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Ueber Radix Sarsaparillae.

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320
l[I. Natrirgescliiclite und Pharma-
kognosie.
Ueher Hadix Sarsaparillae ;
VOtl
Ingenohl,
Apothelccr
zit
Hooksiel.
Die SarsapariIIe, welche schon seit /I&?O in Europa
beliannt ist, ist die Wnrzel mehrerer Arkn von Smilax,
einer Pflanzengatlung der naturlichcn Familie der AsparaSineen und der 23. Classe G. Ordnung des Sexualsystems.
Obgleich diese Wurzel wiederholt chcmisch untersucht wurdc, so is1 sic dennoch, was die verschiedenen
Sorten, die davon irn Randel vorkommen, anbelangt, auf
ungleiche Weisc geschiitzt, uncl bald ist diese bald jene Sorte
zum medicinischen Gehrauche empfohlen. Sarsaparill wurzeln,
welche von den feinen Zasern gereinigt sind, nennt man wohl,
sobald sie spiralfiirmig in r u n d o Buntle znsanimengerollt sintl,
runde Sarsaparille, Sarsnparz'lln ~ o t z t n d a1;a n g e S a r s a p a ri I I e, Snrsaparzlla lonyn dagegen, wenn sie der Lange nach
zusamniengebunden ist. Alle Sarsaparille, die in grosse Bunde
iinordcntlich nnter einander gehundcri ist, nannte man wohl
t'ruher lose Sarsaparille oder Sn.maparilln de Honduras;
sie war dann mil Rbizom und Nebenfaasern versehen.
A1s Zeichen c>inci. gutcn Wurzel gall, class dieWurze1fasern nicht zu diinn, etwa schreihfederdick, nicht schwarz,
nicht zerreiblich, sonclern fest scicn. Die Sursaparilla 1.0tunda, die theuerst,e, hielt man arrch fiir die hcste Sorle;
sowohl hei diesel.> als auch hci dcr Sarsapa~illa Eongn
waren die slirksten Wurzcln stets nach aussen gclegt,
wiihrentl tlas Innerc t l c r I3iintlel ans klcinercn Slucken
bestand. Dic souenannte Hondnlas-Sarsaparille hiclt man
3
fiir minder kriifrig irnd uniauqlich zuni Arzneigebraucli.
( H a g e n , E 1) e r m a y c! r.)
Diesc Eintheilung h a t ititlessen keincri Werth, indeni
die lose Sarsaparillc eben 50 p l otler schleclrt ist, wie die
gebundene.
Ingenohl, uber R a d i x Sarsaparillae.
321
Da die a'ussern Charaktere, als Dicke, Parbe u. s. w.
von dem Alter der I'flanzen, von der Art,, die Wurzeln zu
irocknen, was haufig uber Feuer gescheheii SOU, abhangig
sein k h n e n , so sind diese, ho wie auch die Gestalt der
Bundel zur richtigen Beurthcilun~ einer Sarsaparillwurzel
von den meisten Pharmakologcn tler neuern Zeit weniger
gewurdigt ; sie liaben vielmehr die Farhe urid relative Dicke
der auf ihrem Querschnitt sii:h zeisenden verschiedenen
Iireise als wiohtigere Kenrrzeichen cler verschiedenen
Sarsaparillsorten hervorgehoben Die verschiedenen Sorten der Sarsaparill wurzeln, welche ini Handel vorkommen,
sind meistens nach den Orten henannt. von welchen sie zu
uns konimen. Sie stammen, so vie1 his jetzt daruber bekannt ist, alle von nahe vcrwandlen Species, die in Nordund Sud- Amerika zu Hause siricl.
Nicht alle Scliril'tsteller haben eine gleiche Anzahl von
Sarsaparillsorten heschrieben, und wenn man die verschienen pharmaceuhchen Notizen drirchfjeht, welche wir uber
diese Drogue besitzen, so findet, man, dass die Angaben
uber die physische Bcschaffenheit derselben sehr verschieden sind, woraus man denn wohl entnehmen muss, dass
sie dieselben von verschiedenen Drogueriehandlungen unter abweichenden Benennungen bezogen.
