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Gedrngter Bericht Uber den Inhalt der von der Hagen-Bucholz'schen Stiftung gekrnten Preisarbeiten Uber die 19te Preisfrage der Stiftung.

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ARCHIV DEN PHARMACIE.
XCVIII. Bandes drittes Heft.
Erste Abtheidutcg.
1. Physik, Cheiriie amd praktisohe
Phamiacic.
Gedrfingter Bericht iiber den Inhalt der von
der Hagcn - Bucholz'schen Stiftung gekrBnten
Preisarbeitcn uber die 19te Preisfrage der
Stif'tung.
Erstattet y o n
Dr.
L. F. Bley.
Die gestellte Preisaufgabe ist diese :
nEine sorgfaltige Zusammenstellung der bis jetzt Seitens der verschiedenen Autoren, uber die wesentlichen
Bestandtheile des Senfsaamens bekannt gemachten Arbeiten, in so weit sie mit einander im Einklange oder im
Widerspruche stehen und Folgerungen fur die zweckmassigste Bereitungsweise des atherischen Senfols zulassen,
und endlich eine genaue Prufung dieser Folgerungen auf
dem Wege des Experimentescc
Es sind sechs Preisschriften eingegangen, von welchen
die letzle indess erst am 3. Juli cintraf, rnithin bei der
Preisvertheilang nicht concurriren konnte.
A2 I. mit dem Motto: ))Aggredior non tam perficiendi
spe, quam experiendi voluptate. (Cicero).
Verbsser
J. H o f f m a n n in Augsburg, der Zeit im pharmaceutischen
InslitUte des Hrn. Hofrirths Prof. Dr. B u ch n e r in Munchen.
Der Verfasser sagt in dem Vorworte, dass er nur
17
Arch. d. Pharm. XCVIII. Bds. 3. Hft.
-
258
Bley, Bepicht iiber die
schuchtern mit seiner Arbeit hervortrete, in seiner Condition sich n u r wenig damit beschaftigen konnte und erst
in Munchen, wahrend seiner Studienzeil von Ostern 41846
n n irn Lahoratorium des Hrn. Hofruths Dr. B u c h n e r die
Arbeit ausfuhren konnte. Derselbe theilt seine Arbeit in
zwei Abschnitte, von welchen der erste von denjenigen Bestandtheilen handelt., welche auf die Oelbildung ohne Einfluss sind und in dieser Rucksicht den schwarzen und
weissen Senfsaamen urnfasst, der zweite behandelt die
Producte der Einwirkung des Wassers auf den Saamen,
und zwar erst die des weissen, sodann des schwarzen
Senfs. Am Schiusse hat der Verf. noch einige Notizen
iiber die Conslilution des atherischen Senfols hinzugefugt,
nach den Arbeilen von W i l l , L o w i g , W e i d m a n n und
S i m on. Er will seine Arbeit spater zu vervollstandigen
suchen.
Die Arbeit bringt zuerst eine botanische Reschreihung
von Sinapis nigra und Sinapis nlba und gedenkt kiirzlich der fruheren Anwendungen und Praparate. Sie fuhrt
die Analyse des schwarzen Senfs von T h i b i e r g e an,
so wie die Versuche von V a u q u e l i n , T h o m s o n , Horn e m a n n und K a i s e r und sucht deren Angaben durch
eigene Analysen zu berichtigen. Der Verfasser behandelte
zu dern Ende die Saarnen mit Aether, absolutem und
wasserhaltigern Alkohol, kaltem und kochendem Wasser,
verdunnter Salzsaure und endlich mit Aetzkalilauge und
I'and in 100 Theilen des schwarzen Senfsaarnens: Wasser 4,080, fettes Oel 24,240, Harz 2,518, Extractivstoff
mit Siniipin 7,540, Gummi 19,405, Eiweiss und Salzc
'1,465, C; liadin 18,455, Faser 15,025, Asche 4,875, Ver1u,jt 2.580.
Auf gleiche Weise ward weisser Senf analysirt, doch
nur qualitativ gefunden : Graulich gefarbtes fettes Oel,
Hilrz rnit Sinapinhaltigern Extractivstoff, Gliadin, Gummi,
Eiweiss, phosphorsaurer Kalk und Talk, salzsaurer Kalk,
schwefelsaures Kali, citronensaurer Kalk, apfelsaurer Kalk,
Schwefel und Faserstoff.
Uer Verfasser richtete seine Aufinerksamkeit dann
von der Eagen-Bucholzschen
Stip. gekr. Preisarbeiten. 459
auf die von H e n r y und G a r o t aufgestellte Schwefelsenfsaurc, welche H o r n e m a n n nicht finden konnte und
Schwefelblausaure gefunden haben wollte, was P e l o u z e
bestatigte, welcher indess der Meinung war, dass sie sich
erst bilde durch Einwirkung von Wasser auf Schwefelcyancalcium.
Der Verfasser gedenkt dann der weiteren Versuche
von H e n r y und G a r o t , der Auf'findung des Sulfosinapisins, dessen Eigenschaften er nach den Entdeckern anMhrt. Die Versuche von R o b i q u e t und B o u t r o n Ch a r 1 a r d iiber das Sulfosinapisin sind ebenfalls ausfuhrlich erwahnt, so wie die erganzenden von W i n k l e r .
Nach dessen Angahe slellte der Verfasser diese Stoffe
dar. Auch B e r z e l i u s ' Arbeit uber diese Substanz ist
excerpirt, so wie S i m o n 's Angabe iiber Sinapin, wie
B e r z e l i u s den Stoff genannt hat, so wie die Bemerkung
G1 a s e r ' s , dass sich das atherische Oel nur unter Einwirkung von Wasser bilde und die Bcstatigung derselben
durch H e s s e , F a u r b , S i m o n .
