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Ueber die Bestandtheile einiger Mannasorten des Orients.

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11. Pharmacognosie.
Ueber die Beshndtheile einiger Mannasorten des
Orients.
Von Dr. H. L u d w i g in Jena.
Herr Prof. H a u s s k n e c h t in Weimar hatte die Giite,
mir eine Reihe von Pflanzenexsudaten zu iiberlassen, welclie
er auf seinen Reisen in Persien gesammelt und iiber welche
er in einer im Junihefte dieses Archivs abgedruckten Abhandlung eingehende werthvolle bfittheilungen gemacht hat. Seinem Wunsche, jene persischen Maniiasorten , soweit moglich
einer chemischen Untersuchung zu unterwerfen und die Resultate derselben den von ihm veroffentlichten pharmacognostischen Notizen anzureihen, komme ich hiermit sehr gern nach.
Zur Vergleichung stelle ich auch die Ergebnisse der Analysen
friiherer Beobachter zusammen, zugleich mit einigen geschichtlichen Bemerkungeu.
1) M a n n a q u e r c i n a , M a n n a q u e r c e a , E i c h e n m a n n a , W a 11o n e n m a nn a (von Quercus Vallonia Kotschy).
C u r t i u s R u f u s und D i o d o r u s S i c u l u s sprechen von
einem Eichenbaume in Hyrcanien (am kaspischen Meere), aus
dessen Blattern Honigtropfen herabflossen, die man in der
Fruhe vor Sonnenaufgang sammele. In unserem Jahrhundert
( D i e r b a c h , Geigers Magazin f. Yharmacie 1826, Bd. 13,
S. 119) s a h 0 t t e r die Eichenmaiina in Persien bei der
Stadt K h u x s a r. Capit. F r e d e r i c k zu Bombay bemerkt,
dass die Manna-Eiche in den bergigen Gegenden von Lur i s t a n (West-Persien) sich finde. Dort sol1 die Manna in
sehr betrachtlicher Menge wie ein Thau auf den Blattern der
kleinen verkriippelten Eichen vorkommen. Letztere seien
h o c h s t wa h r s ch e i n l i c h Q u e r c u 8 i n feot o r i a 0 l i v i e r .
B u r k h ar d erfuhr wiihrend seiner Reise im Orient, dass urn
Ueber die Beetandtheile einiger Mannasorten dee Orients.
33
Musc h, einer 3-4 Tagereisen von E r z e r u m entfernten
Stadt, von dem Baume, der die G a l l a p f e l giebt, eine Masse
gesammelt werde, die der arabischen Manna in Consistenz
und an Geschmack ganz iihnlich sei und von den Eingeborenen anstatt des Honigs gebraucht werde.
Nach N i e b u h r setzt sich die Manna gleich einem M e h l e
auf die Blatter der G a l l a e p f e l - E i c h e ( B a l l e t und A f t
genannt); man sammelt sie Ewischen M e r d i n und Dia rb e k r.
Die vor Sonnenaufgang gesammelte ist weiss und am schonsten. In der Sonnenhitze schmilzt 8ie und verdickt sich auf
den Blattern, die man dann abbricht und zusammenstogst.
C a p e 11 o , in seinem pharniaceutischen Lexicon, nennt
solche Waare M a n n a d i f o g l i o und M a n n a f o r z a t e l l a .
Solche Manna wird nach N i e b u h r auch in Yersien und
besonders in K u r d i s t a n in Menge eingesammelt (D i e r b a c h , a. a. 0.).
Die M a n n a v o n K u r d i s t a n bildet nach B e r t h e l o t ’ s
Untersuchung (Ann. d. chim. et d. phys. 3. s6r. tom. 67, p. 82,
Janvier 1863; daraus im Archiv d. Pharm. 2. R. 115. Bd.,
8. 81) einen fast festen Teig, gemengt mit Blattern der Galleiche, von der sie vorzugsweise gesammelt werde; nach Abzug des Wassers und der vegetabilischen Reste enthalt
dieselbe:
61,O Procent gemeinen Zucker,
16,5 ,,
umgewandelten Zucker (Glykose und Laevulose),
22,5
,, Dextrin etc.
100,o.
Die von Hrn. Prof. H a u s a k n e ch t mir iibergebene Eichenmanna (Kudret Halwa d. i. Himmelssiissigkeit) bildet eine mit
feinzerschnittenen Blattern durchsetzte, auf dem Bruche glanzende, sprode, ausserlich etwas zahe Masse von anfangs
aussem, spater beim Kauen der beigemengten Blattstuckchen
bitterlich adstringirendem Geschmack. Das Knirschen beim
Beginn des Kauens deutet auf einen Gehalt an krjstallisirbarem Zucker hin (und an Sand).
Arch. d. Pharm. CXCIII. Bda. 1. Hft.
3
34
Ueber die Bestandtheile einiger Mamasorten des Orients.
a) 10 Grm. der lufttrockenen Manna wurden 5mal hintereinander mit neuen Portionen 90 volumprocentigen Weingeist
ausgekocht. Die vereinigten Ausziige besassen in Folge gelisten
C h 1or o p h y 11’ B gelbgriine Farbe und triibten sich beim Erkalten milchig. Reaction neutral. Sie wurde im Wasserbade eingedampft, der hinterbleibende griinliche Syrup mit kal tem Wasser verdunnt, das ausgeschiedene C h l o r o p h y l l abfiltrirl
und das Filtrat im Wasserbad zum Byrup eingedampft. Dieser lieferte auch nach mehrtiigigem Stehen keinc Krystalle.
Rei . l O O ° C . getrocknet wog die ganze Menge 4,795 Grm.
entsprechend 47,95 Proc. susser Substanz ; eine Probe derselben gab bei Kochen mit Cu0,SO.j und Katronlauge eine
kriiftige Reduction des Cu202 zu Cu20.
Nach dcr Reinigung mittclst Thierkohle zeigten 27 C. C.
farbloser wassriger Losung dersclben in eincm 2 Decimeter langen Rohre S o Drehung nach’Rechts und gaben dann eingedampft und zuletzt bei 1250 C. a~isgctrocknet 1,910 Grm.
trocknen Zucker.
av
8 . 27
= 56,5O rechts. Dies ist aber das
[a]j = -lp
2 1,91
Moleculardrehungsvermogen des Tr a u b e n z u c k e r s.
b) Dic rnit Weingeist erschii~~fte
Masse bestand aus z e r kleinerten Blattstuckchen.
Sie wurde mit lialtem
Wasser erschopft; die Reaction dee wiissrigen Auszug war
eine sehr schwachsaure: Eisenchlorjd gab mit einer Probe
desselben B l i i u u n g (also G e r b s i i i i r e g e h a l t ) . Die wiissrige Losung wurde rnit Kohle behandelt, concentrirt und durch
Eingiessen in 90 griidigen Weingeivt gefallt und gereinigt.