Dr. W i g g e r s unterscheidet eine Sarsaparilla de Caraccas,. de Tampico, italicu, lisborznensis, de Costa, de Uo~iduras, de Vera Cruz, de Lima und jamaicensis. Nach ihm
ist die Sarsaparilla de Costa von der Lissaboner wenig
verschieden und die Lima - Sarsaparille der Vera Cruz so
iihnlich, dass man sie fur junge Wurzeln von derselberi
Pflanze ( S n d a x medica) ha1ten kann. W i g g e r s bemerkt
ferner ( s . Grundriss der Pharmakognosie), dass die verschiedenen Sorter1 nach ihrer Gule und Wirksamkeit in
umgekehrter Folge aufgefuhrt seien, so class die Sarsapaiilla jamaicensis als dic mirksamste, die Caraccas - Sarsaparille als die am wenigsten zu enipfehlende Sorte zu bezeichnen ware. &ach ' W i g g e r s wurde dem Obigen zufolge von den im I h d c l allgemein vorkommenden-Sorlen
21
Arch. d.Pharm. XCILI. Bds. 3. Hft.
332
Zngenohl,
die Vera Cruz die zu wahlende sein und die Honduras
musse der Lissaboner vorgezogen werden.
Dr. M a r q u a r t , welcher in seiner Pharmacie eine Sarsaparille von Vera Cruz, von Honduras und von Lissabon
als bestimmte Sorter1 beschreibt, cine Lima - Sarsaparille
wie W i g g e r s als eine hellere Sorte der Vera Cruz betrachtet, giebt an, dass es noch nicht ausgemacht sei, welche
von den drei Hauptsorten die heste sei, glaobt indess auch,
dass die Vera Cruz, welche die preussische Pharmakopoe
als officinelle Sorte zu belrachten scheint, zum medicinischen Gebrauch den Vorzug verdiene.
Prof. D o b e r e i n e r unterscheidet ( D o b e r e i n er‘s
Apothekerbuch) ebenfalls drei Hauptsorten mit folgenden
Namenbezeichnungen :
4 ) Honduras - Sarsaparille, auch wolil Caraccas - Sarsaparille.
2) Brasilianische oder Lissaboner Sarsaparille.
3) Vera Cruz - Sarsaparille (Sarsaparilla de Caraccas 1 )
Ausser diesen beschreiht er noch eine Jamaica - Sarsaparille, welche, wie auch W i g g e r s angiebt, in England
Ilauptsachlich gebraucht werden soll, eiiie Lima - und eine
de la Costa - Sarsaparille, welche ietztere von der Lissaboner kaurn verschieden, ihr von 31 a r 1 i u s zugeziihlt wirtl.
Nach D o b e r e i n e r ziehen von den drci Hauptsorten Einige die Lissahoner, Andere die Honduras vor, urld e5
wird die Vera Cruz als die weniger wirksanie Sorte angesehen.
Ge i ge r erwiihnt in seiner t’lraiwiacqma ,uttiuei*salis
ebenfalls drei Hauptsorten : ,I) Honduras - Sarsaparille,
2) Lissahoner, brasilianische, Illarannen, Para - oder de la
Costa - Sarsaparille, 3) Vera Cruz-, de la Conla - oder Guayaquil- Sarsaparille. Angegeben ist ferner, dass unter Caraccas - Sarsaparille hie und da die Wurzelfasern verkauft
werden, welche der Honduras - Sarsaparille sehr ahnlich,
nur ein wenig dicker sind urid zum Urnwinden der Bun&]
dienen, und endlich, dass man sehr hiiufig die Vera CruzSarsaparille als Honduras- oder Caraccas- und die Jamaica - oder rothe Sarsaparille, welche der Lissaboner sehr
uber Radix Sarsapardlae.
323
ahnlich, auch als sol~:heverhaufc. G e i g e r Iiisst cs dahin
gestellt, welche die wirksamsic Sorte ist. hernerkt aber,
dass die Honduras; ills die in tieti Arzneischatz zuerst auf.genomniene Sorte, fiir die IJeste gehalten werde, und A r t u s eridlich, der i n scinein Kepctitorio ebenfalls die genannten drei Ilauptsorten 11csc.hreibt. giebt diibei nicht an,
welclie man zu wahlen hahe.