Ueber des Sinapins Verhalten gegen verschiedene
Reagentien, als Salpelersaure, Schwefelsaure, Salzsaure,
Jodsaure, Essigsaure, Jod, Chlor, Rhabarber, Curcuma,
Lackmuspapier, auch seine Losung nach den verschiedenen
Autoren, hat der Verfasser Tabellen zusammengestellt, wori1us er die grosste Uehereinstimmung dieser auf verschiedene Weise dargestellten Substanz folgert. Selbst dargestelltes Sinapin stimmt namentlich mit W i n k 1 e r 's Angaben zusammen. Auch die ferneren Arbeiten daruber von
H e n r y , R o b i q u e t , S i m o n , so wie die Elementar-Analyse von G a r o t und H e n r y sind beigebracht, so wie die
Berichtigung dersel ben durch P e 1 o u z e. Das von S i m o n
aurgestellte Erucin ist ebenfalls beriicksichtigt, so wie die
von selbigem aufgefuiidene Senfsaure.
Im zweiten Abschnitte hantlelt der Verfasser. wie
bereits erwahnt : Ueber die Producte der Einwirkung des
Wassers auf den Senfsaanien.
A) Beim weissen Senf.
Zuvorderst wird erwahnt, dass bei Digestion des
17 iF
260
Bley, Bericht uber die
weissen Senfsaamens durch einige Zeit, sowohl in der
wasserigen Flussigkeit, als im ruckstandigen Senf eine
eigenthumliche Scharfe bemerkt werde, wie denn auch
eine Emulsion solchen Saarnens den grossten Theil der
Scharfe erhalte, welche durch Weingeist oder kohlensaures Kali zerstort werde, und so kommt derselbe zur
Betrachtung des Myrosins. Er gedenkt des von B u s s y
zur Darstellung angegebenen Weges, den er auch versuchte.
A u s 8 Unzen weissen Senfs wrirden 162 Gran dieser
Substanz erhalten S i m o n ’ s Darstellungsweise wird als
weniger weitlaufig bezeichnet, und sodann die Beobacht u n s von B o u t r o n und F r e m y erwahnt, dass bei Beruhrung des Myrosins mit Sinapin der scharfe Stoff auftrele. Der Verfasser gedenkt der Wege S i m o n ’ s zur
Isolirung des scharfen Stoffs, bei welchen er mittelst
Aelhers seinem Ziele am nachsten kam.
Hiernach wendet sich der Verfasser zur Betrachtung
der von S i 111o n aufgcfundenen Saure, von ihm Schwefelsenfsaure genannt. Bei cler Dcstillation derselben werden
verschiedene Zersetzungen heobachtet, so wie es ihm
wahrscheinlich wird, dass sich dabei die Z e i s e ‘sche
Xanlhogensaure bildet. Die Saure halt der Verfasser fur
ein Zersetzungsproduct des scharfen Stoffs und er schliesst
aus seinen Versuchen und Betrachlungen, I ) dass das Product der Einwirkung des Wassers auf weissen Senf die
Vereinigung des Sintipins mit Myrosin zu einem scharfen Stoffe sei ; 2) dsss sich dieser Stoff bei der geringsten
Veranlassung sehr schnell unti leicht in eine Saure, Schwefeisenfsaure, verwantlele, endlich 3) dass diese Saure durch
Warme, Wasser, Weingeist, Sauren und Alkalien in verschiedene unorgsnische Verbindungen zerfaile.
Der Verfasser wendet dann seine Aufmerksamkeit
B) auf den schwarzen Senf.
Bei der Beriihrung desselben mit Wasser entwickelt
sich ein scharfw Stoff, wie schon van G l a s e r bemerkt
ward. F a u r d , B o u t r o n und R o b i q u e t suchten die
Bedingungen der Bildung des atherischen Oels zu ermitteln.
von der Hagen-Buchotzschen Slift. gekr. Preisarbeilen. 961
Der Verfasser hetrachtet erst F a 11 r d's Beobachtungen der
Einwirkung des Wassers auf gepulverten schwarzen Sent',
ferner des Aethers, Alkohols, der Sauren und Alkalien,
woraus sich ergab, dass das atherische Or4 im Saarnen
nicht praexistire, dass dasselbe mittelst Wassers daraus
erhalten werden konne, und durch Alkohol, Sauren und
Alkalien, so wie durch spitere Erhitzung des Saaniens
fur sich die Bildung des atherischen Oels verhindert werde.
Die Eigenschaft des schwarzen Senfs, in Beruhrung mit
Wasser atherisches Oel zu erzeugen, fuhre zu dem Schlusse,
dass derselbe einen Stoff enthalten rnusse, der die Eigenschaft besitzt, durch Wasser sich in atherisches Oel zu
verwandeln. was Si rn o n zuerst nachwies, dessen Bemerkungen der Verfasser besratigt rand.
Er zog den gemahlenen Saarnen ohne vorherige Befreiung von fettem Oele so oft mit Alkohol von 300 R.
aus, bis allar scharfe Geschmack verschwunden war, destillirte im Wasserbade den Alkobol von den Tincturen,
schuttelte den Hiickstand mit Aether in vier bis fiinffacher Menge funfrnal, destillirte den Aether im Wasserbade ab, behandelte das Extract wiederholt rnit kleinen
Mensen Aethers, um Zucker, fettes Oel und Weichharz zu
entfernen, bis das Praparat in kleinen wie grosseren Mengen Aethers klar und ohne Ruckstand hlieb, loste das
Extract in kaltem Alkohol, filtrirte, entfarbte rnit Knochenkohle und heforderte zur Krystallisation, erst freiwillig,
hiernach durch Verdunstung. wobci das S i rno n sche Sinapisin in fischschuppenartigen Blattchen erhalten wird.
55 Pfd. schwarzen Senfs gaben nur 80 Gran Sinapisin.
Dieser Stoff bringt mit eiweissartisern Stoffe das atherische
Senfol hervor.
