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Synthesen in der 3-Aza-bicyclo-[331]-nonan-Reihe.

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M v der
Pharmazie
S c h n e i d e r und G o t z
506
2015. Woldemar S c h n e i d e r und H. G o t z
Synthesen in der 3-Aza-bicyclo-[3,3,1] -nonan-Reihe*)
Aus dem Pharmaz.-chern. Institut der Technischrn Hochschule Karlsruhr
(Eingeganpen am 21. Fcbruar 1961)
Im Rahmen unserer Arbeiten iiber cyclische Carbinolaminel) *) 3, haben wir
unsere Untersuchungen u. a. auch auf Carbinolbasen von Briickenringsystemen
ausgedehnt, um deren Stabilitat und Reaktionsweisen zu studieren. Solche Carbinolaminstrukturen sind in der Alkaloidchemie bekannt, wurden jedoch praparativ biswurde geher nur wenig bearbeitet. Das System des 3-Aza-bicyclo-[3,3,1]-nonans
wahlt, weil es einerseits das stickstoffhaltige Teilsystem der Ringgeriiste der Diterpenalkaloide4) 5 ) ist, andererseits weist es strukturelle Beziehungen zu anderen, z. T.
z. B. Pseudonaturlich vorkommenden Aza-bicyclo-[3,3,1]-nonan-Abkommlingen,
pelletierin, auf. Wie noch gezeigt werden wird6), besitzen Carbinolbasen dieses
Systems z. T. abweichende Eigenschaften im Vergleich zu anderen Pseudobasen.
Da in neuerer Zeit von anderen Seiten Derivate des 3-Aza-bicyclo-[3,3,1]-nonans
mit hypotensiver Wirkung beschrieben wurden’) 8), ist bereits in kurzen Mitteilungen9) lo) iiber Synthesen in dieser Reihe berichtet worden, die nun Gegenstand der
vorliegenden Arbeit sind.
Der Aufbau des 3-Aza-bicyclo-[3,3,l]-nonan-Gerustes
kann prinzipiell auf zweierlei Art erfolgen:
SchlieIjung des Cyclohexanrings, ausgehend von einem 3,5-disubstituierten Piperidinderivat oder RingschluIJ des Piperidinrings bzw. Ankondensieren der stickstoffhaltigen Brucke an einem Cyclohexanring in 1,3-Stellung :
I
R
I
R
I
R
Fur den letzteren Weg stehen mehrere praparative Moglichkeiten zur Verfiigung.
* ) Herrn Professor Dr. Kindler zum 70. Geburtstag gewidmet.
W. Schneider und B. &’iiZZer, Liebigs Ann. Chem. 615, 34 (1958).
l)
2,
3)
4,
W . Schneider und B. NiiZler, Arch. Pharmaz. 291, 560 (1969).
W. Schneider und B. Miiller, Chem. Ber. 93, 1579 (1960).
W. Schneider, Arzneimittel-Forsch. 7 , 485 (1957).
K. V’iesner und Z. Valenta, Fortschr. Chem. org. Naturstoffe 16, 26 (1958).
‘) Dissertation H. Gotz, Karlsruhe 1960.
7, S. Rossi und C. Valvo, Farmaco (Pavia) 12, 1008 (1957): S.Rossi, W . Butts und C . Vaho,
Farmaco (Pavia) 14, Mi6 (1959).
s, L. M . Rice und C . H . Grogan, J. org. Chemistry 23, 844 [ 1958).
’) W . Schneider und H . Gotz, Naturwissenschaften 47, 61 [ 1960).
l o ) W . Schneider und H . Gotz, Naturwissenschaften 47, 397 (1960).
5,
294.166. Bd.
1961, Nr. 8
Synthesen i n der 3-Aza-bicyclo-[3,3,1]-nonanReihe
507
Bei Beginn dieser Arbeit war der bicyclische Grundkorper, das 3-Aza-bicyclo[3,3,1]-nonan, in der Literatur ein einziqesMa1beschrieben und zwar vonKomppdl).
Der Verfasser erhielt die von ihm als Isogsanatanin oder 3,5-Trimethylenpiperidin
bezeichnete Verbindung durch Reduktion von Hexahydroisophthalimid an der Bleikathode in 17proz. Ausbeute. Das Imid wurde von Komg~pall)durch Destillation
des Diammoniumsalzes von cis/trans-Hexahydroisophthalsauregewonnen. Dieser
Syntheseweg erwies sich auch zur Herstellung von 3-Alkyl-3-aza-bicyclo-[3,3,1]nonanen am geeignetsten.
Die zur Synthese benotigte Hexahydroisophthalsaure (IV) wurde auf dem Umweg iiber Isophthalsauredimethylester (11)gewonnen, da die Hydrierung der Isophthalsaure selbst gewisse Schwierigkeiten bereitetP). Der Ester I1 wurde in Abanderung der Angaben von Baeyer und Villinqerl3) aus Isophthalsauredichlorid (I)
in 90proz. Ausbeute gewonnen. Das Dichlorid I konnte nach Reiadel und Xiegel14)
in 97,5proz. Ausbeute erhalten werden.
Die Hydrierung des Esters I1 wurde in der Literatur schon mehrfach beschrieben12)15) 16), wobei die verschiedensten Katalysatoren Verwendung fanden. Unter
Zugrundelegung der von Ramirez und Sargeat16)beschriebenen Methode wurde die
Hydrierung mit Platinoxyd in Eisessig bei Normaltemperatur und einem ffberdruck von 50 a t im Riihrautoklaven durchgefiihrt. Die dabei erzielte Ausbeute an
cisltrans-Hexahydroisophthalsauredimethylester(111) betrug 95% d. Th. Durch
Verseifung von I11 mit waSrig-athanolischer Natronlauge wurde die Hexahydroisophthalsaure (IV) als &/trans-Isomerengemisch in praktisch quantitativer Ausbeute erhalten.
,COOH
/=\
\-/
--+
-/
COCl
/-1,
\ J
‘COOH
3
,COOCH,
/=\
\--/
\COCl
I
/COOCH,
+
\COOCH,
I1
90%
97,5%
/-\
\-/
+
\COOCH,
I11
cis/trans
95%
,COOH
<--\
\-/
\COOH
IV
cis/trans
9635%
Es war zu erwarten, daS aus sterischen Griinden nur die cis-Form der Hexahydroisophthalsaure zur Cyclisierung mit primaren Aminen befahigt sein sollte :
COOH
\-./
/
+ H,N-R
’-O\
\
COOH
-+
\-.-.
