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Untersuchungen aus dem pharmaceutischen Institute der Universitt Dorpat. Beitrge zur Chemie der Ponien

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Dragendurff u. Stahre, lkilrugc z. C'hcnile (1. Ptlunieli.
schrift dcr Pharmacopoe gekochte und ausgesalzcne Scifc,
nachdem sie in fein zerbrockeltem Zustande auf eincm Colirtuche mehreremale mit destillirtem Wasscr abgespiiit worden
war, durch kriiftiges Pressen nach Jloglichkeit von jeder
anhaftenden Vliissigkeit zii befreicn gesucht , und dann diesclbe luci miissiger Tcmperatur trocknen und stossen lassen.
Die noelimalige Losung der Seife zum sogenannten Scifenlcini
scheint mir eine vollig uberfliissige, die Arbeitszeit nur verlangernde Operation zti sein. Die so hergestellte Seife ist
blendend wiss, halt sich r-ortrefflich und reagirt nur schwach
auf Chlor.
Untersuchungen aus dem pharinaceutischen
Institute der UniversitBit Dorpat.
Mitgethcilt von D r a g e n d o r f f.
neitrlige z u r Chemie d e r Paonien.
Bei Gelegeuheit der Veriifferitlichung der Y O U Marquis
in Bczug auf Delphiniumalkaioide gesarnmclten Erfahrungen
habe ichl dem Gedanken Ausdruck gegeben, dass mituntcr
natiirliche Vcrwandtschaft der Pflanzcn sich dnrch Uebereinstimmung wichtiger chemiseher Bertandtheile odcr doch bestimmter Atoinengruppcn in diesen documentire. Es wurdo
dabei auf die Jctsnunculaceenfaniilic hingewicsen als eine derjenigen, w-elche zu Stiidien in dieser Richtung nicht ungeigiiet
sein diirfte. 1ndt.m auf den Gehnlt di:r drei ersten Gruppen
dieser Familie, der Clematidcae, Anemoneae und Ranunculeac
an fliichtigem scharfem Ancmoniil , auf sein Yerschwinden
in der vierten Gruppc, derjcnigen der Hellcboreae, aul das
Auftreten drs stickstofii,cicn scharfen Hellebore'ins in den
verschiedenen Artcn der Helleborusgattung, nuf die Delphiniumalkaloide der Staphisagria, die Beziehnngen desselben
xum Aconiiin der Sturmhutartcn und zum Fepalin des Aco1) Arch. f. oxpcr. Pathol u. Pharmacol. B. 7 , H. 1 , p. 55 (1878)
u. Pharm. Zeitschr. f. Russl. Jg. 16, p. 449, p. 481 u. p. 513 (1878).
Dragendorff u. Btnhre, Ibitrligc z Chemie d. Piionieu.
41J
niturn ferox, weitcr aiiC dax Auttaucheii von 13erberin in einigen Helleboreen - Coptis etc. - und Paeonieen, cndlich
niif dessen haufiges Vorkornmen in Berberideen rind Nenispermecn lringewiesen wurde, wurde das Bedauern ansgesproohcn, daxs wir bisher so wenig iiber dic: cheinischen Bentandtheile dcr Actcen nnd Paonien wissen. D;is Bestreben,
einen Beitrag znr Fullung der bezciclinet.cn Luckc 211 liefcrn,
war das Notiv, wclcheni die folgendcn I:ntcrsuclrungcn cntstaminen. Es kam darauf a n , zunachst iibcr die chemischcn
Verhiiltnisse ei n e r dar Pdonicnarten sich etwan genauer Auskiinft zu verschaffen; da es am wenigsten SIiihe mitclite, Theile
der officinclien Paeonia peregrina zii erlangeu, so wiirden sie
zu diesem Zwecke auserscheii. Die irn ersten Abschnitte
tiieses Aufsnt ces rorzuf'iihrenden Yersuche mit dem Samen
gcnannter Pfimzo wirden im Friihjahre 1878 von mir begonnen. Als dann irn Laufe desselhen Jahres College Stahre
fur einige Jlonate Aufenthalt in norpat nalim, wurde dic
Arbeit von uns genieinschaftlich fortgesetzt. College Stahre,
J)ocent am pharm. Institut in Stockholm, hat dann die im zweiten Abschnitte folgende quantitative Analysc der Yaoniensamen hinzugefugt. Die irn dritten Abschnittc bcschriebcnen
Yeruuche ubcr Paonienwurzeln sind im Winter -Semester 1878
von den Herren Prov. K. Yanilelin aus IIelsingbrs und Stud.
G . Johannson 8\18 Riga angcstellt und die irir vierten Abschnitte cnthaltcnen Studien uber nicht vollig reit'e Paeoniensamen von Stahre und mir gcmeinschaftlich begonnen und
von mir fortgesetzt worden.
I. Ueber die Samen der Paeonia peregrina.
Von D r a g e n d o r f f und S t a h r e .
A. Durch Vorversuche war erkannt worden, dass die
zerkleinerten Samen bei Maceration mit schwefelsiiurehaltigem
Wasser an dieses eine Substanz abgehen, welche gegen die
wichtigeren Gruppenreagentien fcir Alkaloide nicht indiflerent
ist. I n der Erwartung, dass in den Paoniensamen ein Alka-
41-1
Drageitdorff u. Stahrc, Beitragc z. Chcmie d. Pionien.
loid vorhanden sei, wclches zu dem Delphinin oder Aconitin
in Bcziehiing stehe, wnrdc versucht, jencs mit Hiilk einer
Methodc zu isoliren, wclche bei Bcarbeitung der Staphisagria- Sanien gutc Resiiltate gcliefert hstte.
Die Piioniensamcn wurden mit Hiilf'e einer Gewurzmiihle
miiglichst fein gemalilen, spatcr nctch weiter im Morser zu
grobem Pulver zerkleinert und durch ein nicht zu weitmaschiges l'ferdepulversicb getricben. Uas diirch letzteres hindurchgehende Pnlver onthielt rclativ wcnig Antheile dcr Samenschale. Da letztcre sclrr schwor zii zerklcinern ist, so blieb
sic grossenthcils auf den1 Sicbe zuriick wid es wurden nun,
um von diesern Umstande fur Liisung der Frage nach dcr
verschiedcnen Vertliciliing dcr zu isolirenden Bcstnndtheile
Xutzen zu zielicn, beide Theilc - dcr durch das Ski, hindurchgehende, welcher mehr den inneren Ssmentheilen entspruch,
und der auf dem Sieb zuruckbleibende reichlich Samenschalen
enthaltcnde - besonders vcrarbeitet.
a. 800 g. des lctztercn wurden, sobald die Zerkleinem n g besorgt w a r , glcich init Petroliither soweit iiioglich
entfettct. Das nach dem Abdestilliren des Petroliithers bleibende Residuum stclltc ein zieinlich hellgelbes , dem Provenceole iihnliches Fliiiduni dar, welchcs unter Einfluss directer
Sonnenstrahlen lcicht blaichtc, an der Luft schwer verharzte,
mit cone. Schwefelsaure sich starker wie Xandelol erhitztel
und mit dieser sich in diinnen Schichten violettroth, in dickeren
braun fiirhte. Nit salpetriger Saure vcrdickte es sich allmiihlich, mit Fatronlauge verseifte es leicht zu einer ziemlich
festeii, tkit fsrbloscn Seif'e. W i r vermuthen in diesem O c l e ,
auf dessen genaucre Ucarhcitung wir vorliiufig verzichten, irn
Wesentlichen ein C l y c e r i d d e r O e l s a u r e .
I)as entfettete und wiedcr getrocknete Pulver wurde mit
500 C.c. h e r 10 procentigen wasscrigen Weinsaurelosung
glcichmassig durchfeuchtet , nach einstiindiger Digestion bei
1) Die beiden Pette crhitzten sich ceteris paribus von 23O sul rcsp.
68O und 48O.
Dragtnclorff u. Stahrc, Eeitrage
2.
Cheiiiie d. l’honicn.
415
80° mit 3 Lit. Weingeist von 85 Ol0 Tr. iibergossen und drei
Tage bei 85O-4Oo digerirt. Uann wurde abgepresst, der
kiickstand noch ein zweites und drittes Ma1 bei derselben
Tempcrtltur mit Weingeist ausgezogen. Die Tincturen wurden
filtrirt, der IYeingeist derselbon grossentheils abdestillirt.
Aus dem Residuum der Destillation schiedcn sich beim Erkalten bedcutende Nengen von l-larz ab, welche theilweise
schon in Weingeist von 50°/, Tr., theilweise erst in Alkohol
Ioslich waren. (Ueber diese Harze wird
von 90 o/o - 100
weiter unten sub. E. die llede scin.)
Die vom Harze durch Filtration getrennte Pliissigkeit
wurde. mit Aether ausgcschiittelt uud gab an diesen noch
bedeutende SIengeu einer dunkellraunroth gcfiirbten harzigen
Substanz ab, welche mit dem obencrwiihnten, in 50 procentigern
Wcingeist liislichen harzartigen K o r p iibercinstimmt. Nacliclem die Actheraiisschuttelung mclirinills wicderholt war, war
die wiisscrige Plussiglreit fast farblos geworden. Sie wurde
nun niit h’atriiimcarbonnt schwach alkalisch gemacht und
wiedcrum init Aether ausgeschiittelt, gab aber wcder an diesen
noch an Cliloroform irgcndwie bedeutendere JIengen ciner
alkaloidischcn Substanz ab, wie sic auch selbst, direct
rnit Gruppcnreagentien gepriift , keiiie nennenswerthcn Alkaloidreactionen zeigte. Schon hierdurch war die Annahnie,
class eine den Staphisngria- oder Aconitalkaloideii verwandtc
Yflanzenbase in den Paoniensanien \orliege, hinfiillig geworden.
b. Ein ganz Lhnliches Resultat wurde crhalten, als 500 g.
des f‘eineuen, vorzugsweise aus den inneren Sameritlieilen bestehendcn , Pulvers in ganz ahnlicher Weise bebandelt wurden.
