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Quantitative Bestimmung des Cantharidins in Canthariden und Cantharidentinktur.

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A. ICneip, N. Ney
11.
F. R c i t n c r s : C'aiifli,ilr.idinlic.;tirnmunfi.
259
Zusammenfassung.
Es w i d ge-igt,
daB sicb li-ydrargyrometrisch bestimmeri
b s e n : Blausliure (auch neben Benzaldehydcyanhydrin) und
Cyanide, Bromide und Jodide fatach Eisenjodiir in Sirups Ferri
jodati). Zur Bestimmung von Chloriden und von Blausiiure in
Benzaldehydcyanliydrin hat sich die geschilderte Methode nicht
als brauchbar erwieaen.
Quantitative Bestimmung des Canthaxidins in
Canthariden und Cantharidentinktur.
Nach Versuchen von A. K n e i p, N. N e y und F. R e i m c r s.
(Eingegmgen den 1. 11. 1911.)
Die H a g e n - B u c h o 1 z - Stiftung des Deutschen Apotheker-Vereins hat fur das Jahr 1909/10 die Preisaufgabe gestellt :
,,Es wird eine vergleichende Untersuchung der Verfahren
verlangt, die zur Bestimmung des freien und gebundenen Cantharidins in Cantliariden und Cantharidcntinktur vorgeschlagen sind.
Fur die Untersuchung selbst sind neben Handelspraparaten
aurh ein Cantharidenpulver und eine Caiitharideiitinktur zu verwenden, die von den1 Vorsitzenden des Kuratoriums (Herrn Geheimen Regierungsrat Prof. Dr. E. S c 11 m i d t - Marburg) zu beziehen sind. Ferner sind die bei den Verfahren unterlaufenden
Fehler durch Versuche mit reinem Cantharidin, bzw. cantharidinsaurem Salz zu ermitteln."
Wie im Vorjahrel) sind auch diesmal die drei preisgekrijnten
Arbeiten kritisch durchgesehen und zusammengefaBt worden.
Im folgenden wird uber die Methoden zur Bestimmung des
Cantharidins berichtet, wahrend die Bestimmtlngen des Aschen-,
Feuchtigkeits- und Fettgehaltes, die iiber den Rahmen der Aufgabe hinausgehen, gesondert a h Anhang mitgeteilt werden.
Cantharidin, dessen Konstitutionsformel nach H. M e y e r2)
folgende ist,
CH
H,C'
>CCHz--COOH
CH, '-0
H,C\>ICCO
P
I)
l )
a
2
Vergl. Arch. d. Pharni. 248, 303 (1910).
Vergl. Wien. akadem. Monatsh. 18, 409; 19, 707; 21, 967
17*
2(;0
A. K n e i p , K. N r y
11.
F. Rcimers: C'niitharidirlbcstiluInung.
koiriint in den Cantliar iden teils frei, teils gebuntieii m r ; wom11
gebuden, ist nnch nicht mit Sicherheit festpeswt. Die Literaturangaben uber die Loslichkeit des Cantharidins haben S e 1f und
C, r e e n i s h') tabellarisdi zusammengestellt.
Diese Tabelle ist
von R e i m e r s durch die Angaben W a 1 b urn's, D i e t e r i c h's
und eigene Bestimmnngen erweitert worden : (Siehe S. 261).
Der Srhmelzpunkt chernisch reinen Cantharidins ist 218O.
Nacli keiner der im nachstehenden aufgefuhrten Methoden erhiilt
man es so rein; meist lie$ der schmelzpunkt bei etma 210O; am
Iioclisten (313-2140) ist er hei dein nach 8 e 1f und G r e e n i s li
(Vrrfahren Go. 11) isolierten Cantharidin. Das ist derselbe Schmolzpunkt, den Cantharidin. pnriss. Merck aufueist.
Cantharidin ist son-ohl fur sicli wie mit Dampfen von Losungsmitteln fluchtig.
R c i in e r s hat die Fluchtigkeit reinen Cantharidins ermittek,
indeni er die betreffeiide Menge auf einem Ulirglase im Trockenschranke erwarmte :
G e wi ch t m v e r 1US t i n P r oz e n t en:
von
Gramm
I
I
0,2719 I
0,2115 1
0,2270 1
0,2112
0,3009
0,2343
'
bci
15"
40"
50"
60"
800
1
0
0
0
0
0,186
2,475
24
__~
0
0
0
0,095
0,385
5,975
0
o0
0,088
0,190
0,571
9,219
l
;
0,176
0,379
0,836
13,530
I
0,047
~ 0,094
o
0,308 0,440
0,568 0,757
1,321 1,823
26,402 39,223
~0,141o
0,528
0,946
2,308
45,966
A4uchN e y stellt fest, daB Cantharidin, wenn es zwei Stunden
bei 60° gctrocknet n-ird, nur einen ganz geringen Verlust erleidet,
der vernachlbsigt verden kann.
Weiter hat R e i m e r s die Fluchtigkeit des reinen Cantharidins mit den Diimpfen einiger Losiingsmittel bestimmt, wobei
jedesmal 100 g Losungsmittel und iihnliche Mengen Cantharidin,
wie oben angewandt, verdampft nurden. Es gingen, in Prozenten
ausgedruckt,, iiber: Mit C h 1 o r o f o r m aus dem Wasserbade von
looo 1,71, loei 200 g Chloroform 3,26; aus dem Wasserbade von
75O 0,25, bei 200 g Chloroform 1,525; niit A e t h e r O,ll, niit
I ) Pliarin. .Jourii, 1907, I., 344; dort fiiirl(.t sic11 auch r i m gutc
Uebersiclit iihsr clitx i i l t c r t Iitcratur.
4
a
k
4
3
')-Diet. d. Chimie Bd. 2, S. 726.
3,
1, 501.
Jahresber. d. Pharm. 1871, S. 153.
-
loslich
1:66
1:475 1:66,7
Pharm. Journ. (3),
1:583
96 YoL%
;
6
&
1:923 absolut
1:567
Americ. Journ. Pharm. 1852, S. 294.
1:s
ldslich
L
P
I2
__
-
.
I
8
*
m
m
1:71
1:89
-
-
leicht oslich
loslich
leicht iiislich
1:m 1 : s
-
l:M)o
-
heiS
1:30
kalt
1:200
*)
....
kalt
1 :952
IU&t lhl
1)
Reimers
.
Walbumo) ..
Dieterich').
.
Wnrtz4). . .
Schmidt6). .
-
-
1:34
kalt
nn1081.
heiS
-
heiS
1:48
- ldslich liislich
1:38 1:900
1:3300
- L:2OOO 1:38 1:556
.. -
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Rennarda)
Procterl)
4
liislich ldslich
__ __ __
-
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-
.. . leicht
Ihlich
Tichborne*). -
~~
38
=-~
T a b e l l e I.
1:5291
1:30000
-
I:3oooo
onldsl.
1:5500
mliisl,
disl.
$4
825
k
-
s, E. S c h m i d t , Ausf. Lehrb. d. pharm. Cheinie.
E, Pharm. Zentralh. 50, 664 (1909).
') Helfenberger Annal. 1889, 19.
Loslichkeit des Cantharidins.
=
U
wJ
t4
s
99
262
A. Kneip, N. Ney u. F. Reimers: Cantharidinbestimmung.
A c c t o n 0,21, mit B e n z i n 0,27, mit A l k o h o 1 0,85, mit
B e n z o 1 0,92, mit E s s i g e s t e r 2,0, mit W a s s e r 4,67%.
Alle in der Literatur vorgeschlagenen Methoden zur quantitativen Bestimmung des Cantharidins zerfallen in drei Hauptteile: Erstens die Extraktion, der bei der Bestimmung des Gesamtcantharidingehaltes das Ansiiuern mit Salzsaure vorausgeht, w a r e n d
dies bei der Bestimmung des freien Cantharidins unterbleibt ;
d a m die Reinigung und zum SchluB die geuichtsanalytische Bestimmung des Cantharidins.
Auffallend ist, daB bis jetzt noch nicht die rnaBanalyt'ische
Bestimmung des Cantharidins versucht wurde; Cantharidin lLBt
sich nach H. M e y e rl) mit 1/2-Normal-Kalilauge (Phenolphthalein
als Indikator) genau titrieren.
A. Cantharidinbestimmung in Canthariden.
Im folgenden sind nur diejenigen Methoden beriicksichtigt,
nach denen Cantharidin quantitativ bestimmt werden soll ; die
Verfahren von R o b i q u e tz), dem Entdecker des Cantharidins,
von W a r n e r3), W i t t s t e i n4), T h i e r r y6), P r o c t ere),
F u m o u z e7),
G e n e v o i s*),
H a g e rg),
L i s s o n d elO),
E. D i e t e r i c h (1880)11),F l u c k i g e r 1 2 ) und E. D i e t e r i c h
( 1891)13) sind nur als Darstellungsmethoden gedacht und deshalb
iibergangen. Die Ergebnissc. die R e i m e r s bei dem Versuche
erhielt, einige dieser Methoden zur quantitativen Bestimmung zu
benutzen, sind in der Tabelle No. I11 enthalten.
l)
Wien. akdem. Monatsh. 18, 396 (1904).
2,
Ann. d. Chimie 76, 302 (1810), ref. in Journ.
f. Chem. u.
Pharm. 4, (1812).
Nach W i t t s t e i 11, Prakt. Pharm. 7, 86.
4) In W i t t P t e i n, Chem. Priiparate, Bd. 6 (1867).
6, Ann. d. Chimie 15, 315.
News Repert. f . Pharm. 1852, 322.
') Ref. Jahresber. d. Pharm. 2, 303 (1867); Orig. Journ. Pharrn.
chim. (4), VI., 161.
Ztachr. d. osterr. Apoth.-Ver. 12, 16 (1874).
s, H & g e r's Kommentar z. D. A.-B. I (1873).
lo) Journ. Pharm. Chim. (4), 11, 233 11870).
11) Pharm. Zentralh. 21, 87 (1880).
l2) Pharmakognoaie S. 288 (1893).
13) Helfenberger Arm. 1891, S. 1.
6)
A. Iineip, N. Ney u. F. 12eimers: Cniitliaridinbestiii~iig.
263
I. Extraktion init Liisungsmittel ohne Ziimtz.
1. V e r f a h r e n v o n M o r t r c u x l ) .
(Aether als Extraktionsmittel.)
