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Zur Kenntniss pharmaceutischer Angelegenheiten im Auslande.

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1
%
Vereimseidarng.
zn rerbeasern, d a w wlrden trotr der jetzt so uaginstigen Aueaiehten
doch bald mehr junge Manner sich der Pharmacie zuwenden, dann
warden nicht so viele ihr den Riicken kehren, und das Streben.nach
W b e r Selbstsl6ndigkeit wurde weit weniger stark sein. Und wcnn
sich so die Zahl der Gehiilfen wieder vergrdsserte, dann wiirdcn
weniger leicht achlechte Subjecte auftauclien kdnnen, dann wiirden
die sich zeigenden schnell untergehen massen.
Auf dicse Weise wiirden die Hlagen der Apotheker aicherer und
sclineller zum Schweigen zu bringen sein, als durch iibertriebene, zu
E i n Gehiilfe f a r Viele.
Nichts fiihrende Schnitihungen.
N a c h s c h r i f t d e s Dr. B l e y .
Ein ehrliebender, hoffentlich
also braver junger Mann, dcr sich mir genaiint hat, und welcher in
dem eingesandten Aufsatze des Dr. R a d e ma ch e r den Stand der Gehiilfen angegriffen glaubt, hat bier die Vertheidigung unternommen.
Der Aufsatz des Dr. Hademacher gelit nun aher daliin zu zeigen, dass
die Fehler der Gehiilfen nicht den Principalen aufzubiirden sirid ; nirgends ist darin der Stand als solcher angegriffen. Jedenfalls sind in
jenem Aufsatze nicht die guten, sondern die nachllssigen, unwissenden und niit auffallenden lfingeln Behafteten gemeint, und diesen
niiige die 6ltentliche Besprechung zur Warnring und Besserung gereichen !
Das Directoriuni des Vereins, so wic die Redaction des Archivs miissen
aber die Beschuldigung zuruckweisen, als wenn sie den Gehiilfen
feindliche Cesinnungen vertretcn wollten. Beide erkliiren hierrnit, dass
sie weit davon entfernt siud, vielmelir iiberall gem bereit sein werden, die Rechte und den guten Ruf der Gehtilfett zu wahren, wo erstere verletzt werden, letrterer von ihnen selbst nicht gefiihrdet wird.
Dass auch in der Lage der Gehiilfen noch ninnches zu verbessern ist,
bedrrf keiner weiteren Erijrterung; abcr alle rechtlich denkenden
Principale, alle, deren Verliiiltnisse es irgcnd gestatten, werden dieses
zu thun auch hereit sein, wofcrn die ihnen zukomrnenden Cehiilfen
sich dessen werth niachcn ; alier unbegrhdete Anmassungen und
Diinkelhaftigkeit , verbunden niit Genusssucht und Vernnclil&ssigung
wissenschaftlicher Ausbildung , wie sic auch vorlroinnicn , lasscn sich
iiberall nicht rechlfcrtigen und bepinden lreine rege Fiirsorge fiir
Verbesserung ilirer Lage: denn wer diese wiinscht und verlangt, muss
sich dessen wcrdig zeigen. Sich selbst hessern und vollkommener
werden, ist fiberall des Menschen Aufgahe, tiidgeti dahin die Principale,
wie Gcliiilfen trrchten, so wird auch in der Pharmacie vieles besser
werden!
Hiemit ist der weitern Poleriiik auf diesem Gebiete in unserer
Die Red.
Vereins-Zeitschrift cin Ziel gesetzt.
-
4) Zur Ketintniss pharmaceutischer Angelegenheiten
im Auslande.
Die pharmaceutischen Zustaindc, Wiinsche und
in Frankreich.
Hoffnungen
(Auswg ails den Verhandl. des medicinisclicn Congresses v. Frankrcich.)
__.._
Der medicinische Congress, welcher in Paris am I. NYavembar
1845 wine Sitzungen eroKnete und nni 21. November sehloss, war
wichtigcs EreigniRs fur Frankreich und dann auch fiir das iibrlge
Europa, welcbalu die franzosischen Institutionen zum Theil als Yorein
Vereinszeituny.
239
bild und Richtschnur dienen. Dcr Zweck desselhen war, den Zustand der Medicin, Pharmacie und Thierheilkunst, die daftir hestehenden Unterrichts-Anstalten u n d Cesetze zii untersuchen, und den cindchlsgigen Ministerien geeignete Verbesserungs-Vorsclilige zu machen.
Der linistcr des dffentlichen Unterrichts, Herr v. S a l v a n d y , widmete diesem grossarrigen Congrcsse, woran 2500 Aerzte, 900 Phariiiaceuten und 200 Veterinare nus allen Departenients von Prankreich
persdnlich hntheil nahmen, seine volle Aufinerhsatnlteit und Theilnahtne, indem er den Sitznngen sclbst beiwohnte; es ist daher tnit
Urund zu hoffen, dass die Wiinsche und B e s c l i l h e des Congresses
wesentliclie Vertinderungen und Verbessertrngen in den Medicinal-Gcsctzen, l'ntcrrrchtsanstallen und ubrigen Einrichtringeu herbeifahren
werden.
Der Congress, dessen Prasident Herr S e r r e s und Generalsecretair Herr A m h d e s L a t o u r waren, theilte sich in drei Sectionen,
niimlich I. far M e d i c i n , 11. f i r P h a r n i a c i e nod 111. f i i r T h i e r h e i l k u n s t ; jede Section wihlte ihren Prlsidenten und wurde \vieder in mehrere Commissionen gegliedert, wovon jede ihren hesondern Bericht-Erstatter wfihlte. Die Haupttitel und Berathungs-Gegenstitnde dieser Abthcilungen waren die Facultiten und Specialschulm;
Unterrichts-Gegenst.inde ; Wahl der Lehrer ; Methode des Unterrichts;
Disciplin und Priifungen ; iirzlliclie u n d pharmaceutische Praxis ; Taxen
u n d Honorare ; Saiiititts-Polirei ; Beschrfinkungen der Missbriuchc und
Pfuscliereien u. s. w.
Wenn auch der medicinische Congress die erstc Reihe seiner
Sitzungen gcsclilossen hat, so daiiert seine Thiitigkcit durch eine perutanente Commission in Paris noch initner fort.
