close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

PrUfung des Natr. bicarbonic. auf Gehalt an einfach kohlens. Natron

код для вставкиСкачать
ABCHIV DER PHARMACIE,
CXC. Bandes drittes Heft.
A. Originalmittheilungen.
I.
Chernie und Pharrnacie.
Priifung des Natr. bicarbonic. auf Gehalt an einfach
kohlens. Natron.
Vom Apotheker E r n s t B i l t z in Erfurt.
Schon friihere Versuche hatten mir gezeigt, dass man mit
R i t t e r s a l z l o s u n g nur bei sehr grossem Gehalt an einfach kohlens. Natron im Bicarbonat deutliche und unzweifelhafte Resultate erhalt, und ich hatte mich desshalb dieser
Methode nie mehr bedient.
Um so verwunderter war ich,
dieselbe in neuester Zeit und zwar von so maassgebender
Seite enipfohlen zu sehen, dass sie vielleicht allgemeiu fur
eine gute gehalten und eine Quelle von Tluschangen und
Streitigkeiten werden konnte. Sie ist aber meines Ermessens
v o l l k o m m e n n n b r a u c h b a r fur die in der Praxis vorkommenden Frille, ja auch iiber diese hinaus g a n z u n z u v e r 1a s s i g, wenn die Concentrationsverhdtnisse der Prufungsfliissigkeiten nicht auf das Bestimniteste bezeichnet werden.
Ich behaupte nemlich nichts weniger, als dass unter Umstanden sogar ein Gehalt von 30°/0 Carbonat durch Rittersalzlosung nicht gefunden werden kenn.
Es bedarf kaum der Erwahnung, dass man bei diesen
Versuchen die Probeflussigkeiten so einzurichten hat, dass
moglichst wenig Bicarbonat gelost, dagegen die ganze Dlenge
des vorhandenen Carbonats von dem Wasser aufgenommen
wird. Es ist ferner bekannt, dass man diese Fliissigkeit zu
d e r Bj t t e r s a 1z 1o s u n g zutropfeln muss und nicht umgeArch. d. Pharm. CXC. Bds. 3. Hft.
13
195
Pruf1111g
d Satr bicarbonir. auf Gehalt
311
eiufarh kohlelis. xatron
kehrt, weil kohlens. Magnesia in Natronbicarbonatlosung sehr
loslich ist, die etwa gebildete kohlens. Magnesia also gar nicht
zur Erscheinnng kame. Fach diesen beiden Richtungen haben
nun allerdings die in den Biichern angegebenen Verfahrungsweisen einige Grenzen gesteckt ; allein diese Grenzen sind
uoch viel zu weit gezogen, und ich begreife nicht, wie man
dabei befriedigende Resultate erhalten haben kann. Der Fehler in den gegebenen Vorschriften ist ein doppelter. Auf der
einen Seite lost sich beim Ansrhiitteln mit der f u n f f a ch e n
Menge Wasser SO vie1 doppelt kohlens. Natron, dass dasselbe
mit Hulfc der frcien Kohlenraure, welche in Folge der Bersetzung des vorhandenen einfach kohlens. Natrons mit dem
Bittersalz auftritt , ganz bedeutende Mengen kohlensaurer
Magnesia zu losen vermag; und auf der andern Seite ist
iibersehen worden, dass die kohlcns. Magnesia auch in Wasser loslich ist, dass also die anmurendenden Bitlersalzlosungen
nicht verdunnt sein durfen. Nun ist aber die Consequenz in
Gesetzbuchern einc wichtigc Snche, und wenn ich in denselben
(Pharmacopoa Germaniae) bci den Reagentien vorgeschrieben
finde, dass die schwefelsaure Magnesia in 9 Theilen Wasser
gelost sein soll, SO muss ich folgerichtig annehmen, dass sie
vorkommenden Falles bo angewendet werden soll. Mit dieser Zehntel -Bittersalzlosung kann man aber das einfach
kohlens. Natron im Bicarbonat erst finden, wenn seine Menge
iiber dreissig Procent betrigt, bis 30 Procent abcr nicht, weil
die nicht unbedeutende Lbslichkeit der kohlens. Magnesia in
Wasser (1 : 2500) den geringen Niederschlag verhindert,
welchen eine concentrirtere Rittersalzliisung in diesem Palle
gezeigt haben M urde.
Urn das Bedenkliche dieser Methode, welche viel besser
dazu dienen kann, Bicarbonat im Carbonat zu finden, als
umgekehrt, iiberzeugend darzuthun , und sie aus den maassgebenden Buchern fir inimer zu entfernen, habe ich in systematischer Weise eine Reihe ron Versuchen angestelk Ich
habe mir Mischungen aus reinem Bicarbonat mit 5, 10, 20,
30 und 40 Procent einfach kohlens. Natron gemacht, und die
bei dcr Behandlung mit der funffachen Menge Wasuer trhal-
Priifung d. Natr. bicarboic. auf Gehalt an einfach kohlens. Natron.
195
tenen und filtrirten Fliissigkeiten auf ihr Verhalten gegen
dreierlei Bittersalzlosungen (in 2 , 4 und 9 Theilen Wasser)
gepriift. Ich habe die Mischungen sowohl nur ganz kurze,
als wie langere Zeit mit dem Wasser angeschiittelt, und habe
vom Filtrat das eine Ma1 nur wenige Tropfen, das andre
Ma1 bis zum gleichen Volum zu den Bittersal$osungen
gesetzt, und dabei gefunden, dass bis incl. 20 Procent in k e i n e m der 36 Falle eine Triibung eintrat. Bei 30 Procent erlitten die beiden starkeren Bittersalzlosungen eine Triibung,
jedoch nur auf Zusatz des gleichen Volums der Probefliissigkeiten , wahreud der durch einige Tropfen erzeugte Niederschlag durch Umschiitteln in der Bittersalzlosung wieder verschwaud (Einfluss der Loslichkeit der kohlens. Magnesia im
Wasser der Bittersalzlosungen).
Bei 40°/,, endlich triibte
sich aucb die Zehntel - Bittersalzlosung , doch erst nach einiger Zeit!
Nachdem ich hiermit zugleich das Bedenkliche der officiellen Reagentienlbsungen dargethau , kann ich nicht umhin,
ihnen iiberhaupt vorlaufig jedeu Werth abzusprechen. Wozu
diese Losungen von bestimmtem Gehalt in Fallen, wo darauf
nichts ankommt? und wozu der bestimmte Gehalt in den kritischen FSllen, wenn er irre fuhren kann? Hindern etwa die
in der preuss. Pharmacopiie fur Chlorbaryum und salpetersauren Bargt angegebenen Solutionsverhaltnisse , dass mal:
mit beiden beim directen Eintropfeln in die officinelle Salzund Salpetersaure XiederschlGge , aber nicht von schwefelsaurem Baryt, bekommt? Also fur den Unkundigen sind sie
kein Praservativ, und fir den Unterrichteten sind sie miissig.