Zufolge einer ?rlitihciIung tlcs Prof', D i e r b a c h im
Jahrh. furprakt. Pharni. ,184'2. 11.3l.G wird die in den Vereinigten 'Staaten gewiihnlich anycwcntle~eTVurzel aus der
Ilondurasbay gebracht. Untcr dcm Xtimcn Jamaica - Sard ~ i Sarsaparille bekannt,
saparille ist in Nord - A n ~ c ~ ]<cine
cs wird auf dieser Insel gar lwine Sarsaparille gesammelt,
wohl wird sie von cia aus r m 4 i Europa eingeschifft, sie
liomriit aber von Honduras. Nach 1)i c r b a ch's Angabe
ferner unterscheidet, h i v h t l i c w Sortc nicht wesentlich von
der Honduras, nur tlurch dic ~.iithlichcFarbe der Epiderrnis ist sie davon vorschietlerr. Betr~chtlichcMengen diesel. Drogue werdcn aus den niexikanisclicn Hiifen Vera
Cruz und Tampico cingebracht. Diesc Sorte schatzt man
indess i n den Vcreinigten Stililten nicht schr , aber des
scharfen Geschmacks w e p . den sic besitzt, durfte sie
nach D i e r b a ch hiirsichtlich dcr Hcilkriiftc den andcrn
Sorten nicht n;ichs;tclrctt Auch w i d in clcn Vereiniytmr
Staatcn cine ansclinliche Quanliliit y o n dcr Caraccas-Sarsaprille aus La Gnayra get)r.achl. Diese Sorte ist .-.(.hi.
rnehlig und yleiclit hierin scht, t l c r hriisilianischen od;-r
Lissaboncr Sarsaparille. welc-hc abet- in den Vereinigtcn
Sttiaten nur selten geht~arrcht~
wird.
Wie schon cmvalint,, wcichen mit den Ansichten der
Schrifisteller uber die G i i k clicscr Wurzcln auch ihre Beschreibung einw mil, einom rind tleniselben Yameii bezeichneten Sarsaparillsortc hdufig sclir voii einander ah.
Zur Zeit, der Versanirrilung d ~ n he1. Naturforscher
und Aerzie in Bremen I-,csuc*hk ich rnit cinigen Collegen
die ersten 1~royu~~t.ic~liantllongcn
diesel. Stadt, und unsere
Bitte, uns die Vorriitlic r'on S;trsn~~nrillwurzeln
zu zeigen,
fand eine sehr freundlichc hufnahnie. Hr. H e r m a n n
21 *
324
hqenohl,
S c h i i t t e theilte u n s mit, dass die Vera Cruz- und die
Honduras - Sarsaparille, heide so sehr verschieden im Preise,
die gangbarsten Sorten seien, dass dagegen die Lissaboner
weit weniger verlangt. werde. Die Lissaboner oder ParaSarsaparille, welche von den portugiesischen Besitzungen
Amerikas in 20 - 30 Pfd. schweren, 3 - 4 Fuss langen
und 4 Fuss dicken mit Reifen (Ranken von Timbotika) fest
zusammengebundenen walzenformigen Bundeln zu uns
kommt, war von dem Wurzelstocke befreit. Diese Sorte
sol1 vor dem Binden uher Feuer getrocknet und nach
dem Binden his zum Verliauf in den Giebeln der Wohnhutten aufgehangen werden, wodurch sie oft ein rauchcriges Ansehen bekommt. Sie wird an verschiedenen Orten in 4 - 2 Pfd. schweren, an eiriem Ende spitz zulaufenden Biindeln sehr zierlich eingepackt.
Die Honduras- Sarsaparille kommt in Bremen in ledernen Seronen von 1100 - 120 Pfd. an, worin etwa 40 kleine
Biindel von ungleicher Schwere sich zusamniengepackt
finden. Solche Biindel, die die markigsten Wurzeln enthalten, sind in der Serone nach aussen gelegt, wogegen
man im Innern der Seronen sehr haufig schlechte, schwarze,
mit unziihligen Fasern versehene liochst dunne Wurzeln
findet, und dann den sehr starken Wurzelstock.