Die Mengc des erhaltenen bei loooC. getrockneten brhunlichen
Extracts betrug nur 0,100 Grm. = x Proc. Da es koine Reduction des Cu202 zu Cu20 bewirkte, so lronnte dasselbe
n i c h t f u r D e x t r i n gehalten werden. Zur Priifung auf
Drehungsvermogen war es nicht geeignel, und um es noch
einmal mit Kohle zu behandeln, war dessen Menge zu gering.
Die Angaben von R e r t h e l o t (Gehalt von 22,5 Proc. Dextrin) stimmen rnit mciner Beohrchtung durchaus nicht
uberein.
I
.
Ueber die Bestandtheile einiger Mnnnasorten des Orients.
35
c) Die zerkleinerten Blatter waren in Folge der Behandlung mit kaltem Wasser rnit reichlichen Mengen von S c h l e i m
bedeckt; dieser wurde durch Pressen der Masse durch ein
feines Leinentuch gesondert und der Ruhe iiberlassen. E r
hatte &pen feinen Boddensatr fallen lassen, der sich als a m y
l n m h a l t i g erwiess (Blauung rnit Jodwasaer und KJ J;
mikroskopische Erkennung der geblauben kugeligen Starkekornchen, neben Pflanzenhaaren und kugeligen Zellen mit i n e m
durch Sod gebriiunten Inhalte).
d) Der g e k l i i r t e S c h l e i m gab auf Znsatz von Kalkwasser ein Cosgulum, ebenso durch Barytwasser , Bleiauckerlosung und Bleiessig. Wegen noch anhgngendev Gerbsaure
bllute er sich mit Eisenchlorid.
Die Eichenmanna enthalt also reichliche Yengen zerkleinerter E i c h e n b l a t t e r , v i e 1 S c h l e i m , g e r i n g e Meng e n v o n A m y l u m , gegen 48 Proc. T r a u b e n z u c k e r und
kleine Mengen von G e r b s S u r e und C h l o r o p h y l l .
D e x t r i n war nicht nachauweisen , statt dessen fand
sich gegen 1 Proc. einer e x t r a c t i v e n B u b s t a n z , die bei
T r o mm e r s Probe das Cu202 nicht reducirte. Aus dep weingeistigsn Phissigkeit , welche von der Reinigung dieses frttglichen Dexbin's starnmte (die concentrirte Loaung dwselben
wurde in 90 volumproc. Weingeist gegoesen w d das Ungeloste auf Dextfin untersucht) schieden sich bei freiwilligsr
Verdunskng dicke aneinander gereihte Prismen und aufbinander
geschiohtete Tafeln ab , deren goringe Menge weitere untersuchung hinderte. Ihr siissep Geschmack und ihre Unloslichkeit in Weingeist liisst mioh vermuthen, d a a hier Q u e r c i t Krystillleben vorlagen , dessen Anwesenheik in den E i c h e 1 n
bekannt ieh.
+
-
2) G e s - e n g e b i n .
Nach Capit. F r e d e r i c k zu Rambay ( D i e r b a c h , a. a.
0. 8. 227) fehlt bei Gastmahlern in Pemhn nicht laicbt das
G) e z a n g a b e a n , sin Confect von liehlicbem Geschmack ; der
Hauptbestandtheil desselben ist eine weime, gummiarbige Sibstanz, das G e z. Diese wird mit Rosenwasser, Muskatannuse
3"
36
Ueber die Beatandtheile einiger Ma~mnsortendes Orients.
und Blumen vermischt und in runde Kuchen geformt. Bei
der Stadt K h o n s a r sah Frederik das G e z von den Spitzen
der Biische sammeln ; es erschien als weisse klebrige Substanz,
die wie Reif aussah und sehr suss schmeckte. Es hangt
beim Druck an den Fingern, aber wenn man es klopft, zerspringt es leicht in Stuckchen, wie Lumpenzucker. I n dieser Consistenz bleibt es bei 68O Fahrenheit. In der Wlirrne
zerfliesst es und gleicht dann dem weissen Honig. Der Gezstrauch heisst G a v a n . Er wlichst aus einer kleinen Wurzel
zu einer Hohe von 21/2 Fuss und bildet einen runden Busch
von etwa 4l/,Fuss Umfang. Er sieht dem Ginster ahnlich,
tragt aber keine gelben Bluthen. Die Bltitter sind klein und
schmal und u n t e r w a r t s m i t G e e k o r n c h e n b e d e c k t ,
worauf unziihlige sehr %leine Insekten herumkriechen. Der
Gezstrauch findet sich auch an den Gebirgen, welche sich durch
KOo r d i s t a n ziehen und Persien von Kleinasiep und Mesopotamien trennen. Die Armenier nennen es Manna und bringen es in Menge iiher E r z e r o o m und Konstantinopel
nach Europa. (Schweiggers neues Journal Bd. 29. H. 1,
S. 65.).
Die von Prof. H a u s s k n e c h t erhaltene M a n n a , a u s
As tr a g a 1u s z w e i g e n mi t w a r m e m W a s s e r ausgezogen,
war von Honigconsistenz und gelbbrauner Farbe. Sie wurde
mit 90 gradigem Weingeist ausgekocht , das Ungeloste abfiltrirt , vom Filtrate der Weingeist abdestillirt , der Riickstand
in Wasser gelost, die Losung mit Thierkohle behandelt, concentrirt und zum Krystallisiren hingestellt. Ein solches trat
aber auch nach langerem Stehenlassen des Syrups nicht ein
M a n n i t war also nicht zugegen. Der s y r u p a r t i g e
Z u ck e r reducirte leicht die alkalische Kupferoxydlosung.
Der im 90 griidigen Weingeist unlosliche Ruckstand
wurde mit Wasser aufgenommen und die Losung mittelst
B 1e i z u c k e r gefallt. Der erhaltene g e r i n g e Niederschlag, unter Wasser mit HS zersetzt, gab Siiuren an das
Wasser ab, deren geringe Mengen nur wenige Reactionen
zuliess, aus denen aber hervorging, dam k e i n e G e r b s ii u re
vorhanden war, wohl aber etwas nntl Weinsiiure. Durch
Ueber die Bestandtheik einiger Mannctsorten dos Orients.
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B l e i e s s i g entstand in dem Filtrate von der Bleizuckerfiillung ebenfalls nur eine geringe Ausscheidung von wenigen Flocken. Diese gaben nach Entfernung des Bleioxyd’s
durch HS etc. keine Reduction der Kupferoxydlosung.
Die mit Bleizucker und Bleiessig von fallbaren Stoffen
befreite Losung wurde zur Entfernung des Bleies nit HS
behandelt, das Filtrat eingedampft , der Ruckstand rnit wenig
Wasser aufgenommen, mit Weingeist von 90 Vol. Proc. ausgekocht und von der filtrirten Abkochung der Weingeist
abdestillirt. Der dabei hinterbleibende Syrup gab ebenfalls
keine Krystalle: Mit Hefe versetzt ging er kraftig in geistige Gahrung iiber. Auch die alkalische Kupferoxydlosung
wurde durch diesen Syrupzucker kraftig reducirt.
