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Ueber die quantitative Bestimmung der Alkaloide in Tinkturen.

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J. K a t z : Alkaloidbestimmungen.
81
Ueber die
quantitative Bestimmung der Alkaloide in Tinkturen.
Von Dr. J. K a t z .
(Eingegangen den 10. 1. 1898.)
In letzter Zeit damit beschaftigt , Unterlagen fur die W e r t bestimmung und den Gehalt der homoopathischen Essenzen und Urtinkturen fiir eine evenhelle Neuauflage der S c h w a b e ' s c h e n
Pharmakopoa homoopathica yolyglotta zu liefern, hatte ich auch vielfach
Gelegenheit , den Alkaloidgehalt dieser P r l p a r a t e zu untersuchen.
Dabei machte sich der Mangel einer Methode sehr fiihlbar, die gestattet,
die Alkaloide in den Tinkturen direkt zu bestimmen, ohne ein vorheriges Eindampfen derselben niitig zu machen.
Es ist ja freilich uber Alkaloidbestimmungen in galenischen
Prsparaten in den letzten J a h r e n sehr vie1 gearbeitet und veroffentlicht
worden und erst kurzlich hat sich die Abteilung Pharmazie auf der
letzten Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte in Braunschweig mit dieser Frage eingehend beschlftigt. Die Autoren, die
iiber dieses Thema gearbeitet und auch teilweise neue Methoden veriiffentlicht haben, sind hauptsschlich folgende :
D r a g e n d o r f f ' ) , D u n s t a n und S h o r t 2 ) , S c h w e i s s i n g e r s ) ,
I < u n z 4 ) , L y o n 5 ) , G e r a r d 6 ) , D i e t e r i c h ' ) , D u n s t a n u. R a n s o m 8 ) ,
Cave n d o n i Is),
B e c k ur t s '), S c h n a b e 1 lo), K r e m e 111), v. It all i e
1) Chem. Wertbest. stark wirk. Drogen. St. Petersburg, 1874.
2) Pharm. Journ. and Transakt. 1883 XIII, No. 660, p. 665, u. 1884 XIII,
No. 694, p. 292.
8) Pharm. Zeit. 1885, p. 611. Arch. d. Pharm. 1885, p. 233 u. 579.
I'harm. Zeit. 1886, p. 576. Pharm. Zentralhalle 1890, No. 64.
4) Arch. d. Pharm. 1885, p. 701.
5) Pharm. Zeit. 1885, 1). 994.
6 ) Pharm. Journ. and Transakt. 3, No. 636, p. 190.
7) Pharm. Zentralh. 1886,p. 273, u. 1887, No. 3. Helfenberger Annalen
1888, sowie Erstes Dezennium der Helfenberger Annalen 1896.
8 ) Pharm. Zeit 1886, p. 193, u. Pharm. Journ. and Transakt 1887, p. 843.
9) Pharm. Zeit. 1887, p. 551. Pharm. Zentralhalle 1887, p. 259. Pharm.
Zeit. 1889, p. 581. Archiv. d. Pharm. 1890, p. -730. Pharm. Zeit. 1894, p. 676.
10) Pharm. Zentralh. 1887, No. 11.
11) Pharm. Post 1887, No. 14. Pharm. Post 1888 u. Notizen fur die
Priifung d. Arzneimittel Wien, 1889, p. 80.
'2) Nederl. Tijdschr. f. Pharm., Chem. u. Toxikol. 1889, 4.
13) Pharm. Zeit. 1890, p. 151.
Arch. d. Phann. CCXXXVI. Bds. 2. Heft.
6
J. K a t z : Alkaloidbestimmungen.
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H a u b e n s a c k 14), W e g m iil 1e r 15), L o y d Is), Nag e l v o o r t
Th om son Is), P a r t h eil 19), K iir s t e i n e r 'O), K e l l e r 21), Hi 1g e r "), C as p a r i
und Dohme'*), v. L e d d e n H u l ~ e b o s c h ~ ' )L, i e ~ n i g h ~ L~ i)l j, e n s t r iim *'), S c h w i c k e r a t h '.I), K i p p e n b e r g e r ") und S a n d e r ").
\Vie man sieht, ist dies eine ganz stattliche Litteratur, die
sich uber den Gegenstand gebildet hat. Alle die erwahnten Arbeiten
beziehen sich aber auf trockne oder eingedickte Extrakte und auf die
alkaloidhaltigen Drogen selbst, Prlparate, die einerseits so stark
alkaloidhaltig sind, dsss man nur wenige Gramme in Arbeit zu nehmen
braucht, um bequem wagbare oder messbare Quantitgten Alkaloid zu
erhalten, und die andererseits bereits in trockner oder fast trockner
Form vorliegen.
Will man nun nach den in den oben zitierten Publikationen aufgefilhrten Methoden die Alkaloide der narkotischen Tinkturen, z u
denen ich auch die homoopathischen sogenannten Essenzen rechne, bestimmen, so muss man dieselben immer erst zur Trocknis verdampfen,
um sie dann weiter wie die Extrakte behandeln zu konnen.
Kun ist es aber eine bekannte Thatsache, dass ein grosser Teil
der Alkaloide bereits bei der gelinden Wiirme des Wasserbades namentlich bei Gegenwart yon vie1 organischer Substanz, Eiweissstoffen, Pektinstoffen u. dergl. in wgsseriger Losung sehr leicht anfangt sich zu
zersetzen, was j a die pharmazeutische Grossindustrie ~ e r a n l a s s t hat,
das Eindampfen der Extrakte bei moglichst niedriger Temperatur und
iu Vakuum vorzunehmen.
Schweiz. Wochenschr. f. Chem. u. Pharm. 1891, p. 147.
Schweiz. Wochenschr. f. Chem. u. Pharm. 1891, No. 38.
16) Pharm. Rundsch. N. Y. 18Y1 XI, p. 128.
17) Pharm. Rundsch. N. Y. 1891, p. 182.
18) Pharm. Rundsch. 1898.
19) Pharm. Zentralhalle 1893, p. 525.
20) Pllarm. Zeit. 1892, No. 48.
91) Schweiz. Wochenschr. f. Chem. u. Pharm. 1892, No. 51 u. No. 58.
Festschr. d. Schweiz. Apotheker-Vereins 1893, p. 97. Schweiz. Wochenschr.
f. Chem. u. l'harm. 1894, No. 5, 6, 7, 12 u. 13. Tageblatt d. Naturforscherversamml. Wien 1894 p.83. Schweiz. Wochenschr. f. Chem. u. Pharm. 1895, No. 47.
