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Ueber einige neue Doppelsalze des Cyanquecksilbers.

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ARCAIV DER PHARIWICIE.
CVI. Bandes erstes Heft.
Erste Abtheidung.
I. Physik, Chemie iind praktische
Pharniacie.
Ueber eiaige neue Doppelsalze des Cyanquecksilbers;
YO n
H e r m . C n s t e r aus Rheineck, Canton St. Gallen,
Assistent am pharm.- chern. Institute in Jena.
B e r z e 1i u s sag1 in seinem Lehrbuchc der Cheniie
(3. Auflage, 4.Band, p. G O 2 ) : .,Das Cyanquecksilber hat eine
ausserordentliche Neigung, sich zu Doppelsahen zu verbinden, nicht a k i n mit andern Cyaniden, sondern auch
mit Chloriden, Bromiden, Jodiden und selbst mit Sauerstoffsalzen, von welchen Verbindungen his jetzt nur einige
zufallig bekannt geworden sind. Wahrscheinlich wird es
bei Versuchen, dergleichen hervorzubringen, mit leichter
Muhe glucken, eine grosse Anzalil derselben zu erhalten.cc
Seilher ist durch verschiedene Chemiker, besonders
B r e t t , C a i l l o t , P o g g i a l e , R a m m e l s b e r g u. a. die
Reihe dieser Doppelverbindungen sehr erweitert, j a die
der Doppslhaloidsalze beinahe vervollstandigt worden,
wie sich aus der Zusammenstellung dieser Verbindungen
in Gm e l i n’s Handbuche der organischen Chemie (4.A&.
I . Band, p. 443 u. f.) ergiebt.
In wit3 weit meine Bemuhungen, zur Vervollstandigung
dieser Reihe von Doppelverbindungen beizutragen, von
Erfolg gewesen sind, wird sich aus dem Folgenden ergeben.
I
Arch. d. Pharm. CVI. Bds. 1.Hft.
3
Czister,
Zunachst niogen einige Notizen uber das zur Darstellung der Doppelsalze erforderliche Material hier Platz finden, - Das Cyanquecksilber wurde nach der schon lange
bekannten, von W a cke n r o d e r neuerdings (in diesem
Archiv Bd. 29, p. 55) und spater auch von W i n c k l e r ,
empfohlenen Methode durch Schiitteln von verdunnter,
wasseriger Blausaure (von 2 oder 4; Gehalt) niit Quecksilberosyd, Abdampfen zur Krystallisation und Umkrystallisiren dargestellt, einer Mehode, die der friihern durch
Zersetzung des Bcrlinerblau’s mit Quecksilberoxyd wegen
des bestiindigen Alkaligehalts des Berlinerblau’s gewiss
weit vorzuziehen ist. Jodnatriuni wurde durch Kochen
einer frischen Eisenjodiirlosung mit kohlensaurem Natron,
Abdampfen, und da die concentrirte Liisung wegen eines
geringen Ueberschusses an Alkalisalz nicht krystallisiren
wollte, Wiederauflosen des trockncn Salzes in Alkohol
und Abdampfen erhalten. Jodbaryuni und Jodstrontium
wurden ebenfalls nach einer his jetzt nirgends erwahnten
Methode, B U S frischer Eisenjodurliisung durch Kochen mit
Baryt - und Strontianwasser und allrnaligen Zusatz des
krystallisirlen Erdalkalihydrats (urn allzu grosse Mengen
von Flussigkcit zu vermeide.n) bis zur schwach alkalischen
Reaction, Einlcilen von Kohlensaure in die abfilmirtc?Fliissigkeit, his Curcumapapier keine alkalische Reaction mehr
zeigte, und Abdampfen erhalten; das Jodbaryum wurde,
da es nach wiederholteii Versuchen nicht auskrystallisiren
wollte, zur Trockne verdampft; das Jodstrontium war in
schonen Krystallen zu erhalten. Zur Darstellung des Bromcalciums endlich wurde ein starker Stxom von Schwefelwasserstoffgas in eine wasserige Bromlosung geleitet und
von Zeit zu Zeit Brom in geringen Mengen zugesstzt; es
ist dabei nur eine direcle Beriihrung der aus der Enlwickelungsrohre austretenden Gasblasen mit deni unten
in dcr Fliissigkeit befindlichen Brom zu vermeiden, indeni
sonst Brom von den Gashlasen mit in die Hohe gerissen
und dadurch ein bedeutender Verlust an Brom herbeigefuhrt wird; nachdem alles Broni in Losung gekommen,
wurde die Fliissigkcit zur Entfernung des uberschiissigen
iibe r eiii ig e 11 e ti e Doppelsalze des Cyan q it ecksil bers.
3
Schwefelwasserstoff~gekocht, vom Schwefel abfiltrirt, mit
iiberschiissigem, reinem Kalkhydrat versetzt, abgedampft,
der Ueberschuss von Kalk 'durch Einleilen von Kohlensaure entfernt, das Salz zur Trockne verdampft und noch
ziemlich stark erhitzt.
A. Cyanqueclisilber mit Haloidsalzen.
-
Cyanquecltsilber Jodnatrium.
2 At. Cyanquecksilber = 318,91 und 1 At. Jodnatrium,
oder auf 400 Theile Cyanquecksilber 88,65 Th. Jodnatrium,
jedes der Salze in Wasser, oder auch das trockne Jodnatrium
in der Cyanquecksilberliisung aufgelost, geben beim Erkalten der stark eingedampften gemischten Liisung eine feste,
undeutlich krystallisirte Masse; aus der etwas weniger weit
abgedampften Losung erhalt man deutliche Krystalle.
Das Doppelsalz bildet kleine, farblose, durchsichtige,
stark seidenglanzende, schiefe, vierseitige Prismen ; aus
der alkoholischen Losung wurde es bei langsamem Verdampfen auch einmal in quadratischen Tafeln erhalten.
Das trockene Salz wird an der Luft wenig verandert;
nach langem Stehen iiberzieht es sich nur an der Oberflache mit einem leisen, gelblichen Anflug (wahrscheinlich
von einer Spur gebildeten Jodquecksilbers), ohne dass jedoch eine Gewichtsveranderung bemerkbar ware. Im
Verschlossenen sind die Krystalle ganz unveranderlich.