Der ganze Unterschied xwischen den Ergebnissen bcider Versuche bestand dilrin, dass dicser Theil der Samen mehr fettes
Oel (xusammen gaben sie 390 g.) und weniger harzige Substanzen licferte. Auch als ein Thcil des sauer mit Aether
ausgeschiittelten und dadurch vom rothbraunen Harzgemenge
betreiten Destillationsriickstandes der Alkoholauszugc mit Zusatz VOII Naguesia und Int‘usorienerdc ausgetrocknet und die
gepulverte Trockensubstanz mit absolutem Alkohol extrahirt
worden war, wurde kein Alkaloid erhnlten.
416
Dragendorff u. Stshre, Reitrage z. Chornie d. Paonien
Wohl aber gab dicser Trockenruckstand beim Verdunsten
eine syrupose Blassc, welche allmiihlich beim Stehcn etwas
kornig wiirdc , siiss schmeckte, ails Pehling’scher Losung
Kupferoxydul abscliied und in heissbcrcitcter, spbtcr erkaltcter
Lijsung, in welclier dic Fchling’schc Solution die 4 5 o,’Ib Glycose aequivalente Zuckcrmengc anzeigte, im Yolaristrobomctcr
(Tageslicht) 3O,26 nach Rechts drchtc. Dicser Z n c k e r wurde
durch Hcf’e ziemlich langsam in Giihrnng versetzt. Nachdem
die Losung noch durch Bleiessig von vorhandenen Bcimengungen, durch Schwefclwasserstoff vom Bleisalziiberschusse
Lefreit war, wurdc sie bei gewohnlicher Temperatnr uber
Schwefelsliure und Kalk verdunstet und hinterliess eine
hellgelbe, sehr suss schnieckende ainorphe Yasse, deren
1)rehungsvermogen dem ebcn angegebenen entsprach.
Bei der Elementaranalyse, wclchc Herr G . Johannson
nusfuhrte, ergab sich , dass bei 16,82 O/, Feuchtigkeit rind
5,16°/0 Aschensubstaz (A. Th. Kalk) aus 0,3746 g. aschenund wasserfreier Substanz erhalten wurden 0,5459 g. Kohlensiiure und 0,2390 g. Wasser. Die 39,72% C , 7,07% H und
.i3,21°/o 0 , wclche sioh hieraus berechnen, wiirden ziemlich
gut auf die Formel C 6 H 1 2 O 6 passen, f‘iir welche nur der
Wasscrstoffgehalt etwas zu hoch gefunden wurde.
Der Zucker reducirt 1Vismuthoxj-d bei Gegenwart von
Batriumcarbonat erst, nachdem inan einigc Xinuten gekocht
hat; auf alkalischc Liisung yon Kaliumquecksilberjodid wirkt
er bei Siedetemperatur sogleicli reducirend. Konnen wir auch
die Analy se wegen des bedeutenden Aschengehaltes der Substanx niir nnter Vorbehalt verwerthen, ti0 steht doch vorliiufig
der Annahme nichts im Wege, dass es sich hier um eine
G l y c o s e handolt , u clche durch Polnrisationsverhalten, Wirkungswerth gegen Kupferoxyd und etwas abweichcndes Verlialten gegen IIefeferment von der Dextrose abweicht. So
lange wir nicht in dcr Lage gewesen, Versuche mit aschenXrmeren , reincren Proben dieses Zuckcrs auszutiihren, miissen
wir davon abstehen, fur denselben einen Namcn in Vorschlag
zu bringen.
Dragrndorn' u. Stahrc, lleilr2ge z. Chcmic d. Piiotiien.
417
c. Wenn nach den Vorversuchen angenommen werden
durftc, dass in den Paoniensamen ein Alkaloid vorhanden
sei, SO konnte das negative Rcsultat dieser crsten Experiinente nur darauf hindeuten, dass entwedcr dieses Alkaloid
in weinsaurehaltigem Alkohol imloslich sei, oder dass es bereits bci Einwirknng von Weinsiiurc zersetzt wcrde. Um in
dieser Angelegenheit zu eincr Gewissheit Z I I gelangen, wurdc
der Riicltstand der mit weinsaurehaltigem Alkohol estmhirten
Samen getrocknet und dann init Wasser bei Zimmertcmperatur
aiisgezogen. Zweimalige Bchandlung der Samenriickstiinde,
nach welcher jedesmal wharf abgepresst worden war, ergab
wenig gefarbte Ausziige, welche auf Zutjatz von 2 Raumth.
Weingeist von 95°/o Tr. einen voluminosen gallertigen, farblosen Kiederschlag liet'erten, ails welchem sich allmahlich einige
Krystalle von Kaliumbitartrat ausschieden. (Ueber die Reinigung dcr hiur gefallten Schleimsubstanz siehe in A. f.).
Der
Niederschlag enthielt kein Alkaloid.
Das Filtrat von diesem schleirrigen Niederschlagc wurde
durch Destillation vom Slkohol bcf'reit, rnit Natriumcarbonat
gesattigt und mit Aetlier ausgeschiiticlt. Dic schr schleimige
Betherausschuttelung gab, niit a b d u t . Alkohol gemischt,
einen gelatinosen Niodcrschlag mit eirigelagerte ti Krystallen
(ein Gemenge von Schloim mit Tartraten, Sulfiten und Phosphaten), welche letzteren in Wasser schwerer llislich sind
ebenso \vie der amorphc Antheil des Priicipitates (Schlcirn).
Im Filtrate, welches beirn Sammeln des Xicderschlages abgclaufen w a r , fand sich nur cinc geringe 3lengc einer Hamsiiure, eine Spur Natriurncarbonat , abcr kein Alkaloid. Die
wassrige, durch Ausschiitleln mit Acther crschopfte , Fliissigkeit gab dagcgen lieactionen einer Pflanzenbase, welche aber
innerhalb einiger Tage an Intensitit abnahmen. Kachdcrn
auch durch Ausschiittelungcn rnit Chloroform kein Alkaloid
isolirt worden war, wurde die w k s r i g e Fliissigkeit durch
Eindampfcn concentrirt , nochmals mit 3 Raumth. abs. Alkohols
zur Beseitigung cines Schleimrestes gemcngt , wicdcr filtrirt
und destillirt. Der wiissrige Destillationsriickstand gab, mit
Schwefelsaure angesiiuert , einen harzigen Niederschlag, dcr
Arch. d. Pharm. X I V . I l t i d . 5 . I-111.
27
418
Drageildorff
11.
St:ihre, Xiitrige z. Chemie d. Paonicn.
gleichfalls abfiltrirt wurde. Endlich murde das Filtrat zur
Fallung des Alkaloides niit ?~aliiimqiicckfiillierjodidversetzt,
der abfiltrirtc unJ gewaschene Bieclcrschlag mit Schwefelwasserstoff zerlcgt , d a s Filtrat vom Schffef‘elqnecksilber bei
niederer Temperatur verdnnstet. Es hinterblich ein Geinenge
eines in Wasser liislichcn Slkaloidsalzes rnit einer liiiutigeii
braunun, in Wasscr unliislichen Substanz, welvhe , nachdeni
wiederum gelost war, abfiltrirt wiirde (Zersctzungsproduct
des Alkaloides). Die Losung a u r d e niit Silbcrsulfat vom Jod
befrcit, nus der Liisung dcs Alkaloidsulfates a u r d e die 13asis
durch Barythydrat in Preiheit gevetzt und riacli AuslBlung
des iiberschussigen Baryts duroh KohlensZnre, Filtriren und
Eindainpfen iibcr Schwefelsaurc bei Zimmertemperatur cin
amorplies blassgelbes , in Wasser leichtlosliclies Alkaloid crhalten, welches durch dic gobriiuchlicheren Gruppenreagcntien,
unter denen wir narnentlich auch Goldchlorid , Quecksilberchlorid , YikrinsGure, Kaliumbichrctmnt und Brombromkalium
nennen aollcn, gefEllt wurde. Leider haben wir bisher niit
dieser Substanz, wt:lche auch pliysiologisch nicht besondcrs
auffiillige Reactionen bcwirkt, keine irgendwic charakteristischcn
Fnrbenreactionen beobachten konnen. Die Ausbeute an Alkaloid war einc sehr geringc; aus dcn in a und b bezeichneten
Nengcn des I’ulvers w r r d e kaum ein Decigramm desselben
crlidtcn, woran allerdings der Urnstarid Schuld ist, daas whon
unter unseren Hiinden eiri Theil des so leicht zcrsctzlichen
Alkaloides verloren wurde.
So vie1 geht jcdenfhlls aim unscren bisher ausgetiihrten
Vcrsuchen hervnr, dass 1) e i n A l k a l o i d i n d e n P f i n g s t r o s e n s a m e n vorIiand(:n i s t , w e l c h e s a b e r k e i n e r l e i U e r b e r e i n s t i n i m u n g m i t d e n S t a p h i s a g r i a - uiid
A c o n i t a l k s l o i d e n c r k c n n e n l i i s s t , und dass 2) d i e s e s A 1 k a 1 o i d i n \v e i n s ii nr c h a 1t i g e m W e i n g e i s t
f a s t unliislicli ist.
d. Da es immerhin denkbar war, daes ein ‘Theil des
Blkaloidcs ctwa durch TVeinsAure in eine auch in Watlser
schwerlosliche Verbindungsforni iibergeluhrt sei , so wnrde
tler niit, Wasser erschopftc Ruckstand der Samen von c (er
Dragendorff
11
Stahre, Ikitriige z. Cheniie d. Paonien.
