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Untersuchungen in der Reihe der Isochinoline. III. Teil. 1-Chlor-alkyl-Isochinoline und ihre Abkmmlinge

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177
Wissenschaftlicher Teil.
867. B. B. Dey und T. R. Govindacbari:
Untersuchungen in der Reihe der Isochinoline.
111. Teil.
1-Chlor-alkyl-Isochinoline und ihre Abkommlinge.
(Aus der Presidency College, Madras."))
Eingegangen am 2. Januar 1939.
Die Ausnutzung der Reaktionsfahigkeit des Halogenatoms in den
I-Chlor-alkyl-Isochinolinenfur die Synthese verschiedener Derivate
mit moglicherweise therapeutischen Eigenschaften war Gegenstand
der vorliegenden Forschung. C h i l d und P y m a n (J. chem. SOC.,
London, 1931, 36) hatten bei ihren Versuchen, dem Emetin ahnliche
Verbindungen herzustellen, die wie die letzteren amobizide Eigenschaften besitzen, einige 1-Chlor-alkyl-Isochinoline hergestellt und
untersucht. Die Aktivierung des Halogenatoms und die Moglichkeit,
es durch andere Gruppen oder Atome zu ersetzen, wurde jedoch nicht
eingehend erforscht, nachdem sie erfolglos versuchten, das Chlor mit
Natrium-Malonester und Kalium-Phthalimid zur Reaktion zu bringen.
1-Chlormethyl-6,7-methylendioxy-3,4-dihydro-~sochinolin
und die
analoge 1-a-Chlorathyl-Verbindung,wie auch l-a-Chlorathyl-6,7-dimethoxy-3,4-dihydro-Isochinolinsind nun hergestellt und ihre Reaktionen untersucht worden.
A. 1- C h 1 o r m e t h y 1 - 6 , 7 - m e t h y l e n d i o x y - 3 , 4 - d i h y d r 0 - I s o c h i n o l i n u n d s e i n e A b k o m m 1 i n g e.
Die Base wurde aus Homopiperonylamin und Chloressigsaureanhydrid nach der Bischler-Napieralsky-Methodegemaf3 folgendem
Schema dargestellt:
CH20&aH,* CHP. CHz*NH,
(ClCH2.COhO
CHZ02CeHs. CH2. CH2. NH. CO CHzCl
CHaCl
*) Ins Deutsche ubertragen von Dr. Nargarete Hoenow, Berlin.
Archiv und Berichte 1939
13
B. B. D e y und T. R. G o v i n d a c h a r i
1;s
Die Base (I) kristallisierte in farblosen, rhombischen Nadeln
vom Schmp. 109O. Beim Versuch, sie zur Tetrahydrobase zu reduzieren, wurde das Chlor entfernt und dabei wurde gefunden, dai3 das
entstandene Ul identisch war mit dem l-Methyl-6,7-methylendioxy1,2,3,4-tetrahydro-Isochinolin
(11), das synthetisch aus Azetyl-homopiperonylamin hergestellt wurde, wie unten gezeigt wird:
CH:,
(1 I)
CH3
Obgleich das Chlormethyl-Isochinolin sich leicht in die Hydroxymethyl(II1)- und Cyanmethyl-Korper iiberfiihren liiBt, waren alle
Versuche, die Amino- und Anilido-Basen herzustellen, erfolglos.
Ebenso konnte die Herstellung der entsprechenden Organo-Magnesium-Verbindung nicht ausgefuhrt werden. Das 1-Oxymethyl-Derivat
wurde leicht in die ursprungliche Chlormethylbase zuriickverwandelt
und so die Gegenwart der alkoholischen OH-Gruppe festgestellt, aber
seine Essigsaure- und Benzoesaureester konnten nicht in reinem Zustand
erhalten werden.
u
Die Cyanmethyl-Base wurde jedoch leicht zu der 1,2,3,4-Tetrahydrobase reduziert (V), aus der die erwarteten Nitroso(V1)- und
anderen Derivate nach den iiblichen Methoden hergestellt wurden.
/
(I V)
CHZ-CH,
I
CHz-Cl
CH-N* NO1
(111’
I
CH201f
179
Untersuchungen von Isochinolinen
Wie erwartet, wurde gefunden, da8 in dem Cyanmethyl-dihydroIsochinolin (IV) die Methylengruppe zwischen den beiden negativen
Gruppe C=N und CH=N reaktionsfahig ist und sich leicht mit aromatischen Aldehvden, wie Benzaldehyd, Vanillin und Piperonal kondensieren laBt und dabei Produkte vom folgenden Typus gibt:
I
CHBCN
I
CN=C=CHR
Die Kondensationsprodukte waren als freie Basen unbestandig,
aber die kristallisierten Chlorhydrate konnten unverandert in
trockenem Zustande erhalten werden. Es ist aber noch nicht gelungen, diese zu reduzieren, da diese Verbindungen hierbei in ihre
Komponenten, Isochinoline und Aldehyde, aufgespalten wurden,
selbst bei der katalytischen Hydrierung in der Kalte in Gegenwart
von Platin.
Da die Cyangruppe in dem 1-Cyanmethyl-Korper (IV) mit den
gewohnlichen Reagenzien nicht hydrolysiert werden konnte, wurde
die neue Methode von M c m a s t e r und N o 11 e r l) versucht, bei
der zur Hydrolyse Wasserstoffsuperoxyd verwendet wird.
An Stelle des erwarteten Azetamids entstand jedoch eine neutrale kristallisierte Substanz, die nach der Analyse zuerst fur eine
Verbindung vom Typus (VIII) gehalten wurde. Es wurde vermutet,
dai3 die Reaktion in folgender Richtung verlaufen sei:
C-N
C H ~CN
-
I
CH=NO
(VIII)
+ CHS*COOH
Die Abspaltung der Seitenkette in der 1-Stellung durch Wasserstoffsuperoxyd schien sehr ungewohnlich und unwahrscheinlich,
sie wurde aber bestatigt durch die Beobachtung, da8 Essigsaure
gebildet wurde. Die Konstitution (VIII) wurde aber spater zugunsten
der Struktur des isomeren zyklischen Amins aus folgenden Grunden
aufgegeben:
(1) Die Reduktion des neutralen Korpers mit Natrium und Alkohol gab Norhydrohydrastinin (X), das aus Homopiperonylamin und
Ameisensaure nach der Methode von D e c k e r und B e c k e r z, hergestellt wurde. Die Pikrate und Bromhydrate der nach beiden Methoden erhaltenen Praparate waren identisch, die Schmelzpunkte waren
gleich und die Mischschmelzpunkte zeigten keine Depression.