> /o
0-\
/’--
N-R
YO
V R=CH,
VI R = C,H,
VII R =CH,C,HS
11) G.
K o m p p , Ber. dtsch. chem. Ges. 65, 792 (1932).
A. Bkitu und R. R6/3Zer, Ber. dtsch. chem. Ges. 7 2 , 265 (1939).
13) A. Bueyer und V . ViEZinger, Liebigs Ann. Chom. 276, 255 (1893).
14) F . ReindeZ und F . Siegel, Ber. dtsch. chem. Ges. 56, 1550 (1923).
15) G. A. Haggis und L. S.Owen, J. chem. Soc. (London) 1953, 399.
16) F. Ramirez und J . W . Surqent, J. Amer. chcm. Soc. 7 4 , 5786 (1952).
la)
32 *
Archiv der
S c h n e i d e r und G o t z
508
Pharmazie
Da aber Komppall) bei der Darstellung des Hexahydroisophthalimids (R=H)
aus dem cis/trans-Isomerengemisch der Saure IV eine Ausbeute von 92% d. Th.
erzielte, schien es, daB unter den Reaktionsbedingungen eine Umwandlung der
trans- in die cis-Form erfolgte. Eine ahnliche Beobachtung machten auch Stetter
und Mertenl') bei der Cyclisierung iron N-Tosyl-piperidin-3,5-dicarbonsaurediamid
unter Ammoniakabspaltung zum 2,4-Dioxo-7-tosyl-bispidin.
Es zeigte sich dabei,
daB die Konfiguration des Diamids ohne Bedeutung fur das Gelingen dieser Cyclisierung war, da sowohl die cis- als auch die trans-Form gleiche Ausbeuten an
Cyclisierungsprodukten lieferten.
Zur Cyclisierung zu den 3-Alkyl-3-aza-bicyclo-[3,3,1]-nonan-2,4-dionen
V-VII
wurde daher das bei der Hydrierung anfallende Isomerengemisch der Hexahydroisophthalsaure (IV) eingesetzt, wobei jeweils 1 Mol Saure IV mit etwas mehr als
2 Mol primarem Amin in wal3riger Losung umgesetzt wurde. Wasser und uberschiissiges Amin wurden langsam vom olbad aus abdestilliert, die Imide V, V I und
VII mit freier Flamme iibergetrieben. Die Destillationstemperaturen lagen bei der
N-Methyl- bzw. N-Athylverbindung (V und VI) zwischen 280 und 300",wahrend
bei der Cyclisierung zur N-Benzylverbindung VII auf uber 300" erhitzt werden
muate, wobei sich das Reaktionsprodukt teilweise zersetzte. Durch Variierung der
Versuchsbedingungen konnte jedoch die Ausbeute an VII nicht wesentlich gesteigert werden, die mit rund 24% d. Th. weit hinter den Ausbeuten an V und VI
zuriickblieb (Tabelle 1).
Tztbelle 1
R
Schmp.
Sdp. (Torr)
CC'4 (cm-l)
?'rnax
Ausbeute
(yod.Th.)
V CH3
59-80"
79-80'
(0,3)
1739,1675
90
VI C,H,
69"
85-86"
(0,6)
1733,1680
83,5
162-164"
(0,5)
1733,1880
23,6
VII CH2C,H,
60,5"
Die drei Verbindungen zeigten in ihren IR-Spektren die fur N-alkylierte Glutarimide charakteristischen CO-Doppelbandenl8), deren kiirzerwelligen Banden geringere Intensitat als die langerwelligen aufwiesen.
Die Imide V-VII wurden mit Lithiumaluminiumhydrid in absolutem Ather zu
reduziert. Die bicycliden entsprechenden 3-Alkyl-3-aza-bicyclo-[3,3,1]-nonanen
schen Amine VIII-X, farblose, leichtbewegliche, stark aminartig riechende Fliissigkeiten, wurden durch Destillation gereinigt und als Salze bzw. Jodmethylate
charakterisiert (Tab. 2). Die stark hygroskopischen Hydrochloride der Basen
sublimierten quantitativ, so da13 kleinere Mengen der Salze auch durch Sublimation
gereinigt werden konnten.
18)
H . Stetter und R. Merten, Chem. Ber. 90, 868 (1957).
J . Kebrle, K . Schmid, H . Hofmann, J . P. Vuilleumier und K . Bernhard, Helv. chim. Acta
42, 417 (1959).
294./66. Bid.
1961, Nr. 8
Synthesen in der 3-Aza-bicyclo-[3,3,1]-nonan-Reihe
509
Tabelle 2
/ \"-R
\- L-/
R
Sdp.
VIlI
CH,
179-180"
IX
C,H,
X
CH,C,H,
Schmp. der Salze mit:
HC1
HBr
HC10,
211"
199O
197"
158-162"
(12 Torr)
217'
Schmp. der
Jodmethylate
227"
210"
198'
254O
222O
Die oben erwahnten, hypotensiv wirksamen Derivate des 3-Azabicyclo-[3,3,1]nonans, deren Darstellung im Verlauf unserer Arbeiten bekannt wurde, wurden von
Rice und Groguns) durch Umsetzung von cis-Hexahydroisophthalsaureanhydridmit
verschiedenen Dialkylaminoalkylaminen und anschlieflender Reduktion der Imide
mit Lithiumaluminiumhydrid gewonnen, wahrend Rossi und Mitarbeiter') 19) durch
N-Alkylierung des 3-Aza-bicyclo-[3,3,1]-nonanszu entsprechenden Verbindungen
gelangten. Leonard und Mitarbeiter stellten 3-~-Hydroxyathyl-3-aza-bicyclo-[3,3,1]nonan a d zwei weiteren Wegen her20).
Als weitere Variante des oben herausgestellten Aufbauprinzips fur 3-Aza-bicyclo[3,3,1]-nonane - Ankondensierung des N-haltigen Ringteils an einen Cyclohexanring in 1,bStellung - fuhrte die Synthese mit Hilfe der Mannich-Reaktion zum
Ziel, woriiber bereits in einer kurzen Mitteilung berichtet wurdelO).
