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Versuche in der Kumaranonreihe.

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I96
I(. F e i s t und
E. S i e b e n l i s t
171. K. Feist und E. Siebenlist’):
Versuche in der Kumaranonreihe.
(Aus dem PharmazeutischsChemischen Institut der Universitit Gottingen.)
Eingegangen am 1. Februar 1927.
Fur das Katechin, einen kristallisicrten Naturstoff, der in vers
schiedenen Formen auftritt und in naher Beziehung zu einer Gruppe
von Gerbstoffen stehend angenommen wird, sind im Laufe der Zeit
versch.iedene Konstitutionsformeln aufgestellt worden. K o s t a 9
n e c k i ’) sah das Katechin als ein Diphenylmethanderivat an:
CH 0
A. G. P e r k i n 3 ) betrachtete cs als ein Derivat des a,ysDiphenyL
propans:
c
0
CH COH
K. F r e u d e n b e r g 4, konnte, nachdem die optische Aktivitat des
Katechins durch K. F e is t und R. S c h o n 9 erkannt worden war, dic
Verschiedenheit der Katechmine naher darlegen und zeigen, da8 das
Katechin bei der reduktiven Aufspaltung nach K o s t a n e c k i , wie
die Formel von A. G. P e r k i n envarten lafit, in der Tat ein
a,y:Diphenylpropanderivat liefert, das er auch synthetisch herstellte.
Hierdurch und im Verein mit den anderen, bereits bekannten
Spaltungsprodukten wurde das Katechin in Beziehung zu den in der
Natur weitverbreiteten Flavonen und Anthozyanidinen gebrccht.
Beim Beginn dieser Arbsit wurde von K. F r e ~ d e n b e r g ~ )
fur das Tetrlamethylkatechin bzw. fur den Tetramethylather des is05
meren Epikatechins namentlich folgende, vom Kumaranon sich abs
Ieitende Formel diskutiert:
1) Auszug
aus der Dissertation von Fraulein E l s e S i e b e n l i s t ,
Gottingen 1926.
2)
B. 39, 4007 (1906).
3)
SOC. 81, 1160 (1902); C. 11, i02 (1902).
4)
B. 56, 2127 (19.23).
5)
Ar. 258, 317 (19’20).
0)
,4. 436, 286 (1924).
Versuche in der Kumaranonreihe
CH-CH,-C/
197
fiC _ _COCHs
LCOCH3
\-d
HC CH
OCH,
Das Ziel d'ieser Arbeit sollte zunachst sein, das dieser Formel
entsprechende Benzalkumaranon herzustellen, dieses stufenweise zu
reduzieren und das erhaltene Endprodukt mit Tetramethylkatechin zu
vergleichen. Die Versuche in dieser Richtung w r d e n aufgegeben, als
K. F r e u d e n b e r g und Mitarbeiter7) diesen Stoff synthetisiert und
seine Verschiedenheit vom Katechin nachgewiesen hatten. Auf die
Wiedergabe der in diesem Zusammenhang ausgefiihrten Versuche sol1
hier verzichtet werden.
Dagegen sind einige Reaktionen dieser
Benzalverbindungen von Interesse. Besonders wurde dann die Reaks
tionsfahigkeit des 5,6sDioxykumaranons, dessen Benzalverbindungen
auch zu den Hydrierungen herangezogen waren, untersucht. Es
zeigte sich, dafi auch hier der Eintritt der Substituenten in den Benzolc
kerns) die Umsetzungsfahigkeit des Grundstoffes beeinflufit.
I. E i n i g e B e n z a l k u m a r a n o n e u n d i h r e B r o m d e r i v a t e .
A. Das 5,6sDioxykumaranon
wurde nach den Angaben von W. F e u e r s t e i n und K. B r a D
Methylierungs
versuche mit Dimethylsulfat und Alkaali, oder Jodmethyl und Alkali,
oder m,it Diazomethan fiihrten nicht zum Ziel. Dagegen wurde das
Azetyliderivat, das zu den weiteren Versuchen Verwendung fand,
Icicht rein erhalten. SchlieDlich konnte aus dem Azetat durch Ers
hitzen mit einer berechneten, Menge Kaliumhydroxyd und Jod.
methyl im UberschuR im geschlossenen Rohr auf 100° das Methyls
derimt erhalten werden.
Zu den Kondensationen wurde zuerst Veratrylaldehyd verwendet.
Man erhalt ihn in fast quantitativer Ausbeute durch Methylierung
von Vanillin mit Dimethylsulfat und Natronlauge bei 90-100°. Die
Gewinnung aus Protokatechualdehyd ist unrationeller.
Die Methylierung des Resorzylaldehyds wurde in der gleichen
Weise durchge f iihr t.
aus Pyrogallol und Monochloressigsaure hergestellt.
7)
8)
A. 441, 157 (1925).
W. F e u e r s t e i n und K. B r a R , B. 37, 818 (1904).
K. F e i s t und E. S i e b e n l i s t
198
B. Benzalderivate.
Die methyliierten Abdehyde wurden mit berechneten lMengen des
Kumaranons in alkoholischer Losung mit Salzsaure zur Kondemation
gebracht. Die erhaltenen beidten DiazetoxysdimethoxylbenzalkumaraG
none kristallisieren in schonen, gelben Nadeln.
C . Bromderivate.
Um bei den Hydrierungen festzustcllen, ob die Benzaldoppels
bindung beseitigt sei, w r d e Brom in Chloroformlosung zur Eins
wirkung gebracht. Tetranitromethan oder Permanganat waren wegen
der Farbung der Praparate nicht verwendbar.
a)
D a s 5 . 6 5 D i a z e t o x y 5 3', .4' 5 d i m e t h o x y b e n z a 1 s
k u m a r a n o n gab hierbei ein aus der Chlloroformlosung in dunkels
braunen Kristallen ausfaltendes Dibromid, dessen Bromgehalt d e r
Formel entsprach:
b) D a s B r o m d e r i v a t d e s 5 , 6 5 D i a z e t o x yG' , ;
d i m e t h o x y b e n z a l k u m a r a n o n s bleibt in Chloroform gelost
und wird erst beim Verdunsten in Kristal'len gewonnen. Da hierbei
teilweise Azetyl mabgespalten zu sein schien, wurde nochmals
azetyliert. Das orangefarbene Reaktionsprodukt enthalt nun weniger
Brom, als dem Dibromitd entspricht. Es scheint, dai3 hierbei, analog
der Reaktion von Th. Z i n k e O), ein Bromatom gegen einen Azetatr
rest ausgetauscht wird.