(2) Die Produkte in der Methylen-dioxy-Reihe wurden wirklich
mit dem Nor-oxy-Hydrastinin, Schmp. 182O, identifiziert, das von
1)
2)
M c m a s t e r und N o 1 1 e r , J. Indian chem. SOC. 12, 625 (1935).
D e c k e r und B e c k e r , Liebigs Ann. Chem. 395, 342 (1913).
13.
180
B. B. D e y und T. R. G o v i n d a c h a r i
P e r k i n s, bei seiner Erforschung des Berberins hergestellt worden
war, und bewiesen die Formel des zyklischen Amins. Die Reaktionen
werden im folgenden Schema erklart:
CHr-CHI
CH202C&<
I
C=N
/C H + 2 H
CH202C6H3
HzOe
CHI(
Aaa_.a:+
1
*
CHZ-CHB
CH2O2C6H2<
I
CH=h'
xs+
NH-CHO
Na+
!
Alkohol
B. 1 - C h l o r m e t h y 1 - 6 . 7 - d i m e t h o x y -3.4- d i h y d r o I s o c h i n o 1 in.
Dieses ist von P y m a n (loc. cit.) synthetisch hergestellt worden.
Es sind nun einige Derivate hergestellt worden.
C. 1 - a - C h 1 o r a t h y 1 - 6 , 7 - m e t h y 1 e n d i o x y - 3 , 4 - d i h y d r o - I s o c h i n o 1 i n u n d s e i n e A b k o m m l i n g e.
Zur Synthese dieser Base diente als Ausgangsmaterial das LaktylHomopiperonylamin (XI), das durch sechsstundiges Erhitzen des
Homopiperonylamins mit Milchsaure auf 180° hergestellt wurde.
CH2- CH2
CHp02C6H2(C H z - ~ H 2
C====N
(xi11
CHC~.CH~
(XIII)
CH-NH
CH~-CH~
Das l-a-Chlorathyl-6,7-methylendioxy-3,4-dihydro-Isochinolin
(XII)
wurde als U1 erhalten, welches bei der Reduktion mit Zink und
Schwefelsaure das chlorfreie Tetrahydroderivat (XIII) ergab.
Es war identisch mit dem 1-Athyl-tetrahydro-Isochinolin,
das aus
Propionyl-homopiperonylaminhergestellt worden war durch Behand3)
P e r k i n , J. chem. SOC.,London 57, 992 (1890).
Untersuchungen von Isochinolinen
181
lung des letzteren rnit Phosphoroxy.ch1orid und anschlieaende Reduktion.
Das 6,7-Methylendioxy-l-~thyl-3,4-dihydro-Isochinolin
ist von
S p a t h und P o 1g a r 4, beschrieben worden, ein Hinweis auf den
Tetrahydro-Korper konnte in der Literatur nicht gefunden werden.
Wie beim 1-Chlormethyl-Isochinolin sind Versuche gemacht worden, das Chloratom in der 1-a-Chlorathyl-Base durch Amino- und
andere Gruppen zu ersetzen, aber ohne Erfolg.
Beim Kochen mit Kaliumzyanid in absolutem Alkohol entstand
das erwartete l-a-Cyanathyl-6,7-methylendioxy-3,4-dihydro-Isochinolin
als Ul.
Versuchsteil.
Das Homopiperonylamin, das bei diesen Untersuchungen benotigt wurde,
wurde hauptsachlich nach der Methode von B u c k und S e r k i n (J. chem.
SOC.,London 125, 1693 [1924]) hergestellt. Ausgehend von 20 g Piperonal in
jedem Falle waren die Ausbeuten in den verschiedenen Fallen fol ende:
Piperonylakrylsaure vom Schm 2470 = 22 g; Piperonyl-l!ropionsaure
vom Schmp. 870 = 17 g; Piperonygropionamid vom Schmp. 1220 = 13 g;
Homopiperonylamin vom Sp. 25@/30 mm = 6.5 g.
ChloressigBaureanhydrid wurde nach der Methode von B i s c h o f f und
W a 1 d e n (Ber. Dtsch. Chem. Ges. 27, 2949 [1894]) hergestellt. 20 g frisch
destillierte Essigsaure wurden mit 30 g Phosphorpentachlorid behandelt und
die Masse unter vermindertem Druck destilliert. Das Chloressigsaureanhydrid
ging bei 128 bis 1300 und 25 mm Druck uber. Ausbeute: 8 g.
C h 1 o r a z e t y l - h o m o p i p e r o n y 1 a m i n : 2 g Homopipero-
.
nylamin wurden in 10 ccm Chloroform und 1 g Chloressigsaureanhydrid, das tropfenweise zugegeben wurde, gelost. Es fand eine lebhafte
Reaktion statt. Nachdem sie nachgelassen hatte, wurde das Chloroform abdestilliert. Das Ul, das zuruckblieb, erstarrte langsam. Aus
Alkohol umkristallisiert, feine seidige Nadeln vom Schmp. 71°. Ausbeute: 2.8 g.
0.1245 g der Substanz gaben 6.7 ccm Stickstoff bei 310 und 762 mm Druck.
CiiH,20,NCI. Ber.: N 5.79.
Gef.: N 5.90.
l-Chlormethyl-6,7-methylendioxy-3,4-dihydroI s o c h i n o l i n (I).
2.8 g des oben beschriebenen Amins wurden mit 10 ccm Phosphoroxychlorid behandelt und die rote Losung durch ein Chlorkalziumrohrchen gegen Feuchtigkeit geschutzt, 1% Stunden auf dem
kochenden Wasserbad erhitzt. Die Losung wurde dann auf zerkleinertes
Eis gegossen und, als der UberschuB von Phosphoroxychlorid zerstort war, die klare, saure Losung von der geringen teerigen Abscheidung abfiltriert, auf Oo abgekuhlt und mit Natronlauge alkalisch gemacht. Ein weiBer, fester Korper schied sich ab, der abfiltriert wurde.
Nach dem Trocknen schmolz er bei 104 bis 108O und wog 2.3 g. Beim
Umkristallisieren aus Alkohol entstanden rhombische Nadeln vom
Schmp. 109O (unter Zersetzung). Das Rohprodukt farbt sich beim
Stehen und sollte sofort durch Kristallisation gereinigt werden.
4)
S p a t h und P o 1g a r , Mh. Chem. 51, 190 (1929).
182
B. B. D e y und T. R. G o v i n d a c h a r i
Das C h 1o r h y d r a t wurde erhalten, indem man Salzsauregas durch
eine trockene alkoholische Losung der Base hindurchschickte. Es ist leicht
liislich in Wasser und schmilzt bei 1900. Das Jodmethylat, Schmp. m,und
das Pikrat, Schmp. 1800, die auf dem iiblichen Wege hergestellt wurden,
kristallisierten aus Alkohol in Nadeln.