Heterocyclische Bicyclen der Pydin- und Bispidin-Reihe sind von Munnich und
MitarbeiternZ1)unter Verwendung heterocyclischer a,&-Ketodicarbonsaureester als
CH-acide Komponenten synthetisiert worden. Auf analogem Wege sollte sich auch
das 3-Alkyl-3-aza-bicyclo-[3,3,l]-nonan-Gerust
mit Hilfe von Cyclohexanon-2,6dicarbonsaureester (XI) aufbauen lassen :
CH,
COOC&
<-
' H
\ -0
/ H
-1
COOC,IJ,
+
0
COOC,H,
+ H,
H,N-R
I
-2Hzo
d
I
F\-OY
R R=CH,
CDOC'H,
XI1
CH2
XI
Weatherbee und Mitarb. 22) haben vergeblich versucht, zur Verbindung XI1
(H an Stelle von COOC2H, an den Bruckenkopfen) durch Eondensation von Cyclohexanon mit Formaldehyd und Methylamin zu gelangen. Sie erhielten unabBrit. 824,140 (Nov. 1959)C. A. 1960, 11055.
N. J . Leonard, K. Gonrow und R. R. Sauers, J. Amer. chem. Soc. 80, 5185 (1958).
21) a ) C. Hannich und M . W . Miick, Ber. dtsch. chem. Ges. 63, 004 (1930); b) C. Munnich und
P. Moi~s,Ber. dtsch. chem. Ges. 63. 608 (1930):
. ,, c) C. Hannich und P. Beit. Ber. dtsch. chem.
Ges. 68, kO6 (1935).
22) C. Weatherbee, W . E . Adcock und D . Winter, J. org. Chemistry 22, 465 (1957).
19)
20)
I
510
S c h n e i d e r und G o t z
Archiv der
Phanmazie
hiingig vom molaren Verhaltnis der einzelnen Realrtionspartner immer nur Methylbis-(2-cyclohexanonylmethyl)-amin
:
Dagegen gelang die doppelte a-Aminoalkylierung des Cyclohexanons in 2,6StellungZ3)24). Blicke und McCartys5)konnten die Einfuhrung zweier Aminomethylreste auch unter Verwendung des Esters XI verwirklichen.
Gewisse Schwierigkeiten bereitet die Darstellung des zur Synthese von XI1 benotigten Esters XI, die zwar in der Literatur schon mehrfach beschrieben wurde26)
27) 28) 29), jedoch nach allen Angaben nur Ausbeuten von maximal 25% liefert.
Die Nacharbeitung dieser Angabens') 28) 29) - Umsetzung von Malonester mit 1,3Dibrompropan zu Pentan-1,1,5,5-tetracarbonsauretetraathylesterund anschlieBende Dieckmann-Cyclisierung bzw. Reaktion von Acetondicarbonsaurediathylester rnit 1,3-Dibrompropan in Gegenwart von Magnesiumathylat - ergab im
Durchschnitt noch schlechtere Ausbeuten an reinem Ester XI.
Die Kondensation des Esters X I zu XI1 (R=CH,) wurde rnit dem Komponenten
Methylamin/Formaldehyd/KetoesterX I im Verhaltnis 1 : 2 : 1 durchgefuhrt. Die
2Oproz. waDrige Methylaminlosung wurde hierzu zuerst rnit der 40proz. waBrigen
Formaldehydlosung unter Kuhlung gemischt und dann zusammen mit der athanolischen Losung des Esters XI 3 Std. auf dem Wasserbad erhitzt. I n einer Ausbeute
von 62,5y0 d. Th. wurde der 3-Methyl-3-aza-bicyclo-[3,3,1]-nonan-9-on-l,5-dicarbonsaure-diathylester (XII, R=CH,) als farbloses, zahflussiges 0 1 rnit Sdp. 157 bis
159" bei 0,15 Torr bzw. 160-163" bei 0,2 Torr erhalten. Der basische Ester
lieferte ein grobkristallines Perchlorat vom Schmp. 131'. Die Kondensation gelang
nicht, wenn die Umsetzung in Gegenwart von 1,l Mol Salzsaure durchgefuhrt
wurde.
Im IR-Spektrum zeigte die Verbindung XI1 (R=CH,) eine doppelte CO-Absorption, bei 1730 cm-l die des Ketoncarbonyls und bei 1742 cm-l die der Estercarbonyle. Die Verschiebung der Sechsringcarboiiylbande zu etwas kurzeren WellenIangen im Vergleich zur Nornlnllage ist auf die in dem bicyclischen System XI1
vorhandene geringe Spannung zuriickzufuhren30).
Die Kondensation zu XI1 (R=CH3) gelang jedoch auch durch 3-tagiges Stehenlassen des im gleichen Molverhaltnis hergestellten Gemisches der Reaktionspartner
P. A . Barret und K . A. Chambers, J. chem. SOC.(London) 1958, 33s.
M . Muhlstiidt, Naturwissenschaften 45, 240 (1958).
25) F. P. Blicke und F . J . NcCarty, J. org. Chemistry 24, 1069 (1959).
26) A. Kotz und A . MicheZs, Liebigs Ann. Chem. 350, 204 (1906).
27) M . J. Uschakow, J. rum. physk.-chem. Ces. 61, 795 (1929); C. 1931 11, 231.
28) G . A. R. Kon und B. L . Nandi, J. chem. SOC.(London) 1933, 1628.
29) P. C . Cuha und A'. K . Seshadriengar, Ber. dtsch. chem. Ges. 69, 1207, 1212 (1936).
30) L. J. Bellamy, The Infra-red-Spectra of Complex Moleculs, Methuen & Co Ltd., London
1958.
23)
24)
294.166. EKl.
1961, Nr. 8
Synthesen i n der 3-Aza-bicyclo-(3,3,1I-nonan-Reihe
511
in alkoholischer Losung bei R a u m t e m p e r a t u r . Merkwiirdigerweise resultierte
dabei in 59proz. Ausbeute ein Produkt mit einem etwas niedrigeren Siedepunkt
(Sdp.,,, 142-145"). E1ementa)ranalysen dieser Esterbase und ihres Perchlorates
sowie IR-Spektrum zeigten jedoch vollige Ubereinstimmung mit der analog bei
Wasserbadtemperatur hergestellten Verbindung. Dagegen besal3 das Perchlorat
der niedriger siedenden Esterbase einen hoheren Schmp, (143") als das der hoher
siedenden. Beim vorsichtigen Umkristallisieren aus Isopropanol blieb der Schmp.
143" erhalten, sank jedoch nach mehrmaligem kurzem Kochen (2-3 Min.) auf
132-133" ab, um dann im Mischschmp. mit obigem Perchlorat keine Depression
zu geben.