'$'
D. 4~Methyls2skumaranon.
Um die Einwirkung dels Broms noch an einem azetatfreien
Benzalkumaranon priifen zu konnen, wurde das 45MethyL2skumaranon
aus psKresol und Chlorazetylchlorid nach den Angaben von K. F r i e s
und G. F i n c klO) hergestellt. Das Bromderivat der Benzalverbindung
kristallisierte in gelben Nadeln und entsprach der Formel:
CH 0
~~~
8)
10)
A. 329 (1903).
B. 41, 4271 (1908).
iiC
CH
Versuche in der Kumaranonreihc
199
11. U n t e r s u c h u n g e n i i b e r d i e R e a k t i o n s f a h i g k e i t
d e r G r u p p e n d e s F u n f r i n g e s im 5,63Dioxyc
k u m a r a n o n.
A. Reaktionsfahigkeit der Sauerstoffbrucke.
Zunachst wurde in Analogie zur Reihe der Anthozyanidine d a s
Verhalten der Sauerstoffbrucke gepriift. Die Zyanidine zeigen die
Eigentumlichkeit, rnit Sauren stark gefarbte. salzartige Verbindungen
zu bilden, wobei der im Ring stehende Sauerstoff aus dem zweiwertis
gen in den vierwertigen Zustand ubergeht. Am haufigsten sind die
Salze der Chlorwasserstoffsaure und dcr Perchlorsaure hergestellt
worden. Dem Zyanidinchbrid kommt z. B. die Formel zu:
c1
I
CH /OH
CH 0
HOC/'$Y\C-C//p\
bC,HbrcH
>OH
1 I
HC\h\/
C CH
OH
Oxoniumsalze der Kumaranone sinid im Schrifttum nicht erwahnt,
wohl aber die Tatsache, d a8 sich z. B. das 5,6:Dioxykumaranon mit
roter Farbe in Sauren lostii). Aus den konzentrierten Losungen des
5,65Diazetoxykumaranons un,d seiner Benzalverbindungen in Salzsaure
sowie in Perchlorsaure konnten halogenhaltige rote Kristalle erhalten
werden, denen in Analogie zu den Zyanidinen die folgcnden Formeln
erteilt werden konnten:
c1
I
Cl
I
H3COOC.C 0
CH COCH,
\ CCH-CJ-~COCH~
\ --/
H ~ C O O C . C J \ ~ ~ C HH , C O O C . C ~ ~ ~ =
CH CO
\/c\CO
H
HC\/c\C/Ho H
CH
CH
H&OOC.C
I
0
I/
I I /
Auch beim Versuch, in die atherische Losung der Veratrylbenzals
verbindung Salzsaure einzuleiten. schieden sich rote Kristal!e ab. die
sber infolge ihrer hygroskopischen Eigenschaften nicht rein zu er;
halten waren. Es ist also sicher, da8 auch die Dioxykumaranone
Oxoniumsalze bilden, nur sind diese leichter zersetzlich als die anas
logen Salze der Anthozyanidine.
B. Reaktionsfahigkeit der Ketogruppe.
Das Eintreten der beiden Hydroxylgruppen in den Benzolkern
des Kumaranons ubt einen entscheidenden EinfluD aulf die Reaktione
fahigkeit der Gruppen nus. Das einfache Kumaranon:
11)
W. F e u e r s t e i n und K. B r a B , B. 37. 817 (1904).
K. F e i s t und E. S i e b e n l i s t
200
CH 0
zeigt Tautomerieerscheinung, indem es sowohl die Enols wie auch die
Ketoform”) bildet. Es ist hier sogar moglich, daO sich unter dem Einr
fluR von Alkali 2 Molekiile Kumaranon unter vorhergehender Enoli.
sicrung kondensieren:
CH COH
HC
Der Eintritt der beiden OHsGruppen in den Kern scheint den Tautos
merievorgang zu lahmen. Es ist in keiner Weise gelungen, die durch
die Enolform entstandene dritte OHsGruppe nachzuweisen, eine Tat:
sache, die auch W. F e u e r s t e i n und K. B r a 13 Is) in ihren Arbeiten
uber das Dioxykumaranon feststellten.
Aber auch die Ketogruppe, die im einfachen Kumaranon gegen
die bekannten Ketonreagenzien. wie Phenylhydraztin, Hydroxylamin,
Semikarbazid, normale Reaktionsfahigkeit zeigt und gut kristallisier
rende Derivate bildet, ist im 5,6sDioxykumaranon nicht nachzuweisen.
Es ist nicht gelungen, ein Oxim oder Semikarbazon oder ein R e a k
tionsprodukt mit Anilin der Dioxyverbindung zu erhalten. Dagegen
trat eine Reaktion der K.etogruppe im Benzalkumaranon leicht ein, als
benachbart der Benzilidenbriicke eine Aminogruppe in den Benzol:
kern eingefiihrt war, indem so ein RingschluO zu einem Chinolins
derivat erfolgte. Es wurden sowohl das Azetylz wie auch das Methvls
derivat des 5,6Dioxykumaranons dieser Reaktion unterworfen:
H&.OOC.C
0
H&.OOC*CH “\C
I’il
1’)
1’)
/
H,
K. F r i e s und W. P f a f f e n d o r f , B. 43, 214 (1910).
B. 37, 817 (1904).
Versuche in der Gumaranonreihe
20 1
R. S t o e r m e r und E. B i i r t h e l m e s " ) haben eine analoge K e a k
tion bei der Reduktion der 05Nitrobenzalverbindung des 4sMethyls
2skumaranons erhalten. Beide beobachteten bereits, d a 8 die Verr
bindung an sich farblos ist, aber ein gelb gefarbtes Hydrochlorid
liefert. Der farblosen Verbin,dung kann vielleicht die Formel I eines
4sRingrSystems gegeben werden:
r
ROC 0 C H C H
R 0 C/\'~\'~\'/\~C
H
11:/2!13/41
H G * / c -c'\,:(\<, ,,CH
CH
N
.