Wir iibergehen die Beratliirngcn und Beschliisse der Sectionen
der Medicin und Thierheilltunst, indem wir uns hier nur anf dieSection der I'harmacic bcschriiulten, deren Priisident B oull a y war, und
welclie sich i n folgende 12 Conirnissionen llieille. Comatission Nr. 1.
l'hatmaceutiscltcn Unterricht und Schulen betreffend. Berichterstatter
Herr P e 1 i x B o u d e 1. Den Pharmaceuten wird gegenwlrtig wissenscliaftlicher Unterricht ertheilt cinerseits in den drci pharniaceutischen
Specialschulen zu Paris, Blontpellier und Strassburg ; andererseits in
den Yorbereitungsscliulen fur Medicin und Pharinacie und endlich frei
in den Apot.helten. Es war n u n zu untersuchen, ob diese Eiutheilung
dcs Unterrichts niitzlich? welchc Vortheilc und Nachtheile damit vcrbunden? welclie Verinderungen und Verbesserungen wiinschenswerth
sind? Auf diese Fragen wurden folgende Bcschliisse gefasst:
1) Der wissenschaftliche Unterricht der Pharmaceuten sol1 in Zulcunft eingctheilt werden a) in einen vorbereitcnden und b) in einen
speciellen Unterricht. Der Vorbereitungsunterrichl soll hestehen in
einem Cursus von Anfangsgriinden dcr Cheniie und Physik, so wie
auch der Pliarniacie und Naturgeschichte. Dieser vnrbereitende Unterricht sol1 in den Vorbereitungsschnlen fiir Medicin und Pharmacie,
und in den drei pharniaceutischen Specialschulen auf gleiche Weise
ertheilt werden. Diese letzteren erhalten den Titel: P a c u l t i i t e n
d e r Pharmacie.
2) Bci jeder phrtrmaceutischen Facultiit sol1 cin Lehrstuhl dcr
Botanik errichtet werden. Der Cursus der speciellen Pharmecic soil
mit einigen Vorlesungen iiber Arzneigaben (Posologie) und *bet die
thetapeutischen Wirkungra der Medicamenle schliessen. Det toxiltologische Unterricht SOH diejenigen Theile der Gesetzgotung in sich
e40
vereinszei6ung.
,
aufnehmen welche sich auf Ausiibung der Pharmacie und auf gerichtliche Untersucbungen heeielien.
Der praktische Unterricht in den pharmaceutischen Schulen sol1
fiir alle ZGglinge der Pharmacie obligat sein, und mit einer speciellen
Priifung endigen.
3) Der Unterricht in den Vorbereitungsschulen sol1 durchaus in
Uebereinstinimung gebracht werden niit dein vorbereitenden Unterrichte an den pharmaceutischen Facultaten. Die bei jeder Anstalt dafiir anzustellenden Professoren miissen nothwendig Pharmaceuten sein.
Ueberall sollen Amphitheater (Laboratorien) fiir praktieche Uehungen
der ZBglinge unter der Aufsicht des Decans der pharmaceutischen
Facultlt errichtet werden.
C o m in i s s i o n Nr. 2. Die pharmaceutischen Zaglinge betreffend.
Berichterstatter Herr B u i g n e t. Gegenstnnde der Berathung waren
folgeride : Von welchen Eigenschnften und Vorkenntnissen sol1 die
Zulassung zuin pharmaceutischen Studium nbhiingig gemiicht werden ?
Sol1 man, eben so wie bei der Zulassung zuin Studium der Medicin,
das Absolutorium (Baccalaureat) der philologischen und philosophischen Wissenschaften fordern? Welche Studienordnung ist zu befolgen? Welche Beweise der Fortschritte sind abzulegen? Sollen wie
bisher nur Professoren examiniren, oder sollen andere Priifungs-Senate
(juys d'ezamen) organisirt werden? u. s. w. In Beziehung auf
diese Frngen wurden folgende Beschltisse gefasst :
1) Das Baccalaureat der philologischen und philosophischen Wissenschaften sol1 als Vorbedingniss zur Aufnahine in eine pharmaceutische Schule- gefordert werden.
2) Der Candidat muss sicli ferner, iim zuin zweiten Examen zugelassen zu werden, das DijdOm de bnchelier en sciences, d. h. das
naturwissenschaftliche Absolutoriuni erwerben. Dieses Gesetz sol1 erst
im Jahre 1850 in Wirksamlteit treten.
3) Die Dauer der pharniaceutischen Studien wird auf 6 Jahre
festgesetzt; davon sollen 4 Jahre der Apotheke, ein Jahr deni Eleinentar-Cursus und ein Jalir den speciellen (complementiiren) wissenschaftlichen Studien gevvidmet sein.
4) Wiihrend der Stiidienjalire sollen die Pharmaceiiten gehalten
sein, heiin Anfange jeder Vorlesung auf den Nnnienaufruf zu antworten, und ani Encle ihre Namen aaf einem Prlsenzbogen einzuzeichnen.
5) Die Candidaten sollen iiber ihre Fortschritte fiinferlei Beweise
ablegen, bestehend in vier Priifungcn, nlmlich: 1) nus der Naturgeschichte, Botanilc und fiZcztei*ia medicn; 2) Physik und Chemie ;
3) Pharmacie und Toxikologie; 4) einem praktischen Examen und
5) in einer Inaugural-Thesis.
Durch das Bestehen der ersten Priifung erwirbt sich der Candidat den Titel eines B a c c a l a u r e u s der Pharmacie (bachelier en
pharmacie).
Nach dem dritten Examen erhiilt er den Titel eines Licentiaten,
jedoch noch ohne Berechtigung zur selbststandigen Ausiibung der
Pharmacie.
Endlich durch die Thesis, welche vor dem fiinfundawanmigsten
Lebensjahre nicht vertheidigt werden darf, erlangt der Pharmaceut
den Titel eines D o c t o r s der Pharmacie und das Recht zur selbrtstindigen Ausiibung seines Fachs.
6) Die Priifungs-Senate (les j u y s d'sxamen) werden surammenberufen aue vier Professoren. A g r 6 g 6 der pharmaceutischen Facultit
241
Pweinszeilung.
nnd fiinf ausiibenden Pharmaceuten ; die letzteren, welcbe nicht
eraminiren, sondern nur berat'nende Stimme haben, werden durch das
Loo8 gewlhlt. Die Professoren der medicinischen Facultit sollen zu
den pharmaceutischen Priifungen nicht mehr beigezogcn werden.
C o m mi s s i o n Nr. 3. Leliramts-Concurse, wissenschafiliche Jurys betreffend. Berichterstatter Herr G a u 1 t i e r d e C 1 a u b r y. Die
Wiinsche des medicinischen Congresses in der genanuten Beziehupg
sind folgende :
i) Die Professoren an den medicinischen, pharmaceutischen und
thierhtlichen Lehranstalten sollen in Folge bffentlicher Concurse ernannt werdcn.