B) Pharm. Zeit. 1893, p. 586.
*a) Pharm. Rundsch. 1893, No. X.
a) Pharm. Zeit. 18YJ, p. 109 u. p. 318.
25) Pharm. Zentralhalle 1893, No. 61.
26) Pharm. Zeit. 18Y3, p. '777, u. 18Y4, p. 56.
27) Pharm. Rundsch. 1119.3, No. XII, u. 1894, p. 57.
28) Zeitschr. f. analyt. Chemie 1896, No. 4 u. 5.
m) Beitr. z. Kenntnis d. Strychnosdrog. Diss. Strasrtburg, 1896.
14)
15)
J. Kat z: Alkaloidbestimmungen.
83
Man ist daher bei der Analyse alkaloidhaltiger fliissiger Prtiparate ebenfalls gezwungen, die Verdampfung resp. Eindickung im Vakuum
oder im Exsiccator vorzunehmen, wenn man nicht Verlust an Alkaloid
durch Zersetzung und dadurch fehlerhafte Resultate erhalten will.
Eine derartige Prozedur erfordert aber immer eine lange Zeit und ist
daher bei Apothekenrevisionen z. B. schlechterdings nicht ausfiihrbar,
ganz abgesehen davon, dass wohl nicht in einer jeden Apotheke ein
Vakuumapparat oder Luftpumpe und Vakuumexsiccator vorhanden sind.
Ich habe daher eine Methode ausgearbeitet, vorerst fur die
homoopathischen Essenzen aus frischen Pflanzen, die aber rnit einigen
Modifikationen auch fiir Tinkturen jeder Alkoholstgrke anwendbar ist
und die gestattet, d i e A l k a l o i d b e s t i m m u n g ohne a l l e s Eindampfen u n d o h n e j e d e A n w e n d u n g von WZirme d u r c h z u fiihren. Dieselbe kmn in verhatnismtissig kurzer Zeit ausgefiihrt
werden, sie erfordert etwa eine bis anderthalbe Stunden und liefert bei
genauem Arbeiten sehr befriedigende Resultate, wie die unten angefiihrten
Beleganalysen beweisen werden.
Von allen bekannten Methoden kommt die von Hilger2') angegebene der meinigen am niichsten, weicht aber doch in einigen Hauptpunkten davon ab.
H i l g e r lost die Extrakte in 4So/oigem Alkohol und schiittelt
diese LBsuug unter Zusatz von Ammoniak dreimal rnit Chloroform aus.
Wendet man dieses Verfahren auf die hom6opathischen Essenzen an,
die ja auch sozusagen ExtraktlGsungen in 45Oloigem Alkohol darstellen,
so bekommt man bereits bei der zweiten Ausschuttelung sehr htiufig
G allertbildung und dadurch natiirlich eine grosse Arbeitsverzogerung.
Ausserdem sind die f%r die Titration erhaltenen FlUssigkeiten immer
ziemlich stark gef2irbt.
Um dies zu vermeiden, verfahre ich daher folgendermassen:
25 em8 Esseuz (ca. 45 Ol0 alkoholhaltig) werden in einem Scheidetrichter unter Zusatz von 1 cms Sodalosung (33'10) mit 50 cm8 Aether
(Ph. Q. 111) funf Minuten lang k r t t i g geschilttelt. Wenn sich die
Fliissigkeiten nach dem Absetzen geteilt haben, l i s t man die unterstehende dunkel gefbbte wtissrige Schicht in ein Becherglas ab und
schiittelt die Aetherschicht, die auch den grossten Teil des Alkohols und
damit etwas Farbstoff aufgenommen hat, mit 3 cms Wasser einmal krtiftig
durch, lbst. absetaen, figt die wbsrige Schicht zu dem zuerst Abgelaufenen und giesst die titherische Losung, die nun fast allen Farbstoff
wieder an das wasser abgegeben hat, in ein Medizinglas. Den wbsrigen.
Riickstand schlittelt man dann in derselllen Weise noch zweimal rnit
j e 25 cm8 Aether aus, der
Alkohol enthtilt, und nimmt zum
Waschen dieser zweiten und dritten Ausiitherungen jedesmal 1,5 cmL
6*
84
J. K a t z : Alkaloidbestimmungen.
Wasser. Die Aetherlosungen werden durch Schtitteln mit 2-3 Gramni
gebranntem Gips ') entwBssert und in eine Glasstopselflasche filtriert, in
der sich 50 cm8 Wasser befinden. Das E n t w b s e r n der Aetherlasung
ist, wie spBter mitgeteilte Versuche zeigen werden, deswegen notig,
um die auch in fast ganz blankem Aether noch suspendierten feinen
Trgpfchen von Sodalosung zu entfernen. Die dritte Ausschiittelung,
i n der fast gar kein Alkaloid mehr enthalten ist, fiigt man nicht gleich
zii den beiden ersten Ausschuttelungen, sondern benutzt sie zum Naclispiilen der Medizinflasche und des Filters und hat auf diese Weise
keinen Verlust a n Alkaloid zu befiirchten.
Die Titration der Alknloide in dieser Flussigkeit geschieht alsdanri
nach Zusatz von drei Tropfen alkoholischer Jod~osinlosuiig(1 : 250) init
l/lo,-Normal-Saure in der von P a r t h e i l nngegebenen bekannten Weise.
Diese Bestimmungsmethode untersclieidet sich dadurch von allen
anderen Methoden, dass bei ihr jede Erhitzung vermieden wird. Es
wird dadurch ein Verlust durch Zersetzung bowohl beim Eindanipfen
der ursprunglichen Tinktur, als auch beim Verdunsten der Btherischen
Losung des freien Alkaloids vermieden, welch letztere Operation bei
Anwendung von Amnioniak zum Freimachen des Alkaloids nicht zu
umgehen ist.
Es darf nun wohl auch dei. letztere Unistand alb ein grobser
Vorteil angesehen werden, d a einerseits die fiichtigen Alkaloide wie
Coniin und Nikotin bereits beim Eindanlpfen ihrer Btherischen Liisuiig
eine teilweise Verdampfung erleiden, worauf namentlich Lilj e n s trij ~ i *
Iiingewiesen hat, da es andererseits aber auch fur andere Alkaioide
durch D i e t e r i c h 2 ) ziffernmassig bewiesen i p t , dass sie sich beim KinLimpfen ihrer Ptherischen Losungen sehr leicht zersetzen, menn man
diese Operation nicht bei niederer Temperatur und sehr vorsichtig ausfulnt.
