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Ueber Kreosotgas.

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zur Darstellmg u. quantit. Bestinzmuny des Morphins etc. 53
licher Menge in der Leber, in geringerer Menge in den
Nieren, der Milz und Pancreasdruse, im Duodenum und
der oberen Halfte des Diinndarmes, so wie auch stellenweise im Harne nachgewiesen hat, wahrend er das Gift
im Herzen, in der Lunge, der unteren Halfte des Dunndarmes, den Faeces, dem Gehirne, den vom Blute entleerten
grosseren Gefassen nicht aufzufinden im Stande war.
An diese Angaben schliesst sich ein von mir beobachteter und untersuchter Fall an. Eine Katze hatte im
Verlaufe von 24 Stunden 15 Gran Morphin bekommen; das
Gift schien keine Wirkung auf sie auszuiiben. Sie wurde 4
bis 5 Stunden naeh der letzten Darreichung des Giftes getodtet. Der Magen war fast leer. Es wurden Ilerz, Lungen, Magen, Gedarme mit Faeces und der Harn, welcher
die Harnblase fast ganz anfullte, untersucht, zum Theil
nach der Sonnenschein'schen, zum Theil nach der Erdmann-Uslar'schen Methode. Trota des genauesten Arbcitens
konnte in keinem der angefuhrten Korpertheile auch nur
eine Spur Morphin nachgewiesen werden.
Ueber Kreosotgas ;
von
L. Ramtlohr,
techn. Dirigent dcr Mincrdol und Paraffin- Frtbrilr Georghiitte bei
Aschersleben.
~
I.
Bei der Verarbcitung dcs Braunkohlentheers auf
Mineralole (Photogen, Solariil) und Paraffin werden die
in den Rohproducten enthaltcnen und in denselben 16slichen, d e r C a r b o l s s u r e - R e i h e a n g e h o r i g e n S t o f f e
(welche in dcr Technilr aus nahcliegcndcn und bekannten
Griinden uberall kurzweg als I<r e o s o t bezeichnet werden,
u n d fiir w e l c l i e i n n a c h s t e h e n d e n Z e i l e n d e r
Kurze halber ebenfalls nur dieser Ausdruck
t~ e n u t z t w e r d e n w i r d ) durch concentrirte Aetanatronh u g e ausgeschieden. Das K r e o s o t - N a t r o n ist in den
Mineralolen etc. u n l o s l ich und scheidet sich nach erfogter
54
Mischung der Rohijle mit der Natronlauge am Boden dcs
Mischgcfiisses als eine tiefschwarae, schwere, in der Warme
eiemlich leichtflussige Schicht ab, von weluher das krcosotfreie Oel zur weiteren Behandlung niit Schwefelsaure
u. s. w. abgehoben wird.
Die Ausgabe fur Aetznatron reprasentirt in allen denjenigcn Fabriken, welche Braunkohlcntheer verarbeiten,
eine ganz rcspectable Zahl j man rechnet im grossen I>urchschnitt auf 1 Ctr. Theer fiir 10 Sgr. bis 131/2 Sgr. Aetznatron. Nimmt man an, dass in der Provinz Sachsen ini
Jahre 1865 etwa 450,000 Ctr. Ih-aunkohlentheer auf Mincraliile und Paraffin verarbcitet worden sind und rechnet
man auf 1 Ctr. TIleer nur das lllininiuni von 10 Sgr.
fur Actznatron, so beliiuft sich die Ausgabe fur diesen
Artikel schon auf 150,000 Thlr. Trotzdeni hat man bisher wenig Oliiclr mit einer Verwerth~ing des Kreosotnntron gchabt, welche auch nur etwas: uber die IIalftc
der Kosten fur das Alkali gedeckt hiitte.
IGnige dcr griissereii Fabrikeri verwendcn noch jetzt
das Krcosotnatron zum Impriigniren der zuni Ausbau der
Sehiichte und Strccken bcnut.zten 13iilzer oder verkarifen
es zu glcicheni Zwcckc fiir den Prcis von 1 bis hiichstens
11i4 Thlr. pro Centner. ]Venn man nun in 100 I’fd. IG-cosotnatron etwa 50 l’fd. Krcosot und 20 I’fd. kiiufliches iletznatron in Form von 50 Pfd. Lauge, den Werth voii
1 Ctr. Kr’eosot abcr zu 85 Sgr. annimmt, so wcrden die
in 100 Pfd. Kreosotnatron enthaltenen 2 0 Pfd. Actznatron
irn gunstigten Falle zii 1 5 Sgr., 100 Pfd. des Katrons
mithin zu 21:2 Thlr. verwerthet, was etwa 30 Proc. vom
Selbstkostenprcise ausniacht. Diem Renutzung dcs Kreosotnatrons ist, nanientlich mit Riicksicht daraiif, dass das
Kreosot fur sich allein niclit stets gut zu verwerthen ist,
imrncrhin nocl1 vortheilhnfter, als die hier rind da ubliche
Trennung des Kreosots :LUS scirier Vcrbindung mit dcni
Natron unter Bildung von Glaubersalz. Zu diesem Ijehufe
wird nnmlich das Krcosotnatron mit cler z u r Rcinigung
der Itohole bcnutzten Schwefelsnurc gemischt j dabei scheidet sich obenauf das rohe Kreosot als tiefschwarze Flus-
,iiber h-reosotgas.
-_
a3
sigltcit aus, wlhrend das Glaubersalz sicli in wiisseriger
IA6sung im unteren Theile dcs Gefiisscs vorfindet. Die
so gewonnene rohe Carbolssure wird hiiufig auch fur sich
a h i n zum Itnpriignircn dcr Grubenholzer vcrwendet.
Dies Verfahren durfte, wie schon erwiilint, fast ubersll
zu verwerfcn sein; jedenfalls ist es n u r in dem gewiss
ausscrst seltenen Falle gcreclitfcrtigt, wo die gebrauchte
Schwefclssure als wcrthloscs, dagegen Krcosot und Glaubersnlz als gut bczahltc l’roducte zu betrachtcn sind. Hierbci
mag nictit uncrwglint bleibcn, dnss der Rlincrnlol-Fabrikant
es fast iniincr in dcr Hand hat, seine tjercits gcbrauchte
Scliwefelsiiurc zu verli~~ltnissmiissig
gutein Preise zu verwcrtlien. Dicsc Siiure cignet sich niiinlich ganz vorzuglich zrini Aufscliliesscn der Knochcnnichle odcr des Reinschwarzes behiifs Ilarstellung des sogenannten saiiren
pliospliorsauren Kalkcs; sie liisst sicli in diesein Falle -vorausgcsetzt, dass man die Fsbriltation dieses Dungeinittels selbst betrcibt - niit mindcstcns I I(’., Thlr. pro
Ccntner verwcrtlien, andern Falls ist sic a n naliegelegene
1)iingerfabriken itiit r?O bis 15 Sgr. abzusctzen.
Viir vortlicilhafter habe ich die folgcndc Verarbeitangswcisc goli:tlten, wclche icli scit etwn scchs .J:tlircri auf
tlcr JIinernliil uncl I’araffinfitbrili Oeorgliuttc bei Asclierslcben angewnndt 11al)c. D;is Krcosotnatron wird in t:inerii
tlcn bci liiittcniiiiirinisclicn Processen gelriiucliliclicn Flan1rniifcn niclit uniihnlichcn Ofcn ziir lhtziindung gebraclit.