419
wog bei dein grobercn Pulver jetzt 455 g., bei dem feineren
400 g.) rnit lprocentiger wiisserigcr Xatronlauge 24 Stunden
ruacerirt. Der dann wiedcr abgepresstc Auszug wurdc mit
EssigsLuro ncutralinirt , mit dcm glcichen Volum Weingeist
von 85% gcmengt und nchied nun cinen briiunlich schleimigen
Niedcrschlag aus. Letzterer war auf dcni Filter gesarnmelt
und rnit schwachem Weingeist gewaschen, zum Thcil in Wasscr
von 50° Ioolich (iiber den unloslichcn Tticil sielie untcn A. g.
und C. a. 11. b.), die Wasacrlosung wiirde rnit Salzsaure angesauert , filtrirt und bis zum Aufhijren der Chlorreaction
dialysirt (Dialysat alkdoidfrei), dann dcr Inhalt des Dialysators wiederum mit Alkohol versetzt. Es fie1 eine schleimige
Substanz , welche, in diinncn Lagen anf Glasplatten iiber
Schwefelsaure getrocknet, in farblosen Bliittchen erhalten
wurde und deren Analyse 11,317°'/0Feuchtigkeit, 1.9°/o Aschensnbotanz , 40,83 o/o Kohlenstoff und 6,66 O/" Wasserstoff ergab.
Nach dem gewiihnlichen Usus wiirde man diesc gallertartige
Masse als ,,Pectinsubstanz" bczeichnen.
Es darf nber hicr wohl besonders darauf aufmerksam
gemacht werdcn , dass die Zusaminensetzung sehr betiiedigend
auf die Pormel C 6 1 1 1 4 0 G oder vielmchr C 6 H 1 " 0 5 H B O
passt (gefunden 11,31
anstatt loo/, Feuchtigkeit) und dam
demnach hicr wiedcruui cin Fall vorliegt, w e l c h c r auf d i e
l d e n t i t n t d e r Pectin- und Arabinsubstanzen hinw e i s t . Im wesentlichen handelt cs sich hier jedentblln urn
eine Form dcr ilrabinsiure, welche durcli kurze Einwirkung
oerdiinnter Salzsaure nicht , dnrch lingere Behandlung rnit
4 procentiger SGure wohl sacclinrificirt werden kann, welche
weiter die Fillung des Kupfcroxydhydrates durch Kali nicht
yerhindert, durch bas. und neutralcs Bleiacetat, neutral. Kupt'eracetat und Eisenchlorid gefallt und (lurch Borax sowie Wasserglas verdickt wird. Yergl. auch D. a.
e. Kachdem durch Essigsiiure und Weingeist aus dern
Katronauszuge Schleim etc. gefallt worden waren, wurde die
Flussigkeit destillirt , sie schied dnnu kleine Mengon einer
brauuen, auch in Alkohol von S5°/0 unliislichen Substanz aus,
welche abfiltrirt wurde (scheinbar ein Zersetzungsproduct einer
+
27 *
420
Dragcndorff u. Stahre, Eeitr8:e
z. C'heniir d. Pgonicn.
gerbsaureartigen Substanz). Als diese cntfernt worden, gab
das Filtrnt niit Schwcfelsiiiire einen geringcn pulverigen Iiiedcrschlag und , nach Bcseitigung des letztcren, mit KaliumquwksilEer.jodid ein Alkaloidprticipitat, welches abcr, weil es
zu gering war iind weil es durcli die l'orcn der Filter hiudiirctiging, nicht gcsammclt iind weiter untersucht wurde.
f: Auch die in c. erwiihnbe schleirnige Subvtanz wurde
in jY asser wiederim gelost , iuit Thierkolile cntfiirbt und nacli
wiedcrholtcr Fiillung clurch Alkohol nnter Zuaata von Salxsiiiirc dialysirt, znletzt noclirnals niit & k o h l gefiillt und iibcr
Schwefclsaure getrocknet. Die Losung dicscr farblosen, amorphen, nbcr iniincr noch nicht asclient'rcien Substanz 1 in Wasscr ist sctileirnig, optisch inactiv.
I m Weseiitlichcn stirnmt aricli diese Substanz mit dcr in
d. bt:sproclieneii rind mit dcr Arabinsiiure iihcrcin. ,4uf cinige
sndcrc Beobaclitungen, wclchc wir mit ihr gcniacht habcn,
wollen x i r hicr nicht wcicer ciugehen, wcil sie, mie gcsagt,
nicht frei ron Aschcnsubstanzen und name~itlicli nicht viillig
frei von beigcmengtcn Tai.tret.cn zii erhaltcn war.
g. Dcr Tlwil des ursprunglichcn Schleim -Nicderschlages
(A. d.1, welclicr sicli in ctwas saure1i:iltigern Wasser nicht
wicder liisen wollte, bilclete kiiaige braune JIasscn, welche in
sehr verdiinnter Xatronlaiige :tufgenommcn werden koiinten
nnd welche durch grosseren G-ehalt an Sticltstoff ausgezeichnet
waren. Da auch bei diescr Suhstanz so wie sie hier gewonlien war, die Ileinigung Schwierigkeiton niaclrte, so sol1 erst
spiitcr (C. a. u. 11.) weiter yon ilir gesprochen wcrden.
13. a. L)u sicli das l'loniaaikdoid als im Wasscr leicht,
in wcint;iiiirehaltigem Alkohol schxerloslich erwicsen hatte,
wurde gin weitcrer Verswh gemncht: es direct durch Extraction niit Wnsser auszuzielien und :tiis solther Liisung zu
isoliren.
a. 800 Q. dcr Samen wurden wiederum zerkleinert, niit
Petroliither entfettet (Iiciin Oel blich kein Alkaloid), nach dcm
Trocknen mit kaltem destillirtcm Wasser erschopft. Durch
1)
I)ie M m g c der Aschensubstanzeu Iietrug auch jctzt noch gcgcn 2G"/o.
Drapwdorff
11.
Stnllw , Xcitrsge z. Chciiiie d. Piinuicii.
421
2 Ilnnmth. Wcingcist yon 85% licss sich ails dein Auszugc
eine grosse Jlengc cines schwach rijthlich gefiirbten Sicderschlages fEllen , iibcr desxcn wescntliclie Eigenschnften in
C . a. uncl b. die Redc sein soll.
Das wassrig - alkoholischc Fi1trn.t von letzterem Niederschlage wnrde destillirt bis der griisserc Theil dcs Wcingcistcs ubcrgegnngen war, dann wieder abgckiihlt, wobci sich
cine ptilobap tienartigc? Substanz, wohl ein Zcrsetzungsproduct
des in E:. c. bcsprochenen Gcrbstof'f'es dcr Saincn, niisschicd.
Das Filtrat von dicscm Piiedcrsclilnge wnrde dnrch Schwcfclsiiurc wcnig getriibt, gab abcr init ~.;nliumqnecksilberjodid
einen Sicderschlag, \velchcr, wie in A . c. angegc'3cn wordeii,
weiter behandell wurde. I)as Rcsultnt stimnite niit demjcnigcn
des Vcrsuch~ A. c. ubereiri; das Alkaloid wnrdc abcr auch
hier in nnr geringer Xcnge erhalten (gleichfalls cc. 0,l g.).
Jedenfttlls beweist aber dieser Ycrsnch , dass fiir die Dnrstcllung des Alkaloides diese letztbcsprochene Jlctliode der in
A. angcfiihitvn rorzuziehen ist, weil hier die Ausbeutc eine
relativ grijsserc war. Tmmerhin bietet abcr anch noch der
liicr bcf'olgte Weg der Isolirung niancherlei Unbcqncmlichlteiten.
Das Piltriren dcr Uueckbilbcrniederschl~~~e,
dcj
Schwefclquecksilbers etc. erfordert vie1 Gednld, weil sic schr
leicht dimah das Filter gehen und es driingt sich dcrn Esperiinentator die Fragc auf', oh nicht wahrend aller dicscr Jlanipulationcn schon eine theilweise Umwandlnng dcs jcdenl'alls
leicht xersctzlichen Alkaloides crf'olge. W i r hahen desshalh
iind weil das Alkaloid uus vorliiiifig Fcder fur Tlicrapie noch
t'ur Pflanzenphysiologie cin besondercs Intercssc zu bcsitzcn
scheint, auf die wcitcrc lintersuehung \-erzichtct. Fur nus
iit hier die Thatsaclie gcniigcnd , dass cin Alkaloid vorhanden,
welches in Bezng nuf wine wcscntlichsten Eigenscliaften
tlurchaus versehieden ist von den bislier in I)olphinium- und
.Iconitarten anfgefnndenen Yflanzcnbasen.
C . Xnasteu wir uns in Uexug niif d;is Alkaloid so niit
cinem negativcn Resnltate bcgniigcn, so wurden wir hicrfrir
nach unserer Ansicht reichlich cntsclilidigt durch dic Untcrriuchung ciniger andcrcr Restandthcile der l'iioriicnsaruen,
42
Drsgoudorff u. Stahre, Heitrage
L.
