzuweisen war. Diese Krystalle
wurden wie oben in salzsaures Salz verwandelt und gepresst. Die siimmtlichen h-rystalle wurden in destillirtem
Wasser gelost und vortheilhafter, wie auch H e r z o g angegeben, anstatt rnit Aetzkalk rnit Aetzkalilauge versetzt,
erhitzt und filtrirl und mit Salmiak (ohngefahr 4 Unzen)
pracipitirt. Die Fliissigkeit liess man statt einer Nacht
zwei Nachte stehen, und zwar nach dem Erkalten dcr
Flussigkeit offen an der Luft, damit alles Morphium durch
Anziehen der Kohlensaure aus der LuA von Clem Arnmoniak gefatlt wurdc. Man erltielt ein schones, nur ein
wenig ins Gelbliche fallende Morphium, welches gepresst
und etwas mit Wasser ausgewaschen nochmals gepresst
wird. Die Ausbeuto war: 40 Drachmcn reines Morphium.
Aus diesem Versuche geht hervor, dass die Mo hr’sche
Methode fur die Bereitung im Grosscn wohl die bessere
ist, ohgleich erstlich das Auskochen des Opiums mit Wasser zu wiederholten Malen und Auspresscn der Masse
uber nilorphiurn und dessen Bereitung.
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nicht so leicht von Statten geht, wie es anfangs scheint,
indem die Opiummasse die Poren der Leinewand ganz
verschliesst und zum Durchgange der Fiussigkeit eine
geraume Zeit erfordert. Zweitens lauft die Flussigkeit
nach Zusatz von Kalkmilch noch schwieriger durch Leinewand, weshalb, wic oben angegeben, das Absetzen ganz
nothwendig ist. Das Auspressen der Kalkmasse ist ebenfalls sehr langweilig und kann nur sehr langsam geschehen. Eben so geht auch das Filtriren des Liquidums
von Statten, weshalb immer die RiickstPnde sowohl von
Coliren als auch von Filtriren gehorig mit Wasser nachgespiilt werden miissen, urn keinen Verlust an Morphium
zu haben. Das Ausziehen mit saurem Wasser etc. scheint
der Methode von M o h r fast gleich zu kommen, auch
wurde nach dieser fast eben so vie1 Ausbeute erhalten.
Zieht man die schnellere Ausfuhrbarkeit in Detracht,
so findet man, dass die Mohr’sche Methode der durch
Ausziehen mit saurem Wasser etc. nachsteht, da die mit
saurem Wasser behandelte Opiummasse sich weit leichter
pressen lasst und viol schneller durchs Filter geht. Es
mochte also fur das Bereiten im Kleincn diese vor der
M o hr’schen Methode den Vorzug verdienen.
Codein wurden aus Zh Unzen unseres Opiums gcgen
40 Gran aus der Chlorcalciumhaltigjen Fliissigkeit abgeschieden, es war aber noch wenig braun und wurde durch
Verwandeln in salzsaures Salz und Digestion mit Holzkohle
oollkommen weiss erhalten.
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Ueber die organischen Sauren der Lactuca virosa
und L. sativa;
von
0. Kiibnlie,
d. Z. zu Garding in Sclileswig.
-
In der Voraussetzung, aus Luctuca sntica und oirosa
die naniliche Saure zu crhalten, die von P f a f f als eine
eigenthumliehe SSure, Laciucasiiure, aufgefuhrt ist, von
W e i n l i s u. m. A. aber als Oxnlsaure und von Dullr als
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