Aus diesen Befunden war zu folgern, da13 bei den Kondensationen unter verschiedenen Temperaturbedingungen zwei stereoisomere Produkte XI1 (R=CH,)
entstanden waren. Mannich und Muckz1') beobachteten bei der Synthese des
nschstehenden phenylsubstituierten Pydinabkommlings ebenfalls die Bildung
zweier Isomeren, deren Unterschiedlichkeit auch bei der Salzbildung bestehen blieb.
Auch in diesem Palle lie13 sich das eine Isomere uber das Salz in das andere iiberfuhren. Die Verfasser 21a) nahmen als Erklarung eine Stereoisomerie infolge der vier
Asymmetriezentren an.
H,CB\/O\/C,H,
I
H,C,OOC-/&'
I
I 1
--COOC,H,
\N/
I
CH,
Die Anordnung an den beiden Briickenkohlenstoffatomen sollte aber aus sterischen Griinden die gleiche sein, da derartige Briickensysteme in der Sessel-SesselForm vorliegen31), was eine Verkniipfung der beiden Ringe iiber zwei axiale Bindungen erfordert, so dal3 die beiden Estergruppen aquatoriale Lagen einnehmen :
0
Fur die von Xannich und MitarbeiternZ1") am oben erwahnten Diphenylpydinderivat beobachtete Isomerie kommen daher nur die beiden die Phenylreste tragenden Asymmetriezentren in Betracht. Da diese Zentren aber in Verbindung XI1
(R=CH,) fehlen, scheidet diese Erklarungsmoglichkeit fur das Auftreten einer
Isomerie bei XI1 aus.
31)
Vgl. z. B. die Untersuchungen von H . K . Hall jr., J. Amer. chem. SOC.80, 6412 (1958).
512
Archiv U e r
Pharmazie
S e h n e i d e r und # 6 t z
Blicke und McCurty32), die etwa gleichzeitig mit unsl0) die Synthese von XI1
(R= CH,) beschrieben, haben die Verbindung als Hydrochlorid isoliert, das Auftreten der oben beschriebenen Isomerie jedoch nicht beobachtet, da die Autoren
die Kondensation nicht unter verschiedenen Temperaturbedingungen untersuchten.
Die Carbonylgruppe in XI1 (R=CH3) gab mit Carbonylreagenzienkeine Reaktionen. Alle Versuche, ein Oxim oder Semicarbazon zu erhalten, schlugen fehl. Dieses
Verhalten mu13 auf dem Abschirmeffekt der raumlich groljen Nachbargruppen beruhen, denn nach Entfernung der Estergruppen an den Bruckenkopfen gelang die
Oximierung ohne weiteres (s. unten). Eine derartige raumliche Hinderung von
Reaktionen an der Carbonylgruppe wurde schon mehrfach beobachtet21a)21c) 26) 33).
Bei der Verseifung und Decarboxylierung lieferten sowohl der niedriger siedende
als auch der hoher siedende Ester XI1 (R=CH,) das gleiche Aminoketon XIII,
3-Methyl-3-azabicyclo-[3,3,1]-nonan-9-on,
ein Strukturisomeres des natiirlich vorkommenden Alkaloids Pseudopelletierin :
7
XI1 --+ F T - 0 N a H ,
(R=CH,)
\-L-L
XI11
/-
7
(\H,C-N
__
~
\-0
/
,
/-
Pseudopelletierin
Wie bereits oben erwahnt, hatten Weutherbee und Mitarbeiter22)versucht, das
Aminoketon XI11 durch Mannich-Reaktion aus Cyclohexanon, Formaldehyd und
Methylamin darzustellen, dabei aber die Bis-Verbindung erhalten.
Die Verseifung und Decarboxylierung zu XI11 erforderte energische Bedingungen,
da 8-Ketosauren mit Carboxyl- bzw. Carboxyalkylgruppen an Briickenkopfen sehr
stabil ~ i n d ~Der
~ ) .von Westheilner und Jones35) postulierte Mechanismus fur die
Decarboxylierung von fl-Ketosauren iiber die Enolform des resultierenden Ketons
als Zwischenprodukt, hervorgegangen aus der Wasserstoffbriickenform des Ketoesters, erfordert im vorliegenden Fall ein stark gespanntes Zwischenprodukt mit
der C=C-Bindung am Briickenkopf. Denn infolge der Geometrie der Doppelbindung
miissen die vier benachbarten Atomgruppen (a, b, c, d) koplanar angeordnet sein,
was eine Verzerrung der Bindungswinkel und damit starke Spannung bedingt.
1’. F . Blicke und E’. J . McCarty, J. org. Chemistry 24, 1379 (1959).
Zu-Yoong-Kyi und W . Wilson, J. chem. SOC.(London) 1951, 1706.
34) Z. B. 0. Aschffin,Liebigs Ann. Chem. 410, 240 (1915); G. Konappa, Ber. dtsch. chem. Ges.
44, 1536 (1911); E. Wedekind, Z. angew. Chem. 38, 315 (1925); a’. S. B’ffiawcett, Chem. Reviews
47, 219 (1950).
35) F . H . Westheimer und W . A . Jones, J. Amer. chem. SOC.63, 3283 (1941).
32)
33)
294.166. Bd.
1961, Nr. 8
Synthesen in der 3-Aza-bicyclo-[3,3,1
J-nonan-Reihe
513
Die Untersuchungen von Prelog und Mitarbeite~m~~)
haben ergeben, da13 im Bicyclo-[3,3,1]-nonan-Systemim Gegensatz zu hijheren Homologen des Bicyclo[S,l]Systems die Bredsche Regel Giiltigkeit besitzt. Meerwein und Mitarbeiter3') haben
ein derartiges instabiles Zwischenprodukt (Bredsche Regel verletzt) im Bicyclo[3,3,1]-nonan-System diskutiert wie auch spater Edwards und Mitarbeiter38).
Die Verbindung XI11 fie1 als leicht bewegliche, farblose, stark aminartig riechende
Pliissigkeit bei der Vakuumdestillation an, konnte aber durch Abkuhlen zur Kristallisation gebracht werden. Der Schmp. lag bei 28", also noch tiefer als der des
Pseudopelletierins (Schmp. 48-49 "). Das Aminoketon XI11 war schwacher basisch
als das entsprechende 3-Methyl-3-aza-bicyclo-[3,3,1]-nonan(VIII). Der in 66proz.
wiiarigem Dimethylformamid bestimmte pK4-Wert fur XI11 wurde mit 5,94 gefunden, der des korrespondierenden Amins VIII rnit 8,96. Das IR-Spektrum von
XI11 zeigte im 6p-Bereich bei 1733 emp1 nur noch ein Maximum (Sechsringcarbonyl), ebenfalls wie bei XI1 zu etwas kurzeren Wellenlangen im Vergleich zur
Normallage infolge geringer Spannung des bicyclischen Systems verschoben.