Chomio d. Pioiiien.
welchen wir bei dieser Gelegenheit begegnet und mit dcnen
wir uns eingehender beschaftigt haben. Zu diesen gchoren,
abgesehen von den in E. zu besprechenden h'orpern, znnachst
a. die bereits in 13. a., A. d., f. und g. crwhhnten schlcimigen Niederschlage, in denen wir die Snwesenheit der Arabinsiiure vermutheten, aber auch z. Th. Anwesenheit einer zii
den Albuminverbindungen gehiirigen, dem Legumin verwandten
Substanz darthun konnten. Letzteres gelang am besten in
dem blassriithlichen Kicdcrschlage des Versuches B. a. Bei der
BehandluIig des noch fenchtcn Alkoholpriicipitates mit lraltem
Wasser ging dasselbe grosscnthcils wieder in Liisung. I n
der Xeinung, dass es sich hier nur urn Arabinsiiure handle,
welche a i r dnrch Dialyse reinigen wolltcn, vCrsetzt.cn wir die
Losung niit vcrdiinnter Snlzshurc und crhielten eincn starken
kiisigen Niederschlag. Letztercr ging auch dann niclit wieder
vollstandig in Losung, wenn wir bis zum Verschwinden dcr
Salzsaurc dialysirtcn, konnte abcr, nachdem der salzsiiuref'ruie
Dialysatorinhalt filtrirt war, grosscnthcils durch lkhandlnng
mit warmem XTasser in Ld-unp gebracht weyden (nngelost
blieb etwas Substanz, die wir tur Yflanzenalbnmin halten).
Aus der Losung schied sich die fragliche Substanz wieder
aus, falls man nach dcm Erkalten mit wenig Chlornatrium
und Salzsaure mengte.
Ein nicht unbetriichtlicher Rntheil dieser s l i c k s t o f f h a l t i g e n Substanz war ubrigens wiilircnd des Dialysircna wieder
in Losung gegangeu, nus dcr sic nach dem Viltriren durch
geringen Zusatz yon Salzsaure wieder ausgeschieden wiirde.
Der 80 crhaltenc Niederschlag wurde nbfiltrirt und mit Weingeist von 50% ausgewaschon (esizsanrcfieies Wasser macht
stark aufquellend und ldst zuni Tlieil). Nsch dcm Trockncn
auf Glasplatten wiirde die Substanz in Icimartigcn Blhttclicn
erlialten, denen hartnlckig eine gcringe 31enge rothen Farbstofles (Zersetzungsproduct des in E. h. zn besprechenden
Paeonioflnorescins) anhing.
b. Ein andcrer Antheil des in B. a. erhaltenen Nicderhchlages wurdc in reinem R a s s e r vertheilt und ohnc Zusatz
von Salzsaure diffundirt, spiiter aber dnrch Salzsiiurc aus
UragendorU' u. St:ilirv, I k i t r i g e z. Clicniic d. l'iiwiicn.
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der iin Dialysutor befiridliclien L i k i n g niedeipsch1:igcn und
wie das entsgrcchende l'riicipital in C. a. behnndelt.
X t den Prodiwten von C. a. iind C. b. wurden folgende
Versuche untcrnommlon. I n hehr Ycrdiinntcr Satronlauge
wurden sie gelost, durch Essigsiiure und andere Siurcn schon
iii der IiClte wieder ausgefiillt., durch cone. Salpetersaure
wiirden sic weiter gelb, durch Jodnasscr braiin, durch MilIons Reagens roth und durch S a t r u n l a u p wid Kupfcrsulfat
rotliviolett gcliirbt. Eine Probe von C. a. crgab bei der
hnalyse , welche Iicrr Jlandelin ausget'uhrt liat , bci 0,259°/0
hsclicnsubstaiiz und 10,28 o/o Peuchtigkeit 14,52% Stickstoff
(16,2 o/o der Trockcnsnbst:inz). W i r diirfcn uns nach dein
Gesammtrerhalten dcs KorperB f i r berecht.igt ansclicn, ihn
fur eine l e g u m i n u r t i g e S u b s t a n z zii erkliircn, welche i n
allen wesentlichen Eigcngchaften mil dem L e g u m i n der
Ijolinen, Wickcn etc. iiboreinstimmt.
c. Snchduin durch Salzslure dic ebenbcsprochenc Verbindung aus deIn Ijialysate gefiillt war, versnchtcn wir ruittelst Alkohol noch Arabinsiiurc aus der Fliissigkeit niederzuschlagen , crliic1tc:n aber iiur gcringes Priicipitat. Es stehen
demnach diesw Vcrstich und der i n A. e. beschriebene in
scheinbarcin lvidcrspruch zu einauder. Dort war reichlich
Ai~abiueiiure ulid xenig dieser stickstoffhaltig.cn Substanz in
\V:isserliisang iibcrgcgangen, hier fast n u r die letzterc. Eine
ErkiZrung fur diescs ltesultat gewinnt man leicht., wunn man
bedenkt, dass in A. bci der Behandlung mit weiiisiiureiialtigeu
Alkoliol in den Sariien die lcguminartige Substanz unloslich
geworden sein innsste und dass ebendort durch iV\'t.insiiure
cine in W a s s c r unlosliche Verbindung d c r Arabinsiiure, in wolcher diose in den normalen Samen vorkommt,
derart zersetzt wurde, dnss wcnigstens ein Thcil der Arabinsiiure frei und fur U'asser loslich wurde. Dnss dem wirklich
h o sei, bewies Versuch
L). a., bci welchcm der Samenriickstand ron B. a., nachdem
derselbe auch noch mit Weingeist erschopft worden war, mit
cinprocentigcr Satroiilauge extrahirt wurde. Es wurde in
derselben Weise wie in A. d. ein farbloser, in Wasser liislicher
424
Drngendorff u. Stahre, Rcitrage z. Chcmio d. Paonien.
Schleim erhalten, welcher nach der Dialyse die Eigenschaften
der A r a b i n s a u r e besass. Dic Ausbeute war hier bedeutend
grosser wie in A. d. Bei letzterem Yersuche wurdc eben
nnr noch der Rcst der Arabinsaure gewonnen, wclcher durch
Weinsaurc: nicht frci abgeschicdcn worden war. Dafir aber
wurde wiedernm bei diescm Versuche D. a. nnr n-enig Legurnin gcwonnen, weil dieses schon rorher dnrch reincs Wasser
i n Losung gefuhrt war. Die mit dcr arabinartigen Substanz
aiisgefuhrten Verswhe bewiescn dic Identitiit dersclben mit
dcr in A. d. erwiihnten. Dcr A4sclicngehalt entsprach hier
0,8066°/, und die Elementaranalyse, welche von Herrn Mandclin ausgefuhrt wurde, liefertc 40,60°/,, Kohlenstoff und 6,52O/,
Wasserstoff (0,2!)84 g. ini Sauerstoffitrome vcrbmnnt, ergaben 0,4159 g. C 0 2 und 0,1808 g. H 2 0. - 0,2660 g.
0,3046 g. (.'0?und 0,1517 g. TI2 0).
E. In A. ist verschicdcner harzartiger Substanzen gedacht, welche bei Extraction dcr Paonitlsamen niit weinsiiurchaltigem Alkohol in Liisung gingcn nnd nach Dcstillation
8olchcr Ausziige theils freiwillig sich abschieden , theils durch
Ausschiitteln mit Aethcr erhalten wurden. Dieselben Substamen wurdcn auch gcwonnon, als der bcreits mit kaltem
IVasser erschopftc Samenrkkstand von B. a. nach dein ]\Tiedcrtrocknen mit reincm Alkohol cxtrahirt wurde.
Dicsc harzigcn Massen liesscn sich nach ihrcrn Verhalten
gcgen Weingeist von
in zivei Grnppcn zerlegen, deren
cino in diescm Wcingeist ldslicli war, wlhrend die anderc
erst mit conccntrirtercm Alkohol in Solution ging.
a. Der Anthcil des Harzgemengcs, welcher in 50proccntigem Weingeist iiich t loslich war, wurde niit dicseni liingere
Yeit macerirt und ausgewaschcn. E r war in Yctroliithcr
niclit , in Cllloroforiii und wiissriger Natronlaugc (1 :10) nur
zum Thcil loslich ; durch nbsolutcii Alkohol wid Acther wurdc
er vollstandig, durcdi I\eingeist r o i l 80°/, nur ziim griisscrcn
Thcile aut'genominen, durch l'ctroltithur wieder aus dcr Acthcrliisung, durch Salzsiinre aus dcr Liisung in Natronlsuge gofiillt.
Kohlensanrcs Amnion in Wnsserlosung nimmt selbst in dcr
Warmc nur selir geringc Ncngen der harzigen Nasse auf.
Drngcndorff u. StiLre
Eeifriige z. Chctriio (1. l ’ i h i c i i .
49%
b. 1)nrch siedenden I\-cingeist voii 85% liess sic.h dicse
in 50procentigem Weingcidt nnloslichc IIarzmasse nochinals
in 2 Anthcile zcrlegen, von denen cincr nicht in Losung
ging. Dieser Letzterc wurde erst h i m Kochen mit absol.
oder Alkohol von 96”/, und auch daun nicht ganz leicht aufgenommen. E r konnte in nadelfiirnrigcn Krystallen dadurch
erhalten werden , dass man die heissbercitetc Alkohollbsung
langssm z. Th. abdnnstcn liess. I)ic sich hicrbci nllmiihlich
ausschcidenden Krystallc wurden dnrch rneliruialige Wicderholung dieser Procedur vollkommen farblos. 1)ieses Harz ist
in Chloroform liislich; ist cs noch nicht vollkommen rein, so
bleiben dabei brannc hiiutige Massen zuriick, die ni:m durch
Abfiltriren bcseitigen kann. Mischt man zu der Chloroformlosung Weingeist von 80”/,,, so scheidct sich das 1Iarz allmahlich in Krystalldrosen ab. I n Petrolsther isl es unliislich,
quillt aber ruit damselben auf; ersteren kann nian benutzen,
um anhiingcnda Verunreinigungcn yon Fett fortzuschaffcn.
