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Ueber die Auffindung und Bestimmung des Kupfers.

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Rlbgel, uber ilu/finJwig
utid
Ilestimnzung des Kupfers.
2I
von Doppelcyaniden, wie sie vcrmuthet worden, fand nicht
statl.
Aus diesen Versuchen darf ich wohl den Schluss ziehen, dass unter den gewohnlichen Cmsfanden die genannten Sauerstoffsalze keine chemische Verbindung mit Cyanquecksilber eingehen.
Ueber die Auffindung und Bestimmung des Kupfers ;
von
Dr. C. R i e g e l in Carlsrnhe.
Die Auffindung des Kupfers in Verbindung mit anorganischen Substanzen bietet bekanntlich fur den Geiibten
lieine Schwierigkeiten, wohl aber bei Gegenwart von organischen, insbesondere nicht fliichtigen organischen Substanzen treten diese auf, indem dadurch das Verhalten
des Kupfers resp. des Kupferoxyds sehr verandert wird.
Ausser den gewohnlichen Kohlehydraten, wie die verschiedenen Zuckerarten, ist es vorzugsweise die Weinsteinsaure, welche bei den Kupferverbindungen (analog wie
bei den Verbindungen des Eisens ) die charakteristischen
Reactionen derselben behinder t oder ganzlich zweifelhaft
macht. Ich erinnere hier an ein officinelles Priiparat, den
sogenannten Oxymel Aeruginis, das als eine Aufliisung von
neutralem essigsaurem Iiupferoxyd in Verbindung mit Honig
anzusehen ist. Durch den Honig oder vielmehr die darin
enthallene Zuckerart wird das Kupfersalz unter Entwicklung von Essigsaure desoxydirt, wodurch die griine Farbe
der Iiupferaufltisung in Rothbraun iibergeht; ist das Praparat lanse Zeit hindurch aufhewahrt worden, so findet
man auch sehr fein zertheiltes metallisches Kupfer darin.
Diese reducirende Eigenschaft der oben genannten Substanzen auf Iiupferoxydsalze hat man auch als Gegengift
gegen dieselben einpfohlen und benutzt. Seit einer Reihe
von Jahren bedient man sich auch dieses Verhaltens (unter
Zusatz von Kali), urn die Gegenwart des Zuckers nach-
22
Riegel,
zuweisen, welche Methode vor der P e t t e n k o f.e r 'schen
(Anwcndung von Schwefelsiiure und Galle) den Vorzug
verdient,, und zwar besonders aus dem Grunde, weil man
in neuerer Zeit ofter Gallenfarbstoff in dem Urin gefunden
und dieser die schone violette Farbung bei Gegenwart
von Zucker und concentrirter Schwefelsaure erleidet und
gerade zur Auffindung des Zuckers im Urin diese Methoden empfohlen wurden.
Durch die Einwirkung obengedachier Substanzcn kann
das Verhalten des kaustischen Kalis gegen Kupferoxyd
wesentliche Modificationen erleiden. 1st die blenge des
Iiupfers nicht ganz unbedeutend, so entsteht zwar eine
blaue Farbung, abcr kein Niederschlag; beim Kochen wird
das Kupferoxyd in den meisten Fallen reducirt, und es
entsteht dann ein Niederschlag von Kupferoxydulhydrat,
der gewohnlich gelbbraun, oft rothbraun ist, und bisweilen wird das Kupfer fast gaozlich als Oxydul gefallt. In
einigen organischen Substanzen, wie rothem Wein und
ahnlich gefarblcn , Weinsleinsaure enthaltenden Fliissigkeiten, welche vie1 Kupferoxyd enthalten, entsteht durch
Kali (im Ueberschuss) eine schmutziggrune Auflosung und
ein ahnlich gefarbter Niederschlag, der durch Kochen rothbraun wird. Wenn dime Flussigkeitcn niir Spuren von
Kupfer enthalten, so enkleht weder eine blaue Fiirhung,
noch beim Kochen ein Niederschlag. Ebenso hindert die
Gegenwart nicht fluchtiger organischer Substanzen bisweilen die Erzeugung der blauen Farbe durch uberschussiges
Ammoniak in kupferhaltigen Flussigkeiten, besonders wenn
die Farbe derselben dunkel ist. In kupferhaltigem weissem Weine entsteht (bei nicht zu grossem Iiupfergehalt)
durch uberscbussiges Aetzammoniak eine schmutziggrune
oder hraune Farbung, im rolhen Weine eine schmutzigbraune Parbung.
Nach den Versuchen von T u e t z und W a c k e n r o d e r
wirlien Aepfel- und Essigsiiure auflosend auf Argentan
und andere kupferhaltige Legirungen, selbst das gewohnliche Silber, und eine Iiingst bekannte Thatsache ist es,
dass Substanzen, welche freie organische Sauren, insbc-
iiber Auffindung uiid Restimniung des liiipfevs.
23
sondere Essigsaure enthalten, in kupfernen Gefassen ohne
Nachtheil, resp. Kupferaufnahme gekocht werden konnen,
allein nicht darin erkalten durfen. Meine vor einer Reihe
von Jahren uber die Anwendung des Kupfers im Haushalt
angestellten sehr zahlreichen Versuche, welche zu dem
mit obigem iibereinstimmenden Resultate fuhrten, dass
organische Sauren im Verhaltniss aufliisender auf das Kupfer
wirken, als die anorganischen, wurden dermalen behufs der
Auffindung des Kupfeers zum grossern Theile wiederholt.
Man behandelte verschiedene Fruchtsafte, saure Aepfel,
saure Speisen der verschiedensten Art in kupfernen Gefassen Iangere Zeit in der Kochhilze und liess sie darin
erkalten und in erkaltetem Zustande noch stehen. Kaffce
rnit und ohne Milch, Milch fur sich, dunkles Bier, Traubenund Aepfelmost, Trauben-, Aepfel- und Birnmuss versetzte
man rnit Spuren von Kupfersalzlosungen. Auch hier zeigle
sich die Reaction mit Kali und Ammoniak unzuverlassig
in vielen Fallen auch, besonders bei dunkelgefarbten Fliissigkeiten , Schwefelw'asserstoffgas. In niehreren Fallen
entstand durch letztgenanntes Reagens keine Fallung von
Schwefelkupfer, wahrend Kaliumeiscncyanur und metallisches Eisen noch die Gegenwart des Kupfers anzeigten.
In solchen Auflosungen erfolgt durch Schwefelwasserstoffgas oder Schwefelwasserstoffammoniak meist keine.schwarze,
sondern eine braune Farbung, und die Abscheidung dcs
Schwefelkupfers geht bisweilen ausserst langsam vor sich.
Man darf nie unterlassen, in diesem Falle den entstandenen Riederschlag durch Aufliisen in Siuren u. s. w. oder
\Tor dem Lothrohr auf Kupfer zu prufen.