Wie schon im Zusammenhang mit dem Ester XI1 (R=CH3) erwahnt, lie13 sich
XI11 sehr leicht in das Oxim (Schmp. 114.) uberfuhren. Zum Strukturbeweis fur
das Aminoketon XI11 (Iso-Pseudopelletierin) wurde es in das Amin VIII uberfiihrt,
welches, wie eingangs beschrieben, uber das Imid V gewonnen worden war. Da
XI11 sehr leicht mit Hydroxylamin reagierte, gelang auch die Wolff-KishnerReduktion in der modifizierten Art nach H u ~ n g - M i n Z o nohne
~ ~ ) weiteres. Das dabei
erhaltene basische Produkt erwies sich in allen Eigenschaften (13%-Spektrum,
Mischschmp. der Salze) identisch mit dem bicyclischen Amin VIII.
Uber die Dehydrierung der Amine VIII-X rnit Quecksilber(11)-acetat zu Carbinolbasen sowie deren Eigenschaften und Reaktionsweisen6) wird gesondert berichtet werden.
Der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Fonds der Chemischen Industrie sind
wir fur die finanzielle Unterstutzung zu grol3em Dank verpflichtet.
Beschreibung der Versuche
Allgemeine Hinweise
Die angegebenen Schmp. sind, soweit nichts anderes angegeben, mit dem Kofler-Mikroskop bestimmt.
Die IR-Spektren wurden z. T. mit einem Leitz-IR-Spektrographenim Institut fur
Organische Chemie (Direktor Prof. Dr. R. Criegee), z. T. mit einem Perkin-Elmer-IRSpektrophotometer Mod. 21 im Pharmaz.-chem. Institut der T. H. Karlsruhe (Direktor Prof. Dr. K . Bodendorf) aufgenommen. Sie befinden sich in der Spektrensammlung des Pharmaz.-chem. Instituts.
Die Elementaranalysen wurden von A. Bernhardt im Mikroanalytischen Laboratorium
des Max-Planck-Institutsfur Kohleforschung in Mulheim/Ruhr ausgefuhrt.
36) V . Prelog, L. Ruzicka, P . Burinan und L. Frenkiel, Helv. chim. Acta 31, 92 (1948).
V . Prelog, P. Burman und M . Zimmermann, Helv. chim. Acta 32, 1284 (1949).
a7) H . Meerwein, F. Kiel, C. Klosgen und E. Schoch, J. prakt. Chem. 104, 161 (1922).
0. E. Edwards, L. Marion uud D. K . R. Stewart, Canad. J. Chem. 34, 1315 (1956).
39) Huang-Ninlon, J. Amer. chem. Soc. 68, 2487 (1946).
514
Archiv der
S c h n e i d e r und G o t z
Pharrnazie
Isophthalsauredichlorid (I)
Die Darstellung erfolgt nach ReindeZ und S i e g e P ) durch Umsetzung von Isophthalsaure
rnit Thionylchlorid. Dabei muB die von den Verfassern angegebene Reaktionszeit bei
groI3eren Ansatzen erheblich verlangert werden. Sdp.,, 148-150" ; Schmp. 41". Ausbeute
97,5% d. Th.
I s o p h t h a1s u r e d i m e t h 9 1e s t e r ( I I)
Die Ausbeute der Veresterung nach Baeyer und VViZZiger13)durch Umsetzung des Saurechlorids mit abs. Methanol wird dadurch verbessert, daB dem Ansatz nach Losen des
Saurechlorids eine der freiwerdenden Menge HC1 iiquivalente Menge getrocknetes Na,CO,
zugesetzt wird. Das Reaktionsgemisch wird anschlieBend 1 Std. gekocht und etwas eingeengt. Nach Abfiltrieren des anorganischen Bodensatzes kristallisiert der Ester beim Erkalten aus. Nach Umkristallisieren aus Eisessig/Wasser Schmp. 65-66". Ausbeute 90%
d. Th.
c i s / t r a n s - H e x a h y d r oi s o p h t h a l s i i u r e d i m e t h y 1e s t e r ( 111)
I n Anlehnung an die Arbeitsweise von Ramirez und Sargent12) wird der Isophthalsauredimethylester mit PtO, als Katalysator bei Raumtemperatur und einem Druck von 50 a t
in Eisessig hydriert. Die Reinigung des entstehenden cis/trans Isomerengemisches erfolgt durch Destillation. Sdp.,, 147-151". Ausbeute 95,2% d. Th.
c i s / t r a n s - H e x a h y d r o i s op h t h a l s i i u r e (I V )
I11 wird nach Skita und Ro/3Zer12)rnit wBBrig-alkoholischer 2 n NaOH verseift. Das dabei anfallende Isomerengemisch ist mit NaCl stark verunreinigt und wird durch Extraktion des Rohproduktes mit d t h e r gereinigt. Durch Ausschutteln der Mutterlauge mit Ather
wird eine praktisch quantitative Ausbeute erzielt. Schmp. 150-157'. Ausbeute96,5% d.Th.
3-Methyl-3-aza-bicyclo-[3,3,1]-nonan-2,4-dion
(V)
17,2 g (0,l Mol) IV werden i n 60 ml20proz. wiiBriger Methylaminlosung (0,4 Mol) gelost.
Aus dieser Losung werden innerhalb 90 Min. Wasser und uberschussiges Methylamin auf
dem Olbad abdestilliert. Nach Entfernung aller Flussigkeit wird das zuriickbleibende Salz
euf dem Babo-Blech mit freier Flamme starker erhitzt, wobei zwischen 285 und 290" das
Imid als schwach gelblich gefarbte Fliissigkeit uberdestilliert. Es wird ohne Zwischenschaltung eines Kuhlers direkt in einer Vorlage aufgefangen, wo es beim Abkuhlen durchkristallisiert. Zur Reinigung wird dau h i d im Schwertkolben i. Vak. rektifiziert. Sdp.,,,
79-80"; Schmp. 59-40' (Lit.8) Sdp.,,, 82-86"; Schmp. 59-60". Ausbeute 15,O g (90%
d. Th.).
v Z 1739,
~ 1675 cm-l (-CO-N-CO-).