CH
ROC 0 CH CH
,>\(yV;y\cT\,
I<(>(=.
,
CH
11 1 2 / 3 ! 4 j
HC!&\&
CH
CH
N CH
, .,
x.
.
H ?:I
CI
I 1I
ROC 0 CH, CII
RO c,
8\:7 g/y/'>\
CH
I d 2 1
HC'\/'T\\/'\G
CH
N
lHCH
CH
DW salzsaure Salz mu8 dagegen durch eine Umlagerung im Rings
system entstehen. Es sind dafiir mehrere Moglichkeiten vorhanden. In
Formel I1 ist im Ring 4 eine orthochinoide Bindung eingetreten unter
Bildung eines Benzofuransystems in den Ringen 1 und 2. Die Salzr
saure wiirde sich an das Stickstoffatom anlagern. In Formel 111
wiirde die Farbung durch eine Oxoniumsalzbildung erklart, in der
Annahme, dal3 der Sauerstoff starker basische Eigenschaften zeigt
wiirde Halochromie
als der Stickstoff. Im Sinne von P. P f e i f f e r I")
vorliegen, indem bei der Addition von Salzsaure an Kumarinolin ein
oder mehrere Atome einen erheblichen Zuwachs an freier Affinitatss
kraft erhalten haben.
Besonders reaktionsfahig erweisen sich im allgemeinen Ketos
gruppen gegeniiber den G r i g n a r d verbindungen. Die Veratryb
benzalverbindung lieferte die Reaktion nicht. R. S t o e r m e r und
E. B a r t h e 1m e s I,) haben 4sMethylskumaranon der G r i g n a r d s
schen Reaktion unterworfen und eine geringe Umsetzung beobachtet.
Sie nehmen wie K. H. M e y e r an, dal3 hier das Keton in der athes
rischen Liisung grofiteiiteils enolisiert ist. Wie vorher erwiihnt, konnte
das S,&Dioxykumaranon nicht enolisiert werden.
C. R c a k t i o n s f a h i g k e i t d e r M e t h y l e n g r u p p e .
Als sehr reaktionsfahige Gruppe des 5sRinges der Dioxys
kumaranone bleibt somit noch die Methylengruppe ubrig. Sie
rcagiert, wie schon gezeigt, mit aromatischen Aldehyden sehr leicht.
14)
15)
18)
3.48, 64 (1915).
H e n r i c h , Theorien d. organ. Chemie, 387 (1924).
R. 48,
62 (1915).
202
6.F e i s t urid E. S i e b e n l i s t
Diese Tatsache hat bei der Darstellung von Farbstoffen durch den
Obergang der Kumaranonreihe in die Flavonreihe eine Rolle ger
spielt. Die Erweiterungsfahigkeit der Reaktion wurde a n anderen
aromatischen Aldehyden, aromatischen Ketonen und aliphatischen.
Aldehyden gepriift. Es wurden die Benzalverbindungen des
5,&Diazetoxykumaranons
a) mit dem Azetat des &Naphtholaldehyds:
COOCH,
H3COOC.C 0
C CH
H , C O O C . C ~ \ ~ ~ \ C = C H -c<--~cH
ip
c co
i
HC\/
c
HC/
-4
\CH
M
CH (31
b) mit dem Azetat des 5Bromsalizylaldehyds:
COOCHS
H3COOC.C 0
C CH
CY-k\CH
\-/
AT=&
c) mit Kuminol:
H3COOC.C
0
C H C H /CHa
- c//-\
\p/-CH
H C H
'CHJ
c: H
d) mit osAminobenzaldehyd:
H3COOC.C 0
CH CH
- c<>\?cH
H,COOC. c~'+'\c=cH
C CH
HC\(TCO
/
(,H
N H!
I ll/
erhalten. Das osNitrobenzalkumarnnon ist bekannt und laBt sich
aus o:Nitrobenzalldehyd und dcm 5,6~Diazetoxykumaranondarstellen.
Die Reduktion dieser Benzalverbindung zur Aminoverbindung, die
mit Natriumhydrosulfit und auch mit Zinkstaub und Eisessig auss
gefuhrt wurde, ergab keine Aminoverbindung. Es erschien deshalb
zweckmaaiger, zuerst den 0:Nitrobenzaldehyd zu reduzieren und
dann zu kondensieren.
D. Es wurdennunversvche mit a l i p h a t i s c h e n A I d e h y d e n
vorgenommen, und zwar mit Azet., Propylr, Valeraldehyd und
Chloral. Der in der aromatischen Reihe so gut zum Ziele fuhrende
Weg wurde zuerst auch hier versucht und die Reaktion in alkoholi.
scher Losung mittels Salzsaure durchgefuhrt. U m den Azetaldehyd
reaktionsfahiger zu machen, bzw. urn Selbstkondensationen auszus
schliekn, wursde mit dem Azetal gearbeitet. Bei diesem, sowie bei
Versuche in der Kumaranonreihe
203
dcn Versuchen mit Propyl: und Valeraldehyd, die einer Selbstkon:
densation a n sich weniger zuganglich sind, trat eine Kondensation
nicht ein. Die bisher gepriiften aliphatischen Aldehyde waren also
im Gegensatz zu den aromatischen Aldehyden eine Umsetzung mit
der reaktionsfahigen Methylengruppe im 5,6~Diazetoxykumaranon
nicht eingegangen. deshalb wurde nun noch Trichlorazetaldehyd, der
als aunerordentlich reaktionsfahig bekannt ist, unter verschiedenen
Bedingungen auf 5,6~Diazetoxykumaranonzur Einwirkung gobracht,
ohne da8 eine Kondensation eingetreten ware. Es scheint demnach,
da8 die Verbindungsmoglichkeit des Kumaranons mit aromatischen
Aldehyden unbeschrankt ist. Dagegen sind bisher keine Verbindun:
gen des Kumaranons mit aliphatischen Aldehyden bekannt und
konnten auch durch diese Versuche nicht erhalten werden.