0.1602 g Substanz: 9 ccm Stickstoff bei 310 und 760 mm Druck.
C,,HloO,NCl. Ber.: N 6.26.
Gef.: N 6.03.
0.1686 g Sbst.: 0.1109 g AgCI.
C,,HloO,NCl. Ber.: C1 15.86.
Gef.: C1 16.27.
0.7572 g Substanz in 25.00 g Azeton: Siedepunktserhohung 0.240.
C,lH,oO,NCI. Ber. : Molekulargewicht 227.
Gef.: Molekulargewicht 216.
0.0739 g des P i k r a t e s gaben 8 ccm Stickstoff bei 310 und 762 mm Druck.
C1,Hl,O,N,Cl.
Ber.: N 12.37.
Gef.: N 12.20.
Reduktion der 1-Chlormethylbase mit Zink
u n d S c h w e f e l s a u re.
1 g 1-Chlormethylbase wurdc in 20 ccm 2-n-Schwefelsaure gelost
und auf dem kochenden Wasserbad mit 2 g Zinkstaub 2 Stunden lang
erhitzt. Die gelbe Losung wurde farblos und wurde heiB von dem
ungelosten Zink abfiltriert, abgekuhlt und mit einem UberschuB von
Ammoniak alkalisch gemacht bis .zur Losung des gebildeten Zinkhydroxyds. Es wurde dann mit Ather ausgezogen und der Atherauszug uber wasserfreiem Kaliumkarbonat getrocknet.
Der Ather lie6 nach dem Abdestillieren 0.6 g Ul zuruck. Dieses
ergab ein P i k r a t vom Schmp. 185" und ein wenig losliches B r o m h y d r a t , Schmp. 268O.
0.1423 g Bromhydrat: 0.0941 g AgBr.
C11H140,NBr. Ber.: Br 29.38.
Gef.: Br 29.90.
Es wurde erwiesen, dai3 die oben erhaltene Base mit dem
l-Methyl-6,7-methylendioxy-tetrahydro-Isochinolin
(11) identisch war,
das aus Homopiperonylamin und Essigsaureanhydrid nach der unten
angegebenen Methode hergestellt wurde, und zwar durch die Schmelzpunkte und Mischschmelzpunkte der Pikrate und Bromhydrate.
S y n t h e s e d e s 1- M e t h y 1 - 6 , 7 - m e t h y l e n d i o x y 1 , 2 , 3 , 4 - t e t r a h y d r o - I s o c h i n o 1 i n s (11).
1 g Homopiperonylamin wurde mit 0.4 g Essigsaureanhydrid
10 Minuten lang auf dem kochenden Wasserbad erhitzt. Das so gebildete Amid wurde ohne weitere Reinigung mit 5 ccm Phosphoroxychlorid 2 Stunden bei looo erhitzt. Es wurde dann auf zerkleinertes
Eis gegossen und die klare Losung von dem geringen teerigen Ruckstand abfiltriert, stark gekuhlt und mit Natronlauge alkalisch gemacht. Das 01, das sich abschied, wurde mit 150 ccm Benzol ausge-
Untersuchungen von Isochinolinen
183
zogen und der Benzolauszug mit 30 ccm 4-n-Schwefelsaure ausgeschuttelt. Der saure Auszug wurde dann mit 2 g Zinkstaub auf dem
kochenden Wasserbad erhitzt. Nach 2 Stunden wurde die Losung
heiB von dem ungelosten Zink abfiltriert, gekuhlt und mit Ammoniak
alkalisch gemacht. Die Base wurde mit Benzol extrahiert und der
Benzolauszug uber wasserfreiem Kaliumkarbonat getrocknet. Beim
Abdestillieren des Benzols blieb die Tetrahydrobase als U1 zuriick.
Ausbeute: 0.45 g.
Bei dem P i k r a t , Schmp. 185O, und dem B r o m h y d r a t ,
Schmp. 268", trat keine Schmelzpunktserniedrigung ein beim Mischen
mit dem Pikrat und dem Bromhydrat aus der Base, die durch Reduktion des Chlormethyl-Isochinolins erhalten wurde.
VersuchzurSyntheseeinesOrganomagnesium-Derivates
d e s 1- C h 1o r m e t h y 1- I s o c h i n o 1i n s.
1 g der reinen 1-Chlormethylbase wurde in 20 ccm trockenem Ather
suspendiert und 1.1 g trockene Magnesiumspane zugefiigt. Ein Jodkristall
wurde dann dazugegeben und der Ather mehrere Stunden bei 500 auf dem
Wasserbad erwarmt. Das Magnesium ging nicht in Losung, und am Ende des
Versuches wurde die 1-Chlormethylverbindung ganzlich unverandert zuriickerhalten.
l-Hydroxymethyl-6,7-methylendioxy3 , 4 - d i h y d r o - I s o c h i n o 1 i n (111).
1 g 1-Chlormethylbase wurde in 15 ccm absolutem Alkohol gelost
und mit 2 ccm 4-n-Natronlauge behandelt. Die Losung wurde eine
Stunde auf 50° erwarmt unter haufigem Schutteln, wobei sich langsam
ein fester Korper abschied. Dieser wurde abfiltriert und aus Chloroform umkristallisiert. Es bildeten sich Nadeln vom Schmp. 215'. Ausbeute: 0.3 g; unloslich in Alkohol, Ather und Benzol, loslich in
Chloroform. Azetylierung und Benzoylierung gaben keine reinen
Derivate.
0.0931 g Sbst.: 5.9 ccm N, bei 310 und 762.5 mm.
C,,H,,O,N
(111). Ber.: N 6.83.
Gef.: N 6.99.
E i n w i r k u n g v o n P h o s p h o r o x y c h l o r i d auf die 1 - H y d r o m e t h y 1- V e r b i n d u n g.
0.2 g der Verbindung wurden 1 Stunde bei loo0 mit 2 ccm Phosphoroxychlorid erhitzt. Dann wurde die Masse auf zerkleinertes Eis gegossen und die
klare Losung von einem geringen teerigen Riicketand abfiltriert. Unter starker
Kiihlung wurde alkalisch gemacht. Dabei fie1 ein weiDer Niederschlag aus,
der abfiltriert und aus Alkohol umkristallisiert wurde. Ausbeute: 0.1 g,
Schmp. 1090; P i k r a t , Schmp. 1900. Die Verbindung war also identisch mit
der 1-Chlormethylbase.
Versuch zur Synthese des l-Aminomethyl-6,7-methylendioxy-3,4-dihydro-Isochinolinsaus der I-Chlormethylbase.