Von weit grosserer Wichtigkeit ist die N e t h o d e des Reagirens , woriiber in Zukunft unbeclingt genaue Vorschriften
in die Pharmacopoen aufgenommen werden miissen, um die
Beurtheilung eines chemischen Arzneimittels dem Einfluss der
Willkiihr zu entziehen , und Gesetz und Gesetzesausfiihrung
im Sinne des pharmaceutischen Standpunktes logisch zu verkniipfen. Dieser sachgemasse W e g ist erst in neuerer Zeit,
zuerst von der preuss. Pharmacopoe beim JodFalium , sodann
consequent von der deutschen Pharmacopoe betreten worden,
1.2*
196 Priifung d. Natr. bicarhonic anf Gehalt
RII
einfach kohlens. Natron.
jedoch haben beide Gesetzbiicher das Ziel nicht erreicht. Es
fehlf, noch die *4ngabe der zu untersuchenden Gewichtsmenge
des Arzneimittels, und es fehlt die 13estimmung der Concentrationsverhaltnissc , innerhalb welcher die Reaction zur Erscheinung komnicn sol1 (siehe auch D u fl o s iiber die Priifung
der Phosphorsaure auf Arsen, in der Vorrede zu seiner
,, Prufung der Arzneiinittel ‘0.
Doch zuriick zur Sache.
Modificirt nian die Methode dahin, dass man das zu
priifende Bicarbonat mit nur dem gleichen Gewicht Wasser schuttelt, so sind die Resultate etwas giinstiger.
Man erhalt bei 10% einfach kohlens. Natroii ein Filtrat, welches jede der drei Bittersalzlosungen (bei tropfenweisem Zusatz voriibergehend , bei gleichem Volum dauernd) triibt.
Auch bei 8% findet dies noch statt, nur in schwacherem
Grade. Bei 61/2 Procent triibt sich aber nur noch die starkste
Bittersalzlosung und bei 6 bis 5 Procent hort Alles auf,
auch das vorsichtigste Verfahren und das genaueste Beobachten Iasst keine Spur einer Erscheinung erkennen. (Will Jemand
diese Versuche wiederholen, so mache ich vor Allem darauf
aufinerksam, dass er nicht sein Bicarbonat der Officin fur
rein halt, und diesem etwa die Procente trocknen einfach
kohlens. Patrons zusetzt, denn die Krystallrinden des Handels
enthalten bereits mindestcns 2
Procent einfarhes Carbonat,
durchschnittlich aber 1-ier Procent !)
60 hort denn also die an sich schon geringe Brauchbarkeit dieser Methode gerade da ganz auf, wo das Bediirfniss
fur die pharmaceutische Praxis eben anfangt.
Bevor ich nun die vorziigliche Anwendbarkeit des Q u e c k s i 1b e r c h 1o r i d s fur den fraglichen Zweck erortere , und
nachweise , wie diesclbe nur durch die Ungenanigkeit in den
Angaben des einzuhaltenden Yerfahrens den Vorwurf der
Subjectivitat auf sich laden konnte, will ich meine Ansichten
uber die im Handel vorkorumenden Sorten Katrnm bicarbonicum mittheilen.
I m Handel kommen bekanntlich das sogenannte reine
Fabricat in Krystallrinden , nnd das englische (ubrigens auch
Priifnng d. Natr. bicnrbonie. auf Gehalt an einfach kohlens. Natron.
197
in Deutschland fabrkirte) in halb pulveriger halb stiickiger,
gleichsam gesinterter Waare vor , das erstere iiber doppelt so
theuer a19 das letztere. Diesem I’reisverhiiltniss enlsprichl
aber der innere Gehalt keinesweges.
In der Hauptsache
nemlich, im Gehalt an einfachem Carbonat, stehen beide nicht
selten auf gleicher Stufe, und haufig verriith schon der Geschmack; dass das billige Fabricat ebenso gut ist als das
theure, znmal auch der Gehnlt an fremden Salzen hiiufig auf
gleicher Stufe sleht. I n der That beweist die Analyse, dass
die Fabrication des sogenannten englischeu Bicarbonats
namentlich in Deutschland sehr vervollkomninet worden, die des
theuren krystallisirten Salzm dagegen nicht fortgeschritten
ist. Nan wird fragen, was an einem rein krystallisirten Salze
uberhaupt noch verbessert werden kann. Nun, vor Allem
das, dass m a n d a s s c h i i n e Y r i i p a r a t n i c h t d n r c h s
T r o c k n e n w i e d e r v e r d i r b t . Und hierin scheint man
allerdings im Allgemeinen fehlerhaft zii verfahren , sonst
konnten die Rinden nicht fio L-iel einfaches Carbonat enthalten. Entwedcr versieht man’s mit der Warme, oder mit der
Zeit des Trockneus, W i i r m e u n d l a n g e T r o c k e n z e i t
e i n d a b e r d i e b e i d e n F e i n d e d e s B i c a r b o n a t s . Man
spreche mir nicht von Massenfabrication, die eine umstandliche Sorgfalt und das Einhalten aller Eedingungen nicht
gestatte, sondern man liefere, was man zu liefern recht wohl
im Stande ist, und was verlangt. nnd j a auch reichlich bezahlt wird.
Nach der preussischen Pharmacopoe sol1 das Prapamt
nur ,,eine sehr geringe lllenge ‘‘ Chlornatrium, schwefelsaures
und kohlensaures h’atron enthalten diirfen. Betreffs des Chlornatriums und schwefelsauren Fatrons wiirde man darunter
doch hochstens li4 Procent verstehen; wic vie1 nun aber an
kohlensaureru Natron? Ich bezweifle, dass man sich dariiber
Itechenschaft gegeben h a t , sonst wurde man das liohlensaure
Katron nicht auf gleiche Gtufe rnit den beiden andern Galzen
haben slellen kiinnen. Nach nieiner Ansicht ist nicht melir
zu verlangen, als d a s s d a s P r i i p a r a t n i c h t i i b e r d r e i
P r o c e n t e i n f a c h e s C a r b o n a t euthalte. Sehen wir,
198 Priifung des Natr. bicarbonic. auf Gehalt an einfach kohlens. Natron.
was die Handelswaare leistet, und was uberhaupt geleistet
werden kann.
Die theuren Krystallrinden losen sich ziemlich klar in
Wasser, sind mehr oder weniger frei von schwefelsaurem
Xatron, und zeigen mehr oder weniger Chlornatrium; bei
meinen Analysen fand ich drei, vier, auch funf und noch mehr
Procent einfach kohlens. h'atron, ausserst selten unter drei
Procent.
Das billige sogenannte englische Bicarbonat, meist von
blendender Weisse , lost sich meist ebenso klar in Wasser,
zeigt meist nur ebensolche Spuren schwefels. Natrons , und
auch nur wenig Chlornatrinm. Ich fand in verschiedenen
Sorten 4l/, bis 51i2 Procent einhches Carbonat.