Hr. T o n n e , Magazinier der Herren A n t o n W a1 t e
S o h n & C o m p . , bemerlile uns, dass die meisten Apotheker von dieser Honduras und dann am liebsten die recht
hellen, dicken markigen Wurzeln niihmen, die diinne magere Sorte dagegen schlccht unterzubringen sei, und endlich, dass in Honduras diese Sorte von den Idandleuten
in jenen kleinen Bundeln zur Stadt gebracht wurden, wo
man sie so lange aufhewahre, bis ein griisseres Quantum
davon vorhanden und sic dann wie oben angegeben, verpackt nach Europa sende.
Hr. H. S c h i i t t e , der Iiingcrc Zeit in Italien war,
schreibt mir unterm 28 Febr. d. J., dass wold in Italien
die meiste Sarsaparille verbraucht werde, ausschliesslich
sei diese die Honduras - Sorte, welche man dort sehr hoch
bis zu 6 fl. das Pfund bezahle, sic, wie bei uns die Schneide-
uber Radix Sarsaparillae.
325
bohnen, in Scheiben schneidet und dann im Fruhjahr als
Thee in Aufguss gehraucht *). Der Italiener sahe dabei
auf eine innen weisse s c h r m a r k i g e Wurzel, und es
liesse sich vielleicht aus 100 Pfd. nnr 40 Pfd. solche aussuchen, den mageren Ruckstand bemuhe man sich dann
an Consumenten des mittlern Stanclcs unterzubringen. Wie
ich spater aus anderer Quelle noch erfahren, sol1 die Honduras, nachdem man sie mil Schwefel gebleicht und in
spitze Bundel gebunden hat, unter dem Namen Salsa di
Portugal10 in Italien zu jenem liohen Preise verkauft werden.
Die Vera Cruz - Sarsaparille sahen wir in grossen gepressten Ballen von 200 Pfd. ganz einfach mit ledernen
Riemen zusammengeschnurt. I n diesen bemerkte man mit
erdigem Staube bedeckte, dicke, dunne, helle, schwarze,
verdorbene, selten m a r k i g e Wurzelfasern, die mit und
ohne Nebenfasern, grosstentheils aber rnit dem starken
Rhizom und dann mit Resten des Stengels, worm starke
Stacheln sassen, versehen waren. Hr. H. Sch u t t e bemerkte,
dass diese die billigste Sortc, bisher im Handel als die
schlechteste Sorte angeschen, in Rnssland, Polen und Schweden stark gebraucht werde. Yon einigen Freunden, die
lange in Vera Cruz gewesen, sei ihm mitgetheilt, dass die
Sammler diese Sorte in Bundeln von 10 - 40 Pfd. im frischen Zustande zur Stadt, brachten, dass diese dann ohne
Weiteres zusammengebuuden blieben , worms sich die
dunkle Farbe, so wie die hlenge der verdorbenen Wurzeln im Innern solcher Bundel erkllren liesse. Aus einer
Anzahl solcher Bundel mache man d a m gepresste Ballen
von etwa 200 Pfd. und verschicke sie.
Unter Tampico - Sarsaparillc, welche wir bei Herren
A. W a l t e S o h n &: Comp. sahen, waren einige Wurzelfasern denen der Vera Cruz sehr ahnlich, andere, die sich
aber auffallend durch eine lose anhiingende s e h r s t a r k
mit Erde bedeckte Epidermis und durch einen hochst dunnen Kern von der Vera Cruz unterschieden.
Ich liess mir nun spater von den Herren Schutte
& Comp., A n t o n W a l t e S o h n & Comp. und E n g e l ”) Man vergleiche auch die Angaben yon J o b J t in dies. Archir
