close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Ueber die Verunreinigungen der Arzneimittel.

код для вставкиСкачать
H. Ludwig, ubey die Ve'el.un~ei.lzigtingen
der Arzneimittel. 259
Ueber die Verunreinigungen der Arzneimit tel.
Ein Vortrag,
gehalten in der Versarnmlung der Apotheker des Grossherzogthums
Sacbsen - Weimar- Eisennch in Apolda am 10. September 1867
von
Dr. H e r m a n n L u d w i g ,
a. Professor in Jena.
Meine Stellung als Revisor der Apotheken im Grossherzogthume Sachsen-Weimar -Eisenach und im Furstenthume Reuss alterer Linie hat mir eine Reihe von
Jahren hindurch (im Weimarschen seit 13 Jahren und
im Reussischen seit 6 Jahren) Gelegenheit gegeben, die
verschiedensten in den Apotheken vorrathigen Mittel auf
ihre Giite und Reinheit zu prufen und dabei manchmal
Zuni Leidwesen des Apothekers ebensowohl als zu dem
meinigen die verschiedensten Verunreinigungen zu entdecken. Mit diesen neckischen Kobolden geht es aber
wie mit anderen Gespenstern: sie verschwinden, sobald
man ihnen scharf mit der Leuchte der Wissenschaft zu
Leibe geht. Lassen Sie uns einige dieser Unholde etwas
naher betrachten.
Nehmen wir vor trllein das A r s e n in seinen verschiedenen Gestalten und Verbindungen, namentlich als
arsenige Siiure, Arsensaure iind Schwefelarsen. Fur
dieses giftige Metal1 (oder wenn man lieber will Metalloyd)
ist die Sch w ef e 1s a u r e die Hauptquelle, mittelst welcher
dasselbe in die pharmaceutisch- chemischen Praparate gelangt. In die Schwefelslure selbst wird das Arsen in
Folge einer Anwendung des aus arsenhaltigen Schwefelkiesen gewonnenen Schwefels, oder dieser Kiese selbst
zur Schwefelsaurebereitung gefiihrt.
Ohne mich hier auf die Reinigung der Schwefelsaure von Arsen naher einzulassen, so interessant dieses
Cepitel auch ware, gebe ich hier nur an, dass bei der
Priifung dieser und anderer Sluren, namentlich der Phos17 *
260
H. Ludwig,
phorsaure und ihrer Salze mittelst Sch w e f e l w a s s e r s t o f f g a s auf Arsengehalt es von Wichtigkeit ist, die
Wirkung des HS langere Zeit dauern zu lassen, uin die
nur langsam reducirbare A r s e n s a u r e ebenfalle in Schaefelarsen iiberaufuhren und letzteres nls gelben Niederschlag zu erhalten. Dass die Sauren, die man mit HS
behandelt, gehorig verdunnt sein miissen, ist selbstverstiindlich, auch eine gelinde Erwarmung derselben wnhrend des Einleitens des Gases sehr zweckmassig.
Durch Anwendung einer arsenhaltigen Schwefelsiiure
bei Destillation von S a l z s a u r e gelangt das Arsen in diese
Saure. Da jetzt die E a s i g s a u r e aus Holzessig durch
Einwirlrung von Salzsaure auf holzessigsauren Kalk gewonnen wird, so ist eine Verutireinigung der Essigsaure
rnit Arsenilr keine Seltenheit; nach C h e v a l l i e r und
D e c h a m p d ’ A v a l l o n enthalt der kiiufliche H o l z e s s i g haufig Arsenik, weil EU seiner Destillation arseniknlische Schwefelsaure benutzt wurde. (Marquad - Ludwig, Lelwb. d. Pharrn. III.Bd. S. 159.)
Fur S a1p e t e r s a u r e ist die Arsenverunreinigung
nicht zu furchten, weil bei ihrer Destillation etwn vorhandenes Arsen als Arsensaure hinterbleiben wird.
Aus den S c h w e f e l b l u m e n und dem S t a n g e n a c h w e f e l , so wie aus dem Sulfuv praecipitatum lasst
sich das etwas vorhsndene Arsensulfid durch Amonkkflussigkeit ausziehen. [Pharm. Germaniae, 186’5. 8. 271
lasst Sulf. depumtum nus kiiuflichem Sulf. sublimatztm
durch Hehandlung mit Salmiakgeist-haltigem Wasser reinigen.)
Hier sei eines Falles Erwiihnung gethan, wo bei
Uebernahnie einer Apotheke der neue Besitzer einen
unsignirt enKasten mit arsenhaltigemschwefel
unter dern obsoleten Qeriiinpel vorfand. Man denke
sich nun die Sache weiter aus, dass die dem Stangenschwefel ahnliohe Mnsse unter den Schwefel gerathen sei,
der etwa zur Rereitung von F a s s b r a n d - S c h w e f e l
iibey
die Ve'eruizreinigtingen der Avzneimittel.
261
cliente, und die Weinvergiftung mit Arsenik wlre fertig
gewesen *).
Eine interessante Verwechselung fand ich einmal
vor, wo die Holz-Buchse signirt A u r i p i g m e n t u m ,
das in der Farbe zwar ahnliche aber bedeutend dichtere
C a s s e l e r - G e l b = Bleioxyd-Chlorblei enthielt. (Bleiera von Mendip= PbC1
2 P b O hat 7,077 spec. Gew.,
Auripigment nur 3,48.)
Man muss sicli wohl hiiten, die Anwesenheit von
Arsen im Auripigment nnd Realgar durch eine Vorpriifung auf der Kohle vor dem Lothrohr, dnrch einen
etwaigen Knoblauchgeruch entdecken zu wollen, dieser
tritt hier gar nicht ein, sondern wird durch den Geruch
der schwefligen Saure vollig verdeckt. (In den toxikologischen Briefen von E m i l W i n k l e r , Memoranda der
gerichtlichen Priifung auf Gifte, Weimar, Landes -1ndustrie-Comptoir 1852, heisst es gleich Anfangs Y. 1. Erster
Brief. Ermittelung von Arsenikvergiftung. Das beste
Reagens auf Arsenik bietet der trockne Weg dar. Arsenikverbindungen j e d e r A r t liefern, auf Kohle vor dem
Lothrohre behandelt, einen weissen Dampf von eigenthumlich arsenikalischem, gewohnlich als knoblauchartig"
bezeichnetem Geruche).