(a) Eine Losung yon 2 g Chlormethylbase in 15 ccm absolutem Alkohol
wurde mit trockenem Ammoniakgas gesattigt. Die Losung farbte sich rot und
184
B. B. D e y und T. R. G o v i n d a c h a r i
wurde iiber Nacht stehengelassen. Der Alkohol wurde dann unter vermindertem Druck abdestilliert (15 mm) und die zuriickbleibende rotliche Masse
mit verdiinnter Salzsaure (10 ccm, 2-n) behandelt und von dem ungelosten Harz
abfiltriert. Die saure Losung gab beim Alkalischmachen einen Niederschlag,
der sich als identisch erwies mit dem ursprunglichen 1-Chlormethyl-Isochinolin (1.2 g). Das nichtbasische, unlosliche, rotliche Harz konnte nicht gereinigt werden.
(b) Eine Losung von 1 g der 1-Chlormethylbase in 5 ccm absolutem Alkohol wurde mit trockenem Ammoniakgas gesattigt und in einem Druckkolben
eine Stunde bei loo0 erhitzt. 0.4 g des Chlormethyl-Isochinolins wurden am
Ende des Versuches unverandert zuruckerhalten. Den Rest bildete ein Harz,
das in Aussehen und Charakter dem ahnlich war, das bei dem vorhergehenden Versuch erhalten worden war.
(c) Dieselben Resultate wurden durch Wiederholung der Versuche (a)
und (b) in Chloroformlosung erhalten.
(d) Das Erhitzen mit Harnstoff bei 1200 war erfolglos, weil festgestellt
wurde, daa 1-Chlormethyl-Isochinolinsich bei seinem Schmelzpunkt von 109O
zersetzt.
Kondensation d e r I-Chlormethylbase mit Anilin.
1 g I-Chlormethylbase (1 Mol.) und 0.4
(1 Mol.) Anilin wurden in
10 ccm absolutem Alkohol eine halbe Stunde fang auf dem Wasserbad am
RuckfluBkBhler erhitzt. Der Alkohol wurde d a m unter vermindertem Druck
abdestilliert. Die rotliche. harzige Masse, die zuriickblieb, konnte nicht gereinigt werden.
.
1 - C y a n m et h y l - 6 , 7 - m e t h y l e n d i o x y - 3 , 4 - d i h y d r o I s o c h i n o 1i n (IV).
2 g der 1-Chlormethylbase wurden in 15 ccm absolutem Alkohol
gelost und eine konzentrierte Losung von Kaliumzyanid (3 g in 5 ccm
Wasser) zugefugt. Die Mischung wurde 5 Minuten auf dem Wasserbad erwarmt und dann 2 Stunden beiseite gesetzt. Die schonen Kristalle, die sich abgeschieden hatten, wurden abfiltriert und aus Alkohol umkristallisiert. Prismenformige Nadeln, Schmp. 187O. Ausbeute:
1.7 g. Unloslich in kaltem Alkohol, loslich in warmem Alkohol und
anderen organischen Losungsmitteln.
0.1252 g Bbst.: 14.8 ccm Nz bei 300 und 761 mm, - 0.2390 g Sbst.: 0.00992 g
H,O und 0.05918 g CO,.
CilHI0O2NZ (IV). Ber.: C 67.3. H 4.67. N 13.10.
Gef.: C 67.5. H 4.61. N 12.77.
l - C y a n m e t h y l - 6 , 7 - m et h y l e n d i o x y - 1 , 2 , 3 , 4 - t e t r a h y d r o - I s o c h i n o 1i n (V).
1 g der 1-Cyanmethyl-dihydro-Base wurde in 20 ccm 4-n-Schwefelsaure gelost und 2 Stunden auf dem kochenden Wasserbad mit 2 g
Zinkstaub erhitzt. Die Losung, die zuerst gefarbt war und fluoreszierte, wurde allmahlich farblos.
Sie wurde heiD vom ungelosten Zink abfiltriert und die stark
abgekiihlte Losung mit einem UberschuD von Ammoniak alkalisch gemacht. Das 01, das sich langsam abtrennte, erstarrte beim Reiben.
Untersuchungen von 1sochinoline.n
185
Es wurde aus kochendem Wasser umkristallisiert. Schmp. 93O. Ausbeute: 0.6 g.
0.01913 g Sbst.: 0.01007 g H,O und 0.04722 g COz.
CizHi202N. Ber.: C 66.7. H 5.7.
Gef.: C 67.3. H 5.83.
Das P i k r a t schmolz bei 1900 und das C h 1 o r h y d r a t bei 2540. Das
A z e t y 1 d e r i v a t kristallisierte aus Alkohol in Plattchen. Schmp. 139O.
0.02097 g Azetylderivat: 0.01056 g H 2 0 und 0.05011 g CO,.
Ci,Hi,03N,.
Ber.: C 65.37. H 5.06.
Gef.: C 65.16. H 5.4.
Das J o d m e t h y 1a t wurde hergestellt durch Behandeln der Base
mit Jodmethyl bei gewohnlicher Temperatur. Es kristallisierte aus absolutem
Alkohol in Nadeln. Schmp. 2150.
l-Cyanmethyl-2-nitroso-l,2,3,4-tetrahydroI s o c h i n o 1 i n (VI).
0.2 g des Cyanmethyl-tetrahydro-Isochinolinswurde in 5 ccm
Wasser gelost, das 10 Tropfen 4-n-Salzsaure enthielt, und in einer
Kaltemischung von Eis und Salz abgekuhlt. Unter kraftigem Ruhren
wurde genugend Natriumnitritlosung tropfenweise zugegeben, wobei
sich ein fester Korper abschied, der abfiltriert und aus Alkohol umkristallisiert wurde. Rhombische Plattchen, Schmp. 138O;Ausbeute: 0.14 g.
0.1633 g Sbst.: 26.1 ccm N, bei 300 und 764.75 mm.
Ci2HiQOSN3. Ber.: N 17.40.
Gef.: N 17.14.
K o n d e n s a t i o n v o n l-Cyanmethyl-6,7-methylend i o x y 3,4- d i h y d r o - I s o c h i n o 1i n m i t A 1d e h y d e n (VII):
I. M i t V a n i l l i n :
l-Vanilliden-cyanmethyl-6,7-methylendioxy3,4-dihydro-Isochinolinchlorhydrat
(R = CeHz(OH)(OCH,).
(a) 0.3 g Cyanmethyl-Isochinolin und 0.3 g Vanillin wurden
in 10 ccm absolutem Alkohol mit 2 Tropfen Piperidin 2 Stunden am
Ruckflu5kuhler gekocht. Dann wurden 3 ccm Wasser und danach
3 Tropfen konz. Salzsaure zugegeben, so daD die Losung stark sauer
reagierte. Aus der klaren, tiefgelben Losung schied sich beim Stehen
das Chlorhydrat als orangegelbe Kristalle vom Schmp. 255O ab, nachdem bereits bei 250° Sintern eingetreten war. Ausbeute = 0.25 g.