2) Die Jurys fiir die Lehramts-Concurse sollen in Paris fiir die
medicinische Faculttit aus 8 Professoren, 4 Mitgliedern der kbniglichen
Akadomie der Medicin und 4 praktischen Aerzten, welche schon aher
5 Jahre lang das arctliche Diplom besitzen, durch Wahl ernannt werden. Bei Besetzung des Lehrstuhls fiir Chemie undPhysik sollen der
Jury noch Mitglieder aus der philosophischen Facultjt [Faeulrd dcr
rcicnccs) beigegehen werden. F a r die Schule der Phnrmacie sollen
die 4 Yitglieder der khiglichen Akademie der Medicin aus den Sectionen der Pharinacie, Physik und medicinischen Chemie gewtihlt werden; sie miissen nothwendig Pharmaceuten sein. Die 4 Apotheker,
welche zu dieser Jury gewlhlt werden kbnnen, miisaen wenigstens
5 Jahre lang ihr Apotheksr-Diplom haben. Auf iihnliche Weise sollen
auch die Jurys fiir die Lehramts-Concurs-Priifungen an den Veterinlrschulen und in den Departements zusaminengeselzt werden.
3) Jeder Bewerher um eine Professur an einer der genannten
Facultiten und Special-Schulen muss wenigstens schon fiinf Jahre lang
sein Diplom besitzen.
4) Auch in den Vorbereitungsschulen sollen die Professoren in
Folge abgehaltener Concurse nach obiger Norm ernannt wetden.
5 ) Die Professoren werden in Zukunft nach Erreichung ihres
65sten Lebensalters ihr Lehramt niederlegen und den Titel HonorarProfessoren erhalten. Als solche werden sie an den Sitzungen, Berathungen und adininistrativen Functionen der Pacultiitsn und SpecialSchulen, so wie auch nn den Jurys fiir die Lehramts-Concurs-Priifungen Antheil nehmen. Die Professoren sollen sich des unverkiirzten
Bezuges ihrer Besoldungen zu erfreuen haben. Sobald sie ihr sieb~ i g s ~ eLebensjahr
s
erreicht haben, k6nnen sie von dem Rechte, sich
in den Ruhestand zuriickzuziehen, Gebrauch machen. Es wPre zu
wiinschen, dass die Grenzen des Dienstalters bis zum Zuriicktritt von
30 nuf 20 Jahre abgekiirzt werden n16chten.
6) Das Institut der Professeurs ngrkgis, wie es schon gegenwirtig hesteht, soll auch in Zukunft aufrecht erhalten werden, ihre
Ernennungen sollen gleichfalls in Folge von besonderen Lehramts-Concursen geschehen. Es ist zu wiinschen, dass die Agregks ausser ihreni
Rechte an den Priifungen Theil zu nehmen, sich auch einer firen Besoldung erfreuen m6chten.
C o m m i s s i o n Nr. 4. Zwei Classen von Pharmaceuten, und die
medicinischen Jurys betreffend. Berichterstatter Herr H. L a t o u r - d u Tr ie. In Frankreich bestehen gegenwiirtig zwei Classen von Pharmaceuten, nlmlich solche, welche zu pharmaceutischen Schulen, und
rolche, welche zu medicinischen Jurys berechtigt sind. Ea fragt sich,
ob dieser Unterschied beibehblten werden soll? Die Commission beschloss Folgeudes :
Arch. d.Pharm. XCVII. Bds. 2. HR.
16
344
Vereinszeitung.
1) EB roll im ganzen Kdnigrciche nur eine Classe von Apothekern gebeo.
2) Die iirztlichen Jurys nach dem Gesetze vom zwciten Terminal
des Jahres XI. sollen aufgehoben werden. F. B o n d e t macbte noch
folgenden Vorschlag : Es sollen Bezirlts-Apotheker (pharmmens cuntonneuz) iiberall, wo es zur Ueberwachung der Apotheken ndthig
ernchtet wird, angestellt wcrden.
Diese Anstellung dcr Bezirks -Apothelter geschieht durch das Cenernlconseil des Departements, nach einer von der Cammer der Pharinaceuten des Departements verfassten Liste.
Jedem Bezirks-Apothelter wird ein hinreichender Functionsgehnlt
[sulaention) bestimmt werdcn, um ihm eine seinen Dienaten angemessene Existenz cu sichern. Dieser Functionsgehnlt wird nlle 10 Jahre
durch das Generalconseil narh dem vorhnndenen Bediirfnisse votirt.
Ausser den gesetzlich aufgenommenen Apothekern, wclche eine
rjffentliche Officin haben, wird Niemanden die Zubereitung, Niederlage
und der Verkauf von Arzneien erlaubt *).
C o m m i s s i o n Nr. 5. Codex, gesetzliche Arzneitaxe und gerichtliche Untersuchungen betreffend. Berichterstntter Herr Mi II I b e. In
Beziehung auf den Codex vom Jahre 1836 wurde untersucht, ob diese
gesetzliche Pharmakopse dem gegenwkrtigen Zustande der Pharruacie
iiuch entspricht, und ob nicht iin Jahre 1846 eine Revision desselben
n6thig sei. In Beziehung auf eine Arzneitaxe: ob bei der gegenwiirtigen Organisation der Pharmncie in Franlcre.ich gesetziiche Bestimmungen niltzlich und mdglich seien. Endlich wurde auch dae Gesetz
iiber gerichtliche Untersuchungen erortert.
Die hierauf gefassten
Beschliiase der Commission sind folgende:
I)Der Codex (PhurrnncopCe fruucuise) von 1836 sol1 unverziiglich revidirt, und
2) der neue Codex in lateinischer Sprache verfasst werden.
3) Die Redactioii des Codex wird einer permanenten Comniission
unvertraut, welche in Paris ihren Sitz hat, und aus einer pleichen
Zahl von Professoren der Pariser Schulen der Pharmacie, Medicin,
Thierheilkunst und von ausiibenden Apolhekern zusammenpesetzt wird.
4) Ausserdem sol1 auch in jedein Departementc eine Unter-Cominission ernannt werden, welche sich mit der permaneuten Cowmission
in Paris in Rapport setzt.
5) Der Codex soil alle zehn Jahre neu revidirt nnd gedruckt
werden.
6) Ausserdem kann jtihrlich ein Anhang erscheinen.
7) Der Codex SOH auch die in der Thierheilkunst ndthigen Arzneien enthalten.
8) Alle medicinischen Kdrperschaften sind verpRichtct den Codes
zu balten.