Durch wiissrige Natronlange odcr Liisungen von Actznatron
in Weingeist von 5oo/o wird dieses lIarx niclit aufgclost,
CR unterscheidet sich hicrdurch von deni zweiten in 50procentigem Wcingeist nnlosliclicn Harze, yon wclchcni in C.
gesprochen werdan soll. Die Zusammcnsctzung dcs hicr isolirten ,,in d i f f e r e n t e n P g o n i i l h a r z e s ‘ I konntc Herr AIandelin
z u s C 2 4 I.E34 O 3
I C 2 0 bestirnmen. Gefundcn wiirdcn in
aschcnfrcicm Harm als Vcucliligkeit bei 110 ” 4,51
anstatl;
4,Ci”.b, iind iui Durchschnitt 73,71”/” C. und ‘3,75O:,, 11.
I. 0,3035 g. Originalsubstanz licfertca 0,8165 g. C 0 2 und
+
0,2707 g. 1j2C).
11. 0 , 3 6 1 3 g. lieferten O,!IFtO g. C 0 2 und 0,:Jl:i.ig. 1 1 2 0 .
Dieses IIarz sctimilzt zwisclien 2GOo und Y70°, cs lost
sich in kalter conc. Schiwtklsiiurc s c h w x , nimmt niit dcrsclben aber blassbrannliche Piirbirng an. Lkim vorsichtigen Erwarinen liist es sich in dcr conc. Siiuw, iudeio es eine Zeitlang die Fliissigkcit fast blutroth fiirbt. 1,iisst man es danii
Iangcre Zeit in offener Schale h i %immc~ten~pei-;itur
slehcn , so
v i r d die Siiure schon dunkelrwa. Scliwefelsaure und Zucker
machen sclion roth. Scliwefelsaure und Brom, desgl. Schwcfel-
42G
Dragendorff u. Stahre, Ueitriga z. Chelnie d. Piionieu.
saure und Salpetcr gebcn keine charakteristischcn Farbcnreactionen. I n raucliendcr Salpetersaure lost sich das Harz
ziemlich leicht, giebt aber bci kurzem Erwarmen niit derselbcn
lreinc Pikrinsiiute. Dic Losung in Salpetersaure scheidet nach
Wasserzusatz wiederum eine wcisse harzige Substanz aus.
Das indiffcrente Piioniaharz wird selbst von siedender Kattoniaugc von 1,2 sp. Gcw. nicht gelost. Auch wenn man dicselbc mit dem Harz austrocknet und bis zum Wiedcrschinelzen
cles Xatronhydratcs crhitzt, SO schcint das Harz noch nicht
veraiidert zu werden, denn bei Behandlung der erkalteten
Masstm bliebcn auch nun noch 1I:mklumpcn ungeliist und in
der wlssrigen Flussigkcit lnssen sich durch Schwefelsiiure,
Ausschiitteln mit AeLher etc. keinc Fettsanre und auswr
Oxalsaure keine Producte, T i e sie sonst bei ahnlicher liehandlung aus Harzen erhalten werden, darthun. Bci lingerem
Schmelzen mit Natronhydrat verkolilt die Masse, indem Osalsaure eutstcht, aber gleichfalls ohne sonstige charakteristische
Zersetzungsproducte zu bilderi.
c. Der zweitc der in 50proccntigcni Weingeist unliislichen
Harzbeutandtheilc wurdc, wie gesagt , in siedcndem Weingeist \-on 85 O,! aufgenomnien. Klcinc Xcngen des in b.
besprocheiien indifferenten Harzcs, welchc bei dieser Gelegenlieit mit auf'geliist waren, wurden wiedcrum ausgeschicden,
nachdem die Losungen mehrere Tago bei O o aufbdwahrt
waren. Vollstandig gelang die Abschcidiing des indiKerenteu
liarzes dadurch, dass man die Nnsse, nachdcm sie mehrmals
in warmem WVcingeist van 85"/, gclost und durch soviel
Wasser, dass damit etwa cine 50procentige Allioholmischnng
entstand, geiallt worden war,l in eincr verd. Losung v u n
Xatronhydrat in 50proccntigem Weingcist aufnahm, wobei,
wie gesagt, das iudiffercnte Harz ungelost blieb. Aus der
Losung wurde eR dann diirch rerd. Salx- oder Essigsaurc
wiederum gefallt. Die anhangenden briinnlichen Parbstoffe
1) Wurde das Wasser successive zugesetzt, so ent,hielten die ersten
Niedarschlige vorzugswaiae brauneu hrbstoff beigemengt, die letzten Pracipitata hatteu am mcisten fettcs Oel als Verunreiniguug.
DragendorE u. Stalirc, Beitrage z. Chcmie d. Piionieii.
427
liessen sich schliesslich diirch Bchandlung der Losung in
85 procentigem Weingeist mit Thicrkohle fast vollstandig
fortschaffen.
Wir diirfen diese Subhtanz , dem bisherigen Usus folgend,
wohl als eine , , H a r z s a u r e " bezeichnen und viollen ihr den
Kamen der P a o n i a h a r z s a u r c beilegen. Diesc Harzsaure
trocknet bcim Vcrdunsten ihrcr Jil'cingeistiosungen stark zusammen; sie lost sich in Petrolathcr nicht, y u i l l t a b e r ,
wie das indifferentc l i a r z , in demselben, f a s t wie
g e l s t in o s K e r d e n d , t h e i l w c is c a u f und vcrlicrt dtlLei
etwa vcrunreinigendes Fett. I n Eisessig ist die Harzsiiure
loslich und bei freiwilliger Verdunstung solchcr Solutionen
erhalt man sie am leichtestcn in kugeligen Xrystalldrusen.
Die Analyse der bci 260° schiiielzendcn l'iioniaharzsaure,
welche Herr I€. G. Grcenish aus Loiidou ausgefiihrt, hat,
ergab 71,45°/0 C; 9,36O/, I1 iind 19,19O/, 0 aus einer Substltnz, welche tlei l l O o 6,26"/0 Feuchtigkcit verlor (Aschcngehalt fast gleich 0).
I. 0,3340 g. Substanz = 0,8732 g. C 0 2 u. 0,2758 G. 1L20
11. 0,2665 g. = 0,7000 g. C02 U. 0,2305 g. H 2 0 .
Die hicraus berechnete Formcl x C"8 1-17 0 0' 21/2HW,
welche 70,8% C; 9,6OI0 11 u. 19,5% 0 verlangt, lSisst auf
eine einfache Relation zwisclien dicser llarzsaure und dem
in E. a. beschricbencn indiffcrenteii Piioniaharze schliesscn.
W-ir diirfen dieses als ein Anhydrid der letzteren ansehen,
denn es ist, wcnn wir von der bci l l O o zu cntferncndcn
Feuchtigkeit abseheri, 2 (CZ4Hs4 0 3 ) H20 = C"8L170 07.
Die Paoniahwzsiiurc liist sich in kalter conc. Schwcfclsiurc anfangs n i t grbnbrauner Parbe aut' uiid die Liisiing
wird spiter, nanientlich am Halide, rothlich; in crwarmter
Schwefelsiiure wird die Huzsiiurc unf'angs mit rein brauncr,
spiitcr schon rother E'arhc aufgcnoxnnien ; auch die braune
Losung nimmt beim Stehcn bci Ziuinicrtemperatur in flacher
Schale allrniihlich am Rande himbeerrothc Fiirbung an. Zusatz
von Zucker zur Liisung in conc. Schwefclsaure bewirkt schon
violettrothe Farbung. Die rotlie Losung in wariuer reiner
dchwefelsaure wird nach Zusatz von Salpeter gelb. I n wig-
+
+
423
Dragcudurff u Stahre, Kcitrzge z. Cheiiiie d. Piouieu.
seriger Xatronlauge, welche 10- 8Oo/, des Hydrates entbiilt,
lost sich die Paoniaharzsaure auch in der N,-iirme schwer.
I n der natronhaltigen Losung rnit Weingeiut von 50% wird
sie durch Rleiacetat gefiillt.
d. D;e in Wcingcist von 50% losliclien Massen warcn,
wic gesagt, theilweise durch Auswaschen des Harzgemenges
mit tlievem Wcingeist, theilwcisc aiich durch Ausschiitteln
mit Aetlier aus den Destillationsiiiclrstanden (A. a und b.) erhalten. Diese letzteren cnthiclten noch kleine Mengen von
Pioniaharxsiiurc beigemengt , wclche Wcingeist von 5091, ungelost liess. Dic fraglichc: Nassc war dunkclrothbraun getlrbt
und in verdunnter Liisuiig stark blau fluorescirend. Sie hat
ihren Sitz in den Sanienschalen und desslialb war sic bcdeutend
reichlicher in den1 in A. a. erwiihnten groberen l’ulver vertreten. liohle nimmt ails ihrcr Losung in Weingcist von
50°/o nur klcine 3Icngen auf u n d ist nicht irn Slande, eine
Entfiirbung in dieser Solution xu bewirlten. Wasser lost die
rothbraunc JIasse nur beini Sicdcn und schcidut dieselbc beim
El-ltalten wieder ab, vurdiinnte w-iissrige h’atronlaugc und
Amnioniakfliissigkcit loscn Icicht nnd schciden gleichfdls nach
dem Neutralisiren rnit Essigsarire wiedcr theilweisc aus.