Die Verbindung war ziemlich unbestandig und zersetzte sich bei
dem Versuch, sie aus kochendem Alkohol umzukristallisieren.
(b) 0.3 g Cyanmethyl-Isochinolin und 0.3 g Vanillin wurden in
15 ccm trockenem Essigester gelost. Die Losung wurde mit trockenem
Salzsauregas gesattigt. Zuerst entstand eine gelbe Fallung, die sich
aber wieder loste. Nach mehrstundigem Stehen kristallisierte ein
-
186
B. B. D e y und T. R. G o v i n d a c h a r i
orangegelber Korper aus. Er wurde abfiltriert und mit trockenem
Xther gewaschen. Schmp. 254'. Ausbeute: 0.55 g.
0.1035 g Chlorhydrat: 0.0374 g AgCl. - 0.1636 g Chlorhydrat: 10.8 ccm N,
bei 763.4 mm und 300.
C,,H,,O,N,CI.
Ber.: N 7.29. C1 9.2.
Gef.: N 7.32. C1 8.94.
Das 1 - V a n i l l i d e n - c y a n m e t h y l - 6,7 - m e t h y l e n d i o x y - 3 , 4 - d i h y d r o - I s o c h i n o 1 i n wurde hergestellt, indem
das Chlorhydrat (0.3 g) in absoluten Alkohol suspendiert wurde
(4 ccm). Dann wurden 5 Tropfen Wasser und eine kleine Menge
festen Natriumkarbonats zugegeben. Die frei gewordene Base wurde
sofort abfiltriert und mit eiskaltem Wasser gewaschen bis sie frei
von KCI war. Der hellbraune Korper wurde im Vakuumexsikkator
getrocknet und analysiert. Sintert bei 230' und schmilzt bei 250'. Es
war nicht moglich, den Korper zur Kristallisation zu bringen. Die
Base war in Natronlauge loslich, aber nicht in Natriumkarbonatlosung.
0.1238 g 8.9 ccm N2 bei 300 und 764 mm.
C,oH,,04N2. Ber.: N 8.05.
Gef.: N 7.97.
11. M i t B e n z a l d e h y d :
l-Benzyliden-cyanmethyl-6,7-methylendioxy3 , 4 - d i h y d r o - I s o c h i n o 1i n - c h 1o r h y d r a t (VII, R = CeHa).
(a) 0.3 g Cyanmethyl-Isochinolin wurden 2 Stunden in absolutem
Alkohol mit 10 Tropfen Benzaldehyd und 2 Tropfen Piperidin am
RuckfluBkuhler gekocht. Dann wurden 5 ccm Wasser und 3 Tropfen
konz. Salzsaure zugegeben, wobei gelber Niederschlag ausfiel. Sintert
bei 200° und schmilzt bei 203O. Ausbeute: 0.3 g.
(b) 0.3 g Cyanmethyl-Isochinolin und 10 Tropfen Benzaldehyd
wurden in 15 ccm trockenem Essigester gelost. Die Losung wurde
mit trockenem Salzsauregas gesattigt. Es fie1 ein fester Korper aus,
der sich jedoch wieder loste. Das GefaO wurde verkorkt und einige
Stunden stehengelassen. Dabei schieden sich schone Biindel orangegelber Nadeln aus. Sie wurden filtriert und mit trockenem Ather
gewaschen. Schmp. 204'. Ausbeute: 0.4 g.
0.873 g Chlorhydrat: 0.0368 g AgCl. - 0.1118 g Chlorhydrat: 8 ccm N3
bei 300 und 763 mm.
C,,H,,N,CI.
Ber.: N 8.2. C1 10.48.
Gef.: N 7.94. C1 10.43.
l-Benzyliden-6,7-mcthylendioxy-3,4-dihydroI s o c h i n o 1i n .
0.3 g des oben beschriebenen Chlorhydrates wurden in 2 ccm absolutem Alkohol gelost, 5 Tropfen Wasser und dann die notige Menge
pulverisierten Atzkalis zugegeben. Die freie Base wurde abfiltriert
und mit eiskaltem Wasser gewaschen bis sie frei von Kaliumsalzen
Untersuchungen von Isochinolinen
187
war. Sie wurde dann im Vakuumexsikkator getrocknet. Schmp. 180'
(nach dem Sintern bei 160O). Kristallisation war nicht moglich.
0.1619 g Substanz: 13 ccm N, bei
C,,H,,O,N,.
und 762.7 mm.
Ber.: N 9.3.
Gef.: N 8.95.
300
111. M i t P i p e r o n a l :
1 - P i p e r o n y 1i d e n - c y a n m e t h y 1- 6 , T - m e t h y l e n d i o x y - 3 , 4 - d i h y d r 0 -I s o c h i n o l i n - c h l o r h y d r a t
(R = CaH3(0zCHz).
0.3 g Cyanmethyl-Isochinolin und 0.3 g Piperonal wurden in
15 ccm trockenem Essigester gelost und die Losung mit trockenem
Salzsauregas gesattigt. Nach einigem Stehen schieden sich tiefgelbe
Kristalle des Chlorhydrates des Kondensationsproduktes ab. Sie
wurden abfiltriert und mit trockenem Ather gewaschen. Schmp. 265O
(sintert bei 259O). Ausbeute: 0.45 g.
0.1025 g Chlorhydrat: 0.0376 g AgCl.
C20H,,04NzC1. Ber.: C1 9.2.
Gef.: C1 9.02.
1 - Piperonyliden - Cyanmethyl - 6,7-methylend i o x y - 3 , 4 - d i h y d r o - I s o c h i n o l i n wurde auf dieselbe Weise
wie das analoge Benzyliden hergestellt. Es schmolz bei 268 bis 269O.
0.1129 g Substane: 8.5 ccm N, bei 300 und 764 mm.
C,oH,,04N,. Ber.: N 8.11.
Gef.: N 8.33.
V e r s u c h z u r H y d r o 1y s e v o n 1 - C y a n m e t h y 1 - 6 , 7 - m e t h y 1 e n -
d i o x y - 3 , 4 - d i h y d r o - I s o c h i n o 1i n .
(1) 0.5 g Cyanmethylbase und 5 Tropfen konz. Schwefelsaure in 5 ccm
absolutem Alkohol wurden bei loo0 in einem Druckkolben 4 Stunden erhitzt.
Die Cyanmethylbase wurde vollkommen unverandert zuriickerhalten.