9) Eine gesetzliclie Arzneilaxe wird in Frankreich erat dann maglich und niitzlich sein, wean einmal die Zahl der Apotheker beschrfinkt
und deren Aufnnhrnc dem neuen wissenscbaftlichen Stnndpuncte und
*) Anch in der ersten Section f i r Medicin wurde aurgerprochcu,
dam die Kaufleute, Droguisten und Herboristen k i n e pharmaceutischen Priiparate und Compositioaen verfortigen, feilhiiten und
, didpeasiren dirrfen, und dass die Droguisten nur irn Grossen handeln ond verlraufen sollen.
243
Vereinszeilung.
den Antrfigen des medicinischen Congresses entsprechend geregelt
sein vvird.
10) Die Gebiihren fur die gerichtlichen Untersuchungen sollen
den Pharmaceuten eben so wie den Aerzten bestimmt werden.
11) Das dariiber bestehende Gesetz bedarf einer Revision.
12) Wenn ein Apotheker gerufen wird, uin auf Bffentlichem Wege
Verwundeten beizustehen, so ist er verpflichtet, uber den Vorfall ein
Protocol1 aufzunehmen.
13) Die in einem solchen Falle von demselben verwendeten Arrneien sollen von Staatswegen hezahlt werden.
Von diesen Commissions- Beschlilssen wurde der erste bei den
allgsmeinen Discuseionen einstimmig angenoninien. Der zweite Antrag
der Commission hingegen wurde nach langen Erdrterungen durch
Stiinmenmehrheit verworfen. Dcr dritte Antrag, welcher nun Zuni
rweiten wird , wurde gleichfalls angenornrnen ; so auch der vierte,
filnfte, sechste und siebente Antrag. Der achte Antrag wurde aul
folgende Weise abgesndert: ,,Der Besitz des Codex sol1 allen Apothelrern obligat sein." Der neunte Antrag der Commission erhielt
folgendc Abiinderung : ,,Eine gesetzliche Arzneitaxe ist auch bei dem
gepenwiirtigen Zustande der Pharinacie in Franlrreich nutzlich, indglich
und nothwendig." Die vier iibn'gen Artilrel der Commission in Beciehung auf gerichlliche Gegenrtande wurdcn gestrichen und durch
folgenden Antrag ermtzt : ,,l)ie Pharmoceuten sollcn fur gericlitliche
Unterruchungen angemessen entschldigt, uncl in der Folge als Sachverstindige und nicht a h Zeugen behandelt werdcn."
C o m m i s s i o n Nr. 6. Verantwortlirhlreit und Giftverkauf betreffend. Berichteretatter Herr A r c II u I t.
Folgende Antrfige wnrden beschlossen :
1) Die Apotheker sind fur Irrungen, welche in ihren Offieinen
von Gehiilfen oder anderen Personen begrngen werden, polizeilich
nicht verantwortlich; bei civil-gerichtlichen Vcrantwortlichkeitee aber
tritt solidarische Haftung ein.
2) Bei legaler Ahwesenheit des Apothelcers hdrt seine Verantwortlichlreit fur ein in seinein Geschiifte vorgefallenes Vergehen auf.
3) Den Giftverkauf betreffend beschloss die Commission folgenden
Antrag:
Die Phnrmaceuten, welche einer dffentlichen Apotheke vorstehen,
sollen allein berechtigt sein zur Bereitung und z u m Verkauf derjenigen heftig wirkenden Suhstanzen, welche ausschliesslich nur in der
Pharmacie gebrancht werden.
In Folge der allgemeinen Debrtten n u r d e in Beziehung auf die
ersten beiden Antriige folgendes Amendement beschlossen :
,,Wenn ein Pharmaceut seine Apothelre in1 iiffentlichen Dienste verlassen muss, oder Itrnnk, oder sonst auf eine lcgale Weise abwesend
iot, so muss er sich von einein Gehiilfen vertreten lassen, der wenigstens rchon zwei Jahre lang in der Praxis ist, und yor der Gammer
der Pharinaceuten seines Departcments eine Prufung bestanden hat,
welche ihm den Titel eines Baccalaureus der Pharmacie verliehen."
Dann wurde noch folgender Zusatz angenommen :
,,Die Apotheker oder ihre Eleven sind in keinem Falle fiir die
Zuf-lle verantwortlich, welrhe durch Irrungen in den Receyten der
Aerzte veranlasst werden."
16"
944
Vereinszeifung.
C o m m i s s i o n N r. 7. Pharmaceutische Pfuuschereien and Anmarrungen, fremde Pharmaceuten betreffend. Berichterstatter Herr
Lepbre.
Nach allgemeinen Discussionen wurden folgende Beschliisse angenommen :
I) Niemand darf eine Apotheke er6ffnen oder ein Patent fiir
diesen Zweck nehmen, wer nicht mit einem Diplom als Pharmaceut
versehen ist, nnd dessen Name nicht auf den gesetzlichen Listen der
competenten Auctoritht eingetragen steht. Wer nicht das genannte
Apotheker-Diplom hat, ist nicht berechtigt irgend eine Arznei, sei eus
im Canzen oder im Kleinen, zu fabrieireu odcr zu verkaufen, oder in
einem Depot zu halten, mil Riicksicht auf die gesetzlichen Ausnahmen.
Jede Uebertretung der vorgedachten Bestimmungen wird als ungesetzliche Ausiibung der Pharmacie betrachtet. Eine solche gesetzwidrige
Ausilbung sol1 das erstc Ma1 mi( 100 bis 500 Francs bestrah werden.
Nach einem folgenden Uebertreten des Gesetzes sollen die Strafen von
500 bis 3000 Francs und auf 3 bis 30 Tage Gefiingnise erhshet
werden.
2) Die Ausiibung der Pharmacie linter einem geliehenen Namen
ist f6rmlich untersagt, und mit iihnlichen Strafen wie die gesetzwidrige Ausiibung der Pharmacie zu belegen. Die Association im Namen eines Pharmaceuten mit einer oder mit mehreren Personen, welche
keia Apotheker-Diplom haben, wird als eine gesetzwidrige Ausiibung
der Pharniacie betrachtet und bestraft. In Wiederholungsfiillen hat
die Schliessung der Apotheke einzutreten.
3) Nach dem Tode eines Apothekers ist es der Wittfrau oder
den Kindern gestattet, die Apotheke des Verstorbenen zwei Jahre
lang fortzufiihren, und durch einen Baccalrureus der Pharmacie, welcher vor der Cammer der Apotheker des einschltigigen Departements
die gesetzliche Priifung bestanden hat, verwalten zu lassen.