Ueber die verschiedenen Methoden in A n t im o n v e r b i n d u n g e n die Gegenwart des Arsens nachzuweisen, will ich mich hier nicht verbreiten und nur erwahnen,
dnss die M e y e r ' s c h e M e t h o d e d e s S c h m e l z e n s m i t
salpetersaurem Natron und kohlensaurem Nat r o n am beaten zum Ziele fiiht.
Dass bei Brechweinstein der Geruch des aus der
Verkohlung desselben hervorgegangenen Antimonmetalles
beim Gliihen im Oxydntionsfeuer eine hochst empfindliche Probe ist, weiss Jeder von uns.
+
*) Herr Adelbert G e h e e b fand in einer Probe jenes arsenikaliechen Schwefels 80'2 Proc. Schwefel und 19,8 Proc. Arsen,
also auf 1 Aeq. As 19 Aeq. S. (Juli 1865.)
262
H. Ludwig,
Ein Oegenstand grosser Sorge ist die P l a c i r u n g
d e s A r s e n i k s c h r a n k e s in den Apotheken!
Bald
finde ich denselben in kiihlen Gewolben, bald in der
ersten Etage in der Materialkammer, bald auf dem Hausboden. Oft ist das Klmmerchen, worin er verwahrt wird,
so dunkel, dass man nichts erkennen kann. Ja ich habe
es zweimal erlebt, d a s s d e r A r s e n i k k a s t e n n e b e n
K a f f e e , Z u c k e r und C i c h o r i e n s t a n d ; einmal wurden auch um denselben herum Krauter getrocknet. So
gut als Canthariden in die Flores Sambuci gelangten, weil
auf demselben Krauterboden beide neben einander getrocknet wurden, eben so leicht konnte verstaubter Arsenik
unter die Kamillen gerathen. Auch auf dem Schranke
fiir die Papierbeutel und Convoluten sah ich diesen gefahrlichen Kasten fur Arsenik aufgestellt. E r geliort
allein fiir sich, nichts iiber sich, nichts unter sich und
nichts unmittelbar neben sich. Will man Arsenik init
anderen Venenis in einern Schranke aufbewahren, so
gehtirt er zu unterst.
Zu den durch solche unpassende Aufstellung des Arseniks veranlassten Verunreinigungen mit dieseni Gifte gehijrt
folgender Fall, der von P i r o n im Bulletin de la Soci&rb
de Phavmacie de Bruxetles, 2nae Annke, No. 10. png. 150
mitgetheilt und in der Sitzung dieser Oesellschaft am
13. October 1858 zur Sprache kain.
Bei Untersuchung eines verdiichtigen Heisbreis (du
r i z ail lait) fand P i r o n zuerst Arsenik in demselben;
spater bemerkte er jedoch, dass dieser Arsenik von dem
bei der Analyse benutzten d o p p e l t - k o h l e n s a u r e n N a t r o n herstammte. Eine Commission, bestehend aus den
Herren J. L a n e a u , J. B. F r a n c q u i und J. B. D e p a i r e unterwarf in Folge dessen 12 Sorten Natron bicarbonicuin alterer und neuerer Fabrikation der Untersuchung. Keine dieser Sorten enthielt Arsenik. Herr
D e p a i r e hatte ausserdeni schon von 1848 bis 1858 bei
gerichtlichen Untersuchungen Gelegenheit, die Reinheit
von 1 7 Proben doppelt- kohlensauren Natrons zu consta-
ilber die Verunreiriigungen der Arzneiniittel.
tiren.
263
Bei der quantitativen Bcstimmung ergaben sieh
3,100,,u arseniger Saure (=0,03 Proe. As03) in dem von
1’ i r on vorgelegten doppelkohlensanren Natron. Die Cornmission erklarte diese Verunreinigung fur eine zuC$llige,
vielleieht durch Sorglosigkeit oder Kaehlassigkeit eines
Droguisten bewirkt.
Der P h o s p h o r u n d d i e P h o s p h o r s a u r e sind
auch gegenwartig noch der Verunreinigung mit Arsen
und Arsensaurc sehr unterworfen. Ini Betreff des P h o s p h o r s ist mir ein von W o h l e r ( i n den Aiznalen der
Clieni. uitd I’hharin. 10. Heft, 1864) berichteter Fall besonders bemerkenswerth. Es wurden die h i e h e n zweier
Manner ausgegraben, urn der ehemischen Untersuehung
a u f Arsenik unterworfen zu werden. Die grosste Menge
des Arscnilis fnnd sich in der zweiten Leiche, obgleieh
diese bereits s i e b e n J a h r e begraben lag.
Von Wiclitigkeit war bei dem nur geringen Arsenikgchnlte in der Leiche des einen Rlsnnes, der erst sechs
Wochen vorher naeh liingerer Krankheit gestorben war,
der Unistnnd, dass dieser Bfann langere Zeit vor seinern
Tode Oletiin pliosphoratuni in Forin einer Emulsion ale
Arznei innerlieh genommen und auf diese Weise im Ganzen 16 Gramin Phosphor innerlieh verbraucht hatte. Ale
nun der Phosphorvorrath in der Apotheke, von welchem
jene Arznei Lereitet worden war, iiritersucht wurde,
zeigte es sich, dass er ’I2 Proe. Arsenik enthielt (=O,OSO
Ornnim Arsenik in obigen 16 Urm. Phosphor.)