Verbindungen von Kumaranonen und Ketonen waren bisher ebenr
falls nicht bekannt. Es erschien daher von Interesse, zu versuchen,
solche zu erhalten.
E. Nach den Erfahrungen mit den aliphatischen Aldehyden erschieri
es in erster Linie angezeigt. Versuche mit aromatischen Ketonen vor6
zunehmen. Es wurden Azetophenon, Dypnon, Benzophenon, dann
das hydroaromatische Zyklohexanon und schlieBlich auch Kampfer
sowie Menthon der Reaktion unterworfen. Die ersten Kondensationsi
versuche lehnten sich an die mit den aromatischen AIdehyden ge:
machten Erfahrungen an. Nach dem Versagen dieser Methoden
wurden die Anile der Ketone hergestellt und diese einmal in Ana:
logie mit W. H e r z o g und J. C r e i d l l l ) in hochsiedenden
durch Erhitzen
Losungsmitteln und weiter nach G. R e d 'd e 1 i e n
im Vakuum zur Reaktion gebracht. In allen Fallen konnte nur das
unveranderte Kumaranon wiedergewonnen werden. Auffalligerweise
wurde bei den Versuchen mit Azetophenon und Menthon das
5,65Diazetoxykumaranon in farblosen Kristallen (Schmp. 1 0 4 O ) zurijck:
erhalten, wahrend das Ausgangsmaterial (Schmp. 106O) gefarbt war
und das Kumaranon und seine Derivate stets als gefarbt bezeichnet
werden. & muBte deshalb die chromophore Gruppe aus dem
Kumaranon entfernt sein.
Es wurde zunachst angenommen, d a 8 unter diesen Bedin\gungen
2 Mol. Dioxykumaranon unter Selbstkondensation reagiert haben
konnten, wie es auf S. 200 beschrieben ist. Die Analyse ergab jedoch
Werte, die mit Diazetoxykumaranon ubereinstimmten. Eine Wasserr
abspaltung konnte also nicht eingetreten sein. Die nun ausgefiihrte
Molekulargewichtsbestimmung zeigte den doppelten Wert an. Der
Eintritt einer Dialdolkondensation im Sinne folgender Formel:
AcO
c
17)
1B)
B. 55, 33% (1922).
B. 53, 340 (1920).
o
OH
yH
204
K. F e i s t und E. S i e h e n l i s t
wiirde eine Erklarung fur die Erscheinungen abgeben. Diese Formel
wiirde zwei neue OHiGruppen aufweisen, es ware noch zu prufen,
ob sich diese feststellen lassen.
Beschreibung der Versuche.
I. A. D a r s t e l l u n g d e s 5 , 6 ~ D i 0 x y k u m a r a n o n s ~ ~ ) .
Unter standigem Ruhren erwiirmt man 50 g Pyrogallol, 40 g
Monochloressigsaure und 40 g Phosphoroxychlorid etwa 4 Stunden
lang bis zur Zahflussigkeit auf i O o . Nach dcm Erkalten fugt man
zur Schmelze fein zerriebenes Eis. Nach erfolgter Umsetzung kocht
man mit so vie1 Wasser nus, dai3 alles in LGung geht. Innerhalb von
24 Stuniden kristallisieren dann 55 % dcr Theorie Chlorazetogalloi
phenon aus. Der Ringschlui3 zum 5,6=Diosykumaranon gelingt am
besten durch zweistiindiges Kochen mit der gleichen Menge Kalziums
karbonat und
Liter Wasser. Aus dem heiflen Filtrat kristallisiert
es aus. Die einlgeengte Muttcrlauge licfert cine weitere Menge.
a) Methylierungsversuche des 5,bcDioxykumanarons.
a) Mit Dimethylsulfat.
Da das fertige 5,6iDioxykumaranon sehr zersetzlich ist, wurde
die Methylierung am Chlorazetogallophenon versucht. Das Chlors
azetogallophenon wurde mit wenig Wasser unter Zugabe von fester
Soda bis zur Losung schwach erwarmt und mit einem UberschuD von
Dimethylsulfat bei stets alkalischer Reaktion kraftig geschuttelt.
Versuch ergab keinc Ausbeute.
B) Mit Jodmethyl und Natronlauge.
Das 5,6Dioxykumaranon wurde mit der berechneten Menge
Natriumhydroxyd und einem UbcrschuB an Jodmethyl in absolutem
Methylalkohol im Rohr auf 100° erhitzt. Das Reaktionsprodukt war
nicht kristallinisch zu erhalten. Dagegen lieferte das reine Azetyl.
derivat des 5,&Dioxykumaranons, in derselben Weise mit einer
herechneten Menge methylalkoholischer Kalilauge und Jodmethyl im
llberschui3 behandelt, das gewiinschte Methylderivat. Gelbliche
Kristalle, Schmp. 122-123" ,").
b) Azetylierung des 5,6iDio~ykurnarnnons*~).
Das 5,6iDioxykumaranon wird mit einem groDen UberschuD
frisch destilliertem Essigsaureanhydrid zwci Stunden lang am Rucks
ilufikuhler gekocht. Nach dem EingieBen in Wasser fallt das Azetyli
derivat kristallinisch aus. Aus Alkohol schwach gefarbte Nadeln
vom Schmp. 106". Die Azetylierung hat den Vorteil, sofort ein ziems
lich reines, gut kristallisiertes Produkt zu liefern.
c) Darstellung des Veratrylaldehyds.