4) Fremde Pharmaceuten miissen alle Bedingnisse, welche den
Inlandern vorgeschrieben sind, erfiillt haben, wenn sie die Ausiibung
der Pharmacie in Franlrreich erlangen wollen.
C o mmi IS i o n Nr. 8. Herboristen, Thierlrzte, eogenannte Special-Pharmaceuten betreffend. Berichterstatter Herr B e I i n.
Nach allgemeinen Discussionen in der Section der Pbarmacie wurden folgende Beschliisse angenominen :
I)In der Folge sollen keine Certificate mehr fiir Herboristen
ertheilt werden.
3) Die bereits bestehenden Krauterhlndler werden nach ihrem
Absterben nicht mehr ersetzt.
3) Diese cur Zeit noch mit Certilicaten versehenen Herboristen
haben sich hloss auf den Verlrauf der inllndischen nicht giftigen Vegetabilien zu beschriiaken, und zwar im Grnzen sowohl griinen als
getrockneten Zustande, ohne dass sie eine Zubereitung erliiten haben.
Uebrigens bleibt es den Landbesitzern und Pflanzensammlern unbenommen, alle Arten von Arzneigewgchsen im Grossen zu verkaufen.
4) Die Ausiibung der Thierheilkunst ist unvertriigtich mit jener
der Pharmacie, drher diirfen die Veterinrir Aerzte keine Arzneien
zubereiten oder verlraufen , sie mugen einfache oder zueammengesettte sein.
5 ) Sogenannte Special Apotheker dELrfen nicht bestshen, weil
jede Apotheke alle Arzneimittel, welche im Codex orid im allgsmeinen
Gebrauche stehen, halten muss.
-
-
Verchszeilung.
245
Der Apothelrer darf sich keine andere Qualification 81s die einer
Pharmaceuten, auch heiner Anstalt lreinen anderen Titel a h den einer
Apotheke zueignen.
C o m m i s s i o n Nr. 9. Eine beschrhkte Anzahl von Apotheken,
die pharmaceutische Gewerbefreiheit betreffend. Berichterrtatter Herr
Ma g o n ty.
1) Der irztliche Congress benntraet
" eine beschrtinkte Anzahl von
Apothiken durch das neue Gesetz.
2) Die Wahl der zur Feststellung einer solchen BeschrCnkung
geeigneten Mittel sei Sache der Regierung unter Berathung der Cammern der Apotheker.
3) Die Pharmaceuten sollen Freiheit haben, alle Arten von Arrneien zu verfertigen und zu verltaufen, es versteht rich, unter ihrer
Verantwortlichkeit, nnd in Uebereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften, und unter dem Vorbehalte des Verbotes von Annoncen.
C o m m i s s i o n Nr. 10. Annoncen, Arzneiwaaren-Handel, Wohlthatigkeits-Anstalten, Geheimmittel, Arzneidispensiren der Aerzte betreffend. Bericliterstatter Herr A 1 p h o n s e G a r n i e r.
Folgende Antrige wurden angenommen :
I) Alle Bffentlichen Annoncen durch Zeitungen, Journale, Anachlige, Broschiiren, um die Ankunft, die Wohuung, die Addresse
eines Arztes, besondere Curen und den Verkauf von Arzneimitteln
anzukiindigen, sind bei Strafe verboten.
2) Die Hrimer, Droguisten, Kriiuterhandler und alle anderen Personen, welche nicht Apothelrer sind, diirfen sich mit der Verfertigung,
dem Verkauf und Dispensiren von Arzneien und pharmaceutischen
Zubereitungen ferner nicht mehr befassen, wenn auch die Abgabe
unentgeltlich geschehen sollte. Die Droguisten diirfen nur im Grorsen
verkaufen.
3) Hrankenhiiuser und andere Wohlthitiglteits-Anstalten, welche
eigene Apotheken haben, miissen diese von einem verpflichteten Pharmaceden verwalten lassen, und diirfen sich mit dem Debit oder Verkauf, oder auch der unentgeltlichen Abgabe von Arzneien aurserhalb
der Anstalt nicht befassen.
4) Das durch Verordnung vom 18. August 1810 erlasseneverbot
gegen den Verkauf geheimer Arzneimittel sol1 auch in das ncue Gesetz aufgenommen werden.
5 ) Kein Apotheker darf mehr als eine Bffentliche Apotheke halten, auch darf in keiner derselben, ausser dein Verkauf von Droguen
und Arzneimitteln, ein anderes Gewerbe getrieben werden.
6) Die gleichzeitige Ausiibung der Heillrunst und Pharmacie ist
durchaus verboten.
7) Nur die Officiero de sunti in Marktflecken, Landgemeinden
und Darfern, welche 8 Hilometres yon der nflchsten dffentlichen Apotheke wohnen, diirfen in der genannten Entfernung an ihre Kranhcn
selbst Arzneien dispensiren.
8) Jede Bffentliche oder geheime Geechiifta-Association Ewischen
Arzt und Apotheker ist verboten.
C o m m i s s i o n Nr. 11. Wohlthitigkeits- Anstalten betreffend.
Berichterstatter ,Herr G o b 1 e y.
1) In Hospitiilern, wo pharmaceutische Dienste durch Nonnen
bisher verrichtet wurden, sollen Phurmacienr en Chef und pharmaceutische Eleven angestellt werden. Wo aber der Krankendienst nicht
60 betriichtlich ist, urn einen eigenen Pharmaceuten zu beachifligen,
246
Vereznssiitmg.
solfen die pharmaceutischen Verrichtungen, ntimlich die Verfertigung
und das Dispensiren der Arzneien fiir die Krankenanstalt ausschliasslich einem Apotheker des Ortes anvertraiit werden.
2) Die Bewerber um Anstellung als P/mrmacien err Chcf in einem
Hospitale mdssen mit dem Apotheker-Diplom versehen sein. Diejenigen Candidaten, welche als pharmaceutisclie Gehiilfen i n einem HOSpitale angestellt zu werden wlnschen, mlsseii mit dem Diplom eines
Baccalaureus der Pharmacie versehcn sein.
3) Was andere Wohlthiitiglteits- und Dispensir-Anstalten, Bureau3
de charit6 u. dergl. betrim, so sol1 die Bereitung und Ablieferung
der Arzneien iibcrnll nur durch Pharniaceuten geschehen. Die Arzneipreise sollen durch eine gesetzliche Taxe bestimmt werden.
Verschiedene andere Anordnungen betreflend :
1) Die Fabrikation der klnstlichen Mineralwiisser, der Verknuf
der natiirlichen lineralwisser, so wie der kiinstlichen, mil Ausnnhme
des kohlensnuren Wnssers in1 Grossen wie im Detail sol1 ausschliesslich nur den Pharmaceuten vorbehalten sein.