Die Solilc (den Ilccrd) cticses Ofcns bildct eine stnrlro
gussciscrnc l’fanne von circa 8 Fuss Liinge, 4 Fuss I3rcitc
uud 9 Zoll ‘l’iel‘e. Die Iliindcr dicser Pfanne sind durcli
Clinriiotte- Ueberni:tucrung gegeii die directe Einwirkung
dcr F1:mrnc gescliiitzt. I)ic Entziindung des Kreosots
erfolgt durcli dic von eineni 2 I ’ ? Quadratfuss grossen
Rostc hcrkomincnde, diircli Vcrbrcnnung von crdigcr Ihaunkolilc erjseugto, iibcr die in dcr Pfaniie bcfindliche Fliissigkcit liiiiwcjistrcicheiidc Flainnic selir lciclit uncl a n der
gtnzcn I~liiclie. Die VerbrennungJproducte wcrdcn unter
der nuf einein I o Zoll starken Cliarnottegc\dbe rulicndcn
P f m n e znriick und sodann seitwiirts eincm etwa 5 0 F u s s
56
L. Ramdohr,
hohen, 2 Fuss im Lichten weiten Schorneteine zugefiihrt.
Wahrend a n der einen schmalen Seite dea Ofens sich
der Rost fur die Feuerung befindet, ist a n der entgegengesetzten Seite cine Arbeitsiiffnung zuin Durchkriicken
des brennenden Pfannen-Iuhalts, ausserdem aber a n einer
der Breitseiten eine zweite Oeffnung zum Entleeren der
Pfanne angebracht. Selbstverstiindlich sind beide Arbeitsoffnungen durch Thiiren verschliessbar. l)er Gang des
Uetriebes ist nun einfach folgender. l)as in dem Kreosotnatron enthaltene Wasser verdampft, das Kreosot verbrennt
unter Ausscheidung eines kohlenstoffrcichen porosen Colrs,
welcher mit dem unverbrennlichen, resp. nicht fliichtigcn
Natron gemengt, in der Pfanne a19 gliihende hlasse zuriickbleibt, welche durch die zweite Arbeitsoffnung ausgezogen
und behufs der Abkuhluiig in geeignete eiserne Gefasse
geworfen wird. Ein grosser Theil der durch Verbrennung
des Kreosots erzeugtcn Kohlensiiure geht selbstverstancllich an das Natron.
hlittelst eincr solchen Pfanne lassen sich in 10 Arbeitsstunden bequem 20 bis 25 Centncr Kreosotnatron aufarbeiten und es resultiren daraus XI bis 33 Proc. natronhaltiger Cok, kurzweg als ,,Natroncok’ bezeichnet.
Xehnien wir in 100 Pfd. Kreosotnatron 20 PW. kgufliches Aetznatronhydrat (caust. Soda) an, so betragt nacli
Abrechnung der vom Natron aufgenommenen Kohlens”:Lure
die Quantitiit des aus den1 Kreosot ausgeschiedenen Kohlenstoffs etwa 1 0 Pfd., also circa 20 Proc. von dem Gewichte
der in jenen 100 Pfd. Kreosotnatron cnthaltencn Kreosots
selbst. Ausserdem entweieht noch ein Tlieil unverbrannten
Kohlenstoffs aus dem Schornstein.
F,s ist cinleachtend, dass der in der Pfannc zuriickbleibendc Cok das gesammte, zur Ausscheidung ties Kreosots a u s den Miner:iliilen etc. benutzt gewesene Actznptron
in cler Form von ko1ilensaurc:ni Katron entlialtcn muss;
ebeti so einleuchtend ist es, dass das kohlensaure Natroii
ein vicl leichter zu verwenderider nnd werthvollerer Stoff
ist, :rlu das Lei Zersetzung des Kreosotiiatrons iirittelst
Schwefelsiiure erhaltene Glaubersalz - niit eineni Worte,
uber Kreosotgas.
57
dass diese Art der Nutzbarmachung des Kreosotnatrons
gewinnbringender sein wird, als die beiden auvor mitgetheilten Verwerthungsmethoden. Die Arbeitslohne sind
nicht bedeutend und eine etwas erhebliche Abnutzung
findet nur bei der gusseisernen Pfanne statt.
Die Natroncoks wurden anfanglich an eine chemische
Fabrik verkauft, welche jedenfalls das Natron daraus
wiedergewonnen haben wird j spaterhin habe ich sie selbst
auf Aetznatronlauge zur sofortigen directen Wiederverwendung in der Mineral01- Fabrikation verarbeitet.
Trotz der unleugbaren Vorzuge dieser Methode our
Verwerthung des Kreosotnatrons geniigte mir dieselbe
nicht, wenn ich daran dachte, dass das Kreosot ganzlich
verloren ginge, hochstens als Brennmaterial etwas nutzend,
und so kam ich schon vor einigen Jahren auf den Qedanken,
d a s s d a s Kreosot auch auf Leuchtgas zu vera r b e i t e n s e i n m u s s t e . Mehrfache, diese Vermuthung
befestigende Retrachtungen veranlassten mich schon vor
etwa zwei Jahren, von einem Freunde Vergasungsversuche
mit deni carbolsauren Natron vornehmen zu lassen; obwohl
diese Versuche nur als ganz primitive zu beaeichnen
waren, insofern die eigenthumliche Consistenz des zu untersuchenden Korpers und die hauptsachlich beabsichtigte
Darstellung eines moglichst reinen kohlensauren Natrons
als Retorten - Ruckstand ganz besondere, zu einem vorlaufigen Versuche nicht gut herstellbare Vorrichtungen
erforderlich gemacht haben wiirde, so zeigte sich doch
schon damals, dass meine Voraussetzungen an sich richtig
waren: das Gas wurde mir als ein vorziiglich hell leuchtendes und mit Leichtigkeit zu entwickelndes bezeichnet.
Messungen hinsichtlich der Leuchtkraft und der Quantitat
fanden bei diesen fluchtigen Versuchen nicht statt ; es
hiitte dies damals auch wenig Werth gehabt, insofern
zur Verdickung der Masse SBgespane angewandt werden
mussten und diese auf Qualitiit und Quantitat des Gases
nicht ohne Einfluss gewesen sein mochten. Spaterhin es war gegen Ende des Jahres 1865 - wnrde ein zweiter,
aber auch nur roher, Versuch in der Weise ausgefiihrt,
5s
L. Ramdohr,
dass in der IIolzg,~s- Anstalt zii Sondershausen das Kreosotnatron, nicht gcrnengt mit Siigespiincn odcr dcrgl , inittelst
Schaufeln auf das bereits ausgcgnste Holz geworfen wurde.
Auch hier resultirte ein sehr schon lcuchtendes Gas in
erheblicher Iienge. Speciclle nlevsungen konnten leider
auch hier nicht vorgenoiiinicn werden. Indess war doch
die Rlbglichkeit einer vortheilhaften Vergasung der Carbolsiiure xur Evidenz nachgewiescn, und es handeltc sich,
bcvor z u r praktischen Nutxlaritiachung der Idee gcschritten
warde, nur noch urn Feststellung der Qualitiit und Quantitht des erzeugten Lcuchtgases. Zu einem derartigen
lctzteii Versuche liatten die niir befreundeten Besitzer
cines technisclicn Etablissernents (lie (fute, die H:md zu
bieten. Dieselben erzeugen zur 13eleuclitiing jhrer F'abrik
in einer Charnotteretortc Steiiikohlcngas. Der Gssbelialter
war moglichst leer gemacht und die Rcinignngskiisten
mit frischem I < a k bcschickt worden. Eine niehrtiigige
Vcrgasuiig von dcrn aus dcr JIincralol- uncl I'araftinfalrik
Ueorghutte staininenden Kreosotnatron ergab nun irri
Wesentlichen folgendes J<esultat:
1) 100 I'fd. Krcosotnatron ergaben circa 550 Ciibikfuss
1,euchtgas. (IVenn i n 100 Pfd. des Kreosotnatrons
50 Pfd. Krcosot cntlialtcn sind, so betriigt dies auf
100 Pf'd. der letzteren cine Ausbeute van 1100
Cubilcfuss Gas.)