Die empfindlichsten Reagentien fur Kupfer sind Ferrocyankalium und blankes metallisches Eisen ; ersteres eignet sich vorzuglich zur schnellen Entdeckung untl selbst
bei Gegenwart von einer bedeutenden Menge nicht fliichtiger organischer Substanzen. Die Auflosungen durfen
jedocli nicht zu dunkel gefarbt, mussen entwetler neutral
oder etwas sauer sein, wenn der charakteristische r o b
braune Niederschlag entstehen SOH. In den oben erwahnten Flussigkeiten entstand, der griissern Anzalil der Ver-
24
Xiegel,
siiche nach, wenn auch erst nach einiger Zeit, die Reaction mil dem Blutlaugensalz; Milch, welche nur ausserst
geringe Spuren von Kupfersalz enthielt , nahm sogleich
eine blassrothe Farbe an. In dunkelgefarbten Flhssigkeiten, wie rothem Wein, Caffee mit etwas Milch versetzt,
Extractlosungen, kann die Gegenwart des Kupfers nur
dann mit Gewissheit durch Ferrocyankalium erkannt werden, wenn die Menge desselben nicht zu unbedeutend ist.
In solchen Fliissigkeiten entdeckt man die Anwesenheit
des Kupfers am besten durch ein blankes polirtes Eisen,
wodurch das Kupfer im metallichem Zustand auf der Eisenllache gefallt wird. Dieses Verfahren hat jedoch den Nachtheil, dass wenn die Wenge des in der Substanz enthaltenen
Kupfers sehr gering ist, der Ueberzug von metallischem
Kupfer auf den1 Eisen erst nach mehreren Stunden, oft
selbst nach 24 Stunden erst erscheint, und dass die Flussigkeit nicht zu s u e r sein darf. Die Grenzen der Reactionen von Ferrocyankalium und von metallischem Eisen
auf Kupfer scheinen ziemlich nahe bei einander zu liegen,
ich sage scheinen, weil meinen Versuchen diese Absicht
nicht zu Grunde lag.
In breiartigen oder festen organischen Substanzen lasst
sich auf eine der angegehenen Verfahrunssarten das Kupfer
nicht nachweisen ; man erreicht jedoch seinen Zweck, wenn
die Menge des letztern nicht ganz unbedeutend ist, durch
Behandlung der Substanz mit Salpetersaure und Prhfung
der filtrirten Flussigkeit rnit Ferrocyankalium u. s. w. Bei
Susserst geringen Mengen von Kupfer gegen sehr viele
organisdie Substanzen, wie bei Speisen, Brod (leider kommt
eine Verfalschuns desselben mit Iiupfervitriol in Belgien
und Frankreich nicht selten vor) u. s. w. bedient man sich
am zweckmassigsten des Verfahrens von J a c q u e m y n s ,
indern man die Substanz mil so vie1 Wasser behandelt,
dass dadurch ein weicher TeiS entsteht, dem man das Doppelte des Gewichts von gepulvertem kohlensaureni Kali
oder (besser) Natron zumengt, das Gemenge in einem hessischen Tiegel nach und nach erhitzt und zuletzt eine Viertelstunde der Rothgluhhitze aussetzt. Nach dern Erkalten
uber Auffindung und Besliinmung des Kupfers.
25
wird die verkohlte RIasse gepulvert, mit Wasser befeuchtet', in einern Achatmiirser sehr fein zerrieben und mit
mehr Wasser abgeschlammt, bis die Kohle vollkommen
abgeschieden und im Morser metallisch glanzende kupferfarbene Schuppen zuruckbleiben, die nach irgend einem
Verfahren noch naher zu untersnchen sind; diese Methode
hat den Vorzug vor der von K u h l m a n n zur Auffindung
k-leiner Mengen von Kupferoxyd in rnit einem Kupferoxydsalze vergifteten Brode, welches Verfahren darin besteht,
dass eine ziemliche Menge (200 Gramme) der Substanz in
einer Platinschale zu Asche verbrannt, diese mit Salpetersaure zu einem Brei vermischt, darauf zum Verdunsten
des grossten Theils der freien Saure erhitzt,, die Masse in
Wasser aufgelost und filtrirt wird. In clem Filtrate erkennt
man leicht die Anwesenheit des Kupfers durch Schwefelwasserstoffsas und Ferrocyankalium.
V e r g u i n in Lyon fand bei Gelesenheit der Analyse
eines liupfererzes, als er das Kupfer aus der Auflosung
in einer Platinschale inittelst Eisens reduciren wollte, dass,
sobald das Eisen mit dem Platin i n Beriihrung kam, die.
Platinschale mit einer sehr fest anhangenden Kupferlage
uberzogen wurde, ohne dass Kupfer auf das Eisen sich
ansetzte; diese Kupferlame
liess sich nur durch Behand?
lung mit Saure vom Platin trennen. Bei der Fallung des
Kupfers durch Eisen muss die Losung etwas sauer reagiren, jedoch darf sic nicht zu sauer sein und zu wenig
Kupfer enthalten, indeni sonst das Eisen schwarz und das
Kupl'er nicht gehorig erkannt werden kann. Diesen Nachtheil gussert das Platin nioht, auch haftet das Kupfer an
demselben fester. Aus diesen Griinden hat V e r g u i n die
Anwendung des Platins als Reageiis auf Kupfer, besonders in gerichtlichen Fiillcn, empfohlen. Die Losung darf
bei diesem Verfahren nicht zu verdiinnt und muss mit
ChlorwasserstoffsPure angesauert sein ; m a n giebt einen
Tropfen der Losuns auf Platinblech, legt eine polirte Eisenlilinge so darauf, dass das Eisen mit der Flussigkeit und
dem Platin in Beriihrung iritt. Nach wenigen Secunden
26
Riegel,
ist das Platin mit einer dichten, fest anhangenden Kupferschicht uberzogen.