Die Methode lasst sich in der eben beschriebenen Weise natiirlich
iiur fur in Aether leichtlijsliche Alkaloide anwenden. Will man in
1) Zum Entwassern habe ich hier deswegen gebrannten Gips uiid nicht
Chlorcalcium angewandt, weil das letztere auch den in den Aether fibergegaiigenen Alkohol anzieht nnd sich darin liist. Alan ist daher geniitigt, die
entstehende Chlorcalciumliisung riochmals im Scheidetrichter vom Aether zu
treunen, wiihrend der Gips nach dem Anziehen des Wassers sich auf die
Flaschenwandung als Belag auflegt, so dass sich der Aether sehr gut abgiesseu
oder niitigenfalls fltrieren lasst. Nur in eicem Falle nehme ich Chlorcalcium, wenn
iiimlich die Flussigkeit trotz des M'aschens mit Wasser noch zu stark geyarbt
ist. 1)ie farbenden Extraktivstoffe gehen dann fast ganz in die Chlorcalciumliisung uber, da sie nur in Alkohol und Wasser, nicht aber in Aether
.!iislich sind.
2 ) Krstes Dezenniuui d. Helfenb. Annal., p. 260 u. 261.
~ )
J. K a t z : Alkaloidbestimmungen.
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Aether schwer-, dagegen in Chloroform leichtliisliche Alkaloide, \vie
Strychnin , Veratrumalkaloide etc. bestimmen, so verfahrt inan
folgendermdsen :
25 cm8 der Essenz (die ca. 45°/0 Alkohol enthalten muss) werden mit
30 cma einer Mischung von 1 Teil Chloroform rnit 2 Teilen Aether fiinf
Minuten lang geschiittelt, die ChloroformtitherlZisungrnit 3 cma 30°/oiger
Kochsalzltisung gewaschenund diese Operationen rnit je 15cmaChloroformtither und 1,5 cm8 Kochsalzlosung in der schon oben beschriebenen Weise
noch zweimal wiederholt.
Sollte die Trennung des Chloroformtithers von der whsrigen
Extraktschicht bei der ersten Ausschiittelung nicht glatt erfolgen, so
setzt man zweckmbsig 2-3 Gramm Kochsalz zu und kann dann sicher
sein, dass die Fliissigkeitsschichten in einer Minute sich scharf trennen.
Aus demselben Grunde muss man auch zum Ausschutteln der Chloroformatherlosung kein Wasser, sondern Kochsalzlosung benutzen, da
sonst eine milchige Triibung irn Chloroformiither entsteht, die sich erst
durch stundenlanges Nachbehandeln n i t Gips wieder entfernen IWt.
Beim Titrieren der Liisung des Alkaloids in Chloroformather
setze ich ebenfalls nicht wie sonst 50 cma reines Wasser m, sondern
10-15 cma lO0loige Kochsalzlosung. Nirnmt man hierzu konzentrierte
Kochsalzlosung, so wird durch die sehr hohe Konzentration der ChlorJonen die Dissoziation des JodGosins derartig herabgedrilckt, dass bei
Gegenwart von nur wenig Alkaloid Farblosigkeit der wbsrigen Schicht
eintreten kann.
l17ill man in Tinkturen mit hoherem Alkoholgehalt als 45'/0 die
Alkaloide bestimmen, so muss vorher soviel Wasser zugesetzt werden,
dass eine Alkoholstarke von 40-5oo/o resultiert. Bei den homtiopathischen Tinkturen, die j a mit 90 Oloigem Alkohol bereitet werde:~,
verfahre ich in der Weise, dass ich 10 cm8 Tinktur mit 10 cm8 Wasser
oder bei Verwendung von ChloroformLther zum Ausschtitteln 10 cine
15'loiger Kochsalzlosung vermische und die trtibe Flilssiglteit mit
Aether resp. Chloroformiither wie oben angegeben behandele.
Enthalten die Tinkturen Chlorophyll oder Fett, so mussen sie
erst von diesen Stoffen befreit werden, da man sonst falsche Resultate
erhsllt. Ein Teil des Chlorophylls resp. der Fettsiiuren verseift sich
illmlich in titherisch-spirituoser Losung mit dem Alkali und geht mit
in die iitherische Losung iiber. Da nun das Cyanophyll resp. die Fettstiuren schwLchere Stiuren als das Jodeosin sind, so reagieren ihre
Salze alkalisch gegen diesen Indikator und man erhsllt infolgedessen
zu hohe Resultate. Man mischt daher gleiche Teile Tinktur und
Wasser, das mit einigen Tropfen Schwefelsanre angesiiuert ist, schiittelt
rnit etwm Talknm wahrenil einiger Stunden ofters um und Ntriert
J. K a t z: Askaloidbestimmnngen.
a6
nach dem Absetzen und Klaren vom Bodensatz ab. Von dem klaren
Filtrat werden alsdann 26 g ( n i c h t - cm3 wegen der Volumlnderung
des G emisches von Alkohol und Wasser) in der beschriebenen Weise
zu:’ Bestimmung des Alkaloidgehalts verwandt, nachdeni man notigenfalls die letzten F e t h p u r e n durch einmaliges Ausschutteln der sauren
Fliissigkeit m i t dem gleichen Volumen Petrolather entfernt hat..
Rei dieser Methode wird that,sachlich alles Alkaloid in die
atlierische Losung ubergefiihrt, wie ich weiter unten durch Kontrollversuche init, Losungen von reinen Alkaloiden in Sussholzextrakt
zeigen werde. M e Alkaloide, resp. die nni Schluss bei der Titration
erhn!tenen Msserigen Flussigkeiten, sind farblos oder hiicbstens so
schwach gefarbt, dass die Erkennung der Endreaktion bei Verwendung
von Jodeosin als Indikator in keiner Weise beeintrachtigt wird.
D a s ron K u n z ’ ) beobachtete Uebergehen von Spuren des
*4lkaloids aus der Aet.herliisung in das Wasser beim Waschen der
ersteren fLllt. niclit ins Gewicht, resp. wird dadurch unschadlich
geniacht. dass dns TVaschwnsser bei der zweiten und dritten Ausschii:telung wiedar mit ausgeschattelt wird. Ausserdeni ist die Menge
derselben irn VerhLltnis zur Aetlierlosung sehr gering.
Eine T’ernnreinigung der Alkaloidlosung mit Soda und daniit
eine ErhBhung des Resultates findet ebenfalls nicht statt, wie folgende
Versuche leliren:
1’)50 em3 Alkohol von 45%, 60 em3 Aether und 3 cm3 Sodalosung werden
geschiittelt, die atherkche Schicht nach dem Absetzen abgehoben und
titriert. Hierbei wurde in vier Bersuchen an l/l~-Ir’ornial-Siure
verbraucht :
I) 3,5 cma 11) 3,l cma 111) 3,25 cma IF’) 3,75 cma.
2) 50 cni3 Alkohol von 45%, 50 cm3 Aetlier und 3 cma Sodalosung werden
geschiittelt, die atherische Liisung abgehoben und zur Entwisserung
mit zwei Gramm gebranntem Gips geschrittelt und filtriert. Sie verbraucht. beim Titrieren 1 cma */loo-Kormal-Saure.
3) 85 cma Alkohol von 45:, 40 ern8 Aether und 1cm8 Sodalosung werden
geschiittelt, die abgehobene Aetherschicht mit 3 cm3 Wasser gewaschen
(durch Ausschiitteln) und init einem Granim gebrannten Gips entwiissert
und filtriert. Nach dem Versetzen mit 50 c,m*Wasser und drei Tropfen
alkoliolischcr Jodiiosinlosung (1 :250) ist auch nicht die geringste
Riitung des Wassers zu bemerken.
Ein Uebergehen von Natriurncarbonat in die Aetherliisungen
ist also bei genauem 13efolgen obiger Vorschrift. absolut ausgeschlossen.
1)
Arch. d. Pharm. 1885, p. 701 u. folg.
J. K a t z : Alkaloidbestimmungen.
87
Storend wirkt dagegen die Gegenwart von Ammonsalzen, wie
folgender Versuch zeigt :
25 cm einer 3 'loigen Siissholzextraktlosung in 45 Oloigem Alkohol,
0,0728 Chloranimonium, 50 cm* Aether und 1 cm8 Sodalosung werden
geschutttelt und weiter wie oben mit Wasser und Gips behandelt.
Die erste Ausschiittelung verlangte 2,G cm 'Iloo - Normal - Same und
die zweite und dritte Ausschiittelung (mit je 25 cma loo/, alkoholhaltigeni Aether) 0,5 bezw. 0,4 cm a l/loo-Normal-Saure zur Slttigung.
Im ganzen werden also fur die drei Ausschuttelungen verbraucht
3,5 cilia
-Normal - Slure entsprechend 0,0019 Chlorammonium resp.
0,0006 Ammoniak. Wenn also auch nur ein geringer Bruchteil des
Ammoniaks in den Aether ubergeht, so bewirkt derselbe doch infolge
des geringen Molekulargewichts vom Ammoniak einen sehr grossen
Fehler des Resultates.
Ich will nun zu den Versuchen iibergehen, die ich mit Losungen
von reinen Alkaloiden in 3°/0igen Losungen von Sussholzextrakt in
45°/0igem Alkohol anstellte, um zu beweisen, dass mit der Methode
eine exakte Bestimmung der Alkaloide in solchen Flussigkeiten rnoglich
ist und wirklich alles Alkoloid zur Titration gebracht wird.
Vorher aber will ich noch einen Versuch erwghnen, den ich rnit
der 3°/0igen Sussholzextraktlosung in 45°/oigem Alkohol anstellte, uni
niich von der Abwesenheit basischer Stoffe in der der Kiirze halber
in folgendem stets als Succuslosung bezeichneten Flussigkeit zu
iiherzeugen.
Hierbei stellte sich nun heraus, dass die nach der oben beschriebenen Methode aus 25 cma Succuslosung erhaltenen drei Ausschiittelungen bei zwei Versuchen ubereinstimmend 0,2 cm l / l ~ o -NormalS I u r e zur Slttigung verbrauchten. Es darf wohl angenommen werden,
dass diese geringe Alkalinitgt der Ausatherungen auf Rechnung kleiner
Spuren Ammonsalze ini Siissholzextrakt zu setzen sind.
Bei den nun folgenden Versuchen wurden daher von der verbrauchten Menge l/loo -Normal -Saure 0,2 cm8 fur das verwandte Siissholzextrakt in Anrechnung gebracht uiid entweder bei der ersten Ausscliut,telung oder bei der Gesamtmenge Normal - S l u r e abgezogen.
Die verwandten Alkaloide wurden in Originalverpackung von
den Firmen E. M e r c k in Darmstadt und G e h e & Co. in Dresden
bezogen und erwiesen sich bei der Prufung, soweit dieselbe ausfuhrbar
ist, als rein.
Die drei Ausschiittelungen wurden meistens nacheinander getrennt
titriert, um feststellen zu kiinnen, wie leicht und schnell das Alkaloid
sich ausschiitteln I b s t , resp. wieviel o/o der angewandten Menge in die
einzelnen Ausschuttelungen iibergingen.
88
J. Katz: Alkaloidbestimmungen.
Versuche mit Aconitin.
Verwandt wurde ein von E. M e r c k bezogenes amorphes
Aconitinum puruna. Bei der Titration dieses Priiparates verbrauchten
0,1297 g 24,8 cm8 l/loo-Normal-Stiure, woraus sich das Molekulargewicht zu 524 berechnet. Die L6sung des Alkaloids in der Succusl6sung wurde durch einige Tropfen verdtinnte Schwefelsiiure bewirkt,
die nachher durch entsprehend mehr Sodalosung neutralisiert wurde.
Ich versuchte dann noch, ob bei einem eventnell zur Entfernung
des Chlorophylls notwendigen vorherigen Ausschiltteln der sauer gemachten Essenz mit Aet,her auch Aconitin mit in Losung geht.
Z u dem Zweck schtittelte ich 26 cni' einer mit Schwefelsaure
angesguerten aconitinhaltigen Succuslosung niit 25 cm8 Aether aus
und behandelte die Extraktlosung nach Entfernung der Aetherschicht
in der gewohnlichen Weise weiter.
Bei den verhiiltnismlssig kleinen Alkaloidmengen, die bei diesen
Analysen in Betracht kommen, ist also der durch Ausschutteln der
sauren Losung mit Aet.her verursachte Verlust nicht ausser Acht
zu lassen.
1) Unter den romischen Ziffern I, I1 und I11 werde ich die einxelnen
Ansschiittelunsen anfiihren.
J. Katz: Alkaloidbestimmungeii.
89
Da storende Mengen Chlorophyll jedoch in 45°/0 Alkohol haltenden
Essenzen nicht gelost bleiben, sondern nur in Tinkturen mit hoherem
Alkoholgehalt vorkommen, so ist man ja nicht auf die Entfernung des
Chlorophylls durch Ausschiitteln mit Aether angewiesen, was nacli
obigen Versuchen als u n s u l ~ s s i g erscheint, sondern nimmt dieselbe
besser auf die bereits oben bei der Beschreibung der Methode angegebene Weise vor.
Versuche mit Atropin.
D e r erste Versuch wurde niit Atropinsulfat angestellt und gab
folgendes Resultat:
Angewandte
Verbrauchtc
Wiedergefundene
Alkaloidmenge
0,0275Atropinsulfat
= 0,0235 Atropin
1) 6;35
11) 0,95
111) 0,37
0,0184 Atropin
O,O(r276
,
0,00107
,
DiEerenz
0,00128 = $4
%
Eine zur Kontrolle vorgenommene vierte Ausschiittelung verlangte
noch 0,lcm8 l/loo-Normal-Saure zu ihrer Sattigung = 0,000289At.ropiu.
Da die Abmeichung von 5,4°/o mir doch etwas zu gross erschien
und ich dieselbe uur durch Unreinheit, eventuell auoh geringen M’assergehalt des Atropinsulfats erklaren konnte, miederholte ich den Versuch
niit Atropinum purum von G e h e & Co., dss ich acht Tage lang im
Vakuum uber Clzlorcalcium liegen liess. Die LBsung des Alkaloids
bewirkte ich unter den bei Akonitin angegebenen Vorsichtsmassregeln.
Angewandte
Verbrauchte
Wiedergefundene
Alkaloidmenge
DiEerenz
I
1) 0,0168 Atropin
2) 0,0118
,,
I
0,0166
0,0120
1
o,oO02 = 1,2 %
0,0002 = 3,7 yo
Versuche mit Hyoscyamin.
Z u denselben wurde ein solineeweisses, zu sehr lockeren Stiickchen
zusammengeballtes P r l p a r a t von E. M e r c k verwaudt.
J. Kate: Blkaloidbestimmungen.
90
Angewandte
Alkaloidmenge
Verbrauchte
Wiedergefundene
cm81/lmN.-S&ure Alkaloidmenge
DiEerenz
Versuche mit Coniin.
Das angewandte Coniin stellte eine fast farblose olige Fliissigkeit
dar. Bei der Titration mit Jodeosin als Indikator verbrauchten
0,0390 Coniin 30,2 cmBl/loo-Normal-S?iure. D a nun 30,2 cm* l/loo-NormalSaure 0,0384 Coniin entsprechen, so berechnet sich aus dieser Differenz
von 0,006 g der Wassergehalt des Alkaloids zu 1,53°/0, der dementsprechend bei den Versuchen in Abzug gebracht werden muss.
Die Resultate der Untersuchungen waren folgende :
Angewandte
Alkaloidmenge
1) 0,0371= 0,0365
reines Coniin
2) 0,0135 =0,0133
Verbrauchte
Wiedergefundene
cme l/lwN.-Saure Alkaloidmenge
I) 27,05
11) 1,20
111) 0,2
Sa. 28,45
lo,%
Differem
0,03435 Coniin
0,001FJ2
@,OC026
"
,,
0,00037 = 0,99%
0,0.7613 Coniin
/=oniin
0,00015 = 1,2%
reines Coniin
Versuche mit Emetin.
Das von M r c k bezogene Emetin stellte ein schmutziggelbes zu
Kliimpchen zusammengeballtes Pulver dar. E s loste sich in verdiinnten
S%uren unter Hinterlassung eines geringen Riickstandes.
Bei der Titration verbrauchten:
1. 0,0713 Emetin = 25,5 cm8 '/loo-Normal-S%ure.
2. 0,0833 ,, = 2973 1 ,
,, 7 7
91
J. K a t z : Alkaloidbestimmungen.
91
I n hundert Teilen Enietin M e r c k miirden also nach der ersten
Titrotion 91,0 Teile, nacli der zweiten Titration 89,4 Teile reines
Alkaloid enthalten sein, also im Miltel 90,2 Teile.
D i e Untersuchung enietinhnltiger SuccuslGsung nach der angegebenen RIethode ergab nur weuig befriedigende Resultate :
Angewandte
Alkaloidmenge
1) 0,0420 Emetin
Merck
= 0,0378 reines
Emetin
Verbrauchte
Wiedergefundene
cmal/looN.-Saure Alkaloidmenge
I) 12,O
11) 1,65
111) 0,5
Sa. 14,3
1
0,0305 Emetin
0,0042 ,,
0,0012
*
1
0,0363 Emetin
I
Differenz
0,0016 Emetin
= 4,O %
2) 0,0552 Emetin
Merck
= 0,0498 reioes
Emetin
Trotzdem ich beim Emetin viermal ausschiittelte, konnte ich doch
nicht dieselbe Genauigkeit wie bei den anderen Alkaloiden erreichen.
M e Methode ist also fur Ipecacuanhatinktur weniger zu empfehlen.
Nachdem nun durch diese TTersuche, die natiirlich noch auf andere
titherliisliche Alkaloide ausgedehnt werden kiinnten, die Brauchbarkeit
und Genauigkeit der Methode fur die untersuchten Alkaloide bewiesen
war, priifte ich nach derselben eine Anzahl homijopathischer Essenzen
auf ihren Alkaloidgehalt. Dieselben waren aus den homiiopathischen
Apotheken von nr. W. S c h w a b e - L e i p z i g , T a s c h n e r & Co.-Leipzig
und ICi t t el-Berlin bezogen und stammten aus den letzten Jahrgangen.
Die Untersuchungsresultate sind in folgender Tabelle verzeichnet :
-
Essenz
Jahr- Bereitungsgang
1)
5
+
.rl
vorschrift
1894 siehe Anm.2
0
quelle
Schwabe
Alkaloidgehalt Mittelwert
in %
0,067
0,067
1895 sieheAnm.2
2)
Bezugs-
Schwabe
0,016
0,O16
0,016
0,016
92
Essenz
-
J. Katz: Blkaloidbestimmungen.
t::
Jahr- Bereitnngs-
8
:
g
qnelle
vorscbrift
gang
~
3*5 r w
g
2 0
3%
Bezugs-
%
Alkaloid
gehalt
in %
~
Mittelwert
2%
I
1896
1
51
Schwabe
5
1
reg. I1
Schwabe
1897
1897
-
§ 1
Gruner
reg. I1
I
1
1
1
Gruner
reg. I1
1897
Taschner
& Go.
Schwabe
Schwabe
i
I
I
3955
0,0805
0,0794
1,oO
U,%
0,023
0,022
0,023
0,026
R,38
0,076
3,60
0,082
2,76
0,f61
0,062
2,8@
Kittel
1894 siehe Anm. 2
0,029
0,030
Schwabe
1
1
Gruner
Sch$v;be
Gruner
I
Schwabe
1
0,022
0,078
-__-
0,061
___0,030
0,083
0,023
0,054
4,62
0,054
0,054
0,055
0,075
0,075
0,075
0,047
0,047
0,047
& co.
Kittel
0,080
1,85
1,87
Schwabe
1896
1897
I
rd.
0,057
0,058
4,lO
4,15
4,lb
Kittel
0,050
0,051
0,051
0,051
0,029
0,027
0,028
0,030
0,030
0,q1
5,w
0,058
0,w1
0,030
J. Ka t z : Alkaloidbestimmungen.
93
la."
Jahr- BereitungsEssenz
vorachrift
gang
Bezugs-
Alkaloidgehalt Mittelwert
:&
s '%? f0
2 8%
quelle
I
in%
18)
Ei
19)
."s
Taschner
& co.
El
0
20)
1896
21)
22)
m
I
23)
Gruner
reg. 11.
c)
a
1896
I
I1
I
Schwabe
m
0
I
0,033
0,033
I}
o,033
\
0,034
2,77
Schwabe
S1
Tiischner
reg. I1
0
24)
6,05
4,859
Kittel
§l
03
h
I
&
co.
I
1,80
1,76
I
0,022
0,021
I}
0'02'
Schwabe
h
25)
26)
=
reg. II
Gruner
reg. I1
Anm. 1. Hierzn wurden ansnahmsweise nur 20 cm8 Essenz verwandt,
da nicht mehr vorhanden war.
Anm. 2. Diese Essenzen x-aren nach einer besonderen Vorschrift fur
den amerikanischen Export horgestellt und k6nnen daher eigentlich nicht mit
zum Vergleich mit den anderen Essenzen herangezogen werden.
Anm. 3. Die Essenz ist ails Pflanzen gewonnen, die erst im August gesammelt waren, daher sclion vie1 Samen angesetxt hatten. Hieraus erklart
sicli wohl der hohe Alkaloidgehalt.
Y o n Tinkturen mit 90°jo,'Alkoholgehalt habe ich die strychninuiid brucinhaltigen aus Ignatia und N u x vomica ebenfalls nach dieser
Methode mit der oben angegebenen Modifikation untersucht und zur
Kontrolle auch noch Bestimmungen nach der Methode von B e c k u r t s
uiid H 01s t ausgefuhrt.
J. K a t z : Alkaloidbestimmungen.
94
Fur den Vergleich der nebeneinandergesetzten Resultate bemerke
ich noch, dass zu den Bestimmungen nach B e c k u r t s und H o l s t je
50 cma Tinktur yerwandt wurdcn, wahrend ich zu den Analysen nach
meiner Methode nur 10 cma Tinktur benutzte und trotzdem gerade so
genaue Resultate erhielt. Ein Vorzug meiner Methode besteht dann
noch darin, dsss die zur Titration gelangende wassrige Fiiissigkeit
ganz farblos ist, dagegen nach dem Verfahyen von B e c k u r t s und H o l s t
stets etwas gelblich gefsrbt erhalten wird.
Alkaloidgehalt in $,
Methode
I
Methode
YOU Katz
von Beckurts
Bereitungsart
der Tinktur
1) Ignatia
1 : 5 durch
Maceration
2) Ignatia
1: 5 durch
&laceration
3) Ignatia
1 : 5 durch
Perkolation
4) Ignatia
I
1 : 10 durch
Maceration
5) Nux vomica
1:5 durch
Maceration
6) Nux vomica
1 : 5 durch
Maceration
7) Nux vomica
1: 5 durch
Perkolation
8) Nux vomica
1 : 10 durch
Maceration
1
OgYs
0,387
I
I
01436
0,491
0,226
O,E7
1
1
I
0,395
0,398
0,437
0,440
0,501
0,229
0,232
0,376
0,389
I
I
0,379
0,3i9
0,461
0,460
0,453
0,457
0,192
0,194
0,189
0,193
I)a die Tinkturen 2 , 3 und 4, sowie 6, 7 und 8 aus denselben
Rohmaterialien hergestellt sind, so illustrieren diese Versuche nebenbei
noch den Vorzug, den die Perkolationsmethode gegeniiber der Maceration
fur die Bereitung dieser beiden Tinkturen verdient.
Ioh versuchte nun weiter die Alkaloidbestimmungsmethode auch
zur U n t e r s u c h u n g d e r e i n g e d i c k t e n n a r k o t i s c h e n E x t r a k t e zu
verwenden und loste zu diesem Zweck die betr. Extrakte in 45O/,igern
Alkohol und behandelte diese Losung alsdann wie die Essenzen mit
Aether und Soda.
J. K a t z : Alkaloidbestimmungen.
95
Hierbei machte ich eine ganz eigentiimliche Beobachtung, die
mit anderen Angaben z. 1). vou S c h w e i s s i n g e r und S a r n o w ' ) in
einigem Widerspruch steht. Uebersteigt namlich der Gehalt der Extraktlosung die Konzentration von 8 O / , , so erhalt man vie1 zu niedrige
Resultate, weil das Alkaloid sich aus diesen Losungen (vielleicht, infolge
des hohen Pektingehaltes) nicht g u t und nicht vollstandig ausschutteln
lasst,?) Folgende Versuche niit Extr. Belladonnae Ph. G. 111. mogen
dies erlautern:
Diese Ergebnisse wurden weiter bestgtigt durch Versuche, die
ich mit kunstlichem Belladonnaextrakt aus Atropinum purum und Succus
liquiritiae bereitet anstellte, die ich kurz tabellnrisch anfilhre:
Steigt in einer Losung m i t n n n g h e r n d g l e i c h e m A l k a l o i d gehalt der Gehalt an andereu Extraktiv- und damit auch an Pektinstoffen, so wird ungefahr proportional die Ausbeute an Alkaloid durch
Ausschutteln herabgedriickt.
Nebenbei machte ich noch einen Versuch, indein ich an die
Stelle von Aether Chloroformlther setzte, jedoch mit demselben
1 ) Pharm. Zentralh. 1890, No. 64.
a) Dies bezieht sich aber nur auf wiissrige Extrakte, wahrend sich
spirituose Extrakte riicht so verhalten.
96
J. Kat z: Alkaloidbestimmungen.
negativen Resultat. Ich loste 0,7973 g Belladonnaextrakt (dasselbe,
das zu den obigen Versachen gedient hatte) in 20 cma 46'1oigem
Alkoliol und schiittelte nach dem Versetzen mit Soda dreimal mit
Chloroformtither (zu gleichen Teilen) in analoger Vl'eise, wie bei den
obigen Versuchen aus. Die resultierende Alkaloidlosung verbrauchte
2,35 cms l/l,-,,,-Normal- Saure = 0,00636 Atropin entsprecheiid einem
Gehalt von 0,798°/0 Atropin. Es ist also bei Belladonnaextrakt
Chloroformtither nicht fur ein besseres Ausscliiittelungsinittel aiizusehen
als Aether.
lcli habe nun meine Methode fiir die eingedickten resp. trocknen
Ext,rakte dahiii abgelndert, dass ich 1,O bis 1,5 g des Extraktes in 40
bis 50 cm3 45O/'igen Spiritus liise, wodurch eine Extraktlosung mit
einem Gehalt ron weniger als 3O/,, entsteht, uiid diese 40 resp. 50 cmE
Losung dann weiter gerade so, wie die 25 cm8 der oben untersuchten
Essenzen mit 50cm8 und 2 X25 cm8 Aether unter Sodazusatz ausschuttele.
Fur die Untersuchung der Essenzen ergiebt sich aber weiter aus obigen
Versuchen, dass man dieselben bei einem eventuell 3O/' ubersteigenden
Extraktgehalt entsprechend mit 45°/oigem Alkohol verdiinnen muss,
um richtige Resultate zu erhalten.
Ausser Extractum Belladonna untersuahte ich noch Extr.
Aconiti, Conii und Hyoscyami, die alle nach Vorschrift des deutschen
Arzneibuches bereitet und aus einer hiesigen Grossdrogenhandlung
bezogeii waren.
Die Daten der betr. Untersuchungen sind in nachfolgender Tabelle rerzeichnet :
Die Uebereinstimmuiig der Hesult,ate kanii wohl als befriedigend
bezeiohnet werden.
J. Katz: Alkaloidbestimmungen.
97
Ich mochte nun noch mit ein paar Worten auf einige kleine
Handgriffe zu sprechen kommen, die sich bei der Ausfilhrung der
Rest#immungen als zmeckmassig erwiesen haben.
Die Ausschiittelungen nehme ich in zylindrischen Scheidetrichtern vor, ron denen ich vier Stiick auf ein ftir diesen Zweck
konstruiertes Filtriergestell plaziere. Die Lticher dieses Gestelles sind
zylindrisch nicht konisch und tragen vermittelst durchbohrter Korke
5 cm lange Glasrohre, die so weit sind, dass die Ablaufrohre der
Scheidetrichter sich leicht darin verschieben lassen. Man kann auf
diese Weise bequem die wtissrige Schicht in ein untergestelltes Becherglas abfliessen lassen, ohne den Scheidetrichter aus dem Gestell herausheben zu miissen, da der Hahn des Scheidetrichters durch das Glasrohr soweit uber die Platte des Filtriergestells Igehoben ist, dass er
sich, ohne letzteres zu beriihren, drehen Ilsst.
Unterhalb des Hahnes ziehe ich uber das Ablaufrohr des Scheidetrichters ein ca. 3-5 mm breites Stiick dickwandigen Gummischlauch,
damit der Scheidetrichter nicht beschidigt wird, falls man ihn einmal
etwas unsanft in das Glasrohr gleiten llsst.
Um immer gleichzeitig zwei Scheidetrichter schiitteln zu konnen,
ohne ein Herausfallen der Hghne befiirchten zu mussen, befestige ich
die letzteren mit kleinen Gummiringen.
Man kann auf diese Weise bei einiger Uebung vier Alkaloidbestimmungen bequeni in einer bis 1% Stunde ausfllhren.
Urn eine genaue Rrkennung der Endreaktion zu ermoglichen,
hake icli beim Titrieren ca. 5 cm weit hinter die Flasche, in der
titriert wird, ein Stuck weissen Karton und beobachte bei adallendem,
nicht durchfallendem Lielit,. Diese Vorsichtsmassregel ist notig. da,
wie die Titration der reinen Alkaloide zeigte, die RBtung der wassrigen
Scliiclit durch die letzten Spuren Alkaloid nur auf diese Weise noch
siclitbar ist und man ohne Anwendung des weissen Kartons leicht 0,l
his 0.16 cm * l/lw- Nornia! -Slure zu wenig notiert.
Ankniipfend an obige Untersuchungen sei es mir nun zuletzl
noch gestattet, einige V e r g 1e i c h e zu ziehen zwischen den
1i oin6 o p a t h i s c h en E s s e n z e n aus frischen narkotischen Krautern
und den korrespondierenden Praparaten des deutschen Arzneibuches,
den n a r k o t i s c h e n E x t 1-8 k t e u.
luh habe zu diesem Zweck die bereits oben angefiihrten Unter~uchungsresultateder honiiiopathischen Essenzen auf den Extraktgehalt
der letzteren umgerechnet. mobei sich folgende Werte ergaben:
Arch d. Pharm. CCXXXVI. Bd’, 2. Heft.
7
95
-
Essenz
-
J. K a t z : Alkaloidbestimmungen.
aufende Extraktgehalt
XO.
der
Essenz
~-c
I
.%
4
1 1 Ei-
Alkaloidgehalt
Minides
Extrakts mum
Mittel
“43
2,16
3
6
7
8
5
4
4,14
3,57
4,09
2,65
2,62
2,98
0,080
0,077
0,061
0,030
0,023
0,032
0,74
14
11
13
15
16
2,03
2,65
1,76
2,ll
2,54
0,058
0,075
0,u47
0,051
0,028
2,86
2,83
2,66
2,41
1,lO
19
18
20
17
2,31
2,03
3,53
434
0,033
0,037
0,039
0,030
1,43
1,33
e2
1,34
2,56
2.03
B,J9
1.87
0,056
0,034
0,023
0,02 I
0,014
4,18
21
24
23
2.5
26
1,86
0,01:-1
1,47
2,37
1.12
1,lO
0,61
1,33
1.10
0,93
0,75
0,70
Von den in der Litteratur vemeichneten Angaben iiber den
AlkJoidqehalt narkotischer Extrakte bind nun leider nur wenige einwandsf‘rei und daher fur einen Verpleich heranziiziehen. Ein Teil der
Litteraturanpaben ist gnnz bestimmt zu hocli, l t i t s i i w zahlen die Bestirnillungen von D u n s t a n und R a n s o m , da b1.i ihnen die jedenfalls
nitiht ganz reinen Alkaloide gewogen wurden. woyryen die Angahen von
C a v e n d o n i , der die Alkaloide mit Quecksilberjodidjodkalium fallte,
durch ihre auffallend niedrigen Zahlenwerte einige Zweifel erregen.
Nach D u n s t a n und R a n s o m schwankt der Alkaloidgehalt des
Extr. Belliidonnae ewisclien 2,04°/0 und 5.67 o/o (Mittel berechnet aus
9 Aualysen zu 3,55°/0) und C a v e n d o n i gieht i o zriide Zahlen:
Extr. Belladonnae 0,09-2,5 O l 0 A lI~:iluid
1,
Hyoscyami 0,06-1,6
,,
Aconiti
03-0,65 ,,
1
J. K a t z : Alkaloidbestimmungcn.
99
Nach dem letzten Autor sollen gute Extrakte enthalten:
Extr. Aconiti
0,3-0,6 Ol0 Alkaloid
,, Belladonnae 0,24-0,32 ,,
7,
,, Hyoscyami 0,06-0,14
11
Y. I t a l l i e giebt fur Extraktum Belladonnae einen Alkaloidgehalt Yon 1,22O/o an.
Kunz fiir dasselbe Extrakt 1) 1,815, 2) 1,84, 3) 189, 4) 1,40,
5) 1,20.
S o h w e i s s i n g e r bestimmte die Alkaloide titrimetrisch und fand
folgende Zahlen:
Extr. Belladonnae 1 , l O o/o Alkaloid
,,
1,
0,475 ??
79
,, Hyoscyami 0,18 ,, ,,
1,
0 9 1,
1,
Ein sehr grosses Material ist von D i e t e r i c h zusammengetragen
worden. Derselbe giebt an fur:
Extr. Aconiti
1,2-2,90°/0 Alkaloid
,. Relladonnae 0,80-2,18 ,,
71
,, Hyoscyami 0,66-1,67 ,,
1
, Conii
0,45-0,1;4 ,,
1,
Filr Extr. Conii findet sich dann noch eine Angabe von P a r t h e i l ,
der in einem Merck'schen Praparat o,51°/0 Coniin fand.
Bei allen diesen Angaben ist noch zu berticksichtigen, dass siah
dieselben auf Extrakt beziehen, in den) noah durchschnittlich 20'0 Wasser
enthalten sind. Um also mit den von mir angegebenen Alkaloidgehalten, die auf bei 100° getrocknetes Extrakt be! echnet sind, direkt
vergleichen zu konnen, muss man zu den Dieterich'schen Zahlen noch
25°/0 zuzahlen, woraus sich etwa folgende Zahlen berechnen :
Extr. Aconiti
1,5-3,63°/0 Alkaloid
,, Belladonnae 1,08-2,73 ,,
7,
,, Conii
0,66-0,78 ,,
'1
,, Hyoscyami 0,83-2,09 ,,
7,
Vergleichen wir nun diese Zahlen mit den fur die homoopathischen
Essenzen gefundenen, so sehen wir, dass sie sich auf beiden Seiten
ungefahr in denselben Grenzen bewegen. Kur fur die Conium-Praparate sind die Werte der nicht eingedampften homoopathischen Mittel
entschieden hoher, was wegen der Fliichtigkeit des Coniins nicht verwundern kann.
Berilcksichtigt man jedoch, dass die von D i e t e r i c h untersuchten
Extrakte mit den besten Hilfsmitteln der modernen Technik hergestellt wurden, wahrend bei der Darstellung im kleinen in den
9,
7*
M. Elfstrand: Strychnos lanceolaris Miq.
loo
Apothekerlaboratorien diese Hilfsmittel gewohnlich nicht zu Gebote stehen
und infolgedessen auch diese Prlparate nicht so alkaloidreich resultieren,
so wlre doch wohl die Frage zu erwiigen, ob e s n i c h t z w e c k m l s s i g
w a r e , a n d i e S t e l l e d e r in i h r e r j e t z i g e n F o r m u n s i c h e r e n
n a r k o t i s c h e n E x t r a k t e eine andere Arzneiform zu setzen,
e t w a d i e von F l u i d e x t r a k t e n m i t g e n a u v o r g e s c h r i e b e n e m
A l k a l o i d g e h a l t , d i e iihnlich w i e d i e h o m o o p a t h i s c h e n
E s s e n z e n aus frischen Pflanzen h e r z u s t e l l e n wlren.
Chemisches Laboratorium von Dr. W. Schwabe, Leipzig- Reudnitz
:im Dezember 1897.
Bus dem pharmakologischen Institute zu Leipzig.
Ueber Strychnos lanceolaris Uq., die Stammpflanze
des Blay - Hitam.
Von M. E l f s t r a n d .
Mit 1 Tafel.
Im Jahre I893 ist von H. u. C. G. S a n t e s s o n l ) in dieseni
A4rchive uber B l a y - H i t am berichtet worden, eines der Ingredienzien,
welche von den Panghan, einem Stamme der Orang-Htitan auf Malakka
bei der Bereitung des Ipooh-Pfeilgiftes verwendet werden. Rinde und
Staniin der damals noch nicht sicher bestimmbaren aber unzweifelhaft
den Strychnaceen zugehorigen Blay-Hitam-Pflanee waren von S a n t e s s o 11
anatomisch untersucht und in beiden als wesentlicher chemischer Hestandteil 13rucin nachgewiesen worden. Die von anderer Seite gelusserte
Yermutung, dass Blay-Hitam mit Strychnos TieutG identisch sei. fand
in den Santesson'solien Untersucliungen keine Stiitze.
Kurze Zeit nach dein Erscheinen der zitierten Abhandlung hatte
auch ich Dank der freundliohen Vermittlung Professor S a n t e s s o n ' ~
Gelegenheit, Proben der in der Leipziger pharniakognostischen Sainmlung
befindlichen Blay-Hitam-Drogen zu untersuchen. Die Ergebnisse dieser
Untersuchung sind in meiner 1895 schwedisch erschienenen Abhandlung
.,Studien iiber die Lokalisation der Allialoide", pag. 59-80, einrerleibt
worden; ich erlanbe mir dieselben in Kiirze hier wiederzugeben.
1)
Dieses Archiv 1893, p. 591 u. folg.
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