2) Dns Kreosotgas, aus eineni gewbhnlichcn Stcinkohlengas- Schnittbrcnner, welcher pro Stande 5
Cullikfuss Gas verbrauclit, gebrannt, zeigte eine
1,ichtstiiirke von 38 Wachslrerzen (6 auf cin Pfund
bei 10 Zoll Liingc)
3 ) Ilcsgl. aus einem 4 Cubikfuss Sclinittbrenner von
28 Wachskerzen.
4) Desgl. RUS eineni 3 Cubikfuss Scliriittbrenner von
I I)Wachslrerzcn.
5) Trotzdem ein Thcil der ereeugten I<ohlcns;iure an
das in der Rctorte zuriickblcibcnde Natron gcgangcn
war, so fanden sicli im Gase doch noch crhelliche
Quantitsten f r e i e r Kolilensaure vor.
iiber Kreosotyas.
59
6) Die Chamotte-Retorte hatte nur bei der erstcn
Beschickung mit Kreosotnatron Gas durchgelasscn;
spiiter war sie dicht geblieben.
Obwohl die vorstehenden Zahlenangabcn auf absolute
Genauigkeit Anspruch nicht machen diirfen (es wiirde
dazu cine liingere Experiinentirzeit gehoren), so erscliien
doch auf Grund der crfolgten IJeobachtungen die Verwendharkeit des Kreosotnatrons zu Leuchtgas vollkonimen gesichert, und zwar uni so niehr, als das eigentlich wichtigere Product - nanilich die mit kohlensaurem Natron
impriignirten Coks - in dcr bequcnisten Weise nebenbei
gewonnen werden. Es wurde deshalb die Einrichtung
einer Kreosotgas - Anstalt fur die Gcorghuttc beschlosscn
und es durfte deren Hcnutzung iiii October dieses Jalires
erfolgcn.
Hei der Restirnmung iiber die Einrichtung dcr Iictortenofen sellwebten niir urspriinglich folgende I d e m vor:
I ) Man hiitte jeden Ofen mit zwci Retorten (A- und
R-Hetorte), wclche durch eiii ctwa fiinfzolliges Rohr unter
einander hiitten verbunden wcrden inussen, versehcn konnen. I n Retorte A wiirde cine einfache Verdanipfung
des IVasscrs iind des Iireosots, in der iuit Coksstiicken
u. s. w. gefullten Retorte I3 die Vergasung dcr nus A
heriibertretenden Krcosotdknipfe statt xu findcn Iiabcn.
Voraussichtlicli hstte man beide Retorten durch ein einziges
Feuer lieizen kijnnen, welches zucrst die Retorte B inid
dann erst die Vcrdanipfungs - lietorte A hstte beriihrcn
niiissen.
Jedenfalls hiitte indcss die Leuchtgas - Pabriltation
h i Anwendung dieses Systems cinige Schwierigkciten
insofern niit sich gebracht, als cs nicht gerade leicht sein
moclite, die IZostfl:ichc, die passende Oriiese und das gccignete Rlaterinl dcr bcidcn Retorten oline vorhcrgegangcne
l i i n g e r c Versuche, so zu sagen letliglich nach dem Gefiihl,
zu bcstimmen. 13ei der nicht imiiier gleichmiissig guten
Beschaffcnheit des Ileizmaterials, nanientlieh wenn dasselbe
Braunkohle ist, wiirde der Betrieb eines solclien Doppelofens sogar grosse Schwicrigkeitcn haben, wcnn man
60
L.
Ramdohr,
bedenkt, dass Retorte A eben nur eine solche Temperatur
erhalten darf, wie sic zur Verdampfung des Kreosots
erforderlich ist, wahrend Retorte B unter allen U m s t h d e n
die nothige Vergasungstemperatur erhalten muss. Ausserdem wurde, d a fur jeden Fall ein Reserveofen hatte vorhanden sein miissen, die Ofenanlnge gerade nicht billig
geworden sein. Mit Riicksicht auf alle diese niit Bestimmtheit vorauszusehenden Mange1 wurde von der Anlage cines solchen Doppel- Retortensystems abgeseheii,
trotzdem dasselbc im Princip jedenfalls richtig ist.
2) Eine andere Art der Verarbeitung des Kreosot-
natrons wiirde darin bestehen, dass man diesen Korper
mit Siigespanen, gebrauchter Lohe, Braunkohlencok, oder
ahnlichen Stoffen zu einem steifen Brei gemengt, schaufelweise in eine ganz gewohnliche Gasretorte eintragt und
zur Vergasung bringt. Der TJebelstand indess, dass einerseits es nicht unbedentende Quantitat irgend cines der
erstgenannten Korper erforderlich und deren Beschaffung
noch mit besonderen Kosten verknupft sein wurde, wahrend
andererseits dadurch das Volnnien der natronhaltigen
Coks nicht nur wesentlich vergrossert, sondern die letzteren
noch mit einen unnutzen, fur ihre Verarbeitung auf Natronlauge jedenfalls nachtheiligen Ballast beladen worden
wiirden, lieas rnich auch von dieser Art der Vergasung
des Kreosotnatrons absehen.
3) Aus ahnlichen Grunden mueste davon abgeeehen
werden, die Vergasung des Kreosots in einer Retorte auszufuhren, welchc Sihnlich den bci der Harzgasfabrikation
nngewandten mit Coks oder Ziegelstiiclten etc. gefullt
ist; der natronhaltige Cok wurde Inassenhaft mit f r em d a r t i g e n Kiirpern, welche von ihm incrustirt sein wiirden,
vermcngt sein und vielleicht hattc fast Stunde urn Stunde
eine Entleerung des Retorter-Inhalts statt finden miissen.
In ~erucksiehtigungdieser und iihnlicher Umstiinde
wird cine cinfache Retorte angewendet und derselben
das gcschmoleene Kreosotnatron in eincm continuirlichen
Strahle eugefiihrt werden. Dass dies so ganz ohne Weiterea
Uber Kreosotgas.
61
ni’cht geht, sondern dass gewisse Vorkehrungen erforderlich
sind, welche durch die eigenthiimliche Beschaffenheit des
Rohmaterials, so wie durch die beabsichtigte Darstellung
des spater in besonderer Weise zu verarbeitenden Natroncok bedingt werden, liegt auf der Hand. Seiner Zeit
werde ich nicht unterlassen, auf die in dieser Beziehung
gemachten Beobachtungen und gesammelten Erfahrungen
zuriickzukommen.
Schliesslich weise ich nur noch dnrauf hin, wi0 es
wissenschaftlich interessant sein wird, einerseits die f l u s s i g e n Kebenproducte bei dieser Gasbereitungsweise kennen
zii lcrncn, apdererseits aber auch festzustellen, wie weit
die Gegenwart des Aetznatrons durch seine pradisponirende
Verwandtschaft zu der aus dem Kreosot in der Oliihhitze
sich bildenden Kohlcnsaurc die Vollstandigkeit der Zersetzung zu Leuchtgas bedingt. Dies wird aus einem demnlichst auszufuhrenden - Versuche erhellen, bei welchem das aus der Verbindung mit dem Natron abgeschiedene Kreosot fur sich allein der namlichen Qliihhitze Busgesetet wird.
Die Resultate dieses Parallelversuches hinsichtlich
des Gasquantams, der Leuchtkraft des Oases und der
Art der Nebenproducte hoffe ich demniichst mittheilen zu
konnen.
_.
.- -. .
11.
I m Anschluss an die 1866 bcreits gemachten Mittheilungen gebe ich im Folgenden einige Notizen uber die
bei meiner Krcosotgas - Anstalt erlangten Betriebsresultate,
nachdein ich zuvor in cinfachen Uinrissen die vorhandenen
Betriebs-Einrichtungen beschrieben haben wcrde.
A . Betriebs - Einrichtungen.