Das in Weingeist nicht Geloste verhielt sich wie D e x t r i n ; es reducirte die alkalische Kupferoxydlijsung kriiftig in
der Warme. Mit Kohle entfarbt zeigte es ein Molecularrotationsvermogen von 96O,6. Beim Einaschern hinterliess es
noch 1,68 Proc: alkalische Asche. Corrigirt man hiernach
das Drehungsvermogen, so erhoht sich dasselbe auf
980,3.
Diese Astragalusmanna enthalt sonach keinen Mannit,
auch keinen krystallisirbaren Zucker , ist vielmehr der Hauptsache nach ein susses Gemenge aus S y r u p z u c k e r und
D e x t r in.
Eine zweite von Herrn Prof. H a u s s k n e c h t erhaltene,
nicht durch Auskochen, sondern unmittelbar gesammelte Probe
des G e s e n g e b i n d e r P e r s e r zeigte die Form eines
Extractes , besass gelbbrKunliche Farbe und lieferte rnit Wasser eine Hare Losung, wobei die Verunreinigungen (Sagespahne und Umbelliferensamen) zuriickblieben.
28 Grm. dieser Astragalusmanna wurden mehremale hintereinander mit 90 procent. Weingeist kochend ausgezogea
Die im Weingeist u q l o s l i c h g e b l i e b e n e M a s s e wurde
im W a s s e r gelost, die Losung von den mechanischen Verunreinigungcn abfiltrirt und rnit BI e i 2; u ck e r gefallt. Der
hierdurch erhaltene Niederschlag wurde unter Wasser durch
HS zersetzt und die abgeschiedene Saure zur Halfte rnit Aetz-
+
+
38
Ueber die Bestsndtheile einiger Mamasorten des Orients,
kalk neutralisirt ; es wurden daraus k e i n e Krystalle erhalten; die Saure konnte desshalb n i c h t Aepfelsiinre sein. Die
vom Bleizuckerniederschlag abfiltrirte Flussigkeit gab mit
B 1e i e s s i g gefallt nur einen geringen Niederschlag, der nicht
weiter untersucht werden konnte. Die davon getrenntc Losung wurde durch HS vom Blei liefreit und eingedampft.
Das so erhdtene D ex t r i n, in wassriger Losung mit Kn o c hen k o h 1e entfiirbt , zeigte ein Drehungsvermogen [a]j =
101°,25 Rechts; *) seine Mengc betrug 30,95 Proc.
Die im heissen Weingeist gelosten sii s s e n S t o f f e
gaben beim Eindunsten zum Syrup keine Krystalle, enthielten
sonach k e i n e n Mannit. Durch Behandlung mit kaltem Weingeist wurden sie in einen darin l o s l i c h e n und in einen
u n 1o s l i c h e n Theil getrennt. Der in kaltem Weingeist
1o s 1i c h e Theil. In wassriger Adosung mit Knochenkohle
entfarbt, zeigte er ein Drehungsvermogen von 34O,75 nach
Links. Nemlich 2,72 Grm. bei l l O o C. getrocknetcr siisser
Substanz drehten in einer wassrigcn Losung-von 27 CC. in
einer 200 M. M. langcn Schicht bei 2ao,5 Cels. 7 * nach Links.
MV
7 . 27
Also [alj = __ =
= - 34475. Da der I n lp
2 2,72
v c r t zu c k e r ein Drehungsvermogen von - 28"O zeigt so
ist anzunehmen, dass in dem Zucker der Astmgalusmanna der
stiirker linksdrehende S y r u p z u ck 13r (Fnichtzucker) uber
den Xriimelzucker etwas vorherrscht.
Der in k a l t e m W e i n g e i s t u n l o s l . T h e i l d e r
s u s s e n S u b s t a n z e n wurde in Wasser aufgenommen , mit
Thierkohle entfarbt. Die wassrige Losung drehte 340J5nach
Rechts
cfv
3,5. 27
[n]j = ~- ~_
2 1,37 - 34J5'
'I?
Bleiessig erzeugte in der Losung keine PSllung; die Losung gab bei T r o m rn o r s Probe Reduction von Kupferoxydul
.
.
rrv
31,5. 27
. 4,2 = 101,25, wo rr = 31°,5 Reehts bei
*) [n]j = 1P =
23OC. v = 27 C.C., 1 = 200 M.M. und p = 4,200 Grm. bei 110OC.
getrodhetea Dextrin.
Ueber dic Destandtheile ciniger Mannasortcn des Orients.
39
in der Warme. Die Menge dieses Zuckergemisches betug
10,71 Prac. der Astragalusmanna. Es kann als ein Gemenge
von Invertzucker mit Dextrin angesehen werden.
Der im W e i n g e i s t l i i s l i c h e Z u c k e r gab schon in
der Kiilte bei T r o m m e r s Probe eine Reduction von Kupferoxydul. [Jeine Menge = 17,93 Proc. Alle Bersuche, die
Siissstoffe dieser Manna zum Krystallisiren zu bringen, blia
ben erfolglos.
100 Th. der r e i n e r e n A s t r a g a l u s m a n n a enthalten
sonach
30,95 Proc. Dextrin,
17,93 ,, Invertzucker mit iiberschiissig. Fruchtzucker,
10,71 ,, Gemenge aus Dextrin und Invertzucker,
5,78 ,, Mechanische Verunreinigen,
16,80 ,, Wasser durch Trocknen bei 1000 bestimmt,
17,83 ,, - organische Sauren und Verlust.
100,OO Proc.
Die Untersuchung der Astragalusmanna hat Herr Assistent A. B u r g em e i s t e r unter meiner Aufsicht ausgefuhrt.
3)
T a m a r i s k e n - M a n n a.
Der arabische Arzt S e r a p i o n nennt die-Tamariske T a r f B
und nach B u r k h a r d heisst sie in Arabien noch heute so.
I s a a c E b n A m r a m nennt sie A t h e l und denselben Namen geben ihr die Aegypter nach Prosper Alpin und nach
Forskaol. A b e n m e s u a und M e s a r a g i e erwahnen, dass
die Tamariske Manna liefere.
C h a r d i n fand die Mannatamariska in der Provinz S u s i an;, bei D a w r a c k am persischen Meerbusen. Er spricht
auch von einer flussigen Mannasorte, die man bei Ispahan
auf einem Baume finde, grosser als die Tamariske; aus den
Blattern desselben tropfe im Sommer die Manna. Beide seien
suss und wiirden zur Arznei gebraucht. Dies durfte die so
vie1 besprochene und bezweifelte B a urn m i 1c h d e s 0 r i en t
sein, die nach G a r c i a 8 a b H o r t o in Indien X i r g e s t
oder corrumpirt S i r a c o s t a genannt wird.
40
Ueber die Bestandtheile einiger Maimasorten dea Orienta.