Hieraus ist wohl sehr klar ersichtlich, dass die Preisverhaltnisse beider Fabricate ihrem Gehalt nicht im Geringsten entsprechen , da man die Krystallrinden doppelt so
hoch bezahlt, als das andere Fabricat und dabei ausserdem
noch in die Lage kommen kann, etwas S c h l e c h t e r e s fur
den doppelten Preis zu kaufen! Wenn man nun bedeokt,
dnss man mit einem Verlust von nur 20 Procent etwa (beim
Arbeiten im Kleinen) durch Auswaschen des einfachen Carbonats und der letzten Spuren fremder Salze aus dem billigen Fabricate ein noch reineres Praparat als die besten
Krystallrinden zu fast dem halben Preise herstellen kann,
b O wird man nicht in Zweifel sejn, welches Pyxparat den
Vorzug verdient. Nan fuhrt dies in derselben Weise aus,
wie man z. B. Kalisalpeter vom Chlorkalium, uberhaupt
schwerlosliche Sake von leichtltislichen durch Deplaciren reinigt, und hat nur dabei zu beachten, dass man ein sauberes,
klar Iosliches Rohmaterial wahlt, und das Trocknen bei Vermeidung von Warme durch Pressen zwischen Fliesspapier
und mehrfaches Wechseln desselben thunlichst beschleunigt.
Etwas einfaches Carbonat regenerirt sich trotzdem wahrend
der Trockenzeit, allein im Durchschnitt erhalt man bei richtiger Behandlung Praparate mit nur I1/& bis hochstens 2 Procent einfachem Carbonat, zugleich fast absolut frei von Glaubersalz und Kochsalz. (Dass man im Grossen, wo man
Priifiuig des Natr. bicarhonic. auf Gehalt an einfach kohlens Natrox
199
bei fabricationsmassiger Auslaugung weniger Bicarbonat verliert , trotx Massenfabrication ein ebenso ausgezeichnetes Praparat und ausserst billig wird liefern konnen, bezweifele ich
nicht, da man die Trockenzeit auch im Grossen durch Anwendung der Centrifugalkraft und zweckmassige Circulation trockner kalter Luft ausserordentlich abkiirzen kann).
Bei meinen Tielen Versuchen iiber diesen Gegenstand
habe ich gefunden, dass sich ein absolut reines Praparat von
100 Procent Bicarbonat beim Trocknen an der Luft nicht
gewinnen liisst. Schon d r r einfache Versuch, dass ein aufs
Vollstandigste ausgewaschenes Praparat wobei die abfliessenden Tropf'en lieine Spur einer Reaction auf Carbonat gaben
(siehe weiter unten), nach dem raschesten Trocknen an der
Luft bei erneuter Behandlung mit wenig Wasser auf einem
Filter eine Lauge abfliessen ldsst, welche sofort und stark
auf Carbonat reagirt , beweist , dass eine Verfliichtigung von
Kohicnsaure wahrend dieses kurzen Trocknens stattgefunden
hat. Einigerniaassen lasst sicli dies durch Trocknen mittelst
Weingeist verhiiten. Entfernt man namlich nach dem vollstandigen Auswaschen alles Wassrige rlurch Deplaciren mittclst Alkohol (zuletzt absolutem), presst darauf das Salz zwiwhen Fliesspapier und beschleunigt das Trocknen durch haufiges Wenden, so erhalt man das giinstigste Resultat: die
Analye ergab mir
0,138 Procent Carbonat
gegen 99,862
,, Bicarbonat.
Wascht man nicht mit Weingeist nach, beschleunigt aber
das Trocknen durch vielfaches Pressen zwischen Fliesspapier,
und so haufiges T\Tendent dass uber dem Trockenprocess
hochstens zwei Rtunden vergehen, so zeigte dasselbe Praparat
1,221 Procent Carbonat
gegen 98,779
,. Bicarbonat.
Nit weiterer Dauer der Trockenzeit erhielt ich immer
steigenden Carbonatgehalt , und dauerte das Trocknen einen
ganzeu T a g , so war er auf 2,760 Proceut gestiegen. Hiernach ist nun der erhebliche Einfluss der Trockenzeit ausser
Zweifel gesetzt, der der Warme ist ja hinreichend bekannt,
.
200 Priifung des Natr. bicarbonic. auf Gchalt an einfach kohlens. Natron.
und man begreift daher leicht, dass beide Umstiinde das Praparat bei ungeniigender Beachtung derselben iiber die Gebiihr entwerthen konnen. Ohne Zweifel werden die diinnen
Krystallrinden meist besser sein, als die dicken, weil sie
rascher trocknen , allein auch diinne Rinden konnen d u r c h
W a r m e verdorben werden , und da man den Gehalt durchs
Bnsehen nicht erkennt, so muss man stets das ganze gekaufte
Quantum pulverisiren und niischen, und hiervon das Resultat
nehmen. Dies Resultat ist aber eben so ungenugend, dass
man, \vie oben angefuhrt, in den meisten Fallen uber 3 Procent, und gewohnlich 4 Procent Carbonat findet, gewiss ein
hochst ungiinstiges Ergebniss im Vergleich zu dem Carbonatgehalt des kaum halb so theuren sog. englischen Fubricats.
Fast scheint es uberfliissig anzugeben, dass auch bei diesem
sowohl fur die Analyse als fur den Gebrauch das hergestellte
Pulver einer grosseren Partie gut gemiecht werden muss.
Aber als besonders interessant niiichte ich das Resultat der
Untersuchung der hiirtesten Theile des sog. englischen Fabricates erwahnen. Von einem solchen , dessen gemischtes Pulver den Gehalt von 5l/, Procent Carbonat zeigle, zeigten die
anfanglich schon pulverigen Theile nur 4,28 Procent, dagegen
die Remanenz vom Stossen, also die hartesten Theile der ganzen Partie, 10,49 Procent ! Dies erklart sich leicht a 11 s d e m
Z u s a n i m e n s i n t e r n d e s B a l z e s wahrend der Darstellung,
wobei einerseits ein Theil desselben der Absorption der Kohlensaure verschlossen wird , andrerseits bereits gebildetet; Ricarbonat durch die stattfindende Erhitzung die Kohlensaure
wieder verliert.
Zu den mitgetheilten Zahlen benierke ich, dass sie aus
der auch den Wassergehalt ergebenden Analyse so berechnet
worden sind, dass nur das Procentverhaltniss zwischen einfachem und Bicarbonat ausgedruckt wird ; denn nur dieses
hat hier Werth, uud Praparate mit Gehalt fremder Salze
sind iiberhaupt hier ausgeschlossen.
Ergab nun z. B. die
Anal yse
Priifung des Natr. bicarbonic. auf Gehalt an einfach kohlens. Natron.
201
1,214 Carbonat,
98,280 Bicarbonat,
0,506 Verlust , d. i. variirender Wassergehalt des Carbonats, oder iiberhaupt anhangende Feuchtigkeit,
100,000
herechnet sich hieraus das reine Procentverhaltniss zwrischen Carbonat und Bicarbonat zu
1,221 Carbonat,
98,779 Bicarbonat,
go
100,000.
Zur Analyse selbst bemerke ich ferner, dass dieselbe in
der Voraussetzung der Abwesenheit frenider Salze sich einfach aus dem Gliihriickstand und aus dem Kohlensauregehalt
berechnet. I n den Biichern finden sich zur Berechnung weder
specielle Anweisung, noch Beispiele ; da die Eerechnung jedoch
hierbei leicht auf irrige Voraussetzungen basirt wird, 50
erlaube ich mir, die Berechnungsweise hier anzufuhren.