Von der Zweckmassiskeit dieses Verfahrens habe ich
niich durch mehrere Versuche uberzeugt rnit thierischen
Substanzen, die mit geringen Mengen eines Kupfersalzes
intoxicirt worden, nach der oben beschriebenen Methode
mit kohlensaurem Alkali sowohl, als auch nach dem unten
folgenden Verfahren von D a n g e I* und F 1a n d i n. Diese
empfehlen das Verfahren der Verkohlung, das sie'bei Arsenvergiftungen vorgeschlagen, mit einigen Modificationen auch
bei Vergiftungen mit Kupfer. Die thierische Substanz wi,rd
mit ;ihres Gewichts Schwefelsaure nach der bekannten
Methode verkohlt, die Kohle bis zur Rothgluhhitze erhitzt,
gepulvert , mit Schwefelsaure befeuchtet und dann mit
destillirtem Wasser behandelt. Aus den Versuchen von
D an 5 e r und F 1 a n d in geht hervor, dass der menschliche
Iiorper im normalen Zustande eben so wenig Kupfer als
Arsen enthalte, so wie dass die Aussonderung des Kupfers
nicht durch die Rieren, wie hei Antirnon und Arsen, sondern durch die Lunge statt findet. Nach dem Tode findet man in den Intesiinalrohren und der Leber das durch
Absorption fortgerissene Kupfer ; es ist deshalb bei gerichtlichen Untersuchungcn auf diese Organe besondere Rucksicht zu nehmen. D a n g e r und F I a n (1 i n bemerkten noch,
dass durch einen langere Zeit hindurch dauernden Aufe,nthalt in Wasser der vergiftete Leichnam nicht alles Kupfer,
welches er enthalt, verliert.
In neuesler Zeit ist von B e r t o z z i , H e l l e r und E.v.
G o r u p - B e s a n e z (conform mit den fruhern Wahrnehinungen D u v e r gi e r ' s ) in den Gallensteinen und von letzterem und B r a m s o n selbst in der gesunden Menschengalle Kripfer aufgefunden worden. v. G o r u p -B c s a n e z
ascherte menschliche Gallensteine mit Hulfe von Salpetersaurc ein und fand in der zu einer lichtblauen Masse
geschmolzenen Asche durch Behandlung mit verdunnter
Chlorwasserstoffsaure, Schwefel wasserstoff, Forrocyankalium und Eisen die Gegenwart von Kupfer und Eisen.
iilet. Auffindung wid Bestinimung des Kupfers.
27
Mit Recht empfiehlt der genannte Chemiker, um sehr
geringe Mengen von Kupfer nachzuweisen, die Anwendung
des Platins mit Zink statt des gewohnlich benutzten Eisens,
da dieses durch die freie Saure angegriffen wird und so
bisweilen die Reaction nicht hinreichend deutlich zeigt.
In Rindsgalle fand v. G o r u p - B e s a n e z Spuren eines
durch Schwefelwasserstoff fallbaren Meralls, welches Blei
zu sein schien.
Bei der Darstellung der Gallensaure und deren Natronverbindung hatte ich Gelegenheit, mehrere Ochsengallen
nach dem Verfahren des letztgenannten Cheniikers auf
einen Metall-, resp. Kupfergehalt zu prufen ; nur in einem
Falle erhielt ich Spuren eines durch Schwefelwasserstoff
fallbaren Metalls, ohne dasselbe genau bestimmen zu konnen. Da das Kupfer nicht bloss in vielen KiichengeschirFen, sondern auch in manchen Pflanzen enthalten ist, so
Iasst sich wohl eine Quelle des Kupfers in der Galle finden, zumal wenn man damit die Beobachtung W a I chn er’s uber die stete Begleitung des Eisens durch Kupfer
und Arsen verknupft.
Ehe ich zur quantitativen Bestimmung des Kupfzrs
schreite, habe ich noch des Verhaltens der schwefligen
Saurc gegen Kupfersalze Erwahrung zu thun. Nach B e r t h i e r erleiden die Kupfersalze durch schweflige Saure
keine Reduction, wahrend aus den Versuchen von Vo g e l
(Vater) hervorzugehen scheint, dass alle Kupferoxydsalze
durch schweflige Saure in Oxg’dul verwandelt werden,
und dass die Abscheidung nur hei denjenigen Salzen erfolgt, in welchen das Oxyd an keine energische Saure
gebunden ist. Diescr Erfalirungen V o g e l ’ s , die ich durch
Versuclie mit einigen Kupfersalzen beslatigt fand, hat man
sich in betreffenden Fiillen zu erinnern, urn nicht irregeleitet zu werden.
J o n a s hat die Darstellung tler Phosphorsiiure mittelst
salpetersauren liupferoxyds empfohlen, und um die Zweckmassigket dieses Verfahrens (das jedenfalls der einfachen
Oxydation des Phosphors mil reiner Salpetersaure nachsteht) zu prufen, wurde in meinem Laboratorium diesc
28
Riegel,
Bereitungsweise versucht. Es wurde salpetersaures Kupferoxyd in 4-6 Theilen Wasser gelost, di,e Losung bis auf
i O 0 erhitzt und quentchenschwere Stucke Phosphors hineingeworfen ; mit dern Schmelzpunct des Phosphors trat
Reaction ein, namlich Reduction des Kupferoxyds und
Oxydation des Phosphors, und zwar unter Abscheidung
des ganzen Stickstoffgshalts als Gas, und nicht als Stickoxyd. Mit dern Phosphorzusatze horte man auf, sobald
das Ganze ein braunschwarzes Ansehen angenommen hatte.
Nach J o n a s soll man an einer abfiltrirten Probe sich
durch SalmiakSeist uberzeugen, ob der Kupfergehalt entfernt ist; da man selten den Punct trifft, wo alles
Kupfer abseschieden ist, so soll die Operation am zweckmassigsten unterbrochen werden, wenn die Fliissigkeit bis
auf einen kleinen Schein von griiner Farbe alles salpetersaure Salz zersetzt zeigt, urn solche entweder nochmals
mit Phosphor zu schutteln, indem in einem Glase Saure
und Phosphor erwarmt werden, oder selbige mittelst’
Schwefelwasserstoffgas zu reinigen. I m erstern Falle enthalt, wenn auch ein noch so grosser Ueberschuss von
Phosphor angewandt worden, die Saure stets noch Spuren
von Kupfer, welche durch eine der oben beruhrten emp fin d 1i ch en PI.u fu n gsme t h o d en a u fgefund e n we r d en kijnnen. Es bietet demnach die Jonas’sche Methode durchaus keinen Vortheil dar. Da ich, ahnlich den Versuchen
von V o g e l , mich mit der Einwirkung der phosphorigen
Saure auf Kupfersalze beschaftigte, und zu ahnlichen Resultaten wie bei der Einwirkung der schwelligen Saure
gelangte, konnte ich mir es nicht versagen, auch das Verhalten der unterphoaphorigen S h e kennen zu lernen.
W u r t z beobachtete niimlich bei der Einwirkung der letztern Saure auf Kupfersalze die Bildung von Kupferwasserstoff. Lost man einen Theil unterphosphorigsauren Baryt
in Wasser, fallt die Losung vollstandig durch Schwefelsaure, fugt zur filtrirlen Losung & Theile concentrirter
schwefelsaurer Iiupferlosung, erhitzt vorsichtig bis zu 700,
so entsteht ein grunlicher, rothbraun werdender Niederschlag, welcher nach W u r t z aus 98,7 Kupfer und 4,22
iiber Auffindung zind Besliinniztng des Kupfers.