Der gelehrte und fleissige Reisende B u r k h a r d aus Basel, der in Kairo starb, berichtet uber die Tamarisken- Manna:
Das Thal S c h e i k h fand ich an vielen Stellen mit T a r f a b a u men oder Tamariskenstauden bewachsen; von h e n wird
Manna gewonnen. Es ist das einzige Thal der Halbinsel
(Arabien) , wo dieser Baum jetzt in betrachtl. Menge wachst.
I m Monat Junius triipfelt es aus den Stacheln der Tamarisken auf die herabgefallenen Zweige und Bliitter. Es wird
vor Sonnenaufgang gesammelt, wenn es geronnen ist, schmilzt
aber, wenn die Some darauf scheint. Die Araber kochen
es, seihen es durch ein Stick Zeug und thun es in lederne
SchlZiuche; sie brauchen es dann wie den Honig. Im Kloster
auf dem Berge Sinai erhielt ich ein kleines Stuck desselben.
Es ist schmutzig gelb, schmeckt angenehm suss wie Honig
und etwas gewiirzhaft. In etwas griisserer Menge genossen
soll es gelinde abfaren. Zu der Zeit, wenn es die Araber
sammeln, wird es nie so hart, dass es gestossen werden konnte,
wie die Israeliten nach 4. Mos. XI, 8 damit thaten. (Vergl.
Schweiggers Journ. Bd. 29. H. 1, S. 68 und D i e r b a c h a. a.
0.S. 236.).
Die M a n n a v o m S i n a i fliesst in Folge des Stiches
eines Insektes, des Coccus manniparus aus T a m a r i x m a n n i f e r a E h r e n b e r g. Sie bildet einen dicken gelblichen
Syrup und enthiilt nach B e r t h e 1o t ’s Analyse :
55 Proc. gemeinen Zucker,
25 ,, Invertzucker (Glykose und LSvulose) und
20 ,, Dextrin etc.
100.
(Kopp- Will’s Jahresbericht f. Chemie E 1861. S. 751. (Archiv
d. Pharm. 2. R. 115. Bd. S. 81.).
N a c h F 1u c k i g e r (Lehrbuch der Pharmakognosie des
Pflauzenreichs, 1867; S. 17) soll d a s M a n n a d e r B i b e l ,
wie schon R i t t e r (Erdkunde XIV, S. 665-695) erortert
und neuerdings T i s c h e n d Q rf (Aus d. heiligen Lande. Leipzig 1862 S. 6 und 54) bestiitigt habe, die durch Stiche einer
Schildlaus, C o c c u s m a n n i p a r u s E h r e n b e r g hervorge-
Ueber die Bestandtheile einiger Mannasorten des Orients.
41
rufene Ausschwitzung der zarten Zweige des T a r f a 8 t r a u c h 8,
T a m a r i x g a l l i c a T a r . m a n n i f e r a E h r e n b e r g sein.
Der etwa 20 Fuss hohe Strauch kommt auch anderwiirts im
Oriente vor (8. B.. nach Po 1 a k in Persien und giebt hier
hochstens bei Isfahan und in der Prsvinz Kerman etwas
Manna); er giebt aber nur in der Sinaitischen Wiiste Manna
und auch hier gerade nnr an der von dbn Israeliten auf
dem Aoszuge aus Aegypten beriihrten Stelle. Die glanzend weissen honigdicken Tropfen dieser eigenthumlich angenehm riechenden Tamarisken - Manna traufeln in der Sonnenwiirme des Juni und Juli von den obersten,Zweigen herunter, werden von den Leuten des St. Katharinenklosters am
Sinai in lederne Schlauche gesammelt und seit Jahrhunderten
theils genossen , theils den Sinaipilgern theuer verkauft , da
die ganze Ernte im giinstigsten Jahre nur 500 bis 600 Pfund
betragt. Auf Brot schmeckt diese Manna vortreff lich.
-
4) T er e n g e bi n = F e u oh t h o n i g (A 1h a gi- M a n n a).
Manna alhagina , persische Manna, von A 1h a g i Ma u r o r u m Tournefort und De Candolle, synonym mit H e d y
s a r u m A l h a g i L., O n o n i s s p i n o s a Hasselquist, M a n n a
h e b r a i c a Don. T e r e n i a b i n , T e r e n d s c h a b i n , T r u n g i b i n der arabischen Aerzte.
Nach A v i c e n n a findet sich das Terendschabin auf der
Pflanze Alhag um Bochara, in Chorassan und Maurenabra.
Der Arzt L e o n h a r d R a u w olf aus Augsburg sah io Aleppo
eine Manna, welche die Perser in Schlauchen dorthin zum
Verkauf brachten und T r u n 8 c h i b i 1 nannten , die Araber
aber A g u l und A l h a g i . Er fand um Aleppo die Stammpflanze, beschrieb sie, bildete sie ab und nannte sie A l h a g i
M a u r o r u m: ),Diese Manna hat Komlein, etwas grosser als
Semina Coriandri, sie gleicht in ihrem ganzen Ansehen, G6stalt und Geschmack unserer Manna, so von den Liirchenbaumeri gesammelt wird, gar sehr." Man findet in ihr vie1
spitze Dornen und rothe Hulsen.
R a u w o 1f , hielt die Alhagimanna fur einerlei mit der
Manna, welche die Israeliten nach ihrem Auszuge aus Aegyp-
-
42
Ueber die Bestandtheile einiger Mannnsorten des Orients.
ten in den Wiisten Arabiens amen. A l h a g i Y a u r o r u m
wiichst auch in Aegypten, auf den griochischen Inseln Syra,
Tine, in Armenien, Georgien, Persien: Kurdistan, Mosul (Dierbach, a. a. 0.).
Die von Herrn Prof. H a u s s k n e c h t erhaltene Probe
Alhagi-Manna wog 14,965 Grm. Durch Auslesen wurde sie
getrennt in
12,105 Grm. = 80,s Proc. eigentliche Mannakornchen,
1,545 ,, = 10,4 ,, Hiilsen und Sarnen,
0,940 ,,
6,3 ,, Bliittchen und
0,375 ,, = 2,5 ,, Stiele und Dornen.
-
100,O Proc.
Die Mannakornchen hatten dic Parbe eincr gewohnlichen
Manna, ein sc,butziges Briiunlichgelti, ein Theil derxelben war
durchscheinend , sprode , weias und krystallinisch auf dem
Bruch, cin anderer Theil xahe amorph.
a) Die hiirtcsten und reinstcn Kijrnchen wurden ausgelesen und von anhangenden ziihen Theilchen moglichst befreit.
Sie erschienen als hohle Xigclchcn und thrincnformige Gebilde
und waren durch die ganze Masse rinsig wic Gummi arabicum
clectum; viele dorselbon waren hohl, als wenn sie auf einem
Dornc gesessen halten. Ihre Farbe war gelblich grau, auf
dem Bruche fast weiss; dor Bruch war glasig gllnzend. Beim
Zerbeissen krachten sio zwischen den Zahncn und schmeckten
sehr suss. Bei mikroskopischer Botrachtung erschienen die
Bruchstiicke muschlig , wie zerbrochenes Glas.