1844. Mai. pag. 167.
3%
hgenohl,
b e r t W a1 t c i n Rremen Sarsaparill - Sorten kornrnen, die
von diesen Herren rnit Lissahoner, Honduras und Vera
Cruz bezeichnet waren. Die aussern Merkmale jeder einzrlnen Sorte warm durchaus dieselbcn, rind von denen,
welche mein Schwager untl College. S p r e n g e r in Jever
untor denselhcn Namen von Hamhnrg bczogen ond mir
zur Disposition stellte. durchaus nicht verschiedcn. Fine
war ihm als Prohe zugesandt und als Caraccas - Sarsaparille signirt, die sich auffallend von :illen anderen Sorten
unterschied. Die Fasern waren vom Wurzelstocke be[reit,, hin und hergebogcn, mil I I n z 2h l i S e n Nebenfasern
uberall beset,zt, schreibfedcrdick, tlio 1’:piderrnis aschgrau,
auf dem Querschnitt zeigt,e sie sich sehr Farinos, rnit einem
dunklen Kreise, worin m a n mit der Loupe unregelinhssig
gestellte Poren wahrnehmen konntr, vcrschen, und innerlralb dieses Kreises hemerkte man rinen weissen Holzkbrper. Die mehlige Rindenschicht licss sich iiussorst lricht
vom Kernc trennen.
Die physischeri Merkmalc der drei Hauptsorten waren
folgende :
Sai*sapnrilla lisbonrierisis.
Die Wurzelfasern sowohl der Natural -Verpackung als
die der urngebuntlenen .Biindel sind breit, aber flach gefurcht, ohne allc Nehcnfasern und Hhizom, anfangs sind
sic geschmacklos, l)eim Kauen hemerlit man allmalig einen
kratzenden, aher durchaus nicht bittern Geschrnack. lhre
Dicke und Farbe sind sowohl wie ihr Tnneres abweichend.
Sik haben eine rothlichgraue oder rothlichbraane Epidermis, eine weisse oder rothlichweisse, irnnier mehlige Rindenschicht, unter diesel. cinen braonlichen Ring, worin man
bald nur einen einzigen, hald mehrere Porenkreise wahrnirnmt. Innerhalb dieses Rinses, der selbst bei den dicksten Wurzelfasern verhaltnissmassig dunn ist, befindet sich
ein weisstr Holzkiirper. Der Kern ist an einigen Stellen
der Wurzelfasern von der Rind(+ entbliisst, bei allen glanzend und hart.- Im Handel sieht man sehr darauf, dass
diese Wurzel nicht sehr diinn und mager ist, und da ich
spater in Erfahrung gebracht, dass vor einigen Jahren von
iibey Radix Sarsaparillae.
327
hngustura eine ausserordentlich grosse Menge Sarsaparille
in Brenien angebracht, diese dann nach Lissaboner Art
gepackt und als solche dann nach Hamburg geschickt
wurde, so lasst sich leicht annehmen, dass. wenn eine solche Substituirung oft statt findet. die physischen Merkmale
auch eben so oft d a m abweichcnd sein mussen.
Sarsapurilln de Honclusas.
Die Wurzelfasern, welche aus einem knolligen mit
Stengelresten versehenen Wurzclstocke entspringen, sind
von der Dicke eines starken Gansekiels, und am Ende
dicker als am Ursprunge. stellenweisc mit wenigen Nebenfasern besetzt, rund, die dicksten kaum gefurcht, gewohnlich nur der Liinge nacli gestreift und mit grauer oder
schwarzgrauer Epidermis versehen. Auf dem Querschnitt
bemerkt man eine verhdtnissmiissig s e h r starke weisse
oder rothlich angelaufeno niehlige Rindenschicht, deren
Umfang nach der Spitze hin zunimmt, dann einen gelblichen kleinen Ring, worin man sehr deutlich zwei Kreise
von Poren wahrnirnmt, wovon die innern, die grossten,
mit freiem Auge lcicht bumcrkbar sind. Dieser Ring umgiebt einen weissen Holzkern.
Ich erwahnte, dass nach Mittheilung der Droguisten
die dickern Wurzclfasern in] Wandel als die besten angeseheri wurden, untl dass man die dunneren, von der Dicke
der Lissaboner etwa, welche sich in der Mitte derBundel
befinden, nicht gut als Honduras verkaufen kiinne. Diese
dunne Waare, obwohl ihre Epidermis dunkler ist, zeigt sich
auf dem Querschnitt von den dunnsten Wurzelfasern in
der Lissaboner Verpackung kaum verschieden. Urn so
mehr finde ich mich desshalh veranlasst zu glauben, dass
man diese dunne Sorte von Honduras haufig mit der achten Lissaboner zusammenpackt und als letztere verkauft,
da mir auch Hr. S chu t te kurzlich brieflich mittheilte, dass
dieses oft geschehe und nach seiner Ansicht sich die Lissaboner Sarsaparille nur durch die aussere Verpackung
und nicht anders von der mittlern Honduras wesenllich
unterscheide. Hierbei muss ich indess die Bemerkung
328
Ingenohl,
machen, dass der Geschmack sowohl der dunnen, mittlern
als der starksten Hondurasfasern immer kratzender is[, als
der der Lissaboner, dass man bei der Honduras stets eine Bitterkeit wahrnimmt, und endlich, dass die Lissaboner durch
Wurzelfasern mit e i n e r Porenreihe sich durchaus von der
Honduras unterscheidet.