Chloroform lost niir theilweise iind triibt die Aetherlosung
dieser rothbrauncn Substanz.
Ua es a priori nicht sichcr war, ob in dieser ISIasse ein
Ciemcnge verscliicdener Verbindungen oder im iIresontlichen
nur cine Substanz vorliege, so wurde versuclit, fractionirte
FUlungen der Liisuiig in scliwachcrn Wcingeist rnit einum
Hleicssig ausznfuhren , wclctier durch Alkoholziisatz gleichfills
die Concentratiun eines 50l)rocentigcn W‘eingeistcs erhaltcn
hattc. l m (ianzcin wurdcn 4 Piiederschlhge (I -1V) erhalten,
endlich noch aus dem Filtrate des lctztcn l’riicipitates durch
wenig Amnioniak (Gcberschuss scahiidlieh) ein tunftcr Kiederschlng (V) get’idlt. Ancli dns Filtrat von diesem enthiclt
noch farbende Substanz ; es wurdc dnrch Einleiten von Schwefclwasscrstotf von lllci bcfrc:it und hinterliess, dann verdunstct,
gleichfalls cine Harzmasse (\.I). Aiich die Siederschliigc
1--V wurden nach cleni Auswaschen mit Spiritus von 50 O/,
Dragcndnrff u. St:chrc
1:citrPge z. C!.cmic d. Phonicn
42!)
wicdcr in solchem Weingeist suspcndirt, durch Schwcfclwasserstoff zerlegt. Die Schwef'elbleinicderschlagc hiltten i i i i r
gcringc Mengen der harzigen Substanzen gebunden.
Allc 5 Siedcrschligc licferten Producte, welche eiiiander
sehr iihnlich waren. Nachdem die vom Schwefelblei abfiltrirten Fliissigkeiten im Wasserbadc vollbttindig verriiinstet
waren, blieben rothbrtlune aIuorplie Massen, velclie, unter
Wasser gerieben, allniiihlich pnlverig wiirden (falls ein ltickhalt unverdiiiisteter EssigsLure vorhnnden war, so liisten sic sich
in wenig Wasser auf, die Harzm:isso wurde aber auf Zusatz von
inehr Wasser viicdcr abgeschicden). Das Wasch\vasser nahm
snuer reagirende Nassen aiif', in dencn etwas Weinriiure,
einc siisslich adstringircndc, Leilu fiillendc und - namentlich
bci der zweiten Fraction - eine schwei~losliclie krystalliniache Subsfanz vorhanctcn waren.
I)iese letztbezeichnete krystall inische Substanz , welche
iiberhatipt nur in schr geringer Jlenge erlialten wurde, f'and
siah in denjenigcn Alkoholausziigen, wvelche n a c h Behaudliiug
rnit LVasser gewonncn waren, nicht vor, war dernnach schon
tlnrch x i n e s Wasser vorher in Liisung gebracht. IJa sie
sich in ihroiu Verhaltcn gegen Losungsmittel nicht auflallig
von dcr adstringirendcn Substanz unterscheidct, so gelciiig ea
nicht, die klcinen Mengen , welclx in Begleitnng letzterer
vorlagcn , Z U isoliren und zu einerri abschlicssenden Urtheil
iiber ihrc Natur zii kommen.
c. Dic durch Wasacr ausgczogene siisslich - adstringirende Substilnz - man koniitc den Gcschniack rnit dcrnjenigen eines Gemcrigcs i1us Glycyrrhizin und Gerbsaure vcrglcichen - war am reichlichstcn in den1 Waschwasser aus der
Portion V (also ails dcr arnmoniakalischeii 11lcifEllung) zu
crhalten. Weun sie in Bczug aiif ihre Reaction gegen Lcim
als gerbstoffartige Substanz bezeichnet werden kann , 80
stehcn deui auch die meisten der au ihr beobachteten sonstigen Eigenthihnlichkciten nicht irn Wege. Sie wird durch
hcnchloridlosung griinbraun, durch Perrosulfat graubraun
gefallt, es treten aber diesc Fiilliingen erst dilnn dcutlicli
ein, wenn durch niehrmalige Reinigung (siehe untcn) Bei-
430
Dragcndorff u. Stallre, neitragc z. Chemie d. Pionien.
mengungen ron Essigsaure beseitigt worden sind. Kupferacetat fiillt erst tlus concentrirterer Liisung , Brechwcinstein
iiberhaupt nicht; Zinnchloriir und C h i n i n d z e geben Nicdcrschliige wie bcim Tannin. Schwefclsiiure liillt nus wassrigcn
Losnngcn und iarbt griin; mehr Schwefelsiure lost allmiihlich mit
brauner - in dunner Schicht stellenweise rothlicli werdender - Solution. Dcr durch Schwef'elsliurc aus Wasserliisung
gefiillte Nicderschlag wird von reinem Wasser wieder und
zwar mit gruner E'arbc gelost.
Die Substanz - wir wollcn sic P 5 0 n i o t a n n i n nennen
- ist ausserst hygroscopisch und wird schon in wassriger
Losung allmahlich unter hbschcidnng tmuncr haraiger Massen
zersetzt. Schnell erfolgt cine solche Zersctzung unter Einf u s s kochender verdiinriter Sliuren. Als Spaltungsproduct
tritt hicrbei aiisserdem Glycose auf.
Die Rcinigung gcschah in der Wcise, dass das Piioniotannin mehrmals in Alkohol und killtern Wasser geliist ond
solchc Losung nach den1 Piltriren bci Zimniertemperatur
iiber Schwefelsaurc und Kalk wieder vcrdunstet xurde. Hei
Herstellung dcr Wasserlosungen durt'te nicht z i i wenig Flussigkeit angewandt werden , wcil das Piioniotmnin auch insoiern mit andcren Gerbsiiuren ubereinstimmt, nls es in concentrirter wassrigcr Losung das Gelostwerden von Harzen etc.
vermitteln kann. Die Ausbcute war tluch aus denjenigen
Ausziigen, welche vorzugsweisc aus der an Gerbsiiure reicheren Samcnschule hergestellt waren (A. a.), nur klein. W i r
haben ini Gnnzen hochsteiis 1 g. diesel Saure gewonnen und
haben sic: bei itirer grossen Hygroscopicitat und Lcichtzersetzlichkcii wohl niclit viillig rein erhalten, desshalb auch
iiicli. analysirt. Z u bcrnerken ist in Bezug auf das Pii o n i o t a n n i n , dass es Lei Behandlung dcs Samenpulvers mit
Wasser nicht viillig iii Liisiing gegangeii ist , sondern thcilweiw erst durch Alkohol in Solution gebracht wurde. Dass
iibrigens ein andrer Thcil des Paoniotannins schon von Wasser aufgenommen wird , beweist das Vorkommen von Phlobaphen unter den Siibstanzen, welche uns bei Verarbeitung
der in B. a. erwiihnten Auszugc cntgegentraten. Die Iden-
Dragendorff u. Stahre, Beitridge e. Chcmie d. Paonien.
431
titiit dieses Phlobaphens rnit demjenigen, welches durch Zersetzung des Gerbstoffes mit verdunnten Sauren und 'IVasser
cntstcht, konnten wir darthun. Hs steht dasselbc in seincm
Eigenschaften dem Eichenroth uahc, wie das Piioniotannirr
dem Xichengerbstoff.
f. Nachdem die verschiedenen Bleinicderschlage zerlegt
und die erhaltenen Prodncte drirch Auswaschen mit Wasser
gereinigt worden waren , wurdcn dieselben wiederum in
Weingeist gelost und die Filtrate bci Zimmertemperatnr verdunstet, wobei nichts Krystallinicches ausgeschiedeu wurde.
Der Kuckstand wurde dann in alkoholf'reicm Aether gelost,
wobei ein Theil der Nasse ungelost blieb (namentlich bei
Fraction 1 ctwas mehr \vie bci dcii iibrigen). Die im Filtrate
vorn ammoniakalischen Bleinicderschlage bleibende Masse
bestand sogar zum griisseren Theilt: ans der in abs. Aether
unliislichen Substanz. Letztere zeigtc, in allen wesentlichen
Eigcnsclraltcn Uebereinstimmung rnit den P h 1o b a p h e n e n
(sielrc weiter in g). Die Aethcrlosung wurde sodann rnit
mehreren Raumthcilen Petrolather gemengt tind cs wurde
dadorch der grossere Thcii der gelosten SubstanZen wiedcr
susgeschiedeii.
Der in abs. Aether unlosliche Antheil der verschiedenen
Fractionen und des Filtrates (V1) scheint uns ein untm unseren Hiinderi entstandcnes Zersetzungsproduct dcr Gcrbsaure
und der in E. h. zu besprechenden Substanz zu scin, welches sich namentlich dann reichlicher bildet, wcnn die Bleiiriederschlage langere &it der Luft ausgesetzt bleiben und
wenn (bei V) ein Ueberschuss ron Ammoniak angewendet
wird. Als wir bei spiiterer Wiedcrholung dieser Versuche
die nothigen Vorsichtsmnassregeln beobachteten, wurde das
Entstehen 'diescr Substanz, die, wie gesagt, die wesentlichen
Charaktere der Yhlobaphene besitzt, nur in geringer Menge
beobachtet.