Man lost Vanillin in uberschussigem Dimethylsulfat auf. Alk
mahlich gibt man bei einer Temperatur von 90-100" unter dauerndem
19) v. N e n c k i , Journ. d. Russ. Chem. Ges. 25, 122; W. F e u e r s t e i n
und K. B r B I3, B. 37, 817 (1904).
2 0 ) Alle Schmelzpunkte sind unkorrigiert angegeben worden.
21)
B. 37, 817 (1904).
Versuche in der Kumaranonreihe
20.5
Umschutteln Alkalilauge von 30% hinzu. Man wiederholt diesen
Vorgang so oft, bis die Reaktionsflussigkeit mit Eisenchlorid keine
Farbung mehr gibt. Nach Beendigung der Methylierung fugt man
noch etwas Lauge zu, um das uberschussige Dimethylsulfat voll:
standig zu zersetzen, und la8t erkalten. Der Veratrylaldehyd scheidet
sich als dicker Kristallbrei ab. Weif3e Nadeln aus Alkohol. Schmp. 42”.
Ausbeute fast quantitativ.
d) Methylierung des Resorzylaldehyds.
Man verfahrt ebenso wie fur den Veratrylaldehyd angegeben,
nur ist hier ein noch groBerer Uberschu8 an Dimethylsulfat erforder:
lich und. da hier die Reaktion deshalb heftiger vor sich geht. ist
groaere Vorsicht beim Erwarmen notig (evtl. Kiihlen mit kaltem
Wasser). Man mu8 ferner darauf achten, d a 8 die Reaktionsfliissig,
keit ein kleines Volumen behalt, da sonst der Dimethylresorzylaldehyd
in Liisung bleibt. Ausbeute ungefahr 70%. Gelbe Nadeln,
Schmp. 70°.
I. B. a) 5,6:Diazetoxys3’ ,4’ sdimethoxybenzalkumaranon.
Aquimolekulare Mengen von Veratrylaldehyd und 5,6:Diazetoxy:
kumaranon werden jc in wenig Alkohol gelost, dann gemischt und .
bei Wasserbadtemperatur mit wenig konz. Salzsaure versetzt. Die
Flussigkeit farbt sich allmahlich dunkelrot. Man la& noch einige
Stunden auf #dem Wasserbade stehen, bis sich gelbe Kristalle aus=
zuscheiden beginnen. Nach dem Erkalten und Absaugen gieat man
die Mutterlauge in Wasser. Das noch in Losung vorhandene Kon:
densationsprodukt scheidet sich im Wasser flockig aus. D a durch
die Salzsaure teilweise Azety! abgespalten wird, ist das Reaktionsprodukt nach dem Trocknen nochmals am RuckfluB einige Zeit mit
Essigsaureanhydrid zu kochen und dann in Wasser zu gieaen.
Aus Alkohol gelbe Nadeln, Schmp. 184”, leicht loslich in Chloros
form und Eisessig, schwerer in Alkohol.
0.1004 g Sbst.: 0.2316 g CO?, 0.0410 g H,O.
C,,H,,O, (398.15). Ber.: C 63.29. H 4.56.
Gef.: C 62.92. H 4.56.
b) 5,6~Diazetoxy:3’.5‘ dimcthoxybenzalkumaranon.
Aquimolekulare Mengen Resorzylaldehvdsdimethylather und
5,6sDiazetoxykumaranon werden in wenig Alkohol gelost und die
Kondensation genau so durchgefuhrt wie fur die Veratrylsbenzalver:
bindung beschrieben. Aus Alkohol gelbe Nadeln. Schmp. 190-191°.
0.1537 g Sbst.: 0.3573 g CO,, 0.0622 g H,O.
C,IH,,O, (398.15). Ber.: C 63.29, H 4.56.
Gef.: C 63.40. H 4.52.
I. C. a) Bromierung des 5,6sDiazetoxys3’~4‘ sdimcthosybenzal:
kumaranons.
Die Substanz wurde in Tetrachlorkohlenstoff gelost und langsam
unter Umschutteln eine berechnete Menge von Brom in Chloroform,
,
K. F e i s t und E. S i e b e n l i s t
206
Brom in geringem UberschuB, hinzutropfen gelassen. Sofort Abs
scheidung dunkler Kristalle, die keinen scharfen Schmelzpunkt haben.
0.1005 g Sbst.: 0.0688 g AgBr '(Gluhen der Sbst. mit Soda).
- C21H,,0,Br, <557.984)1 Ber.: Br 28.65.
Gef.: Br 29.1.
I. C. b) Bromierung des 5,6~Diazetoxyr3',5'rdirnethoxybenzds
kumaranms.
Die Substanz wird in Chloroform gelost und eine verdiinnte
BromsChloroformlkisung, Brom in gerin'gem UberschuB, aus dem
Scheildetrichter unter Umschutteln zutropfen, gelassen. Nach dem
Verdunsten des Chloroforms gab das Reaktionsprodukt eine
schwache Farbung mit Eisenchlorid. deshalb wurde mit Essigsiiurei
anhydrid gekocht. Das nach Umsetzen mit Wasser erhaltene
Benzol in rots
Reaktionsprodukt kristallisierte aus Chloroform
gelben Nadeln, die bei 2500 noch nicht schmolzen.
Die Brombestimmung ergab statt 28.6%, berechnet fur ein
Dibromid, Werte zwischen 17.9% und 18.3% und eine erhohte
Azetylzahl. Erneute Bromierung 1ieB den Bromgehalt nicht ansteigen;
doch konnte ein einheitliches Produkt bisher nicht gewonnen werden.
+
I. D. Darstellung von L M e t h y l ~ 2 r k ~ m a r a n o n ~ ~ ) .
1. prKresolchlorazetat.
100 g psKreso1 werden mit 120 g Chlorazetylchlori'd vier Stunden
im Ulbad auf 135O erhitzt und das Reaktionsgemisch im Vakuum
fraktioniert destilliert. prKresolchlorazetat hat einen Schmelzpunkt
von 32O und siedet unter 45 mm bei 162O.