Sa.rsaparilla de Vera Cruz.
Die Dicke der Wurzelfasern ist verschieden, einige
sind strohhalmdick, andere von der Dicke einer Schreibfeder, mit wenigen Nebenfasern hesetzt, stark und breit
gefurcht, mit dem kriotigen Wurzelstock, woran noch mit
starken Stacheln besetzte Stengelreste sitzen , versehen.
Die Epidermis ist hellgrau oder schwarzlich, stellenweise
mit Erde bedeckt. Auf dem Querschnitt zeigt sich eine
rothliche, glanzende, dichte, nicht mehlige Rindenschicht,
der Kern ist, namentlich bei den dickeren Wurzeln, verhaltnissmassig dick (solche dicke Wurzelfasern bilden aueh
auf dem Querschnitt durch die starken Furchen der Oberflache eine sternformige Figur) und mit vielen sehr deutlich wahrnehmbaren Porenkreisen und einem weissen Holzkiirper versehen. Durch den deutlich hervortretenden
b it t e r n sehr kratzenden Geschmack unterscheidet sich
diese Sorte ganz auffallend von den anderen Hauptsorten.
Behandlung der drei Hauptsorten wit M’asser.
Ich wahlte hierzu die dicksten Wurzelfasern einer jeden
Sorte und von der Lissaboner nur solche, die mit einer
Yorenreihe versehen waren
4 Unzen Sarsaparilla lisbonnensis wurden im fein zerschnittenen Zustande mit kochendem Wasser wiederholt
infundirt, bis die Flussigkeit nicht mehr gefarbt und der
Wurzelriickstand erscliijpft erschien. Die vereinigten wasaerigen Auszuge waren trube und setzten nach langerm
ruhigen Stehen einen bedeutendcn Bodensatz ab. Die von
dieseni durch Abgicssen gebwnte Flussigkeit gab nach
dem Abdampfen eine h a l b e U n z e u n d v i e r z i g G r a n
Extract von rothlicher Farbe nnd von kratzendem nicht
bitterm Geschrnack.
iiber R a d i x Sarsaparillae.
329
4 Unzen H o n d u r a s - S a r s a p a r i l l e , auf gleiche
Weise mit kochendem Wasser behandelt, gaben sehr trube
Infusn, woraus sich nach liurzer Zeit ein hetrachtlicher
Bodensatz absetzte. Die klar abgegossenen Flussigkeiten
gaben nach dem Rindampfen 3 Drachmen und 45 Gran
Extract von rijthlichbrauner Farbe untl bitterlichem kratzendem Geschmack.
k Unzen V e r a C r u z - S a r s a p a r i l l e , auf angegebene Weise durch kocliendes Wasser erschopft und von
dem geringen Bodensatze getrennt, gaben 5 Drachmen und
50 Gran Extract von brauner Farbe und kratzendem sehr
hitterm Geschmack, desson wasserige Losung sich durch
geringere Triibung von dcn Extracten der Lissaboner und
Honduras Sarsaparille unterschieri.