Hinsichtlich der P h o s p h o r s i u r e und ihrer jeaeiligcn Verunreinigung rnit Arsenik ist mir folgender Fall
erdinenswerth. E r betraf eine Portion Acidurn phospho&cum depuratum (Acidurn phosphoricum ex ossibus), welche
niit HS einen dieken gelben h’iederschlag lieferte. Der
Herr Apotlieker lehauptete, es niiisse solehe Verunreinigung darin bleiben und trage zur Wirksamkeit bei.
Weder in der Pharmacopoea homssica edit. V. (1829),
S. 128, nocb im Schach t’schen Naclitragc von 1817 sei
von einer Reinigung durch Schwefelwasserstoff die Rede.
264
H. Ludwig,
Da dieser Fall aber in die Zeit der Geltuag der Pharnr.
bor. ed. V I . (1846) fiel, diese aber von ihrem Acidum sulfuTicum cvudurn verlangte, dass es arsenfrei sein sollte
(rejiciatw acidum, p o d arsenio inquinatunz est), so mufiste
eine Phosphorsriure aus lhochenasche und roher Sch wefelsaure bereitet auch arsenfrei sein.
Hinsichtlich der anderen Verunreinigungen der Phosphorsanre (PO3, SO3, NO3, H3N, SiO?, A1203, F e 2 0 4
CaO, NaO etc.) erwahne ich nur eine mir erst in diesem
Sominer vorgekommene. Anstatt des specifischen Gewichts = 1,130, zeigte diese Saure das spec. Gewicht
== 1,515; sie wurde durch Zusatz von salpetersaurem
Silberoxyd (in reinem Wasser gelosten) unmittelbar gelb
gefallt und gab mit Kalilauge starken Ammoniakgeruch ;
mit Ammoniakflussigkeit alkalisch gemacht, triibte sie
sich nicht. Sie enthielt also saures phosphorsaures Ammoniak und mochte ein zerflossenes Acidum phosphoricum
glaciale sein.
Knli ursenicosum solutunz (= Solutio arsenicalis,
Solutio Fowleri) dev P l ~ a ~ m
bor.
. edit. VII. ist mir schon
einige Male durch Algenfloclcen getrubt vorgekommen, zwei
Ma1 sogar entwickelte sie deutlich Arsenwasserstoffgasgeruch. Diese leichte Verderblichkeit ist einfach eine
Folge des Hinweglassens des Spiritus angelicae conipositus aus der Mischung.
Iin Speisezimmer des Gasthofes zum L. in N. fand
ich die Wande desselben frisch mit Schweinfurter Griin
angestrichen und bemerkte jedesmal beim Hineintreten
den Arsenwasserstoffgeruch (einen iihnlichen Oeruch beobachtete man beim Oeffnen von MinerslienschrMnken).
An einem mit Arsenik stark vergifteten und verschimmelten Brode habe ich, so wie die damaligen Mitglieder
meines Institutes, jenen knoblauchartigeb ekelhaften Gleruch sehr deutlich wahrgenommen.
Der Unfug, welcher mit Schweinfurtergrun -Papier
getrieben wird, ist arg: Gehe & Comp. schicken jede
ihrer Preislisten in einem solchen arsenikgrunen Um-
iiber die Verunreinigungen der Arzneimittel.
265
schlage ; aus einer sachsischen Apotheke schickte inan mir
Jlagen - Iforsellen in einem niit solchem Giftgriin beklebten K#stchen etc.
Wenden wir unsere Anfmerksamkeit den1 A n t i mo n
zu, so haben wir an der Hartnackigkeit, mit welcher
sich dasselbe den Gefgssen, in denen man Antimonpraparate bereitete, anhangt, einen Grund der Verunreinigung
anderer Praparate. H#ufig sind auch Nanienverwechselnngen der Grund solcher Verunreinigungen, oder auch
wohl nur einfaches Vergreifen. Folgende Falle sind mir
erinnerlich: I m Standgefasse der Officin fur Zinciim
oxydldatum fand ich Stibiiim oxydatuna albunz (Antinzoniuin
diaphoret. ublutum d . Ph. bor. ed. V.);bei naherer Nachforschiing ergab sich, dnss auf der Materialkainmer die
Gefasse fur Stibiiim om$. album. und Zinc. oxyd. alb.
n e b en e i n a n d e r standen, dass also beim Einfassen die
Verwechselung statt gefunden hatte.
Bei einer Revision fand ich in einer Apotheke Zincum nietallicum (ein Stuck) neben mehren Stiicken Stibium in dem Kasten signirt Stibiiim metallicurn.
Den Tartarus boraxatus fand ich stark antimonhaltig
in einer Apotheke 1863 ; die Ursache der Verunreinigung
konnte nicht ermittelt werden.
Im Jahre 1862 hatte ich in Gemeinschaft mit Herrn
Dr. Mir u s hier die chemische Untersuchung von Brausepulver- Ingredienzien und von Erbrochecem zu fiihren,
in der Untersuchungssache wider den Apotheker D. in
S., wo durch denGenuss von c i t r o n e n s a u r e h a l t i g e m
Brausepulver aus dessen Apotheke der Gastwirth R. und
der Ladendiener R. plotalich erkrankt waren. Nutrum
bicarbonicunz und Himbeersaft waren rein, a b e r d i e
C i t r o n e n s a u r e w a r b r e c h w e i n s t e i n h a l t i g ; am
meisten des letzteren fand ich ini Grunde des glasernen
Aufbewahrungsgefasses. Das letztere musste sonach friiher
als Aufbewahrungsgefass fur Tartarus emeticus gedient
haben, war gar nicht ausgeputzt und sogleich zur Aufbewahrung der Citronensaure verwendet worden. Wem
266
H. Ludwig,
diese Unsauberkeit zur Last zu legen, war nicht zu ermitteln.
I m Jahre 1864 erhielt ich durch einen Gehiilfen des
Herrn H. in G. eine Probe Kalichloricunz, melches antimonhaltig war und nach der Angabe jenes Gehulfen aus
einer konigl. skchsischen Apotheke stammte*).
Z i n n fand ich in eineni Sulfur praecipitatunz (1858),
letzteres Priiparat war im Zinnkessel des Dampfapparats
bereitet worden.