Man erschopft 40 g Canthariden in einem Payen’schen Extraktionsapparate mit Aether, wozu mindestens drei Stunden erforderlich sind, gibt die iitherische Losung in eine Schale, spiilt rnit Chloroform und Aether nach, liil3t die Lijsungsmittel bei liochstens 40° verdunsten und iibergieljt den Ruckstand rnit 50-60 ccm Schwefelkohlenstoff. 1st die Massr davon dimlidrungen, so giel3t man sie auf ein
doppeltes Filter, zu dem man zwei Stiicke Filtrierpapier von gleichem
Gewichte benutzt hat, wLischt Schale und Filter rnit Schwefelkohlenstoff BUS einer Spritzflasche nach und wiigt, indem man das untere,
leere Filter als Gegentara gebraucht. Die Gewichtsdifferenz der beiden
Filter gibt das Gewicht des in 40 g Cantharidenpulver enthaltenen
Cantharidins an.
Die Metbode stammt aus einer Zeit, wo man noch nicht wunte,
da13 ein betrachtlicher Teil des Cantharidins in den Cantheriden
gebunden vorkommt.
Das Auswaschen rnit Schwefelkohlenstoff ist fehlerhaft, da
Cantharidin in Schwefelkohlenstoff betrachtlich loslich ist. Die
Verwendung von Doppelfiltern gleichen Gewichts ist beachtenswert.
II. Extraktion mit Losungsmitteln unter Alkalizusatz.
2. V e r f a h r e n v o n K r e m e P ) .
(Mit Ammoniak.)
20 g Cantharidenpulver werden im Extraktionsapparate mit
95xigem Alkohol erschopft, der Auszug rnit 5 ccm Ammoniak und
20 ccm Wasser versetzt und in einer Porzellanschale auf dem Wasserbade vom Alkohol befreit. Nach Zusatz von noch etwas Ammoniak
wird die Fliissigkeit im Schcidetrichter so oft rnit Aether geschiittelt,
bis dieser nichts mehr caufnimmt, dann rnit Schwefelsiiure angesiiuert
und ihr das Cantharidin rnit Chloroform entzogen. Das Chloroform
liiBt man ini gewogenen Krystallisierschiilchen bei gelinder W h e
verdunsten, spiilt den Ruckstand mit einigen Tropfen Schwefelkohlenstoff ab, trocknet das Cantharidin bei looo und wiigt. Um das Cantharidin nach dieser Vorschrift in der T i n k t u r zu bestimnnien, versetzt man die Tinktur mit Ammonit& und v e r f i t wie oben (vergl.
dam Teil B).
Die Methode liefert unreines und erhebljch zu wenig Cantharidin, da sic eine Anzahl Fehlerquellen hat. Eine verdiinnte wiisserige
I)
Journ. Phann. Chim.
1864, Juli;
Arch. d. Pharm. 173,
233 (1885).
8,
Pharm. Post 554 (1886); Apoth.-Ztg. 13, 7 (1898).
264
A. K n e i p , N. Ney LT. F. Reimers: Cantharidixibestimmung.
Losung von cantharidinsaureni Aninionium scheiclet auf Zusatz
von Mineralsauren weder Cantharidin aus, noch lafit sich daraus das
Cantliaridin ausschiitteln]). Verluste entstelien weiter beim Abspiileii
des Cantharidins mit Schwefelkohlenstoff und bcim Erliitzen auf 100".
3. V e r f a h r e n v o n D r a g c n d o r f f 2 ) .
(Mit Magnesia.)
25-30
g gepulverte Canthariden wcrden niit Petroleumather
entfettet; f i i r 100 ccm des letzteren sind 0,0108 g Cantharidin in Rechnung zu bringen.
Das entfettete Pulver wird mit 1/5 seines Gewichtes Magnesia
oder Natronlauge zum diinnen Brei angeriihrt und im Wasserbde
ausgetrocknet. Der Ruckstand wird gepulvert, in einer Flasche mit
25-30
g Chloroform durchtriinkt, unter Abkiihlen mit verdiinnter
Salzsaure bis zur stark sauren Reaktion gemischt und dreimal rnit
je 30 g Aether ausgeschuttelt. Die bcim Verdunsten des filtrierkn
und rnit Wasser gewaschenen iitherischen Aubzuges hinterbleibende
krystallinische Masse wird rnit moglichst wenig Weingeist auf ein
tsriertes Filter gebracht und hier schlieI3lich noch rnit 2-3 ccm Wasser
gewaschen. Fiir je 10 ccm des zum Auswaschen benutzten Weingeistes
werden 0,0077g und fiir je 10 ccm Wasser 0,0005 g Cantharidin der gefundenen Cantharidinmenge zugerechnet. Hat man die Canthariden
nicht rnit Petroleumiither entfettat, so erhklt man nach Abdunsten
der Aetherausschuttelung das Cantharidin rnit Fett gemengt, welch
letzteres durch Schwefelkohlenstoff beseitigt wird. Fiir je 10 ccni
Schwefelkohlenstoff sind 0,0018 g Cantharidin dein gefundenen zuzurechnen. T i n c t u r a C a n t h a r i d u m wird niit Zusatz von Natronlsuge verdunstet, der Ruckstand rnit Salzsiiure angesauert und
dann wie oben behandelt.
Das Cantharidin, das man nach dieser Methode erhiilt, tiat
einen Stich ins Griinliche. Die Resultate sind vie1 zu niedrig, da
dw zum Waschen des atherischen Auszuges benutzte Wasser Aether
aufnimmt und so Cantharidin entfernt, mehr noch der Weingeist.
Weiter lafit sich das mit Magnesia eingctrocknete Pulver niclit
quantitativ aus der Schale entfernen, und schlieBlich ist die fur
Schwefelkohlenstoff angesetzte Korrektur zu gering.
4. V e r f a h r e n v o n D r a g e n d o r f f - B l u h m 3 ) .
(Mit Magnesia.)
g
Etwa 26-30 g gepulverte Canthariden werden rnit 8-10
gebrannter Magnesia und der notigen Menge Wasser zu einem Brei
-
1)
Vergl. H o m o 1 k a, Rerl. Ber. 1082 (1886), mid
d o I: f f, Neues Repert. f. Phann. 1880, 447.
2)
3)
I) r
agen
D r a g e n d o r f f , WertbestimmLuip von Drogen, S. 104.
D r a g e n tl o r f f, Werthestiuimmg von Drogen, S. 104--108.
-
A. l i n e i p , Ir;. Ney
11.
F. R e i m r r s : C'antliaridinbestimrnung.
2F5
angerdirt und auf den1 Danipfb.:de zur Trocknc gebracht. Die trocktmc.,
zerriebene Mmse wird init verdunntm Schwefelsaure iibersiittigt urid
sogleich mit Aether geschiittelt, was solange mit neuen Mengen Aetlier
wiederholt Wird, als dieser Cantharidin aufnimmt. Die gereinigten
Aetherlosungen werden rnit Wmser gewaschen, dann destilliert, wobei
ein Ruckstand, vorzugsweise aus Cantharidinkrystallen und Fett bestehend, hinterbleibt. Dieser wird, nachdeni er mindestens 24 Stunden
mijglichst kalt gestanden hat, mittels Schwefelkohlenstoffs auf ein
sehr kleines zuvor gewogenes Filter gebracht, dann rnit Schwefelkohlenstoff des Fett und hierauf rnit Alkohol von 90-93% Tr. geringe Mengen
einer fremden gelbm Substanz ausgewaschen. Das so erhaltane Cantharidin wird bei 1000 getrocknet und gewogen. Fiir je 10 ccm des
zum Auswaschen verbrauchten Schwefelkohlenstoff werden 0,008 g,
fii je 10 ccm AlkoholO,OO24 g zuin Resultate der Wagung hinzugerechnet.
Die Fehlerquellen der D r a g e n d o r f f'schen (No. 3) Methode sind durch diese Abanderung nicht bweitigt; d m gleiche
gilt von dem
5. V e r f a h r e n n a c h D r a g e n d o r f f - R e n n a r d ' )
(mit Magnesia)
das sich nur in belanglosen Kleinigkeiten von den1 vorigen unterscheidet. Auch das
6. V e r f a h r e n v o n D r a g e n d o r f f - C : r e e n i s h 2 )
(mit Sodalosung)
unterscheidet sich nur darin, da13 es die Canthariden rnit Sodalosung befeuchten 1aBt ; die Reinigung erfolgt durcli vcrdunnten
Alkohol und durch Petrolather. Wenn das Verfahren auch den
Schwefelkohlenstoff aufgegeben hat, so bleiben die iibrigen Fehlerquellen doch bestehen.
7. V e r f a h r e n \ - o n P u r a n S i n g 3 ) (1902).
(Mit Nat ronlauge.)
Das Verfahren beruht auf der Beobachtung N a g a i ' s , dalJ
cantharidinsaures Natrium in Alaunlosung loslich ist. Das Verfahren ist ein Jahr spater vom Autor durch ein anderes (vgl. No. 14)
ersetzt worden; die Resultate sind zu niedrig: statt 0,065 Cantharidin erhielt N o y 0,057 g Cantharidin.
1. c.
P h a m . Ztg. 1880, 214.
s, Journ. Phann. SOC. Japan 239 (1902); ref. in Pharm. Ztg.
8 7 7 (1902); dieverfahren von P u r a n S i n g (No. 7 11.14) finden eich 80
verechiederi referiert, deB man sich keiri klarev Bild ohne die Originalliteratiit rnschen kann, die leider nicht zu beschnffen war. Ref.
1)
z,
266
A. K n e i p , N. Ney u. F. Reimers: Cantharidinbestirnmung.
8. V e r f a h r e n v o n N a g e l v o o r t l ) .
(Mit Natronlauge.)
10 g Canthariden werden mit 10% iger Natronleuge oder Sodalosung befeuchtet und 6 Stunden lang an einen warmen Ort gestellt.