Der Verfasser erortert dann die Versuche von Bout r o n und F r e m y , welche zeigten, dass der schwarze
Senf einen eigenthumlichen Stoff enthalte, der wie das
Emulsin, die Bildung des atherischen Oels bewirke und
der erhalten wircl, wenn man den mil Alkohol erschopften
Kuchen des Senfsaamens in kochendem Wasser auhiirnrnt,
wobei derselbe als eine sehr bittere geruchlose Subslanz
262
Btey, Bericht iiber die
erhalten werde. B u s s y ’s gleichnamige Arbeit iiber diesen Gegenstand wird ehenfalls angefrihrt, welche die Gegenwart des Myrosins auch im schwarzen Senf nachwies,
so wie eine eigenthumliche Saure, Myrosinsaure, die an
Kali gebunden im Senf enthalten sein SOH. Nach Bussy’s
Vorschrift wurde die Darst,ellung dieser Saure versucht.
In Folge von B u s s y ’ s Arbeit nahrn S i m o n seine
Ansicht, dass Sinapisin zur Bildung des atherischen Oeles
beitrage, zuruck und erklarte dasselbe fur einen indifferenten Stoff. Zugleich stellte er es als ganz unwahrscheinlich dar, dass ein Salz, wie myrosinsaures Kali,
welches ganz frei von Schwefel sei, einen Korper erzeugen sollte, der so reich an Schwefel ist, wie das Senfol.
S i m o n gelangle in Folge einer Reihe von Versuchen zu
dem Schlusse, dass der mit Myrosin Senfol erzeugende
Korper ein schwefelhaltiger, amorpher, in Wasser und zum
Theil auch in Weingeist loslicher Stoff sein musse.
Der Verfasser kommt nun in einer dritten Abtheilung
seiner Abhandlung zu der Erortcrung der weiteren Bemerkungen von F a u r 6 , dass ein Eiweissstoff den constituirenden Bestandtheil des Senfols ausmache, so wie zu der
von H e s s e , dass bei Darstellung des Oels eine kalte
Maceration des Sanmens mit Wasser einer raschen Destillation vorangehen musse.
F a u r C hat, wie der Verfasser weiter erwahnt, dann
eine genaue Anweisung der Darstellung des Oels gegeben
(Buclrn. Repert Bd. I I t . S. 227.), doch erhielt er aus 12 Pfd.
nur 9 -10 Grammen Oel u n d 6 Pfd. slark damit beladenes
Wasser, B e r z e l i u s aus 15Pfd.Senf10Drachm.Oel. D o b e r e i n e r hat vorgeschlagen, durch Pressen das felte Oel
zu entfernen und im Dampfapparate zu destilliren, was
H e s s e unvortheilhaft fand, der in gewohnlichen Destillirgerathen aus G Pfd. Saamen 6 Drachmen Oel erhielt. Als
sichere Maassregeln fur die zmeckrnassigste Destillation
des atherischen Senfols giebt der Verfasser an:
I ) Die Entfernung des grossten Thsils fetten Oeles
mittelst Pressen.
uon der Hagen - Bucholzschen St@. gelcr. Preisarbeiten. 263
2) Kalte Maceration der geprcssten und wieder gepulverten Saamen mit Wasser.
3) Schnelle Destillalion.
4) Vermintlerung der mit ubergehenden Menge Wasser
auf das kleinste Maass.
Die praktische Ausfuhrung selbst konnte der Verfasser
nur in Glasgefassen unternehrnen, welche sich weniger
zu dieser Operation eignen, weil man nur lileine Mengen
Saarnen darin behandeln kann. Kupferne gut verzinnte
Destillirblasen in Errnanselung zinnerner genommen, halt
der Verfasser fur nolhig.
Er theilt eine Uebersicht verschiedener Angaben iiber
Ausbeute an Oel bei mehreren Destillationen rnit nach
Ergebnissen von F a u r d , B e r z e l i u s , H e s s e , D a n n ,
V o l t e r , R o d t e b und auch seiner eigenen Beobachtung.
nach welcher das Maximum des Oels aus 1 Pfd. Saamen
60 Gran, das Minimum 31 Gran, das Mittel a0 Gran war.
Der Verfasser fand es noch gerathen, durch Versuche
dariiber ins Reine zu kommen, welchem Korper eigentlich
die Eigenschaft zukomme, das Oel zu bilden. Er glaubt
bei derDestillation a u s e i n e m G s m e n g e v o n s c h w a r z e m u n d w e i s s e m S e n f eine grossere Ausbeute zu erhalten, und rand dieses seiner Angabe nach in der That
bestatigt, indem ihm ein Gemenge aus 2 Theilen schwarzem und einem Theil weissernSenf eine Ausbeute gewahrte,
welche die der Destillation des schwarzen Senfs allein
um das 5:fache iibersfieg, was eine praktisch wichtige
Bemerkung ware, wenn sie sich hestatigen wiirde. Sonach
halt der Verfasser folgende Vorschrift zur Bereitung des
Oels fur die zweckmassigste.
6 Theile franzosischer Senf werden mit 3 Theileo
weissem Senf zusammengeslossen und miiglichst stark
ausgepresst, die Presskuchen gerieben ; mit 1 Theil Kochsalz, also einem Neuntel gemischt und in einer zinnernen
oder gut verzinnten Destillirblase mit 15 Theilen kalten
Wassers zum Brei angeriihrt, 24 Stunden bei guter Verschliessung macerirt, dann noch mit 25 Theilen Wassers
vermischt und nachdern der Helm auflutirt ist, rasch, doch
264
Bley, Bericht iiber die
vorsichtig destillirt, so dass die Mischung nicht iibersteigt.
Als Voi-lage sol1 ein stets gut abgekuhlter Glasskolben
dienen und die Vorlage gewechselt werden, sobald das
Destillat nicht mehr milchig erscheint. Die Anwendung
eines etwas altern Senfs halt der Verfasser auf D a n n ' s
Angabe gestiitzt, fur zweckrnassiger, als des ganz frischen.
Er glaubt endlich, dass nach seinen Versuchen es
erwiesen sei, dass das in dem weissen Senf enthaltene
iiberschussige Myrosin den im schwarzen Senf enthaltenen
olbildenden Stoff sattige und so zur grosseren Ausbeute
an Oel beitrage.