1) R e t o r t e n h a u s . Es sind zwei Oefen rnit j e
einer Retorte von 6 Fuss rheinl. Lange und 15 Zoll Durch-
messer vorhanden, van dencn einer fur den Betrieb, der
andere ale Reserve dient. In die auf den Oefen liegende,
zur Halfto rnit Wasser etc. gefullte Vorlage von 12 Zoll
62
L. Ramdohr,
Durchmesser und 6 Fuss Lange munden die 5 Zoll weiten
Steigrohrc mit eincm Eintauchcn von 1 1 1 ~Zoll ein. Zur
Speisung der Retorten rnit dem zu verarbeitenden Ibeosotnatron findet sich auf jedem Ofen ein auni Theil in d:rs
Mauerwerk versenktes Bassin, welches im Stande ist,
circa 15 Ctr. Kreosotnatron aufzunehmen. Die Grosse
dieser Bassins habe ich so gewahlt, dass jeder Zo11 Hiihe
der Fliissigkeitssiiule einein Gewichtc von 50 Pfd. entspricht,
SO dass die der Retorte zufliessendc Gewichtsquantitat
stets mit Leichtigkeit durch hI e s s u ng festgestellt merden
kann. Urn nun selbst g e r i n g e Mengen dcs Itohmaterials
init hinreichender Genauiglrcit messen zu konnen, habe
ich inir folgende sehr einfache Vorrichtung construirt.
Von eincrn irn Kreosotnntron- Bassin befindlichen Schwimlner fuhrt eine Schnur iiber eine an der Balkenlage
befestigtc Bolle in nnniihernd horizontaler Richtung nach
einer Rolle von 1 %oll Durchmesser, an dcren A c h e
und fast niit clerselben verbunden eine zweite Rolle von
.iZoll Durchmesser sich befindet, auf welchcr letzteren
gleichfalls, aber in entgegengesetztcr Richtung ziehend,
cine Schnur aufgewiclrelt ist, an deren Ende ein Zeigergewicht hiingt. Beide Rollen laufen in einem kleinen
Gcstelle, melches an dern oberen Ende eines 1 2 Fuss
langen, 3 Zoll breiten, in vcrtikaler Stellung an dcr niichsten
Wand befestigten Scalcnbrettes nngebracht ist. Bci dem
Steigen orler Sinken dcs Schwimrners im ICreosotnatronBassin durcliliiuft dus Zeigergewicht vor der Scala (und
zwar in1 entgegengesetxten Sinne; cine vierfach griissere
L3ngc, resp. Hbhe, a1s der Schwimmer selbst. Dem entsprechend zeigt die E i n t h e i l n n g d c r S c a l n die im
Vcrhiiltuiss der Rollenperiphcrici: wie : 1 v e r g r g s s e r t e n Z o l l c niit ihren Unter;ibtheilungen an. Sonnch ist
ein vcrgriisserter Zoll (selbstverstKndlich niir bei genaucr
Ausfiihrung der Rollen, a ~ i fderen Umfange durch eingesclinittenes Schraubengewinde die Aufwiekeltingslinic
der Ychnur vorgeschricbcn ist) 4 Zoll rheinl. lang, rfiithin
gross genug, um selbst
Zoll Nivcauunterschied im
dL
iiber Kreosotgas.
63
Kreosot-Bassin - einem Gewichte von 31/8 Pfd. Kreosotnatron entsprechend - mit grosser Leichtigkeit ablesen
zu konnen; j a bei einiger Uebung llisst sich sogar eino
Abnahme des Vorraths im Bassin um 1 Pfd. ziemlich
genau an der v e r g r h e r t e n Scala ablesen und man konnte
erforderlichen Falls durch weitcre Vergrtisserung des
Durchmessers der zweiten Rolle die Genauigkeit der
Gewichtsmessungen noch steigcrn,
Die I’Ieizung des Ofens crfolgt durch die bei der
Mineral01 - und Paraftinfabrikation als Ncbenproduct gewonnenen Theercnks - kohlenstoffreiche, in den Theerblnsen verbleibende Eii~kstsndc- welche die Stcinkohlencoks im Heizeffect um ein nicht Unbedeutendes iibertreffen.
Im Retortenhause ist ferner ein Brett mit 5 Manometern
angebracht: NO. 1 eommunicirt niit den beiden Steigrohren und mit dem die Vorlage mit dem Condensator
verbindenden 4 Zoll weiten Eohre. Durch eingeschaltete
Hahne kann die Communication rnit dem einen oder dern
andern diescr Theile hergestellt wcrden. No. 2 giebt
den Ilruck unmittelbar hinter dcm Condensator, h’r. 3
den Ilruclr hinter der Wasehmasehine, KO. 4 den Drnck
hinter den1 Kalkreiniger, KO.5 den Druck in den Fortleitungsrohren, also hinter dem Druekregulirungs-Ventil, an.
Ausserdem enthalt dss Retortenhaus nocli eine aus
dem zwischen Wechselhahn und Gasbehiilter liegenden
Rohre gespeiste, fortwiihrend brennende Experimentirflamme, deren Wichtiglreit gerade bei dcr KreosotgasFabrikation sehr in die Augen springt.
2) D e r R e i n i g u n g s r a u m .
Derselbe enthalt zunachst an Stelle des Scrubbers einen Riihren- Condensator
mit ausserer Wasserkuhlung, wie ioh ihn RUS dcr Minerablfabrik zufallig disponibel hatte. Dieser Condensator verbraucht bei circa 60 Quadratfuss Kiihlflacho stundlich
circa 12 Cubikfuss Kuhlwasser.
Von dem Condensator aus gelangt das Gas in die
Waschmnschine, ein wiirfelfijrniiges Gefiiss rnit eingelegtem
Siebboden, welcher etwn 4Yz Zoll tief unter dem Wasscr-
64
L. IZamdoAr,
nivcau liegt. Die sonstige Einrichtung der Waschmaschine
darf als bekannt vorausgcsetzt werden.
Sodann gclangt das Gas in den Wechselhahn, welcher
gestattet, dasselbe entweder dem einen der beiden Rcinigungskasten oder aber direct dem Gasbehalter zuzufiihrcn.
D a aus dem ungerebigten Gase vorzugsweise nur Kohlens#ure zu entfcrnen iet, SO wird zur Fullung der Reinigungskasten nur zu Staub gcloschter Kalk angewandt. Die
Kalkreinigcr, von einer fruher Auf Holzgas arbeitenden
Anstalt angekauft, sind C X C ~ . Tasse im Lichten 5 Fuss
7 Zoll lang und 2 Fuss 3l/, Zoll breit, riach unten sich
vcrjungend und in der IvIitte durch eine Scheidewand in
zwei gleich grosse Iiaume getheilt, von denen der eine
den auf- der andere den absteigcnden Gasstrorn durchliisst. I n jedcr Abthcilung des Reinigers liegen drei aus
Bolz rostartig construirte Horden von j e 2 7 , s x 33 Zoll;
27,s X 32 zoll; 26,!25 X 31,5 zoll - resp. G,3; 6 , l ; 5,75
Quadratfuss Flache (incl. Rahmen) nnd 55; 53,3 und 51,6
Quadratzoll freiem Durchgange zwischen den Staben.
Die gesammte Hordcnfliche in einem jeden Kalkreinigcr
betragt also 361,'3 Quadratfuss rheinl. Zur Fullung eines
Reinigers sind erforderlich 100 Pfd. gcbrannter Kalk =
150 Pfd. Staubltalk; mithin kommen auf 1 Quadratfuss
Hordenflache durchschnittlich 4,13 Pfd. Staubkalk zu liegen.
3) D e r G a s b e h a l t e r weieht in seincr Construction
nicht von den ublichen derartigen Vorrichtungen ab. Das
aus Mauersteinen und Cement aufgefiihrte Bassin ist 12 Fuss
6 Zoll tief bei 16 Fuss lichtern Durchmessor. An der
dem Reinigungsraumc a m naehsten liegendcn Stelle seines
Umfangcs befindet sich dcr Schncht fur die Wassertopfe
des Engangs- und Ausgangsrohres. Dic Gasbehalterglocke
hat 2000 Cubikfuss nutzbaren Inhalt; sie ist 12 Fuss
hoch bei 15 Fuss Durchmesser und aus 'jlG Zoll starkem
Eisenblech hergestellt worden. Durch vier an dem oberen
und vier an den) unteren, untcr Wasscr blcibenden Ende
angebrachte Rollen wird die Gcradfiihrung der Glockc
bewirkt. An einem der Fiihrungsbocke befindet sieh
iiber Kreosotgas.