(2) Der oben angefiihrte Versuch wurde unter Erhitzen auf 1500 wiederholt. 0.4 g wurden unverandert wiedererhalten, wahrend gleichzeitig eine
kleine Menge Harz gebildet wurde.
(3) 0.5 g der Cyanmethylbase wurden in 10 ccm absolutem Alkohol gelost und mit Salzsauregas gesattigt. Die Losung wurde auf dem Wasserbad
2 Stunden lang am RuckfluOkiihler gekocht. Die Cyanmethylbase wurde fast
vollstandig unverandert zuriickerhalten.
(4) 0.5 g der Cyanmethylverbindung wurde 30 Minuten lang mit 10 ccm
75%iger Schwefelsaure am Riickflufikiihler erhitzt. 0.1 g der Cyanmethylbase
wurde unverandert zuriickgewonnen, wahrend den Rest ein Harz bildete,
das in Sauren und Alkalien unloslich war.
Einwirkung von Wasserstoffsuperoxyd
a u f 1 - C y a n m e t h y 1 - 6 , 7 - m e t h y l e n d i o x y - 3,4 - d i h y d r o I s o c h 1 n o 1 in.
0.5 g der 1-Cyanmethylbase wurde in annahernd 25 ccm heil3em
absolutem Alkohol gelost und 25 ccm 4%iges Wasserstoffsuperoxyd
zugegeben. Dann wurden 5 Tropfen 6-n-NaOH zugegeben und die
188
B. B. D e y und T. R. G o v i n d a c h a r i
Losung 4 Stunden bei 60° gehalten. Wahrend der Reaktion wurde die
Losung durch weitere Zugaben von 6-n-NaOH schwach alkalisch erhalten. Nach 4 Stunden wurde der Alkohol abdestilliert, wobei sich
eine kristallisierte Verbindung aus der wasserigen Losung abschied.
Diese wurde abfiltriert und das Filtrat (B) zu weiterer Untersuchung
aufgehoben.
Der Ruckstand wurde aus kochendem Wasser umkristallisiert
und als farblose Schuppen erhalten. Schmp. 183O. Ausbeute: 0.3 g;
unloslich in verdunnter Saure und Alkali. Es wurde selbst beim
Kochen mit konzentrierter Natronlauge nicht zersetzt.
0.02312 g gab 0.01020 g M,O und 0.05340 g C02.- 0.1028 g gab 6.8 ccm Nz
bei 280 und 765 mm.
CioHSO,N (IX). Ber.: C 62.8. H 4.71. N 7.32.
Gef.: C 62.98. H 4.9. N 7.39.
Das Filtrat (B) wurde zur Trockne eingedampft und der Ruckstand als Natriumazetat nachgewiesen.
R e d u k t i o n d e r n e u t r a l e n V e r b i n d u n g , S c h m p . 183O,
m i t Natrium und Alkohol.
0.8 g Substanz wurden in 2 ccm absolutem Akohol gelost und
allmahlich mit 2 g Natrium behandelt, wahrend die Losung am RiickfluBkuhler auf einem Sandbad gekocht wurde. Weitere 20 ccm Alkohol wurden zugefugt und die Losung noch eine halbe Stunde am
RuckfluBkuhler gekocht, bis das ganze Natrium verbraucht war. Die
Losung wurde in Eis gekuhlt und mit 10 ccm Wasser und 20 ccm
konz. HC1 behandelt. Das Natriumchlorid wurde abfiltriert und das
Filtrat bis auf annahernd 15 ccm eingeengt, stark gekuhlt und mit
einem UberschuB von konz. Natronlauge behandelt. Das Ul, das sich
abschied, wurde wiederholt mit Chloroform ausgezogen (75 ccm auf
viermal verteilt) und der Chloroformauszug uber wasserfreiem Kaliumkarbonat getrocknet. Nach dem Abdestillieren des Chloroforms
wurden 0.15 g 01 erhalten. Es bildete ein P i k r a t vom Schmp. 230°
und ein B r o m h y d r a t vom Schmp. 2 5 0 O . Es trat keine ErniedriRung der Mischschmelzpunkte ein beim Mischen mit dem Pikrat und
Bromhydrat der aus Norhydrastinin nach der Methode von
B e c k e r und D e c k e r 6, hergestellten Praparate.
1- a - C h l o r a t h y l - 6 . 7 - m e t h y l e n d i o x y - 3 , 4 - d i h y d r o I s o c h i n o l i n (XII).
2 g (1 Mol.) Homopiperonylamin und 1.1 g (1 Mol.) reine Essigsaure wurden zusammen bei 160 bis 180° 6 Stunden lang erhitzt. Das
so entstandene Amid wurde ohne weitere Reinigung mit 8 ccm Phosphoroxychlorid behandelt und auf dem kochenden Wasserbad, durch
ein Chlorkalziumrohrchen gegen Feuchtigkeit geschutzt, 2 Stunden
lang erhitzt. Nachdem der UberschuB von Phosphoroxychlorid entfernt war, wurde die dunkelrote Losung auf zerkleinertes Eis gegossen. Die rote Losung wurde von der teerigen Masse abfiltriert,
5)
B e c k e r und D e c k e r , Liebigs -4nn. Chem. 395, 342 (1913).
Untersuchungen yon Isochinolinen
189
auf 00 abgekuhlt, mit Natronlauge alkalisch gemacht und mehrmals
mit Chloroform ausgezogen. (150 ccm auf viermal verteilt.)
Der Chloroformauszug wurde mit 2-n-HC1 dreimsl rnit je 10 ccm
ausgeschuttelt, der saure Auszug nochmals alkalisch gemacht, mit
Chloroform ausgezogen und uber wasserfreiem Kaliumkarbonat getrocknet. Nach dem Abdestillieren des Chloroforms erhielt man 0.8 g
Das
reines l-a-Chlorathyl-6,7-methylendioxy-tretrahydro-Isochinolin.
P i k r a t schmolz bei 1 8 4 O und das J o d m e t h y 1 a t bei 275O.
0.02366 g Base: 0.01155 g H,O und 0.05338 g CO,.
CuH1202NC1(XII). Ber.: C 60.7. H 5.1.
Gef.: C 61.5. H 5.4.
Reduktion der obengenannten Base zu 1-Athyl6,7- m e t h y l e n d i o x y - t e t r a h y d r o - I s o c h i n o 1 i n (XIII).