Es verhalt sich der iiormale Gldhriickstaud (Na0,CO 2,
von 100 Theilen Katronbicarhonat, nemlich 63,095 : dem normalen Kohlensauregehalt (C204) von 100 Theileii Fatronbicarbonat, namlich 52,381 = der in 100 Theilen des zu priifenden Praparats gefundene Gliihriickstand : x, d. h. z u derjenigen Xenge Kohlenslure, welche in der dein gefundenen Gliihriickstande entsprechenden Menge Bicarbonat cnthalten sein
m i i s s t e . Xun wird die in 100 Theilen des Praparates
gefundene illenge Kohlensaure stels kleiner als x spin; die
Differenz entspricht einer vorhandenen Menge einfach kohlens.
Natrons, welche eben dieser fchlenden Kohlensaure bedurft
hatte, um Bicarbonat zu bilden. Sie wird gefunden aus der
Proportion 22 : 53 (C02:Na0,COz) = fehlende Kohlenslure : c.
c ist also das in 100 Tbeilen des Praparats vorhandene Carbonat. Sodann zieht man die jener Differenz gleiche Kohlensauremenge, weil sie im Carbonat enthalten ist, yon der *Totalmenge der in 100 Praparat gefundenen Kohlensaure a b , und
findet die Menge Iiohlensdure (y) , welche vorhandenem Bicarbonat entspricht. Nun setzt man 52,381 : 100 = y : b,
802 Priifung des Natr.
bicarbonic. auf Gebalt an einfach koblens. Natron.
wobei b das gesuchte Bicarbonat bedeutet. Und endlich
I00 - (b
c) = hygroscopisches IVasser.
Aus den so fur b und c gewonnenen Zahlen sind dann
die von mir mitgetheilten reinen Procentverhaltnisse zwischen
Carbonat und Bicarbonat abgeleitet , um diese Verhaltnisse
unabhangig vom variirenden Gehalt an hygroscopischem Wasser klar zur L4nwhauung zii bringen.
Endlich kann ich nicht unter*lassen, darauf aufmerksam zu machen, dass man bei der Ausfuhrung der Analyse
mit der Feststellung des Gluhruckstandes sehr vorsichtig verftthren und das Praparat zur Austreibung des Wassers und
des zweiten Atoms Xohlensaure liingere Zeit sehr gelinde
erhitzen muss, bevor man gluht. Erhitzt man sofort sehr
stark, so bilden sich durch Einwirkung des Wasserdampfs
auf das liohlensaure Batron g a n z e r h e b l i c h e N e n g e n
v o 11 A e t z n a t r o 11, wie sich durch die bekannte Reaction mit
Silberlosung nachweisen 1Bsst. Das Aequivalent des Natronhydrats ist aber kleiner als das des kohlensauren Natrous,
als welches es dann mit gewogen werden, und das Verhaltniss zwischen Xatron und Kohlenaaure falschlich gunstiger
ergeben wurde. - Die Kohlensaurebestimmung geschieht im
Apparat von F r e s e n i u s und W i l l .
+
Nach dieser llittheilung analytischer Ergebnisse , welche
vor Allem auf den geriugen Werth des theuren krystallisirten Natrum bicarbonicum des Handels aufrnerksam machen
mussen und sollen, gehe ich zur Erorterung des Verfahrens
iiber , den Gelialt an Carbonat im Bicarbonat durch Quecksilberchlorid nicht bloss sicher nachzuweisen, sondern auch die
Variationen desselben sehr genaii zu hestimmen. Es erscheint
mir nothwendig , die vielfach verschmahte Reaction in ihrer
Natur und Bedeutung niher zu erortern.
Bekanntlich ist der Niederschlag , welchen einfach kohleiisaures Natron in Quecksilberchloridlilsung erzeugt , weder
kohlensaures noch reines Quecksilberoxyd , sondern ein nach
den angewandten Verhaltnissen wechselndes Gemenge von
Priifung des Natr. bicarbonic. auf Gehalt an einfach kohlens. Natron
203
Quecksilberoxyd mit Quecksilberorychlorid , dem auch durch
uberschussig zugesetztes kohlensaures Natron der Chlorgehalt
nicht entzogen werden kann. Es liegt dies an der geringen
Affinitat der Kohlensaure zu Quecksilberoxyd , und an der
grossen Neigung des Quecksilberchlorids, mit Quecksilberoxyd
eine Reihe basischer Verbindungen zu bilden, die um so reicher an Chlor sind , je weniger w i r k s a m e s Alkali vorhanden war, oder anders ausgedruckt, j e mehr des Alkalis durch
die frei werdende Kohlenslure noch fester als im Carbonat
gebunden , namlich zur Bildung von Bicarbonat gezwnngen
wurde. Die Bildung von Bicarbonat folgt aber einfach daraus,
dass der erwahnte Niederschlag wie bekannt k e i n e k'o h 1e n s a u r e , aber Chlor enthalt, und dass fur den im Niederschlag enthrtltenen Antheil Chlor ein Theil des kohlensauren
Natrons unberuhrt geblieben ist ; dies letztere muss offenbar
die Kohlensaure aufnehmen , welche das im ersten Noment
gebildete kohlensaure Quecksilberoxyd entlasst, um rnit Quecksilberchlorid zu jener interessanten Verbindong, dem Quecksilberoxychlorid , zusammenzutreten. Tn dem Mansee jedoch,
in welcheni hierdurch Alkalibicarbonat erzeugt Tyird, wird das
kohlensaure Quecksilberoxyd bestandiger , ein Theil bleibt rnit
dem Alkalibicarbonat verbunden gelost , und daher kommt es,
dass aus einer Losung von Quecksilberchlorid durch Zusatz
des Aequivalents kohlensauren Natrons der Quecksilbergehalt
nicht vollstandig ausgefallt wird , die Flussigkeit vielmehr
noch reich an Quecksilber bleibt. Dass dasselbe als k o h l e n s a u r e s Q u e c k s i l b e r o x y d m i t Na t r o n bi c a r b 0 n a t v e r b u n d e n vorhanden ist, werden die weitern Betrachtungen ausser Zweifel setzen. (Bus 5,O Quecksilberchlorid
fielen dnrch das Aequivalent einfach kohlensauren Natrons nur
2,62 Niederschlag, worin 22 Procent Queck.;ilberchlorid).