29
Wasserstoff bestehen SOU, in der That aber nichts anderes,
als reines Kupfer ist.
Was die quantitative Bestimmung des Kupfers und seiner Oxydationsstufen betrifft, so lasst sich das metallische
Kupfer in seinen Verbindungen in Salpetersaure oder auch
in Konigswasser auflosen; in dieser Auflosung ist immer
Iiupferoxyd enthalten, das auf eine der folgenden Methoden gefallt, und aus dessen Gewicht man die hlenge des
metallischen Kupfers berechnet. Aehnlich ist die Beslimniung des Kupferoxyduls; ist dieses in einer Substanz
enthalten, so wird dasselbe durch Auflosen in Salpetersaure in Kupferoxyd verwandelt, das durch Kali gefallt
und aus dessen Gewicht nun die Menge des in der Substanz enthallenen Kupferoxyduls berechnet wird.
Die gebrauchlichste Methode zur Bestimmung des
Kupferoxyduls bestelit in der Fallung desselben aus seinen Auflosungen durch reine Iialilosung, mit der Vorsicht,
dass man die kupferosydhaltige Flussigkeit in einer Porcellan- oder Platinschale vorher vorsichtig zurn Kochen
erhitzt und dann mit einer Auflosung von Kali versetzt.
Das gefallte braunschwarze Kupferoxyd mird vollkommen mit heissem Wasser ausgesiisst , getrocknet, gegliiht und unmittelhar nach dem Erkalten im bedeckten
Tiegel gewogen. Eine etwaige Reduction des Oxyds zu
Oxydul liisst sich durch den spiitern Luftstrom, den nian
beim Gluhen im Tiegel erregt, beseitigen.
Wird die kupferoxydhaltige Flussigkeit vor der Pallung mit Kali nicht zum Kochen erhitzt, so erhdt man auf
Zusatz des letztern einen voluminosen blauen Siederschlag
von Kupferoxydhydrat , welcher eben des vollstandigen
Aussiissens und der Senauen Deslirnmung wegen immer
durch Erhitzen in Kupferoxyd verwandelt werden muss.
Auch ha1 man noch die Vorsicht zu gebrauchen, die kupferosydhaltige Flussigkeit, wenn dieselhe concentrirt ist, vorher mit vielem Wasser zu verdunnen, wodurch eine vollstandigere Fallung hewirkt wird, indem in concentrirten
Flussigkeiten nach uberschussig zusesetztem Kali auch
Kupfcroxyd aufgeliist bleibt, wodurch man sich durcli
Riegel,
30
Schwefelwasserstoffammoniak und die oben beriihrten Reagentien uberzeugen kann.
Die Verdunnung mit Wasser bietet noch den Vorlheil,
dass sich beim langen Kochen der Kupferoxydauflosung
mit der Kalilosung nichts an die Wande des Gefasses anlegt, wahrend dieses bei concentrirten Losungen haufig der
Fall ist. Oft sitzt das Kupferoxyd so fest, dass es mechanisch nicht abgelost werden kann, sondern man muss diese
kleine Menge in einigen Tropfen verdiinnter Chlorwasserstoffsaure auflosen und dann wiederum fallen.
Diese Methode mit Kali ist sehr praktisch und bei
Beobachtung der gedachten Vorsichtsmaassregeln in den
allermeisten FBllen hinreichend genau und deshalb empfeh1 en swert 11.
Die Bejtimmung des Kupferoxyds durch Fallen des
Kupfers im regulinischen Zustande mittelst blanken Eisenblechs giebt deshalb kein ganz gensues Resultat, weil das
regulinische Kupfer sich wahrend des Trocknens oxydirt
und auch haufig mit Kohle gemengt ist, welche, indem
das Eisen aufgelost wird, sich ausscheidet.
In neuerer Zeit sirid mehrere Methoden zur Bestimmung des Kupferosycls empfohlen, welche hier Erwahnung
finden sollen. R u n g e hat auf das Yerhalten des in Chlorwasserstoffsaure aufgelosten Einfachchlorkupfers bei Behandlung mit Kupfer, wodurch dasselbe in Halbchlorkupfer verwandelt wird und sich dabei eben so vie1 Kupfer
auflost, als in der angewendeten Menge Einfachchlorkupfer
enthalten ist, eine quantitative Bestimmung des Kupfers
gegriindet. Man lost das nach der ohen erwahnten Methode gefallte Kupferoxydhydrat in uberschussiger Chlorwasserstoffsaure und kocht die Losung mit einer gewogenen Wenge Kupfers so lange, his die braune Parbe in
cine hellgelbe .iibergegangen und sich nicht mehr andert.
Diese Methode lasst sich in vielen Fallen anwenden, wobei der Gewichtsverlust des Ilupfers genau die Menge
Kupfers anzeigt, die in der untersuchten Nenge Oxyds
enthalten ist. Kupfersalze, mit Ausnahme des salpetersauren, lassen sish auf diese Weise untersuchen, jedoch
,
uber Auffindung
titid
Bestimmung des Kupfers.
31
muss man auf die Gegenwart des Eisenoxyds Rucksicht
nehmen, indem sich das Anderthalbchloreisen dem Einfachchlorkupfer abnlich verhalt. Ebenso is6 auf die Anwesenheit
des Manganoxyds Rucksiclit zu nehmen, dessen nachtheiliger Einfluss sich iibrigens dadurch beseitigen lasst, dass
man die Auflosung in Clilorwasserstoffsaure so lange
kochen lasst, als sich noch Chlor entwickelt. Uebrigens
versteht sich von selbst, dass die Abhaltung der Luft dabei sehr in Betracht zii ziehen ist, weshalb man denVersuch am besten in einer langhalsigen Retorte vornimmt.
Die von L e v o l (Journ.. de Pharm. et de Chim. 1812.