Merklicher ist die Zersetzung dcs Doppelsalzes bei langerem Stehen seiner Losung an der Luft; das Salz bliiht
beim allrniiligen Vcrdunsten der Losung stark aus, ist
aber von sehr kleinen Krystiillchen ausgeschiedenen Quecksilherjodids etwas rijthlich gefarbt ; in Wasser lost sich
alles leicht wieder auf; die Losung, die erst n eu t r a l war,
reagirt dann aber schwach alkalisch und ist etwas gelb
gefarbt. Es wird also vom enhtehenden Nalron Iiohlensaure
aus der Luft nach und nach angezogen, durch dieselbe aber
keine Jodwasserstoffsaure frei, sondern das Jod verbindct
sich unter Ausscheidung einer entsprechenden kleinen Menge
Blausbure niit dem Quecltsilber zu Quecksilberjodid. Die
so gebildete kleine Menge Quecksilberjodids bleibt aber,
If
4
Custer,
da dieses, so wie die folgenden untersuchten Doppelhaloidsalze, in seiner Losung bcdcutende Mengcn Jodquecksilber
gelost zu erhaltcn vermag, in Losung, und bedingt nur
eine Seringe Farbung derselben, wahrend die frische Losung ganz farblos ist. Ein geringer Anflug von Quecksilberjodid zeigt sich am Rande der Schalen bei dem
jcdesmaligen schnellen Auskrystallisiren des Salzes aus
seiner Liisung.
Die grosse Neigung des in dem Doppelsalze enthaltenen Jods und Quecksilbers, sich mit einandcr zu verbinden, tritt noch mehr i n der Warme hcrvor, indem das
Salz, in ciner Glasrohre crhitzt, schon bei 160° C. anfangt
schwach gelblich zu werden, und bei 210° im obern kaltern Theile der Riihre eincn schwachen Anflug von gelbem,
schon beim Erkalten roth werdendem Queclisilberjodid
hildet. Weiter erhilzt, tritt unter heftigcrn Zerknistern
der Krystalle eine 1ehhaft.e Zersctzung ein; es cntweicht
etwas Blausaure, ein wenig Quecksilberjodid, hauptsachlich aber Cyan und (luechdber, und der Ruckstand wird
schwarz von Paracyan ; noch weiter erhitzt, entweicht
etwas Jod, und es hintcrbleibt nach schwachern Gluhen
Jodnatrium n i t Kohle gemengt, etwas freies Natron (da
der Ruckstand stark alkalisch reagirt) und Spuren von
Cyannatrium. (Die mit Silberlosung und Ammoniak versetzte und abfilrrirte Fliissigkeit giebt beim Ansiiuern einen
schwachcn Niederschlag.)
Ucber Schwefelsiiure IPngere Zeit stehen gelassen,
gicbt das Doppelsalz nur hygroskopisch anhangendes
Wasser aus, und auch im Wasser - und Kochsalzhade langere Zeit erhitzt, verliert es kein Wasser, oder nur Spuren.
Es wurde nun im Chlorzinkbade einer langsam steirgenden
Temperat.ur ausgesetzt; bei 1500 hat es erst wenig Wasser
ausgegeben ; der letzte Antheil Wasser geht erst bei 2100
fort, wobei aber, wie schon erwahnt, auch schon Spuren
voii Queclisilberjodid sublimiren. Dieser LJmstand mocht
bei dem Cyanquecksilber- Jodnatrium, und noch mehr bei
den folgenden Doppelsalzen, die Wasserbestimmung schwierig und leicht elwas fehlerhaft.
iiber einige neue Doppelsalse des Cyanquecksilbew. 5
Das Cyanquecksilber-Jodnatrium liist sich in 4; Theilen
Wasser von 48" C., in nicht ganz gleichem Gewichte (+ Th.)
siedenden Wassers farblos auf; von 90 procentigem Weingeist erfordert es bei obiger gewohnlicher Temperatur
6.;Theile, und 2 Theile beim Kochen zur Auflosung, und
dieselbe ist schwach gelb gefarbt.
Schwefelsaure, Salpetersaure und Salzsaure fallen aus
dem Doppelsalze Quecksilberjodid unter Austreibung der
Blausaure ; in einem sehr grossen Ueberschuss der beiden
letztern Sauren lost sich der Niederschlas aber wieder
vollstandig auf.
Zur Feststdlung der Formel des CyanquecksilberJodnatriums, wie iiberhaupt der ahnlichen Doppelverbindungen, geniigen drei Bestimmungen, die des Quecksilbers,
der fixen Basis und des Wassers. Es schien mir jeaoch,
der Controle der Arbeil wegen, wunschcnswerlh, alle
Bestandlheile quantitativ zu bestimmen ; allein davon musste
bald abslrahirt werden, da die Bestimmung des Jods u n d
des Cyans, wenigstens in den meisten Fallen, nicht gut
moglich ist. So lange das Quecksilber noch niclit entfernt ist, kann niinilich, wie sich aus Versuchen erwies,
durch Silberliisung auch aus sehr concentrirten Losungen
nicht alles Cyan und nicht alles Jod als Cyan- und Jodsilber gef;dllt werden ; (Salpetersaure fallte nach Entfernung
des Silberniederschlags aus der Flussigkeit noch Jodquecksilber, und es konnte also auch durch Berechnung aus
dem gemischten Silberniederschlage und dem durch Gliihen mit kohlensaurem Kali und Natron reducirten Silber
kein richtiges Resultat erhalten werden).
Bei der zuerst vorgenornmenen Fallung des Quecksilbers
durch SchwefelwasserstoB enlweicht aber die Blausaure.
Endlich wurde die Falfung des Quecksilbers durch ein
anderes Fallungsmittel als Schwefelwasserstoff, z. B. durch
Aetzkali. zwar beim Natrium Doppelsalze, nicht so leichl
aber beim Baryum -, Strontium- und Calciumsalze zum
Ziele fuhren. Man begnugte sich daher mit Bestimmung
eines der beiden elektronegativen Bestandtheile des Doppelsalzes, mit der des Jods oder Brorns.
6
Custer,
Das Quecksilber wurde anfauglich nach einer neuern, von
M i 1I o n angegebenen Methode, durch schwaches Gluhen
des rnit Kalk gemengten Salzes in einem, dem der Elementaranalyse ahnlichen Apparate und Wagen des uberdestillirten Meralls zu bestimmen versucht. Allein die Ausfuhrung dieser Methode bot manche Schwierigkeiten dar;
auch erfordert sie einen ziemlich complicirten Apparat
und vie1 von dem zu untersuchenden Material, indem die
zur Bestimmung des Quecksilbers dienende Portion kaum
noch zu einer wcitern Bestimmung benutzt werden kann.
Aus dem lelztern Grunde wurde auch die bekannte Methode der Reduction des Quecksilbers durch Digestion
mit Zinnchloriir und Salzsiiure nicht in Anwendung gehacht.