Vermischt man ferner Quecksilberchlorid in Losung rnit
seinem Aequivalent d o p p e 1t kohlensauren Natrons , so tritt
im ersten Moment nur eine weissliche Opalisirung ein , der
nach ganz kurzer Zeit eine eigenthiimliche Rothung der Flussigkeit und eiu dunkelcarmoisinrother Absatz folgt. Die weissliche Opalisirung b l e i b t w a h r e n d d e m b e s t e h e n , sie
204 Priifung des Natr. birarbonie. allf Gcl~altuu einfach kohlens. Natron.
verwandelt sich also nicht - wie vielfach angegeben wird in den rothen Xederschlag, sondern setzt sich nach langerer
Zeit a u f d e ni s e l b e n in weisslichen oder gelblichweissen
Flocken, manchmal auch krystallinisch ab. Ich habe diese
Verbindung noch nicht hinliinglich vie1 und hinliinglich rein
isoliren konnen, kann dnher ihre Znsammensetzung noch nicht
angeben. Der dunkelrothe Xederschlag ist Quecksilberoxychlorid, nnd enthalt k e i n e S p u r K o h l e n s i i u r e . (Aus
5,0 Quecksilberchlorid fielen durch das Aequivalent doppeltkohlensauren Natrons nur 1,06 Niederschlag, worin 45 Procent
Quecksilberchlorid ; dies stimmt s o ziemlich mit der Formel
2 HgCl
3 HgO). Kahrend seiner Bildung e n t w-e i c h t
K o h 1 e n s iin r e , was man sowohl durch den Augenschein als
beim Liiften des Stopsels des Glases, in welcheni die Nischung vorgenommen wurde, aahrnehmen kann. Die Fliissigkeit enthilt aber iiocli den grossten Thteil des Xatronbicarbonats und reichlich Quecksilber gelijst. Giesst inan nach dem
Sbsetzen des rothen Niederschlags , was binneu kurzer Zeit,
abgeschlossen erecheint , die weisslich opalisirende Plussigkeit
ab, so setzen Rich ails ihr binnen Tagefifrist nochmals s c h w a r z e
Korner ab, die unter dem Nikroskop ale Krystalldrusen
erscheinen mit deutlich rorgestreckten , brauiirot,h durchscheixienden Bhonibo6derspitzen. Enter Omstanden erhielt ich
schwarze Krystalle von solcher Grosse, dass sich schon unter
der Loupe dentlich rhombische Fliichen erkennen liessen.
Alle diese schwarzen Krystalle geben auf Biscuitporzellan
einen hochrothen Strich; alles , voxn carmoisinroth bis zum
schwarz iet dieselbe chemische Verbindung : Quecksilberoxychlorid, und wir haben es hier also mit der gewohnlichen
Erscheinung xu thiin , dass eine ge6rbte chemische Verbindung, je nachdem sie sich rasch aus Flussigkeiten sbscheidet,
pulverig und hellgefarbt, oder, wenn langsain erzeugt, dunkler
nnd krystal!ischer aafbriit , einw J3rsclieinung also, welche
bestinimte Zustknde nus bestimrnten Verhaltnissen folgen lasst.
Wir werden gleich sehen , dass die augenblickliche rothiiche
Busscheidnng des QuecksilbePoxyehlorids der chemischen Zusammensetzung der Mischung entspricht, wahrend die allmah-
+-
Priifiing des Batr. bicarbonir. siif Gchalt au oinfach kohlens. Natron.
205
lige sich als eine Folge secnndarer Einwirkungen herausstellt. - Auch wenn sicli endlich nichts mehr aus der
beschriebenen Fliissigkeit absetzen will, enthalt sie neben den1
Xatronbicarbonat noch reichlich Qneclisilber gelost,, und zwar
bedeutcnd mehr, als bei der Zersetzung durch einfach kohlensaures Natron. Daraus geht hervor, dass bei Anwesenheit
von mehr d o p p e 1 t kohlensaurem Xatron allch mehr kohlensaures Quecksilberoxyd gcliist bloibt, rcsp. sich nicht freiwillig zersetzt. Und da,raus folgt endlich, class ein gewisser
Ueberschuss von doypell kohlens. Natron iiber das Aequivalent des Quecksilberchlorids jeden rothen Xiedcrschlag, zuletzt,
iiberhaupt jede Bildiing von Qnecksilberosychlorid verhindern
wird. So ist cs in der That. Steigert inan die Menge des
Xatronbicarboiiat,s bis uber das 18 'LO fache des Aequivalents, so erfolgt auch nach liingerer Zeil keiu Absetzen s c h m r zer Krystalle. Also existirt in
sriger Losnng e i n e V e r b i n d u n g v 0 11 k o h 1 e n s a I( r e in Q,u e c k s i 1b e r ox d u n d
B a t r o n b i c a r b o n a t welche bei Anwesenheit von vie1 Bicarbonat durch die vorhandenen Chlorverbindungen nicht zerretzt wird, n-ahrcnd die letzteren bei mangelndeni Bicarbonat
sofort zur Bilclung des Glueclisilberorvc.hlorids disponiren.
(Die Disposition zur Bildung dieses Xijrpers ist im Sllgemeinen eine grosse. &in hernerkt z. B. bei vuliigem Stchen der
Fliissigkeit iiber dew erstcn dunkelrothen Absatz , dass derselbe mit. Kiohlensaurel~erleii wie iibersiet ist , die sich vergrossern und endlich aufbteigen.
Diese Erscheinung riihrt
nicht davon her, dass der ?; i e d e 1%s c h l a. g Tiohlensaure entlasst, sondern davon, dass er, wenn auch mikroskopisch klein,
dennoch ein krystallisirter Korper ist, und dass die bereits
gebildeten Krystalle durch Flachenanziehung die in der Plussiglieit schoii vorhandene Disposition zur Bildung desselben
Korpers unterstutzen. Uesslialb findet seine fernere secundjire
Bildung hauptsachlich an ihrcr Oberflache stalt , an derselben
Stelle iiatiirlich auch das dustreten freier Kohlensiiure a u s d e r
F l u s s i g k e i t , und die Abscheidung des Xorpers erfolgt in
der dunkelsten fast schwarzen Farbung , weil sich grosse
Krystalle iind langeam bilden. Diefie Kryfitallisation set.zt
-I
~
206 Prtfung des Natr. bicarbonic. auf Gehalt an rinfnch kohlens. Natron.
sich 60 lange fort, bis das Satronbicarbonat das Uebergewicht
bekommt und das noch in der Fliissigkeit vorhandene kohlensaure Doppelsalx vor der freiwilligen Zersetzung schiitzt. Eine wichtige Eigenschaft des Quecksilberoxychlorids i s t f e r n e r , sich leicht in Chlornatriumliisung zu losen),
Die ehen erorterten Vorgange sind nun auch maassgebend, wenn Miscliungen aus doppelt und einfach kohlensaurem Natron auf Quccksilberchlorid wirken. Befinden sich
beide Carbonate z u s a m m e n nur im Aequivalentverhaltniss
gegen letzteres, so wird stets mehr kohlensaures Quecksilberoxyd gebildet, als das vorhandcne Bicarbonat in Losung zn
halten vermag: beim Ausscheiden zersetzt sich das kohlens.
Quecksilberoxyd sofort, giebt die Xohlensaure ab und das
Quecksilberoxyd tritt mit Chlor und Quecksilber zum Oxychlorid xusammen , dessen Zusammensetzung und Farbe den
obwaltenden Verhaltnisseii entspricht, d. h. bei iiberwiegendem
Carbonat rascher und heller (braunlich roth) , bei wenig Carbonat gegen vie1 Bicarbonat langsamer und dunkler erscheint.