In einer vierten Ablheilung beschaftigt sich der Verfasser mit den Eigenschaften des Senfols und seinen Elementarbestandtheilen nach B u s s y , R o b i q u e t , PI a n ch e ,
Dejeune, Thibierge, Henry, Plisson, Dumas,
P e l o u z e , L o w i g , W i l l und priift dann sein Verhalten
zur Salpetersaure, Chlor, weingeistiger Kalilosung, Ammoniak. Er bespricht ferner das Verhalten des Thiosiammins
zu Platinchlorid, so wie Quecksilberchlorid, Silbersalpeter,
zu Blei und Quecksilberoxyd, ferner die Bereitung des
Siammins, dessen Verhalten zu Quecksilberchlorid, zu
Platinchlorid, gegen salpetersaures Gas, sein Verhalten
in hoherer Temperatur gegen Schwefelwasserstoff, sodann
das Verhalten des Senf'ols zu Metalloxyden, endlich die
Zersetzung des Senfols ohne aussere Einwirkung. und
schliesst seine Abhandlung mit einer Betrachtung iiber die
Constitution des Senfols und uber seine bis jetzt bekannten Zersetzungsproducte.
Die Alebeit zerigt von grossem Fleisse, zumal in Benutzring der literarischen Hiilfsmittel; da der Verfasser
nur wenig Zeit auf seine Arbeit verwenden konnte, aber
weniger von Klarheit der Darstcllung. Die praktische
Ausfiuhrung der Untersuchuns .hat manches zu wiinschen
iibrig gelassen, narnentlich in Beziehung auf die Darstellung tles alherischen Oels, was doch die Hauptsache war.
Wenn die Angabe der grosseren Ausbeute an atherischem Oele bei der 1)estillation des schwarzen Senfs
unter Zusaiz von weissem Senf sich bestatigen wurde,
von der Hagen-Bucholzschen St$. gekr. Preisarbeilen. 265
so ware diese Bemerkung, welche indess auch schon von
Andern gemacht ist, werthvoll.
Der Verfasser arbeitete nur in sehr kleinem Maasslabe,
wofiir auch die unten erwahnten eingesandten Praparate
sprechen. 1) Myrosin nach B u s s y , 2) myrosinsaures Kali,
braun und unrein, 3) Sinapin nach W in kl e r , von weisslich
gelblicher Farbe, 4)unreines Sinapin aus den] Deslillationsruckstande gewonnen, 5 ) gelbbrPunlicbes Senfol aus
I f Pfd. schwarzem und 1 Pfd. weissem Senf, 10; Gran
betragend, 6) noch etwas dunkler atherisches Oel aus
14 Pfd. schwarzem und Pfd. weissem Senf, 10 Gran
an Gewicht, 7) aus 1 Pfd. scliwarzem und 4 ; Pfd. weissem
Senf, 30 Gran betragend, von weingelber Farbe, 8) ein
atherisches Oel, aus schwarzem Senf fur sich in kupferner Blase destillirt 3 Gran, weingelb von Farbe, 9) atherisches Oel, erhnlten aus 1 Pfd. schwarzem und -;
Pfd.
weissem Senf, 15 Gran von Gewicht, von du,nkelweingelber
Farbe, 10) atherisches Oel, erhalten aus 1 Pfd. schwarzem
und p Pfd. weissem Senf 15.; Gran, von heller Weinfarbe,
4.1) alherisches Oel, aus I ; Pfd. schwarzem und ;Pfd.
weissem Senf, 20 Gran an Gewicht, von Farbe des Madeiraweins. 12j Stherisches Oel, aus 1 Pfd. schwarzem
Senf, im Chlorcalciumbade destillirt, 5 Gran an Gewicht
von fast weisser Farbe, 13) atherisches Oel, erhallen aus
1 Pfd. schwarzem Senf mit Salmiak, 6 Gran, von hellweissgelber Farbe, 14) alherisches Oel, aus 1 Pfd. schwarzem Senf, 3 Gran an Gewicht, yon hellgelber Farbe, 15)
atherisches Oel, AUS 1 Pfd. schwarzem Senf, 4 Gran an
Gewicht, hellweissgelb gefarbt.
Das Vorsteheramt der Stifiung erkannte dem Verfasser
als Preis die silberne Medeille und acht Thaler als Entschadigung fur den Aufwand an Kosten zu.
Nro. 11. mit dem Motto: ,,Collectis uil-&us, concordiaque res parvae crescunt."
Verfasser C a rl A 1b i n G o e p e l ausgwenkau, gegenwartig bei Hrn. Hof-Apotheker K ru ge r in Rostock.
266
H e y , Bericht Uber die
Der Verfasser setzt kurz die Schwierigkeiten aus
einander, welche conditionirende Pharmaceuten bei Bearbeitung der Preisfrage darin finden, dass sie selten die
nothigen literarischen Hiilfsmittel bei einander haben und
erkennt es dankend, dass sie ihm in seiner fruheren und
jetzigen Stelluns geboten wurden. Er hat seine Arbeit
in vier Rubriken getheilt. In der ersten hat er eine chronologische Uebersicht der ihm bekannt gewordenen bis
jetzt erschienenen Arbeiten uber deli Senfsaamen angegeben ;
in der zweiten die angestellten Versuche uber die sowohl
irn frischen schwarzen Senfe, als in der Asche gefundenen Bestand theile niedergelegt; in der dritten Polgerungen gezogen uber die Bildung des atherischen Oeles,
Versuche uber die beste Darstellungsweise desselbcn und
Anfuhrung der verschiedenen Ansichten uber die Zusammensetzung und chemischen Verbindunsen desselben ; in
dem vierten Versuche uber den weissen Senf und die besonderen Bestand theile desselben.