65
eine auf 10 zu 10 Cubikfuss rheinl. eingetheilte Scala
befestigt, fur welche der Zeiger an der Oberkante der
Glocke fest angebracht worden ist.
Der von der Gasbehiilterglocke ausgeubte Druck betragt genau 4 Zoll rheinl.
4) S o n s t i g e E i n r i c h t u n g e n . Das von dem Gasbehalter abgehende Ableitungsrohr ist in den Reinigungsraum zuruckgefuhrt und hier mit einem gewohnlichen
Kegelventil verbundcn worden, an welches die Erdrohrleitung sieh anschliesst. EIierbei mag zuletzt bemerkt
sein, dass der grossere Theil der ciica 70 Ruthen langen
Erdleitung aus gut getheerten schrniedeeisepen Rohren
hergestallt worden und bis jetzt vorziiglich d i ch t geblieben ist.
Eine Gasuhr ist nicht vorhanden, da nur fur den
eigenen Bedarf gearbeitet wird und das producirte Gasquantum mit geniigender Genauigkeit an der neben dem
Gasbehalter befindlichen Scala abgelesen werden kann.
Ebcn 80 hielt ich einen Druckregulator fiir uberflussig,
dn, wenn erst sammtliche Flammen angeziindet sind und
der Druck am Ventil danach regulirt ist, erhebliche
Schwankungen im Druck nicht weiter erfolgen konnen,
insofern die Flammenzahl wiihrend der Nacht wenigen
oder gar keinen Veranderungen unterliegt.
B. BetrieLs- Restiltate.
Die Heizung des Ofens erfolgt, wie bereits bemerkt,
diirch Thecrcoks, von denen auf jeden Centner cles vergnsten Kreosotnatrons 90- 100 Pfd. verbraucht werden.
Der Verkaufspreis fur diese Coks schwankt auf den verschiedenen Paraffinfabriken zwischen
- 10 Sgr. pro
Centner; die Georghutte erzielte in friiheren Jahren
bevor die hiesige Stadt-Gasanstalt rnit ihren Gascoks concurrircnd auftrat - sogar einen Preis von 121iz-15 Sgr.
pro Centner. Solltc die eigene Production an Theercok
nicht ausreichen oder der Ietztere zeitweise zu hoherem
Preise sich verwerthen lassen, so werde ich nicht anstehen,
-
Arch. d. Pharm. CLXXXII. Bds. 1. u. 2. IIft.
5
66
L. Rnmdohr,
den billigercn Steinkohlengascok als Heiznmterial fur die
Gasretorte anzukaufen.
Die Heizung des Ofens liisst sich jedenfalls auch mit
gewohnlichen Braunkohlen durchfuhren und vorzugsweise
nur der Umstand, dass ich den nacli dem Scliornstein
fiihrenden Fuchs unter hochst ungiinstigen Verhdtnisscn
anlegen musste, welche cine Reinigung desselben von
Flugasche susserst schwierig und namentlich zeitrsubend
machen wurde, hat mich von der Anwcndung einer Braunkohlen - Feuerung zuruckgehalten.
Eine jede Charge verarbeitet 150 Pfd. Kreosotnntron
in einem Zeitraum von 4-41,', Stunden. Auf Entleeren
der Retorte und iihnliche Nebenarbeiten werden 10 Minutcn
gerechnet, so dass taglich im Durchsehnitt 5 Chargen
gemacht werden, welche sich indess, wenn es auf forcirte
Production ankommt, auch auf sechs wiirden bringen lassen.
Ursprunglich war ein continuirlicher Zuflnss des Kreosotnatrons beabsichtigt ;ails mehrfaehen Grunden bin ich indess
dahin gelangt, es fur vortheilhafter zu halten, die Flussigkeit in einzelnen Rationen der Retorte zuzufiihren. Anfangs
arbeiten in Folge der lebhaften Entwiekelung von Wasserdampfen bei etwas lieruntergekommener Temperatur der
Retorte siimmtliche Manometer, namentlich das mit dern
Steigrohr direct comniunicirende, sehr unruhig und bei
diesem letztcren habe ich schon eincn Druck von 9 - 11
2011 beobachtet. Sehr bald bcriihigt sich Alles und das
zuletzt erwahnte Manometer bleibt nuf etwa 7 Zoll Druck
ruhig stehen.
Der normale Druck an den ubrigen Manometern
betriigt fur So. 2 = 51j2 Zoll; No.
= 5 Zoll; 90. 4
= 4'/, Zoll.
Die Heendigung des Vcrgasnngsproecsses wird an
dcr Experirnentirflamme crkannt, welche in diesem Falle
eincn blauen Kern zeigt und an den Kanten roth umflort
erschcint (Kohlenoxyd, Sumpfgas?). Rei frischer Beschickung findet das Schwanken der Manometer 1-4 ctwa
3-5 Minuten lang statt, nach deren Verlauf die normale
Uber Kreosotgas.
67
Oasbildung, unter gleichzeitiger Entbindung von Wasserdiimpfen, ausserordentlich rapide statt findet. Hei der
Vergasung von Steinkohlen vergehen bekanntlich vom
Augenblicke der frischen Beschickung bis zur normalen
Gasbildung in der Regel 25-30 Minuten: ein Zeichen,
um wie vie1 leichter die Vergasung des Kreosots erfolgt,
trotzdem bei jeder Fullung von 150 Pfd. Kreosotnatron
nebenbei circa 30 Pfd. Wasser verdampft werden mussen.
Die Frage, ob cine t h e i l w e i s e Z e r s e t z u n g d e s
W a s s e r s statt finde, muss ich fur jetzt noch unbeantwortet lassen ; jedenfalls scheint mir diese Zersetzung,
wenn sie uberhaupt erfolgt, nicht sehr bedeutend zu sein.
Die M e n g e der fliissigen h’ebenproducte festzustellen,
ist aus Mangel an Zeit mir bis jetzt nicht moglich gewesen.
Dieselben bestehen aus W a s s e r und fast unzersetzt iiberdestillirtem K r e o s o t. Die Quantitiit des letzteren ist
eine uberaus geringe und kaum in Rechnung zu bringende.
Das aus der Vorlage abfliessende Wasser ist milchig trube,
reagirt weder merklich sauer, noch alkalisch und besitzt
ein spec. Gcw. von 1,0025 - 1,003 bei 140 R. - Seine
Bestandtheile festzustellen, ist bis jetzt noch nicht gelungen; mehrfaehe Rcagentien geben awar zum Theil sehr
rolurninose Niederschllge, dieselben sind aber nicht deutlich genug charakterisirt, urn auf irgend einen bestimmten
Bestandtheil (Schwefel, Ainmooiak etc.) schliessen zu konnen. Es wird vielmehr eine specielle Untersuchung der
Niederschlage statt finden mussen. (Sollte vielleicht irgend
eine bis jetzt u n b e k a n n t e o r ga n i s c h e V e r b i n d u n g
in dem Wasser gclost sein?)
I)er Thatsache, dnss vorzugsweise nur Wasser, theerige
u. 8. w. Producte dagegen so gut wie gar nicht, uberdestilliren, diirfte die Annehmlichkeit zuzuschreiben sein, dbss
die von dem Retortenkopfe ausgehenden Steigrohre sich
nie verstopfen, also einer Reinigung nuch nie bediirfen.
Eben so wird eine Verstopfung in dem Fortleitungs-Rohrsystem durch h’aphtalin oder ahnliche Korper niemals zu
befurchten sein.