Einen Zinngehalt der Extractabsatze beobachtete
Herr Apotheker A. Q e h e e b .
Eine Verwechselung des W i s m u t h s m i t A n timon,
eine Unloslichkeit des Mugisteriuna Bismutlzi in Salpetersaure
findo icli ini Protokoll der Revision einer Apotheke (1852).
Hinsichtlich des Q u e c k s i l b e r s will ich erwahnen,
class ea mir mehre Male vorgekommen ist, class grossere
Quarititiiten reiner Sauren, wie Salzsaure oder Schwefelsaure in niit Glasstopseln versehetien Flaschen zugeschickt
wurden, die mit weissem Leder verbunden waren, aus
denen sich metallisches Quecksilber herausdrucken liess
solches Leder war sicher von Lederbeuteln genonimen
worden, in denen Quecksilber gewesen war.
Dass mir auch schon Schweizerkase (Emnienthaler)
niit Quecksilberkiigelchen vorgekommen ist, werden sich
die Leser des Archivs erinnern; es musste durch Zerbrechen eines Thermometers in die Kasemasse gelangt
sein. (Siehe Ai-chiv d. Aarrn. Bd.123. S.168, 1865.)
Quecksilberhaltige Glas - Ruhrstabe aus plten Thermonieterrohren habe ich neuerdings abermals erhalten.
V e r u n r e i n i g u n g e n d e r a r z n e i m i t t e l durch Blei
gehoren jetzt zu den gewohnlichen Vorkommnissen. Einige
Beispiele:
In e i n e r A y o t h e k e waren die Blasengerathschaften
zur Bereitung der destillirten Wasser sehr mangelhaft,
nanientlich das Kuhlrohr, welches von bleireichem Zinn
*) S$fur aurat. antimonii durch Eiowirkung des Lichtes auf
a n e r Seite des Glases weiss geworden in Folge einer Osydation,
ist mir ebenfalls vorgekommen.
iiber die Verunreinigungen der Arzneimittel.
267
gefertigt war ; in Folge dessen waren bleihaltig geworden
Aqua destillata, chmnomillae, foeniculi, nienth. pip., cerasor.
arqgdal., rubi idaei. Ferner die mit bleihaltigem destillirtern Wasser bereitete Aqua chlorata, Liq. Kali acetici
und Mlcilago gunznzi arabici. Spiv itus formicnrunt war
so bleireich, dass aus 6 Unzen desselben durch Fiillung mit verdiinnter SO3, Gluhen des Niederschlages
mit NaO, CO2 auf Kohle, Bleikiigelchen erhalten werden
konnten. (Sept. 1863.)
I n einer a n d e r e n A p o t h e k e war zwar das Datnpfapparatgerath von Zinn, aber auf dem Ableitungsrohr fur
den das destillirte Wasser liefernden Dampf des Danipfkessels befand Rich ein Hahn mit BIeiloth eingesetzt
und in Folge desaen war das destillirte Wasser bleihsltig geworden, wahrend die aus der Destillirblase mittelst des gut zinnernen Kiihlrohres bereiteten Waseer
bleifrei waren. (1860.)
Zwei Wasser, welche als kiiufliche in bleigelotheten
Hlecliflaschen (von verzinntem Eisenblech) verschickt
werdcn, sind mir schon bleihaltig vorgekommen: I ) Aq.
naphrce (mehre Male); 2 ) Ap. Zaurocerusi (schon 2 Mal).
Hr. Apotheker Dr. W e p pe n in Markoldendorf fand in
01. Terebinth. als Eodensatz ameisensaures Bleioxyd ; das
Loth der I3lechflaschen liefert dazu das Blei, das Terpenthinol die Ameisensiiure.
Liq. ammonii cuustic. bleihaltig, von D. und B. in
Erfurt. Aciduna phosphoric. bleihaltig. Acetuna comentraturn bleihaltend, ebenso Kali acetic. und Liq. amnaon. acetic.
W e i n s a u r e , Tartarus crudus und Tart. depuratus,
IiaZi tayturicunt und nanientlich T a r t . boraxatus und andere
W e i n s a u r e - P rapa r a t e, ferner C i t r o n e n s a u r e sind
haufig bleihaltig; oft sind es nur Spuren, welche beini
Neutralisiren der mit HSwasser versetzten Lijsungen mit
Ammoniak an den gelbbraunlichen Farbungen erkannt
werden kiinnen, die beim vorsichtigen Ansauern mit Weinsaure nicht wieder verschwinden.
Jetzt sol1 manche k a u f l i c h e W e i n s a u r e u n m i t -
268
H. Ludwig,
t e l b a r a n s i t z e n d e B l e i t h e i l e h e n enthalten; die Krystallisation solclier Weinssure liatte also wohl in Bleigenissen statt gefunden.
Aus dem Gehalte cler rohen Schwefelsaure an s c h w e f e l s a u r e m B l e i o x y d erklart sich ein Gehalt der Magnesiu suZfio*ica an Rlci. Direct wird durch 11s ein solcher Ueliitlt nicht nachgewicsen ; man muss hier alkalisch
machen, dann mit vercliinnter H C1 schwach ansauern.
Porcellanschilder fur Siiuren (Snlpcter~fiiire,Salzsiiure,
Scliwefelsaure, nicht bloss der rohen, sondern auch der
reinen Siiuren) fand ich mit B l e i d r a h t e n an die Halse
der Aufbewahrungsflasclie gehangt ; Yignaturen auf Flaschen mit I31 e i w e is6 - oder 111 e n n i g e f a r b e ii b e r s t r ich e n ; ja sog:ir Signaturen :iuf S ch w e i n f u r t e r g r u n Papier geschrieben und den Reagentiengllsern fur H C1,
N05, H3N, SO3 vorgeklebt : ganz gedankenlose Liebhabercien bei so ernsten Dingen.