Das in den folgenden Analysen angewandte Verfahren
bcstand darin, zucrst das Quecksilber durch Schwefelwasserstoff zu fallen. Das im Trockenofen bei etwa 150° C.
getrocknete Scliwefelquecksilber wurde zur Entfernung
des letzten gcringen Antheils von Wasser in einer Glasrollre erhitzt. Ueberscbussiger Schwefel konnte, da die
Flussigkeit keine freie Saure enthielt, nicht in merkliclier
Menge im Niederschlage vorhanden sein, und es zeisten
sich auch hochstens in dem obern Theile der Clasrohre
Spuren eines gelben Anflugs von Schwefel. Die Flussigkeit, die bei Abscheidung des Schwefelqueclrsilbers ubrig
geblieben war, wurde eine Zeit lang gekocht, um allen
Schwefelwasserstoff und auch die grosste Menge der Blausaure zu entfernen; dann, um die etwa noch vorhandene
Blausaure nicht mit zu fallen, die Flussigkeit nach Zusalz
yon Sil berlosung ammoniakalisch gemacht, der Niederschlag in einer vollen und verschlossenen Flasche sich
absetzen lassen, dann schnell abfiltrirt, der Niederschlag
ausgewaschen und hei elwa 180" stark ausgetrocknet.
Aus der Flussigkeit wurde das uberschussige Silbcr durch
Schwefelwassers~offoder durch Salzsaure gefallt. Die
jetzt noch in Losuns befindliche fixe Basis wurde durch
Fallung, das Nalron aher durch Versetzen mit Schwefelssure, Abdampfen und Gluhen des Ruckstandes bis zur
iiber einige
rietie
7
Doppelsalze des Cyanquecksilbers.
Neutralitiit hestimmt. Das schwefelsaure Natron wurde
wieder aufgelosl, um das Salz auf seine Reinheit zu prufen.
Zum Behufe der Wasserbestimmung endlich wurden
eigenc Portionen der Salze verwendet. Dieselben wurden
in einer weiten Glasrohre erhitzt, die oben mit einem
durchbohrlen, mit engern, offenem Rijhrchen verselienen
Korke verschlossen war. Die Erliitzung hegann im Wasserbade, so lange als hier Wasser fortging, dann ebenso im
Kochsalzbadc (bei etwa 105O C.), endlich irn Chlorzinkbade,
in welchern aber durch ijfteren Zusatz kleiner Mengen
Wassers ein zu sc.linelles Steigcn der Temperatur vcrhindert wurde. Ein anderwcitiger Apparat in T'erbindung
niit einern Aspirator, wobei das besonders im' Wasserund Kochsalzbade tagelang dauernde Erhilzen abgekurzt
worden ware, durfle hier nicht in Anwendung konimen,
weil rnehrere der untersuchten Salze selhst in fester FoPm
durch Hinzulreten von Kohlensaure allmalig zersetzt werden.
B e s t i m m u n g d e s W a s s e r s \'om C y a n q u e c k s i l L e r - J o d n a t ri um.
I ) 4,086 Grni. des his zur Unveranderlichkeit des
Gewichts uber SchnefelsBure gestandenen Salzes vcrlor
(wie schon oben erwahnt), weder bei 1000, noch bei 4050
wagbare Mengen Wassers. Es ging indessen noch bei
21100 C. Wasser fort; der ganz wenig gelblich gefarbte
Ruckstand betrug = 0,903; also Wasser = 0,001.
2) 4,225Grm. Doppelsalz gaben unter denselben Erschei~iungen1,123 Grin. Ruckstand; also Wasser = 0,402 Grrn.
Bestinimung d e r f e s t c n B e s t a n d t h e i l e d c s
C y a n q u e c k s i l b c r - J o d n a t r i u m s . - Von dem nacli
der oben angcgcbenen Illethode vollstiindig von anliangendem Wasser bel'reiten Doppelsnlze gaben :
'
I.
0,986 Grni.
-___
Schwefelquecltsilber.. . . 0,527
Jodsil ber .
. . .. . . Schwefelsaures Natron. . 0,162
. .. . . .
tt
11.
111.
_2,0345_Grrn. ~ 0,9665
1,063
1,077
0,3655
11
I#
tf
0,5235
-
-
Crm.
11
I1
I,
Das Schwefelquecksilber unter 111. war durch Schwefelammonium gefiillt worden.
Aus dem erhaltenen
-
Custer,
8
schwefelsauren Natron und Jodsilber wurden in 100 Thln.
des Salzes 5,86 Natrium und ?8,40Jod gefunden, wahrend
aus dem Atomgewichte 5,28 Natrium und 28,67Jod, also
dieselben Mengen sich berechnen.
Hieraus ergaben sich folgende Resultate :
Atom-
2HgCy2
1Na 32
..............
gewicht :
= 318,91
................ = 187,0$
berechnet:
gefunden:
57,88
33,95
I.
11.
111.
57,97 57,56 57,@
3?,45 31,26
8,10 8,33
................... = 45,OO 8,17
+ Na J a 4 - 4 a q . . = 550,95 100,OO 100,82
Cyanqiiecltsilber- Jodbarynm.
4aq
2HgCy2
-
100,15
2 At. Cyanquecksilber und 4 At. Jodbaryum, oder
76,43Th. Jodbaryum auf 100 Th. Cyanquecksilber zusammen
aufgelost und weit genug abgedampft, geben beim Erkalten
ein in feinen Blattchen krystallisirendes Doppelsalz.
Diese Blattchen sind durchsichtig, farblos, sehr stark
perlniutterglanzend, fettig anzufiihlen. Aus sehr concentrirten Losungen auskrystallisirt, ist ihre Form schwierigcr
zu erkennen ; bei langsaniem Verdunsten einer kalt gesattigten Losung aber scheiden sich quadratische, aus ausserst
diinnen, iibereinander liegenden, aber an Grosse regelmassig
ahnehmenden Schichten hestehende Tafeln ab. Zu6leich
sind die Diagonalen der in regelmassiger Abstufung ineinander liegenden Quadrate sichibar, wie die nebenstehende Zeichnung anschaulich macht. An der
Luft und schon beim Trocknen zwischen Papier
oder iiber Schwefelsaure fangt das Salz an, sich allmalig zu
zersetzen und zu rothen, indem sich, erst nur mittelst der
Loupe erkennbar, nach und nach aber auch etwas grossere
Krystallchen ausscheiden. Es zieht bei langem Stehen an
der Luft auch bedeutend Wasser an, ohne jedoch sein
Aussehen, mit Ausnahme der Farbung, zu verandern. Selbst
in einem verschlossenen, aber nicht ganz angefullten Glase
schreitet, obschon dann sehr langsam, diese Zersetzung
fort. Auch beim Auskrystallisiren der ersten Krystalle
bildete sich am obern Rande der Schale ein rnerklicher
rother Anflug. Noch energischer tritt diese Zersetzung d e s
ubet. einige neue Doppelsalze des Cyanguecksilbers. 9
Salzes ein, wenn es in wasseriger oder alkoholischer Losung ist ; namentlich scheidet sich beim Kochen ein jedesma1 zunehmender geringer flockiser Niederschlag von
kohlensaurem Baryt ab, und die Losung farbt sich in demselben Maasse. Langsam uber Schwefelsaure zur Trockne
abgedampft, bildet das Salz dickere quadratische Tafeln,
die aber trube und milchwciss sind, kleine Mengen kohlensauren Baryts eingeschlossen enthalten und kleine zerstreute
Krystalle von Quecksilberjodid einschliessen.