Die brocklige Mmsse wird nun rnit Salzsiiure angeeuert, von neuem
getrocknet und im Soxhlet rnit Chloroform (ungefiihr 5 0 ccm) 3-4
Stunden 1ang extrahiert. Nach dem Abdampfen des Chloroforms wird
der Ruckstand mittels Schwefelkohlenstoffs vom Fett befreit und denn
wieder in Chloroform gelost. Die Fliissigkeit wird durch Holzkohle
abfiltriert und dann zur Troche abgedampft, worauf das Centharidin
gewogen werden kann.
Das Verfahren liefert zwar ziemlich reines Cantharidin, berucksichtigt jedoch nicht den Verlust, der durch das Auswaschen
mit Schwefelkohlenstoff, sowie durch das Umkrystallisieren unter
Kohlezusatz entsteht.
Keines der acht bis jetzt besprochenen Verfahren ist zur
quantitativen Cantharidinbestimmung geeignet ; No. 1 beriicksichtigt das gebundene Cantharidin nicht, No. 2-8
erreichen,
abgesehen von anderen Pehlerquellen, nur eine unvollkommene
Extraktion ; offenbar ist das Alkali bei den angewandten Konzentrationen zu schwach, und es ist wenig wahrscheinlich, daB
Methoden rnit alkalischer Extraktion brauchbar sind.
n1. Xxtraktion mit Losungslnitteln unter
Siiurezusatz.
a) Benzol als Losurqsmitlel.
9. V e r f a h r e n n a c h L B g e r 2 ) .
(Benzo13)als Extraktionsmittel.)
In einer Flasche rnit weiter Oeffnung werden 25 g Cantharidenpulver rnit 125 ccm Renzol und 2 ccm Salzslime ubergossen. Die gesclilossene Flesche liiI3t man unter iiftorem Umschutteln 3 Stynden
bei 60-65O stehen und giel3t nach dem Erkalten den Inhalt in einen
Scheidetrichter, der rnit einem mit Benzol befeuchteten Wattebausch
versehen ist und a d einem Kolben aufsitzt, filtriert ab und ltmgt bis
zur Erschopfung mit Benzol eus. Dann werden die BenzollGsungen
auf dem Wmsserbade abdestilliert, indem man rnit den diinnen Losungen beginnt. Der Rest des Benzols wird durch Einblasen von Luft
Americ. Journ. Phann. 63, 12 (1891).
Cod. franpais 1908; Journ. Pharm. Chim. 1903, 17, No. 10.
0 ) Sowohl in der deutschen Literatur, wie auch von zweien der
Bearbeiter ist irrtiimlich das franzosische BenzGrie oder Benzine des
Cod. med. Gall. niit Petrolather statt Init Benzol ubersetzt.
l)
2)
A. ISneip, N. N e y
LI.
F. R e i m e r s : Cantharidiiibestimriiung.
267
in das in heiBes Wasser gestallte Kolbchen cntfernt. Nach dem Erkalten setzt man Petroliither zu, der unterhalb 50° siedet und 1iil;it
12 Stunden stehen. Die Fliissigkeit wird durch e i n bei 60-65O getrocknetes Filter von 7 cm Durchmesser filtriert, welches vorher rnit
Benzol angefeuchtet ist. D ~ Mwird rnit 24 ccm Petroltither, die auf
viermal verteilt werden, ausgewaschen. Filter und Kolben werden
e k e Stunde lang bei 65O getrocknet und gewogen. Das Gewicht darf
nicht unter 0,l g betragen, entsprechend 0,4%.
Die Methode liefert zwar ein schon krystallisiertes und wenig
gefarbtes Cantharidin, aber die Extraktion durch Perkolieren ist
nicht nur umstandlich, sondern auch unvollstandig, aul3erdem der
Verbrauch an Renzol ziemlich prol3. Die Resultate sind zu niedrig.
10. V e r f a h r e n n a c h O v e r t o n ] ) .
(Benzo12) als Extraktionsmittel.)
20 g fein gepulverte spanische Fliegen werden mit 3 ccm starker
Salzsiiure durchfeuchtet und drei Stunden lang rnit Benzol im S o x h 1 e t’schen Apparate ausgezogen. Nach vollendeter Extraktion wird
das Benzol im Wasserbade abdestilliert und am dem Riickstande die
letztan Spuren Benzol durch Einblasen von Luft in das Kolbchen,
das in ein Wasserbad von 50° gestellt wird, entfernt. Der Riickstand
in dem Rolben wird dann durch Petroleumlither von Fett und durch
ein wenig Alkohol von Harz befreit und die Waschfliissigkeiten durch
ein Filter gegeben. Filter und Kolben werden bei einer Temperatur
von 60° getrocknet und gewogen.
Nach der Methode erhiilt man zwar nahezn reines Cantharidin, aber etwas zu wenig, da die Reinigung mit Alkohol Verluste
bedingt.
11. V e r f a h r e n n a c h S e l f u n d G r e e n i s h * ) .
(Henzol2) als Extraktionsmittel.)
20 g Cantharidenpulver werden in einnni Morser rnit 3 ccm 25%igcr
Ralzsaure durchlenchtet imd d ~ n n
2 Stunden lang auf dem Wasserbade
im S o x 11 1e t’schen Extraktionsapparat rnit 80 ccni Benzol extrahiert.
Nach vollendeter Extralrtion wird daa Benzol im Wasserbade abdestilliert und ails dem Riickstencle durch Einhlasen von Luft in das in
hcil3es Wasser eingestellte Kolbchcn nach Moglichkeit entfernt. Das
abdestillierte Benzol sohutklt man dreimal init je 20 ccm und dann mit
10 ccm 1%iger I<elilauge aus, um darin befindliche Spuren von Can-
Pharm. Journ. (4), 24, 325 (1907).
*) Das origlische benzene ist in den meisten deutschen Referaten
und von zweien der Bearbeiter ah Petrolat,heriibersetzt, wiihrend darunter
Ueiizol zu verstehen ist.
Pliarni. Journ. (4), 324 (1907).
268
A. I i n e i p , N. N o y u. I?. Reimers: Cantharidinbestimmung.
tharidin zu gewinnen, sauert nun die alkalisclieii Aussehiittelungen init
Salzsilure an, fiillt die Fliissigkeit nlit Wasser auf 105 ccm auf und
vereinigt sie mit deiii im Kolbchen verbliebenen Cantharidin und Fett enthaltenden Riickstande. Nun kocht man das Geniisch 10 Minuten lang h i
aufgesetztem Kuhler und bringt, nachdem sic11dasFett von der wiisserigen
Fliissigkeit getrennt hat, von letzterer 100 ccm noch hei13 mittels einer
Pipette in einen Scheidetrichter von etwa 500ccni Inhalt, kocht den Riickstand im Rolbchen noch viernial rnit je 50 con1 Wasser 5 Minuten lang
tinter ofterem Schutteln, und fiigt die wlisstrigen Fliistligkeiten imriirr
der im Scheidetrichter befindlichen zu. Diese wird liierauf mit 3 cciii
konzentrierter Salzsiiure versetzt und nacheinaiider mit 30, 30, 20 uncl
20 ccm Chloroforni ausgeschiittelt Die vereinigten ChlorofoimlGsungen
bringt man in ein tariertes I<olbcheii, destilliert das Chloroform el)
und entfernt durch gelindes Erwiirmen die letzten Chlorofonnspureri
RUS deni Ruckstand.
Diesen wiischt man der Reihe nach niit 5 ccni,
5 und 2 ccin riner init Cantharidin gesiittigten Mischung aus gleichen
Teilen absoluten Alkohol und Petrolather, gieBt die Waschfliissigkeit
durch ein Wattebauschchnn, das sich aiif einem kleinen Trichter befindet, ab und wascht das Kolbchen und die Watte init Petroliitlicr
nach, bis letzterer beim Verdanipfen keinen Ruckstand mehr hinterIiiBt; dann iibergieot man die Watte mit cin wenig Chloroform, das
iiiaii in das Kolbchen lrsufen lafit, uin etwa zuriickgehaltenes Cantharidin zu losen, verdampft das Chloroform imd trocknet bci 6O-G5O
bis zum konstanten Gewichte.
.
Die allerdings etwas umstiindliclie Methode gibt ausgezeiclincte
Resultate und ein sehr reines Cantharidin (Schmelzpunkt 212 bis
21 4"). Das dreimalige Aussrliiitteln des abdestilliertrn Renzols
kann n-egfallen, da bei dcr Destillation iiur Spuren Cantliaridin
init ubergehen. Fur die pharmazeutische Praxis ist es vielleicht
unbequem, daR eine mit Cantharidin gcsiittigte Losung, also rcines
Cantharidin, von vornherein erforclerlich ist ; man kann jedoch
Cantharidin verwenden, das von einer friilicren Bestimmung herriihrt, oder fur das erste Ma1 oine Fehlanalyse maohen iind das
dabei gewonnene Cantharidin verwerten. -- LBRt mail die Salzsaure
bei der Extraktion weg, so erlidt iuan wir bei den ubrigen
Methoden nur das freie Cantliaridin.
b) Chloroform als Lhsunqsmitlel.
12. V e r f a h r e n v o n G r e e n i s h u q d W i l s o n ' ) .
(Chloroform und Alkoliol als Extraktionsmittel).
25 g Canthariden werdeq gepulvert und in einer Reibschale iiiit
25 ccm einer Mischung BUS 1 Vol. Eisessig, 2 Vol. Spiritus (90%) iind
1)
Phann. Jourii. (d), GO, 357 (1898).
A. K n e i p , N. N e y
11.