2. 5~Methyl~2~oxy~o~chlorazetophenon~~).
g psKresolchlorazetat werden mit 100 g gepulvertem
Aluminiumchlorid auf 140° erhitzt. Zur dunkel gefarbten Reaktionsc
masse wird Eiswasser gegeben und das Chlorazetophenoll mit
Wasserdampf abdestilliert. Schmp. 63O.
50
3. 4~Meth>+ls2skurnaranon~~).
Dns 5Methyls2soxyso~chlorazetophenon wind in Alkohol gelost
und nach Zusatz von kristallinischem Natriumazetat zwolf Minuten
gekocht. Es scheidet sich Kochsalz aus und die Flussigkeit farbt
sich rot. Nach dem Erkalten versetzt man nach und nach mit vie1
Eiswasser, laBt iiber Nacht stehen, sattigt dann mit Kochsalz und
laBt wieder stehen. Nach einigen Stunden saugt man den ents
standenen Kristallbrei ab. Schmp. 45O.
a) Benzalverbindung des 4 - M e t h y 1 ~ 2 ~ k ~ m a r a n o n s ~ ~ ) .
Xquimolekulare Mengen Benzaldehyd und 4sMethyls2rkumaranori
werden in wenig Alkohol gelost und mit einigen Tropfen Salzsaure
9')
R. F r i e s und G. F i n c k , B.
41, 4271 (1908).
Versuche in der Kumaranonreilic
207
bei Wasserbadtemperatur zur Kondensation gebracht. Nach einigen
Stunden kristallisiert die Renzalverbindung in gelben Kristallen aus.
schmp. 121-122D.
2.500 mg Sbst.: 7.47 mg CO,, 1.12 mg H,O.
C,,H,,O, (236.1). Ber.: C 81.32. H 5.13.
Gef.: C 81.5, H 5.01.
b) Bromierung der Benzalverbindung des 4sMethyls2skumaranons.
Die Benzalverbindung wird in Chloroform gelost und aus dem
Scheidetrichter unter Umschiitteln eine Bromchloroformlosung, Brom
in geringem UberschuB, langsam zutropfen gelassen. Nach dem Verr
dunsten des Chloroforms wird der Riickstand aus AlkoholsChoros
form umkristallisiert. Schmp. 154O.
0.1101 g Sbst.: 0.1959 g COz, 0.0297 g H,O. - 0.1848 g Sbst.: 0.1750 g
AgBr (Gluhen d. Sbst. mit Soda).
C,,HI2O2Br, (395.94). Ber.: C 48.50. H 3.06, Br 40.37.
Gef.: C 48.53, H 3.02, Br 40.30.
11. A. Oxoniumsalze d er 5,6~Diazetoxy~dimethoxybenzalkumaranone
und des 5,6~Diazetoxykumaranons.
a) Mit Perchlorsaure.
Es wurden sowohl das 5,65Diazetoxykumaranon als auch die
Benzalverbindungen in wenig heiBer 70 % iger Perchlorsaure gelost.
Beim Erkalten erstarrte die Reaktionsfliissigkeit zu einem roten
Krietallbrei, der, zwischen Tontellern gepreBt, iiber Schwefelsaure
getrocknet wurde. Die Kristalle sind an der Luft zerfliealich und
leicht loslich in hydroxydhaltigen Losungsmitteln. Eine Umkristalli.
sation gdlang schlieBlich durch Losen in Eisessit und Hinzufiigen
von Benzol. Das Perchlorat des 5,6sDiazetoxy~3'.4:dimethoxybenzal.
kumaranons wurde zur Chlorbestimmung mit Soda gegliiht. Der
Chlorgehalt der auf Ton gepreBten Kristalle war zu hoch, nach dem
Umkristallisieren aus Eisessig und Benzol etwas zu niedrig. Genaue
Werte zu erhalten wird sehr schwierig sein; doch ist an der Existenz
eines PerchIorates nicht zu zweifeln. CIsBestimmung der auf Ton
gepreBten Kristalle:
0.1174 g Sbst.: 0.0476 g AgCl.
C,,H,,O,,Cl
(498.6). Ber.: C1 7.10.
Gef.: C1 10.03.
CLBestimmung nach dem Umkristallisieren aus Eiseslsig und
Benzol:
0.2900 g Sbst.: 0.0760 g AgCl.
Ber.: c1 7.10.
Gef.: C1 6.48.
b) Mit Salzsaure.
Die Versuche wurden mit Salzsiiure wiederholt. Die Benzalr
verbindungen und das 5,6sDiazetoxykumaranon losen sich sehr leicht
mit tiefroter Farbe in Salzsaure. Au s konzentrierten Losungen
scheiden sich halogenhaltige, dunkelrote Kristalle ab.
208
K. F e i s t und E. S i e b e n l i s t
c) Mit Salzsaure in atherischer Losung.
In die atherische Losung des 5,6:Diazetoxy: 3',4'sdimethoxys
benzalkumaranons wurde Salzsauregas eingeleitet. Es schieden sich
rote, halogenhaltige Kristalle ab, die an der Luft zerflossen.
11. B. a) Einwirkung von Semikarbazid und Hydroxylamin auf
5,6:Diazetoxykumaranon.
Berechnetc ,Mengen von Diazetoxykumaranon und freiem Semis
karbazid (letztcrx wird aus Semikarbazidchlorhydrat und Natriums
athylat bereitet) wurden in alkoholischer Losung zur Reaktion
gebracht.
Berechnete Mengen des Diazetoxykumaranons wurden mit
freiem Hydroxylamin in alkoholischer Liisung mehrere Stunden auf
dem Wasserbade erwarmt. Eine Einwirkung fand bei beiden Verz
suchcn nicht statt.
b) Einwirkung von G r i g n a r d s Reagens auf 5,6:Diazetoxy:
3', 4' :dimethoxybenzalkumaranon.
In absolutatherischer Lijsung wurde aus Brombenzol und Ma:
gnesium Magnesiumbrombenzol hergestellt. Als alles Magnesium ver:
braucht war, wurde die in thiophenfreiem, trocknem Benzol geloste
Substanz hinzugefugt und noch einige Stunden unter RiickfluB gekocht.