6 [Jnzen L i s s a b o n c r S a r s a p a r i l l e , mit Wasser
40" bis mi' Erschiipfung behandelt, gaben eine
von
halbc Unze Extracl, dieselbe Quantital Honduras 3 Drachmen und 10 Grail, urid 4 Unzen Vera Cruz gaben 7 Drachnien Extract. Die Liisungen der auf solche Weise erhaltenen Extracte waren nicht so trube als die der durch
kochendes Wasser gewonnenen Extracte.
k Unzen L i s s a b o n e r S a r s a p a r i l l e , mit kaltem
Wasser ausgezogen, gaben 3 Drachm. und 15 Gran, wahrend dieselbe Quaiititst von Honduras, auf gleiche Weise
hehandelt. 2 Drachmen und (10 Gram von Vera Cruz aber
6 Dracliinen und lii Gran Extract gaben. Diese Extracte
zeichnoten sich durch ihre klaren wasserigen Lijsungen
und durch einen mehr hervortretenden krat.zenden Geschmack
besonders aus.
QUnzen L i s s a b o n e r S a r s a p a r i l l e , mehrere Male
mit Wasser ausgekocht, gaben 5 Drachmen, dieselbe Menge
Honduras 3 Drachmen und 50 Gran, und I. Unzen Vera
Cruz 5 Drachmen und 35 Gran Extract. Der Geschmack
dieser Extracte war deutlicli, aher doch weniger kratzend
als der durch lnfuridiren erhaltene, das Extract der Vera
Cruz aber ebenfalls bitter und dunkler.
Burch Auskochen wurde also aus der Honduras - und
Lissaboner Sarsaparille, die sehr reich an Starkmehl waren,
+
330
Ingenohl,
die grosste Extract - Ausbeute erhalten, wahrend die Vera
Cruz die grosste Menge durch Behandlung mit Wasser von
40° gab. Da aber die Extracte, welche durch Infundiren der Wurzeln rnit kaltem sowohl als mit Wasser von
40° gewonnen waren, sich klar oder mit geringer Trubung in Wasser losten und diese den eigenthumlichen
kratzenden Geschmack im hohen Grade besassen, wahrend die Decocte und die mit kochendem Wasser bereiteten Infusa trube, weniger kratzend schmeckende Extracte
gaben, so findc ich hiedurch die Angabe S o u b e i r a n ' s ,
dass neuerlich die Sarsaparilla am zweckmiissigsten rnit
Wasser von 40° erschopft werde. bestatigt, wozu indess
eine bedeutende Menge Wasser und ein wiederhokes Extrahiren iiiithig ist, eiri Umstand. der beim Ausziehen mil
kaltem Wasser noch mehr beachtet werden muss. S o u b e i r a n bemerkt auch in seiner pharmaceutischen Praxis,
dass das Decoct der Sarsaparille (ohne ubrigens die Sorten anzugeben) siisser und milder schmecke, sowohl weil
es weniger von dem scharfen Stoffe enthalt, als auch, weil
der Geschmack des letztern durch den Starkmehlgehalt
verdeckt wird, und scheint es ihm. als ob die Verminderung seines Gehalts an Smilacin der Bildung einer unloslichen Tripelverbindung zugeschrieben werden musse, wie
dieses bei der Senega unter iihnlichen Umstanden der
Fall ist.
Nach diesen Versuchen ist die Vera Cruz - Sarsaparille,
wovon sich die dichteren Wurzelfaswn durch eine dichte
nicht mehlige Rindenschicht und durch den bestimmt bittern Geschmack von den andern Nauptsorten unterscheidet, an sogenanntem Extract,ivstoff die reichste. (Man vergieiche auch M a r q u a r t,'s Erfahrungen im Ju1iheft.e dieses
Archivs, 4843.)
Als eine halbe Unze der drei Hauptsorten der Sarsaparille zu 4 Unzen Colatur infundirt wurde, erhielt ich stark
schaumende Auszuge, die durchaus neutral reagirten. Das
Infusum der Lissaboner zeigte eine rijthliche, der Honduras eine r6thlichbraune und der Vera Cruz eine Teneriffawein Farbe. Jodlosung erzeugte in den Infusionen der
+
+
+
-
iiber Radix Sarsaparillae.