P. R c i i n c r s : C’anthnridinl~estiniinung.
269
2 Vol. Clilorofuriii ~1urclifc.uc.litctuiicl ditiiii I Stuiitle l u i g 5tc4itLii $’la
Dann l a B t man die Masse bei gewohnlicher Temperatur oder gelinder
Warme trocknen. Die trockene Masse wird dann in einem S o x 11 1e t Apparat mit Chloroform, rnit dem vorher auch die Reibschale ausgespiilt worden war, extrahiert, was meist in einer Stunde geschehen
ist. Der Sicherheit halber extrahiert man nachher noch kurze Zeit
rnit frischem Chloroform und gieBt die so erhaltenen Chloroformlosungen
zusammen. Das Chloroform schiittelt man nun rnit wenig Wasser,
uni die Essigsiiure abzutrennen, neutralisiert die wlisserige Schicht
rnit Alkali bis ziir schwach sauren Reaktion, schiittelt das Ganze wiederum tuchtig durch und liif3t schliel3lich die klare Chloroformschicht
in ein Glasschiilchen ablaufen. Nach vorsichtigem Abdampfen bleibt
in dem Schiilchen ein fettiger, rnit krystallisiertem Cantharidin durchsetzter Ruckstand. Man eieht denselben zuerst rnit Petrolather und
nach dem Trocknen mehnnals mit geringen Mengen absoluten Alkohols BUS zur Entfernung von Fett und Ham, bis man vollkonlmen weil3es
Cantharidin erhiilt. Das mechanisch oder in gelostem Zustande in den
Petrolather ubergegangene Cantharidin erhalt man durch Zufiigeii
von 20 ccm einer 10% igen Kalilauge und Erwiirmen, bia alles im Petroliitlier gelijste Fett verseift ist, wobei das Losungsmittel zum Teil
verdampft. Dann verdiinnt man die Seifenlosung rnit warmem Wasser,
bringt sie in einen Scheidetrichter, fiigt wiederum Petrolather zu und
zersetzt nun die Seife mitteh Salzsaure, wobei die freigewordenen Fettsiiuren sich im Petrolibther losen, wlihrend man die wasserige Schicht
schnell in einen anderen Scheidetrichter fliel3en laat. Der Petroliither wird dann nochmals rnit Wasser ausgeschuttelt; die wasserigen
FliiYsigkeiten vereinigt man und extrahiert sie mit Chloroform, solange
noch Cantharidin in Losung geht. Nun vereinigt man die erhaltenen
Chloroformlosungen, lost darin den durch Ausziehen rnit Alkohol und
Verdampfen desselben vorher gewonnenen harzigen Teil des Rohcantharidins, schiittelt das Ganze mit Kalkwasser, welches uberschiissigen
Kalk enthiilt, und Kochsalz (zur schnelleren Trennung der Fliissigkeiten)
aus und erhalt so eine wasserige Losung, in welcher d w Cantharidin
yich wahrscheinlich in Form von cantharidinsaurem I<alk befindet.
Diese sorgfialtig von Chloroform getrennte Losung wird nun filtriert,
rnit Salzsiiure angesliuert, durch Chloroform extrahiert und dss Chloroform auf das bereits im Anfang gewonnene reine Cantharidin gebracht.
Nach vorsichtigem Eindaxnpfen und Trocknen wiigt man dann die so
erhaltene Gesamtmenge des Cantharidins.
Die Methode ist so langwierig und umstandlich, da13 sie fiir
die Praxis nicht in Frage kommt. G r e e n i s h selbst hat sie ja
auch durch das unmittelbar vorher hesprochene, rnit S e 1f aiisgearbeitrte V6rfaliren ersetzt. Sie liefert ahcr nahezu quantitative
Resultatr: v d . Absclinitt R, C,zntharidinbrstiminurigin Cantharidentinlrtur.
270
A. Kneip, N. N e y
11.
F. R e i m e r s : Caiith~ridinhostimmung.
13. V e r f a 11 r c 11 v r) n P u r a 11 S 1 I I gl).
(Chloroform als LGsungsmittel.)
25 g gepulverte spanische Fliegen werden mit 10 ccm starker
Salpetersiiure, die mit Wasser auf 200 ccm v e r d i i i t wird, versetzt und
nach Zmatz von etwas Gips zur T r o c h e cingedampft. Der Ruckstand
wird mit Chloroform cxtrahiert. Die aus der Chloroformlosung
gewonnenen Krystalle werden rnit wenig Aethcr gewaschen, getrocknet
und gewogen.
Man erhiilt zwar nach diesem Verfahren gut ksystdieiertes
Cantharidin, aber in zu geringer Ausbrute, da beim Eindanipfen
der 200 ccm aasseriger Flussigkeit etwas verloren geht. Auch
das Auswaschen mit Acther bedingt Verluste. Das Verfahren ist
fur die Cantharidinbestimniung in den canthasidinreicheren chinesi schen Cant hariden bestimnit .
11. V e r f a h r e n v o n B a u d i n 2 ) .
(Chloroform als Extraktionsmittel.)
26 g fein pulverisierte Canthariden werden 12 Stunden lang
init 100 ccm Chloroform, dem 2% Salzsiiure (25%) zugefiigt sind, unter
hiiufigem Umschiitteln extrahiert und darauf unter Bedecken des Trichters durch FlieBpapier filtriert. Mittcls einer graduierten Pipette
werden 62 ccm des Filtrates (15 g Cantliariden entsprechend) abgemessen, in eine Ponellanschale gebracht und das Chloroform a d dem
Wrtsserbde bis sum volligen Verschwinden seines Geruches abgedampft.
Nach Abkiihlung wird der Ruckstand rnit 5 ccm Schwefelkohlenstoff
aufgenommen, d a m auf ein gewogenes doppltes Filter gebraclit und
nach und nmh rnit 10 ccrn Schwefelkohlenstoff ausgewaschen; das
Filter wird durch kurzes Erwarmen bei etwa 60° C. getrocknet und
darnach gewogen. Die gefundene Zahl wird durch Hinzufiigen von
0 , O l g korrigiert, waa den Verlust bei der Behandlung rnit Schwefclkohlenstoff ausgleichen soll.
Wie schon W a 1 b u ms) festgestellt hat, liefert die Methode,
die iibrigens die Grundlage der meisten offiziellen quantitativen
Bestimmungsmethoden dcs Cantharidins bildet, zu hohe Resultate,
da die Reinigung des Cantharidins mangelhaft ist. Verwendet
man statt 15 ccm Chloroform zum Auswaschen 30 ccm (nach
W a 1 b u m 60 ccm), so bessern sich die Resultate erheblich. Die
Korrektur fur durch Schwefelkohlenstoff gelostes Cantharidin mit
0 , O l g ist bei 15 ccm Schwefelkohlenstoff zu hoch, bei 60 zu niedrig,
bei 30 richtig.
1) Jahresber. d. Pharm. 1903, 120;
vergl. die Anm. zu Verfahren No. 7.
2) Journ. de Pharm. e t de Chiia. 18, 301 (1888).
3) Pharm. Zentralh. 50. 661 ( I 009).
A. Kneip, N. N o y
11,
lq. l I ( ~ i i n i ~ r('anth~tridinl~c~siimmiing.
~:
271
Hie Vorsclirift U a, u d i n's, eiri boppelfilter zu nehnie11, ir;t
vielfach niiflverstancicn oder niclit beachtet worderi. nor Zweck
ist offenbar der, das zweite, untcre Filter als Tars gegeniiber dem
oberen Filter zu benutzen, dns dic Cicntharidinkrystnlle enthiilt ;
vgl. No. 1.
Die B a 11 d i n sche Vorschrift hat das italienische Brzncibuch I1 noch dadurch weiter verschlcchtert, da8 es das Cantharidin
bei looo trocknen lafit, das argentinmhe Arzneibuch I dadurch,
da8 es niir 9 ccm Schwefelkohlenstoff zum Auswaschen zulgfit.
Das Deutsche Arzneibuch IV enthiilt die B a u d i n'sche
Vorschrift in folgender Form :
In einem Srzneiglase ubergiefit man 25 g mittelfein gepulverte
spanische Fliegen mit 100 g Chloroform und 2 ccm Salzsiiure, laBt
das Gemisch unter hiiufigem Umschutteln 24 Stunden lang stehen
und filtriert alsdann 52 g der Chloroformlosung durch ein trockenes
Filter gut bedeckt in ein genau gewogenes Rolbchen. Hierauf destilliert
man das Chloroform ab, ubergiel3t den Destillationsruckstand mit 5 ccm
Petroleumbenzin und laBt die Mischung unter zeitweiligem Umschwenken
12 Stunden Iang verachlossen stehen. Alsdann filtriert man die Fliissigkeit durch ein bni looo getrocknetes und gewogenes, zuvor mit Petroleumbenzin befeuchtates Filter von 6 cm Durchmesser, iibergiel3t das
Ungeloste unter Umschwenken zweimal mit je 10 ccm Petroleumbenzin
und filtriert dieses auch durch jenes Filter, ohm dabei auf die an den
Wiinden des Kolbchens haftenden Krystalle Rucksicht zu nehmen.
Hierauf trocknet man drrs Filter und das Kolbclien, wacht beide mit
kleinen Mengen Wasser, dem auf je 10 ccm ein Tropfen Ammoniumkarbonatlosung zugesetzt ist, solange am, bis die ablaufende Fliissigkeit nur noch gelb gefiirbt erscheint, und wascht schlieljlich noch einma1 mit 6 ccm Wasser nach. Nach dem Austrocknen des Kolbchen
und dem vollstiidigen Abtropfen des Filters trocknet man beide,
bringt d a m das Filter niit Inhalt in das Kolbchen und trocknet so
lange bei looo, bis eine Gewichtsabnahme nicht mehr erfolgt. Das
Gewicht des krystallinischen Ruckstandes sol1 alsdann mindestans
0,l g betragen.
Auch nach dieser Abgnderung erhiilt man kein reines, sondern
ein griinlich gefarbtes, stark verunreinigtes , teils krystallinisches,
teils amorphes Produkt; fehlerhaft ist das Trocknen bei loo.
Weiter ist es nicht moglich, die vorgeschriebenen 62 ccm Filtrat
zu erhalten, wenn man nicht durch Pressen des Filters zwischen
zwei Fingern oder noch besser dadurch nachhilft, daI3 man mit
einem breiten Pistill auf die Masse im Filter driickt.
Die Methode des Deutschen Arzneibuchs ist mit unwesentlichen Abweichungen in das 111. Relgische, IV. Niederliindische
und 111. Japanischt Arzneibuch ubernommen norden.
273
A. K n o i p , N. Ney u. I?. Reimers: C'antharidiiibestimmung.
W a 1 b u 111 (1. c.) 1iiiUt das 11,zcli der ,Ilethode des Ueutschen
Arzneibuclis isolierte Cantharidin dreimal mit je 15 ccm einer
Wschung aus 70 ccm Petrolither und 30 ccm absolutem Alkohol
auswaschen, wobei man jedesmal 20 Minuten unter haufigem Umschiitteln stehen lassen soll; dann wird zentrifugiert. Fur 45 ccm
Waschfliissigkeit sind richtig 0,025 g Cantharidin als Korrektur
angegeben.