Uebersteigt aber die Menge beider Carbonate das AequivaIentverhaltniss , ist namentlich TOII vornherein das Bicarbonat
im Ueberschuss vorhanden , so werden die Niederschlage immer weniger schnell und immer weniger hell und pulvrig
fallen, sie werden bei immer grosserer Menge von Bicarbonat
endlicii carmoisinroth und schwarzroth krystallinisch , langsam
und sparlich, und zuletzt gar nicht mehr erscheinen. Und
diese Erscheinungen werden - i m m e r e i n u n d d e r s e 1
b e n Y e n g e Q u e c k s i l b e r c h l o r i d g e g e n i i b e r - in
stets derselben Weise und aufs Genaueste den vorhandenen
Carbonaten entsprechen. Ausdriicklich erwahne ich auch,
dass bei allen diesen Versuchen, so wie bei der nachher zu
beschreibenden Priifungsmethode , die rasches te Mischung der
Fliissigkeiten erforderlich ist , welche auf einander wirken
sollen. Die Erscheinungen Bind dann, wie gesagt, immer
sicher zu beurtheilen und rein objectiv.
BIan gebe sich z. B. nur die Muhe, zehn Gramme kiiuflichen moglichst chlorfreien Natronbicarbonats auf einem klei-
-
-
Prufung des Natr. bioarbonic. auf Gehalt an eiiifnch kohlens. Nat.ron. 207
nen Filter mit Wasser zii deplaciren, und das Abfliessende
in kleinen aber immer gleichen Portionen von 2 Grammen
durch Vermischen mit stets derselben Menge Quecksilberchlorid, z. B. sechs Tropfen der kaltgesittigten wassrigen LOsung zu priifen. Die ersten Portionen werden sofort braunlichroth gefallt werden (Quecksilberoxyd mit Quecksilberoxychlorid), d a m wird die Farbe ails den1 Braunroth in's
Hochroth iibergehcn (pulvrig krystallinisches Oxychlorid) , es
werden dann Yortionen kommen , welche momentan nur die
weissliche Opalisirung zeigcn , nach einiger Zeit aber die
eraahnten schwarzcn Krystalldrusen absctzen (krystallisirtes
Oxychlorid) , und endlich kanu es bci der weissliclien Opalisirung verbleiben, ohne dass auch nacli liingerer Zeit irgend
ein gefarbter Absatz entsteht. Was repriisentiren nun die
sbfliessenden Portionen anderes als Fliissigkeiten , in denen
zunichst das leicht losliclie einfachc Carbonat vorwaltet, dann
das Bicarbonat, dann dieses allein und in grossem Ueberschuss gegen Quecksilberchlorid steht ? Und sind diese Fliissigkeiten nicht wie Butlosungen verschiedener zu priifender
Praparate zu betrachteni Das Verhalten derselben wird in1
Verstandniss ihrer Zusamtnensetzung dem aufmerksamen
Beobachter nicht nur die Richtigkeit alles von mir G-esagten
beweisen, sondern auch aufs Klarste den richtigen W e g
erkennen lassen, der zur Feststellung einer untriiglichen
Prufungsnietiiode des kauflichen Watronbicmbonats diirch &necksilberchlorid fuhren IJIUSS.
Dieser richtige Weg ist nun ganz einfach der, stets
eine bestimnite Nenge Quecksilberchlorid gegen eine bestimmte
Yenge des vollstindig in Wasser gelosten Praparates in Wirkung zu setzen joder gegen eine partielle Losung desselben,
welche stets ganz gleichnilissig hergestellt wird).
Der falsche W e g dagegen ist der, sich unbestimmter Xengen einer bald concentrirten bald verdiinnten Qoecksilberchloridl6sung gegen bald totale, bald zweifelhafte partielle Losungen des zu priifenden Praparates zn bedienen.
Der erstere W e g giebt natiirlich niemals abweichende
Resultate, beim letzteren wechselt das Resultat nach den
208 Priifung des Ndr. biearbonic. auf Gehalt an einfach kohlens. Natron.
Znfalligkeiten, denen man sich in die Hand gegeben, und
denen die Methode ihren iin~~erschnldeten
Nisscredit nnd den
Vorwurf der Subjectivitat verdankt. Sie ist aber nicht nllr
ganz objectiv, sondern auch so genau, dass man den Gehalt
reinen Bicarbonats bis auf halbe Yroeente sicher bestimmen
kann.
Zu ihrcr sichern Ausfiihrung rufe ich nun folgende Thatsachen ins Gedachtniss zuriick :
1) Einfach kohlens. Natron im Aequivalent gegen Quecksilberchlorid fdlt aus dessen Losung sofort ein braunrothes
Gemisch von Quecksilberoxryd und Quecksilberoxychlorid als
pulvrigen Niederschlag.
2) Doppelt kohlens. Satron im Aequivalent gegen Quecksilberchlorid fdlt aus dessen Losung hochrothes Oxychlorid
als krystallinischen Niederschlag.
3j Gemische ails Uarbonat und Bicarbonat, wenn zusammen irn Aequivalent gegen Quecksilberchlorid, geben Fiederschlage, welche misellen denen sub I und 2 genannten j e
nach Verhiiltniss aualoge Zwischenstufen bilden.
1) I n allen drei Fallen bleibt ein erheblicher Theil Quecksilber in Losung, weil die Disposition zur t'ildung von Oxychlorid vie1 Chlor in den Xederschlag fuhrt, und das freibleibende Fatron als doppcltkohlensaures eine cntsprechende Mengc
kohlensaures Quwksilberoxyd in Losung zu halten vermag.
5 ) Wahrend bei diesen Xischungen im Aequivalentverhaltniss die sub 4 genannten Xriifte sich das Gleichgewicht
halten, w-ird bei Vermehrung des Alkalibicarbonats die Loslichkeit des kohlens. Quecksilberoxyds erhoht und die Bildung des Oxychlorids unterdriickt. Die durch Letzteres
erzeugten charaktcristischen Triibungen und AbGtze erscheinen
daher in abnehmendem Grade und langsamer, je mehr Bicarbonat Torhanden ist , nnd sie erscheinen innerhalb gewisser
Zeit gar nicht , sobald die erforderliche Menge Bicarbonah
zugegen ist. Also wird das Ausbleiben der Triibungen und
das Verzogern der Absatze anzeigen. in wie weit diesem
Erforderniss geniigt ist.
~
Priifung des Natr. bicarlonic. anf Gehdt an cinhch kohlens. Sntrou
209
6) Das Quecksilberoxychlorid liist sich leicht in einer
Auflosung von Chlornatrium auf. D i e M e t h o d e i s t d e s s halb n i c h t anwendbar auf Yraparate, welche
e r h e b l i c h e N e n g e n C h l o r n a t r i u m e n t h a l t e n . Denn
diese verhindern oder verzogern die Erscheinung des Quecksilberoxyehlorids. 1 Gramm des Praparats , mit Wasser und
iiberschussiger SalpetersLure zu 10 Grammen Flussigkeit gelost, darf mil Silberlosung nur eine gans leise Opalisirung
geben.
Auf diesen Thatsachen beruht die Methode. Sie erkennt
daher als Criterinm an, dass gewisse nach Gewicht bestimmbare Mengen von Xohlensaure , Alkali und Quecksilberchlorid
entweder sofortige braunrothe KiederschlZge, oder langsam
erscheinende hochrothe krystallinische Susscheidungen, oder
noch spater eintretende schwarzrothe Krystallisationen hervorbringcn. Diese Gewichts - und Zeitverhiiltnisse hat die Methode festzustellen.