Jziillet) empfohlene Methode zur Kupfcrbestirnmung ist
auf ein ahnliches Verhalten gegrundet. Das Verfahren
besteht darin, dass man die Kupferlosung mit Aelzammoniak fallt und dann noch mehr Aelzammoniak hinzufiigt,
als zur Auflosung des entstandenen Niederschlags erforderlich ist. Die Flasche, worin sich die Losung befindet,
fullt man moglichst voll mit ausgekochtem, destillirtem
Wasser, legt ein blankes, genau gewogenes Kupferblech
hinein und verschliesst sie lufidichb. Nach einigen Tagen,
menn sich die Flussigkeit vollstandis entfirbt hat, nimmt
man das Kupferblech heraus, wascht, trocknet und wagt
es. Der Gewichtsverlust desselben zeig,t genau die Menge
des Kupfers an, welche in der gepriiften Fliissigkeit war,
weil das Oxyd 1 At. Sauerstoff auf 1 At. Kupfer enlhalt,
und folglich noch 1 At. Iiupfer aufnehmen muss, um in
Kupferoxydul verwandelt zu werden. Nach . der Ansabe
von L e v o l erhalt man gleich richtige Resultate, ob das
Kupferoxyd in Schwefel-, Salpeter - oder Chlorwasserstoffsaure aufgelost ist. Bei Untersuchung von Legirungen,
welche ausser Kupfer noch Zinn und Anlimon enthalten,
Iasst sich dieses Verfahren anwenden, sobald diese Metalle
durch Salpetersiiure oxydirt worden ; wenn gleich dasselbe
mehrere Tage erfordert, so lasst es doch mehrere Versuche zu gleicher Zeit zu. Vergleichende Versuche, mit
Legirungen aus Zinn und Kupfer (Kanonenmet.al1) angestellr., in welchen das vom oxydirten Zinn abgegossene
Kupferoxytl der salpetersauren Losung Iheils mittelst Kali-
32
Riegel,
liisung, theils nach der R u n g e'schen, theils nach der
L e v o I'schen Methode bestimmt wurde, gaben fur letzlere
ganz befriedigende, und im Allgemeinen ziemlich iibereinstimmende Resultate.
Spater veroffentlichte P e 1o u z e eine neue Methode
der quantitativen Bestimmung des liupfers, welcher ein
ahnliches Verfahren zu Grunde liegt, wie B a r r e s w i 11
zur Bestimmung des Krumelzuckers angegeben hat. Man
lost ein bestimmtes Gewicht von Kupfer in Salpetersaure
und versetzt allmalig die Losung rnit einem Gemisch von
WeinsPure und Aetzkali, kocht das Ganze und setzt eine
verdiinnte Losung von Zinnchlorur wahrend des Kochens
zu. Dadurch wird das Kupfer als Oxydul gefiillt, wiihrend Zinn, Zink, Blei, Arsen und Antimon, womit das
Kupfer vcrunreinigt sein kann, in der alkalischen Flussiglieit gelost bleiben. Das Ende der Operation l a s t sic11
an der Entfiirbung der Fliissigkeit erkennen. Noch besser
bewahrte sich P e 1 o u z e's folgendes Verfahren. Man liist
1 Grm. ziemlich reines Kupfer in 7-8 Cub -Centim. k i d licher Salpetersaure, verdunnt mit etwas Wasser und setzt
iiberschussige Aetzammoniakflijssigkeit hinzu; feerner lost
man 1'10 Grm. Einfachschwefelnatrium in 1 Litr. Wasser,
bringt die Losung in ein nach Cubikcentimetern graduirtes Probeglas und triigt die Losung in die kupferhahige,
kochende 'Flussigkeit allmalig hinein. Dann lost nian in
Salpetersauce oder Konigswasser eine bestinmite blenge
der zu untersuclienden Legirung, versetzt mit uberschussigem Ammoniak, kocht und fugt wieder so lange y o n
der Losung des Schwefelnatriums hinzu, bis die blaue
Farbe der Kupferlosung verschwunden ist, Durch die
erste Probe hat man gefunden, wie viel von der Losung
des Schwefelnatriums nothig war, urn 1 Grm. Kupfer zu
fallen, man wird dalier aus der letztern Probe, aus der
verbraucht~enLosung tlcs Schwefelnatriums leiclit berechnen konnen, wie viel Kupfer in 1 Grm. der untersuellten
Legirung enthalten war. Each P e 1 o u z e betragen die
Beobachtungsfel~lcr nicht ubcr 5 - 6 pro Mille, auch ist
die Gegenwart anderer Metalle dieser Methode nicht hin-
fiber
Aztffiiidting
und Beslimmung des Kupfers.
33
derlich. Bei Untersuchungen von Gemengen von Kupfer,
Zinn, Zink, Cadmium, Blei, Antimon, Eisen, Arsenik und
Wismuth wurde der Kupfergehalt stets bis auf 0,002 bis
0,003 gefunden. Beim Zusammenbringen der Schwefelverbindungen dieser Metalle mit einer aminoniakalischen
Losung von salpetersaurem Iiupferoxyd wird diese entfarbt, demnach konnen sie nicht in der kupferhaltigen
Losung bestehen. Dies findet jedoch nur bis zur Entfirbung der Kupferlosung statt; spater, resp. bei Iangerm
Stehen werden wieder einige dieser Schwefelmetalle gebildet, welche Bildung jedoch keinen Eiiifluss auf die
Bestimmung des Kupfers ausubt, da die Beobachtung derselben nur his zu der Entfarbung der Fliissigkeit dauert.
Zink und Cadmium werden erst dann gefallt, wenn die
Losung bereits farblos geworden, und konnen vielleiclit
auf ahnliche Weise gefallt werden; Kobalt und Nickel
konnen wegen dcr gefarbten Auflosung, die sie mit Ammoniak geben, auf die Beslimmungsweise influiren. Bei
Gegenwart von Silber hat man nur darauf Riicksicht zu
nehmen, dasselbe aus der salpetersauren Auflosung der
Legirung durch Chlorwasserstoffsliure zu fiillen. Zinn,
welches haufig in Kupferlegirungen enthalten ist, findet
sich in der amrnoniakalischen Kupferliisung als Zinnsaure;
diese bleibt lange suspendirt und halt eine geringe blenge
Schwefelkupfer, wodurch sie gefarht wird, zuriick, so dass
es schwer ist, zu bestimmen, wann die Fliissigkeit wirklich farblos geworden. Diese Unannehmlichkeit lasst sich
jedoch leicht beseitigen, wenn man dcr Kupferlosung
noch vor der Behandlung mit Ammoniak etwas salpetersaures Bleioxyd zusetzl; das Bleioxyd wird durch Ammoniak in Verbindung mit der Zinnsaurc gefallt, so dass
sich die Flussigkeit mit grosser Regelmassigkeit klart.
Der durch Einwirkung der Schwefelnatriumlosung
auf die heisse Kupferlosung entslehende Niederschlag
hesteht nicht, wie man allgemein angenommen, aus reinem
Schwefelmetalle, sondern ist ein Oxysulfur von ti Aeq.
Schwefel und 9 Aeq. Oxyd, welche Verbindung man auch
durch Kochen von Schwefelkupfer mit schwefelsaurem
Arch. d. Pliarm. C X . Bds. 1. IIft.
3
34
Riegel,
Kupferoxyd erhalt. Das Ammoniak hat bei dieser Bestimmungsweise nicht bloss den Vorlheil, dass es die Farbe
des Kupfers inlensiver macht, sondern es verhindert auch
die Fallung des Kupfers durch unterschwefligsaure Salze,
deren Gegenwart sich in Losungen von Schwefelmetallen
fast nie vermeiden lasst, ferner durch schwefligsaure und
unterschwefligsaure Salze, und in gehoriger Menge selbst
die durch alzende und kohlensaure Alkalien. Die Veranderungen , welche die Losung des Schwefelnatriums
erleidet, treten nur sehr langsam ein und lassen sich dadurch beseiligen, dass, wenn man eine Bestimmung vornehmen will, vorher reines Kupfer aufzulosen und damit
der Schwefelgehalt der Probeflussigkeit zu bestimmen ist.