.
5*
68
L. Ramdohr,
Der Riickstand in der Retorte ist ein lockerer, verhiiltnissmassig sehr leichter, reichlich mit dem an das
Kreosot gebunden gewesenen Natron impragnirter Cok,
welcher in seiner schwarnrnigen, aufgeblahten Form die
Retorte etwa zu zwei Drittel anfullt. Das Mittel aus
einer Reihe von Wagungen ergiebt 45 Pfd. Natroncok
aus 150 Pfd. Kreosotnatron. Selbstverstandlich ist der
grossere Theil der Kohlenslure, deren Entstehung nicht
zu vermeiden ist, an das Natron gebunden; ein nicht geringer Theil des Natrons ist jedoch als Aetznatron vorhanden. Es ist dies eigentlich etwas AufTalliges und nur
dadurch zu erklaren, dass u r s p r un g 1i ch fast siirnrntliches Natron in der Form, in welcher es im Kreosotnatron enthalten war, also als Aetznatron, frei wird und
nur an den Busseren, mit der Kohlensaure in directe Beruhrung tretenden Theilen mit dieser Siiure bis in eine
gewisse Tiefe in Verbindung tritt, wahrend ein innerer
Kern durch diese Hulle von kohlensaurern Natron vor
weiterer Beriihrung rnit der Kohlensaure geschutzt wird.
Es wird das Interessante an dieser Thatsaehe durch die
Beobachtung erhoht, dass A l l e s i n A l l e m noch circa
1,6 Proc. Kohlensaure aus dem Kreosot w e n i g e r erzeugt
werden, als zur nildung von einfach kohlensaurern Natron
aus dcni vorhandenen Natron erforderlich sind. In den
Coks finden sich namlich circa 32 Proc. NaO vor, welclie
circa 23 Proc. (20%
zur Uildung von NaO, CO2 erfordern.
Die gesammte Kohlensaure ist aber weiter unten auf
6,42 Proc. voni Genichte des Kreosotnatrons, mithin auf
circa 21,4 Proc. vorn Gewichte der Coks berechnet worden,
so dam, wenn samrntliches NaO in XaO, CO* urngewandelt
werden sollte, noch circa 23 minus 21,4 = 1,6 Proc.
CO2 dazu f e h l e n wurden.
hlchrfache Untersuchungen des Natroncoks ergaben
a n loslichen Bestandtheilen iiberhaupt 56-60 Proc. ; diese
bestelien aus :
37 -38 Proc. kohlensaurem n’atron (NaO, CO2) entspr.
21 - 22 Proc. NaO.
iiber Kreosotgns.
69
1.7 - 14 Proc. Aetznatron (KaO, HO), entspr. 10 bis
1 1 Proc. NaO.
6-8
Proc. fremde Salze (NaO,SO3; NaC1 etc.),
welche aus der kauflichen caustischen Soda in das Aetznatron mit ubergegangen sind.
An NaO sind uberhaupt vorhanden 31 - 33 Proc.,
an co2 = 15 - 16 Proc.
Der sofort iiach dem Umschalten aus dcm Reinigungskasten entnommene Kalk zeigte im Durchschnitt einen
durch den Gewichtsverlust bei Bchandlung init Salzsaure
(im Geissler’schen Apparat) ermittelten Kohlensauregehalt
von 29,8 Proc., von welchen bei der vorzuglichen Beschaffenheit des angewandtcn gebrannten Kalks 27 -28
Procent auf Rechnung der aus dern Kreosot erzeugten
Kohlensaure gesetzt werden mogcn, wahrend dic Differenz
von circa 2 - 3 Proc. auf Rechnung der im gebrennten
Kalk etwa noch vorhanden gewesenen Kohlensiiure, so wie
der in der Keinigungumasse enthaltenen Spuren von Schwefelwasserstoff und sonstigen Gasen gebracht werden mag.
Jene 29,8 = rund 80 Proc. Kohlensaure bedeuten so
vie1 als circa 45 Pfd. in dem angewandten Staubkalk,
dessen ursprungliches Gewicht von 150 Pfd. eben durch
Aufnahine der Kohlensaure auf durchschnittlich 195 Pfd.
- ganz in Ucbereinstimmung mit den1 durch die Analyse
gefundenen Procentsatze - sich erhoht hat. D a wir nun
nur 27-28 Proc. = circa 40 Pfd. auf Rechnung der
aus dem Krcosot erzeugten Kohlensaure gesetzt haben
und zur Erzeugung dieser Quantitat circa 2250 Pfd.
Kreosotnatron haben vergast werden muasen, so machen
diese 40 Pfd. Kohlensaure = 1,77 Proc. des angewandten
Kreosotnatrons aus.
Die in dem Cok enthaltcne Kohlensaure betragt, wie
oben angegeben, circa 15,6 Proc. vom Qewichte des Coks =
15,5.30
= 4,65 Proc. vom Gewichte des Kreosotnatrons,
100
so dass die aus letzterem uberhaupt erzeugte Kohlensaure
auf 1,77
4,65 = 6,42 Proc. veranschlagt werden darf,
+
70
L. Ramdohr,
6 12 100.
welche als L
= 21,4 Proc. vom Gewichte der
a3 0
Coks in letzterer an Natron gebunden sein k o n n t e n.
Die Verwerthung der aus der Retorte gezogenen
Coks ist nach Vorstehendem eine eben so leichte und
einfaclie, als lobnende Arbeit. Die Coks werden moglichst
ersch8pfend ausgelaugt, die Lauge durch Absetzenlassen
geklart und sodnnn entweder giinzlich auf Aetznatron
allein oder auf kohlensaures Natron u n d auf das als
solches bereits vorhandene Aetznatron verarbeitet. Der
Werth dieser Coks durfte hiernach mit 2 Thlr. pro Centner
immerhin sehr massig veranschlagt sein.
Die G a s a u s b e u t e ist eine erhebliche, wenn auch
nicht so hohe, als auf Orund der im Octoberhefte des
Journ. fur Chem. und Pharm. beschriebenen, ganz rohen
und auf Uenauigkeit Anspruch nicht machenden Vorversuche angenonimen werden durfte. I n d e r T h a t l i e f e r n
i m f a b r i k m a s s i g e n B e t r i e b e 100 P f d . K r e o s o t n a t r o n = 450 b i s 4tiO C u b i k f u s s p r e u s s . gereinigtes Leuchtgas von sehr grosser Lichtstarke. Die Flamrne
dieses Gases ist selbst im Tageslichte fast weiss zu nennen.
Als Durchschnitt au6 einer langen Reibe von Versuchen
kann ich Folgendcs hinstellen :
I) Ein kleiner Schnittbrenner bei 2 Cubikfuss preuss.
Verbrnuch = 6 Wachskerzen;
2) ein grosserer Schnittbrenner bei :3 Cubikfuss Verbrauch L- 11,2 Wachskerzen;
3) ein Zweiloch - Brenner bei 6 Cubikfuss stundlichem
Verbrauch -- 23,5 Wachskerzen.
Die Wachskerzen sind aus ganz reinem Wachs in
solcher Griisse hergestellt, dass bei 10 Zoll rheinl. Lange
davon 6 Stuck auf 1 Pfd. Zollgewicht gehen. Sammtliche Beobachtungen sind zu den verschiedensten Zeiten
(namentlich auch bei fast gsnzlich ausgenutzter, bei halb
ausgenutzter und bei ganz frischer Reinigungsmasse) und
stets bei 5 Linien Druck unmittelbar hinter dem Druekregulirungsventil, entsprechend 41/2Linien Druck in der
iiber Kreosotgas.
71
Photonieterkammer, welche circa 300 Fuss von der Anstalt
entfernt liegt, angestellt worden.
Sonach betragt die Leuchtkraft d e s Kreosotgases ctwa dns Doppelte von derjenigen, welche
bei Contracten gewohnlich fur d a s Steinkohlengas b e a n s p r u c h t wird.