C o c h e n i l l e , welche in Wasser suspendirt fur Keuchliusten cier Kinder gegeben werden sollte, fand ich mit
m e t a l l i s c h e m Blei verunreinigt (Durlach 1840-1841).
Magnesia usta in einern bleiglusirten Topfe im Ziegelofen gegluht, zeigte natiirlich einen Bleigehalt, vie1
Eisen und loste sich nur langsain in verdunnten Sauren.
JIixtura stilfiwica acicla zeigte einen weissen Bodensatz von scliwefelsaurem Bleioxyd, weil aus Weingeist mit
roher concentrirter Schwefelsaure bereitet.
Acetuni concentrutum enthielt Hlei, in Folge dessen
auch Kali aceticum und Liq. animonii acetici. Das Acet.
cone. war wohl aus Hleizucker gefertigt worden.
In Folge einer Aufbewahrung von Bleiweiss (Cerussa)
und Lythargyunz in Schubkiisten, die unmittelbar iiber
narkotischen U a u t e r n sich befanden, war Bleiwciss in
Herba hyoscyami gelangt oder in ein anderes narkotisches
Kraut.
Animoniacum carbonicum bleihaltig. M e n n i g e h a l t i g e s Opium.
Bei Revision des Bodens eines Krauterliandlers (1859)
aler die Veirtnreinigungen der Amneimittel.
269
hing in einein Fassc, welches friiher als Bleiweissfass
gedient hatte, noch Rleiweiss an den Wanden und in
dem Fasse lag Semen Conii.
Bei Benutzung d t e r e r Schubkasten und Holzbiiclisen
sollte kunftig grossere Sorgfalt auf vorhergehende Keinigung derselben verwendet werden, als bishcr, damit nicht
giftige Farben, wie B l e i w e i s s , oder sonstige Farben,
wie R e r l i n e r b l a u , E n g l i s c h r o t h u. dergl. in den
Gefassen bleiben, welche nun eur Aufbewahrung von
Quittenkernen, Mohnsamen, Pflastern etc. bestimmt sind.
Hier will ich auch noch der Unsitte gedenken, die
Weinflaschen mit B l e i s c h r o t e n auszuscheuern. kIir
selbst ist es vorgckommen, dam ieh, ungeachtet ich solche
Art dor Reinigung meinen Dienstboten untersagt, in einer
iiiit Wein gefullten Flasche, die ich selbst aus dem Keller geholt und dessen Inhalt ich bei eincni Feste zu
geniessen gedachte, im unteren verengten Theile der
Plasclie uber ein Dutzend Bleischroten sitzen sah. Rei
llntersuchung des dariiber befindliclien Weines zeigte derselbe einen starken I3leigehalt. Ueber den Bleigehxlt
dcr 8 ch n u p f t a b a ck e will ich schweigen, ebenso iiber
denjenigen der 0 b 1a t e n ; am widerwartigsten ist ein
solcher bei den Visitenkarten dcr init HS beschaftigten
Chein i ker.
K u p f e r . I n Jena wurde im Jahre 1556 eine neue
sehr zweckmassige L’olizeiordnung entworfen und durch
den Druck bekannt gemaeht. M’ie grosve Aufinerksamkeit man schon in jenen Zeiten auf die Gesundheits- und
Medicinalpolizei gewendet, ersieht man auch daraus, dass
bereits im Jahre 1570 bei gehaltener Visitation den Apothekern verboten worden, k u p f e r n e und m e s s i n g e r n e
G e f l s s e in der Officin zu dulden. (Joh. Emat Btcsilius
Wiiedeburg, Beschyeibiing der Stadt Jeva, 1785, 2. Theil,
s. 465.)
Wer von Ihnen kennt nicht dieprobe der Extracte,
I’vlellagines, Roob, Succi, S y r u p , Oxymel, Me1 depuratum
U. 8. w. auf Kupfergcbalt mittelst eines blanken Eisen-
2 70
H . Ludwig,
spstels, den man in die angesiiuerte wasserige Lasung
der genannten Praparate steckt!
Der kaufliche Succiis liqitiritiue enthalt oft auffallend
grosse Mengen von Spanen metallischen Kupfers. 30
erhielt ich van Herrn Apotheker F i e d l e r in Neumark
solches Kupfer, von welchem er
Gran RUS 3 Pfunden pond. civ. Sttcc. liqaivitiue rnechanisch ausgeschieden
hatte.
Durch Stossen im Messingmorser wurde der S a1 m i a k
kupfer- und zinkhaltig, durch Zerreiben im Messingmorser die W e i n s a u r e Cu- ixnd zinkhaltig.
Liq. ferri chlorati fand ich kupferhaltig (1863).
Acid. aceticuna kupferhaltig (1859) ; Acetuni concentratum desgleichen (1858); auch Liq. ammon.. acet. kupferhaltig (1858).
Der K u p f e r o x y d g e h a l t der Bleigliitte macht den
Bleiessig blau.
Vom Herrn G.H.Sch. in J. wurden mir sogen. vergoldete Pillen gezeigt, die er in einer konigl. sachsischen
Apotheke hatte bereiten lassen (zwischen 1847 und 1854)
und welche statt mit echtem Gold mit Flittergold (geschlagenem Messing, unechtem Blattgold ) iiberzogen waren,
das seinen Glanz verloren und grun geworden war.
Dass ich gar oft denRath ertheilen musste, dieVerzinnnng kupferner Kessel erneuern zu lassen, brauche
ich wohl kaum zu erwahnen.
Zuweilen sah ich auch Fliissigkeiten durch g r a u e s
L o s ch p a p i e r filtriren, yon welchem wir wissen, dass
es neben andern Unreinigkeiten namentlich viel Kupfer
enthalt und bei Beiiutzung alter Tapeten auch Arsenik.
Herr Apotheker G e h e e b in Geisa untersuchte wahrend seiner Anwesenheit in Jena als Mitglied meines Instituts eine verdachtig g u n aussehende eingemachte s a u r e
G u r k e von 41/2 Unzen Gewicht vom Seiler R. in Jena
(Juni 1865) und erhielt daraus durch Behandlung mit
reiner Salzsaure, chlorsaurem Kali, HS etc. eine siemliche Menge reducirtes metallisches Kupfer. SO viel ich
iiber die Verunreinigungen der Arzneiniittel.