Spater machte P e 1o u z e folgende Aenderungen in
seiner Methode bekannt. FaIIt man eine Auflosung eines
Kupfersalzes durch Schwefelnatrium bei gewohnlicher
Temperatur, so erhalt man CuS, entsprechend den1 CuO,
in Verhindung mit €10. Kocht man diesen Niederschlag
mit einer verdunnten Kupferlosung, so wird dieselbe entfarbt, was bei Gegenwart von Ammoniak noch schneller
statt findet. Ueberschreitet man dabei nicht eine Temperatur von 7 5 - 8 0 ° , so hat der Niederschlag die constante
Zusammensetzung von Cu S, Cu 0. Erwiirmt man aber auf
900 oder selbst 96°--1000, so nimmt dieser Niederschlag
noch hetrachtliche Mengen yon Kupferoxyd auf. Zugleich
wird ein bcdeutender Theil des iiberschussigen Kupfersalzes in Oxydul verwandelt und bleibt in der ammoniakalischen Flussigkeit gelost, so dass man nun auf Zusatz
von Schwefelnatrium in der farblosen Flussigkeit einen
schwarzen Niederschlag erhalt. Es ist deshalb zur genauen
Bestimmung des Ihpfergehalts einer Losung durch Schwefelnatrium nothig, entweder bei sehr niedriger oder sehr
hoher Temperatur zu operiren. P e 1o u z e scheint die Temperatur von 750 die Seeignetste.
Zur Darstellung des Schwefelnatriums leitet man in
eine kaustische Natronlauge von 36" Reaumh (Seifensiederlauge) einen Strom von Scliwefel wasserstoffgas, wodurch
nach einigen Stunden Schwefelnatrium sich in Krystallen
iiber Atiffindung und Bestiinmung des Kupfers.
35
absetzt, die man aus der Flussigkeit nimmt und mit kaltem
Wasser abwascht. Man lost von denselben etwa IS0 Grm.
in 1 Liter Wasser auf, Iasst die trube Flussigkeit sich absetzen und nimmt, nachdem sie klar geworden, mit dem
Heber ab. Ich habe bei meinenversuchen gefunden, dass
eine Filtration eben so gut ist und schneller zum Ziele
fuhrt. Die Concentration sol1 nach P e 1o u z e der Art sein,
dass 1 Grm. reines, in 5-6 Cub.-Centim. Salpetersaure
gelijstes, und mit 40- 60 Grm. Wasser versetztes Kupfer
etwa 29-31
Cub.-Centim. zur Fallung braucht. Diese
Normalflussiglteit bleibt Monate lang farblos und wird durch
Siiuren kaum getrubt. Zur Bestirnmung ihres Gehalts lost
man reines Kupfer (am besten auf galvanoplastischem
Wege niedergeschlagen) in ti -6 Cub. - Centim. liiiuflicher
Salpetersaure auf, entfcrnt durch Kochen die rothen Diimpfe
und giesst 50 Cub. - Centim. kiiufliches Ammoniak hinzu.
Das Ganze wird zum schwachen Kochen erhitzt, die
Schwefelnatriumlosung tropfcnweise zugegossen mit der
Vorsicht, dass die Flussigkeit fortwahrend im Kochen erhalten wird. Sobald die blaue Farbe der Flussigkeit nicht
mehr zu erkennen ist, hort man mit dem Kochen auf, lasst
die Flussigkeit sich klaren, wascht den Rand der Schale mit
weriig Amrnoniak ab und giesst, j e nach der Intensitat der
blauen Farbe, griissere oder geringere Mengen von Schwefe I n a t r i u m z u r ko che n den FI ij ss ig k ei t., wora u f man w ied er
absetzen liisst und so lange das Zufugen wiederholt, als
noc,h die Flussigkeit blau gefarbt erscheint. Zu Ende der
Operation darf die Temperatur 80° nicht ubersleigen, was
nur selten der Fall ist, da das verdampfende Ammoniak
sehr vie1 Warme bindct. Bei sehr kurzem Docht kann
man 20 Minuten lang koclien, ohne diese Temperatur zu
ubsrschreiten. Gegen Ende der Operation darf man nur
einen, hochslens zwei Tropfen der Liisung zufiigen. Man
bernerkt sich die Anzahl der Tlieile, die man von der
Normallosung zur Fiillung brauchtc. Bei Unlersuchung von
Legirung ist es gut, vorher den Iiupfergehalt annahernd
zu bestimmen, damit man zur Priifung etwa 1 Grm. Kupfer
anwendet. Findet man den Gehalt an Kupfer = <c (wie
3"
3G
Riegcl,
beim Kanonengut), so nimmt man bei der Probe etwa
1
,
" = 1,1 Grrn. Man wagt die Probe und kist sie in Salpetersaurc auf; bleibt ein unloslicher Ruckstand, der die
Gegenwart von Antimon oder Zinn anzeigt, so lost man
ihn, wenn er betrachtlich ist, durch Zusatz von Chlorwasserstoffsaure auf; ausserdem muss man in diesem Falle
Blei zusetzen, damit die Zinnsaure, die sonst sehr lange
suspendirt bleibt, schneller niedergeschlagen wird. Nacli
dein Erkalten setzt man 50 Cub. - Centim. flussiges Amrnoniak zu, hringt zum Kochen und verfahrt ganz wie oben
angegeben.
Gesetzt, man habe 29,s Cub.-Centim. der normalen
Schwefelnatriumlosung gebraucht, wahrend 1 Grrn. reines
Ku fer 30 Cub.-Cenlim. erfordert, so betragt das Kupfer
29.g
- - - 0,083. Wog nun die angewandte Probe 1;I Grm.,
30
so ist in 1000 Theilen der Legirung enthalten:
0'ys3 ' looo = 893 Kupfer.
1,'1
Es is1 einleuchtend, dass man sich nach Beliebcn (oder
nach den zur Verfiigung stehenden Gefassen) Normalflussiglteit bereiten und deren Gehalt auf ahnliche U'eise,
wie oben erwahnt, feststellen kann. Bei Untersuchungen
yon Legirungen des Kupfers mit Zinn und Anlimon habe
ich jedesmal aus der Halfie der salpetersauren Losung das
Zinn oder Antimon und aus der andern Halftc nach P e l o u ze das Kupfer bestimmt. Wenn gleich das Vcrfahrcn
umstiindlich und zeitraubend zu sein scheint, so erlangt
man nach einigenversuchen so vie1 Uebung, dass man in
wcnigen Slunden die Quantitat der einzclnen Metalle in
5-G und noch mehr solcher Legirungen bestimmen liann,
und zwar was den Kupfergehalt anbetrifft, sehr gcnau.