Uebrigens Iasst sich durch Erhohung der Vergasungeteinperatur zwar nicht die Quantitat, wohl aber die Qualitat
des Kreosotgases nicht unerheblich steigern.
In Folge dieser grossen Leuchtkraft konnten die einzelnen Theile des gesammten Rohrsystems in verhaltnissm>issig kleineren Dimensionen ausgefiihrt werden, sls dies
bci Steinkohlengas erforderlich gewesen sein wiirde. Namentlich tritt dies bei der Grosse der Brenner sehr deut1ic.h hervor. Von den iiberhaupt vorhandenen 104 Stuck
Brennern Rind 89 Schnittbrenner dei* kleinsten Sorte,
welche pro Stunde circa 21/, Cubilrfuss verbrauchen;
4 Stiick sind Schnittbrenner mit circa 31/, Cubikfuss
Consum und 8 Stuck Zweilochbrenner ( H o f - L a t e r n e n ) ,
welche diirch die betreffenden Regulirhahne auf circa 51i2
Cubikfuss gebracht worden sind j ausserdem sind noch
3 Argandbrenner vorhanden.
Hier durfte der geeignete Platz sein. anzugeben, dass
das Qas die ganze Nacht hindurch nieinals mit mehr als
h i i c h s t e n s 5 L i n i e n D r u c k in das Kohrsystem gelassen wird ; Regel ist, dass nur 4 Linien gegeben werden.
Was nun - um zunachst dieMittheilungen uber die
erlangten Hetriebsresultate zu beschliessen - die R e i n ig u n g des Gases anlangt, so erfolgt dieselbe, so meit sie
auf chemischen Einwirkungen bcruht, lediglich durch zu
Pulver gelosehten Kalk. Weiter vorn ist bereits angedeutet
worden, dass zur Fullurig cines Reinigungskastcns 150
Pfund Stmbkalk, welehe aus 300 Pfd. gebranntem Kalk
dargestcllt wurden, erforderlich sind und dass im Durchsehnitt auf 1 Quadratfuss Hordenflache = 4,13 Pfd. Staubkalk liegen. Nach Verlauf von reichlich drei Tagen ist
der Kalk mit Kohlensaure gesattigt, sein Qewicht ist von
72
L. Rnmdohr,
150 auf 195 Pfd., mithin urn 30 Proc. gestiegen, was mit
dem durch die Analyse nachgewiesenen Kohlensauregehalt
(29,82 Proc.) genau ubercinstimmt.
Jede Fullung eines Kastens reinigt durchschnittlich
das Gas von 15 Chargen h 160 Pfd. Kreosotnatron, mithin wurden zu je 1 Charge = 10 Pfd., und auf 100 Pfd.
Kreosotnatron = 62/3 Pfd. Staubkalk verbraucht. Jene
15 Chargen producircn rund 10,000 Cubikfuss gereinigtes
Gas; mithin crfordern 1000 Cubikfuss = 15 Pfd. Staubkalk zur Reinigung. Bei einer Jahresproduction von
1 Million Cubikfuss sind demnach erforderlich = 15,000
Pfund Staribkalk = 10,000 Pfd. = 125 Ycheffel 80 Pfd.
gebrannter Kalk.
Zum Schluss noch einige Worte uber die Leiatungsfahigkeit, die Anlagekosten und die Rentabilitat der auf
der Ueorghutte vorhandenen Anlage.
Die durchschnittliche Leistungefahigkeit betragt bei
Benutzung einer Retortc (von den vorn angegebcnen geringcn Dimensionen) taglich 6 Chargen a 160 Pfd. Kreosotnatron = 3375 bis 3400 Cubikfuss Gas; mithin bei 350
Arbeitstagen = 1,181,250 bis 1,190,000 Cubikfuss Gas,
wofur in runder Summe nur 1 Million Cubikfuss angcnommen werden mSgen. Zu deren Erzeugung sind in
runder Surnme erforderlich = 2300 Ctr. Kreosotnatron,
welche 690 Ctr. Natroncok liefern.
Dic Anlagekosten werdcn Alles in Allem (incl. eines
Reserveofens rnit lietorte) auf circa 2500 bis 2700 Thlr.
sich belaufen.
Die Rentabilitat dcr Anlage stellt sich im Vergleich
zu einigen anderen Methoden der bisherigen Verwerthung
des Kreosotnatrons als sehr gunstig heraus. Ich lasse
die betreffenden Berechnungen hier folgen und bemerke
nur im Voraus, dass ich uberall Zinsen der Anlage mit
5 Proc. Amortisation (Abschreibungen) aber nicbt mit in
Rechnung gestellt habe. Den folgenden drei Berechnnngen ist uberall die gleiche Quantitiit von zu verarbei-
iiber Kreosotgns.
73
tendem Kreosotnatron (2300 Center jahrlich) zu Grunde
gelcgt worden.
I. Verarbeitung des Kreosotnatrons auf Glnubemalz und
rohes Kreosot.
Die Kosten einer hierzu erforderlichen Anlage haLe
ich, und zwar gewiss sehr nicdrig, auf 800 Thlr. angenommen. Sodann bin ich von der Voraussetzung ausgegangen, dass die Zerlegung des Kreosotnatrons durch die
bei der Reinigung der Rohole angewandte Schwefelsaure
erfolgt, da dic letztere auf allen I'araffinfabrilten in genugender Menge vorhanden ist und es ohnehin kauin
Jemand in den Sinn konimen durfte, fur diesen Zweck
ctwa frische Ychwefelsaure zu verwenden. Nach meinen
13eobaclitungen ltann man voraussetzen, dam 1 0 0 Th.
Kreosotnatron zur Zersetzung 50 Tli. g e b r a u ch t e r
Schwefelsiiure erfordern und circa 75 Th. des wasscrhaltigen Glaubcrsalzes nebst 70 Th. rohcn Kreosots gcben.
I n das lctztere sind, wic inan schon aus der erheblichen
Quantitat schliesscn wird, siimmtliche durch die Schwcfelsiiure aus den Roholen ausgeschieden gewesenen harzigen
u. 8 . w. Substanzen mit ubergegangen.
E i n n a h m e.
2300 Ctr. Kreosotnatron ergeben:
1725 Ctr. rohes Glaubersalz k Ctr. 7 sp7. . . 431 4 7 s y 6 8
1615 ,,
KreosotkCtr.hochstens15sy 8 0 5 , - n - "
in Summa 1236 $7sg 6 9
Ausgabc.
1 1 9 0 Ctr. gebrauchte Schwefelslure k 10sgr . . . . . . . . . . . ,$ 383. 10. -.
Lohne, 1 Mann :36OTage k l!isgr , 180. -. -.
Zinsen der Anlage von 800 $
.
A 5 P r o c . . . . . . . . . . . . . . . . ,, 40.-. -.
Brennmaterial zum Eindampfen
der Laugen. . . . . . . . . . . . . . , 220. -. -.
Reparaturen an den Pfannen etc. ,, 50. ---.-.
Diverses und zur Abrundung
_ _ _ 12. 27. 6.
Summa.. . . . . . . . 88643 7sy 6 8
bleibt Gewinn . . . 3 5 0 4 -987 -4
~
L. Rumdohr,
74
Sonach verwerthet sich 1 Ctr. Kreosotnatron auf
I.I. Verarbeitung des Kreosotnutrons im Flumniofen durch
VeTbrennung des Kreosots behufs Gewinnung natronlialtiger C o b .
Es ist dies das mehrere Jahre lang auf der Qeorghiitte angewandte oben beschriebene Verfahren.
E i n n a h m e.
2300 Ctr. Kreosotnatron geben 690 Ctr.
Natroncok ii 11,48).. . . . . . . . . . . . . . 862 4 15 syr -8
s.p. 8.
Ausgabe.
Lohn fur 1 Arbeiter auf circa
130 Tage
15sg... . . . . . &#3 65. -. -.