1,805 Grm. lufttrockne Kornchon verloron bei 116 bis
132OC.0,030Grm. Feuchtigkcit, o h n e d a b e i zu s c h m e l zen,=1,662 Proc. W a s s e r , welches nur von den noch
anhangenden farbigen Substanzen herriihren mag. (Traubennicker C1*H1zO1z 2 H 0 verliert beim Trocknen 9 Proc.
Wasser, reiner Rohrzucker gar nichts).
Der bei 132OC. getrocknete Zucker loste sich im Wasser vollstandig auf, gab mit Kupfervitriol nebst Kalilauge gekwht nur geringe Abscheidung von dunkelbrannem Kupferoxjdni, wobei die Fliissigkeit fortwahrend blau blieb; sowie
+
Ueber die Bestandtheile einiger Nannasorten dcs Orients.
43
aber die noch heisse Flussigkeit mit Salzsliure angesiiuert
wurde, Grbte sie sich vorubergehend intensiv orangegelb und
nach dem Kochen und Alkalisiren bleibend orangegelb von
reducirtem Kupferosydul. Die siissen Kornchen der Alhagimanna bestebn sonach aus g e m e i n e m Z u c k e r (= R o h r a u c ker).
b) 3 Grm. auserlesene lufttrockene Alhagimanna wurden
mit 90 volumproc. Weingeist ausgekocht. Der heissfiltrirte
Auszug gab beim Erkalten keine krystallinische Abscheidungen ( k e i n e n M a n n i t ). Beim Verdunsten des weingeistigen
Auszugs blieb ein Syrup, aus dem sich eine s i i s s l i c h
k l e b r i g e g u m m i a r t i g e M a s s e absonderte, die davon
getrennt wurde. Nach rnehrtagigem Stehen waren LLUSdiesem
Byrup noch keine Krystalle angeschossen.
Beim Auflosen in Wasser gab die Zuckerlosung eine
gelblioh g e f a r b t e t r u b e , o p a l i s i r e n d e , e i g e n t h i i m l i c h r i e c h e n d e Losung, die nach einander mit reiner gekornter Knochenkohle und Holzkohle behandelt wurde,
urn ihr die farbenden und riechenden Beimengungen zu entziehen. 27 Cubikcentimeter dieser farblosen wassrigen Zuckerlosung zeigten bei 15OCels. bei einer Liinge des Rohres von
2 Decimeter eine Drehung nach reohts um 5O,26 und hinterliessen beim Abdampfen und Trocknen des Riickstandes bei
120 bis 140°Cels. 1,065 Grrn. trocknen Zucker:
av
5,25.27
[ax =
= 66955 nach Rechts.
1P
2 1,065
Dieses Drehungsvermogen weicht von dem des Rohrznckers (=73O,8 reohts) nicht bedeutend ab. Es mu88 dem
Alhagizucker also noch eine kleine Menge eines anderen Siissstoffes, (der aber n i c h t Mannit ist) beigemengt sein. Xach
3 : 1,065 = 100 : x sind 35,5 Proc. g e m e i n e r Z u c k e r
( R o h r z u c k e r ) in der ausgelesenen A l h a g i m a n n a . Diese
Menge ist aber sicher zu niedrig, da bei den Manipulationen,
urn Entfarbung etc. zu bewirken, Verluste statt gefunden
haben.
c) Die s i i s s l i c h k l e b r i g e M a s s e ; aus der Zuckerlosung (von b) abgeschieden, gab erst nachdem sie mit
~
-
.
44
Ueber die Bestandtheile einiger Mannasorten des Orients.
Ratronlauge etwas alkalisch gemacht und erwarmt , dann mit
Essigsaure neutralisirt worden war, mit B 1e i e s s i g eine
Fiillung, in reiner wiissriger Losung nicht.
d) Mit kaltem Wasser wurden aus der mit Weingeist
erschopften Alhagimanna (von b) 0,440 Grm. eines fur D e x t r i n zu erkliirenden Gummis erhalten = 14,7 Proc. der ausgelesenen Alhagimanna.
Die wassrige Losung desselbeii wurde durch Bleiessig
nicht gefallt, reducirte bei T r o mm c r s Probe das CuWB zu
Cue0 und liess beim Einaschern kleine Mengen unschmelzbarer Asche von alkalischer Reaction zuruck, in welcher
P h o s p h o r s a u r e durch molybdln. Ammoniak NO6 deutlich nachgewieeen wurde.
e) In dem mit Weingeist und kaltem Wasser extrahirten
Ruckstand der Alhagimanna fanden sich bei mikroskopischer
Betrachtung und Beneteung mit Jodwaslier deutlich S t a r k e k o r n c h e n , aber nur s e h r s p a r l i c h . Vie1 S a n d k o r n e r
waren beigemengt.
Die unter c erhaltene susslich klebrige Masse verdient
eine weitere Untersuchung, zu welcher aber grossere Nengen
der Alhagimanna nothig sind.
Als Hauptresultat der Untersuchung ist hervorzuheben, dass
die Alhagimanna keinen Mannit, statt dessen aber g e m e in e n Z u c k e r ( R o h r z u c k e r ) in Form hohler Thranchen
und rissiger Kornchen enthalt, die sehr suss schmecken und
zwischen den Zahnen krachen; nebenbei D e x t ri n, eine
susslich s c h l e i m i g e S u b s t a n z , s e h r w e n i g A m y l u m
und eine r i e c h e n d e S u b s t a n z , so wie etwas P h o s p h o r siiure.
+
5) Bidchischt= Weidenexsudat.
Die mannaartigen siissen Ausschwitzangen an W e i d e n b ii u m e n beobachtete schon T r e vi r un u s, auch beschreibt derselbe ahnliche Exsudate des A h o r n , der L a r c h e n - , L i n d e n - und N u s s b a u m e , des O e l b a u m s , der H a i n b u o h e , der P a p p e l n und Ulmen. D i e r b a c h (a. a. 0.)
erwahnt einer flussigen 8 c h w a r z e n M a n n a, die sich in Italien
Ueber die Bestandtheile einiger Mannosorten des Orients.
45
in grosserMenge auf den Blattern k i i r b i s a r t i g e r P f l a n z e n
zeigte 'und sehr suss schmeckte. A n t o n M u s a R r a s s a v o 1a beobachtete eine weisse briichige zuckerartige Manna
auf einer Art C y p e r u s oder S c i r pu s , von den Neapolitanern B a u l a oder C h i o d u r o genannt.