Danach wurde die Reaktionsflussigkeit in salzsaurehaltiges Wasser
gegossen, wobei sich ein gelber Niederschlag bildete, der als Aus:
gangsmaterial identifiziert wurde. Eine Reaktion war nicht ein:
getreten.
c) Ringschlufl des 5,~~=Diazetoxy~osaminobenzalkurnaranons
zum Kumarinolinz3).
Kocht man die substituierte 5,6sDiazetoxykumaranon:ozamino:
benzalverbindung am Ruckflufl mit Essigsaureanhydrid, so ver's
schwindet die Farbung, und es tritt Ringschlun zum Kumarinolin ein.
Das Diazetoxykumarinolin kristallisiert aus AlkoholChloroform
in farblosen Nadeln, die bei 250° noch nicht schmelzen. Es ist
schwer loslich in fast allen organischen Losungsmitteln, lost sich
dagegen leicht unter Gelbfarbung in konzentrierter Salzsaure und
scheidet sich aus dieser Losung in gelben Kristallen als Chlorhydrat
wieder ab. Beim Kochen mit Wasser wird das Chlorhydrat wTieder
halogenfrei und nach dem Umkristallisieren aus Chloroform und
Alkohol wieder farblos.
2.534 mg Sbst.: 6.354 mg CO,. 0.946 mg H,O. - 3.648 mg Sbst.:
0.143 ccm N (l8.ao,740.5 mm).
C,,H,,O,N (335.14). Ber.: C 68.04, H 3.91, N 4.18.
Gef.: C 68.38, H 4.17, N 4.47.
28)
Bezeichnung nach R. S t o e r r n c r und E. B a r t h e l r n e s . B. 48,
64 (1915).
209
Versuche in der Kumaranonreihc
R ingschluB
5,6 5 D i m e t h o x y b e n z a 1 k u m a r a n o n s
zum Kumarinolin.
Die o:Amildobenzalverbindun’g des 5,6:Dimethoxykumaranons
erfahrt beim Kochen mit Essigsaureanhydrid ebenfalls einen Ring:
schlun zu einem Dimethoxy:kumarinolin. Es erscheint aus Chloros
formSAlkohol in farblosen Nadeln. Schmp. 176O.
2.708 mg Sbst.: 7.241 mg CO,, 1.119 mg H,O.
des
C,,H,,O,N
(279.11). Ber.: C 73.09, H 4.70.
Gef.: C 72.91, H 4.62.
I I. C. a) Kon,densation von BsAzetyknaphtholaldehyd mit
5,6:Diazetoxykumaranon.
Aquimolekulare Mengen von BsNaphtholaldehyd und 5,6sDiazet:
oxykumaranon werden in Alkohol g e l h t un,d bei Wasserbads
temperatur mit wenigen Tropfen Sodalosung versetzt. Es tritt sofort
Verfarbung ein und nach dem Erkalten scheiden sich Kristalle ab,
die nicht ganz einheitlich sinld, da teilweise Azetyl abgespalten ist.
Nach dem Kochen mit Essigsaureanhydrid gieBt man die Reaktionss
fliissigkeit in Wasser. Das ~sAzetyl~naphtholaldehyds5,6sdiazetoxy:
kumaranon scheidet sich flockig ab. Aus Alkohol gelbliche Kristalle.
Schmp. 135O.
2.367 mg Sbst.: 5.857 mg CO,. 0.880 mg Ha0.
C2,H1808 (446.14). Ber.: C 67.24, H 4.07.
Gef.: C 67.49. H 4.16.
b) 5,6~Diazetoxy~2’~azetoxy~5’~brombenzalkumaranon.
Die Kondensation wird, wie eben fur das Naphmtholderivat be:
ausgefuhrt, nur w i d
schrieben, mit 21Azetoxy~5~brombenzaldehyd
an Stelle der Sodalosung Salzsaure genommen. Das Kondensations
produkt wird sofort mit Essigsaureanhydrid behandelt, d a bei der
Kondensation Azetyl abgespalten ist. Aus Alkohol gelbe NadeIn,
die sich bei 2 0 5 O schwarz farben.
2.6154 m Sbst.: 5.112 mg CO,. 0.7838 mg H,O. - 2.671 mg Sbst.:
1.032 mg A g k .
C2,Hls08Br (475.08). Ber.: C 53.06, H 3.20, Br 16.83.
Gef.: C 53.3, H 3.35. Br 16.44.
c) 5,6:Diazetoxy~4’:isopropyl:benzalkumaranon.
Xquimolekulare Mengen Kuminol undl 5,6~Diazetoxykumaranon
werden, wie oben beschriebeni mittels Salzsaure in alkoholischer
Losung zur Kondensation gebracht. Nach dem EingieBen in Wasser
und Umkristallisieren aus Alkohol griinliche Nadeln. Schmp. 183’.
18.94 mg Sbst.: 48.3 mg CO,. 9.1 mg H,O.
C,,H,oO,
(380.16). Ber.: C 69.45, H 5.3.
Gef.: C 69.55. H 5.3.
d) 5,6:Diazetoxy~6‘raminobenzalkumaranon:Chlorhydrat.
Aquimolekulare Mengen mAminobenzaBdehyd und 5,6rDiazetoxyc
kumaranon, bzw. 5,6:Dirnethoxykumaranon, werden in wenig Alkohol
Archiv und Berichte 1027.
14
210
K. P e i s t und E. S i e b e n l i r t
gelost und mit wenigen Tropfen Salzsaure unter Umschiitteln versetzt.
Nach dem Erhitzen von 1 bis 2 Stunden auf dem Wasserbade
scheiden sich die gefarbten Chlorhydrate der entsprechenden Aminos
verbindungen aus.
0.1266 g Sbst.: 0.0498 g AgC1.
CisHi80~NC1(389.6). Ber.: C1 9.11.
Gcf.: Cl 9.73.
(Der zu hohe Chlorgehalt erklart sich wahrscheinlich durch eine
tdweise Abspaltung von Azetyl. Neuazetylierung ist aber nicht
moglich, weil dann RingschluiJ zum Kumarinolin eintritt.)