In der Hitze verhalt sich das Cyanyuecksilber - Jodbaryum ganz dem entsprechenden Natriumsalze analog.
Der letzte Antheil des Krystallwassers geht erst bei 210° C.
fort, mit oder auch kurz vor dieser Temperatur sublimiren
sich schon Spuren von Quecksilberjodid. Nach starkerem
Erhitzen bleibt zuletzt braun gefarbtes Jodbaryum rnit
einer Spur von Cyanbaryum zuriick, welches sich in Wasser
fast vollstandig auflost.
In 164 Theilen Wasser von 180 C. und in ;kochendem
Wasser liist sich das Salz farblos auf; ebenso in 22; Th.Wein
geist von 90 f bei obiger gewohnlicher Temperatur, und
in 1; Th. i n der Siedhitze mit gelblicher Farbe. Die
kochende wasserige und alkoholische gesattigte Losung
erstarrt fast ganz beim Erkalten.
Gegen Salzsaure und Salpetersiiure verhalt sich das
Salz wie das Natriumdoppelsalz ; Schwefelsaure fallt schwefalsauren Baryt und Jodquecksilber, von denen letzteres in
starkem Ueberschuss von Salzsaure sich wieder lost.. Aetzkali, kohlensaures Kali und Arnrnoniak fallen daraus den
Baryt. Aetzendes Ammoniak giebt keinen Niederschlag.
B e s t i m m u n g d e s W a s s e r s . Das durch Urnlegen
zwischen Papier scheinbar ziemlich trocken gewordene
Doppelsalz verlor, uber Schwefelsiiure hingestellt so lange
Gewichtsabnahme noch rnerklich war, (etwa ti f ) Wasser.
Da es jedoch durchaus nicht verwittert war nach dieser
Wasserausgabe, so kann das so entfernte Wasser nicht
chemisch gebundcnes sein.
1) 1,429 Grm. uber Schwefelsaure getrocknetes Salz
gab im Wasserbade 0,006 Grm.Wasser aus, was aber jeden-
Custer,
10
falls auch noch als hygroskopisches Wasser zu betrachlen
ist. Bei 4050 C. fand aucli nach langerer Zeit keine Wasserausgabe statt. Bei 175O C. waren erst 0,039 Grrn. chemisch
Sebundenes Wasser ausgetrcten, und hei 210° C., bci
welclier Temperalur das Salz sich eben zu zersetzcn anfing,
betrus der etwas gelbliche Ruckstand 1,325 Grm., also das
chernisch gebundene Wasser = 0,098 Grm.
2) l , i 5 8 Grm. wie oben getrocknetes Salz verlor bei
1000 C. = 0,007 Grrn. noch anhhngcndes Wasser. Bei 1050
entstand ebenfalls liein Wasscrvcrlust ; bei 240° war der
Salzriiclistand noch ganz weiss und betrug =.4,697 Grm.
Also cnthalten 1,745 Grm. 1roc.kcnes lirystallisirtes Salz
0,428 Grm. Krystall wasser.
B e s t i m m u n g d e r f e s t e n B c s t a n d t h e i l e rles
D o p p c l s a l z e s . - Da dassclbe nicht giinzlich unzersctzt
irn trocknen Zustande crhalteii werden konnte, so wurde
das iiber Schwefclsiiure getrockncte Salz in TVasser aufProc.) ahfiltrirt,
gelost, der gcringe Riickstand ( e l m
gctrocknct urid scin Gewicht von dem dcs abgewogencn
Salzes abgezogcn. Es war zwar hierdurch der Fchlcrquellc nur theilweise yorgeheugt, weil die dem ausgeschiedenen kohlensauren Baryt entsprechendc Menge gebildctcn Quccksilbeijotlids i n Liisung hlicb; da abcr der
Riickstand nur ;b Proc. betrug, so konnten weilero Correctioncn fuglich unterlassen wcrden. Da sicli fcrner aus
den erst nacli der ubrigen Analyse vorgenommcnen Wasserbestimmungen ergebcn hntte, dass im Rlittel der beiden
Reslirnmungen 3,181 Grm. des iiber SchwefclsEure gestelllen
Salzes noch 0,043 Grm. hygroskopisches Wasser cnlliiclten,
so wurde Jaraus dcr Gehalt des zur Analyse verwcndcten
Salzes an hygroskopischem Wasscr bercchnet und ebenfalls abgezogen.
Es gaben nach Beriicksichtigung dieser beidcn Correctioncn an dem ansewendelen Gewichte des Salzcs:
;
J
I.
Schwefelqucclisilbcr ,
Schwcfelsatiren h r y t
Jodsill~er . , , . .
.
..
..
...
I[.
1,515 Grm. Salz. 2,999 Grill. Salz.
~-__
0,736
1,lli
0,3511 I I
0,5765 I ,
0,728 I ,
1,1805 11
II
I,
Uber einige iieue Doppelsalse des Cyanqueclisilbers. 4 1
Es wurda in diesem Falle der Baryt, nach Fallung des
Quecksilbers durch Schwefelwasserstoff, nach Entfernung des
iiberschussigen Schwefelwasserstoffs und der Blausaure und
nach Versetzen mit Ammoniali, durch Schwefelsaure niedergeschlagen, und nachher erst 'aus der noch ammoniakalischen Losung das Jod durch Silberlosung gefa'llt. Dieses
geschah deswegen, weil der Silberniederschla~sich sehr
langsam absetzt, und weil bei vorangehender Fallung des
Jods der Baryt lange in einer ammoniakalischen Losung
geblieben, daher leicht ein Theil dessel ben durch angezogene
Kohlensaure mit dem Jodsilber niedergefallen wlre.
Auf 400 Theile berechnet, ergiebt sich :
Atomgewicht :
2 IlgCyP
1 BaJ2
.4 aq.
*
. . . 318,91
*
*
*'
.....
2 llg Cy2+Ba Jz
213?75
45,OO
+9 aq =607,66
berechnet:
- Ba=14,12
4 0 ~ 1 i =25,yg1
C,40
- 52,98
j 2
99,99
pefunden :
I.