Ilasselbe Verfahren ksst sich hiiufig auf Kupfererzc oder
Vitriolc anwenden, bei denen das Eisen indessen durch
Iioclien mit Salpetersaure vollstandig in Osyd verwandelt
sein IIIUSS, indem sonst ein Theil des Iiupferoxyds in
Oxydul ubergefiihrt wird.
J a c y u e l a i u und C a s a s e c a habcn Sleichzeitig ein
iiber Atiffindung und Bestitnmung cles Kupfers.
37
Verfahren bekannt gemacbt, das wenig Zeit und Apparate
erfordert, nanilicli nur eine feine Wage, drei Glasrohren
von gleichem Durchmesser; von denen nur eine graduirt
sein muss, ein nach Decilitre graduirtes Probeglaschen,
eine Pipette, Salpetersaure, Ammoniak, Aetzkali, kohlensaures Kali und destillirtes Wasscr. Man lost das Mineral
oder die Legirung in Salpetersaure auf, filtrirt einen Theil
davon, nachdem man ihn vorher mit Ammoniak versetzt
und in der Sraduirten Glasrohre sein Volume; bestimmt
hat, und setzt hierauf eine zu bestimmende Menge Wassers
hinzu so lange, bis die Farbe rnit der der Normalflussigkeit
ubereinstimmt. Die Menge des in der Flussigkeit enthaltenen Kupfers ergieht sich aus dem Volumen, bis zu
welchem man diese verdunnen musste, um eine bestimmte
Farbennuance zu erhalten. Nickel hindert die Beslimmung
nicht, wcnn es nicht in zu grosser Menge zugegen ist.
Zur Bereitung der Proheflussigkeit lost man 0,sGrm. reines
Kupfer in verdunnter Salpetersiiure , setzt etwas iiberschussige Aetzammoniakflussigkeit und so viel destillirles
Wasser hinzu, dass die Flussigkeil bei 400 gerade 1 Liter
betragt. Man giesst hierauf 5 Cub.-Centim. in eine der
Glasrohren und hezeichnct den Stand der Flussigkeit mit
einem Theilstriche und schmilzt sie dann oben zu, so dass
dieselbe keinen Verlusl durch Verdunstung erleiden kann.
Um die Nuancen der Farbe bcsser bestimmen zu konnen,
halt man die zwei mil einander zu vergleichenden Rohren
vor ein BIatt Papier und hringt dieses zwischen das Auge
und zerstreutes Licht, oder betrachtet sie durch ein planes
blaugefarbtes, in einem Schirmc befindliches Glas von
2 Millim. Durchmesser. Hat man z. B. 2 Grm. einer Legirung von Iiupfer und Zink, so lost man diese in Salpetersaure auf, fugt Ammoniak hinzu und giesst die Flussigkeit in eine graduirte Rohre von 2 Deciliter Capacitat.
Hat die Losung nicht dieselbe Fiirbung, wie die Normalflussigkeit, so setzl, man so viel Wasser hinzu, bis die Farbe
beider Fliissigkeiten ganz gleich ist, und bestimmt n u n
aus dem Volumen der erhaltenen Losung die Menge des
darin befindlichen Kupfers.
38
Rbegel,
Die Zuverlassigkeit dieses Verfahrens scheint fur den
ersten Augenblick sehr fraglich zu sein, indem die Bestimmung von der Beobachtung der lntensitat der Farbe
der Losung abhiingt, somit von der individuellen Beobachtungsgabe, also keine scharfen Granzen bieten kann, welche
aber durch den Grad der Verdunnung einigermassen zu
erreichen sind. Vergleichende Versuche scheinen die Zweifel
zu beseitigen und die Moglichkeit einer ziemlich genauen
Bestimmung zuzulassen, obgleich nicht gelaugnet werden
kann, dass stets Bedenken gcgen eine solche Bestimmungsweise erhoben werden konnen. Ich bin daher auch nicht
geneigt derselben das Wort zu reden; iibrigens geniigt sie
vollkommen da, wo es sich nicht um eine'ausserst genaue
Bestimmung handelt.
Dr. R i e ck h e r hat im Jahrbuche fur praktische Pharmacie Bd. XV. Heft I. ebenfalls ein Verfahren zur Bestimmung des Kupfers publicirt. welchcs besonders beliufs der
Bestimmung des Iiupfers in der Analyse des Kanonenmetalls ausgedacht wurde. Ohne mich auf die gebotenen
Raisoiinements einzulassen, die zu diesem Verfahren Ver~nlassunggaben, soll dieses selbst nur gewiirdigt werden.
Ganz mit dem Verfasser iibereinstimmend sagte mir dies
Verhalten der salpetersauren Salze im Allgemeinen, sowie
die aiigestelllen Versuche, dass die Zerlegung des salpetersauren Kupferoxyds (und somit auch die Bestimmung des
Kupfers als Ih~pferoxyd aus demselben) Fehlerquellen in
sich schliesse, die unter Umstanden sehr ungenaue Resultate zur Folge haben konnten. Bei zu starker Hitze
entsteht beim geschmolzenen Salze ein Spritzen, wobei
ein Verlust nicht zu vermeiden ist; iibrigens lasst sich
dieses Spritzen hier, sowie bei den meisten Nitraten, kaum
vermeiden. Diese UnannehmIichkeit soll bei Anwenduns
von Platingefissen b e i n a h e ausgeschlossen werden und
ich erlaube mir zu behaupten, dass dieses aber auch nur
b e i n a h e der Fall ist. Die Anwendung von Platingefassen
bietet jedoch eine neue Inconvenienz, indem durch die
grosse Warmeleitungsfahigkeit des Metalls die geschmolzene
Masse an den Wanden bis zum Rande hinaufsteigt, welcher
iibet. Auffinduny und Bectimrnutig des Kupfers.
39
Uebelstand kauni bei dem schwachsten Feuer wird gehoben
werden konnen. Aus diesem Grunde werden Abdampfschalen und spater Tiegel von Porcellan empfohlen. Die
von dern Zinnoxyd abgegossene salpetersaure Kupferlijsung
wird in einem Porcellantiegel irn Wasserbade eingedampft,
bis die Masse trocken erscheint, bei welchern Zeitpuncte
eine klein wenig hohere Ternperatur mit Nutzen angewandt
werden kann , welche Dr. R i e ckh e r dadurch erreicht,
dass er den kupfernen Wasserbehaller, anslatt rnit Wasser
gefullt, leer uber eine Spiriluslarnpe stellt; es entweichen
Wasser und Salpetersaure, ohne dass die Masse schmilzt.