331
Honduras untl dcr Lissab. Sarsaparille blauviolelte Niederschlage, bei cler Honduras war dieser Niederschlas am
stiirksten, wahrend in dem Infusum der Vera Cruz nur eine
solche Farbung entstand. In den Decocten dieser Sarsaparille-Sorten entstanden durch Jod stsirkere Niederschlage,
anch in dem der Vera Cruz - Sarsaparille entstand sodann
ein, obwohl geringer Niederschlag. Gallustinctur hrachte
i n dem Decocte und Infusum der Vera Cruz gleich eine
starke rothlich - weisse Trubung hcrvor, wiihrend die von
der Honduras - und Livsaboner Sarsaparille nur wenig getriibts wurden. Durch Eisenchlorid wurden die Infusa und
auch die Decocte der Vera Cruz- und der Lissaboner Sarsaparille augenblicklich getrhbt, nach einigen Stunden entstanden in den Flussigkeiten hellrothliche Niedel'schlage,
Honduras - Decoct uncl Inf'usum wurden dadurch nur verdunkclt: Thierleim, Sublimat und Brechweinstein brachten
in den Infusionen rind Decocten aller drei Hauptsorten
keine Veranderungen hervor.
Da die Sarsaparillewurzeln eine indifferente Substanz,
das Smilacin, auch Pariglin, Parillin, Parillinsaure und Salseparin genannt, enthalten, welche den Ausziigen derselben die
Eigenschaft ertheilt, heirn Schut,teln stark zu schaumen und
ebenfalls die Ursache des scharfen kratzenden Geschmacks
der Wurzeln ist, so tliirfie cs keiriem Zweifel unterliegen, dass
ehen diese Substariz hauptsachlich tlic inedicinische Wirksamkeit dorselben hedinge, wenn gleich es auch nicht zu
lvxwcifeln sein durfte, dass das atherische Oel, wovon B e r z e l i u s aus 400 Pfd. eine Unze erhielt (ohne Angabe der
Sorte), ebenfalls an der Wirkung der Sarsaparille seinen
Theil habe.
Um die drei Hauptsorten der Sarsaparille nur auf
ihren Smilacin - Gehalt einigermaassen zu prufen, iibergoss
ich 8 Cnzen eincr jeden Hauptsorte im fein zerschnittenen
Zustande mit Alkohol, so dass die Worzel davon reichlich bedeckt wurde. N a r h einer Digestion von QTagenbrachteich das
Ganzc zum Kochen Die dann ausgcpressten und filtrirten
Tincturen waren roth gefarbi. und hatten einen uberaus
kratzenden Geschmack, die der Vera Cruz-Sarsaparille war
332
Ingenohl, iiber Radix Sarsaparillae.
dabei noch entschieden bitter. Um die Tincturen zu entfarben, wurden sie mit essigsaurem Bleioxyd versetzt, so
lange dadurch ein Niederschlag entstand und die filtrirten
Flussigkeiten zur Entfernung des uherschussigen Bleisalzes
mit Schwefelwasserstoffgas behandelt. Durch Destillation
der vom Schwefelblei befreiten Flussigkeiten wurde der
grosste Theil des Alkohols entfernt. Beim Erkalten der
riickstandigen Flussigkeit schied sich das Smilacin in zarten weissen Krystallen aus, die sich zu sternformig stehenden Nadeln gruppirten. Die ruckstandige gefarbte Mutterlauge wurde mit Thierkohle behandelt und durch langsarnes
Verdunsten wurde daraus noch eine kleine Menge S m i 1 a c i n erhalten, welches durch Wiederauflosen in Alkohol
und Verdunsten der filtrirten Losung ebenfalls ganz weiss
und krystallisirt erschien.
Auf diese Weise erhielt ich aus 8 Unzen Vera Cruz - Sarsaparille 72 Gran, aus derselben Menge Honduras 42 Gran
und aus 8 Unzen Lissabonw Sarsaparille endlich 54 Gran
farbloses krystaliisirtes Smilacin. Das Smilacin, welches
an sich gechmacklos, schmeckt im aufgelosten Zustande
ekelhaft bitter und kratzend, seine wasserige Losung sowohl, als auch seine alkolisch ereagiren neutral und schaumen stark beim Schutteln.
Nach diesen Versuchen, die ubrigens auf Vollstandigkeit keinen Anspruch machen, ware somit die Vera CruzSarsaparille von den im Handel allgemein vorkommenden
Sarsaparillesorten die krafiigste und die zum arzneilichen
Gebrauche zu wahlende Sorte, was, da sie auch bis jetzt
die billigste Sorte ist, fur die Praxis von Werth sein diirfte.
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