2) So auch der Detail-Verkauf von Blutegeln, wozu die Apothelter verpflichtet sind.
3) Ein Verzeichniss der einfachen und zubereiteten Arzneisnbstanzen, deren Verlraiif ausschliesslich den Pharmaceutcn zusleht, sol1
jiihrlich von dcr fiir die Revision der Arzneitaxe zu ernennenden
Commission verfasst und ausgegeben werden.
4) Die Apotheker sollen fiir die Folgen von Abgnbe oder Anwendung giftiger Substanzen durch ihre Gehiilfen nicht verantwortlich sein.
5) Kein Apotheker darf Arzneien unter der Aufschrift oder dem
Zeichen eines anderen Apothekers, und nirgends anderswo als i n
seiner Officin verkaufen.
6) Die yon medicinischen Jurys aufgenommenen Pharmaceuten
k6nnen sich iiberall im Kbnigreiche als Apolheker etabliren, nachtlein
sie bei einer pharmaceutischen Facultit ihre Wiirdighcit bcwiesen
and fur die Yriifung und das Diplom die Gebiihren entrichtet haben.
7) Die von den pharniaceutischen Specialschulen, nachdem sie
zu Facultaten erhoben sind, und das Recht der Doctorpromotion erlangt haben, wirklich approbirten Apotheker dlrfen den Titel eines
Doctors der Pharmacie annehmen.
C o m m i s s i o n Kr. 12. Wissenschaftliche und Hiilfsvereine, Bezirks-Camrnern der Pharmaceuten betreffend. Berichterstatter Herr
Au b e r g i e r .
Zu den Wiinschen und Hoffnungen des Congresses geharen m a schliesslicb noch :
I) Wissenschaftliche Vereine und Associationen fiir VorsichlsMasrrregeln in den Depnrtements. Es sollte eine Commission in Paris ernannt werden, urn alle einzelnen Vereine mit einander eu einem
Canren zu verltetten.
2) Cammern der Pharmaceuten sollen sich in allen Bezirken bitden, in welchen ffenigstens 10 Apotheker sind. Die Mitglieder dieser Cammern odcr Ausschiisse, sollen von allen Apothekern des Berirker ohne Unterrchied gewfihlt und jtibrlich durch neue Wahlen zu
siarm Dritlel erneuert werden.
Vereinszeilzmg.
217
3) Gleichsam als Appellgericht fiir die pharniaceutischen BezirksCamniern sollte i n der Hauptstadt eines jeden Departeinenls eine Syndical-Caminer zusainnienherut'en werden HUS Abgeordneten in glricher
Anzahl von jedem Bezirke.
Buchn. Repert. f. d .
(Jourrr. de Phnrm. e f de Chim. 1845.
Pharnt. B d . 42. h. 1.) B.
-
Zur Kenntniss des Medicinalwesens in Russland nach den
neuesten Bestimmungen vom '%,. Februar 1816.
(Aus einer briefl. Dlittheilung des Hrn. Dr. S i e p e l l an Dr, Bley.)
Capitel 111.
Ueber das pharmaceutische Exarnen.
I. Abtheilung.
-
Ueber die Prdfung zum Grade eines Apotheker Gehtilfen.
Die Wiirde eines Apotheker-Gehiilfen ist die niedere
Stufe der pharmaceutischen Abtheilung.
I.
48. Die Priifung zum Grade eines Apotheker-Gehiilfen muss
zum Ziele die Versicberung haben, dass der Lehrling in der Apothekerkunst ohne Fehler alle Arbeiten in der Receptur verrichten und
die Bereitung der Priiparate ini Lahoratorio nach den Vorschriften der
Pharmakopde vcrstehe.
49. Zur Priifung zuin Grade eines Apothelter-Gehiilfen werden zugelassen Apothelrerlehrliuge nus freien, so auch aus Kron-Apothelcen, in welcher dieselben ihre crste pharniaceutische Bildung erhalten haben.
50. Der zur Priifung znm Grade eines Apotheker-Gehiilfen
sich Rleldende muss vorzeigen lr6nnen :
I.einen Schein, nach welchem die Lehrlinge in den Apothelten
angenommen wurden.
A n rn e r It u n g. Den Verwaltern yon Apotheken wird es verboten
Lehrlinge anzunehmen, welche keinen Schein vom Ilirector des
Gymnasiums oder von derjenigen Lehranstalt, i n welcher sie vor
dem Eintritt in die Apothelte ihren Unterricht genossen, vorzeigen kdnnen. Dieser Schein muss bezeugen, dass der in eine
Apotheke tretende Lehrling diejenigcn Kenntnisse besilzt, welche
in den ersten drei Classen des Gymnasiums ertheilt werden.
2) einen Schein, dass der Lehrling in einer Kron- oder PrivatApotbeke nicht weniger als drei und nicht mehr als fiinf Jahre gertandeo, wiihrend dieser Zeit sich durch Eifer und gutes Betragen
stets bemiiht habe, die pharmaceutische Kunst zu erlernen. Dieser
Schein muss ausser dem Verwalter der Apotheke noch yon demjenigen Vorgesetzten beglaubigt werden, unter welchen unmittelbar der
Apothelrer steht.
A n m e r l t u n g . Dio Zeit als Lehrling wird far diejenigen urn ein
Jahr abgekiirzt, welche ihren vollen Cursus im Gymnaeio vollendet, sie k6nnen das Examen eines Apolheker -Gebiilfen laut
8. 47.
s.
s.
PA8
Vereins aeilomg.
ihrem Wunsche verlangen, wenn sie zwei Jahre in einer Apotheke gewesen sind.
5. 51. Die Priifung besteht:
1. in Kenntniss der Apotheker-Ordnung.
2. in Uebersetzungen a u s der vaterliindischen oder einer andern
gebriiuchlichen Pharmabopiie.
3. ini Lesen einiger Hecepte, bei welchen der zu Priifende nicht
bloss deutlicli die Art des Bereitens erkliirt und sie nach der Taxo
taxirt, sondern noch verbunden ist, yon der einen Seite seine Gewandtheit in den mechanischen Arbeiten und von der andern, dass er
lege artis die Hindernisse zu beseitigen versteht, welche in der Receptur vorfallen Iriinnen.
4. in Bestimmiing und Charakteristik der gebriiuchlichsten Apothekermaterialen, Pharmaca simplicia s. emticia.
5 . im Erlrennen und Beschreiben der gebriiuchlichsten medicinischen und Gif~pflanzen,hauptsiichlich derjenigen, welche in Russland
wild wachsen.