271
weiss, herrscht hier und da die Unsitte, Kupfermunzen
in gewisse ffemiise, z. B. die Bohnen, zu legen, damit
sie schon grun erscheinen. Auch ins Brod wird von
gewissenlosen Rackern Kupfervitriol gebacken (z. B. in
Belgien nach den Angaben von Kuhlmann).
Z i n k . Weder in der Kiiche, noch zum Aufbewahren oder Messen von Nahrungsmitteln oder Arzneimitteln
durfen Zinkgefasse verwendet werden, da das Zink sich
in sauren und alkalischen Flussigkeiten leicht auflost und
seine Salze in hohem Grade brechenerregend wirken.
O r f i l a berichtet folgenden Fall: Ein Kaufmann in Gray
brauchte im Keller ein Zinkgefiiss, welches etwa 40 Pfd.
fasste. Eines Tages liess er mehre Stnnden lang Wein
darin stehen und trank ihn dann rnit seiner Familie zur
Mahlzeit. Kurz nachher traten bei den Gliedern der
Familie heftige Kolik und Erbrechen ein, welche durch
schleimige Mittel beseitigt wurden. Der Wein enthielt
ein Zinksalz. (Jozirn. de chim. mkd. 1838. S. 265. - Orlfila,
Toxikologie iibers. v. Krtipp. Bd. 2. S. 30.)
Bei einer Apothekenrevision fand ich W 011 blum e n
in einer Zinkblechflasche aufbewahrt, welche innen durch
Oxydation ganz weiss erschien. Auch die narkotischen
Krauter Hb. Conii, Hyoscyanzi und Bellndonnae fand ich in
derselben Apotheke (1858) unpassend in Zinkblechflaschen
aufbewahrt.
Apotheker Dr. G e i s e l e r berichtet uber Ermittelung
des Zinkgehaltes einer in einem Zinkgefksse sauer gewordenen Milch. (Arch. der Pharm, 2. €2. Bd. 33. S. 164.
1843.)
Ueber zin k o x y d ha1 t i g e K a u tschu k s a u g e r veroffentlichte ich schon in der Weimarer Zeitung voin
19. Mtirz 1861 Folgendes:
,,Die Zeitungen berichten jetzt iiber das Vorkommen
zinkoxydhaltiger Kautschuksauger und verbreiten sich
iiber die nachtheiligen Wirkungen, welche dieselben auf
die Gesundheit der Kinder ansiiben sollen, denen sie zur
Aufnahme fliissiger Nahrung dienen. Ohne mich auf die
272
I€.Ludwig,
Wirkung derselben weiter einzulassen, will ich hier mittheilen, dass in Jena solche Sauger im Handel vorkommen und dass ich auch von aussen her dergleichen zur
Untersuchung benutzt habe.
Wnrzenhutchen, angeblich aus Berlin von Robert und
Reimann, zeigten ein Gewicht von 11 Grin. und binterliessen beim Einaschern auf dem Platinblech 47 Procent
Zinkoxyd. Frische Sauger, von unbekannter Abstamniung, durch F. L. in Oreussen bezogen, hinterliessen
beim Einaschern 43 bis 44 Procent Zinkoxyd. Sauger dereelben Sorte, aber von einem nur Ijahsigen Knaben seit metisen Monaten benutzt, gaben aus den] dem
Milchflaschchen aufsitzenden Theile 38 Proc. Zinkoxyd,
walirend das Mundstiick desselben Saugers nur 33 Proc.
Zinkoxyd lieferte. Das Gewicht solcher Sauger betragt
gegen 7 Grm. Es leidet sonach keinen Zweifel, dass
durch Iiingere Benutzung Rolcher Sauger Zinkoxyd h e r a u s g e k n e t e t wird und sich der Nahrung des Sauglings
beimengt. Kocht man die Masse derartiger Warzenhut&en und Sauger mit S a l p e t e r s a u r e , so lost sich nur
ein Theil des Zinkoxyds auf (beispielsweise von solchen,
welche 44 Proc. Zinkosyd enthielten, nur 18 Proc.); das
Uebrige bleibt in dem harzartigen Oxydationsproduct
hartnackig zuruck und tritt erst beim Einlischern desselben hervor. Es ist deshalb zur raschen Prufung solcher
Sauger am sichersten, eine Probe davon auf einem silhernen Loffel zu verbrennen. 1st Zinkoxyd zugegen, 80
hinterbleibt dasselbe nach der Verbrennung als ein in
der Hitze c i t r o n g e l b e s , beim Erkalten weisses schmelzbares Pulver.
In den Blattern von der Saale, vorn 13. August 1861,
theilte ich aus der Bunzlauer Pharm. Zeitung vom 31.Juli
1861 S. 144 die Beobachtungen des Apothekers Liibb e k e aus Duisburg uber Zinkoxyd- und Bleiweiss-haltige Kautschuksauger mit. Bei einer Sorte enthielten
100 Theile Kantschuksauger 50 Theile eines Gemenges
aus Z i n k o x y d und K r e i d e , bei einer andern Sorte 38,
illrer die Ve’e?.~inreinigzingen
clev Amieiniittel.
273
bei einer dritten Sorte 35 Theile Z i n k o x y d und bei
einer vierteri 18 Theile r e i n e s k o h l e n s n u r e e B l e i o x y d und 28 Theile K r e i d e und S c h w e r s p a t h . Die
ails reinem Kautschuk bestehenden hlundstiicke sind
stets mit einer Nath oder mit zwei sichtbaren Nathen versehen, zeigen durchschnitten einc g l a t t e , b r a u n e , s t e t s
g l a n z e n d e Schnittflache, sind dunn, sehr dehnbar und
elastisch, gegen das Licht gehnlten braun durchsclieinend
und wiegen
hochstcns 3!8 Loth.