Man erhlllt das Cantharidin zwar so fast weiI3, aber die Benutziing der Zentrifuge schlieet das Vcrfahren fur die pharmazeut,ische Praxis aus.
15. V e r f a h r e n v o n P a n c h a u dl) (Ph. Helv. IV).
(Chloroform als Extraktionsmittel.)
15 g fein gepulverte Canthariden werden in einem Arzneiglase
von 150 ccm Inhalt mit 150 g Chloroform iibergossen und wiihrend
einer halben Stunde hliufig umgeschiittelt; man gibt 1 g Schwefelsiiure
hinzu und schiittelt nun noch wiilirend einer Stunde tuchtig m i . Man
filtriert von dem Gemisch 100 g durch ein glattes Filter von 18 cni
Durchmesser ineinErlenmeyerkolbchenvon 200 ccm Inhalt und destilliert
das Chloroform vollig ab. Den Riickstand ubergieRt man nun mit
10 ccm Petroleumiither, scliwenkt gut um und filtriert die Masse durch
cin gewogenes glattes Filter von 7 cm Durcliniesser. Den irn Kolbchen
verbliebenen Rest des ausgeschiedenen Korperu bringt man rnit neuen
Mengen Petrolather auf das Filter und spult dieses noch einige Male
rnit Petrolather nach. Man l a B t bei 50° zur Ronstanz trocknen
und wagt.
Die Vorschrift ist brauchbarer als die des D. A.-B. IV (abgcindertes Verfahren nach B a u d i n). Zwar bedingt die Schwefelsaure, die P a n c h B u d statt Salzsaure verwendet, keinen Vorteil, wie die drei Bearbeiter ubereinstimmend festgestellt haben,
aber die notige Menge Chloroformauszug l i B t sich bequem erhadten, und die Trockentemperatur ist richtig gewlhlt. Dagegen
genugt Petrolather nicht, uni das Cantharidin vollig zu reinigtn,
und man erhalt daher zu hohe Wcrte.
S i e g f r i e d2) hat die P a n c h a u d'sche Vorschrift wie
folgt abgelndert :
15 g Spankchfliegenpulrer aerden in einer Arzneiflasche von
260 ccni Inhalt rnit 150 g Chloroform iibergossen, dann fiigt man 1 ccni
Salzsliure hinzu, schiittelt einige Minuten kriiftig u m und ]&fit dtts
I ) Schweizer. Wchschr. C'liein. Pharin. 42, 128 (1904); mspriiiigliche Methodo: 3' i s r h e r u. H R r t i r 11, Hrtndhucli d. prakt.
P'harm. Bd. T. 595.
2, Schweizer Wclischr. ('hem. PhanM. 44, 346 (1906).
A. K n c i l ) . N . N r y
ti.
F. 1<cim crs:
( ' ~ ~ t t t l i ~ ~ i ~ i i i l ~ e s t i t ~ t473
ii~~ii~~.
Geuiiucli wiihrriid 24 Stuiiclcri u1itt.r liliufiyciii UinhCliiittC~hibtcbIi(,ii. Hirra d giel3t man 100 g der Chloroformlosung ab, filtriert sie durch ein
trockenes glattes Fiter von 18 cm Durchmemer in ein Erlenmeyerkolbchen von 200 ccm Inhalt und destilliert das Chloroform vorsichtig
im Wasserbede bei moglichst niederer Temperatur ab. Auf den noch
warmen Ruckstand liil3t man kriftig 10 ccm Petrolather flieDen, schwenkt
gut u m und filtriert durch ein gewogenes trockenes und glattes Filter
von 9 cm Durchmesser. Den i
m Kolbchen verbliebenen Rest spritzt
man mit Petrolather auf das F~lter,spult Kolbchen und Filter noch
einigemal mit Petroliither w c h und trocknet das Filter bei BOO. Das
Gewicht des Filterinhaltes betrage mindestens 0,08 g, waa einem Minimalge!ialt von O,S% Cantharidin entspricht, ohne jedoch den Hauptfehler des Verfahrens, die niangelhafte Reinigung des Cantharidins,
auszuschalten; R e i m e r s und K n e i p haben denn auch zu hohe
Resultate erhalten, N e y dagegen fast genau richtige (vergl. Tabelle IV).
16. V e r f a h r e n n a c h F r o m m e ' ) .
(Chloroform als Extraktionsmittel.)
Das Verfehren ist eine in mancher Hinsicht gunstige Abiinderung des im IV. Deutschen Arzneibuoh enthaltenen; da es in
das V. Doutsche Arzneibuch aufgenommen wurde, sei es in der urspriinglichen Passung mgefuhrt :
15 g mittelfeines Cantharidenpulver werden in einem etwa 200 ccm
fassenden Erlenmeyerkolben mit 150 g Chloroform iibergossen. Dann
fugt men 2 g Selzsiiure hinzu, schuttelt nech den1 Verkorken einige
Minuten kraftig durch und liiDt entweder dss Gemisch unter kriiftigem
Umschutteln 24 Stunden leng stehen, oder erhiilt es nach Feststellung
des Gesamtgewichtes 1 Stunde lang am RuckfluDkiihler in1 Wasserbade in sehr gelindem Sieden und ersetzt nach dem Erkalten das etwa
verdunstete Chloroform. -4lsdann werden von dem Chloroform 102 g
(= 10 g Cantharidenpulver) durch ein glattes Filter von 15 cm Durchmesser in einen genau gewogenen etwa 200 ccm fassenden Erlenmeyerkolben filtriert, wobei durcli Bedecken des Trichters dafiir zu sorgen
ist, daD kein Chloroform verdunstet. Das Chloroform wird aus dem
Wctsserbede bei moglichst niedriger Temperatur abdestilliert oder abgedampft. Auf den noch warmen Ruckstand laDt man aus einer Pipette 10 ccm Petroleumbenzin in kriiftigem Strahl flieDen, schwenkt
um, verkorkt den Kolben und liil3t die Mischung unter zeitweiligern
Umschwenken an einem kiihlen Ort 12 Stunden lang stehen. Alsdann
wird das Petroleumbenzin durch ein glattes, bei einer 60° nicht iiberstaigenden W b e getrocknetes, gewogenes, nlit Petroleumbenzin bofeuchtehs Filter vom 6 cm Durchmesser filtriert, darauf Kolben und
l)
C a e s a r & L o r e t z,
Geschiiftsbericht, Sept. 1906, S. 60
und 1909, S. 74; die neuesten Aenderungen (ebenda 1910, S. 65) konnten
r o n den Bearbeitern nicht nlehr beriicksichtigt werden.
Aroh. d. Pharm. CCXXXXIX. Bdi. 1. Heft
18
274
A. K n e i p , N. N a y
ti.
I?.
Reiiriers: CantharidfI1t)estimmung.
Filter so oft
ciner Pipette init 2 ( ’ ~ 1 1 1l’r-.troleunibenzin (in1 ganzen
etwa 16-20 ccm) nachgespiilt, o h e (la13 auf die an den Wiinden des
Kolbens haftenden Ifiystalle Rucksicht genornnien wird, bis keine fettige
Substanz mehr vorhanden ist. Kolben und Filter werden an der Luft
getrocknet, beide rnit 25 ccm Wasser, dem 2 Tropfen Ammoniumkerbonatlijsung zugesetzt sind, in Teilen zu je 5 ccm BUS eker Pipette
ausgewaschen, dann rriit 5 ccni reineiii Wasser nachgewaschen. Nach
dem viilligcn Austropfen dos Rolbens und Abtropfen des Filters trocknet
man beide bei einer 50° nicht iibersteigenden Wiirme, bringt das Filter
nebst Inhalt in den Kolben, verwahrt eine halbe Stunde im Exsikkator
und wiigt. Dem so gefundenen Cantharidin sind nocli 0,006 g, welche
Cantharidinniengc in die angewandten 30 ccrn Waschwasser iibergegangen
ist, zuzuzahlen. Die so crhaltene Menge sol1 mindastens 0,OS g betragen, was einem Mindestgehalt von O,S% Cantharidin entspricht.
Nach dieser Methode erhalt man ein Cantharidin, das teils
krystallinisch, teils amorph und zuweilen schmutzig griin gefarbt ist ;
fur diesen Fall schreibt F r o m m el) eine Reinigung mit Aceton. vor.
Diese Reinigung hat das D. A.-B. V aufgenommen: ,,SoUte das so
(d. h. im wesentlichen nach F r o m m e’s Vorschrift, nur unter Weglassung der Korrektur fur im Waschwasser gelostes Cantharidin,
und durch anfangliches Trocknen von Kolbchen und Filter bei
40-50, dann bei 1000) gewonnene Cantharidin nicht gut krystallinisch, sondern harzig oder dunkel gefarbt sein, so zieht man es wiederholt mit heil3em Aceton aus, filtriert die Losung durch ein kleines
Filter in ein gewogenes Kolbchen, wascht das Filter rnit Aceton
nach, verdampft das Aceton bei gelinder Warme und trocknet den
Ruckstand bei 100 O bis zum gleichbleibenden Gewichte.
Jeder der drei Bearbeiter empfiehlt zum Schlusse eine andere
Methode zur Bestimmung des Cantharidins in Canthariden: N e y
die Panchaud’sche bezw. Siegfried‘sche (No. 16) mit einigen Abanderungen, R e i m e r s eine kombinierte Methode Fromme
(No. 17), D. A.-B. V, und K n e i p eine eigene.
17. V e r f a h r e n P a n c h a u d - S i e g f r i e d ,
m i t A b l n d e r u n g e n von Ney.
15 g Cantharidenpulver werden in einem Erlenmeyerkolbchen
von 250 ccm Inhalt rnit 150 g Chloroform und 2 g Salpetersiiure ubergossen, kriiftig umgeschuttelt und wiihrend 24 Stunden unter hiiufigem
Umschutteln stehen gelassen. Danach filtriert man 10Q g durch ein
l)
Seib 15.
Vergl. C a e s a r & L o r e t z, Phmmakopoe-Bericht 191 1,
A. K n e i p , N. N e y
11.