11. D. K o n d e n s a t i o n s v e r s u c h e
zwischen 5,61Diazetoxykumaranon und
a) A z e t a l d e h y d , b) P r o p y l a l d e h y d ,
c) V a 1e r a 1 d e h y d.
Das in Alkohol geloste 5,61Diazetoxykumaranon wurde mit dem
betreffenden Aldehyd versetzt und nach Zugabe von wenig Salzs
saure (bzw. Soda) noch einige Zeit erwarmt. Es erfolgte keine AUSI
scheidung, auch die in Wasser gegossene Reaktionsflussigkeit lie0
nur eine kleine Trubung erkennen. Derselbe Versuch wurde ohne
Liisungsmittel wiederholt. Das 5,61Diazetoxykumaranon wurde
direkt in Aldehyd gelost und mit Salzsaure erwarmt; das Resultat
blieb gleich. (Fur Azetaldehyd wurde bei einigen Versuchen das
Azetal genommen.)
Kondensationsversuche zwischen
5 , 6 1 D i a z e t o x y k u m a r a n o n u n d C h l o r a1.
a) In Tetrachlorathan.
Molekulare Mengen wurden in Tetrachlorathan gelSzt:, mehrere
Stunden am RiickfluB gekocht und verdunsten gelassen.
Derselbe Versuch wurde mit Zusatz von Zinkchlorid wiederholt.
b) Im Vakuum.
Molekulare Mengen wurden im Vakuum so zum Schmelzen
gebracht, da8 dem bei der Reaktion entstehenden Wasser die Mog.
lichkeit gegeben war, abzudestillieren.
c) Mit Schwefelsaure.
In Analogie zu den Arbeitcn von P. F r i t s c h " ) wurde ein
Versuch mit Schwefelsaure als Kondensationsmittel gemacht. - Eine
Einwirkung fanld bei keinem Versuch statt.
11. E. K o n d e n s a t i o n s v e r s u c h e z w i s c h e n
5,6 I D i a z e t o x y k u m a r a n o n u n d B e n z o p h e n o n.
a) In hochsiedenden Losungsmitteln.
Molekulare Mengen von Benzophenon und 5.61Diazetoxy.
kumaranon wurden einmal in Tetrachlorathan und auzh in Petroleum
(Siedepunkt 200') gelost und mehrere Stunden am RiickfluB gekocht.
Keine
Einwirkung. Bei dem gleichen Versuch unter Zusatz von Zinki
_ _ _ _ _ ~ '4)
A. 296, 344 (1894).
Versuche in der Kumaranonreihe
21 1
chlorid resultierten nach dem Verdunsten des Losungsmittels und
Umkristallisieren helle Kristalle vom Schmp. 1M0,deren Zusammens
setzung aber nicht der des Kondensationsproduktes entsprach.
b) Vakuum.
Molekulare Mengen wurden im Vakuum zum Schmelzen ges
bracht (einmal unter Zusatz von Phosphorpentoxyd). Keine Eins
wirkung.
B e n z o p h e n o n s A n i lzu).
9 g Benzophenon und 9.3 g Anilin werden mit 0.5 g Anilinchlors
hydrat 15 Minuten erhitzt. Die erkaltete Schmelze wird mit Alkohol
angeruhrt. Das Anil fallt kristallinisch aus, Schmp. 113O.
Kondensationsversuche zwischen
u n d 5,6 s D i a z e t o x y k u m a r a n o n .
K et on andlen
Die oben fur Benzophenon angefuhrten Versuche wurden auch
mit den Anilen von Benzophcnon, Azetophenon, Dypnon, Zyklos
hexanon, Menthon und Kampfer durchgefuhrt. Die gewunschte
Kondensation trat nirgends ein, meistens erhielt man ein Gemisch
des betreffeniden Ketons mit dem 5,6~Diazetoxykumaranonszuriick.
Bei den Versuchen mit Azetophenon und Menthon wurde &ts
5,61D,iazetoxykumaranon (M.zG. 250.08) in farblosen Kristallen
(Schmp. 104O) zuruckgewonnen, wiihrend es sonst stets gelb gefarbt
c;ar. Zur Faststellung einer Veranderung wurden Elementaranalysen
uad Molekulargewichtsbestimmungen nach K. R a s t ausgefuhrt.
I. 19.69 mg Sbst.: 41.645 mg C02, 7.49 mg H20.
11. 21.355 mg Sbst.: 45.085 mg CO,, 8.09 mg H20.
1. 0.0097 g Sbst.: 0.2143 g Kampfer, Depression 40. M = 452.
2. 0.0132 g Sbst.: 0.1847 g Kampfer, Depression 66. M = 476.
Molekulargewicht des gelb gefarbten 5,6.Diazetoxykumaranons (R a s t).
1. 0.0131 g Sbst.: 0.3368 g Kampfer, Depression 70. M = 226.
2. 0.0061 g Sbst.: 0.3207 g Kampfer, Depression 30. M = 254.
ClzHloO, (250.08). Ber.:
C 57.6, H 4.03.
Gef.: I. C 57.68, H 4.22.
11. C 57.59, H 4.2.
D a r s t e l l u n g d e r K,etonanileaR).
Die Ketonnnile werden fast samtlich durch Erhitzen des
betreffenden Ketons mit Anilin im Ulbad unter Zusatz von Anilins
Zinkchlorid als Katalysator dargestellt. Sie sind alle nur im
Vakuum unzersetzt destillierbar und wurden deshalb durch
fraktionierte Vakuumdestillation gereinigt. Das Anilinzinkchlorid
(GHs"Hz),ZnClz wird durch Schiitteln einer wasserigen Losung von
Zinkchlorid und Anilin hergestelltZg).
25)
zn)
27)
28)
20)
B. 42, 4758 (1909).
B. 55, 3396 (1922).
B. 53, 340 (1920).
B. 46, 2718 (1913).
M. 9, 513 (1888).
14*
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