Die verfalschten zeigen nirgends einc h’ath, beim
Durchschnitt eine m a t t e , g r a u e o d e r w e i s s g r a u e
S chn i t t f l a ch e , auf welcher kleine weisse Piinctchen
sich unterscheidcn lasscn. Sic sind dicker, weniger dehnbar, kaum elastisch, vollkommen undurchsichtig und wiegen nie untor
Loth, haufig 3 q Loth, so dass sie schon
hiernach leicht von den echten unterschieden werden
konnen.
S m a l t e b l s u und U l t r a m a r i n . Urn Papieren
einen blaulichcn Schein zu geben und ihre scbmutzige
gelblich-weisse Farbe zu verdecken, pflcgt man deneelben irgend welche blaue Farbc zuzusetzen, so uuter
andern Ultramarin nnd Snialte. Erstere ist unschadlich, letztere aber enthalt Kobaltoxydul und hatifig etwaa
Areen. Bei Filtrirpapicr ist es also sehr wichtig, dass dasselbe smaltefrei sei. In einer hellblauen Smalte fanden sich
0,35Proc. AeO3, namlich in 1 Unze 0,112 Grm. As03 (1865).
Beim Einaschern solcher Papiere bleibcn diese beiden blauen
Farben unveriindert zuruck. Vor einigcn Jahren fand
man in gewissem Hutzucker des Handels Ultramarin.
0. L. E r d m a n n in scinem Grundriss der allgemeinen Waarenkunde (1852, Seite 9 1 ) eagt von der
Smalte, dass sie von Siiuren nicht vorandcrt werde. Ich
habe jedoch beobachtet, dass Sauren ihr Kobaltoxydul
entziehen und dass mit Salzsaure destillirt, diese letztere
irrsenikhaltig ubergeht.
E i s e n ist ein liistiger Gast in manchen Praparaten
Arch. d.Pharm. CLXXXII. Bde. 3. Hft.
18
274
H. Ludwig,
und schleicht sich in Folge der Anwendung eiserncr
Gerathschaften, eisenhaltigen Papiers, der Anwendung des
im Eisenmorser zerstossenen Glases etc. in die PrWparate ein.
So wird das Zincunz chloratum, dessen Losung dureh
groblich zerstossenes Glas filtrirt werden 8011, in Folge
einee Eisengehaltes dcs Glases ganz gelb.
Widerwartig ist die Anwesenheit des Eisenoxyds in
dar Magnesia ustic und dem Z i n k o x y d , so wie dessen
Praparaten, in dem A e t e k a l i , im A l a u n , im S a l m i a k , den1 er gelbe Streifen ertheilt (falls dicse nicht
von brcnzlichen Producten, Theer etc. hcrriihren).
h l a n g a n g e h a l t farbt die Pottasehe grun; dass auch
Kupfer in derselben vorltommcn Irann, ist beltannt.
K i e s e l e r d c g e h a l t des Aetzkali, kohlensauren Kali,
der Magnesia und kohlensauren Magnesia, des Zinkoxyds,
der Blciglatte wird nicht selten beobachtct. Ilier mag
eine Stelle eines Rriefes meines friiheren Zuhorers, des
Herrn Dr. E. P feif f e r (voin 20. Juli 1864) ihren Ylatz
finden: ,Wie Sie wissen, brachte ich den Sommer vergangenen Jahrcs als Pharmaceut im Elsaas ZU. hlein
Principal wunschte, dass icli die eingehcnden Waaren
untersuchte. Wenn ich ihm dann aber Verunrcinigungen
nachwies, wolltc er es niuht Wort haben, weil er, sich m f
das Cachet des Fabriksnten vcrlassend, dieselbcn selbst
nie untersuchte; obglcich ich ihin oft genug die Heweise
ad oculos demonstrirte, wenn ich ihm z. B. die Bleistuckchen aus der Weinsaure, die Zinkstiickchen aus dein
Zinkoxycl, die Kupferstuckchen aus den Extracten auslas, wenn ich ihm sagte, dass das Extv. Turaxaci zur
Halfte Runkelrubenmclasse, oder dass das Extr. Craniinis
ein Gemiech mit Succus Lipuiritiue gcfertigt sei j oder
als Beidc (mein Principal und der Geliiilfe) in Verzweiflung waren, dass ihr Bleipflaster nicht weiss werden
wollte, ieh ihnen zeigtc, dass ihre Gliitte 30 Proc. Z i e g e l m e h l enthielt u. s. w."
Das Capitel iiber Q l a s - und P o r e e l l a n g e f a s s e
iiber die Verunreinigungen der Arzneiniittel.
275
iibergehe ich und will nur daran erinnern, wie unangenehm es werden kann, wenn diese Gefasse d o p p e l t o
S c h i l d e r , altere nicht mellr geltende und neuerc geltende, enthalten; wie nothig es ist, sicb zu vergewissern,
ob nian b l e i h a l t i g e s oder bleifreics a l a s anwendet;
die sorgfAltige Trennung dcs gebrauchten vom ungebrauchten Glase; die rcchtxeitige Hcnutzung gesch wiirzter
0 1a s e r zur Aufbewahrung von Chlorwasser, Chloroform,
Santonin und Chiniim szilfiiriciini, welches ini Lichte
gelb wird, wic inir Herr Apotheker Miillcr in Fraureuth
im August d. J. mittheilte und selbst zeigte, class bcstes
Zimmer’sches Yrapnrat im Sonnenlichte gelb geworden war.
Sch w c f e l s a u r e r B a r y t (Schwerspath) im Bleiweiss
ist dann nicht zu statuiren, wenn solchcs Bleiweiss zur
Snlbe oder zuin I’flaster verwendet wird. Lost man solche
Praparate in vercliinnter heisser Salpetersaure, so bleibt
tier Schwerspath ungeliist am Boden liegen uncl das olige
Fett schwirnmt uber dcr 13leioxydlosung.