Wenn dieses eintreten will, wird der Tiegel in ziemlicher
Enlfernung iiber cine grosse Lampe mit doppeltenl Luftzug
gebracht und das schwachste Feuer gegeben, so dass bloss
der Bodcn des Tiegels warm gehallen wird. Das Salz
schmilzt und zieht sich in Krusten his zur halbcn Hohe
des Tiegels hinauf, wo es rest wird. Bei diesem Zeitpunct
andert sich die Farbe dcr Masse in Dunkelgrun und geht
bei behutsanier Steigerung der Nitzc in Schwarz uber.
Urn aber die totale Austreihung der Salpelersaurc zu bewiltken, wird der Porcellantiegel in einen hcssischcn gestellt
und beide wohlverschlossen einem miissigen Gluhl'euer
ausgesetzt; noch vor dem ganzlichen Erkalten wird der
Porcellantiegel herausgenomnien uncl wegen der hygroskopischen Eigenschaft des Kupferoxyds warm gewogen.
Nacli dicser eben beschriebenen Methode habe icli,
abgeselien d a w n , dass rnir von vornhercin das Verfahren
keinc grossen Vortheile zu hietcn schien, rnehrere Vcrsuche
und zwar vergleichend mit den fruher crwahnten unternommen.
In Folgendem will ich diese Vcrsuche iibersichtlich
zusamrnenslellen :
a) Arach dem
R i e ck h e v'schen Verfahreir.
..
. . . ..
. . . . . ..
I. 30 Gran metallisches Kupfeer gaben . . .
. . . 37,40 Gr. CuO.
11. 30 ti
I1
It
. . . 37,115 It c
111. 40 II einer Legirung R U S 10Th. Cu und i Th. St
gaben. . . . . . . . , , . .
45,28
It
.
40 Riegel, iiber Aufjndung u. Bestimmung des Kupfers.
b ) Nach der Methode mittelst Kali und Erhitaen.
37,52Gr. CuO.
11
I1
If
37,48
II
I I einer Legirung aus 10 Th. Cu u. 1Th. St gaben 45,40
II
........
...........
I. 30 Gran metallisches Kupfer gaben.
11. 30
111. 40
....
c) Nach der Methode von P e l o u z e mittelst Schwefelna[riiim.
I. 30 Gran metallisches Hupfer gaben
29,98 Gr. metallisches Cu.
11. 30 11
,I
If
30,OO
I
I1
111. 40 II einer Legirung BUS 10 Th. Cu und
If
1 Th. St gaben
36,34
11
d ) N ~ c Wder Methode von R u t t g e .
I. 30 Gran metallisches Kupfer gaben ,
29,80 Gr. metallisches Cu.
29,73 II
I1
If
11. 30 I!
,I
I1
111. 40 II einer Legirung BUS 10 Th. Cu und
36,25
I1
If
1 Th. St gaben
e) Nach cler IHefhode con L e a o l .
I. 30 Gran metallisclres Kupfer gaben
29,70Gr. metallisches Cu.
11. 30 I I
/I
I1
II
, . . 29,81 I I
11
&I
111. 40 11 einer Legirung aus 10 Th. Cu und
li Th. St. gaben.
36,30 II
I1
H
...
.....
..........
.
.
..
.....
.
..........
...
.........
Aus dieser Zusammenstellung lasst sich einigermassen
auf die Genariigkeit und Zuverlassigkeit der funf Methoden
schliessen. Wenn wir mit B e r z e l i u s das Kupferoxyd aus
. . . 79,283.
1 At. Kupfer
,
1 At. Sauerstoff.
. . 20,177
100,000
bestehend annebmen, so ergeben sich fur die erhaltenen
Resultate folgende Zahlen :
a)
b)
I. 80,217.
I. i9,957.
11. 80,107.
11. 80,035.
111. 80,300.
111. 80,088.
Aus den Zahlen, welche die nach den drei anderen
Methoden erzielten Resultate lieferten, ergiebt sich ferner,
dass die genauesten Resultate nach der verbesscrten Methode von P e l o u z c erzielt wurden. Dieselbe verdient
desshalb auch noch den Vorzug, dass, wenn die Normalflussigkeit vorrathig gehalten wird, sehr viele und genaue
Versuche in kurzester Zeit angestellt werden konnen.
In Bezug auf die R i c ck h er’sche Methode bleibt noch
zu hemerken, dass sie in Bezug auf Genauigkeit und Zeitersparniss keine besonderen Vortheile bietet und dass
ausser den gedachtcn Nachtheilcn, entweder nicht stark
Meier, chem. LTntersuchung des rothen Sandelholaes. 49
genug erhitzt wird und noch unzersetztes Kupferoxydsalz
beigemengt bleibt, in welchem Falle bedeutende Fehler entstehen konnen, oder aber bei zu starker Hitze das Kupferoxyd in neues Oxyd C u 5 0 5 von F a v r e und M a u m b n e
(wenigstens theilweise) verwandelt werden kann, wodurch
ebenfalls bedeutende Fehler entstehen konnen. Ob es
andern Chemikern gelingen wird, noch genauere Resultate
zu erzielen, wollen wir dahin gestellt sein lassen. Von
den bis jetzt bekannten Methoden zur quantitativen Ilestimmung des Kupfers glaube ich aber die verbesserte von
P e l o u z e und jene langst gebrauchliche durch Fallen mit
kaustischem Kali unter den beschriebenen Cautelen empfehlen zu durfen.
Chemische Untersiichuag des rothen Sandelholzes;
yon
L e o RIeier,
Apothelter in Creutzburg i n Preussen.
(Fortsetzung
yon
Bd. CV, Heft 3. pag. 2Y4.)
Santaloxyd.
Ich habe fur diesen Korper diesen Namen gewahlt,
weil die Einwirkung der Sauren auf ihn eine auffallendo
zu nennen ist. Obgleich es mir nicht gesluckt ist, damit
Verbindungen darzustellen, in welchen die Saure so weit
neutralisirt ist, dass sie nicht mehr das Lackmuspapier
rothet, so scheint es doch keinem Zweifel unterworfen, dass
die Sauren rnit ihm Verbindungen eingehen konnen, wie
man dieses aus dem Verlaufe meiner Arbeit ersehen wird.
Um das Santaloxyd zu bereiten, zieht man das geraspelle Sandelholz mit Aether oder 80 Proc. haltendem
Weingeist aus, dampft den erhaltenen Auszug bis zur
Trockne, kocht den Ruckstand zu wiederholten Malen
mit Wasser aus, lost ihn wiecler in Weingeist und M l t
die SantalsPure durch in Weingeist geloslen Bleizucker.
A u s der gelben Flussigkeit, aus welcher das santalsaure
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