11.
52,80 52,30
13 74 13,815
125:Sg 126,oi
6,86
7,30
w,29
99,IT
-
CynnquecIcsilber Jodstrontium.
Werden die Auflosungen yon 2 At. Cyanquecltsilber
und 1 At. Jodstrontium, oder' von .2 Th. Jodstrontium auf
3 Th. Cyanquecksilber zusammen abgedampft., so krystallisirt aus der hinlanglich conccntrirten Losung beim Erkallen
das Doppelsalz in Bliitlchen herans, die denen der entsprechcndcn Baryumverbindung sehr iihnlich sind.
Langsam aus kalt gesattigter Losung sicli abscheidend,
erscheint das Salz in denselben schiinen quadratischen
dunnen Tafeln, wie sie beim Barytsalze beschrieben sind.
Einmal wurden aus ciner langsam verdunstenden wasserigen Losung auch lange rectangulare Tafeln erhalten.
Die Ii r y st al I e sind far bl os, d 11r chsich ti 3, 1) e 1.1mutt erg1ii nzen d
und fettig anzufuhlen.
I n fester Form rind bei gewohnlicher Tcmperatur ist
das Strontium - Doppclsalz etwas bestiindiger, als das des
Baryums. Doch bildet, sich auf den] lange der Luft ausgesetzten Salze auch ein gclber Anflug, ohne jedoch Gewichtsveranderung zu bewirken. In einem beinahe rollen
und gut versclilossenen Gefasse hatte sich das lufitrocliene
I2
Custer,
und farblos hineingegebene Salz nach mehreren Wochen
auch theilweise gerothet, aber merkwiirdigerweise nicht
an der Oberflachc, denn diese war weiss geblieben, sondern die unterste Schicht hatte sich etwas zersetzt. Aus
der Auflosung des Doppelsalzes schlagt sich beim Stehen
an der Luft und beim ofteren Kochen auch nach und nach
liohlensaurer Strontian nieder.
Durch Warme wird das Strontium - Doppelsalz leichter
zersetzt, als das Baryumsalz. Schon bei 15O0 C. fangt es
an, sich durch die ganze Masse hindurch schwach gelb
zu farhen und in dem obern Theil der Rohre Spuren von
Quecksilberjodid ahzusetzen. Bei 1800 C. wird der Anflug
noch deutlicher und auch der Geruch nach Blausaure
bemerkbar, und PS geht noch etwas Wasser aus dem
Salze fort. Nach starkerem Erhitzen bleibl endlich Jodstrontium mit Spuren von Cyanstrontium im Riickstande,
der in Wasser bis auf eine Spur loslich ist.
Tor der Baryumverbindung zeichnel sich das StrontiumDoppelsalz hauptsachlich auch dadurch aus, dass es bei
4000 und 1050 C. schon chemisch gebundenes Wasser, und
zwar etwa g seines ganzen Gehalts, ausgiebt.
Es lost sich in 7 Th. Wasser von 1 8 O , in Th. kochendem Wasser, in 4 Th. 90procentigem Weingeist bei 180,
in kochendem Weingeist. Auch hier ist die weingeistige
Losung gelblich, die wasserige farhlos.
Gegen Sauren und Alkalien verhalt sich dieses Doppelsalz im Ganzen wie das vorige, nur kann durch Schwefelsaure das Strontium nicht vollstandig gefiillt werden, indem
zur Auflosung des mitgefallten Quecksilberjodids ein grosser
Ueberschuss von Salzsaure nothig ist, so dass ein namhafter Theil des scliwefelsauren~Strontianswieder aufgelost
wird. Auch nach der Fallung des Jods durch Silberlosung
und Trennung des Jodsilbers unter Beifugung von Amrnoniak, kann das Strontium durch Schwefelsaure (selbst
nach Zusatz von Alkohol) wegen des vorhandenen salpetersauren Ammoniaks nicht vollstandig abgeschieden
werden. Bei der Analyse wurde daher der schwefelsaure
Strontian theils als Niederschlag, thcils als Riickstand nach
+
+
U6er einige neue Doppelsalze des Cyanquecksilbers. 13
dem Abdampfen, Gliihen und Ausziehen mit Wasser bestimmt.
B e s ti mmun g d e s W a s s e r s :
I) 1,752 Grm. uber Schwefelsaure getrocknetes Salz
gaben bei 100° und 1050 C. zusammen 0,056 Grm. Wasser
aus; bci 1800 machte eine beginnende Zersetzung des
Salzes ein weiteres Erhitzen unmoglich; das zwischen 4050
und 180° ausgetretene Wasser betrug 0,135. Also enthalt
das Doppelsalz Krystallwasser = 0,191 Grrn.
2) 1,630 Grm. getrocknetes Salz vcrlieren bei 105O =
0,0'7~1Grm.; von 105°-1800, unter den eben erwahnten
Urnstanden, weitere 0,109 Grm. Im Ganzen ist also der
Wassergehalt = 0,180 Grm.
3) 1,269 Gm. trockenes Salz gaben bei 1050 0,051,
nachher noch 0,076, zusammen also 0,157 Gm. Wasser aus.
Im Mittel der drei Versuche betragt das bei 1000 bis
105O C. ausgegehene Wasser 0,059 Grm. auf einen ganzen
Wassergehalt von 0,166 Grm., also elwa + des Ganzen.
B e s ti m m u n g d e r ii b r i g e n B e s t a n d t h e i 1 e. - Da
das uber Schwefelsaure getrocknete, ganz schwach gelblich gewordene Salz beim Auflosen auch wieder einen
geringen Ruckstand von kohlensaurem Strontian hinterliess, so wurde dasselbe abfiltrirt, getrocknet, gewogen
und von dem Gewichte des angewandten aufgelosten
Doppelsalzes abgezogen.
Es wurde erhalten aus :
It.
I.
. . . 0,1725
......... -
Schwefelqueclrsilber
Jodsilber
schwefelsaurer Stronlian
.
0,963 Grm.
__
.
0,lSS
.
3,869 Grm.
1,912
1,8855 t i
0,757 I ,
Daraus berechnen sich :
Atomgewicht:
2 HgCyZ
I SrJ2
berechnet:
. . . . . . . 318,91
........
.........
53,23
212,68 35,50{~.&~;?$
6
aq.
67,50 11,27
____
2HgCy2+SrJ2$6 aq=599,09 100,OO
gefunden :
I
-
I.
ll. 1"
53,21
53,71
36,15 Sr 9,32
32 26,26
10,85
11,OP 10,ll
1 0 0 , ~ l 100,33.