0.8 g 1-a-Chlorathyl-Isochinolin wurden in 10 ccm 4-n-HgSO4 aufgenommen und 2 Stunden lang mit 2 g Zinkstaub auf dem kochenden
Wasserbad erhitzt. Die Losung wurde heiB vom ungelosten Zink abfiltriert und mit einem UberschuB von Ammoniak alkalisch gemacht,
so daB sich das Zinkhydroxyd wieder loste. Die Losung wurde dann
mit Benzol ausgezogen und der Benzolauszug uber wasserfreiem
Kaliumkarbonat getrocknet. Beim Abdestillieren des Benzols blieben
als 01
0.4 g 1-P;thyl-6,7-methylendioxy-1,2,3,4-tetrahydro-Isochinolin
zuruck. Es gab leicht ein P i k r a t vom Schmp. 207O und ein C h 1 o r h y d r a t vom Schmp. 240O.
0.1174 g Chlorhydrat: 0.0688 g AgCl.
Cl,Hl,02NCl. Ber.: C1 14.75.
Gef.: c1 14.49.
D a r s t e l l u n g d e s l-Athyl-6,7-methylendioxy1,2,3,4-tetrahydro-Isochinolins a u s H o m o p i p e r o n y l a m i n u n d P r o p i o n s a u r e a n h y d r i d.
1 g Homopiperonylamin wurde mit etwas mehr als 1 Mol. Propionsaureanhydrid behandelt und 15 Minuten auf dem kochenden
Wasserbad erhitzt. Das Produkt wurde ohne weitere Reinigung mit
5 ccm Phosphoroxychlorid versetzt und 2 Stunden auf dem kochenden Wasserbad erhitzt. Die klare rosa Losung wurde dann auf zerkleinertes Eis gegossen, die Losung von einem geringen teerigen Ruckstand abfiltriert und nach starkem Kuhlen in Eis alkalisch gemacht.
Dabei fie1 ein weiBer Niederschag aus. Er wurde abfiltriert und auf
einem Tonteller getrocknet. Schmp. 75O. Ausbeute: 0.8 g. Es war das
1-~thyl-6,7-methylendioxy-3,4-dihydro-Isochinolin,
das von S p a t h
und P o 1g a r O) beschrieben ist. Das P i k r a t schmolz bei 204O.
0.6 g dieser Dihydrobase wurden mit 20 ccm 4-n-Hd301 und 2 g
Zinkstaub auf dem kochenden Wasserbad erhitzt. Die gefarbte fluoreszierende Losung wurde farblos. Sie wurde heiB von dem ungelosten
Zink abfiltriert und nach dem Abkuhlen mit einem UberschuB von
Ammoniak alkalisch gemacht. Die Losung wurde dann mit Benzol
0)
S p a t h und P o l g a r , 1. c.
190
B. B. D e y und T. R. G o v i n d a c h a r i
ausgezogen und der Benzolauszug iiber wasserfreiem Kaliumkarbonat
getrocknet. Beim Abdestillieren des Benzols blieben 0.4 g 01 zuriick.
Es war das l-~thyl-6,7-methylendioxy-l,2,3,4-tetrahydro-IsochinoIin.
Es bildete ein P i k r a t vom Schmp. 207O und ein C h 1o r h y d r a t
vom Schmp. 240". Es trat keine Schmelzpunkterniedrigung ein beim
Mischen mit dem Pikrat und dem Chlorhydrat, jeweils aus der Tetrahydrobase, die durch Reduktion des l-Chlorathyl-3,4-dihydro-Tsochinolins erhalten worden war.
V e r s u c h z u r D a r s t e 1 1 u n g d e s 1 - ,4 m i n o a t h y 1 - 6,7- m e t h y 1 e nd i o x y - 3 , 4 - d i h y d r o - I s o c h i n o 1i n s a u s d e r 1 - a - C h 1 o r a t h y 1base.
(1) 0.4 g der 1-a-Chlorathylbase wurden in 100 ccm Chloroform gelost und
init trockenem Ammoniakgas gesattigt und iiber Nacht stehengelassen. Das
Chloroform wurde abdestilliert und das zuriickbleibende 01 gab ein P i k r a t
vom Schmp. 1840, das mit dem Pikrat des 1-a-Chlorathyl-Isochinolins identisch
war. Die Base war vollig unverandert zuruckerhalten worden.
(2) Der oben beschriebene Versuch wurde in absolut-alkoholischer Losung
mit demselben Ergebnis wiederholt.
(3) 0.4 g des Isochinolins wurden in 5 ccm absolutem Alkohol gelost und
mit 1 ccm Ammoniak behandelt. Die Losung wurde dann zum Kochen erhitzt
und nach weiterem Zusatz von 1 ccm Ammoniak iiber Nacht stehengelassen.
Beim Abdestillieren des Alkohols blieb die 1-Chlorathyl-Verbindung vollkommen unverandert zuriick.
l - a - C y a n m e t h y l - 6 , 7 - m e t h y l e n d i o x y- 3,4 - d i h y d r o I s o c h i n o l i n (XIV).
0.5 g 1-a-Chlorathylbase wurden in 10 ccm absolutem Alkohol
gelost und 1 g Kaliumzyanid, in ganz wenig Wasser gelost, zugefugt.
Die Losung wurde 30 Minuten am RiickfluBkiihler leicht erhitzt. Dann
wurde der Alkohol abdestilliert.
Der Ruckstand wurde mit 10 ccm Wasser versetzt und das 01rnit
Chloroform ausgezogen. Der Chloroformauszug ergab 0.25 g 1-Zyanathyl-Verbindung als unkristallisierbares 01. Das P i k r a t bildete
nach dem Umkristallisieren aus Essigsaure orangegelbe Nadeln vom
Schmp. 178".
0.1347 g Pikrat: 19.83 ccm N2 bei 310 und 758.25 mm.
C,H,,O,N,.
Ber.: N 16.47.
Gef.: N 16.13.
l-a-Chlorathyl-6,7-dimethoxy-3,4-dihydroI s o c h i n o 1 in.
Das Homoveratrylamin wurde in derselben Weise wie das Homopiperonylamin hergestellt, ausgehend von dem Methylester des
Vanillins. 2 g Homoveratrylamin (1 Mol.) und 1 g Milchsaure (1 Mol.)
wurden zusammen bei 160 bis 180" 6 Stunden lang erhitzt. Das Milchsaureamid des Homoveratrylamins wurde dann mit 8 ccm Phosphoroxychlorid behandelt und in genau derselben Weise wie die 1-a-Chlorathyl-methylen-dioxy-Verbindungaufgearbeitet. Die Ausbeute des
I-a-Chlorathyl-6,7-dimethoxy-3,4-dih~dro-Is~chino~ins
betrug 0.8 g 01-
Untersuchungen von Isochinolinen
191
Das P i k r a t schmolz bei 175O. Das J o d m e t h y l a t , das in
ublicher Weise hergestellt wurde, schmolz bei 260'.
0.01812 g Base: 0.01254 g H,O und 0.04155 g CO,.