3-~thyl-3-aza-bicyclo[3,3,1]-nonan-2,4-dion
(VI)
51,6 g (0,3 Mol) IV werden i n 100 ml einer 33proz. wlil3rigen dthylaminlosung (0,7 Mol)
gelost. Die Aufarbeitung erfolgt wie fur V beschrieben. Das Imid destilliert bei etwa 290"
uber und wird im Schwertkolben i. Vak. rektifiziert. Sdp.,,, 85-86". Nach Umkristallisieren der weiBen, grobkristallinen Substanz aus Isopropanol Schmp. 69". Ausbeute 45,4 g
(83,5% d. Th.).
;::v
1733, 1680 cm-l (-CO-N-CO-).
C,,H,,NO,
(181,Z)
Ber.: C 66,28
Gef.: C 66,32
H 8,34
H 8,31
N 7,73
N 7,80
294./66. Bd.
1961, Nr. 8
Synthesen in der 3-Aza-bicyclo-(3,3,1/-nonanReihe
515
3-Benzyl-3-aza-bicyclo-[3,3,1]~nonan-2,4-dion
(VII)
44 g (0,25 Mol) IV werden in 156 ml einer 33proz. wabrigen Benzylaminlosung (0,55 Mol)
gelost. Nach langsamem Abdestillieren des Wassers auf dem Olbad erstarrt das Reaktionsprodukt zu einer festen, weiben Masse, die sich beim Erhohen der Olbadtemperatur auf
280" unter Aufschaumen verflussigt. Die Schmelze wird 30 Min. bei dieser Temperatur
gehalten und anschliebend i. Vak. destilliert. Bei 0,25 Torr gehen zwischen 162-183" 23 g
einer Flussigkeit uber, die in der Schwertvorlage kristallisiert. I m Destillationskolben
bleibt ein betrachtlicher Riickstand undestillierbar zuriick. Zum Umkristallisieren aus Isopropanol wird mit Eis-Kochsalzmischung unterkuhlt. Schmp. 60,5". Die reine Verbindung
siedet bei 0,5 Torr zwischen 162-164". Ausbeute 14,3 g (23,6% d. Th.).
P;:
1733, 1680 cm-l (-CO-&-GO-).
Cl,H,,NO, (243,3)
Ber. : C 74,05
Gef.: C 73,87
H 7,04
H 6,78
N 5,75
N 5,80
3-Methyl-3-aza-bicyclo-[3,3,1]-nonan
(VIII)
Die Reduktion von V erfolgt nach der von Rice und Grogans) gegebenen Vorschrift mit
LiAIH, in absol. Ather. Durch Destillation unter Normaldruck wird das Amin V I I I gereinigt. Sdp. 180" (Lit.8) 175"). pK* = 8,95 (66proz. DMF/H,O).
Hgdrochlorid von VIII:
Das Amin wird in wenig Isopropanol aufgenommen und nach Zugabe von isopropanolischer HC1 das Hydrochlorid mit trockenem Ather ausgefallt. Das Salz ist hygroskopisch
und sublimiert. Schmp. (im evakuierten Rohrchen) 211" (Lit.*) 211-213').
Perchlorat von VIII :
I n die iitherische Losung des Amins wird athanolische Perchlorsaurelosung eingetropft.
Das Perchlorat fiillt dabei sofort kristallin aus und wird aus Isopropanol umkristallisiert.
Schmp. 227'.
3-~thyl-3-aza-bicyclo-[3,3,l]-nonan
(IX)
In einem Dreihalskolben wird unter Ruhren und Feuchtigkeitsaussohlub zu einer Losung
von 22,5 g (0,6 Mol) LiAlH, in 800 ml absol. Ather eine Losung von 36,2 g (0,2 Mol) V I
in 400 ml absol. Ather derart zugetropft, da6 das Losungsmittel gelinde im Sieden erhalten
wird. Nach beendigter Zugabe des Imids wird noch 2 Std. auf dem Wasserbad erhitzt.
Nach Kiihlung des Reaktionsgemisches mit Eis-Kochsalzmischung werden nacheinander
22,5 ml Wasser, 22,5 ml 15proz. wa0rige NaOH und nochmals 67,5 ml Wasser langsam
zugetropft. Der kornige Niederschlag wird abgesaugt und dreimal rnit je 300 ml Ather
unter Riihren ausgekocht. Nach Trocknen der vereinigten Atherausziige uber Na,SO, wird
der &her abdestilliert und der Ruckstand i. Vak. fraktioniert destilliert. Als Hauptfraktion
geht eine wasserklare, schwach aminartig riechende, leichtbewegliche Flussigkeit iiber, die
auch bei Normaldruck destilliert werden kann. Sdp. 199' bzw. Sdp.,, 78,5'.
Ausbeute 25,s g (84,5% d. Th.). pK* = 9,06 (66proz. DMF/H,O).
H 12,50
N 9,15
C,,H,,N (15372)
Ber.: C 78,40
Gef.: C 78,45
H 12,20
N9,16
Hydrochlorid von IX :
Das Hydrochlorid wird wie bei der N-Methylverbindung V I I I in Isopropanol rnit isopropanolischer HC1 gewonnen. E s bildet weibe Kristalle, die aus einer Mischung von wenig
lsopropanol und vie1 Essigester umkristallisiert werden. Da dieses Salz ebenfalls sublimiert,
mu6 der Schmp. im evakuierten Rohrchen bestimmt werden. Schmp. 196-197'.
C,,H,,ClN (189,7)
Ber.: C 63,30 H 10,63 C1 18,69 N 7,38
Gef.: C 63,49 H 10,49 C1 18,67 N 7,21
516
S c h n e i d e r und G i j t z
Archiv der
Pharmazie
Hydrobromid von I X :
Das Amin I X wird in wenig Aceton aufgenommen. Die Losung wird durch tropfenweise
Zugabe einer Mischung aus 1 Teil 48proz. HBr und 5 Teilen Aceton neutralisiert. Dabei
scheidet sich das Hydrobromid sofort kristallin ab. Das Salz sublimiert. Nach Umkristallisieren aus einem Athanol/Ather-Gemisch Schmp. 210'.
Perchlorat von IX:
Das Salz wird aus Ltherischer Losung mit athanolischer Perchlorsaurelosung erhalten.