1
IS
Cusler,
2 At. Krystallwasser werden bei ,1000 -4050, 2 At.,
wie sich aus den oftcrs wiederholten Wiigungen wahrend
des Erhitzcns im Chlorzinkbade ergab, bei etwa 150°, die
letzten 2 At. endlich bei noch hoherer Temperatur ausgetricben.
Cyanquecksilber- Bromcalcium.
2 At. Cyanquecksilber und 4 At. Bromcalcium, oder
400 Th. Cyanquecksilber und 38,7 Th. Bromcalcium zusarnmen aufgeliist und ziernlich weit abgedampft, erstarren
beim Erkalten zu cinem dichten , lilzarlig verwaclisenen
Haufwerk von Krystallen.
Es sind farblose, durchsichtige, stark glanzendc vierseitige schiefe Prismen, die an der Luft leicht verwittcrn
und dann matt und weiss werden, jedoch erst nach sehr
langem Stehen sich ein wenig farben; im Verschlossenen
sind die trockencn Krystalle ganz unverinderlich. Ihrc
Liisung reagirl wie die der ubrigen bcschriebenen Doppelsalzc neutral. Ileim freiwilligen Verdunsten der Losung
bluht das Salz sehr stark in schon buschelfijrmig gruppirten Prismen aus. Bei Iiingerem Stehen an der Luft
oder iiftereni Kochen der Losuns scheidet sich auch etwas
liohlensaurer Kalk ah.
In dcr , H i m ist das Cyanquecksilber - Bromcalcium
el was bestiindiger , als die beiden vorherbeschricbenen
Doppelsalze. Bei 210° ist dns Salz noch ganz weiss, es
zeigcn sich nur Spuren von sublimirtcm Quecksilberbrornid
am obern Theil der Rohre, und erst bei weitercrn Erhitzen
(iiber der Weingeistlampe) fang1 das Salz an sich zu zcrsctzcn, wobei aber auch noch gcringe Mengen von M'asser
a1)geschieden wcrdcn. Der Riicltstand rcasirt noch neutral
und lijst sich i n Wasser Ieicht und filst ganz klar auf.
Stiirker crliitzt, verhiilt sicli dieses Doppelsalz den
vorigcn ganz iihnlicli ; ebcnso gcgen Rcagenticn. Oxalsaurej Kali fiillt aus dcr Liisung den Kalk.
Einc cigcnlhumlichc geringe Zcrselzung des Doppelsalzes wurde mehrrnals beirn raschcn Eindampfen einer
ziemlich concentrirtcn Liisung beobachtet. Der Boden der
Schale schwiirzk sich niimlich fast plotzlich, und dcr bei
uber eiriiye neite Doppelsalze rles Cyanquecksilbers. 15
weitereni Abdanipfcn niclit mehr merklich zunehmende
schwarzc Anflug erwies sich, sowohl durch Reagentien
gepriift als auch unter der Loupe betrachtet, als aus'hijchst
kleinen Quecksilberkugelchen bcstehend. .Ein Freiwerden
von Cyan oder Brom war bei dieser Ausscheidung von
Quecksilber durchaus nicht zu bemerken.
Das Gyanquecksilber - Bromcalcium liist, sich in etwa
gleichen Theilen Wassers von 18O C. und in nicht Sanz
f Th. kochenden Wassers. Von 00 procentigem Weingeist
erfordert es 2 Th., in der Siedhitze nicht ganz einen Theil.
Die in der Siedhitze gcsattigte wiisserige und alkoholische
Liisung erstarrt beim Erkalten fast ganz zu einem Ilaufwerk von Krystallen. '
Das Salz wurde durcli iifteres C'mlegen zwischen
trockenem und schwach crwiirmtem Flicsspapier gelrocknet. Ueber 'Schwcfelsaure oder im Wasserbade durfte das
Salz nicht gelrocknet werden, weil es in beiden FBllen
schon Krystallwasser verlicrt.
Bestimmuns des Wassers:
I ) 1,301 Grm. zwischcn I'apicr rniigliclist rasch und
vorsichtig gctrocknetes Salz verlor hei 400° und 105O C.
nacli liingerer Zeit (woliei aber his zuletzt Wasser ausSegcbcn wurde) 0,056 Grm. Wasser. Im Chlorzinkbadc bei
eincr 140° C. nie ubersteigenden Temperatur so lange
crhitzt, als noch Wasser ausgegeben wurde, betrug der
weiterc Gewichtsvcrlust = 0,034 Grm. Bei 210° war tlas
Salz noch ganz weiss und nur ein geringer Blausiiuregeruch bemcrkbar. Ueber der Weingeistlampe vorsichtig
nocli ctwas weiter erhitzt, wurde noch cine Spur Wasser
ausgegeben. Dcr ganze Wassergehalt betragt = 0,146 Grrn.,
wovon also ungcf:ihr j bei 100 und 105O, :-zwischen 105
und l l , O o , das letz~eFunfiel erst iibcr 1.4O0 aostritt. Der
Huckstnntl liisle sich bis auf cine Spur v011 kohlensaurem
Kalk leiclit in Wasscr auf.
2) 1,G35 Grm. getrocknetes Uoppelsalz so lange bei
,105 O erhitzt , als noch Gcwichtsverlust statt fand, Sab
0,063 Grm. Wasser aus.
3) 2,058 Grm. des Doppelsalzes allmdig his 180°,
16
Custer,
erhitzt, gab 0,229 Grm. Wasser, zuletzt auch eine Spur
Rromquecksilber aus ; bei weiterer Erhitzung ging kein
Wasser mehr fort.
4) 4,997 Grm. iiber Schwefelsaure hingestellt, so lange
Gewichtsabnahme sich zeigte, verloren 0,073 Grm. Es
entspricht dies 3,s Proc. des Salzes, wahrend die bei loti0
ausgegebene Wassermenge nach dem ersten Versuche 4,07.
nach dem zweiten 3,86 Proc. betrug.
Bestimmung d e r ubrigen Bestandtheile. Yon dem zur Vermeidung dea Verwitterns moglichst schnell
und vorsichtig getrockneten Cyanquecksilber - Bromcalcium
gaben :
I.
.. . ...
.... . . ..,.
. . . . . ..
Schwefelquecksilber.
Bromsilber.
,
Kohlensaurer Kitlk.
3,074 Grm.
1,887 I I
1,275 11
0,315 I )
11.
2,217 Grrn.