In der ersten Abtheilung geht der Verfasser ein auf
die friiheren Arbeiten uber den Senfsaamen und einige
andere Cruciferen und erwahnt, class M a r g g r a f die Gegenwart des Phosphors im Senfsaamen behauptet habe,
was von S c h r o d e r widerlegt sei, dass K a r l s 1824 die
in einer Senfinfusion durch caustische Alkalien hervorgebrachte intensivgelbe Farbe beobachtet habe, dass 1819
T h i b i e r g e die erste vollstandige Untersuchung des Senfs
unternommen, J o h n das Vorhandensein des fliichtigen
Oels im weissen Senf bemerkt haben wollte, dass Jac o b F o n t a n e l l e die Aehnlichkeit des fetten Senfols
mit dem Gallenfett habe finden wollen; kommt dann zu
den Arbeiten von H e n r y und G a r o t , so wie H o r n e m a n n , dass S c h w e i g g e r - S e i d e l der Meinung gewesen sei, es entwickele sich schwefelblausaures Ammoniak
aus dem Senfsaamen, dass auch P e I o uz e sich anfanslich
gegen die Existenz der Schwefelsenfsaure erklart habe.
Der Verfasser geht dann die Arbeiten voii H e n r y , Fa u r 6 ,
S i m o n , B o u t r o n und F r e m y , auch von Aschoff,
Wi t t e t o ck kurz durch, auch auf die Arbeiten von Ger-
von der Bagen-Bucholzschen Slift. gelcr. Preisarbeiten. 267
h a r d t , W i l l , R o b i q u e t , W e r t h e i m , L i i w i g ist
Riicksicht genomnien.
In der zweiten Abtheilung wird zuerst die Untersuchung des schwarzen Senfsaamens von T h i b i e r g e
naher erwahnt. Der Verfasser untersuchte selbst zunachst
die Asche des Saamens und fand: Kalk- und TaIkel.de,
wenig Kali und Eisenoxyduloxyd , Sahwefelsaure und
Phosphorsaure. An fettem Oele erhielt derselbe 18,7Proc.
Er priifie die Angahe F o n t a n el I e’s, der Uebereinstimmung des fetten Senfijls mit Gallenfctt u n d fand sie nicht
bestatigt. H e n r y ’ s und G a r o t’s Darslellung der Senfsaure wurde versucht ohne gunstigen Erfolg. Er geht
dann zur Darstellung des Siilfosinapisins (Sinapins) iiber
und Eeschreibt dessen Verhalten, unter Bezupahme auf
die vorhandcnen Arbeiten. Er kommt dann zur Myronsaure und beschreibt selbige, so wie myronsaures Kali,
seine Versuche gaben keine giinstigen Resultate.
Der Verfasser wendet sich nun zum atherischen
Senfole, erinnert an die Arbeiten von H e n r y , P l i s s o n ,
D u m a s und P e l o a z e , L o w i g und W e i d m a n n , H u b a t k a iiber Meerrettigol, W i l l , V a r r e n t r a p p und
W e r 1 h ei m uber Knoblaucho1. Der Verfasser glaubt, dass
Senf bei der Deslillation mit einer Mineralsaure Schwefelsaure gebe, so wie mit Aetzkali Ammoniak und hegt die
Vermuthung, dass Schwefelcyanammonium im Senf enthalten sei und vermeint die Hypothese aufstellen zu konnen:
nIm schwarzen Senf ist Schwefelcyanammonium enthalten
und lagert im trocknen Zustande neben einem allylhaltigen Korper. Kommt nun Wasser hinzu, so wirken beido
Stoffe auf einander, das Allyloxyd wirkt basisch, treibt
das Ammoniak aus und verbindet sich selbst mit dem
Schwefelcyanwasserstoff zu Allylsulfocyanur !!!((
Er glaubt auch B e r z e l i u s ’ Ansicht, dass Myrosin
bei der Bildung des Senfols keinen Einfluss haben konnte,
zu widerlegen und zwar durch die- Beobachtung, dass
schwarzer Senf mil verdiinnter Schwefelsaure iibergossen
und erwarmt nur einen sauren? Geruch nach Schwefelhlausaure wahrnehmen lasse, dass aber, wenn die Saure
268
Bley, Bericht iiber die
genau mit Alkali gesattigt und etwas Myrosin zugesetzt
wurde, sogleich ein deutlicher Geruch nach Senfol bemerkbar wurde. Der Verfasser wendet sich zur Untersuchung der Ausbeute des Senfols und erwahnt W i t t s t o c k ’ s Versuche, die aus 20 Pfd. Senfmehl 12-43
Drachmen Oel gaben, und hat auf 4 Pfd. Senf 69 Gran
Oelgehalt gerechnet. H o f frn a n n erhielt gegen 90 Gran.
Bei eigenen Versuchcn fand der Verfasser die vorgangige
Digestion rnit kalteni oder lauern Wasser vor der Deslillation zweckrnassig. Er erhielt aus 40 Pfd. schwarzern
Senf bei der Darnpfdestillation ohne vorgangige Digestion
6 Drachrnen Oel, aus 8 Pfd. bei Gstundiger Digestion
8 Drachmen Oel, eben so viel bei 42stundiger Maceration
mit kalrem Wasser, bei Anwendung h e n Wassers aus
6 Pfd. nur 5 Drachmen Oel.
Er komrnt dann zur Betrachtung der Eigenschaften
des Oels und seiner Zersetzungsproducte.
Im vierten Abschnitte behandelt derselbe den gelben
Senf, erwahnt J o h n’s Versuche, die von J o h n erhalterre
Scharfe konnte er im Destillale nicht wahrnehmen. In
der Asche fand er viel Kalk, wenig Talk, Eisenoxyduloxyd,
kein Kali, viel Schwefelsaure, weniger Phosphorsaure, eine
Spur Salzsaure. A n feltem Oel erhielt er 24,25 Proc. Nach W i n k 1er ward das Sulfosinapin dargestell t und
seine Eigenschaften gepruft, unter Berucksichligung der
vorhandenen Arbeiten.
S i m o n’s Erucin erhielt der Verfasser nicht. Es gelang
ihm dagegen durch Behandlung des scharfen atherischen
Extracts mit schwachem Alkohol die ganze Scharfe des
weissen Oels zu erhalten, indess nur in allioholischer
Losung.