F. Roimers: Csuthsridint~estiminung.
275
glsttw, trockeiies Filter vuii 18 viti J)urcIiiiiewtw i i i c h tttriertes Kolbchen und clestillicrt clas Chloroform bei inoglichst iiiederrr Teniperatur
des Wasserbades ab. Die letzten Anteile l&Bt man langsani verdunsten,
indem man die Gasflmnme entfernt und bis zum Erkalten des Bades
den Kolben stehen liC13t. Den Ruckstand wiischt man nacheinander
mit 10 ccm Petroliither, 5 ccm rnit Cantharidin gesiittigten Alkohol
und 5 ccrn Aether, die gleichfalls mit Cantharidin gesiittigt sind. Die
Waschfliissigkeiten giel3t man durch ein Filter von 6 cm Durchmesser,
indem man Sorge tragt, dal3 die IZrystalle nicht auf das Filter kommen.
Durch das rnit Petroliither gewaschene Filter giel3t man auf die im
Kolben befindlichen Krystalle 10 ccm warmes Chloroform. Daa Chloroform liiBt man bei gelinder Wiirme verdunsten, trocknet eine Stubde
bei 600 und wagt. Das Gewicht betrage mindestens 0,OS g. Zur Bestimmung des freien Cantharidins wird ohne Salpetersiiure ausgezogen.
18. R e i m e r s gibt der Vorschrift F r o m m e - D. A.-B. V
folgende Fassung :
15 g mittelfein gepulverte spanische Fliegen ubergiel3t man
in einem Arzneiglase rnit 150 g Chloroform und 2 g Salzsiiure, liBt
das Gemisch unter haufigem Umschutteln 24 Stunden lang stehen
und filtriert alsdann 102 g Chloroformliisung (entsprechend 10 g spanischen Fliegen) durch ein trockenes, gut bedecktes Filter von 18 cm
Durchmesser in ein genau gewogenes, leichtes Kolbchen. Hierauf destilliert man das Chloroform vorsichtig bei 70-75 O vollstandig ab,
iibergieBt den Destihtionsruckstand nach dem Erkalten rnit 10 ccm
Petroleumbenzin und liC13t die Mischung unter zeitweiligemUmschwenken
12 Stunden lang in dem geschlossenen Gefiil3e stehen. Alsdann filtriert
man durch ein bei 40° getrocknetes, gewogenes Filter von 5 cm Durchmesser, das rnit Petroleumbenzin befeuchtet ist. Darauf s p a t man
den Kolben noch viermal mit 5 ccm Petroleumbenzin, den man aus
einer Pipette zuflieBen li6Bt, nach, ohm dabei auf die an den Wandungen
des Kolbchens haftenden Krystde Rucksicht zu nehmen. Nachdem
die Riinder des Filters noch durch Auftropfen von 5 ccm Petroleumbenzin ausgewaschen sind, trocknet man das Kijlbchen bei 40°. Hierauf wiischt man den Kolben und das Filter rnit 30 ccm Wasser, dem
auf je 10 ccm ein Tropfen Ammoniumkarbonatliisung zugefiigt ist,
zu je 5 ccm aus einer Pipette a m und wLGscht noch einmal rnit 5 ccrn
Wasser nctch. Nech dem Austropfen des Kolbens und dem vollsthdigen
Abtropfen des Filters trocknet man beide bei 40°. Dem so gefundenen
Centhaxidin sind noch 0,0075 g fiir das in den Waschfliissigkeiten geloste Cantharidin zuzuziihlen.
Ala R e i m e r a nach dieser Vorsshrift das Cantharidin in den
vom Kuretorium der Hagen-Bucholz- Stiftung .gelieferten Canthsriden beatimmte, erhielt er ein unreines Cantharidin, das er durch
zwrimaliges Umliiaen &us Aceton reinigte.
Auf SO gereinigtes
18*
276
A. Tinoip, N. Ney u. Ti'. Reiinors: C'anthnridinhestimmilng.
Cantliiwidiii zuziiglicli clc.~*Kor~ckti i r hezielicw sich seine Znlilcn d t ~
Tahelle VI.
19. K n e i p hat folgendes Verfahren ausgearbeitet, nach dem
man in der 3% bis 4 Stunden auf einfache Art und Weise das Cantharidin quantitativ bestimmen kann ; man erhllt es rein weiD
und schon krystallinisch vom Schmclzpunkt 214O.
15 g Carit1iaridenI)iilver werden in einer Porzellanschale rnit
3 ccm alkoholischer Salzsaurt. von 25% - darziistellen durch Einleiten
von trockeneni Salzsauregas in absoluten Alkohol - gut durchfeuchtet,
I/, Stunde lang bei einer 50° nicht iibersteigenden Teniperatur stehen
gelrissen, damit der Alkohol moglichst verdunsbt, und alsdann in eiqem
S o Y h 1e t'schen Extraktionsapparat niit einer Mischung am 30 ccm
Petroliither (Siedepunkt 50-75") und 50 ccm Benzol 2 Stunden lang
extrahiert. Zu dieseni Zweck gibt xian in das hierbei zu verwendende
ca. 100 ccm fassendo Erlennieyerkolbchen, das vorher genau zu wiigen
iat, ca. 50 ccni dieser Mischung und gieJ3t den Rest vorsichtig iiber
das in die Extraktionshulse des Apparates gefiillte Cantharidenpulver.
Durch eine kleine Flamme erhalt man die Fliissigkeit iiber einem Drahtnetz in gelindem Sieden. Nach vollendeter Extraktion wird die BenzolPetroliithermischung ini Wasserbade abdestilliert und die letzten Spuren
aus deni Riickstande durch Einblasen von Luft in das in heil3es Wasser
gestellte Kolbchen entfernt. Auf den Ruckstand gibt man 5 ccm eher
Mischung a m 10 Rauniteilen absolutein Alkohol und 90 Raumteilen
Petrolathcr (Siedcpunkt 50-75 "), schwenkt einige Male um, bis sich
das griiie Fett gelost hat und 1aJ3t eine halbe Stunde lang an einem
miiglichst kiihlen Orte stehen. Sodann giel3t man die Waschflussigkeit
durch ein vorher bei GOo getrocknetes und genau gewogenes Filter
von G cm Durchmesser, wobei man Sorge tragt, dal3 moglichst wenig
Ihystalle aufs Filter mitgeschwemnit werden. Die im Kolbchen verbliebenen Iirystalle wiischt man weiter rnit 5 und 5 ccm und schliel3lich mit 5 ccm derselben Mischung in zwei Portionen geteilt, wobei man,
wie oben, die Fliissigkeit jedesmal auf das Filter bringt. Dam wiischt
man noch das Filter vollstiindig aus einer Pipette rnit der AlkoholPetrolathermischung aus, bis alles Fett entfernt ist, wozu ungefiihr
15 ccm notig sind, trocknet Filter und Kolbchen bei einer 60° nicht
iibersteigenden Temperatur und wligt nach dem Erkalten. Aus der
Differenz des so erhaltenen Gewichtes rnit dem des Filters und leeren
Rolbchens erhiilt man die in 15 g Canthariden enthaltene Menge Cantharidin, welche rnit 100 multiplbiert und durch 15 dividiert den Prozentgehelt angibt. Zur Bestimmung des freien Cantharidins extrahiert
man, ohne vorher anzusiiuern.
Die Methode diirfte sioh noch dadurch etww vereinfachen lassen,
daB man Kolbchen ohne Filter wiigt und die Cantharidinanteile,
die sich beim Auswaschen auf dem Filter sammeln, mit Chloroform
in das gewogene Kolbchen hineinbringt, das die Hauptmenge des
A. Kneip, N. Ney u. F. Reimers: ~a,itharidinIJestimniung.
277
Cantlia,ridins enthiilt, das Cliloroform dann larigsani abtlcstillicrt
und so schlieBlich nur das Kolbchen zu trocknen und zu wagen hat.
Zum Ansiiuern benutzt K n e i p alkoholiuche Salzsiiure, wejl
dann von vornherein ein reineres Cantharidin resultiert. Das Genlisch
von Benzol mit Petrolather (50-750 Siedepunkt) wirkt nach den
Versuchen K n e i p s alp Extraktionsmittel sehr giinstig. Der
Petrolather setzt die Losefiihigkeit des Benzols herab, und zwar
so, daB aul3er siimtlichem Cantharidin nur solche Stoffe aufgenommen
werden, die sich mit dcr cantharidingeskttigten petrolat her-Alkoholmischung durch einfaches Auswaschen entfernen lassen.
Der Schmelzpunkt des nach dieser Methode gewonnenen Cantharidins lag bei 214O, nach einmaligem Unikrystallisieren aus Alkohol
mit Tierkohle bei 218O.
Die Genauigkeit seines Verfalirens wurde von K n e i p durch
folgenden Versuch ermittelt :
75 g fein gepulverte, im Soxhletapparat vollkoninien extrahierte
Cantliariden wurden innig rnit 0,3355 g reinem Cantharidin und 0,1235 g
I<aliwncantliaridinat (C,H1,OICOOK],
2 H,O), entsprechend 0,08339 g
reinem Cantharidin, gemischt. Von dieser Mischung urlirden jdesmal
15 g genau so behandelt, wie sonst bei der Restininiung des Cantharidins in den Canthariden. In je 15 g der Pulvennischung waren enthalten 0,0671 g = 0,4473y0 freies und 0,01678 g = 0,1118% gebundenes
Cantharidin, im ganzen also 0,5591y0. Die erheltenen Werte waren
folgende: Bei der Bestimmung des freien Cantharidins bei Versuch T
0,4107%, bei Versuch I1 0,4009%, im Durchschnitt also 0 , 4 0 5 8 ~ 0bei
der Bestimmung des Gesamt-Cantharidins. Versuch I 0,4990y0, Versuch I1 0,4986%, im Mittel 0,4988%. Tabellarkch zrisammengestellt :
+
1
frei
1
gebunden
1
Gesamt
. . .. . .
.. . . . .
. . . . . . . . . .
Wirklioher Gehalt
Gefundener Gehalt
Differenz
Nach diesen Ergebnissen hiilt K n e i p eine Korrektur bei
seiner Methode fiir unnotig.
Die Untersuchung einer Anzahl Cantharidenproben nach dem
Verfahren, die K n e i p ausfiihrte, liatte folgencles Resultat.
(Siehe Tabelle 11.)