Nach der Analyse des Herrn G . Johannson enthalt die
Substanz 66,64 O l 0 C und 5,14 u/o H und giebt sie bei 110"
9,86 o,'o Peuchtigkeit ab, woraus sich die Formel
= C 1 * H 1 W S + H 2 0 (verlangt 8,2% Feuchtigkeit) ableiten lasst.
4R2
Dragcndorff
11.
Stithre, Reitrage z. Cheinie d. PHonicn.
I. 0,3715 g. Substanz lieferten 0,9056 g. COs und
0 , 1 7 2 1 g. I i 2 0.
IT. 0,3040 g. 0,75,50 g. COe und 0,1107 TIa 0.
Dieses Phlobaphen, welches wir Yii o n i n b r a u n nenneii
wollen, zeigt in Rezug auf seine Zusammcnsctzung nahe Beziehrtngen zu dern spAter zu bcsprechendem Yaoniafluorescin (E. i.).
g. Verdunstnng der Aethcr- iind Petroliither-Losung gab
einen geringen gel ben Ruckstnnd, aus wclchem reiner PetrolKthcr eine gelbe schniicrige, zum Theil in Nadeln krystallisirende Substanz aufnahril, die grosscntheils ails Fett bestand.
Ungcldst liess Pctrolather hierbci Spuren einer blassgelben,
stark lichtbrochenden, in Aethcr unliisliclicn Substanz, vielchc
unter dcm Mikroskop grosse Aclinlichkeit mit rhombischeni
Schwel‘el zeigtt:, aber jedenfalls einer schwetblfrcien Kohlenstoffverbindung cntspraclien. Beim Abwnschen dicscr Krystallc mit Acther ging eine gcringe Mcngc eincr braunen
Iiarzigen Yasse in Liisung, in welcher wir ungefZllt gebliebune Antheile des iiarzigen Kiirpers vernluthen. Alle dicse
Substanzen wurden in so geringer Nenge erhalten, dass wir
tiiif ihre weitere Untersnchung verzichtcn mussten.
11. Die diirch Petrolither aus der Aethersolution der
verschiedcnen harzigcn Suhstanzcm geffillten h’iederschliigc
wurden wieder getrocknct und dann init Chloroform behandelt, welches nur kleine Nengen ti.cmder Materien (Fett etc.)
aufnahni. Kur wcnn in der liarzigon Nasse ein Rust von
Alkohol vorhanden, oder wenn das Chloroform alkoholartig
war, crweichtc dic harxige Substanz. Wicder getrocknet,
wurde tiicselbe in stark verdunritcr Nutronlaugc gelost und
dic Lijbung mehrmals mit Aether ausgeschuttelt. Letzterer
nahm ans don Lobiingcn der Fractionen I, 11, 111, 1V und
aus dcm Yroducte V1 Iirachtvoll blau fluorcscirende Substanz
mf, am reichlichsten aus 1 und IV. Nach Verdunsten der
Aetherauschuttelungen hinterblieb diese a18 braunc harzigc
Masse , die, mit wenig Kaliumcarbonatlijsung wieder auf‘genommen, nochmals durch Aether ausgeschiittelt wurde. Xachdem auch diesc Aetherlosungen wieder verdunstet waren,
Dragcndorff u. Stahrc, Beitriigc z. Chemie d. Piionien.
433
wirdc i n abs. Alkohol gcliist. dic Losung. mit Magncsia versetzt iund ausgetrocknct, dcr zcrriebcne ltiickstand wiedcr
mit Aetlier crschopft und nacli dcssen Verdunstnng die flnorescircndc Substanz, dcr wir dcn Famen l ’ a o n i o f l i i o r e s c i n
beilegen wollen, als hellgclbbriiunlichc amorphe JIasse erhalten. Gcpulvert, erschien diese fast, t’nrblos. Von kaltem
Wasser wird das YiionioHnorescin sehwcr, lcichtcr von siedendem aaf‘genommen. .Die heisstiereitcte Losung wird heim
Erkalten milchig; erwarmt man dann langsam wieder bis
gegen 5 0 ° , so wird sic wieder lilar. In Chloroform und
Benzin ist ,PXoniofluorescin sehr schwcr loslich, in Petrolsther
unloslich; in Aceton, Essig, Acthcr lost sic sich leichter.
I n Aetlier und Weingeist is1 es lcicht loslich. Seine schone
Fluorescenz zeigt es namentlicli in Actherliisiing. Das Piioniofluorescin schmeckt ausserst adstringirend und der Eindriick
auf die Xungenspitze, welche cine Zeitlang \vie unempfindlich
erscheint, halt zicnilich langc vor. Eine warme Auflosiing
von Paoniotluorescin in Wasser w i r d d u r c h L c i m g e f a l l t ,
n i c h t aber durch ncutrales Blei- und Kupferacetat, Zinchloriir, Urechweinstein. N i t bas. Ulciacetnt giebt sic soglcich
einen Xiederschlag , durch Fcrro - und Ferridsalze wird sie
n i c h t gefarbt. Uurch Kaliiimbichroniat wird sie nur bei
Gegenwart von Schwcfclslnre oxydirt, wahrend sie schon in
neutraler Losung von Kaliurnhypermanganat Reduction bcwirkt.
Ton concen trirter Schwefelsiure wird das Pioniofluorescin
mit orange oder dunkelguttigelbcr Fa.rbe gelost, von Frohde’s
Reagens braun , allmahlich streifenweise schmutzig violett
xordcnd. Conc. Schwef’elsiiure und Brom losen hellriithlich,
Schwefelsaure und Zucker braunroth. Kocht man langere
Zeit rnit Wasser unter Zusatz von wenig Salzsaure, so wird
die anfangs farblose Fliissigkeit i n t e n s i v g ru n gefarbt
(vcrgl. spatcr E. l.), es cntsteht aber keine Glycosc. Das
griine Zersctzungsproduct scheidet sich beim Erkalten der
Fliissigkeit als harzige &lawe ab. Reim Ausschiittcln der
Piussigkeit mit Aether geht cin Theil der griinen Substanz
in diescn iiber. Yersctzt man die griine salzsaurchaltigc
Pliissigkeit mit h’atrinniacctat und scliiittelt d a m riiit Aetlier
Arch. d. Phrrrm. XIV. Bds. 5. Hft.
28
434
DragendorfT u. Stahre, Beitrage z. Cliemie d. Paonien.
a m , so farbt sich diescr intensiv r o t h v i o l c t t . Das durch
Einwirkung von verdunnter kochender Salzsiiure aus Paoniofluorescin hervorgchende Zersetzungsproduct ist dcmnach nur
in Beriihrung mit Xineralsaure (Salz -Schwefelsiiure) griin; es
wird nach Ncutralisation derselben durch Natron braun und
durch R’atriumacetat violettroth. Letztere Farbung bleibt
auch dann, wenn man die IIlenge freier Essigsiiure vermchrt.
I m violetten Zustandc ist es in Aether bedeutend leichter
loslich wie’ im griinen. Schiittelt man die violette Aetherlosung rnit verdunnter Salzslure, so geht die grossere Mengc
des nun entstehenden griinen Xorpers in die wiissrigc Flussigkeit iiber (der Aether ist nur gelbgriin), dic ihrerseits
aber wiederum nach Zusatz von Natriumacetat farblos wird
untcr schneller Abgabe des violetten Productes an Aether.
Sehr interessant ist auch das Verhalten gegen ausserst
schwach alkalisch reagirende wiissrige Plussigkeiten (Ammoniak, Xalk etc.), s i c l o s e n a n d e r L u f t a l l m a h l i c h m i t
s c h o n r o t h e r F a r b c a u f . Die Rcaction ist so scharf,
dass z. B. Brunnenwasser, welches Calciumcarbonat enthalt,
sie eintreten lasst. Hat man irgendwie starker alkalisch
reagirende Fliissigkeit angewendet , so bleibt die Rothfarbung Bus, die Losung wird bald gelbgriin und splter
braunlich. Jod flllt das P a on i o f 1u o r e s c i n aus Wasserlosung.
i. Das Paonioflnorescin wurde auch crhalten, als die Samenriickstande (B), welche direct mit Wasser extrahirt waren,
nachdem sie gotrocknet mit Alkohol erschopft wurden. Die
Reindarstellung war hier noch leichter, weil auf etwaige
Beimengungen von Weinslure nicht Biicksicht genommen zu
werden brauchte. Da bei den obenbeschriebenen Versuchen
ausserdem allc verschiedenen Bleiniederschlage im Wesentlichen gleiche Bestandtheile enthalten hatten, so konnte bei
Wiederholung des Versuches auf die succesive FRllung verzichtet werden. Die in E. d. beschriebene krystallinische
Substanz wurde , wie gesagt, diesmal nicht gewonnen , weil
sie schon bei der voraufgehenden Extraction der Samen mit
Wasser in Losung gcgangen war. Aus diesem Grunde
Dragendorff u. Stahre, ReitrLgc z. Cliemie d. Phonicli.
435
wurde hier denn auch das in E. c. bcsprochene Piioniotannin
reiner erhalten. Wenn es auffallend ist, dass nicht auch
dieses bei der voraufgehenden Rasscrextraction den Samen
entzogen wurde, so diirfen wir diesc Thatsache wohl durch
die Annahme erklaren, dass eine Verbindung des Pkoniotannins, etwa rnit albumin- odcr lepminartiger Yubstanz, vorgelegen habe, die durch Wasscr wedcr gelvst noch zersetzt
wurde, die aber an Alkohol ebensogut ihr Piioniotannin abgab,
wie die aus Milch oder Eiacisslosungen drirch Gallusgerbsgure gefkllten Combinationen von Case'in odcr Albumin an
starken Weingeist ihr Tannin vcrlieren.