S c h w e f e l s a u r e r K a l k (Gyps) fand sich (1857) zu
50 Proc. in einem Sulftir praecipitntiim! Wahrscheinlich
hatte der Laborant verdunnte Schwefelslure statt Salzsaure zur Fiillung des Schwefclcalciums angewendet.
K a l k ha1 t i g e r W e i n s t e i n und Weinsteinpraparate.
K o h 1 e n s a u r e r K s 1 k (Conchae puepuvatne) ststt
p h o s p h o r s a u r e m K a 1k (Cornu cervi iistum album p a e p a m t u m ) ist m i r vorgekommen.
K s 1i s a 1p e t e r in kleinen Mengen im Argentum nitriczm fand oiein Freund Dr. BI i r u s und iiberzeugte ich
mich selbst von dessen Vorkommen. Da die Lieferanten
des Praparates betheuerten, dass sic solchen Kalisalpcter
nicht absichtlich hereingebracht, so bleibt nur ubrig anzunehmen, dass derselbe in Folge Anwendung kalihaltiger
roher Salpetcrsaure zum Losen dcs Silbers in den Hollenstein gelangte.
K o h l e n s a u r e s K a l i (doppelt-kohlensaurcs Kali)
im Jodkalium ist mir ein paar Ma1 vorgekommen, ja SOgar stark alkalisches K d . jodat. (1856).
18 *
276
H. Ludwig,
R e i chliche s C h l o r k s 1i um im Kalisalpeter, reichliches C h l o r n a t r i u m iiii Natr. iiitriczcni. Stark alkalische, Quecksilberchlorid rothende Prlparate voii sogen.
Kuli bicarbonicum und Natrunt bicarbonicuna ; auffdliger
Weise war das billige pulverfijrmige Salz kohlens"aurereicher, als die theurereii krystallinischen Krusten. Natrunt
nitricum von alkalischer Reaction. Eine Verwechselung
des Natruin curbonicuni siccunz mit Natrunt sulfuricum
siccuni fand ich 1856.
K d i uceticum schijn schuppig krystallinisch und weiss
und dennoch reich an p h o s p h o r s a n r e m K a l i und
C h o r k a l i u m ; eberiso der daraus bereitete Lig. Iiuli
acetici.
CarBo spongiae frei von Jodmetall, in Folge zu starken Gliihens.
S c h w e f e l - und K o h l e g e h a l t des Few. pulverat.
und Few. hydyogenio reductum.
Aq. destillatn, nienth. pip., chanzomillae gelblich, triibe,
wegen Unsauberkeit des Verstreichens der Fugen zwischen Helinschnabel und Kuhlrohr.
Aq. sunibuci essigsauer. Dass auch frische destillirte
Wiisser etwas Essigsiiure enthalten kijnnen, SO die iiber
romischen und gemeinen Kaniillenbliithen, Majoran, Cardamonien, Fenchel- und Wurnisanien abdestillirten Wasser, zeigten H a u t a und W u n d e r schon 1855. Es ware
zu prufen, ob manche frische destillirte WBsser, namentlich Ap. sanzbuci, vielleicht A 1d e h y d enthalten.
Liq. umnzoiiii caustici gelblich in Folge eines Ruckhaltes von brenzlichem Thierol oder SteinkohlentheerGl.
Acetum concsntratunz gelblich, in Folge eines Rucklialts yon brenzlichem Holztheerol.
Liq. ananionii ncetici braunlich-gelb, weil aus brenalicheni Salmiakgeist und brenzlichem Acet. concentratunz
bereitet (1863).
Lip. amnzonii succinici stark alkalisch, weil anfanglich reich an doppeltem kohlensaurem Ammoniak in Folge
einer Neutralisation bei gewohnlicher Temperatur.
iiber die Verunreinigungen der Arzneimittel.
277
A e t h e r zu reich an Weingeist, z. B. mit einem
spec. Gew. = 0,765 bei 200 C. anstatt 0,730.
Aether aceticus desgl., z. J3. mit einem spec. Gew.
= 0,962 anstatt 0,900.
C h l o r o f o r m reich an Weingeist; z. B. spec. Gew.
(Alle drei im August 1867.)
=3 1,38 anstatt 1,49.
Aq. amygdalar. amarum und Aq. lnurocerusi zu arm
an Blausaure wegen Aufbewahrung in allzu grossen, nicht
angefullten Gefassen.
B e 1 despumatum gerbsaurehaltig, weil nach R1 o h r’s
Rlethode gereinigt (1860; 1850).
Be1 arnericcanuni mit Bienenleichen (1863).
Gekiinstelten S y i i p u s Violnrcini.
Chiiiium sulfuricuni chinidinhaltig (1867), nach K ern er’s Methode gepriift.
F e t t e O e l e und S a l b e n raneig.
S a1b e n und P f 1a s t e r nicht genau gemischt, oder
letztere schinutzig uiid streifig.
K r 5 u t e r p fl a s t e r angeschimmelt.
E x t r a c t e zu dunnfliissig oder angeschimmelt.
W u r z e l - und K r a u t e r p u l v e r nicht fein genug
odw zusammengeballt oder ausgebleicht.
Geschnittene Wurzeln, I<r&uter und Species n i c h t
von P u l v e r frei.
A r o m a t i s c h e S p e c i e s nicht gehijrig verschlossen
aufbewahrt.
A e t h e r i s c h e O e l e verharzt und in der Farbe
veriindert.
Lycopodiuna ainylumhaltig ; Sem. anisi reich an Erdkluinpchen (zuweilen sol1 Sem. conii deinselben beigemengt
gewesen sein). Bad. angelicae, Rad. levistici, Rad. taraxaci etc. wurmstichig, Flor. ven3asci braun geworden, Secute cornutcim schiinmlig oder wurmstichig, in Bacc. my?-tillonma die Maden, auf Caricae die Milben, Canthariden
zerfressen u. 8. w.
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
2
Размер файла
844 Кб
Теги
ueber, die, verunreinigungen, arzneimittel, der
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа