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Ueber die Vernderungen des Wassers der Quellen und FlUsse in verschiedenen Zeiten des Jahres.

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ARCHIV DER PHARMACIE,
1. Band, 3. Hcft.
A. Origintzlmittlieilungen.
Ueber die VorPtndernngen des Wassers der Quellen
nnd FlUsse in verschiedenen Zeiten des Jahres.
Von E. R e i c h a r d t in Jena
So lange Organismen exietiren, muss auch das Wasser
ale nnentbehrliches Nahrungsmittel in denselben circulirt und
die Verflissigung und Losung der Fahrungsstoffe vermittelt
haben. Die Rolle, welche so dieser Substanz ziiertheilt worden, ist fur das Pflanzen - wie Thierreich gleich bedeutend,
wichtig , und dennoch war es der Neuzeit vorbehalten , naher
auf die Beschaffenheit der verschiedenen Wasservorkommnisse einzngehen und den Beweis zu liefern, wie mannigfaltige Mischungen auch in dem natiirlichen Vorliommen geboteii
werden.
Wie fast uberall, geht die Forderung der naheren Prufung des Wassers yon den Bediirfnissfragen der Menschen
aus, und zwar, wie bekannt, von der Erkenntniss, dass unreine
Wasser haufig der Gesundheit nachtheilig , gil'tig , ansteckend
wirkten. Seit langer Zeit hatte dieselbe Erfahrung die Chinesen gclehrt, in solchen FBllen, bei verdorbenem, oder schiidlich wirkendem Wasser dasselbe nur nacli der Reinigung
durch Destillation zu rerwenden. Dicses letztere , jedenfallv
radicale Mittel entspricht jedoch den Anforderungen nicht,
welche wir a n ein gutes Triukwasser zu stellen pflegen, da
wir vorsuesetzen, dass auf diesem Wege eine hlenge mineralischw Stoffe in den Organismus gelsngen , welche ausserlarch. d. Phrrm. I. Bds. 9. Hft.
13
194 E. Reichnrdt, Verinderungen des Wsssers der Quellen u. Fliisse etc.
dem anderen Speisen entnommen werden miissten. Endlich
ist auch der Geschmack von frischem Quellwasser ein weit
angcnehmerer, gegcniiber dcm faden, reinsten destillirten W a i ser, anch wiirde die Operation fur die grossen allgemeinen
Zwecke dieses wichtigste Nahrungsmittel zu sehr vertheuern.
Die Verwendung von destillirtem Wasser zu Genusszwecken
wird demnach nur in Ausnahmefallen statt finden.
Urn so mehr ist es angezeigt, die Eigenschaften des reilien, von ausseren Verunreinigungen der nahen Umgebnng
freien, Quellwassers festzustellen , um dadurch die unentbehrliche nnd sehr wichtige Grundlage zur Beurtheilung zu
schsffen.
Bald nachdem diese Wasserfrage auftauch te, wurde mit
vollem Rechte das Verlangen ausgesprochen , dsss jedes Genusswasser so rein, wie orllich moglich, zu wahlen sei, frei
von nngehorigen Zufliissen und glcichmassig in Eeschaffenheit.
niesc Anfordcrungen sind leichter ausgesprochen , als imnicr
zu erlangen und dennoch miissen sie so streng, als moglich,
festgehalten werden.
A h vollig erwiesen ist auszusprechen, dass die beobachteten gesundheit8 - schiidlichen Wirkungen von Wasser stcts
nuf Verunreinigungen der Quellcn oder Brunnen zuriickgeftihrt werdcn konnten, bei reinem, d. h. durch den langeren
Lsuf im Erdreich rein gewordenen Wasser sind dcrartigc
Nachtheile nicht bcmcrkt worden. Diese natiirliche Iteinigung
entfernt besonders dio leicht zersetzharen organischen StofTe,
und sind wir bis jetzt auch noch nicht im Stande, das wirklich giftig Wirlrende nachzuweiscn, so ist doch in den allcrmeisten Fallen conetatirt , dass es Producte der Zersetzung
organischer Materien waren, namcntlich Prodnctc der Filulniss, die ebcn so gccignct siiitl , in iiberroschender Schnclligkeit und Mannigfaltiglrcit anderc Organismen zu belebcn und dcninach auch die nuf letztere gcgriindeten Thcorion
nur unterstiitzen.
Wann wirkcn dernrtige Beimischnngen des Wsssers
nnchtheilig? I n drr Rcgel licgt dcr Reweia in der vorhandenen Epidemic uad gclingt es dnnn iuimer zn spat f i r Viele,
E.Reichardt, Veranderungen des
Wnseers der Qiiellen u. Fliisse etc.
195
denselben giiltig zu liefern. Dies ist der wichtigste Grund,
sich gegen verunreinigtes Wasser als Genussmittel uberhaupt zu erkllren, da Niemand von vornherein sagen
kann jetzt schaden diese Verunreinigungen nicht und in dieser oder jener Periode werden sie nachtheilige T7eranderungen erleiden. Die Wohlfahrtspolizei muss nach Kraften vorbauen, dass die Uebel uberhaupt nicht eintreten konnen u1.d
somit ist die Forderung von reinem Trinkwasser einc vollstandig berechtigte.
Dies ist auch der Grund, warum das, allem miiglichen Wechsel unterliegende Wasser der Fliisse und Biiche verworfen werden muss, warurn die Wasser der Pnmpbrunnen, als nnunterbrochen den Zufliissen des Nachbarbodens ausgesetzt fast
durchgangig verurtheilt werden. Eine ausserhalb der Stcldt,
des bowohnten Districtes, gut gefasste und womoglich fliessende
Quelle giebt schon von vornherein grossere Sicherheit) da sie
den durch Mensch und Thier dem Boden zugefuhrten Verunreinigungen weit mehr entriickt ist und weit sicherer vor
letzteren geschiitzt werdcn lrann.
Alle Quellen reprasentiren jedoch den Grund und Boden,
das Gebirge) dem sie entspringen, indem sie hier das Losbare aufnehmen nnd zu Tage fordern. Der Wasserguss der
gewohnlichen Quellen wird unter allen Umstanden ron dem
atmosphiirischen Wasser abhangen welches als Regen auf
die Erde fallt , dieae durchdringt und endlich zur Entstehung
und Speisung der Wasserablaufe des Gebirgcs Anlass giebt.
Es ist wohl nur zu erwahnent dass die Beschaffenheit des
Gebirges, wic? der Oberflachc der Erde, die Gestaltung derselben, wie die Art der Vegetation, ob Wald, ob Wiese, ob
Culturlnnd 11. s. w. hier sehr entscheidenden Einfluss ausiiben
mussen. Der Ursprung der Quelle kann naher oder sehr
fern liegen , kann grosse Wasseransammlungen im Inneren
des Gebirges ala Ruckhait haben oder mehr das auffallende
Tagewasser repriisentiren. Im ersteren Falle werden Schwankungen in der Masse des Wassers nicht bemerkhnr win, im
xweiten vergiegt vielleicht die Quelle bci troclmer Witterung
in kurzester Zeit.
13*
)
)
)
196 E. Reichardt, Veriinderungen des Wassers der Quellen u. Fliiase etc.
Diese fur die Entstehung der Quellen so wichtigen
Grundlagen fuhren nothwendig auch zu den diesen SchwanLungen entsprechenden Aenderungen in der blischung oder
der Menge der gelosten Bestandtheile und gaben zu den folgenden, umfassenden Versuchen Anlass.
Die Quellen sind fast durchgehends in Folge des schneereichen Winters, wasserreichen Friihjahres in der letzteren
Zeit reichlicher mit Wasser versehen, als in der Folge der
trocknen Sommermonate es der Fall ist. Bei sehr starken
Quellen ist vielleicht unmittelbar diese Ab - und Zunahme
der Wassermenge nicht bemerkbar, aher doch auch vorhanden, im anderen Falle entstehen bei langer dauernder nasser
Witterung neue Quellen, die bei trockner Jahreszeit bald
wieder verschwinden. So schwache und unbestandige Quellen geben sich daher haufig als Regenwasser zu erkennen,
welches kaum Zeit hatte, einige Bestandtheile der Erde aufzunehmen und zeiclinen sich sowohl durch die starke Abund Zunahme des Wasserergusses am, wie durch ungewohnliche Nischung oder Menge der gelosten Stoffe, gegenuber
dein gewohnlichen Vorkommen der gleichmassigeren Quellen
der Gegend.
Die jedenfalls vollliommen berechtigte Forderung an ein
reines Quellwasser , dass es von moglichst gleichbleibender
Beschaffenheit sei, wie schon oben besprochen, fiilirt daher
von selbst zu der Frage, welchen Schwankungen innerhnlb
der hier massgebenden Bestandtheile Quellen , laufonde wie
stehende (Pumpbrunnen) oder auch das Wasser der Flusse
uusgesetzt sei.
Fur diese Aufgabe wurden als Versuchsgegenstlnde
gewiihlt :
1) Das Wasser, welchcs bis j t h t in Jena zur stiidtischen
Wasserleitung dient und in circa
Stunde Entfernung von
der Stadt nach Westen zu BUS dem Kalkgebirge zu Tage
tritt. Die Miichtigkeit dieser Quelle oder Quellen ist sehr
bedcutend, so dass sie in der Entfernung von wenigen hundert Schritt Miihlen treiben; wenn auch die trockne und
nasse Jahreszeit sehr bemerkbar werden, SO liegen doch hier
2. Reichardt, Veranderungen des Wansera der Quellell u. Fliisse etc. 107
miichtige Wasserergiisse vor , welchc einer grossen Flache
des iiberliegenden Gebirges ihren Ursprung verdanken miissen
und somit moglichst gleichartige Verhlltnistw als Grundlago
haben. Trotz alledem ist ein rasch auffallender starker Wasserzufluss, bei starkem anhaltendem Regen, sehr bald durch
Triibung des Quellwassers bemerkbar und in eben RO kurzer Zeit,
wenigen Tagen, wieder verschwunden. Dies erhalt wohl
durch das zerkluftete Kalkgebirge geniigend Erklarung, ist
aber nur als bald voriibergehende Erscheinung zu erwahnen.
2) Ein Pumpbrunnen in der Zwatzener Vordadt, in einem
Garten vor einigen Jahren neu angelegt , lieferte das Wasser
zur zweiten Versuchsreihe. Der Brunnen liegt in dem Thale
der Saale, jedoch von dieser mehrere hundert Schritt entfernt, in der Umgebung desselben sind wiederholt Falle von
Typhue vorgekommen, ohne direct auf dieses Wasser zuriickzufuhren.
3) Das Wasser der Saale.
Die Priifung auf die fur die Betrachtung fur Gesundheitszwecke maspgebenden Bestandtheile geschah in den Zwischenraumen von 1Monate und wurde das Wasser der Wasserleitung stets unmittelbar von dem Ausfluss der seitlich aus
dem Gebirge entstromenden Quelle entnommen.
I. Wasser der Wmserleitung von Jena (1872/73).
A.
Q u e l l e i m Miihlthale.
Ab- Organ. SalpeSchwe- KohlenDatum dampf- Sub- ter- Chlor felsaure Biiure
1872 riickat. stam saure
29.Juni 38,4
30. Jnli 37,9
27.Aug. 38,5
2. Oct. 40,9
3.Nov. 47,O
4.Dec. 35,5
1873
1.Jan. 35,O
0,11
0,16
I,
,I
0,27
0,64
?
0,22
0,54
0,32
0,16
0,64 1,30
0,80 2,68
0,64 2,68
1,15 1,03
1,06 1,37
0,89 1,72
Spur
ll
0,28
0,16
Tzi
Harte
1,44
2,72
Spur 2,34
1,
2930
0,54
0,54
0,65
@,37
1,26
0,54
0,18
28. ,, 36,O 0,79
1.April 34,5 0,18
3.Mai 29,5 1,11
26. ,, 35,O 0,16
1.Febr. 35,O
0,52
0,57
Kalk
27,74 13,50 3,53 18,44
26,56 13,44 3,13 18,32
27,13 14,03 3,15 P , 4 4
26,67 13,45 3,60 18,49
Spur 35,34 13,05 3,17 17,48
1,48 3444 10,36 2,70 14,14
?
31,71
31,07
18,48
18,09
36,43
11,22
14,OO
14,39
14,75
i2,32
12,88
2,27 14,40
2,54 17,28
2,27 17,37
1,96 17,49
n,si 13,59
1,96 15,62
198 E. Reichardt, Veranderungen des Wassers der Quollen u. Flusae eta.
Um cine Controle dieser Bestinimungcn zu haben und
glcichzeitig den Einfluss einer langeren Rohrcnleitung kcnncn zu lcrnen, wurde an denselbcn Tagen das Wasser eines
der laufenden Brunnen in der Stadt Jena untersucht und
zwar diente dazu der Auslauf in dem Gehiifte der Grosherzogl.
1andwirLhschaftlichen Lehranstalt. Die Leitung ausserhalb der
Stadt ist auf etma
Stunde Entfernung von Holzrohren
gefertigt , innerhalb derselben grossentheils aus eisernen Rohren, namentlich in den Verzweigungen.
B. W a s s e r d e s l a u f e n d e n B r u n n e n s i n d e r S t a d t .
Ab- Organ. SalpeSchwe- KohDat. dnmpf- Sub- ter- Chlor fellenShUKe saure
1872 riickst. stanz aiure
29/G. 39,2 0,89 0,lG 0,54 1,58 2780
30/7. 30,3 O,79 0,lG 0,69 2,74 28,81
27/8. 39,9 0,80 Spur Spur 2,44 25,50
2 10. 39,4 0,GG
l,
1.
2,23 25,43
3'11. 47,5 1,07
,,
9,
Spur 32,69
4/12. X , O 0,54 O,11 0,64 1,29 33,16
Knlk
HHrte
14,OO 2,95
14.00 3,OG
14,56 2,90
14,OO 3,28
13,22 3,24
10,64 2,52
18,13
18,28
1F,62
18,59
17,75
14,14
1873
1,l.
11,G5
2,lG
234
230
1,60
0,90
3,24
14,67
16,71
17,l'L
16,80
13,30
17,14
1/2.
28/2.
14.
3 5.
2615.
%,3
@,71 0,22 0,64
@,M 0,88
35,G 0,89
O,54 0,64
35,5 0,55 0,lti 1,Oti
30,s 1,45 0,38 1,YO
31,O 0,31 0,32 0,91
40,O 1,05
1,17
2,33
2,74
1,03
29,92
32,G7
27,28
13,87
1,37 17,38
1,64 30,41
13,44
14,04
14,5G
12,04
12,GO
Gleichseitig wurden auch Temperaturmessungen'an Quclle
und Abfluss in der Stadt vorgenommcn iind folgende Eeobachtiingen rcrzeichnet :
1872
~~/6~30/7-27/8-2/10-3/11-4/12-1
1873
ll-1/2-2Sp-1/4-3,'5-26/5
Lufttemperatur (nach C e 1s i u x).
20°,8 16",6 20°,0 181i,4 ?
2O,4 5O,1 30,4 80,0 14O,5 14",4 15",1
Quelle am Ursprung.
10",4 10°,6 10°,8 100,45 1O0,G 10",2 10",2 ?
10",4 1O0,3 10°,0 9",5
Auslnuf in d e r Stadt.
14",0 15O,5 140,5 120,O 10°,G 10°,8 6u,O 50,7 5",6 80,9 8O,7 S0,8
Die letzteren Bcweisc diirften von keiner geringen Redeutung sein. Die Temperatur der eigentlichen Quelle am
E.Rcichnrdt, Verbidcrungcn
des Wasscrs dor Qucllcit u.
Pliisso elc. 199
Orte dcs Zutagetretens bleibt sicli eigcntlich vallig gleich, die
Schwnnkungen bewegen sich in Bruclitheilen eincs Grades
und dics ist von jeder aushaltenden gut gcfnssten Quelle zu
verlangen. Der niedrigste Stand wurde an der Quelle im
Mai beobnchtet mit g0,5 C., der hochste am 27. Aug. mit
10°,8, die grosste Differenz betragt demnach 10,3 C., die
mittele Temperatur circa l o o C., Wiirmegrade, wie sie in
hiesiger Gegend bei starken Quellen vorzukommen pflegen.
In der Stadt ist merkwiirdiger oder sonderbarer Weise
die Leitung in einer sog. Brunnenstube nnterbrochen , indem
daselbst das Wasser der Hauptrohre in ein trogahnliches Gefass sich ergiesst und hier augenblicklich in die verschiedenen
Strange der Stadt vertheilt wird. Wenn anch sicher von
&flues, kann durch diese augenblickliche Unterbrechung doch
nicht die Versehiedenlieit der Wiirmegrade allein Erklarung
fiuden. -4m Auslaufe des Brunners wurde die niedrigste
Temperatur am 28. Februar beobachtet mit 5 4 6 bei einer
Luftwarme von So, die hochste Warme des Wassers ergab
sich dagegen am 30.Juli mit 15O,6 C., die Differenz betragt
demnach circa 100 C. Die Schwankungen enhprechen allerdings den Jahreszeiten, lassen aher immer auf eine zu hoch
gelegte Leitnng schliessen und fihren die Unannehmlichkeit
mit sich, dass bis jetzt im Sommer oft kein kiihlendes
Trinkwasser zu erhalten ist, im Winter dagegen RO ksltes,
dass man vor dem Genusse zuriickschreckt.
Die Resultate der chemiechen Priifung von Quelle am
Ursprung und des circa */2 - 3/4 Stnnden entfernten Auslaufes eines Brunnens konnen erst diirch unmittelbaren Vergleich
beurtheilt aerden und ergaben beide in 100,000 Th. Wasser:
A. Quelle im Muhlthale. B. Laufender Brunnen dcr Stadt.
Abdampf- Org. Salpeter- Chlor Schwe- Kohlcnriickstand Subst. siiure
felsiiure siiure
A. 38,4 0,54
B. 39,2 0,89
0,11
0,16
Kalk
2
:
-
29. Juni 1872.
0,52 1,44 27,74 13,50 3,53
0,54 1,58 27,79 14,OO 2,%
Harte
18,44
18,13
200 E. Rdchardt, Vtrranderungen des Wassers der Quellen u. Flusse eta.
i\bd:inipf- Org. Salpetcr- Chlor Schwe- Kohlenruckstand 8ubst. saure
felsaure snurc
Kalk
Talkerdc
30. J u l i .
B. 3!43
0,54
0,79
A.
33,O
13.
35,6
0,18
1,05
A.
36,O
35,6
0,79
0,89
0,16 0,57 2,72 26,56
0,lG 0,69 2,74 28,81
27. A u g u s t .
Spur Spur 2;34
27,13
,,
,, 2,44 28,50
2. O c t o b e r .
,,
,, 2.30 26,67
,,
,, 2,23 25,43
3. N o v e m b e r .
,,
,, Spur 95,34
0,32
,,
,, 3339
4. D e c e m b e r .
0,27 0,64 1,48 32,44
0.11 0,64 1,:SO 33,16
1. J a n u a r 1873.
?
0,22 0,64 1,30
0,22 0,64 1,17 29,92
1. F e b r u a r .
0,54 0,80 2,68 31,71
0,54 0,88 2,33 32,67
28. F e b r u a r .
0,3P 0,64 2,68 31,07
0,54 0,64 2,74 27,28
A.
11.
38,5
39,9
0,65
0,81
A.
B.
40,9
39,4
0,37
0,66
A.
47,O
D. 4i,5
1,26
1,OT
H.
355
36,O
0,51
0,54
A.
B.
35.0
35,:;
0,71
34,5
55,s
0,18
0,56
0,16
0,16
29,5
30,5
1,11
1,48
0,2H
0,38
35,O
34,O
0,16
0,31
0,16
0;32
A.
A.
R.
A.
IS.
A.
13.
A.
B.
37,9
?
13,44
14,OO
3,13
3,06
18,32
18,28
14,03
14,56
3,15
2,W
18,44
l8,62
13,45
14,OO
3,60
3,28
18,49
18,59
13,05
13,24
3,17
3,24
17,48
17,75
10,36
10,64
2,70
232
14,14
14,14
11,22
11,65
2,27
2,16
14,40
14,G7
14,OO
13,44
2,34
2,34
17$8
l(i,il
14,39
14,04
2,27
2,20
17,37
17,12
13,87
14,75
14,56
1.06
1,GO
16,80
18,m
17,38
12,32
12,04
0,91
O$O
13,59
13,30
36,43
30,41
12,88
12,GO
1,96
3,24
15,62
17,14
1. A p r i l .
1,03 18,48
1,15
1,Oti
1,03
3. N a i .
1,37
1,37
26. hfai.
0,89 1,72
O,98 1,54
1.06
1,90
17,49
Die Differenzen zwischen beiden Wasserproten sind im
Ganzen unbedeutend zu nennen und beweisen beide Rcsultate ein und denselben Ursprung der Wasserproben; sehr oft
erhalten Schwankungen in der Mischung der Quelle Bestiiti
E Reichardt, Voranderungen des Wassers der Quellen u. Fliiase etc. 201
gung durch die an den1 Ausflusse des Rrunnens erhaltenen
Resultate; einige Male liegcn jcdoch anch deutliche Zeichen
vor, dnss die Leitung fehlerhaft war.
Bei den Resultaten der Untersuchungen wurde iiberhaupt foigendes Steigen und Fallen bei den einzelnen Bestandtheilen beobachtet:
A bdampfriickstand:
29,5 d. 3. Mai u. 47,O d. 3. Nov.
A. Quelle
B. Brunnenwasser 30,5 ,, ,, ,, ,, 47,5 ,, ,, ,,
Die Bestimmung des Abdampfruckstandes bci 110 bis
1200 C. unterliegt leicht einiger Ungenauigkeit, ob langer oder
kurzer der Warme ausgcsetzt, ob mehr oder minder wasserbindende Verbindungen zugegen u. s. w., und sol1 iiberhaupt
mehr zur annahernden Benrtheilung dienen ; man iiberzeugt
sich jedoch deutlich , dass die Resultate gut iibereinstimmen und eben 00 einen annahernden Vergleich ermoglichen.
Die grossten Differenzen unter sich betragen nach obigen Zahlen bei A = 17,5, bei B = 17,O. Fast durchgangig ergiebt das Brunnenwasser ein wenig mehr Ruckstand, als die Quelle, was wohl in der Aufnshme von etwas
organidcher Substanz aus der Leitung herriihren durfte.
O r g a n i s c h e S u b s t a n z . Die Schwankungen betragen bei
A. 0,16-26. Mai - bis 1,26 d. 3. Nov.; Differenz = 1,lO.
B. 0,31- ,, ,, ,, ,, 1,48 ,, 3. Mai;
,, = 1,17.
Die Grenzzahl fur den Gehalt der Trinkwasser an sog.
organischer Substanz - durch iibermangansaures Kali leich t
nxydirbare Stoffo - wurde von P e t t e n k o f e r mit 5 Th.
pro 100000 Th. Wasscr gegeben, K u b e l ging schon herab
auf 2 und ich habe wiederholt festgestellt, dass reine Quellen
kaum mehr als 1 Th. enthalten, in der Rcgel weniger. Hier
betragt die Minimalzahl 0,16, die Maximalzahl 1,26 bei der
Quelle, der Brunnenausfluss in der Stadt zeigt fast durchgiingig etwas mehr, demnach jedenfalls von den Holzrohren
entnommen. I j i e D u r c h s c h n i t t s z a h l d e r 11 B e s t i m m u n g e n ,bei d e m W a s s ~ rd e r Q u e l l e i s t 0 , 5 7 Th.
o r g a n i s c h e S u b s t a n z in 1 0 0 0 0 0 Th. Wasser.
202 E.Raichnrdt, VerIindcruiigcn dcs Wasscrs der Quellen u. Fliisse ctc.
Eteigung und Sinken der organischcn Substanz zeigt
sich hei Quellc und BrrinnenabHuss h s t imrncr correspondirend, ansser d. 1. Pebruar, wo dic Quelle nur 0,18 Th. enthielt, das Wasser des Brunnens 1,05; dies lasst suf eine
dnmalige Beschadignng der Leitung schliessen.
Hiir t e. Am Besten ist der Jahreseinfluss der Witterung in der H ii r t e - dem Gesammtwsdruck fur Kalk und
Talkerde - zu erkennen.
Die Hartegrade schwanken bei der Quelle zwischen
13,59 und 18,49 - Differenz = 4,9, hei dem Ausfluss des
Brunnens zwischen 13,30 und 18,62 - Differenz = 5,32.
Bei Quelle und Brunnen sind die geringsten Hartegrade im
Mai 1873, der einem feuchten Fruhjahre folgte; die hochsten
Hartegrado finden sich dann bei beiden in den Monaten Juni
his October des trocknen Sommers 1872. Meit3tentheils
betrigt 'die Harte im Brunnenauslauf der Stadt etwas weniger, als an der Quelle. D e r m i t t e l e H a r t e g r a d b e tragt bei 12 Bestimmungen fur die Quelle 16,75
Grade.
S a 1 p e t e r sii 11 r e. Schwankungen bei der Quelle 0,11
bis 0,54 Thcile - Differenz = 0,43, bei dem laufenden Brunnen der Stadt desgleichen 0 , l l - 0,54.
Die Ermittelungen der S a 1p e t e r s ii u r t3 hat besonderen
Werth wegen der Wichtigkeit derselben als bleibendes Zersctznngsproduct stickstoffhaltender organischer Substanzen. Die
Salpetersaure erzeugt sich dabei in den lockeren, der Luft
zuganglichen , demnach oberen Schichten als Oxydationsproduct iind wird nachweisbar die Entstehiing derselben namentlich durch Alkalien befordert. B o ns s i n g a u 1t glanbte dnher
auch , grossere Mengen in Quellen des Kallrgehietes gefnnden
zu haben. Die Grenzzahl fir reines Wasser ist als 0,4 in
100000 Th. Wasser festgestellt.
Nur einmal, am 1. Februar wird diese Grenxzahl bei
dcr Quelle iiberschritten und zwar nur mit 0,54, dasselbe
ltesultat ergiebt an diesem Tage der Brunnenablanf der
Stadt; hier findet sich , jedenfalls durch iiusseren Z l ~ f l u ~ s ,
dieselbe 3fenge anch am 28. Februar, ausserdem Iiegen die
E. Reichardt, Verandcrungen dcs Wlrssers dor Quellen u. Fliissc
etc.
203
Zahlen weit unter der GreIizzahl und g i c b t d i e Q u e l l e
s l s Mittcl von 9 Bestimrnungen d i e Q u a n t i t a t
v o n 0 , 2 5 Th. S a l p e t e r s i u r e auf 100000 Th. Wasser.
C h l o r. Quelle = 0,52 - 1,15- Differenz = 0,63. Ausllruf des Brunnens = 0,54- 1,90-Differenz = 1,36. Grenzzahl 0,2-0,8;
Mittelzahl aus 9 Bestimmungen d e r
Q u e l l e = 0,77.
Die Kalkgebirge enthalten gewohnlich reichlicher Chloride
der Alkalien und giebt Rich dies such in der Mischung dieses Quellwassers zu erkennen , obgleich die Mittelzahl noch
innerhalb der sog. Grenzzahl f i r reine Quellen bleibt. Zuflusse der oberen Schichten steigern gewohnlich sofort die
Chloride und schwefelsauren Salze.
S c h w e fe 1s a u r e. Quelle - 1,03 - 2,72 - Differenz
= 1,69.
Auslauf des Stadtbrunnens -1,03-2,74 Differenz
Mittelzahl fur die Quelle
1,71. Grenzzahl = 0,2-6,3.
b e i 1 1 B e s t i m m u n g e n = 1,86.
Die fiir die Schwefelsaure ausgesprochene Grenzzahl
schwankt wegen der im Kalkgebiete sehr haufig sich findenden grosseren Menge gegeniiber den reinen Quellen anderer
Gebirgsformation. Fast durchgiingig kann diese Saure auf
Gyps bezogen w-erden und halten sich die hier gebotenen
Resultate vollig iunerhalb der Vorkommnisse bei reinem
Qnellwasser der Kalkschichten. Die verhaltnissrnassig grosseren Veranderungen im Gehalte sind aus dem Ursprunge der
Quelle leicht erlilarlich.
Rei Zufluss von Verunreinigungen aus Diingerabfallen
treten dann leicht mch schwefelsaure Alkalien zu.
K o h l e n s a u r e . Die Bestimmung dcr Gesammtmenge
der Kohlensaure geschah nainen tlich wegen des spiiteren Vergleiches mit den Rcsultaten des fliessenden Wassers. Gefunden wurden bei Quelle 18,09 - 36,43, bei Auslauf des
Brunnens 13,87 -33,69, die Differenz bei ersterer betragt
18,32, bei letztern 19,82.
Diese bedeutenden Schwankungen sind sowohl von dem
Steigen und Fallen der liohlensauren Verbindungen von Kalk
und Talkerde abhiingig, wie von den jeweiligen inneren Zu-
204 E. Reiubrdt, Vcrbderangen dcs Waascra der Quellen
11.
Flus\e ctc.
fliissen iiberhaupt. Sehr haufig lasst sich ein Verlust durch
den langen Lauf der Leitung erliennen, jedoch zeigt das
Brunnenwasser der Stadt such weit grosseren Gehalt zu
gleicher Zeit. Diese scheinbaren W iderspriiche sind erklarlich durch die fast immer vorhandene Ansammlung von liohlensaure an einzelnen Stellen der Leitung.
W a s s e r d e r Saale.
Die Yroben der verechiedenen Wasser wurden stots an
einem Tage gefasst , diejenigen fur Xohlen8aurebestimmung
s o , dass das R a s s e r in eine Mischung von Baryt und Ammoniak direct einlief. Es ist wohl gleichgiiltig, ob genau
der erste Tag des Monates gewahlt wurde oder ein naheliegender zufallig den Verhaltnissen geeigneter. Das Wasser der Saale wurde oberhalb der Stadt im Pdradiese und
zwar entfernt vom Ufer geschopft.
In 100000 Th. Wasser wurden gefunden:
Dnt. Abdampf- Org. Salpeter- Ch,or Schwe- Kohlen1872 riickstand Subat. siure
felsaure saure
29 6
30/7
27/8
2/10
3/11
4/12
1873
11
li2
2812
1,4
3,5
26.1'5
23,5
24,5
14,2
29,8
31,2
13,5
3,39
4,Ol
4,12
2,33
3,13
2,95
0,11
17,5
24,0
11,5
12,5
8,0
15,O
l,i9
2,59
3,13
0,93
3,88
2,19
?
?
?
1,41
0,62
1.45
1,98
1,24
0,65
?
0,11
0,57
2,17
1,57
0,92
0,11
0,16
0,11
0,20
0,19
0,22
0,97
1,07
Talk- Hiirte
erde
3,91 9,47
6,35 10,73
5,86 9,03
5,15 11,73
?
13$4
2,65 10,57
6,60
8,96
7,28
7,45
6,22
3,64
2,16 9,62
1,95 11,69
1,95 10,Ol
2,24 10,58
2,31 9,45
0,50 3,71
2,09
?
1,99 10,72
1,08 G,O1
0,69 5,07
2,06 12,57
3,36 13,17
2,41
3,36
1,69
1,80
0,65
0,90
0,49
0,36
3,36
0,73
Y,6P
1,08
3,31
4,62
237
230
4,33
5,15
Die Schwankungen innerhalb der bestimmkn Substanzen
sind folgende :
Mittelzahl.
A bd a m p f r i i c k s t a nd:
Organ. Substanz:
Salpetersaure
Chlor
8,0 - 31,2,Differenz = 23,2 = 18,8.
0,93-4,10,
,,
3,17= 2,87.
0.11-0,65,
,, = 0,54- 0,21.
-
0,57-2,17,
,,
= 1,60=
1,25.
E. Reichardt, Veranderungen des
Wassers der Quellen
u. Fliisee eta. 205
Mittelznhl.
Schwefelsaure
Kohlensaure
Hiirto
0,696 3 5 , Differem= 5,66= 4,09.
6,Ol-12,84,
,, = 6,83=10,18.
2,30-11,69,
,, = 9,39= 6,35.
W a s s e r e i n e s P u m p b r u n n e n s in d e r Zwiitzengasse.
Dasselbe enthielt in 100000 Theilen :
"''
Dnt. Abdampf- Org. Salpeter-Chlor Schwe- KohlenTalk- FIiirte
erde
1872 riiekst. Subst. siiure
felsaure siiure
2916 175,7 3,03
?
9,15 45,49 34,14 43,90 7,46 5434
3017
2718
2/10
3/11
4/12
1873
180,8
181,8
165,3
160,O
174,O
6,30
5,48
2,24
2,23
3,57
1/1
211,O
198,O
. 193,3
241,O
185,O
224,O
2,14
3.12
3,04
1,78
2,04
3,30
1/2
28/2
1/4
315
26!5
38,98
39,42
39,20
36,51
40,60
($67
6,90
5,77
6,41
4,72
48,23
49,08
473
45,38
46,20
37,86
45,90
?
51,43 40,SO 41,44
50,89 34,51 41,44
73,lO 18,76 48,82
57,68 24.28 44,24
59,40 47,12 48,73
5,69
6,67
6,67
8i29
7,57
7,21
45,M
50,77
50,77
8,83 12,36 41,58 96,88
9,07 11,78 43,Ol 62,20
7,02 8,97 42,22 W,54
6,48 13,23 28,88 39,14
9,72
7,17 48,07 41,31
9,93
11,36
9,07
11,77
9,96
8,75
8,28
10,83
10,63,
10,97
9,68
17,74
60,42
54,83
58,80
S c h w a n k n n gen:
Abdampfrfiek160,O -241,0, Differenz=81,00=Mittelzabl= 1 8 9 , ~
stand:
Organ. S u b s t a n z : 1,78630, ,I = 4,52=
,, = 3,18.
Salpetersaure:
6,48- 11,77, ,1 = 534ll
= 9,27.
Chlor:
8,28- 17,74, ,, = 9,46=
= 10,89.
S c h w e f e l e a u r e : 28,88- 73,10, l1 =44,22=
II
= 48,72.
Kohlensiiure:
18,76- 96,?8, ,, =78,12=
,, = 45,42.
ILarte:
45,20- 60,42, 1, =15,22=
,I
= 50,90.
Die Mittelzahlen reprasentiren nicht das Mittel der Differenzen, sondern die thatsiichliche llittelzahl der siimmtlichen
angestell ten Versuche.
Die Schwankungen des Abdampfriickstandes bei dem
Wasser des Pumpbrunnens betragen mehr als das doppelte
des Abdampfriickstandes vom Quellwasser iiberhaupt und
nichts kann rascher den Unterschied von laufendem Quellwasser frei von ZufliRsen der Umgebung , von Flusewasser
8oG E. Reichnrdt, Verinderungen des Wnssers der Quellen u. Fliisse etc.
und Wasser eines Pumpbrunnens geben , a19 der directe
Vergleich.
100000 Th. Wasser ergaben:
A. Quellwasser.
C. Pumpbrunnen der Stadt.
D. Saalwasser.
Abdampf- Org.
riickstnnd Subst. tersaure Chlor
38,4
C. 175,7
D. 23,s
0,54
37,9
C. 180,s
D. 24,5
0,54
6.30
4,Ol
A.
38,s
C. 181,l
24,l
O,G5
5.48
4,12
40,9
165,3
D. 29,8
0,37
2,24
2,33
A.
47,O
C. 1G0,O
D.
31,2
1,26
2,23
3,13
35,s
174,O
D. 13,5
0,54
3,57
2,95
A.
J\.
D.
A.
C.
A.
C.
A.
35,O
C. 211,s
D.
17,b
3,03
3,39
?
2,14
1,78
Ks:tF-&lk
~~~~~~
29. J u n i 1 8 7 2 .
0,52 1,44 27,74
?
9,15 45,49 34,14
9,47
0,11 1,41 3,91
30. J u l i 1 8 7 2 .
0,16 0,57 2,72 26,56
8,83 12,36 41,58 9G,S8
0,11 0,62 6 3 10,73
27. A u g u s t 1 8 7 2 .
?
2,34 27,13
?
9,07 11,‘iS 43,Ol ‘62,20
?
1,45 5,8G
9,03
2. O c t o b e r 1 8 7 2 .
?
?
2,30 26,67
7,02 8,97 42,22 60,54
1$8 5,16 11,73
?
3. N o v e m b e r 1 8 7 2 .
?
?
?
35,34
6,4S 13,23 28,SS 30,14
1,24
1284
?
?
4. D e c e m b e r 1 8 7 2 .
0,27
0,G.l 1,48 32,44
$72
7,17 48,07 41,31
0,Gb
?
2,G6 10,57
1. J s n u a r 1 8 7 3 .
?
0,22 0,C4 1,30
?
9,94 8,28 45,9l
?
0,11 0,57 2,09
0,11
Hiirte
13,80
43,90
6,60
3,53
7,46
2,16
18,44.
54,34.
9,62.
13,44
38,98
3,13
6,Gi
1,95
1S,32.
48,23.
11,69.
3,13
1P,44.
49,08.
10,Ol.
8,96
14,03
39,42
7,28
6,90
1,95
13,45 3,GO
39,20 5 7 7
7,45 2,’24
18,49.
47,26.
13,05
36,51
6,22
3,17
C,41
2,31
17,48.
45,38.
9.45.
10,36
4O:GO
2,70
4,72
3,64
0,50
14,14.
45,20.
3,71.
11,22
37,8G
2,41
2,27
5,69
0,65
14,40.
45,88.
3,31.
1480
41,44
3,36
2,34
17,28.
50,77.
4,62.
10,58.
1. F e b r u a r 1 8 7 3 .
A.
C.
35,O
198,O
D.
24,O
2,68
0,M 0,80
0,18
3,13 11,3F 10,83 61,43
2,59
0,16
2,17
1,99
51.71
40,Sl
10,73
G,G7
0,90
E.Reichardt, Verhderungen des IVYnsscrs der Quellen
Abdsmpf- Org*
CLlor
riickatnnd Subat. teraaure
~
~
K:t',"~
u. Fliisse etc.
&lk
Y
207
Talkn
~Hiirk
erde
~
28. F e b r u a r 1873.
36.0
19&3
D. 11,5
A.
C.
0,79
3,04
3,13
0,32 0,64 2,68 31,07
9,07 10,63 50,88 3461
0,11 1,57 1,08
6,Ol
14,39 2,27 17,3i.
4:,44
6,67 50,77.
1,69 0,49
2,35.
1. A p r i l 1 8 7 3 .
8 . 34,5
C. 241,O
D.
12,5
0,18 0,16 1,15 1,03
1,7S 11,77 10,97 73,lO
0,93 0,20 0,92 0,69
18,48
18,75
5,07
14,75
48,82
1,80
1,96
8,29
0,36
12,32
44,24
3,36
0,91
7,57
0,72
17,49.
60,42.
230.
3. M a i 1873.
29,5
18,5
D. ' 8 0
1,11 O,%
2,04 9,96
3,89 0,19
A.
35,O
C. 2240
26. M a i 1873.
0,16 0,16 0,89
1,72 36,43
3,30 8 , E 17,74 69,40 47,12
2,19 0,22 1,07 3,26 1:3,17
A.
C.
I).
15,O
1.06
1,37
18,09
9,58
57,68
0,97
2,06
24,28
12,57
13,.59.
54.83.
4,33.
12,88 I,!% 15,62.
7,2L %,SO.
3,C4 1,08 5,15.
48,72
G r e n z z a h l e n fiir r e i n e s T r i n k w a s s e r .
10-50,
1-2,
0,4, 0,2-0,8,
@,2-6,3
18.
Alle Einzelnheiten zu betrachten, welche aus diesen Zahlenreihen sich ergeben, wiirde zu weit fuhren und mag bei
eingehendem Falle dem eigenen Studium iiberlassen bleiben.
Auch die Quelle ist den iiusseren Witterungsverhlltnissen unterworfen, so sinkt in Folge des wasserreichen Herbstcs
die Harte im November, December und Januar von 18,49 auf
17,48 14,14O 14,40, steigt hierauf wieder bis April zu
17,49 Graden, urn nun in Folge des wasserreichen Friihjahres wieder auf 13,59 (trade zu fallen im Mai, wahrend Ende
Mai schon wieder die Steigerung auf 15,62 Grade stattfindet.
Die Schwankungen der Hiirte betragen bei der Quelle 4,9
Grade, der mittlere Hartegrad ist 16,75 Grad, bleibt demnach
noch vollig unter der sog. Grenzzahl 18,O. Das letzterc ist
in sofern bemerkenswerth, als diese Quelle bei Jena der Formation des Nuschelkalkes entspringt und demnach zu den
harteeten Vorkommnissen vermoge des naturlichen Gebirges
zahlt. Die nahegelegene Gegend von Weimar, Apolda u, 8. W.
~
208 E. Rcichnrdt, VcrBnderungen des
Wassers der Quellen
u. Fliissc etc
liefert oft allerdings harteres Wasser , selbst bei reinsten,
gypsfreien Quellen, weil dort der Kalk dolomitisch wird und
nun, jetzt leicht erklarlich, die Talkerde in nicht gewiihnlichem Masse steigt.
Das weichste Wasser ist, v i e fast iiberall, das fliessende
des Flusses, weil hier bei dem Laufe sich die abzuscheidenden kolilensauren aiiialischen Erden entfernen , Wasser aus
ferner gelegenen Gegenden zufliessen u. s. w.; die Harte des
Saalwassers schwankt zwischen 230 - 11,69, Differenz = 9,39
oder circa 4 Ma1 so gross, als der geringste, beobachtete
Hartegrad bei demselben Wasser ; die mittlere Harte betrug
6,35. Schon diese Zahlen beweisen auf das Bestimmteste
die wechselnden Verlialtnisse bei Flnsswasser; Umstlnde,
welche den Snforderungen einer gleichmassigen Beschnffenheit - als Geniiss- oder Trinkwaeser - direct entgegen
stehen.
k’ommt man nun endlich mit den Ergebnissen bei deiu
\Vasser des Pumpbrunnen’s , so mag nochiuals vorangestellt
werden, dass derselbe in einer Vorstadt Jena’s, im Garten
eines Hauses der Zwiitzener Gasse, vor we,nigen Jahren neu
angelegt worden war und somit erst recht den Zustand der
Jetztzeit vertritt.
Die Hirtegrade schwanken zsischen 45,20 - 60,-12,
llifferenz = 15,22. Die letztere ist gegeniiber der so ungeheuer grossen Hartczahl an und fur sich niclit auffallend und
beweist im Ganzen die ziemlich gleicnbleibenden 1-erhaltnisse
der ausseren Zuflisse.
EY wiire moglich, dass in der hiesigen Formation diese
Quellen aus Gypsschichtcn herriilirten, da die Menge der Schwei‘elsiiure sich so hoch beliiuft, abcr die Zalilen f i r Chlor und
Salpetersiiure beweifien nur zu deutlich, dans das Wasser
eineni rollig durchjeuchten, inficirten Bodcn entnommen wird.
Hier wurde der vergleichendcn Untersucliung wegen ein
Wasser wiederholt gcpriift, an anderan Orten habe ich geniigend Material veroffent,licht, worms ohne Zwcifel hervorgeht,
dass reine Pompbrunnen, bcsser reines oder nur reineres Was8er in donselbcn, zu den Seltenheiten geziihlt werden mum.
E.Reichardt, Veriinderungen des Wassers der Quellen u. Flusee eto. 209
Fur die gesundheitspolizeilicheBeurtheilung ist die Menge
der Salpetersaure von grosstem Werthe. Die fliessende Quellc
giebt zu erkennen , welche Verhaltnisse in reinem Quellwasser der Gegend walten, die Steigeruog bei anderen Proben
kann daher n u r auf Verunreinigung zuruckgefuhrt werden.
Gefunden wurden bei der Quelle, fur 100000 Th. Wasser zwischen 0,11 und 0,54 Theilen, Differenz = 0,43; Mittelzahl der Versuche = 0,25,
bei dem Wasser der Saale - 0,11 - O,G5, Differenz = 0,54;
hlittelzahl = 0,21,
bei dem Wasser des Pumpbrunnens = 6,48 11,77, Differenz = 5,29; M i t t e l z a h l = 9,27.
-
G r e n z z a h l f u r S a l p e t e r s a u r e = 0,40.
Die Menge der Salpeterskure im Quellwasser betragt
nur einmal im Februar 0,54, jedenfalls eingefihrt durch die
Zuflusse des wasserreichen Herbstee, die Mittelzahl bloibt
noch weit unter-der sog. Grenze, und beweist aufs Neue
die Wichtigkeit derselben , sowie, dass sie fur reine Quellen
eher zu hoch als zu niedrig ist.
Bei dem Flusswasser walten ganz ahnliche Verhaltnisse;
die Zerstorung der organischen Materien findet eben in den
oberen Schichten der Erde statt und werden hier, wenn
moglich, die Producte wieder zur Ernahrung der Yflanze verbraucht. Die, die Fliusse speisenden, laufenden Quellen enthalten wenig dieser Zersetzungsproducte und der Regen
desgleichen.
Dagegen bringt das Wasser des Pumpbrunnen’s die
augenscheinlichsten Beweise dieser unterirdischen Vcrunreinigungen, die Mittelzahl fur Salpetersaure betrigt schon an
und fur sich fast 40 Ma1 mehr, als diejcnige der Quelle.
Die Salpetersaure, als bleibendes Product der Verwosung
stickstofialtender organischer Substanz, giebt gewissermassen
ein Bild der Mischung der etwas tiefer gelegenen Erdschichten
wieder , die Schwankungen in derseltien zeichnen sehr gut
auch hier den wechselnden Zufluss, dagegen ist die sog.
organische Substanz das vorubergehende Material der ersten
Aroh. d. Phann. I. Bds. 5. I?fL
14
210 E. Reichardt, Veriinderungen den Waasers dcr Qucllen u. Flusse etc.
Umsetzung thierischer und pflanzlicher Abfalle , welclie bei
dem ersten Angriffe losliche, leicht weiter zersetzbare Stoffe
abgaben.
Das Q u e l l w a s s e r enthiilt an o r g a n i s c h e r S u b s t a n z 0,16 - 0,26, Differenz 1,10, Mittelzahl der Versuche
= 0,57. Mengen hoher als 1 wurden nur im November und
Mai, offenbar bei der Einwirkung der wasserreicheren , vorhergehenden Zeit beobachtet und sind daher leicht erkliidich.
Die Mittelzahl der Versuche, 0,57, blcibt noch weit unter l.,
und ist letztere Zahl daher mit Recht fur reines Quellwasser
festzuhalten.
Das Wasser der S a a l e erwies zu derselben Zeit die
Zahlen 0,93 4,10, Differenz = 3,17, Mittelzahl der Versuche = 2,87 fur organische Substanz, und das Wasser des
P u m p b r u n n e n s onthielt 1,78- 6,30, Differcnz = 4,52,
Mittelzahl = 3,18.
Diese Ergebnisse characterisiren am deutlichsten, warum
man vom gesundheitlichen Standpunkte auc? sich gegen jede
Verwendung von Fluss Wasser als Trinkwasser crklaren
muss und wie dies auch fast stets bei Wasser der Pumpbrunnen der Fall ist. Es ist der Wechsel in diesen Stoffen,
der jeden Augenblick die ruisslichsten Verhaltnisse befirchton liisst.
-
-
Schwefelsiiure u n d Chlor.
Sie betragt bei dem Q u e l l w a s s e r 1,03 - 3,72- Dill
ferenz = 1,69;Mittelzahl = 1,86.
Das Wasser der S a a l e ergab 0,69-6,35, Differenz
= 5,66 ; Mittelzahl = 4,09.
Wasser des P u m p b r u n n c n s 28,88-73,10, Differenz
= 44,22; Mittelzahl = 48,72.
Die Menge der Schwefelsiiure betriigt bci den Quellen
der Kalkformation gewohnlich mehr , als bei anderen Gebirgen , erklarlich durch das fast gleichzeitig auftretende Vorkommen des Gppses; ~ I S Jdiesem Grunde glaubte ich der sog.
Grenzzalil f i r reines Wasser einen etwas grosseren Spielrauni
gewiihren eu niiisscii uiid stellte dioselbe auf 0,2 -- 6,3. Dio
E. Rcichardt, Veriinderungen des Wasaers der Quellen u. Musse etc. 211
obige Angabe zeigt ein gewolinliches Vcrhaltniss bei Kalkquellen. Das Flusewaeser beriihrt hier hiiufig Gypslager und
so spiegelt sich diee auch wieder in den bedeutenden Schwankungen, eo dass schliesslich aogar 6,35 Th. Schwefeleiiure in
100000 Th. .Wasser gefunden werden , wodurch dassolbe momentan eine etarke bleibende H a r k crlangt ; jedenfalls liegt
auch hier die wechselnde Mischung des flieesenden Wassera
klar vor Augen.
Das Wasser des Pumpbrunnen’s jedoch giebt Zahlen, die
keiner weitaren Beleuchtung bedurfen; die Verunreinigangen
treten auf dae Sclliirfste hervor und erhalten noch weitere
Bestatigung durch das C h l o r . Die Q u e I l e enthiilt 0,52
bis 1,15 Th. Chlor, Differenz = 0,63; hlittelzahl = 0,77.
Grenzzahl Air reines Trinkwasser = 0,2-0,8.
Das Wasser der S a a l e gab 0,57- 2,l? Th., Diffttreaz
E 1,60; Mittolzahl = 1,25.
Der P u m p b r u n n en erwies 8’28- 17,74 Th., Differenz
= 9,46 ; Mittelrahl = 10,89.
E e handelt sich keineswegs um Wasscr, welches aus
einem Salzgebiete stammt, die Saale beruhrt vor Jena nichte
derartiges, auch nicht in don Zutliiesen derselben, und dennoch betriigt einmal die Chlormenge am 1. Februar 2,17 Th.,
wahrscheinlich bei kleinem Wasserstande; auch im September
und October finden sich verhaltnissmassig erhebliche Mengen,
wenn man bedenkt, dass die Saale schon eise ansehnliche
Wassermenge rasch wecheelt. Das W-aseer selbet wurde
nicht direct am Lande geschopft und v o r der Stadt, wie oben
erwahnt.
Der Gehalt der Q u e l l e ergiebt das hier normale Verhaltniss; die Mittelzahl ubereteigt ein wenig die ausgesprochene Crenzzabl und liegt dies in dem fast iiberall beobaclitetan stllrkeren Gehalt des Kalkgebirges an Chloriden.
Demnach diirfte die bei dem Flusswaeser beobachtete
Steigerung auf Verunreinigungen durch Zufliisse zuriickzufiihren sein.
Bei dem P u m p b r u n n e n sind nusserordentliche blengen
Chlor vorbanden , in sehr starkem Wechsel begriffen. Hier
14 *
212 E. Reichardt, Veriinderungen des Waseers der Quellen u. Fliisso etc.
ist es unlaugbar, dass der Ursprung in den thierischen Ab1611en zu suchen ist; dcr Boden ist mit Diingertheilen reichlich versehen und Salpetersaure wie organischa Substanz, wie
Chlor und Schwefelsaure geben vereint das anschaulichste,
dentlichste Bild dieser Zufuhren aus nachster Umgebung.
Die Bnstimmung des A b d a m p f r i i c k s t a n d e s wird
immer nur eine annahernde sein konnen, da bald mehr, bald
weniger Wasser inniger oder lockerer gebunden vorhanden
ist und somit leicht in Rechnung gelangen kann. Dennoch
giebt diese so einfache Ermittelung oft ein rasch brauchbares
Resultat bei solchen Differenzen , wie sie hier beobachtet
wurden.
Die Q u e l l e ergab 29,5-47,0 Th., Differenz = 17,5;
Mittelzahl = 37,O.
Das Wasser der S a a l e erwies 8,O- 31,2 Th., Differenz
= 23,2; Mittelzahl = 18,8. Die DiRarenz ist fast 3 Ma1 so
gross, als die kleinstc gefundene Menge.
Bei dem P u m p b r u n n e n betriigt die Schwankung zwischen 160,0-241,0 Th., Differenz = 81,O; Mittelzahl =
189,l Th.
Der Vergleich wird am Geeignetsten dorch Nebeneinanderstellung der Zahlen fur hochsten und niedrigsten Gehalt
11. s. w. ermoglicht werden.
Fur 100000 Th. Wasser betrugen die Ergebnisse:
A b d a m p f r i i c k s t a n d.
niedrigst. Zahl. hijchate Zahl.
DXerene.
Quelle
29,5
47,O
17,5
Flusswasser
8,0
31,2
23,2
Yurnpbrunnen 160,O
241,O
81,O
Grenzzahl = 10 - 60,O.
Mittelzahl.
37,O Th.
18,s ,,
189,1 ,Y
Organische Substanz.
Quelle
Flusswasser
Pumpbrunnen
0,16
0,93
1,78
1,26
4,lO
6,30
Grenzzahl = 1,O.
1)lO
3,17
4,52
0257
2,87
3918
I)
9,
9,
E.Reichardt, Vcranderungen des Wassers der Quellcn
11.
Fliis~eetc. 213
S a1 p e t e r s a u r e.
uiedrigst. Zahl. hoch~tezahl.
Quelle
0,ll
Flusswasser 0 , l l
Pumpbrunnen 6,48
DXerenz.
0,54
0,43
0,65
0,54
11,77
5,29
Grenzzahl = 0,4.
Chlor.
Quelle
0,52
1,15
0,63
Flusswasser 0,57
2,l7
1,60
Pumpbrunnen 8,28
17,74
9,46
Grenzzahl = O,2 -0,8.
S c h w e f e l sa ur e.
Q.uelle
1,03
2,72
1,69
Flusswasser 0,69
6,35
5,66
Pumpbrunnen 28,88
73,lO
44,22
Grenzzahl = 0,2 -6,3.
K Oh l e n s a u r e.
Quelle
18,09
Flusswasser
6,Ol
Pumpbrunnen 18,76
36,43
12,84
96,88
18,32
6,83
78,12
Hiirte.
13,59
Quelle
Flusswasser
2,30
Pumpbrunnen 45,20
18,49
429
11,69
6,83
60,42
15,23
Grenzzahl = 18.
Die vorliegenden Resultate diirften in mehreren Beziehungen brauchbar und lehrreich eein.
Zunachst beweisen sie auf das Vollstiindigste die Unbestandigkeit in der Mischung des fliessenden Wassers , wie
‘des, ausseren Verunreinigungen zuganglichen Wassers des
Pumpbrunnens. Rei letzterem treten in stiirkstem Yasse die
durch Abwurfsstoffe bewirkten Zufliisse auf und fiiliren bei
beiden zur Verwerflichkeit des Materials a18 Trinkwasser.
214 E.Reichardt, Verinderungen dea
Wasaers der Quellen U. Fliisse eta
Warden auch noch nicht eine so grosse Zahl von Beispielen bekannt sein, dass verunreinigtes Wasser gesondhcits schiidliche Wirkungen hervorgerufen , so miisste doch schon
allein die Ueberzeugung der so wechselnden Xischung zu
der Forderung eines reinen, sich gleichbleibenden Wassers
fuhren.
Brauchbar werden ferner auch fur andere Verhiiltnisse
die Resultate sein , indeni sie ergeben, welche Schwankungen
selbst bei reinem Quellwasser vorkoinmen und so Handhaben
bieten, reines Quell- von Flusa - oder verunreinigtem Wasser
zu unterscheiden, eine Frage die fur die Jetztzeit keino geringe Bedeutung besitzt.
Von Interesse sind jedoch ferner auch die stets gleichzeitig mit boobachteten Warme - Grade des Wassers.
T a g d e r Beobachtung.
1872 2916.3017.2718. 2/10.3/11.4/12.1873 1;l. llt!.2812. 114. 3;5. 261.5.
L u f t t e m p e r a t u r (nach Celsius).
20°,8 16O,220",0 18O,4 ? 20,4
5",1 3",4 8O,O 14O,5 14O,4 lSO,l
Quelle.
10°,4 10°,610",8 10n,510°,6 10n,2
100,2 ? 10n,410°,310°,O
W a s s e r d c r Saale.
17°,2 18q9 15",5140,2 100,4 4",8
l0,4 ? 20,6 9O,O 10°,6 90,O
P u m p b r u n n en.
7",6 ? 6",4 90,s 8O,8
Die Schwankungen sind dabei folgende :
9",4 100,O 10n,Oll0,O 10",6 9*,2
8",,7.
T e m p e r a t ur.
hachste
niedrigste
Diffcrenz Mittelzahl
10°JSd. 2718
9O,5 d. 2615
1°,3
1043.
Quelle
Flussnasser
1S0,9 d. 30/7 loJ4
d. 111 1745
10°,3.
Purnpbrunnen 1l0,O d. 2/10
6O,4 d. 2812
3076
9O,02.
Der in der Niederung gelegene Pumpbrunnen ist auch
den Temperaturschwankungen ausgesetzt die Quelle zeigt
fast durchgehend gleichbleibende Verhaltnisse und kann diese
Beobachtung, wie schon an anderen Orten von mir hervor-
E. Reicbardt,
Verinderuagen drs Weavrs der Quellen u. Flusac etc.
215
gehoben, sehr gut zur Characteristik gleichbleibender Quellen
dienen, wahrend das fliessende Wasser ein Spiegelbild dcr
waltenden Tagestemperatur abgiebt.
Van Wichtigkeit ist die Wiirme des Wamers noch dadurch, dass mit den Schwanknngen auch die chemischen
Zersetzungsprocasse verechiedenen Verlaaf nehmen und die
Sommertemperatur demnach Zersetzung iind Umanderung der
vorhandenen angreifbaren Stoffe wesentlich erleichtert.
Die hochsten Zahlen der organischen Substanz liegen
bei dem Saalwasser im Junk Juli, August; stehendes Wasser
der Teiche zeigt diesen Umstand bei zu geringem Ab- und
Zufiuss noch deutlicher.
Die Bestandigkeit der Wiirmegrade eines Trinkwassers
berechtigt zu dem Schlusse, daas auch die chemischen Beziehungen innerhalb der gelosten Stoffe gleiche bleiben.
Wenn auf der einen Seite die Ursache oder Beforderung epidemischer Rrankheiten darin gesucht wird , dass in
dem Boden durch den Wechsel der Feuchligkeit chemische
Processe eintreten , deren Producie gesundheitsnachtheilig
wirken sollen, so ist mit noch grosserem Rechte Nachtheil
zu erwarten, wenn demselben Boden Wasser zur Nahrung
der Menschen entzogen wird. Alle Nachtheile, welche a h
dem Boden, durch die Prodncte der Umiinderung organischer
Subetanzen der Gesundheit erwachsen sollen, sind , vielleicht
noch in weit gesteigertem Masse, von dem Wasser zu erwarten, welches denselben Verhaltnissen ausgesetzt i8t, wie dasjenige der stehenden Pumpbrunnen iinllugbar , und somit
scheint es eine unabweisbare Forderung der Zeit, reines
Quellwassei* allein als Nalirungsmittel zu verwenden.
J e n a im Januar 1874.
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