Bei den chinesischen Canthariden (No. 11) war die Extraktionsfliissigkeit hellgelb, dagegen bei den offizincllen vie1 dunkler gefiirbt,
rnit griinlich-gelbbraunw TSnung im ciurclisc~licincntleii Liditc.
T)nraii knnn iiiiiti ~ r i i c l iI< I I v i 1) dicx I ~ I ~ Sortcn
~ ~ I vohcinniicler
I
nntcr-
278
A. Kneip, N. Ney
u.
F. Reimers: CantheridhbeetimmUng.
T a b e l l e II. ( K n e i p . )
Prozentgehalt an
freiem 1 gabandenem I GesamtCantheridin
Bezugsquelle
._
1.
2.
,,
,,
,,
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
.
Engroahendlung . . . . . . . .
,, dekldert als helb
chinesisch, halb russisch
Apotheke
.
,,
,,
gesammelt in Ungesn
,,
in Rul3land
. . .. . ... ...
gesammelt i. d. BergstraBe
. ... . . . . . . . .
Selbst gepulvert . . . . . . . . .
9,
,,
mehrere Ja.hre dt
Chinesische Canthariden . . . . . .
Methoden
_ _ _ _ ~
..
.
T-.
.
.
.
.
.
.
....
Baudin.
. .
Fromme
. .
. .
. .
.
1 *)
0,118
0,685
0,712
0,763
0,470
0,300
0,484
0,516
0,969
0,664
0,549
0,752
0,042
0,021
0,140
0,504
0,200
0,118
0,161
0,126
0,052
0,294
0,754
0,784
0,610
0,804
0,684
0,634
1,120
0,698
0,601
1,046
Cantheriden Cantheriden ?antheriden
111
I1
_____-
I
-~
-~-
.-
Fumouze
.
. .
Dragendorff
Nagelvoort . . . . .
. .
Dieterich . .
. . . . .
Puran sing
. . . . .
LByer
. . . . . . . .
Self-Greenish (Bewin) . . .
Self-Greonish (Beiozol) . . .
Walbum . . . .
.
.
1-
. . . . . . . . .*. .1
0,567
0,539y0
0,696%
0.727%
0,583y0
0,875%
0,857%
0,895%
0,848%
1,042Y0
-____-
0,498%
0,602y0
0,698%
0,517 yo
0,801y0
0,783y0
0,825y0
0,756%
0,932%
0,897y0
0,829y0
0,838y0
0,853y0
1,038%
1,170%
0,913y0
0,9070/,
-
0,468%-0,478%
0,678%
0,46 2 yo
0,788 %
0,766%
0,812%
0,728%
0,881yo
0,866y0
0,798%
0,807y0
0,823%
O,9860x,
o,972y0
0,855%
-
0,644%
0,897%
0,86546
D. A.-B. 1V . . . . . .
0,859y0
0,892%
I 1) 1,025%
0,878%
0843%
D. A.-B. V . . . . . . .
0,887%
09836%
111 19014%
1) 24 Stunden bei gewijhnlicher Temperetur extrclhiert.
3, 2 Stunden auf den1 Wasserbade ~ n t e rRiickfluB extrahiert.
3) 1 Stundo rtuf dem Wasserbade unter RiickFliiR extrahiert.
0,95l%
A. K n e i p , N. N e y u. F. R e i m e r s : Cantharidinbestbnmung.
279
scheiden, und in den echten spanischen Fliegen eine Verfiilschung
mit chinesiechen Canthariden, wenn diese mindestens 50% des
Pulvers ausmachen, durch Vergleich mit einer aus echten spanischen
Fliegen hergestellten Vergleichsflussigkeit nachweiaen. Pulver No. 8
wax zweifqllos stark mit ohinesischen Canthariden verftilscht, denn
die Extraktionsfliissigkeit war hellgelb gafiirbt, und der Cwtharidingehalt mit 1,12% abnorm hoch.
Als mterste Grenze fur den Cantharidjngehalt spanischer
Fliegen normiert K n e i p , wenn die Bestimung nach seiner
Methode geschieht, 0,66%; das Verhaltnis von freiem zu gebundenem
Canthmidin schwankt zu sehr, als daB sioh dafiir eine Grenzzahl
aufstellen liel3e.
R e i m e r s bestimmte nach fast sarntlichen Methoden der
Literatur das Gemmt-Cantharidin in drei Sorten Canthariden, die
T a b e l l e IV.
11
Canthariden
(Ney.)
11
Canthariden
I1
I1
I/ Cantharidin,
11
rein
11
ge- I
samt I frei
x
__
Pakm
Sing
1902
(No.7)
Puran
Sing
00.13)
-
19C.3
LBger (No.9)
Nagelvoort (No. 8)
Self und Greenish
(No. 11)
Greenish und Wilson
. (No. 12)
Overton (No. 10)
-
77
__
~~
-
-
-
0,38
437
0,19
0,179
-
-
-
-
424
0,255
448 0,247
0,48 0,242
034S 0,241
0,49 0,248
1). A-B. IV (NO.
14) 0,4a 0,251
(bei 600 getrocknet) 446 0,242
Panchaud (No. 15) 0,40 0,21
Helv. IV
442 0,221
Siegfried (No. 17) 0,50 0,259
0,50 0,260
015
0150
~
__
0,73
474
0,738
0,746
0,57
0,549
@,74
0,73
@,74
0,756
0,734
0,729
0,727
0,738
0,739
0,702
0,615
0,645
0.76
0,762
%
__ __
~
~
-
-
-
0,45 0,221
0,443 0,21 0,6531
- 0,835 - 0,8461 0,57 429 0,860 0,12
O,58 0,298 0,878 0,566 0,290 0,856 0,058
0,670 0,294 0,864 0,555 4% 0,836 0,074
0,668 429 0,858 -.
0,530 0,279 0,809 0,06
0,545 0;28
0,825 0,491 0,249 0,740 4 4
0,500 0,254 0,754 0,687 0;294 0,881 0,6
0,586 0,293 0,878,, -
I
280
A. K n e i p , N. N e y
11.
17.
Reixners: Caiitharidinbestiinmnng.
von Caesar & Loretz-Halle (I), Merck-Darnistadt (11) und GeheDresden (111) bezogen waren.
Die Resultate sind in Tabelle 111 zusammengeatellt.
Die Resultate Ney’s, der das freie und das gesamte Cantharidin naoh verschiedenen Verfahren in zwei Handelsmustern
bestimmte, sind in der Tabelle IV zuaammengefaBt.
Die Kontrollbestimmungen mit reinem Canthoridin murden
so angestellt, dal3 die in der vorletzten Kolumne obiger Tabelle
angegebene Menge in einer chloroformischen Losung cantharidinfreien Cantharidinfettes, das durch Extraktion gewonnen war,
gelost murde, das Chloroform abdestilliert und der Ruckstand nach
Vorschrift der betreffenden Methode gereinigt wurde.
T a b e l l e V.
(Kneip.)
Bestimmungen des Cantharidins im Canthmidenpulver No. 1.
__-
Prozentgehalt
an
freiern 1 gebondenem I GesamtCantharidin
__
-~
Brt dcs Verfahrcns
I
I
. I
Baudin, einfsches Filter, 30 c m i
Schwefelkohlenstoff . . . . . . .
Phermacopoea Germanica 1V . . . .
24 Stunden stellen
Baudin-Fromme
lassen
sin RiickfluBkiihler
Siegfried . . . . . . . . . . . . .
Panclisud
. . . . . . . . . . . .
LBger . . . . . . . . . . . . . . .
Self und Greenish . . . . . . . . .
Walbum . . . . . . . . . . . . .
Eigene Methode . . . . . . . . . .
.
0,598
0,560
{
-~--
-
Gesamtgehalt an
Canth aridin
I
\
Preirs Cantharidin . . .
(:t.l)iiiidcnrsCantjhnritliii.
0,569
0,242
0,571
0,235
nicht bestinimt
nicht bestinimt
0,569
0,146
0,560
0,105
0,102
0,565
0,567
0,118
1
I
0,801
0,806
0,989
0,985
0,715
0,665
0,667
0,685
I
Kneip
Ney
Reimers
(Methode 17) I (Methode 18) (Methode 19)
0,878%
0,885%
o,ss9yo
0,918~0
0,809%
0,68 yo
0,30.5?:,
__
0,730::,
0,18R%
A. Kneip, N. Ney u. I?. Reiinurs: Cantharidinbeutimuiung.
281
K 11 e i 11 liat gleichfalls iiacli vcrschiederieii Metlioden Bestimmungen des freien und des gesamten Cantharidins ausgefuhrt,
und zwar an einem und demselben Pulver, das in der Tabelle V mit
I bezeichnet ist.
B. Cantharidinbestimmung in Cantharidentinktur.
Von den Verfahren, die im Teil A zusammengestellt sind,
wurden von den betreffenden Autoren die folgenden auch zur Res t i m u n g von Cantharidin in Cantharidentinktur empfohlen :
K r e m e l ( N o . 2 ) u n d D r a g e n d o r f f (No. 3);genauekesultate
sind hier ebensowenig zu erwarten wie bei den Canthariden selbst.
Alle Methoden zur Cantharidinbestimmung in Canthiariden lassen
sich schliefllich zur Cantharidinbestimmung in Cantharidentinktur
anwenden, m n n man anstatt der Extraktion der Canthariden ein
Verfahren zur Beseitigung des Losungsmittels der Cantharidentinktur
setzt, bei dem moglichst kein Verlust an Cantharidin entsteht.
Jedoch nur G r e e n i s h und W i 1 s o nl) von den neuereii Autoren
haben die Tinktur beriicksichtigt.
Sie schreiben vor, daB man 100 g der ‘l‘inktur 1 Prozent 10% iger
Kalileuge zusetzt, den Alkohol abdestillicit, daa Gsnze euf etwa den
achten Teil eindampft, durch Gleawolle in einen Scheidetrichter filtriert, rnit Salzsiiure ansiiuert, dam rnit Cliloroform ausschiittelt und eus
der so gewmmenen Chlorofonnlosung das Cantheridin nach der von
den Verfassern angegebenen Methode (No. 12) zur Bestiminung des
Cantheridins in den Canthariden abscheidet.