6. in Auseinandersetzung der Bereitung, der Eigenschaften und
Zusammensetzung zweier der gebrluchlichsten zusan~mengesetzlenllirtel
(Pharmaca composita) und zweier pharmaceutischen Yriiparate.
7. i m Wissen der verschiedenartigen Benennungen der Arzneistoffe [Nomenclatura).
8. im Wissen der Dosis, in welcher starlrwirkende Arzneien verschrieben werden.
9. in Bereitung nncli der Bestimmung der Examinatoren im Laboratorio der Universitiit oder der Acntleinie, unter Aufsicht des Yrofessors der Pharniacie zweier der gebriiuchlichsten Priiparate, eines
zusammengesetzten und eines pharmaceiitisch- chemischen mit Erkliirung der Art ihrer Bereitung.
11. A b t h e i l u n g .
Uebrrr die PtJfutig ~ u n iGrade eines Procisors.
$. 52. Der Grad eines Provisors ist die h6here pharmaceutische
Wiirde.
8. 53. Bei der Priifung zum Grade eines Provisors muss von
demselben nicht allein grondliche praktische Kenntniss, sondera hauptsiichlich wissenschaftliche Bildung gefordert werden.
$. 5'4. Der Apotheker-Gehiilfe, welcher sich zum Grade einer
Provisors exminiren zu lassen wiinscht, muss ausser dem Schein seiner Wiirde (s. 7. Anm. 2.) noch vorzeigen:
1. einen Schein, dass er in einer Kron- oder Privat-Apotheke
drei Jahre gedient hat.
2. einen Schein, dass er in einer medicinischen Anstalt den volIen Cursus derjenigen Wissenschaften gehdrt hat, in welchen er examinirt wird.
A n m e r k u n g. Die Apotheker-Gehiilfen treten in die medicinischen
Lehranstalten ohne Examen, laut Vorzeigung ihres GehtilfenDiploms, und dern ihnen ertheilten Scheine iiber die gute Fiihrung und den Eifer in ihrein Fache, die sie bei ihrem Austritte
nus den Apothelren erhalten. Solche Scheine niGssen vom Apotheker unterschrieben und von dem mediciniachen Ortsvorgepctrten bestiitigt sein.
Vereinszeitung.
249
9. 55. Die Priifung muss eine einfache mundliche und miindlich
erkllrende oder praktische sein.
56. Die Gegensande, in welchen die Priifung vorgeht, sind
folgende :
1. M i n s r a l o g i e : yon ihrer Terminologie und von Mineralien,
welche in der Pharmacie gebriuchlich sind.
2. B o t a n i k : ihre Terminologie und der Hauptsysteme der Botanik, rugleich muss der zu Priifende wenigstens rwei ihm vorgelegte
frisehe Pflanzen, oder aus dem Herbarium geuommene beschreiben uud
bestimmen.
3. Z o o l o g i e : die Einlheilung der Thiere in Claseen und Abtheilungen nach den Hauptsystemen der Zoologie, und die Beschreibung eines oder rweier l’hiere, Theile, welche in der Medicin Anwendung finden.
4. P h y s i l t : in ihrer Verbindung mit der Pharmacie und Chemie.
5. C h e m i e : hauptsiiclilich in Gegenstlnden, welche in Verbindung rnit der pharinaceutischen und gerichtlichen Chemie stehen.
6. P h a r n i a k o l o g i e : von der Dosis und Form der Arzneien.
7. Kenntniss dersen , welchem schnelle Hiilfe gegeben wcrden
muss, in den Fiillen, die im I. 35. der Apotheker-Ordnung vorgereigt sind.
s. 57. Hiernach ist der zu Prufende verbunden:
a) zu bestiintnen, sowohl nach dem iussern Ansehen, ale auch
gchdrig zu beschreiben zwei Apothekermateriale (Phamtucn
simplicia s. emticin) und zwei chemieche Priiparate ;
b) in der Gegenwart des Examinators eine gerichtlich -chemische
Untersuchung zu machen und dieselbe schriftlich zu erkliren ;
c) rwei chemisch-pharmaceiiiische Priiparate in dem Laboratorio
der Lehranstalt, unter Aufeicht des Professors der Pharmacie,
LU bereiten und die Art der Bereitung zu erkliiren, und ruletzt
d) durch That zu zeigen, dass er gehihige Kenntnisee in der pharmaceutischen Buchhalterei besitzt.
s.
111. A b t h e i l u n g .
Uebcr die Priifung sum Grade eincs Magistew der Phannacie
(Apothekcrs).
§. 58. Die Wiirde eines lagisters der Pharniacie ist der hBchste
pharmaceutische Grad.
8. 59. Der diesen Grad zu erhalben wiinscht, muss Provisor Pein.
8. 60. Die Priifung betrifft alle Gegenstinde, welche im 1. 56.
rum Provisor-Examen bestimmt sind, aber in der Chemie und Pharmacie muss von dem zu Priifenden eine umfaesendere Kenntniss verlangt werden, ale vom Provisor.
§. 61. Der ru Priifende ist iiberdem verbunden:
a) zwei Untersuchungen zu machen: eine chemische und eine gerichtlich-chemische, begleitet mit hinreichenden Erklkrungen;
b) unter der Aufeicht eines Examinators zwei Fragen schriftlich
zu beantworten, eine chemisch pharmaceutische und eine aus
der Naturgeschichte oder Physik entnommene ; die Antworten
kdnnen im lateinischer, riissischer oder in einer bei un9 gebriiuchlichen europiischen Sprache geschrieben sein.
0. 62. Nach diesem wird dem ruExaminirenden zugelassen einr
Dissertation in lateiniscber, ruspischer odor in einer bei uns gebrliuch-
-
VereiMeSlung.
350
lichen europsischen Sprache zu schreiben. Das Thema kann von den
Examinatoren bestirnint oder vnn deni zu Priifenden aus den Gegeuetrinden, welche die Priifung betreffen, selbst gcwulilt werden.
$;.
63. Die Vertheidigung der Dissertation und der beigefiipten
nicht weniger als sechs Theses, wird i n einer der angefiibrten Sprachen
nach der eigenen Wahl des zu Prtifenden gehalten; ini iibrigen werden dieselben Regeln beohachtel, welche iiii I. 28., 29., XI., 32. zur
Erftillung des Grudes eines Doctors der Medicin hestimmt.
5. 64. Derjenige, welcher den Grad eines Magistera der Pharmacie erhalten hat, ist verpfliclitet das pharmsceutische Geldhniss zu
h6ren und zu unterschreiben, welches auf die Riickseite des Diploms
gedruckt wird.