C,,HI,O,NCI.
Ber.: C 61.7. H 6.3.
Gef.: C 62.5. H 6.1.
R e d u k t i o n d e r oben beschriebenenBase zu 1-Athyl6 , 7 - d i m e t h o x y - 1 , 2 , 3 , 4 - t e t r a h y d r o - I s o c h i n o 1in.
0.8 g der l-Chlorathyl-3,4-dihydrobase wurden mit Zink und
Ii2SO4 auf dem kochenden Wasserbad reduziert. Die Losung wurde
mit einem UberschuB von Ammoniak alkalisch gemacht und mit
Benzol ausgezogen. (Einzelheiten siehe l-Athyl-l,2,3,4-tetrahydro6,7-methylendioxy-Isochinolin.)Ausbeute an l-Athyl-6,7-dimethoxy1,2,3,4-tetrahydro-Isochinolin(01) 0.45 g. Das P i k r a t , Schmp. 186O,
und das C h 1 o r h y d r a t , Schmp. 214O, wurden auf die ubliche Weise
hergestellt.
0.1254 g Chlorhydrat: 0.0686 g AgCl.
CI3HloO2NCI. Ber.: C1 13.77.
Gef.: C1 13.52.
D a r s t e 1l u n g v o n 1 - A t h y 1 - 6 , 7 - d i m e t h o x y1 , 2 , 3 , 4 - t e t r a h y d r o - I s o c h i n o l i na u s H o m o v e r a t r y l amin und Propionsaureanhydrid.
(01) wurde genau in derDie l-Athyl-6,7-dimethoxy-dihydrobase
selben Weise wie die entsprechende Methylendioxybase (s. 0.) hergestellt. Die Ausbeute aus 1 g Homoveratrylamin war 0.8 g. Das
P i k r a t schmolz bei 196O.
0.8 g der Dihydrobase gaben bei der Reduktion 0.4 g I-Athyl6,7-dimethoxy-l,2,3,4-tetrahydro-Isochinolin
(Ul). P i k r a t , Schmp.
1 8 6 O . C h l o r h y d r a t , Schmp. 214O.
Es trat keine Schmelzpunkterniedrigung ein beim Mischen mit
dem Pikrat und dem Chlorhydrat der Tetrahydrobase, die durch Reduktion des l-a-Chlorathyl-6,7-dimethoxy-3,4-dihydro-Isochinolins
erhalten wird.
l - C y a n a t h y l - 6 , 7 - d i m et h o x y - 3 , 4 - d i h y d r o I s o c h i n o 1 i n.
Dieses wurde auf dieselbe Weise hergestellt wie das analoge
Ll.lethylendioxy-Isochinolin. Die Ausbeute an 1-a-Cyanathylbase aus
0.5 g 1-a-Chlorathylbase war 0.25 g. Das P i k r a t kristallisierte aus
Alkohol in orangegelben Nadeln vom Schmp. 186O.
0.1263 2 Pikrat: 17.8 ccm N, bei 310 und 761.5 mm.
CZ0H1S07NS. Ber.: N 15.87.
Gef.: N 15.72.
Z u s a m m e n f a s s u n g.
und
1. l-Chlormethyl-6,7-methylendioxy-3,4-dihydro-Isochinolin
l-a-Chlorathyl-6,7-methylendioxy- und 6,7-dimethoxy-3,4-dihydro-
192
Untersuchungen von Isochinolinen
Isochinolin sind synthetisch hergestellt worden. Die Konstitution
dieser Basen wurde festgestellt durch Reduktion zu den entsprechenden bekannten 1-Alkyl-tetrahydro-Korpern.
2. Die Reaktionsfahigkeit des Halogenatoms in diesen Basen
wurde erforscht. Obgleich das Chlor durch die Cyan- und durch die
Hydroxylgruppe ersetzt wurde (bei der 1-Chlormethylbase), blieben
Versuche, die entsprechenden 1-Aminomethyl- oder 1-AnilidomethylVerbindungen herzustellen, erfolglos.
3. Die Methylengruppe in der Seitenkette der 1-Cyanmethyl6,7-methylendioxy-3,4-dihydro-Verbindung
(IV) war reaktionsfahig.
Sie kondensierte sich leicht mit aromatischen Aldehyden.
4. Die Cyangruppe in der l-CyanmethyI-6,7-methylen-dioxy3,4-dihydrobase (IV) konnte durch Einwirkung von Wasserstoffsuperoxyd nicht in das Amid iibergefiihrt werden, aber das CyanmethylRadikal wurde aufgespalten, es bildete sich ein fester neutraler
Korper, der als Verbindung vom Tetrahydro-Isochinolin-Typusnachgewiesen wurde.
868. K. Winterfeld und F. W. Holschneider:
Ein Versuch zur Synthese des Allolupinins.
(Zugleich XVII. Mitteilung uber die Alkaloide der Lupinen'.)
(Aus dem Pharmazeutischen Institut der Universitat Freiburg i. Br.)
Eingegangen am 10. Januar 1939.
Mehr als 100 Jahre sind vergangen, seitdem das Lupinin, das
Alkaloid der gelben und schwarzen Lupine, durch C a s s o 1 a z, entdeckt wurde. Inzwischen ist dieses Alkaloid nebst den iibrigen in den
Lupinensamen vorkommenden Basen: Spartein, Lupanin und Oxylupanin von einer grofien Zahl von Forschern untersucht worden.
Wahrend die ersten Arbeitens) sich fast ausschliefilich mit der
Isolierung und der Reindarstellung des Alkaloides beschaftigten,
gelang die endgiiltige Festlegung der Summenformel des Lupinins zu
CloHieON erst im Jahre 1902").
Eine weitgehende Klarung der Strukturformel dieses Alkaloides
brachten erst weitere 25 Jahre spater die Untersuchungen von
P. K a r r e r 9 und seiner Mitarbeiter, die beim erschopfenden HofXVI. Mitteilung s. Arch. Pharmaz. Ber. Dtsch. Pharmaz. Ges. 276 (1938).
C a s s o 1 a , Liebigs Ann. Chem. 13, 388 (1835).
3, B a u m e r t , Ber. Dtsch. Chem. Ges. 14, 1150, 1321, I880 (1881); 15, 631
(1882); Liebigs Ann. Chem. 214, 361 (1882).
4) W i 1 1 s t a t t e r und F o u r ne a u , Liebigs Ann. Chem. 240, 335 (1902)
und Ber. Dtsch. Chem. Ges. 35, 1910 (1902).
5 ) P. K a r r e r , Helv. chim. Acta XI, 1062 (1928) und C a n a 1 , Inauguraldissertation, Zurich 1929.
I)
2)
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