Die Arbeit zeigt dararif verwendeten Fleiss an unter
Benutzung der meisten und besten Arbeiten. welche uber
diesen Gegenstand erschienen sind. Es ware zu wunschen gewesen, dass der Verfasser selbst einige Versuche
iiber die Bestandtheile des Senfs unternornmen und dass
er die Destillationsversuche verschiedeiitlich abgeandert
angestellt haue.
von der Hagen- Bucholzschen Slitt. gelcr. Preisarbeiten.
269
An Praparaten sind eingesandt 13 Stuck, bestehend
I ) etwas Myrosin von sehr Srauer Farbe. 2) etwas Allyloxyd nach W e r t h ei m dargestellt, 3) Scharfe des weissen
Yenfols in verdunnter alkoholischer Losung, gelh von Farbe,
der Geruch nicht sehr reizend, Geschmack etwas brennend, 4) etwas schwefels. Sinapisin in ansehnlichen Krystallen, 5) nilrosinapylsaures Bleioxyd, 6) ThiosinamminPlatinoxyd, 7) phosphorsaures Sinapisin in ansehnlichen
Krystallen, 8) Nitrosinaphyllharz, 9) Sinapolin, schon weiss,
in seidenglanzenden Blaltchen, 10) Thiosinammin in Krystallen, 14) Sinammin in flussiger Form, 12) 01. Sinapis
crud. von hellweingelber Farbe, 13) 01. Sinapis rectifical.
von gelblich weisser Farbe. Die Mengen der eingesandten
Praparate sind betrachtlich grosser, als die mit der Arheit No. I. eingesandten.
Als Preis ward dem Verfasser beslimmt: die silberne
Medaille und acht Thaler, als Ersatz der Kosten. Die
Prufungs -Commission hat mit Interesse wahrgenommen,
dass der fleissise Verfasser bereils im verwichenen Jahre
unler den Preisgekronten angelroffen wurde.
No. 1I I. ward n i c h t pre is w u rd i g gefu nd en.
No. 1V. mil dem Motto: Discere ne cessa: cum sapientia crescit, rura datur longo prudetitiu teinporzs usu.
Verfasser Hernionn A. C. C a s s e b a u m, gegenwartig
beim Hewn Apotheker H o r d t u n g in Hornehurg. Der
Verfasser entschuldigt die Unvollkommenheit und Unvollstandigkeit seiner Arbeit mit dem Entbehren vieler literarischen Hiilfsmillel und billet um nachsichtsvolle Beurtheilung.
Die Arbeit ist eingethcilt in
a) eine geschichtliche Aufzahlung der Arbeiten uber
schwarzen Serif ;
6) eine Abhandlung der eigenen Versuche uber denselben ;
c) eine Zusammenstellung der uber weissen Senf bekannt gemachten Arbeiten ;
d ) eine Darstellung eigener Versuche uber den weissen
Senfsaamen.
in
270
Bley, Berichl iiber die
A, Zur geschichtlichen Darstellung konnte der Verfasser nur benutzen : Geiger’s Magazin, Journ. de Chim.
med., Journ. de Pharmacie, Trommsdorffs Journal der
Pharmacie, Buchner’s Repertorium, Poggendorffs Annalen,
Jahrbuch fur praktische Pharmacie, Annalen der Pharmacie, Pharmaceut. Centrbl., Berliner Jahrbuch, Journ. fur
praktische Chemie, Archiv der Pharmacie, Duflos pharrnaceutische Chemie , worin doch allerdings zahlreiches
Material geboten war.
Er erwiihnt, dass W i t t s t ock durch gewohnliche Destillation aus dem Pfiinde schwarzen Senf hochstens 55 Gran,
durch Dampfdestillation aber G9 Gran Oel erhielt.
Die Zusammenstellung ist sehr sorgraltig ausgefiihrt,
so weit es die Hulfsmittel irgend zuliessen.
B. EigeneVersuche uber schwarzen Senf. Der Verfasser erwahnt, dass er alle in der geschichtlichen Zusammenstellung gemachten Angaben selbst gepruft liabe.
Es zerrallt diese Abtlieilung wieder in 5 Unterabtheilungen.
a) iiber das fette Oel, b) uber Darstellung eines krystallisirbaren schwefelhaltigen Korpers als Sulfosinapisin,
Sinapin, die grune Materie F a u r e’s, uber das myrosinsaure
Kali, c) uber Myrosin, d) uber Darslelluno3 des atherischen
Oels, der Aqua Sinupis und uber Sinapismen, e) Darstellung des Senfiilammoniaks.
An feltern Oele erhielt der Verfasser bei 15 0 R.
= 0,9953, F o n t a n e l l e zu 0,9202, S c h u b l e r 0,9170.
Das Sulfosinapisin, Sinapin, myronsaures Kali stellte der
Verfasser nach B o u t r o n . R o b i q u e t , Faure’, S i m o n
dar rnit zweckmassigen Vorrichtungen.
Sulfosinapisin konnte er aus 3 Pfund Senf krystallisirt
nicht erhalten. Die griine Substanz F a u rd’s erhielh der
Verfasser nicht ganz mit F a u r8’s Angabe ubereinstimmend. Bei der Darstellung des myronsauren Kalis bemerkte der Verfasser, als sammtliche durch Alkohol bewirkte Niederschlage in Wasser gelost, zur Mellagoconsistenz abgeraucht, wieder mit Alkohol gefallt wurden, dass
die spirituose Mutterlaugc bei dcr Destillntion in Glasgefassen
von der Hagen-Bucholzschen Stajft. gekr. Preisarbeiten. 271
schon blau angelaufen irn obern Theile des Kolbens und
im glasernen Kuhlrolwe erschien.
Eine blaue Farbung wurtle auch in No. 111. bernerkt.
lirystallisirt erhielt er niir, wie S i rn o n in einer spatelm
Arbeit, schwefelsaures Kali.
Zur Darslellung des myrosinsauren Kalis fand er die
Uehandlung, gepressten Senfsaarnen mit siedendem Wasser, Eindampfen zur Halfte, Filtriren und Ahdunsten zur
Mellagoconsistenz und Fallen mit Alkohol zweckmassig.
Seine Versuche uber Myrosin gelangen nur gut aus schwarzem Senf, das aus weissem Senf ging ganz in der Junihitze verloren.
Zur Darstellung des atherischen Oels unternahm der
Verfasser mehrere und zwar 7 Versuche. Hiernach halt
cterselbe die rasche Destillation fur nothig. Als zweckrriassigsten Apparat construirle er eine Darnpfblase, deren
ausserer Kessel von Kupfcr 4G Zoll Rohe hat, bei 16 Zoll
Breite befestigte er am oberen Deckel die innere Blase von
starkern verzinnteii Eisenblech, so dass am Boden dersclben die gebogene Rohre angebracht war, durch welche
die Wasserdampfe in die innere Blase gefuhrt wurden,
in der sich das rnit Wasser angeruhrte Senfmehl befand.
I n dem untern 6 Zoll hohen Raurne brachte er 4 Zoll
hoch Wasser, welches er durch die im obern Theile befindliche Oeffnung eintrus und durch den zwischen beiden Blasen befiiidlichen Spielraum hinablaufen liess.
40 Pfd. Senf lieferten 10 Drachm. fast farbloses Oel.
Fine andere Sorte Senf gab aus 10 Pfd. nur 7; Drachrn.
Oel. Bei Zusatz von K o c h s a l z erhielt er aus 40 Pfd.
Senf 14 D r a ch ni e n Oel durch Dampfdestillation und
43 Drachm. bei gewohnlicher. Der Zusatz von Kochsalz
gcwahrte noch den Vortheil, dass der Ruckstand nie anhrannte. Die Destillation im Winter halt Verfasser fur
passender, als in der warmeren Jahreszeit. Er berechnet
die Unze dos Oels bei Selbstbereitung rnit 4; Thlr., welche
im Handel 2-22: Thlr. kostet. Den Ruckstand der Destillation von Senfol benutzte Verfasser noch zweckmassig
zur Senfspiritus-Darstellung, indern er nach dern Ueber-
Bley, Bericht iiber die
"273
gehen des Senfwassers so lange fiir sich destillirt, bis
noch 2 Pfd. iibrig sind, welche 2 Pfd. er in die Blase
bringt, die Vorlage und sammtliche Gefasse mit 4 Unzen
ausspult, zum Wasser giesst und 8 Unzen abdestillirt.
S e n f o I a m m o n i a k. Die Bereitung gelang nach
Aschoff's Angabe leicht und schnell.
U e h e r w e i s s e n S e n f s a a m e n . In der vierten
Abtheilung, die eigenen Versuche iiber weissen Senf anfiigend, kommt Verfasser am Schlusse zur Aufstellung
folgender Resultate :
I ) dass der weisse Senf kein atherisches Oel enthalt, auch solches auf demselben Wege auf keine Weise
gebildet werden kann;
2) dass der weisse Senf kein Schwefelcyancalcium
enthalt und die saure Reaction der spirituosen und wasserigen Fiissigkeit nicht von Schwefelblausaure herriihre;
3) dass die angegebenen verschiedenen Bereilungsweiserr des Sulfosinapins keinen wesentlichen Einfluss auf
dessen Beschaffenheit ausiibe und dass die Eigenschaft,
mit Eisenoxydsalzen sich zu rothen, dem Sulfosinapisin
eigenthiimlich ist;
4) dass die Eigenschaft mit Alkalien erhitzt, atherisches
Senfijl zu bilden, keinem auf angefuhrte Art bereiteten
Sulfosinapisin angehort ;
5) dass. die billigste Darstellungsmethode des Sulfosinapisins jedenfalls die nach H e n r y und G a r o t ist.
An fettem Oel erhielt Verfaser 22; Proc. von 0,913
spec. Gew.
An Praparalen finden sich beigefiigt 28 verschiedene,
als a) fettes Oel des schwarzen Senfs circa 1 Unze, b)
Tinclur aus schwarzem Senf circa 4 Unze, c) Product
der Behandlung des Senfs mit Alkohol circa 1 Unze, d)
griines Oel 2 Drachm., e) zwei Pracipitate mit Alkohol circa
73 Drachm., f) schwefelsaures Kali 1 Drachm., 9) Mutterhuge von myrosinsaurern Kali ;Unze, h) Pracipitat von
rnyrosinsaurem Kali , i) schwefels. Kaliverbindung circa
2 Drachm., kj Pracipitat wie 11) nur von hellerer Farbe,
1) Mutterlauge circa 1 Unze, m) atherisches Senfol circa
'
von der Hagen- Buchohchen R i f t . gekr. Preisarbeiten.
27.3
1 Unze, schon klar u n d hcllgelb, n) aLherisches Senfol,
fast ungefarbt $ Unze, 0) desglcichen noch heller 4 Unze,
p) desgl. Unze, q) Senfspiritus uiid Scnfiimmoniak in ansehnlichen Krystallen, r) milchiges Destillat aus weissem
Senf Unzen, s) desgl. 4 Unzen ganz hell, t) desgl. stark
milchig, u) desgl. weniger niilchig, v) Tinclur aus weissem
Senf, w) Sulfosinapisin nach H e n r y und G a r o t gelbgrau 2 Drachmen, x) desgl. nach W i n k 1 e r weissgrau,
y) desgl. nach B o u t r o n und R o b i q u e t , z) fettes Oel
aus weissem Senf.
In Betracht der sehr fleissigen Arbeit und praktisch
wichtigen Resultate derselben, so wie der zum Theil liostspieligen Praparate auf dem Standpnncte eines conditionirenden Pharmaceuten, ward demverfasser d i e v e r g o l d e t
s i l b e r n e M e d a i l l e u n d 45 T h l r . f u r K o s t e n a u f wand zuerkannt.
Mit Vergniigen hat das Vorsteheramt der Hagen-Bucholzschen Stiftung in dem Verfasser einen schon im vorigen
Jahre gekronten Preisbewerber erkannt.
No. V. mit dem Motto: ,.Wo der Muth fehlt, fehlt Alles.'*
Verfasser Eduard R e i ch a r d t aus Camhurg, gegenwartig
Gehiilfe bei Hrn. Apotheker P a b s t in Altenburg.
Die ganze Arbeit ist sehr kurz abgefertigt. Nach einer
sehr diirftigen Angabe uber die botanischen Characterc
der Pflanzen bespricht Verfasser sehr kurz die Anwendung
des Senfs auf die Medicin und im Haushalte, erwahnt die
Einfuhrung des Senfols in den Arzneischatz durch Dr.
M e y e r in Minden.
Sodann erwahnt er die Analysen von T h i b i e r g c
und T h o ms o n und fugt sonderhar genug hinzu, Rl a r gq r a f und V a u q u e l i n bestatigten die Anwesenheit des
Phosphors (!?). Auf ciii Paar Seiten giebt sodann der
Verfasser eine sehr unvollsliindige Erzahlung iiber die
chemischcn Bestandtheile des Senfs und stellt am Ende
dieser kurzen Geschichlserzal~lung7 Fragen auf, die ich
hier wortlich wiedergebe:
I ) Giebt myrosinsaures Kali mit wcissem Senfsaamen
Arch. d. Pharm. XCVIII.Bds. 3. Hft.
18
374
Bley, Bericht iiber die
atherisches Oel, oder enthiilt der weisse Senf eine Subslanz, welche die Bildung des Senfols verhindert ?
2) 1st in dern Ruckstande der Destillationen des schwarZen Senfs noch myrosinsaures Kali enthalten ?
3) Beslatigen sich diese zwei Fragen, ware da nicht
ein Zusatz von weissem Senfsaamen hei der Destillation
von Nutzen?
4) Wodurch lasst sich am leichtesten das im Wasser
geloste Oel abscheiden?
5) Ware es nicht anwendbar, ein terpentinolhaltiges
Oel in Vorschlag zu bringen?
6 ) Konnte durch anderweitigcn Gebrauch der Nebenproducte des Sen fols, welche bei der Destillation erhalten werden, ein wohlfeilerer Preis erzielt werden?
7) Kiinnle nicht Knoblauchol mit Vortheil in Senfol
verwandelt werden? und bernerkt dann, dass er die siebenle Frage darum nicht beantworten konne, weil ihm
die Abhandlung von G e r h a r d uber die Verwandlung des
Senfols in Knoblauchol zu spat in die Hande gekommen.
Einen Versuch auf Oeldestillation stellte Verfasser so
an, dass er h Pfd. Senfsaamen, wovon das Oel gepresst
war, mit Wasser zur Extractconsistenz anruhrte, und sechs
SLunden in einer mit Blase verbundenen Buchse hinstellte,
indem er dann im Dampfbade destillirte. Er erhielt vom
Pfunde nur 40 Gran Oel, der Ruckstand ward getrocknet
und eine Methode aufgesucht, das Oel besser aus dem
Wasser zu scheiden, er vermeinte, dass die Eigenschaften
cles Oels Schwefel aufzulosen, jhm d a m dienen sollte!?
was naturlich nicht gelang, dann versuchte er mehrere
Salze zur Abscheidung und kam dann auf diis Kocbsalz,
man fragt mit Recht, w a r m nicht sogleich zuerst auf
dieses wohlfeilste !? Er versuchte, da dieser Abscheidungswrsuch keine sonderlichen Fruchte trug, indem der Verfasser aus dem von Oel befreietem Wasser das darin noch
Geloste scheiden wollte, dieses mittelst Aether zu bewirken
und trennte den Aether durch Verdunsten, eim Resultateangabe findet sich nicht. Die Frage 9 und 2 eu beant-
von der Hagen- Bucholcschen Stifi. gelcr. Preisnrbeiten. 275
worten, wurden einige Versuche gemacht, iiber deren Losung der Verfasser spater sich aussprechen will.
Zur Losung der funftenFrage unternahm er cine Destillation mit von 2b des Saamens an 01. terebinthinae und
will ein Oel erhalten haben, was dem Senfol nahe kommen soll. Er fahd, dass 1 Theil weisser Senf aulk Theile
schwarzen ein gutes Verhaltniss sei. Er giebt dann nach
seinem erwahnten Verfahren einc Vorschrift zuk Oeldestillation, welche nur als eininalige Versuche mit so geringer Menge Material aufzustellen, gewagt scheinen muss,
doch will er aus einem Pfunde 60 - 80 Gran Oel erhalten haben und berechnet die Unze mit 11 Thlr. 7Sgr. 6 Pf.
Er schlagt vor, das fette Oel zu Linimenten anzuwenden,
urn so den Preis des atherischen Oeles zu verringern.
Er gieht danii noch die Regel, bei der Destillation
nur wenig Wasser abzuziehen. Die Arbeit ist leider sehr
fluchtig, sowohl was die Anordnung als Ausfiihrung betri& entworfen.
An Praparaten sind eingesandt: I ) Senfwasser aus
weissem Senf, welches ein wenig scharf schmeckt. 2) Senfolhaltiger Aether, der nicht sonderlich stark nach Senfol
riecht und schmeckt. 3) Senfolhaltiges Terpentinol, das
allerdings stark nach Senfol riecht. 4) Riickstand vom
schwarzen Senf nach der Destillation.
Das Vorsteheramt konnle dem Verfasser nur die bronzene Medaille und 3 Thlr. in Betracht der wenigen unbernommenen Versuche als Preis bestimmen.
Xo. VI. war nach Ablauf des Termins eingesandt und
konnte mithin nicht zur Concurrenz gelangen.
---
Bemerkungen uber Baldriansaure;
von
Dr. L.A s ch o f f in Bielefeld.
Da wir aus heukrer Zeit keine genaue und vollstandig& Analyse der Baldriahwurzel besitzen, und die Vorschriften, welche zur Darstellung dcr Baldriansaure gege18 *
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