N e y hat nach dieser Methode statt 0,06 Cantharidin 0,059,
und bei Tinkturen in Parallelbestimmungen folgende Werte erlialten :
Tinct. Canth. RiedelO,O65 und 0,07y0,Tinct. Canth. Caesar & Loretz
0,05 und 0,06%, voni Kuratorium der Hagen-Bucholz-Stiftung
gelieferte Tinktur 0,051 und 0,0560/,.
Wenn demnach die Methode, a-ie bei Canthariden, so aucli
bei Cantharidentinktur gute Resultate liefert, so ist sie doch, wie
K n e i p mit Recht hervorhebt, fur die pharmazeutische Praxis
zu umstandlich. K n e i p hat sie daher vereinfacht und empfiehlt
folgende Ausfuhrung :
150 g Cantharidentinktur wrrden in ehem etwa 300 ccxn fassenden Erlenmeyerkolben niit 15 g lO%iger Kalilauge versetzt und drr
Alkohol auf dem Wesserbade vollstiindig abdestilliert. Den verhleibenden Ruckstand spiilt man rnit Wasser in einen etwa 250 ccrn fassenden
Scheidc trichter. Giiirrt i l l i t 15 ccni 25”/,, iper Salzsiiure an iind
282
A. Kneip, N. Ney u. F. Reimers: Cantharidinbeatimmung
schuttelt mit 40 ccm Petrolather tiichtig durch. Die wiisserige Schicht
la& man denn sofmt in einen etwa 500 ocm fassenden Scheidetrichter
ablaufen, schuttelt den Petrolather nochmals mit 100 ccm Waaser
aus und extrahiert die vereinigten wiisserigen Losungen nacheinander
mit 30 ccm, 30 ccm, 20 ccm und 20 ccm Chloroform. Die Chloroformausziige sammelt man in einen genau gewogenen 200 ccm fassenden
Erlenmeyerkolben, de&illimt das Chlomform attf dum Wasserbade ab
und verjagt durch Einblasen von Luft in das in heil3es Wmser gestellte
Kijlbchen die letzten Chloroformspuren aus dem Riickstand. Auf diesen
gibt man 6 ccm einer mit Cantharidin gesattigten Mischung aus gleichen
Raumteilen absolutem Alkohol- und Petrol'ither (Siedepunkt 50-750)
schmnkt einigemal um und laat eine halbe Stunde lmg an einem m o g l i c h s t k i i h l e n Orte stehen. Die Weschfliissigkeit &eat man
durch ein vorher bei 60° getrocknetes und dann genau gewogenes Filter
von 6 cm Durchmesser, wobei man dafiir Sorge triigt, dd3 m6glichst
wenig Krystelle a d s Filter mitgeschwemmt werden. Die im Kolbchen
verbliebenen Krystalle wiischt man weiter mit 5 ccm, 5 ccm und 5 ccni
derselben Mischung und bringt die Weschfliissigkeit jedesmal auf das
Filter. Dann wLischt man dieses vollstiindig rnit der Alkohol-Petrolathermisohung, s p a t Kolben und Filter mit 5 ccm reinem Petrolather
nach, trocknet bei einer 60° nicht iibersteigenden Temperatur und
wligt nach dem Erkalten. Aus der Differenz des so erhaltenen Gewichtes
mit dem des Filters und leeren Kolbens erhiilt man die in 160 g
Cantharidentinktur enthaltene Menge Canthaxidin, welche durch 15
dividiert den Prozentgehalt ergibt.
Ein Hauptmangel dieser Bestimmung, bei der das Cantharidin
als schwach gelblich gefiirbte Krystallchen erhalten wird, ist die
Verwendung der mit Cantharidin im voraus gesiittigten AlkoholPetrolirithermischung zum Auswaschen ; es wird sich dies abw
kaum umgehen laasen, da der Cantharidingehalt der Tinktur sehr
klein ist und Verluste miiglichst vermieden werden mussen.
I n der Tabelle VII sind die bei der Untersuchung der
verschiedenen Tinkturproben von K n e i p erhaltenen Resultate
T a b e l l e VII.
No
2.
3.
4.
5.
6.
-
I.
gefundene Prozent
Cantharidin
Cantharidentinktur
I
1.
(Kneip.)
Selbat bereitet . . . .
Aus Apotheke bezogen
I9
1)
,9
,,
f,
,r
9,
'
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
,1
. . . . . .
,9
. . . . . .
Vom Kuratorium geliefert
. . . .
0,0337
0,0302
0,0298
0,0314
0,0247
0,0308
0,0332
A . K n e i p , N. Ney u. F. Reimers: Cantharidinbestimmung.
283
xusanimengestellt . Tinktur I ist nach Vorschrift des Deutschen
Arzneibuches mit dem auf den friiheren Tabellen (I1 und V) ah
Pulver No. 1 bezeichneten Cantharidenpulver hergestellt, das fur
diese Tinktur auf der Tabelle angegebene Resultat ist der Durchschnittswert aus fiinf untereinander gut iibereinstimmender Bestimmungen .
Als Mmdestgehalt diirfte nach K n e i p's Ergebnissen bei
einer guten Tinktur 0,03y0 zu fordern sein.
Um die Differenz zwischen der Mengc des tatshhlich bei der
Bereitung der Tinktur in diese iibergegangenen und des bei der
Bestimmung gefundenen Cantharidins xu ermitteln, prel3te K n e i p
den Tinkturruckstand scharf aus, trocknete bei 50° und beatimmte
dann nach seiner Methode das darin enthaltene Cantharidin; es waxen
noch 0,251y0 darin enthalten. Da das fur die Tinktur benutzte Cantharidenpulver 0,685Y0 Cantharidin enthielt, muaten in 100 g der
Tinktur, bereitet aus 10 g des Pulvers = 0,0685 g Cantharick,
0,0685 g weniger 0,0251 g = 0,0434 g Cantharidin geltist sein. Da
sich nur 0,0337 g fand, ergibt sich eine Differenz von 0,0097y0.
K n e i p hat schlieBlich noch ein unter No. 193 219, Klasse 120,
Gruppe 25 patentiertes Verfahrenl), betreffend ,,die Gewinnung einea
Queoksilber-Jod-Cantharidinates aus alkoholischen hntharidin. losungen und Cantharidentinktur" ZUT quantitativen Cantharidinbestimmung, speziell in der Tinktur verwendbar zu machen gesucht,
erhielt jedoch die nach der Patentschrift entstehenden NiederschlLge
auch dann, wenn er statt Cantharidentinktur oder alkoholischer
Cantharidinlosung reinen Alkohol nahm, eine Beobachtung, die der
Referent bestatigt fand. Das Verfahen lautet :
,,Zu 100 ccm Cantharidentinktur oder zu einer genau neutralisierten alkoholischen Losung von 10 g Cantharidinsaure (!) setzt man
allmahlioh ein inniges pulveriges Gemisch von 50 g Queoksilberchlorid
und 25 g reinem Jod. Das Gemisch wird rasch gelost, erzeugt aber
bei einigem Stehen einen weiBen Niederschlag von Quecksilbercentheridinat. Kocht man indessen das aemisch auf, ehe des Cantharidinat
sich abscheidet, jedoch unter Venpeidung jeden Jodverlustes, so entsteht eine braune klare Fliissigkeit, welche keinen Niederschlag ebsetzt und aus der, wenn man das ungebumdene Jod durch etwas schwefligsaures Natrium wegnimmt, sofort ein dicker gelblichweiBer Niederschlag
von Quecksilber-Jodcantharidinat zu Boden fiillt. ''
R e i m e r s benutzte drei Cantharidentinkturen, die er aus den
drei voii ihm untersuchten Cantharidensorten nach dem D. A.-B. I V
l)
J d i r m h r . d. Phnnn. 1908. 242;
D9i (1908).
(%WII,
C'entralbl. Rd. I.
284
A. K n o i p , N. Ney u. F. Iteimers: Cantharidinbeatimmung.
hergestellt hatte, und bestinmite darin das Csntharidin nach
einigen der fur Canthariden -angegebenen Methoden, indem er den
Alkohol abdestillierte und nach Zusatz von Alkali bezw. Slure im
Ruckstande das Cantharidin bestimmte, wie die betreffende Methode
es vorschreibt. Seine Resultate sind:
T s b e 1 10 VIII.
Verf ahren
Kremel (No. 2) . .
Drsgendorff (No. 3)
LBger (No. 9) . . .
I
. . . .
. . . . .
. . . . .
Greenish und Wilson
D. A.-B. IV (NO.14) . . .
Siegfried (No. 15) . . . .
Fromme (No. 17). . . . .
D. A.-B. V (NO.
17) . . . .
. .
. .
. .
.
.
i
0,038%
0,049%
0,061%
0,058%
0,089%
0,091%
0,084~0
0,080%
I1
1
0,034%
0,047%
0,058%
0,056%
0,075y0
0,0S2y0
0,073y0
0,071%
111
0,037y0
0,03fi%
0,053y0
o,05970
0,069yo
0,072%
0,06Sy0
0,066%
I n der vom Kuratoriuin gelieferten Tinktur fand R e i m e r s
nach dem, von ihm ompfohlenen Verfahren 0,0674, 0,0668 und
0,0664y0 Cantharidin, im Mittel 0,067y0, ein Wert, der hoher ist
als der von N e y (0,054y0)und erhcblich hoher als dcr von K n e i p
(0,033Yo)*
Jeder der drei Bcarbeiter der Preisaufgabe hat auf Grund seiner
Vorsuclie ein anderes Vcrfaliren zur Bestimmung des Cantharidins
in Canthariden und Cantliaridentinktur empfohleri ; eine vergleichende
Nachprufung ist erwunscht.
Anhang:
Wasser-, Fett- und Aschengehalt der Canthariden.
Nach Versuchen von K n e i p und R e i m e r s .
K n e i p hat bei der Bearbeitung der Preisaufgabe, die von der
Hagen-Bucholz- Stiftung des Deutschen Apotheker-Vereins fur
das Jahr 1909/10 gestellt war, Wasser- und Aschengehalt der von
ihm untersuchten Canthariden bestimmt. Der Wassergehalt betrug
7.45 bis ll,58°/;),drr Aschrngclialt 534 bis 6,WoL,. Die Resiiltate
sitrtl i i i t1t.r
IX
‘ i ’ i ~ l ~ i l ( ~
~~t~i~ti~tii(~ti~(~s~i,llt
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