Bei der Bereitnng dicser eweiten Portion des l'iioniofluorescins wurdc auch noch insofern von der oben beschriebenen Darstellungsweise abgewichen , als wir dicsmal das
Losen in Natronlauge unterliessen und direct in eincr Solution niit Kaliumcarbonat aufnahmen und dann mit Aether
ausschutteltcn. Hatte dic Beriihruug mit dcm Natronhydrat
auch nur moglichst knrzc Zeit gedaiicrt, so war es doch
unvermeidlich gowesen, dass untcr Einfluss von Lauge und
Luft ein Theil des 1'~oniofluoroscin~zersetzt wurde. Wenn
die Behandlnng mit Katronlauge iinterblieb, so war die Ausbeute an Piioniofluorescin bedcutend grosser und dns Praparat noch reiner \vie das der crsten Darstellung.
Das P k o n i o f 1u o r e s c i n kommt in ziemlich bedeutender
Menge in dcr Samenschale vor; wir glauben annehmen zu
diirfen, dass es mindestens zu 3 o/o der ganzen Samenniassc
ausmacht. Es ist zienilich lichtempfindlich nnd wird unter
Einfluss des Sonnenlichtes dnnkler.
Bei der von IIerrn Prov. Blandelin ausgefuhrten Analysc
ergab sich, dass das Pa o n i o f I II o r e s c i n (E. i.), welches lange
Zeit iiber Schwefclsaure gestanden hatte, noch (0,065 Ol0 Aschensubstanz nnd) 1 0 , l l O/(, Feuchtigkeit enthielt und dass die
Zusammensetzung der Formel x C 1 2 H**O 3 oder vielrnchr
C'a HIn 0' + H2 0 cntspricht. Lctztere rerlangt 70,59 "/, C
und 5,89 Ol0 H, wahrend hier gefunden wurden im Nittel
71,38% C und 5,89 o/o H.
28 :k
436
Dragendorff u. Stahre, Beitrage z. Chemie d. Pdonien.
I. 0,4495 g. gaben 1,1908 g. C02 nnd 0,2421 g. Ha 0.
11. 0,3360 g. gaben 0,8636 g. CO* und 0,2419 g. H e O .
111. 0,5635 g. gabcn 1,4795 g. C 0 2 und 0,2033 g. H*O.
Der Formel C12 HIo Oz + H 2 0 wiirde ein Yrocentgehalt
yon 8,7 O l 0 Ha 0 entsprcchen, wiilirend hier bei 1100 ein
Gewichtsverlust von 1 0 , l o/o beobaclitet wurde.
Einc Substanz dieser Zusamniensetzung liegt uns in dem
yon Wittstein l bcschriebenen Ratanhiarothe vor. Die Verglcichung der beidcn Korper wurde von uns vorgenommen;
sie ergab, dass sie, abgesehen von der FZrbnng in Hezug
auf das Verhalten gegcn Aethcr, Alkalien etc., von einander
differiren, SO dass an eine Identitat beider nicht gedacht
werden kann. Trotzdem glauben wir, dass sich bci eingehenderem Studium der beiden Verbindungcn Analogien crgcben
werden, welche auf eine zicmlich nahe Vcrwandtschaft beider
hindeuten, wie wir arich geneigt sind, an eine Uebercinstimmung in Bezug auf die Genesis beider Verbindungen zu glauben. I m letzten Abschnitte dieser Nittheilungen sol1 auf
diesen Punkt nkher eingegangen werden.
k. Die rnit Acther rom Paoniofluorescin befreite WatronIosung von 11. und die gleichfalls mit Aether behandelten
Losungen in Xaliumcarbonat von h. und i. wurden niit Schwefelsaure angesauert. Es entstand ein harziger Niederschlag
(siche in E. a.), welcher nach Zusatz von etwas Petrolather
nach 12 Stunden filtrirt wurde. Das Filtrat von diesem Kiederschlage war tief smaragdgrun und wurde mit Natronlauge
braun. Aether cntzog eine braune Substanz , welche auch
nach dern Schiitteln des abgehobenen Aethcrs niit verdunnter
Schwefelsaure im Aether blieb. Beim Verdunsten der Aetherlosung blieben einige Centig. einer braunen harzigen Substanz,
welche in kaltem Wasser unloslich, in siedendem Wasser
mit briunlicher Farbe loslich waren iind beim Xochen mit
verdiinnter Schxefclsaure griinlich gefarbt wiirdcn. 'Wir sind
der Ansicht, dass sic im Wesentlichen ein Zersetznngsproduct der weiter in 1. zu erwihnenden Substanz ist, wie diese
1) Vierteljahresflchr. f'. prakt. Tharmac.
Jg. 3. p. 368.
Dragendorff
11.
Stahrr:, Beitriige z. Chcmie d. Piionien.
437
selbst durch Zersetzung yon Piioniofluorescin entstanden
sein wird.
1. Ein anderer Anthcil der voni Aether aus der Natronlosung aufgenommenen Massc wurdc an Terdinnte Schwefelsaure von diesem abgegeben und farbtc wiederum griin.
Als die schwefelsaure Solution mit Xatriiimacetat versetzt
iintl dann wieder mit Aether gcschiittelt wurde, farbte sich
dieser violett. R'ach Verdunstung des Acthers wurde die
griinfiirbende Materie in Form eincr schwarzlichen amorphen
(offenbar noch mit Zcrsetzungsproducten gemengte) Masse,
aber in so geringer Jfenge , crhaltcn, dnss wir ein Urtheil
iiber die E'atur dieser Substanz nicht gewinnen konnten. I n
kaltem Wasser ist dieselbe fast unloslich, in siedcndem Wasser theilweise und mit dunkelgriinbrauner Farbe loslich.
Einige Tropfen verdiinnte Schwcfelsaure wandeln dime Farbung in reincs Dunkelgriin um, jihnlich derjenigen einer conc.
Losung griiner Chromidsalze. liurzes Kochen dcs Saure
haltenden Gemisches zerstort die griine Fiirbung nicht , sondern hcbt dieselbe noch. Cone. Sch\:afeisiwc fiirbi ski1 mit
der Substanz schwarzbraun , welche Farbung beim Erwiirmen
abblasst. Schwefelsiiure und Zuckcr geben keine charakteristische Farbenreaction. Die Substanz schmeckt schwach
adstringircnd; es, untediegt wohl keinem Zweifel, dass sie
mit dem obenerwiihnten Zersetzungsprodnctc des Paoniofluorescins (E. h.) identisch ist.
111.
Bei der Extraction deu Piioniofluorescins durch Aether
nus dem Gemengc init Magnesia blieb bei dieser eine b r a m e
harzige , in verdiinnteni Weingeist losliche Substanz, welche
durch verdiinnte Salzsiiure aus der Magncsiumverbindung
abgeschieden und durch Aether oder Alkohol in Losung
gebracht wurde. In kaltem Wasser war sie unloslich, in
sicdendem etv-as loslich ; in ach~~efelsiiurehaltigen~
Wasser
wurde sie auch beini Kochen nicht griin. Sie scheint iins
im Wesentlichen mit der in n. zu bcsprechendcn harzigcn
Masse iibereinzustimmen.
n. Der in E. k. erwlihnte Harzniedcrschlag ist brliunlich
iind eeigt dasselbe Verhnlten gegcn Losungsruittel und ver-
438
R. Bohlig, Ueber dio Bindungsweiso der Magnesia etc.
diinnte Schwcfeisaure , wie die in m. besprochene Substanz.
In verdiinnter Natronlauge lost er sich mit brauner Farbe.
In den iibrigen Reactioncn zcigt er grosse Uebereinstimmung
mit dcm in E. f. besprochenen P h 1o b a p h e n , f i r welches
wir den Namen P a o n i a b r a u n in Vorschlag brachten. Von
letzterem differirt er auch hinsichtlich der Zusammensetzung
nicht. Die von Herrn G r e e n i s h ausgefuhrte Analyse einer
Probe der Fraction I (E.d.) ergab, auf wasserfreie Subetanz
berechnet, die Zusammensetzung C12 H loo3.
1. Erhalten aus 0,3170 g. Substanz mit 6,17 o/o Feuchtigkeit 0,7934 g. COa und 0,1585 g. H2 0.
11. Aus 0,2935 g. derselben 0,7273 g. COB und 0,1466 g.
H 2 0.
Der Gehalt an Fcuchtigkcit entspricht nicht ganz der
Pormel C * a H 1 0 0 3 H B O , welche anstatt der gefundenen
6,17 O/, 8,8 O/,, verlangen wiirde.
+
(Fortsetzung folgt.)
Ueber die Bindnngsweise der Nagnesirc in verschiedenen Salzgemischen.
Von R. B o h l i g in Eisenach.
I n d. Zeitschr. Bd. 211 S. 226 habe ich verschiedene Versuche mitgetheilt, urn die Frage dcr Magnesia - Bindung neben
Xalksalzen zu entscheidcn , und aus denselben die Schlussfoigerung gczogen, dass in einer Losung von iiquiv. Mengen
Xalk, Nagnesia, Schmefelsiiure, (oder statt deren Salzsaure
oder Saipetersanre) Kohlensaure die starkste Siiure rnit der
stirksten Basis verbunden sei und dass demzufolge auch in
den natiirlichcn Wiissern nie kohlensaurer Kalk etwa neben
Xagnesiumsulfat bestehen konne.
I) Nur das aus den ammoniakalischen Bleiniederschlagen (E. d.) dargestellte Product ,hatto noch eine kleinc Beimengung der in E.1. bcsprochencn grunfirbenden Substanz.
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