Man verfahrt folgendermaassen :
1 Theil Qnecksilberchlorid wird in 20 Theilen Wasser
gelost und die Losung filtrirt.
Ton dem zu priifenden Natr. bicarbonic. werden fur jeden
Versuch 2 Gramme in 30 Grammen TVasser kalt gelost , nnd
zwar in einem verschlossenen Glase, welches nicht vie1 mehr
als diese Losung fasst, und auch nicht durch heftiges Scliiitteln , sondern durch Umschwenken oder sonstige geeignete
Bewegung. (Rei Losung im offenen Gerass, besonders aber
durch Schutteln entweicht Kohlensaure , wovon man sich
leicht uberzeugen kann, wenu man eine in halbgefulltem
Gefasse durch Schiitteln bereitete Losung mit einer in ziemlich gefulltem Glase durch vorsichtige Bewegung bereiteten
vergleichsweise mit der entsprechenden Blenge Quecksilberchloridlosung priift: die Methode ist so fein, dass auffallende
Unterschiede hervortreten).
Die unten vorgeschriebene Menge Queclrsilbe~cliloridlosung wird nun in ein Becherglas (von nicht uber 100 Grammen Inhalt) sehr gonau abgewogen , sodann die Natronbicarbonatlosung rasch hinzugegossen , zur sicheren Mischung noch
Arch. d. Pharm. CXC. Bds. 3. Aft.
14
210 Priifung des Natr. bicnrbonic. auf Gehalt an einfach kohlens. Natron.
einmal umgeschwenkt und das Becherglas zur besseren
Beobachtung der Erscheinungen auf eine weisse Unterlage
gestellt.
Erscheint nun bei Anwendung von 5 Graminen (= 5,o)
Quecksilberchloridlosung innerhalb drei Minuten nur eiae
weissliche Opalisirung, aber weder ein rothlicher Bodenbeschlag (den man besonders yon der Seite gut beobachten
kann), noch einc rijthliche oder briiunliche Triibung, so enthilt das Natrum bicarbonieuni 0 bis hochstens 4 Proc. einfaches
Carbonat neben 100 bis 96 Proccnt Bicarbonat. Treten die
genannten Erscheinungen friiher ein, so ist der Gehalt von
Carbonat grosser als 4 Procent und kann aus der Stiirke der
Erscheinungen geschlossen werden , dass er wenig grosser
oder bedeutend grosser ist.
Derselbe Wortlaut gilt fiir
6,O Grm. Quecksilberchloridlos. geg. Natr. bicarb. v. 0-3 Pr. Garb.
675 ?7
>,
1,
91
7)
,)0-2 7) 7,
770
71
,,
19
17
17
7) O-’
7)
I7
7,5 7)
71
99
77 O‘/S 7 2
>7
(Ein Priiparat von absolut 100 Procent Bicarbonat habe
ich nicht darstellen konnen).
B e i s p i e l e . Der Anwendung der Nethodc geht immer
die allgemeine Priifung voraus , insbesondere auf Chlor, weil
dieses, wie erwiihnt, dic Ausscheidung des rothen Niederschlags
entsprecliend verhindert odcr verzogert. Bci Losung von
1 Grm. Bicarbonat in Wasser und Uebersiittigung mit Salpetersgure zii 10 Grammen Flussighit darf durch Silberlosung nur
eine ganz leise Opalisirang ein treten. Dieser Anforderung
entspricht die Mehrzahl der haparate, selbst der sogenannten
englischen. Schwefelsaores Natron ist ohne Einfluss auf den
chemischcn Process der Methode, eine starke Reaction auf
SchwefelsGure verwirft das Priparat schon an sich.
Sodann priitt man niit 6,O Grammen Quecksilberchloridlosung genan nach obiger Anweisung, und erfahrt, ob das
Praparat uber oder unter 3 Procent Carbonat hiilt; im ersteren Falle wiederholt man die Priifung mit 5,0, im andern
Falle mit 6,5 Quecksilberchloridlosung , und so weiter , und
J )
))
Prifung des Natr. bicarbonic. auf Gehalt an einfarh kohlens Natron.
211
erfahrt dabei den Gehalt genau bis auf halbe Procente. Zum
Beweis theile ich Folgendes mit.
Ich empfing Tor einiger Zeit Muster eines vollig schwefelsaurefreien Praparats (was selten der Fall ist). Urn es auf
einfach kohlens. Natron zu priifen, liess ich ein Pfund pulrerisiren und mischen; weniger sollte man sich nie als Muster
geben lassen, und namentlich nicht einzelne Xrystallrinden
untersuchen. Chlornstrium enthielt cs nur eine Spur. Ich
probirte nun 2 Gramme dqvon zunachst mit 6,O Quecksilberchloridlosung. Innerhalb drei Minuten erfolgte keine Reaction ;
ich wiederholte darauf die Probe mit 7,O Quecksilberlosung
(die Zwischenstufe von 6,5 hatte ich damals noch nicht festgestellt), und da ich wusste, dass diese Menge bei 1 bis
2 Procent Carbonat innerhalb drei Minuten gar keine oder
nur schwache Xrscheinungen giebt, so schloss ich aus der
innerhalb zwei Minuten eintretenden relativ starken Erscheinung, dass das Praparat etwa 2 1/4 Procent Carbonat enthalte.
So gute Krystallrinden waren mir aber in den letzten Jahren nicht vorgekommen , ich misstraute daher meiner Probe,
und unternahm die Analyse. Diese ergab:
2,549 Carbonat,
96,638 Bicarbonat,
0,813 hygroscop. Wasser.
100,000
oder in reinen Procentverhaltnissen 2,569 Carbonat gegen
97,431 Bicarbonat, und meine Probe hatte mich also nur urn
1/4 Procent getauscht.
Dieser Tage empfing ich wiederum Muster , worunter
eins fast frei von Chlornatrium und Glaubersalz. Mit 6,O
Quecksilberchloridlosung gepriift , zeigte sich nach der ersten
Ninute ein rotlilicher Bodenbeschlag und gleich darauf eine
deutliche rothliche Triibnng der Fliissigkeit ; es enthielt also
iiber drei Procent Carbonat. Darauf mit 5,O Queeksilberlosung gepriift, zeigte sich nach der zweiten Minute ein lusserst
schwacher rothlicher Bodenbeschlag , nnd eine kaum sichtbare
rothliche Triibung. Das Praparat enthielt also auch iiber
14 *
212 Priifung dc.i Satr. bicarbonic. n u f Cclinlt .in ~ j n f n r hliohlens. Nafrnn.
4 Procent Carbonat, da aber die Erscheiniing eiiie s o sch\vache
war, so entschied ieh mich f.ir 4% Procent. Hierauf nnternahm irh die Analyw. Sic ergab:
4,36 Carbonat,
93,81 Bicarbonat,
1,80 hygroscop. IYasser
____
100,oo
oder in reinen Procentverhiiltnissen 4,44 Carbonat gegen
95,56 Bicarbonat.
Dies sind gewiss befriedigende Resultate.