Die mir von Herrn Prof. H a u s s k n e c h t ubergebene
W e i d e nm a n n a von Teheran (von Salicis spec. divers.
gesammelt) stellt hell - bis dunkelbraune, 'erbsen - bis haselnussgrosse abgerundete, oberhalb etwas warzige Stiicken dar,
auf dem Schnitt wie frisches Opium, von siissem, etwas mehligen Geschmack.
a) 5 Grm. derselben wurden mit Weingeist von 90 Vol. o/o
5 ma1 nacheinander ausgekocht. Die vereinigten Ausziige von
briiunlicher Farbung reagirten n e u t r a 1. Der durch Verdunsten
der weingeistigen Ausziige erhaltene, sehr siisse Syrup blieb
auch bei liingerem Aufbewahren syrupartig. Seine wassrige
LGsnng wurde durch Bleiessig n i c h t getriibt. Mit Knochenkohle entfarbt und ohne vorher wieder abzudampfen, auf .fir
Drehungsvermogen gepriift , beobachtete man 30,75 Drehung
nach Rechts bei 27 C. C. Losung, Lange des Rohm 200M. M.
Beim Abdampfen der Losung im Wasserbade und Trocknen des Zuckers. im Luftbade bei 120OC. blkben 0,715 Grm.
Zucker.
---
3t75 * 27
= 700,8 Rechts.
[alj = vci
Ip
2 . 0,715
Als die 0,715 Grm. Zucker wieder im warmen Wasser
gelost worden waren und nach dem Erkalten die Losung
abermals auf ihr Rotationsvermogen gepriift wurde , drehte
dieselbe nur noch 20,5 Rechts, mithin
[u]j = 295 * 27 = 4742 Rechts.
2 . 0,715
Dieses Verhalten liisst den Zucker der Salixmanna fur
T r a u b e n z u c k e r erkennen, dem kleine Mengen von F r u c h t z u c k e r beigesellt sind. Seine mit' Xohle behandelte, wiissrige
Losung war vollig farblos, neutral. Sie gab mit CuO,SOs
Na0,HO und Wasser gekocht eine rasche Reduction des
CueO* zu orangerothem Cu*O. Auch echon beim Stehen bei
+
46
Ueber die Bcatandtheilc einiger Mennaeorten des Orients.
gewohnlicher Temperatur veranderte die blaue Ltiiung ihre
Farbe und setzte reichlich rothes Kiipferoxydul ab.
b) Der im Weingeist unlosliche Ruckstand der Salkmarina wurde rnit kaltem W'nsser ausgezogen. Der schon
braun gefirbte Aiiszug reagirte neutral nnd firbte sich rnit
FeWl3 weder blau, noch grun. Mit Bleiessig niir unbedeutende Triibung.
Die Menge des bei loooC. ausgetrockneten Wasserextracts = 1,205 Grm. Wieder in Wawer gelost, die Liisung
durch Behandlung rnit reiner Knochenkohle entfirbt , drehte
7O,5 rechts also
775 ' 27
= 84O Rechts.
2 1,205
Mit CuO, SO3 Natronlauge gekocht , gab sie Abscheidung von dunkelbraunrothem CuzO. Das Wasserextraot der
Salixmanna besteht also der Hauptsache nach aus D e x t r i n.
Auch aus dem weingeistigen zuckerigen Auszuge batte
sich beim Erkalten Dextrin ausgeschieden, welchem nocb
Zucker anhing.
c) Der in Weingeist und Wasser unlosliche Theil der
Weidenmanna war nur unbedeutend. Es wurde in demselben
sicher und deutlich die Gcgenwart von A m y l u m nachgewiesen, welches sich durch Jodwasser kriift@ bliiute. Bei
300 facher Linearvergrosserung erkannta man die gebliiuten
runden Stiirkekornchen von verschicdener Grosse , viele mit
sternfomig gestalteter Centralhohlo. Da das Stiirkemehl
noch mit Z e l l g e w e b s t h e i l e n gemengt wqr, so gab esmit
Wasser gekocht keinen dicken Kleister, die Masse zaigte aber
nun ausgezeichnet schone Blauung niit Jodwasser. Mit Salzsiiure gekocht ging dieses Arnylyrp leicht in Starkezucker
iiber.
Die Salixmanna von Teheran enthalt sonach u n k r y s t a l l i s i r b a r e n r e c h t s d r e h e n d e n Z u c k e r (wohl ein Gemenge von Traubenzucker mit wenig Pruchtzucker) , D e x trin, S t i i r k e m e h l und Z e l l g e w e b e , von den beiden letztern Bur wenig.
[.]j
+
.
Ueber die Bestandtheile einigcr Mnnnasorten des Orients.
47
6) S c h i r - c h i s c h t ; A t r a p h a x i s -Manna.
Yanna von A t r a p h a x i s s p i n o s a (Teheran). Diese
mir von Prof. B a u s s k n e ch t selbst iibergebene Manna bildet
trockne m e h l i g we i s 8 e K o r n e r von Erbseagrosse und
darunter, mit hgekeriger Oberfliiche iind leicht zu eerbrockeln ;
auf dem Bruch mehlig, ron einem Starkezucker ahnlichen,
mehligsussen ,.wenig siiuerlich bitteren Geschmack. Diesen
die Hauptmenge bildenden, trocknen weissen Rornern waren
einige w e i c h e g e l b e sii s a s c h i e c k e n d e K l u m p c h e n
und einzelne g e w u n d e n e t r a g a n t h a h n l i c h e d u r c h s c h e i n e nde G u m m i s tii c k c h e n beigemengt; weiter einzelne S t e n g e l s t ii ck c h e n , Blii t t e r b r n c h s t uck'e und
K e 1c h e , sammtlich mit dem mehligsiisgen Ueberzug bedeckt.
Unter dem hftikroskop liessen sich reichlich vorhandene,
durch Jodwasser blau werdende Am y 1u m k o r n c h e n , meistens vpn kugeliger Form erkennen. Mit Weingeist von
90 Vol. Proc. ausgekocht gab diese Manna nur einen u n k r y s t a l l i s i r b a r e n Z u c k e r an denselben ab, d u r c h a u s
k e i n e n M a n n i t . Wir haben hier also nicht bloss einen
M e 1t h a u . (Honigthau) sondern einen iichten M e h 1t h a u
( A m y l u m haltiges susses Pflanzenexsudat) vor uns.
Der Abdampfriickstand des weingeist. Auszugs wurde
mit absolutem Alkohol ausgezogen , wobei ein siisslich fadeschmeckendes G urn m i hinterblieb, welches durch nleiessig
nkht gefallt wurde.
Von Bedeutnng erscheint bei diesem Pflanzenexmdat auch
das gleichzeitige Anftreten von T r a g a n t h g u m m i , welches
naoh H u g o v o n Mohl aus der U m w a n d l u n g der M a r k st-rahlzellen bei Astragalusartenentsteht. Ea lie& keinGrnnd
vor, eine solche Umwandlung von Cellulose in gallertartig
aufschwellendes Gummi auf die Astragalusartm dlein beschranken 5u wollen. Die Atraphaxismanna zeigt somit
nebeneinander Cellulose, Bassorin, Amylum, Gummi und g a hrun g s f ii h ig e n S y r u p z u c k e r , vorherrahmd frdich mur
die drei letzteren.
a) Aus 3,15 Gr. Atraphaxismanna wurden 0,560Gr. gelhlicher
amorph. Z u c k e r (bei 120°C.getrocknet)gewonnen=17,778Prc.
48
Ueber die Bestandtheile einiger Mannrsorten des Orients.
Beim Auflosen desselben in Wasser blieb eine kleine Menge
fettig wachsartiger geschmackloser Sub stanz
zuruck. Die filtrirte Losung zeigte Drehung nach Links a =
2' links, v = 27 C.C.; 1 = 2 Decimetr., p = 0,56 Grm. Also
bei 15O C. Dieser Zucker reducirt schon vor dem Kochen die
alkalische Cu20Z-Losung zu Cu20. E r wird durch Bleiessig
nicht geBllt. Diese susse Suhtanz kann mithin als ein Gemenge aus 3 Theilen I n v e r t z u c k e r und 1 Theil L i n k s f r u c h t z u c k e r angesehen werden.
b) Das aus der alkoholiwhen Auflosung sich abscheidende
k l e b r i g e s i i s s l i c h e f a d e G u m m i wog bei 100OC. getrocknet 0,885 Grm. = 28,1% ; es reducirte rasch das Cuz02
zu Cu20, fdllte nicht Bleiessig; a = 5 O J
av
27
--135 = 7642 l i n k s .
- 52 .. 0,885
lp
-1,770
Es verhiilt sich wie ein Gemiscli zu fast gleichen Mengen
- 106'
Linksfruchtzucker
und G u m m i a r a b i c u m
- 36
- 142
- 142 = - 71'
2
c) Die in Weingeist unlosl. Theile der Atraphaximanna
wurden mit kaltem Wasser extrahirt, der Auszug eingedampft
nnd bei 120OC. getrocknet. Er war gelblich ins Braunliche , rea@te neutral, loste sich in kaltem Wasser vollig,
g a b m i t B l e i e s s i g starke Fallung, nur unbedeutende Reduction des Cu202 zu Cu20 (wohl von noch anhiingendem
Zucker) aber nach dem Kochen mit HCl kraftige Reduction
des Cu20e zu CueO. Also A r a b i n , dessen saure Reaction
wohl durch vorhandene Alkalien abgestumpft war, seine Yenge
betrug 0,255 Grm. bei 120OC. getrocknet. Also 3,15 : 0,255
= 100 : x = S,lo/,, A r a b i n .
d) Die in Weingeist und kaltem Wasser unlosl. * Theile
wogen bei looo C. getrocknet 0,710 Grm. Also
3,15 :0,71 = 100 : x = 22,5 Proc. B t a r k a m e h l .
[alj =
~
Ueher die Bestandtheile einiger Mannasorten des Orients.
49
T r a g a n t h i n o d e r B a s s o r i n und Pflanzengewebe.
Beim Kochen rnit Wasser gab diese Masse keinen consistenten Xleister , sondern eine schleimig kliimprige Masse,
gleich einem Gemenge von diinnem Kleister mit a n f g e q u e l l t e m T r a g a n t h ; die davon abfiltrirte Flussigkeit wurde
aber i n t e n s i v b l a u g e f i r b t d u r c h J o d w a s s e r . Mit
verdiinnter Salzsaure gekocht , loste sich der grosste Theil
des Bassorins und alles Starkemehl auf, und die Losung
gab schone Reaction auf Traubenzucker rnit Cu202 in alkal.
Losung.
100 Th. d. Atraphaxisnianna enthalten:
17,8 Proc. linksdrehenden amorphen Zucker ;
28,l ,, linksdrehendes siisslich fades klebriges G ummi ;
8,l ,, eines durch Bleiessig fillbaren Gummis;
22,5 ,, Starkemehl, Bassorin nnd Pflanzenzellgewebe ;
76,5 €ro'c.
23,5 ,, Wasser und Verlust.
100,o.
Das siisslich s c h l e i m i g e Q u m m i (b) wurde in Wasser gelost, mit einigen Tropfen Natronlauge versetzt gekocht,
die heisse Losung mit Essigsaure versetzt, so dass die Mischung sehr schwach sauer reagirte ; jetzt gab Bleiessig darin
einen dicken weissen Niederschlag, wiihrend in der wassrigen
Losung des nicht mit Alkali behandelten Gummis Bleiessig
keine Fallung bewirkte. Es liesse sich dieses Verhalten so
erklaren, als wenn eine Verbindung von Syrupzucker rnit
Arabinsaure vorhanden gewesen ware, die erst durch die Verseifung in arabinsaures Alkali, durch Bleiessig fallbar, zersetzt worden sei. (Man vergleiche auch das Verhalten des
klcbrigen siisslichen Gummis aus Alhagimanna).
7) S c h e k e r t i g h a l z T h i e r z u c k e r , N e s t e r z u c k e r ,
S c h a k a r t i g a l ; S c h a k a r el m a - a s c h e r . (Pharm. per&a, 1681. 8. 361.).
Wir verdanken G u i b o u r t sorgfdltige Angaben iiber die
Bestandtheile der T r e h a l a ( N o t i c e s u r l e T r B h a l a ,
Journ. d. pharm. et d. chimie 1858, 3. s6r. tom. 34, p. 81-87)
Arch, d. Phnrm. CXCIII. Bds. 1. H R
4
50
Ueber die Bestandtheile einiger Mmnasorten des Orients.
und B e r t h e l o t die Entdeckung des eigcnthiimlichen Zuckers
in derselben, der T r e h a 1o s e. C h e v r o 1a t nennt das Insekt,
welches die Trehala bildet L a r i n u s s n b r u g o s u s , G u i b o u r t hingegen L a r i n u s n i d i f i c a n s (Familie der C u r c u l i o n i d e n ) . D e c a i s n e bestiminte die Pflanze , von welcher Larinus das Material zur Bildung des Cocons entnimmt
als eine E c h i n o p s (Fnm. d. C y n a r e e n ) . G u i b o u r t fand
in den Zweigresten desselben , welche die Trehala begleiten,
in der That reichlich Starkemehl. Die Larve des Larinus
benagt die Zweige des Echinops, um sich von dem Zucker,
Gummi und dem Starkemehl, welchefi sie enthalten, zu niihren;
aber der grosste Theil dieser Stoffe wird von ihr wieder
heransgegeben, urn zur Construction dcr Cocons zu dienen.
G u i b o 11 r t fand in 100 Theilen Trehala:
66,54 Gew. Th. Starkemehl,
4,66 ,, ,, wenig losliches Gummi,
28,80
,, ,, Zucker (Rerthelots Trehalose) u. bittere
Substanz.
100,oo.
Von diesen Bestandtheilen mussen aber noch 4,6 €r'oc.