Aus Athano1 umkristallisiert schmilzt die weiBe, grobkristalline Substanz bei 198".
Methojodid von I X :
Nach 5 Std. Erhitzen des Amins IX mit Methyljodid i n Aceton scheidet sich das Methojodid nach dem Erkalten in langen, feinen, farblosen Nadeln ab. Nach Umkristallisation
aus einer Mischung von &hanol/Essigester Schmp. 254".
3-Benzyl-3-aza-bicyclo-[3,3,l]-nonan
(X)
Die Reduktion wird, wie bei I X beschrieben, rnit 8,5 g (0,225 Mol) LiAlH, in 400 mE
absol. Ather und 18 g (0,075 Mol) V 1 I in 200 ml absol. Ather durchgefuhrt. Sdp.,, 157162". Ausbeute 12,2 g (77% d. Th.).
Hydrochlorid von X:
Die Darstellung erfolgt wie bei der N-Athylverbindung I X mit isopropanolischer HC1
und anschlieIjendem Ausfallen des Salzes mit Ather. Zur Reinigung wird in wenig heil3em
Chloroform gelost und bis zur beginnenden Triibung in der Hitze Essigester zugesetzt. Das
Salz sublimiert. Schmp. (im evakuierten Rohrchen) 217'.
C,,H,,ClN (251,8)
Ber.: C 71,55 H 8,81 C1 14,08 N 5,56
Gef.: C 72,12 H 8,68 C1 13,99 N 5,49
Methojodid von X:
Nach 7 Std. Kochen des Amins X mit Methyljodid in Aceton kristallisiert das Methojodid nach dem Abkuhlen in feinen farblosen Kristallen aus. Nach Umkristallisieren aus
Athanol Schmp. 222".
Cyclohexanon-2,6-dicarbonsaurediathylester X I
a) nach lJschakou:z7)28)
Durch Umsetzung von &Talonsauredilthylester rnit 1,3-Dibrompropan wird Pentan-l,l,
5,5-tetracarbons&uretetraathylestererhalten. Sdp.,,, 172-179". Ausbeute 32% d. Th.
Der Ester wird durch Zyklisierung mit Natriumiithylat in XI iiberfiihrt. Sdp.,, 168-173"
Ausbeute 1976 d. Th.
b) nach Guka und Seshadriengar29)
Acetondicarbonsiiurediathylester wird rnit Hilfe von Mg-Bthylat mit 1,3-Dibrompropan
umgesetzt, wobei XI in 15proz. Ausbeute erhalten wird. Sdp.,, 172-175".
3 - M e t h y l - 3 - a z a - b i c y c l o - [ 3 , 3 , 1 ] - n o n a n - 9 - o n - 1,5-dicarbons&urediathylester
(XII)
a) Umsetzung bei Wasserbadtemperatur
13,8 ml20proz. Methylaminlosung (0,09 Mol) werden unter Eiskuhlung mit 13,2 ml40proz. Formaldehgdlosung (0,18 Mol) gemischt. Nach ca. 15 Min. wird diese Mischung zu
einer Losung r o n 21,5 g (0,09Mol) XI i n 50 ml Athanol gegeben. Der Ansatz wird 3 Std.
auf dem Wasserbad unter RiickfluIj gekocht. Nach dem Erkalten werden 50,O ml(0,l Mol)
2 n HCI zugesctzt und der Alkohol abdestilliert. Die zuriickbleibende gelbliche Losung wird
rnit konz. w.18rigerK,CO,-Losung alkalisch gemacht, wobei sich das Kondensationsprodukt
olig abscheidet. Xach Bufnehmen des (Sles in d t h e r und Trocknen iiber Na,SO, wird der
294./66. Bd.
1961, Nr. 8
Synthesen in der 3-Aza-bieyclo-f 3,3,1/-nonan-Reihe
517
Ather abdestilliert. Das zuriickbleibende braunliche 01wird i. Hochvak. fraktioniert destilliert. Farbloses ztihes 01, Sdp.,,,, 157-159'
bzw. Sdp.o,a 160-163". Ausbeute 16,5 g
(62,5% d. Th.).
vgg 1742 cm-l (Ester-CO); 1730 cm-l (CO im 6-Ring).
Cl5H,,NO, (297,3)
Ber.: N 4,71
Gef.: N 4,89
Perchlorat von XII:
I n die iitherische Losung des Esters wird athanolische Perchlorslurelosung getropft.
Das Salz scheidet sich zuerst olig ab, wird aber nach langerem Reiben kristallin. Nach
Umkristallisieren aus Isopropanol grobe Kristalle vom Schmp. 131'.
C1,H,,CINO, (397,8)
Ber.: C 45,28 H 6,08 C1 8,91 N 3,52
Gef.: C 44,91 H 6,24 C1 8,70 N 3,63
b) Umsetzung bei Raumtemperatur
10 ml 2Oproz. Methylaminlosung (0,06 Mol) und 10 ml 40proz. Formaldehydlosung
(0,12 Mol) werden unter Kiihlung gemischt. Diese Mischung wird zu einer Losung von
15 g XI (0,06 Mol) in 20 ml Bthanol gegeben. Nach Stiigigem Stehen unter ofterem Umschiittteln wird der Alkohol i. Vak. abgezogen. Der Riicksand, eine dickflussige, gelblich gefarbte Masse, wird mit l0proz. HC1 bis zur Blaufiirbuug von Kongopapier versetzt, wobei der Hauptteil des Oles in Losung geht. Nach Ausschiitteln rnit Ather wird die
wiiBrige Losung rnit K,CO, bis zur deutlich alkalischen Reaktion versetzt, wobei sich der
basische Ester olig abscheidet. Nach Ausschiitteln rnit d t h e r und Trocknen der vereiuigten
Auszuge uber Na,SO, wird nach Abdestillieren des dthers die zuriickbleibende Esterbase
i. Hochvak. fraktioniert. Sdp.,,, 142-145". Ausbeute 10,8 g (59% d. Th.).
~2:
1742 cm-l (Ester-CO); 1730 cm-l (CO im 6-Ring).
Perchlorat von X I I :
Die Darstellung erfolgt wie oben bei a) beschrieben in Ather mit iithanolischer Perchlorsaurelosung. Das Salz fiillt rnit einem Schmp. von 143" an, der sich auch durch vorsichtiges
Umkristallisieren aus vie1 Isopropanol nicht verandert. Die Losung d a d dabei nur so stark
envarmt werden, um das Salz gerade in Losung zu bringen. Wird die isopropanolische
Losung des Salzes einige Min. gekocht, so tritt Erniedrigung des Schmp. ein. Nach mehrmaligem Kochen liegt der Schmp. bei 133". Der Mischschmp. mit dem unter a) beschriebenen Perchlorat vom Schmp. 131' zeigt keine Depression.
C1,H,,CINO, (397,8)
Ber.: C 45,28 H 6,08 C18,91 N 3,52
Gef.: C 45,29 H 6,Ol C18,79 N 3,52
3 - ~ e t h y l - 3 - a z a - b i c y c l o - [ 3 , 3 , 1 ] - n o n a n - 9 - o n - ( I s o - p s e u d o p e l l e t i e r i n( X
) III)
9,5 g X I 1 werden i n 50 ml25proz. HC1 16 Std. auf freier Flamme unter RuckfluB gekocht. Die dabei nach gelbbraun sich verfiirbende Losung wird danach ausgeathert, wobei
der Ather die wenigen braunen Schmieren aufnimmt. Die salzsaure Losung wird anschlieBend rnit K,CO, ueutralisiert und mit 8 ml50proz. w5Driger KOH alkalisch gestellt. Die
in dichten Flocken amorph ausfallende Base wird in d t h e r aufgenommen. Nach Trocknen
uber Na,SO, und Abdestillieren des Athers wird die zuriickbleibende, gelbliche Flussigkeit
von aminartigem Geruch i. Vak. fraktioniert destilliert. Das Aminoketon XI11 f d l t als
farblose, stark aminartig riechende Flussigkeit mit einem Sdp.1195-97' an. Durch Kiihlen
und Reiben kann die Base zur Kristallisation gebracht werden. E s gelingt nicht, das
Wistalline Produkt umzukristallisieren. Schmp. 27-28". Ausbeute 3 , l g (64,5% d. Th.).
PKA = 5,94 (66proz. DMP'/H,O).
::v:
1733 cm-l (CO im 6-Ring).
Archiv der
518
Pharmazie
Perchlorat von X I I I :
I n die atherische Losung des Aminoketons XI11 wird athanolische Perchlorsaurelosung
getropft, wobei sich das Salz in farblosen, kristallinen Biischeln abscheidet. NBch Umkristallisieren %usIsopropanol kristalline Blattehen vom Schmp. 222" (Zers.). Das Salz
farbt sich schon a b 205' langsam braun, um a m Schmp. zu dunkelbraunen Triipfchen zu
zerflieben.
C,H,,ClNO, (253,6)
Ber.: C 42,62 H 6,36 C1 13,98 N 5,52
Gef.: C 42,82 H 6,20 C1 13,79 N 5,41
Oxim von XIII:
0,5 g XI11 werden zusammen mit 0,5 g Hydroxylamin-hydrochlorid und 0,5 ml Pyridin
in 5 ml absol. Athanol 1 Std. unter RiickfluD gekocht. Nach ,4bdestillieren der Fliissigkeit
i. Vak. wird der Ruckstand in wenig Wasser aufgenommen. Nach Alkalisieren rnit 2 n
KaOH scheidet sich das Oxim ab, das nach Anreiben durchkristallisiert. Nach Waschen
mit TNasser und Trocknen zeigt die Verbindung einen Schmp. von 112", der sich durch
Umkristallisieren aus Petrolather auf 114' erhoht. Ausbeute 0,25 g (40,5% d. Th.).
vg;:
1675 cm-1 (C=N), 3175 cm-l (OH).
C,Hi$J,O (16832)
Ber.: N 16,66
Gef.: N 16,27
3-Methyl-3-aza-bicyclo-[3,3,l]-nonan
V I I I aus XI11
1 g X I I I (0,0065 Mol) wird in 5 ml Athanol gelost und rnit 2 ml Hydrazinhydrat (92proz.)
1 Std. lang auf dem Wasserbad zum Sieden erhitzt. Nach dem Erkalten wird rnit 20 ml
dthanol verdiinnt. Die Hydrazonlosung wird anschlieSend langsam in eine auf ca. 200"
erhitzte Losung von 2 g KOH in 15 ml Diathylenglykol eingetropft, die sich im Rundkolben einer Destillationsapparatur befindet, so daB der Alkohol und das sich bildende
Amin kontinuierlich abdestillieren kann. Zum Zutropfen der Hydrazonlosung wird etwa
1 Std. benotigt. AnschlieBend werden im Verlauf einer weiteren Std. noch 50 ml Athano1
zugetropft, um das Amin V I I I quantitativ iiberzutreiben. Die wahrend der Umsetzung
iiberdestillierte athanolische Losung wird mit 10proz. isopropanolischer HC1 bis zur sauren
Reaktion versetzt. Dabei fallt sofort das in Athanol schwer losliche Hydrazinhydrochlorid
aus, welches abfiltriert wird. Das Filtrat, das das in Athanol leicht losliche Hydrochlorid
von V I I I enthalt, wird bis zur Trockne eingeengt. Der feste, leicht gelblich gefarbte
Riickstand wird i n 30 ml H,O aufgenommen und darauf das Amin rnit 2 n NaOH in
Freiheit gesetzt. Nach Ausschiitteln mit Ather werden die vereinigten Atherausziige mehrmals rnit Wasser gewaschen und iiber Na,SO, getrocknet. Nach Abdestillieren des Athers
hinterbleibt die Base als eine nahezu farblose Fliissigkeit von aminartigem Geruch, die in
Ather aufgenommen und mit atherischer HC1 in das Hydrochlorid iiberfiihrt wird. Das
Salz besitzt nach Umkristallisieren aus Isopropanol/Essigester und Trocknen im Vakuumexsikkator im evakuierten Rohrchen einen Schmp. von 211".
Ausbeute 0,8 g (70% d. Th.).
Aus einem Teil des Hydrochlorides wird die Base V I I I in Freiheit gesetzt, in Ather aufgenommen und mit athanolischer Perchlorsiiurelosung das Perchlorat hergestellt. Nach
Umkristallisieren aus Isopropanol Schmp. 227-228'.
Die Mischschmp. der beiden Salze mit denen des iiber das Imid hergestellten Amins
V I I I zeigen keine Depression. Die IR-Spektren sind identisch.
Anschrift: Prof. Dr. Wnldemar Schneider, Karlsruhe, Rsiserstr. 12.
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