1,311
0,925 11
0,245 I'
Es war bei der Analyse dieses Salzes nach der Fallung des Quecksilbers die Flussigkeit so lange gekocht
worden, bis aller Geruch nach Schwefelwasserstoff u n d
nach Blausaure verschwunden war. Wegen der ziemlichen
Loslichkeit des Bromsilbers, namentlich in verdunntem
Ammoniak, durfte hier die Flussigkeit nicht ammoniakalisch
gemacht, und es rnusste also vor der Fallung des Broms
durch salpetersaures Silberoxyd alle Blausaure durch Iiochen entfernt werden. Nach Abscheidung des uberschussig zugesetzten Silbers durch Salzsaure und nachdem die
Flussigkeit zur theilweisen Entfernung der iiberschussigen
SLure stark abgedampft worden, wurde der Kalk aus der
wieder etwas verdunnten Fliissigkeit durch oxalsaures Kali
gefallt und der trockeiie "iederschlag durch schwaches
Gluhen in kohlensauren Kalk umgeandert.
Da bei Berechnung der Formel aus den Resultaten
bcider Analysen ein Gewichtsuberschuss fur das Cyanquecksilber und ein Gewichtsmangel fur das Bromcalcium herrortrat, die Verhaltnisse des Calciurns zurn Brom aber in
dem einen Fall sehr genau, in dem andern sehr annahernd
gleiche Aequivalente ausdruckten, eine fehlerhafte Bestim-
iiber eiiiige neue Doppelsalze des Cyanqziecksilbers. 17
inung der letztern beiden also nicht anzunehmen war, so
wurde ein Theil des no& vorhandenen Schwefelquecksilbers bis zur vollstandigen Verfluchtigung desselben erhitzt.
Es hinterblieb ein verhaltnissmassig nicht ganz unbedeutender Ruckstand, der in Salzsiiure sicli unter Entwickeluns von Schwefelwasserstoff aufloste und aus dieser Losung
durch oxalsaures Iiali als oxalsaurcr Iialk gcfdlt, jedocli
niclit quantitativ hestimmt wurde. Es war also, wahrscheinljch unter Entweichung von etwas Brom als Bromwasserstoff, da im Quecksilberniederschlag durch Gluhen
mit Iiali u. s. w. kein Brom gefunden werden konnte, ein
kleiner Theil des Bromcalciums durch das Schwefelelwasserstoffgas zersetzt und als Schwefelcalcium mit gefallt
worden. Daraus erklart sich denn die Abweicliung dcr
gefundenen Resultate der Analyse von der naclistehcnden
Berechnung.
Die Reduction auf Proccnte und auf rltomgewiclite
crgiebt :
Atonigew, berechnet:
5 aq
= 56,25
2tI,oCyL+CaBr2 f 5 a ( I = 498,59
11,28
99,99
gefunden :
1.
11.
11,23
93,90
11,21
98,95
Die Zahl 5 fiir die Wasseratome ist zwar eine bei
diesen Do~~pelverbindnngenvon Quecksilbercyanid mit
14alo i d sal zen u ng e \v b lin I i che, un d n am en t1i ch en I h51t d i c
cn~sprechcndeBromverbindung des Baryunls und Strontiums G At. Iirystallwasser. Demnacli und weil die BromcalciumdoppelverbindunS leicht verwittert, konnte man also
geneigt sein, auch in der lotztern 6 At. Wasser anzunehmen, von dem aber ein Theil vor dem Erhitzen durch
Yerwittern weggegangen sei. Allein die hciden vorgenommenen ~~asserbe~tinimungen,
mit verschiedenen Krystallisationen des Doppelsalzcs gemacht und also auch nicht
zusammen setrocknet, stinimen zu sehr iiberein unter sich
und mit der durch Rechnung fur 5 At. aq gefundenen Zahl,
als dass angenoinnien werden konnte, es sei wahrend des
2
Arch. d.I’harm. CYI. Rds. 1. IIFt.
18
Cusler,
Trocknens beidcr Portionen ein ganzes Atom Wasser durcb
Verwittern ausgescliieden worden.
B. Cyanquecksilber mat Sauersloffsalzen.
Die Versuche, die angestellt wurden, um die bis jetzt
noch geringe Zahl der Doppelverbindungen von Cyanqueclrsilber mit Sauerstoffsalzen um einige zu verniehren,
blieben, einen vielleicht ausgenommen, alle erfolglos. Es
niogen diese Versuche liier nur kurz angefuhrt werden.
Cyanquecksilber mit essigsaurem Natron. Gleichc
Atome beider Salze zusamrnen aufgelost und abgcdampft,
schieden beim Erkalten zuerst Cyanquecksilher aus. Weiter
eingedampft , krystallisirten beide Salze neben cinander
aus. Die Mutterlauge von dieser zweiten Krystallisation
erstarrtc nach mehrtagigem ruhigem Stehen zu eincr krystallinisch faserigen Masse. Diese Masse wieder aufgelost,
krystallisirte in langen, durchsichtigen, glanzenden, dcnen
des essigsaurcn Nalrons iitinliclicn Prismen, so dass die
Esistenz eincr Doppelverbindung ausser Zweifel scliien.
Bei 1000 schmolzen die Krystallc in ihrem Krystallwasser.
I ) 2,l I9 Grm. des bei 40-50°C. getrockneten Salzes verloren bci 100° u n d IOTO = 0,448 Grm. Wasser. Da wcgen
des Schrnelzens des Salzes tlas Entweichen des Wasscrs
bei dieser Ternperatur ausserst lanpam von slatten ging,
so wurde endlicli das Clilorzinkbad angewandt. Bis l G O O
erhitzt, waren weitere 0,032 Grm. Wasser, zusammen also
= 0,478 Grm. ausgegeben worden. Da Lackmuspapier
jetzt anfing yon den entwcichenden Dampfen gcrohet zu
wcrden, so wurde die Erhitzung nicht weiter fortgesetzt.
Der Riickstand zog jetzt nicht melir Wasser aus der Luft
an, wic vorher nacli dc-r Erhitzung his zu 1050 C.
2) 0,925 Grm. dcs bei 40-50° getrockneten Salzes
gaben, mit Zinnchlorur und Salzsaure versetzt, 0,329 Grin.
metallisches Quecksilber.
3) 4.098 Grm. dcsselben Salzes mit Scliwelelwasscrstoff behandelt, gaben 0,455 Grm. Scliwefelqucclisilber. Die
dnvon abfiltrirte Flussigkeit abgcdarnpft, mit Schwefelsaure
versetzt, his zur Entfcrnung alles Ueberschusses dcr Siiure
uber einige neue Doppelsalze des Cyanquecksilbers. 19
gegluht, der Ruckstand gewogen, gab schwefelsaures Natron
= 0,301 Grm.
Aus diesen Daten berechnet sich :
berechnet :
gefunden :
P
1HgCy:
Iha0,A
7 aq
46,71
30,22
23,06
99,99
-
I.
43,9
- - -
11.
45,OO
31,71
22,56
99,27.