Aschenbestandtheile und Sand abgezogen werden (nemlich
3 Proc. losliche Salze : Kohlens., salzs. und schwefels. Alkalien,
1 Proc. unlosl. Salze: Kohlens. CaO und phosph. Eisenoxyd
und 0,2 Proc. Quarzsand). Das Amylum der Trehala und der
Echinops ist durch siedendes W-asser vie1 schwieriger veranderlich als das Kartoffelstiirkemehl , wird aber wie dieses
durch Jod gebliiut (Guibourt).
Abbildung von L a r i n u s m a c u l a t u s F a l d e r m a n
und der Cocons desselben, der T r e h a l a , ferner Ton L a r i n u s m e l l i f i c u s Jekel nach D a n i e l H a n b u r y in London
(Buchners Neues Repertorium f. Pharm. 1859, Bd. 8, S. 540).
Eine der Trehala Ehnliche Snbstanz kommt in Indien
als S c h u k h u r o o l Asc.hur oder S c h u c k h u r P r e g a l vor
und zwar auf C a l o t r o p i s g i g a n t e a ; sie ist das Gehause
von L a r i n u s u r s u s Fabr., des G n t t i g a l der Eingebornen.
(Archiv d. Pharm. Oct. Nov. 1867, S. 150.). Ueber T r e h a T a ,
T r i k a1a , persichen Nesterzuclrer, vergl. Archiv d. Pharm.
Ueber die Bestandtheile ciniger Mannasorten des Orients.
51
1865. Bd. 124, 5. 126; 1567, Bd. 132,s. 150. Ueber S c h i k e r e T i h a l , e b e n d . 2.R. Bd. 135, S. 275.
Eine Probe T r e h a l a , welche ich der Giite des Hrn. Prof.
Dr. F l i i c k i g e r in Bern verdanke, wurde benutzt, um nach
B e r t h e 1o t ' s Vorschrift durch Auskochen mit Weingeist die
Trehalose abzuscheiden (welche Abscheidung Hr. Assistent A.
B ur g e m e i t e r iibernahm).
a) 0,158 Grm. bei 100OC. getrocknete, in farblosen gliinzenden Krystallchen erhaltene Trehalose zeigten in einer wassrigen Losung. von 27 C.C. bei 15OC. eine Drehung von
2,75 nach Rechts; Lange des Rohres 200 M.M.
OL v
2,15. 27
- 23P7O968Rechts.
Daraus folgt [a]j = __ =
11,
2 .0.158
b) 0,189 Gramm bei l l O O o c . getrbcknete Trehalose gaben
unter denselben Verhdtnissen 3 O Drehung nach Rechts.
3.27
= 214428 Rechts.
Also [a]j = -___2 , 0,189
234,968
214,280
Das Mittel beider Versuche =
2
+
449'248 = 224O,624 Rechts.
a
B e r t h e l o t fand fur Trehalose C24H22022
[ a ]j = 220° Rechts. Die kleine Differenz unserer Beobachtung ist wohl eine Folge der kleinen Mengen von Material,
welche uns fur die Priifung zu Gebote stand. J e d e n f a l l s
i s t d i e T r e h a l o s e v e r s c h i e d e n von d e r M y k o s e
d e s M u t t e r k o r n s , fur welche M i t s c h e r l i c h [a]j =
173O,2 Rechts fand (fur Ce4H22022 4HO). K r y s t a l l i s i r t e M y k o s e, welche unter meiner Leitung von meinem
friiheren Assistenten H. L e o p o 1d S t a h 1 aus frischem Mutterkorn abgeschieden worden war, gab mir am 2. August
1866 folgende Resultate:
0,5 Grm. lufttrockne krystallisirte Mgkose, in Wasser zu
27 C. C. Flussigkeit gelost , bei 18°Cels. ; Lange des Rohres
200 M.M.; 01 = 6,26 bis 6,5; Mittel 6,375 oder abgerundet
6,4 . 27
= 172O,8 Rechts, welchezahl mit
6O,4 Rechts. [alj = 2 . 0.5
der Mitscherlichschenbei Abrundung der Decimalen iibereinstimmt.
4"
+
52
Ueber die Beetsndtheile einiger Mannasorten dee Orients.
Die Trehala enthalt reichliche Mengen von Am y 1u m
in durch Jod blauwerdenden geformten Kornchen , was schon
G u i b o u r t erkannt hatte. Die Natur des G u m m i a in derselben zu ermitteln, erlaubte die geringe Menge des -1etzteren nicht.
8) B i b l i s c h e .Manna.
Die gewohnliche M a n n a f l e oh t e der tartarischen Wiiste,
der Kirgisensteppen, Persiens, Kleinasiens, der Xrim, bei Konstantinopel, endlich in der Sahara ist L i c h e n' e s c u 1e n t u s
P a l l a s , Synon. P a r m e l i a e s c u l e n t a Pallas, L e c a n o r a
e s c u l e n t a Pallas, L e c a n o r a d e s e r t o r um Krempelhuber
(Archiv d. Pharm. 1868, 2 R. 134 Bd. S. 263.).
Die Tiirken nennen dieselbe K u d r e t b o g d h a s i , W u n d e r g e t r e i d e . Ueber einen M a n n a r e g e n bei Karput in
Kleinasien im Marz 1864, siehe Archiv d. Pharm. 2. R 127.Bd.
S. 284. Nach F r i e d e m a n n Go b e l enthalt Lecanora esculenta Pallas 23 P r o c . F l e c h t e n g a l l e r t e , 65,91 Proc. o x a l s a u r e n K a l k , 1,73 Proc. in Aether liisliche Stoffe, nemlich
C h l o r o p h y l l und k r a t z e n d s c h m e c k e n d e s W e i c h h a r z , 2,5 Proc. I n u l i n , 3,25 Proc. F l e c h t e n s l u r e n ,
1,75 Proc. in Weingeist losliches g e s c h m a c k l o s e s W e i c h h a r z und 1 Proc. b i t t r e S u b s t a n z .
Eine vom Herrn Prof. H a u s s k n e c h t erhaltene Probe
der Mannaflechte aus Persien, als C h l o r a n g i u m J u s s u f f i i
bezeichnet , zeigte warzige halbkugelige Gestalten, aussen
schmutzgelbbraun , innen weiss mehlig. Mit Wasser gekocht,
erkalten gelassen, mit Jodwasser gemischt k e i n e Blauung,
also Abwesenheit von Amylum. Mit Eatronkalk gegliiht
kraftige Entwicklung von Ammoniak und brenzlicholigen widrigriechenden Diimpfen (also Reichthum an Eiweisssubstanzen).
Mit verdinnter Salpetersaure ausgekocht, das Fil trat mit iiberschussigem essigsauren Natron vermischt deutliche Abscheidung von oxalsaurem Kalk. Geschmack war an der Flechte
nicht wahrzunehmen. Die ebenbeschriebenen Proben mit -der
Mannaflechte fuhrte das Institutsmitglied, IIerrn F r i e d r i c h
K e s s e 1 aus Sonneberg, unter meiner Aufsicht aus.
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