-___
0. 28. Nach der Durchsicht und Wiirdigung der Dissertation
wird dem Doctorando das Kecht ertheilt dieselbe drucken zu lassen,
und nach Vertheilung der gehdrigen Zahl von Exemplaren sie ijffentlich zu vertheidigen mit den Thesen zugleich, von welchen zum wenigsten sechs medicinisclie sein miissen.
A n me r k u n g.
Der auslindische Doctor der Medicin, welcher
G r diescn Grad i n Russland exrininirt wird, ist nicht befreit
von der Vertlieidigung der I)issertation, und dabei verbunden
eine hinreichende Anzalil Exetnplare vorzustellen, inn dieselben
bei der Vertheidigung zu vertheilen.
8. 29. Die Vertheidigung der Dissertation begreift den letzten
Theil des Exaniens, Andet in der feierlichen Vcrsaminlung der Facultiit oder siinimtliclier Glieder der Academie vor Zuschauern und Studenteo, unter der Priisidentscliaft des Decans oder gelehrten Secretairs der Acadeniie statt.
5. 30. Die medicinische Facultat der Universitit oder die Cnnferenz der Academie, bestinimt nicht weniger als drei Opponenten
atis der Zahl ihrer Mitglieder, und ausserdem wird jedem erlaubt Einwendungen gegen die Dissertation, als wie auch gegen die Thesen
zu machen.
Q. 33. Nach Beendignng der Vertheidignng der Dissertation bestimmen die Glieder der Facullit oder die Conferenz der Academie,
nach kurzer Berathung, ob die Vertheidigung befriedigend war, und
in solcheni Falle wird der Dissertant als Doctor anerkannt, wobei yom
Decan oder gelehrteiii Secretair der Acadeniie der Facultitseid vorgelesen wird, welcher von dem neuen Doctor unterschriehen werden
muss. Im Gegentheil, wenn die Vertheidigung nicht befriedigend gefunden wird, ist der zu Priifende nacli Verlouf von nicht weniger sls
drei Monaten und nicht inehr als eineni halben Jahre verpflichtei,
enm zweiten Ma1 seine Dissertation, oder auch eine neue von ihm gescbriebene zu vertheidigen.
s.
7. A n m e r l t u n g 2. Derjenige, der irgend einen gelehrten
Grad in Russland, in der medicinischen, pharmaceutischen oder Veterinilr-Abtheilung schon erhalten, wenn derselbe sich einer Priifung znr
Erhaltung eines haheren Grades zu unterwerfen wiinscht, zeigt hur den
gesetzlichen Scbein Uber seine gegenwartige Wfirdtt uod Uber mine
gute Flihraq vor.
Vereinsacituny.
261
I. 35. d e r A p o t h e k e r - O r d n u n g .
Den Pharmaceuten wird untersagt, Arzneiniittel zu verschreiben
und sich mit der Heilung von Kranlren zu befassen, ausser in ungewithnlichen Fiillen, z. B. hei Vergiftungen, Erwiirgungen, Erstickungen durch Dunst, Verblutungen, Verbrennungen und dergleichen Ereignissen, wo sclinelle IItilfe erfordert wird und kein Arzt in der
N h e ist. Bis zur Ankunft eines Solchen kann der Pharmaceut die
n6thigen Arzneimittel verabfolgen und deren Gebrauch anweisen,
5) Handelsbericht.
L e i p z i g , im April 1816.
Wenn wir nicht verfehlen , unsern geehrten Geschiiftsfreunden,
wie friiher u m diese Zeit, eine neu regulirte Preisliste einzusenden,
so ist es uns zugleich erfreulich, i h n e n die Versicherung geben zu
ktinnen, dass wir durch die i n dieseni Jahre ungewiihnlich zeitig er6ffnete Schiffahrt in den Stand gesetzt worden sind, Ihnen ein in
allen Theilen wohl versorgtes Waarenlager zur Verfiigung zu stellen.
Wir bitten daher um zahlreiche Auftrige, denen wir die gewahnte
gewissenhafte Ausfiihrung i i n Voraus zusagen und enipfehlen, in Becug auf die seit unserem lelzten Berichte voin September a. p. stntt
gehahten Verinderungcn, nnchfolgende Rlittheilung zu geneigter Durchsicht.
Wir haben bereits im vorigen Jahre darauf aufinerlrsam gemacht,
wie die sich in allen europiischen Illfen unverhilhissnidssig steigernden Waaren-Zufuhren, da sic den gewiihnlichen Verbrauch ZUM Oefteren iiberskigen, die Preiso mehr und mehr herabdriicken. So wie
in anderen Branchen, macht sich diess auch bei den meisten unserer
Artikel fiihlbar und wir haben lhnen daher heute gr6sstentheils von
herahgesetzten Notirungen zii berichten. Der Verkehr niit Nord- und
Sildamerika, mit Egyplen und der Levante, nainentlich aber mit Ostindien und China, die ein unabsehbares Feld der Thiitigkeit bieten,
mehren sich aiif colossnle Weise.
I)er Haupthebel liierzu ist offetibar der Umstand, dass das auf eine unnatlrliche Hiihe in Europa getriebene F a h r i k w e s e n nicht mehr ausreichend durch den niichsten
Geschiiftskrcis geniilirt werden Irann, daher n e w ausgedehntere Abzugsquellen aufsuchen niiiss, und dagegen grosse Rlassen iiberseeischer
Wanren als Retouren herbeifiihrt, die sclinell realisirt werden solleo,
und unter diesen UinstAnden und bei billigeren Frachten auch woL1feiler verknuft werden It6nnen.
Wir diirfen eine Aenderung dieser Verhiltnisse im Allgemeinen
kauin erwarten. Ausnahmen m6chten nur bei einzelnen Artikeln statt
findcn, die entweder durch Rlissernten und andere natiirliche Ereignisse momentan als nicht vorhanden zu betrachten sind, oder die bei
pl6tzlich gesteigertem Bedarfe der Speculation in die Hiinde fallen,
wie augenblicltlich u. A. Bals. de Peru, Cantharides, Flores sambuci,
Flores liliae, Gummi mimosae, Mel, 01. rosarum, 06. terebinth., Rad.
ralep, Stannum, Vanille und A'ucer moschatae. Nur sehr wenige
rechtfertigen ihren erhdhten Stand dadurch, dass ihre Erzeugung fur
den Verbrnuch nicht ausreicht, wohin wir etwa Casforeztm, Morchur,
Sieilianirchc Erocnocn, Jod, Succinum uad Wimuth rechnen mOcbbn,
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