1 neue Pfanne nebst Eininauerung . . . . . . . . . . . . . . . ,, 80. -.
Zinsen der Aniage von 2 0 0 4
B 5 Proc.. . . . . . . . . . . . . . .
lo.-.-.
Verbrauchte Feuerkohlen.. . . . ,, 20.
-.
Diverses und zur Abrundung. ,, 7 . 1 5 . -.
Summa Ausgabe 18$& 15syr -8
bleibt Gewinn 680 4 -syr - 4,
Dcmnach verwerthet sich 1 Ctr, Kreosotnatron auf
-.
-.
G80
2300
&#3
=
-4
8 SY 10,5 4,.
Wenn vorstehend die producirten Natroncoks mit
pro Ctr. in Ansatz gebracht worden sind und dies
im Vergleich Z I I dem Preise der bei der Kreosot-Vergasung gewonnenen Coks zu niedrig erwheirien moehte,
so bemerke ich zur Erlauterung dieser Differenz, dass
oLiger Ansatz von 1’1, I$ noch etwas hoher als der innerhalb eines Zeitraumes von ctwa 5 Jahren thatsaehlich
erzielte Durchschnittspreis ist, wahrend andererseits ein
1 1 ; ~;$
ilber Kreosotgas.
75
Preis von 2 4 fur die Gasnatroncoks als ein verhaltnissmassig sehr geringer erscheinen muss, in so fern letztere
ausser einfach kohlensaurem Natron noch circa 13 Proc.
Aetznatronhydrat enthalten, wahrend die Flammofencoks
Aetznatron gar nicht, dagegen eine bedeutend grossere
Quantitat Kohlensaure enthielten, als zum Vorhsndensein
von NaO, CO2 erforderlich war, so dass die Verarbeitung
der alteren Coks schon aus diesem Grunde weit weniger
lohnend war.
III. Verurbeitung des Kreosotnatyons auf Leuchtgas und
Natroncok.
100 Pfd. Kreosotnatron gcben :
:30 Pfd. Cok mit 37-38
Proc. NaO, CO2 und 13-14
Proc. NaO, HO j
450-460 Cubikfuss rheinl. Leuchtgas.
I n 350 Arbeitstagen wurden in runder Summe verarbeitet 2300 Ctr. Kreosotnatron ; diese ergeben:
1,000,000 Cubikfuss Leuchtgas ;
6t)O Ctr. Natroncoks.
Unter Reriicksichtigung der bedeutenden Lichtstarke
der Kreosotgasflamme, welche sich zu der des guten
Steinkohlengases wic 2 :1 verhalt, erscheint es angemessen,
den Werth von 1000 rheinl. Cubikfuss Kreosotgas =
4 ,$ zu setzen, oder mit anderen Worten einen Steinkohlengaspreis von
2 4 - syr - $ fur 1000 Cubikfuss rheinl.
oder 1 ;B 25 sy - 9, fur 1000 Cubikfuss engl.
der Werthbestimmung fur Krcosotgas zu Grunde zu Iegen.
Ebcn so ist der fiir die Natroncoks angenommene
Preis von 2 4 thatsachlich cin iiberaus geringer.
E i n na h m e.
Fur ~,oOO,OOOCubikf.
Gas B 1000 Cubikf. 4 4 40004 -SF
690 Ctr. Natroncok Ctr. 2 $3.. . . . . . . 1380 , - ,,
___Summa. . . 5380 $3 -syr
-8
-,,
-a
76
L. Rnmdohr,
A u s g a be.
Lohne, 2 Mann auf je 360 Tage
h 15 ST.. . . . . . . . . . . . . . . . . . 360. -. -.
Zinsen der Anlage von 2600 4
h 5 Proc. . . . . . . . . . . . . . . . . . 130. -. -.
Zur Heizung der Retorte, 2300 Ctr.
Cok, Zt Ctr. 10 sy,. . . . . . . . . 766.20.-.
51i4 Wispel gebrannter Balk h 6 4 31. 15. -.
Ersatz an Retorten, Chamottesteinen, Maurerarbeitslohnen, Diverses und our Abrundung . . 211.25. -.
Summa Ausgabe 1500 8 -sy - 9,
bleibt Gewinn 3880 4 -sy -2)
Sonach verwerthet sich 1 Ctr. Kreosotnatron auf
3880
___
= 1 $#! 20 s y 7,3 y.
2300
Bei dieser Gelegenheit moge es mir gestattet sein,
eine Stelle des oben rnitgetheilten Aufsatzes iiber Kreosotgas, so weit dieselbe zu Missverstandnissen Veranlassung geben kijnnte, hier specieller zu erortern.
Ziemlich am Anfange des fraglichen Artikels ist
gesagt worden, dass einige der grosseren (Paraffin-) Fabriken noch jetzt das Kreosotnatron zum Impragniren der
zuin Ausbau der Schachte und Strecken benutzten Holzer
verwenden, oder es zu gleichem Zwecke fur einec Preis
von 1 bis 11/, Thlr. verkaufen. Hiernach konnte es
scheinen, als ob ein g r o s s e r Theil des uberhaupt producirten Kreosotnatrons zu diesem ziemlich hohen Preise
verkauflich und somit kaum das Bedurfniss zu einer
mijglichst hohen a n d e r w e i t e n Verwerthung dieses K6rpers vorhanden gewesen sei. Diese Auffassung hat aber
nicht in meinem Sinne gelegen, obgleich ich nicht Anstand
nehme zu bekennen, dass ich selbst durch die Fassung
jener Worte Veranlassung gegeben habe, um aus jenen
Uber Kreosotgas.
77
Zcilen etwas Derartiges heraoslesen zu konnen. -- Die
zum Irnpragniren der Q r u b e n h o 1 z e r verwandte Quantitat ist in der That eine im Verhiiltniss zur gesammten
Production verschwindend kleine ; ausserdem ist jener
Preis i n so fern ein imnginarer, als die betreffenden
Paraffinfabriken denselben nur ihren e i g e neri Kohlengruben, also sich selbst, in jener IIohe angerechnet, auswartige Kaufer dazu aber so gut wie gar nicht gehabt
haben. Auch ist inzwischen in Folge eines bedeutenden,
durch das Kreosotiren der Grubenholzer verursaehten
Grulenbrnndes in der Nahe von Zeitz Seitens dcr kijnigl.
preuss. Bergbehorde die Bcnutzung von Kreosot und ahnlichen feuergefahrliclien Stoffen zurn Conscrviren der
Grubenholzer untersagt worden, so dass diese Art der
Verwendung uberhaupt aufgchort hat. Ferner mochte die
Kreosotirung der Grubenh6lzer von zweif'elhaftem Nutzen
sein, da das Kreosotnatron in jedem Verhaltniss im Wasser
loslich ist und durch die Grubenfeuchtigkeit sehr bald
aus den Holzern wieder entfernt werden durfte. Die Ausfuhrung der Kreosotirung ist ferner mit erheblichen Kosten
wrbunden, da, wenn sie einigermassen hinreichend werden
SON, dieselben Maschinen und Apparate erforderlich sind,
wie bei dem Impragniren von Eisenbahnschwellen, Telegraphenstangen etc. mit Kiipfervitriollosung und dergl.
Das von Dr. 11. V o h l (Dingl. Journ. Bd. 144.S. 449)
einpfohlene Verfahren, die Holzer nach dem Tranken
init Kreosotnatron noch in gleieher Weise mit verdunnter
Eisenvitriollosung zu impriigniren, wodurch das Kreosot
froi werden und mit der IIolzfasersubstanz sieh verbinden
8011, wahrend das crzeugte Glaubersalz in Folge der zutretenden Feuchtigkeit nach und nach entfernt wird, verdoppelt nicht nur die Kosten der Irnpriignirung, sondern
scheint auch in der Praxis keinen Eingang gefunden zu
haben.
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