Da alles vorhandene Material fur diese Analyse verbraucht war, so wurden zur Bestatigung derselben neue
Portionen der beiden Salze in denselben Atomverhaltnissen zusaminen aufgelost, sowohl in Wasser, als auch in
Alkohol. Die Losungen wurden theils durch Schwefelsdure,
theils hei gewohnlicher Ternperatur an der Luft, theils bei
etwa SOo, theils sehr rasch abgedampft. Unter allen diesen modificirlen Urnstanden krystallisirte aber erst jederzeit Cyancjuecksilber, nachher jedes der Salze fur sich aus.
Eins dieser Gemenge, in welchem, da auch das Cyanquccksilber in der weniger hauflgen Form von durchsichtigen Prismen auskrystallisirte, die beiden Salze sich nicht
gut hatten unterscheiden lassen, ergab bei der Analyse
23,3 Proc. Cyanquecksilber, 45,h Proc. wasserfreies essigsaures Natron und 20,7 Proc. Wasser.
Wahrend aus der ersten Analyse die Formel HgCy2
Ya0,K 7 a q ziemlich sicher abgeleitet werden konnte,
fiihrlen die spatern Versuche nicht wieder zu derselben
oder einer andern einfachen Formel hin. Ich muss es daher
dahin gestellt sein lassen, ob oben der Zufall die beiden
Salze in bestimmten Atomverhaltnissen gemengt auskrystallisiren liess, oder ob unler gunsligen, mir unbekannten
Urnstanden wirlilicli die beiden Salze einc stochiomctrisch
einfache Verbindung zusamtnen eingehen.
Die Isomorphic der chromsauren und schwefelsauren
Salze und ihre sonstige srossc Aehnliclikeit liess, da eine
Doppelverbindung von chromsaureni Kali mit Cyanquecksilber schon lange bekannt ist, erwarten, dass das Cyanquecksilber auch mit schwefelsauren Alkalien Doppelverbindungen eingehen werde. Es wurden dahin zielende Ver2*
+
+
20 Custer, iiber einige netie Doppelsalze des Cyanquecksilbers.
suche rnit schwefelsaurein Kali und schwefelsaurem Natron
angestellt. Allein mehrere Analysen der unter vielfaltig
abgeanderten Urnstanden erhaltenen Krystalle, so wie auch
eine nkhere krystallographische Untersuchung derselben,
uberzeugten rnich, dass aus Auflosungen, in denen Cyanquecksilber und schwefelsaures Kali zu gleichen Atornen,
oder 2 Atome Cyanquecksilber auf 9 Atom schwefelsaures Kali enthalten sind, zuerst reines Cyanquecksilber
auskrystallisirt, und dann die beiden Salze, jedes fur sich.
Oefters erscheinen auch schon bei der ersten Krystallisation beide Salze, jedes fur sich auskrystallisirt.
Aus einer, gleiche A t o m Cyanquecksilber und schwefelsaures Natron enthaltenden Liisung krystallisirt erst eine
ziemliche Menge Cyanquecksilber fur sich aus. Zusatz
von Alkohol zu der halb erkalteten concentrirten Liisung,
um die Ungleichheit der Loslichkeitsverhaltnisse aufzuhehen, war ohne Einfluss. Nach mehrwochenllichern Stehen hatten sich aus einer wasserigen, noch Quecksilbercyanid enthaltenden Mutterlauge grosse Iirystalle von Glaubersalz gehildet.
Aus einer Auflosung, die gleiche Atorne Quecksilbercyanid und zweibasisch weinsaures Kali enthielt., lirystallisirte erslercs heraus, aher nicht in Prismen, wie gewohnlich, sondern in sehr feinen seidenglanzenden Nadeln, deren
Grosse gar nicht im Verhaltniss zur vorhandenen Flussigkeitsrnenge stand. Bei- weiterm Eindampfen der Mutterlauge lirystallisirte abermals Cyanquecksilber heraus, wobei
aber eine theilweise Reduction von Queclisilber statt fand.
Zuletzt hinterblieb eine sehr schwere, syrupsdicke, nicht
weiter krystallisirende Fliissigkeit, worin noch sehr vie1
Quecksilbercyanid enthalten war.
Versuche, aus Gemengen’ gleicher Atorne von Cyanquecksilber rnit essigsaurem Bleioxyd, essigsaurem Zinkosyd und osalsaurem Kali krystallisirte Doppelsalze zu
erhalten, hatten eben so wenig Erfolg. Meistens schied
sich erst ein Theil des Cyanquecksilbers aus, nachher kryst’allisirten beide Salze neben einandcr aus. Auch eine
theilweise Urnsetzung der Bestnndlheile und eine Bildung
Rlbgel, uber ilu/finJwig
utid
Ilestimnzung des Kupfers.
2I
von Doppelcyaniden, wie sie vcrmuthet worden, fand nicht
statl.
Aus diesen Versuchen darf ich wohl den Schluss ziehen, dass unter den gewohnlichen Cmsfanden die genannten Sauerstoffsalze keine chemische Verbindung mit Cyanquecksilber eingehen.
Ueber die Auffindung und Bestimmung des Kupfers ;
von
Dr. C. R i e g e l in Carlsrnhe.
Die Auffindung des Kupfers in Verbindung mit anorganischen Substanzen bietet bekanntlich fur den Geiibten
lieine Schwierigkeiten, wohl aber bei Gegenwart von organischen, insbesondere nicht fliichtigen organischen Substanzen treten diese auf, indem dadurch das Verhalten
des Kupfers resp. des Kupferoxyds sehr verandert wird.
Ausser den gewohnlichen Kohlehydraten, wie die verschiedenen Zuckerarten, ist es vorzugsweise die Weinsteinsaure, welche bei den Kupferverbindungen (analog wie
bei den Verbindungen des Eisens ) die charakteristischen
Reactionen derselben behinder t oder ganzlich zweifelhaft
macht. Ich erinnere hier an ein officinelles Priiparat, den
sogenannten Oxymel Aeruginis, das als eine Aufliisung von
neutralem essigsaurem Iiupferoxyd in Verbindung mit Honig
anzusehen ist. Durch den Honig oder vielmehr die darin
enthallene Zuckerart wird das Kupfersalz unter Entwicklung von Essigsaure desoxydirt, wodurch die griine Farbe
der Iiupferaufltisung in Rothbraun iibergeht; ist das Praparat lanse Zeit hindurch aufhewahrt worden, so findet
man auch sehr fein zertheiltes metallisches Kupfer darin.
Diese reducirende Eigenschaft der oben genannten Substanzen auf Iiupferoxydsalze hat man auch als Gegengift
gegen dieselben einpfohlen und benutzt. Seit einer Reihe
von Jahren bedient man sich auch dieses Verhaltens (unter
Zusatz von Kali), urn die Gegenwart des Zuckers nach-
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