Gern gebe ich zu, dass es zii ciniger Sicherlieit fur
solch Urtheil auch hinreichender Uebung bedarf, allein dieselbe ist so schwer nicht zu erlangen, und schon die einmalige Durcharbeitung der in dicseni Aufsatz angefuhrten Reactionen wird Verstiiiidniss der Ersclieinungen und niit dcmselhen auch richtiges Urtlieil zu eigen machen. Ich unterlasse
nber nicht zu hemerken , dass man Beliufs Anfertigung der
versehieden procentigen Xiscliungen nus R’ntr. bicarbonicum
und carbonicnni nicht bloss das erstere z u analysiren, sondern
auch das letztcre genau ZII iintersuchen hat;, ob es n i c h t
A e t z n a t r o n c n th a 11c. Dies ist aber hiiufig der Fall, und
wurde naturlicdi unricli tige Resultate geben. Sogar, oder
gerade das reinste , sowohl trocknc als krystallisirte , weil
es durch Glulien vo11 doppelt liolrlens. Natrmi bereitet wird,
enthiilt zuwcilcn riel i h t z n n t r o n .
Naclideln ich hierniil dic \~~ur~iiglic;hkeit
clcr Anwendung
des Quecksilherchloriclr; hewieseii zu liaben glaube , will ich
noch erwiihncn, dass nian sich zur oberflachlichcn Beurtheilung
eines Praparatcs :tuch der particllen Losung desselben in
folgender einfaclien , allerdings wenigcr sicheren Weise bedienen kanii. Xan schiitt,elt 3 Grainnw dcs Priipnrats in einem
e rriit 15 - 20,O Tasser durch
circa 30,O fassenden Rcngir
ein paar Armschl6ge a n ,
liisst sofort wieder absetzen j
dann tropfelt nian in die klar ahgesetzte Fiussigkeit 10 Tropfen kaltgeslttigte Quecksilherchloridlosung ein , und bewegt
gelinde, um in den oberen Schichten einige Nischung zu
bewirken. Bloese w
lichc Opnlisirnng erldgrt das Praparat
Prufuag dss Iiatr. bicarbonic. auf Gehult a n cilifaeh kohlells. Xittron
219
fur gut (unter 3 Yrocent Carbonat); baldige aber geringe Edthung fur auf der Grenze stehend (3--3l/, Procent) und
starke Rothung oder gar sofortige briunlichrothe Fallung fur
ganz verwerflich. Xaturlich gilt dies ebenfalls nur fur moglichst chlorfreie Yriiparate. 1)er Versuch kann etwas verschieden ausfallen , je naclidem das Praparat feiner oder grbber gcpulvert ist , iind also mehr oiler weniger Sicarbonat
wahrend der rawhcn Operation mit in Losung geht. nit.
1teactionserschc.inungen sind init solch einer partiellen Losung
absolut stkrkcr , relatir sber clnrchaus nicht schiirfer unter
einmder abgegrenzt, als es bei den totalen der Fall ist, und
die Schwierigkeit der nothigen gleichniiissigen Herstellung MJ
wie die grossere Uinstandlichkeit (genaue Temperaturbeobachtung, Filtration ti. s. w.) lassen keinen Augenblick in Zweifel,
dass die totale Lowng den Torzug verdient.
Aucli bci einigem Chlorgehalt ist meine Ilethode weriigstens insofcrn zu eineni Grtheil geeignet , als ein fmgliches
Praparat, wenn es trotz dieses Chlorgehalts die bezeichncte
Erscheinung giebt, urn so bestimmter zu verwerfen ist.
Auf keinen Fall rathe ich zii einer blossen iind nur fliichtigen Kohlensiiurebestimmung. Nan sol1 hierzu zwei Glaser
niit dem Praparat nnd verdiinnter Saure tariren, die Siinre
ini Ueberschuss zum Bicarbonat bringcn, nnd nach beendigter
Uebersittigung den Gewichtsverlust bestimmen.
Hierbei
erhalt man aber so vie1 Kohlensdure zu wenig, dass man ein
YrLpsrat nm 3% Procent z u schlerht beurtheilen kann. Denn
die Saturationsflussigl~eiterkaitet sieh stark (daher das Glas
stark mit Thau beschlagt, melcher abzuwischen ist) , und halt
bedentende Mengen Kohlensiinrc durch Absorption zuriick.
50,O Fliissigkeil von so niedriger Temperiltur kiinnen 0,2
Kohlenbaure absorbjren , was anf ,5,U Substanz einen enormen
Fehler giebt. Und wenn man die ganae Xenge der gefundenen Kohlcnsknre auf Bicarbonat berechnet , wkhrend ein
Theil derselben dem iminer rorhandenen Carbonat angehort,
RO ist dies ein Fehler, der zwar in entgegengesetxter Richtung wirkt, gewiss abrr nur hochst zufiillig den ersten compensiren wird.
214
Bemorkunyen ubcr die Sulfide des Antimons.
Zum Schluss wiederhole ich, dass man augenblicklich an
das flandelspraparat kcine hoheren Anforderungen stellen
kann, als dass es nicht iiber 3 Proc. Carbonat enthalte, dass
also 2,0 Grm. davon in 30,O Grm. Wasser nach Vorschrift gelost
und zu 6,0 Grm. der Zwanzigstel Quecksilberchloridlosung gegossen erst nach drei Minuten eine sparliche Ausscheidung von
Quecksilberoxychlorid geben diirfen. Man verwirft hierrnit
schon die grosse Mehrzahl der mit parum crystallisatum
bezeichneten theuren Krystallrinden , von denen ich erst kurzlich eine Probe A 18 Thaler mit weit uber 6 Procent Carbonat erhielt! Mogen Fabrikanten auf die von mir vorgeschlagene Bearbeitung des sogenannten englischen Natr. bicarbon.
aufmerksam werden, welches jetzt nur 6 bis 7 Thaler kostet,
nnd aus welcheni sicli leicht ein vorzugliches Praparat mit
nur 11/2 Procent Carbonat fur 9 bis 10 Thaler wird gewinnen lassen.
Benierkungeii iiber die Siilfide des Antimons ;
von G. C. W i t t s t e i n . " )
Seite 395 des 3. Heftes meiner Vierteljahrsschrf. f'iir
pract. Pharm. (1869) ist die Thatsache, dass das Antimon, besonders wenn es sioh im Zustande der hochsten Saurungs- (oder Chlorungs -) Stufe befindet, durcli Schwefelwasserstoff anfangs nicht orangeroth , sondern gelb niedergeschlagen wird, wieder zur Sprache gebrncht, und da es
doch nicht unwichtig war, sich ni vergewissern, ob e ~ i sich
hier urn eine bloss physikalische Erscheinung handele oder
ob derselben auch eine cheniische Reaction eu Grunde liege,
so entschloss ich mich zu einigen Versuchen daruber.
I n letzterer Beziehung erschien es niimlich, bei der
grossen Aehnlichkeit, welche die Metalle Antirnon nnd Arsen miteinander haben, nicht unmoglich , dass die hochste
") Als Beparatabdruck
eingesandt.
aus der Vierteljahrsschrift Torn IIrn. Verf.
Die Red.
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
1
Размер файла
1 072 Кб
Теги
kohlens, gehalt, natr, bicarbonic, prufung, auf, des, natron, einfache
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа