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Vereins - Angelegenheiten.

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Zweite Abtheilung.
Vereins - Zeitung,
redigirt vom Directorium des Vereins.
-
1. Vereins Angelegenheitea.
Anrede zur Begrtissuiag der Theilnehmer an der Generalversamntlung ~ I EBonn; von Dr. C. H a r q u a v t .
Hochverehrte Anwesende !
Es ist mir der angenehme Auftran geworden, Sie, versamme!te
Mitglieder des nord und siiddeutscgen Apotheker - Vereins, im
Namen des Comitds und im Namen der Stadt Bonn herzlich und
freundlich willkommcn zu heissen.
Sie haben sich in der rheinischen Metropole der Wissenschaft
eingefunden, urn einige Tage der Helehrung und des Vergniigens
irn geselligen Zusammensein zu verleben, Ihre Ideeri auszutauschen
und dadurch der Wissenschaft zu dienen. Es war die Aufgabe des
Comitds, Ihnen diesen Aufenhalt in unsern Mauern ebenso an enehm als niitzlich zu machen, und wir haben nach Kriaften gestrett,
diese Aufgabe zweckentsprechend zu losen. Wenn such die Lage
Bonns u-nd seine Umgebungen uns hiilfreich zur Seite standen, so
wiirde unser Unternehmen nur theilweise ausgefiihrt worden sein,
wenn wir nicht von Bebirden und Privaten aufs Bereitwilligste unterstiitzt worden waren.
Vor Allcm verdanken wir es Sr. Magnificenz dem zcitigen Rector, Herrn Geh. Medicinalrath Prof. Dr. W u t z e r und sammtlichen
Herren Vorstehern der Universitits-Institute und Sammlungen, dass
diese ohne Ausnahme zu bestimmten Stunden den hlitgliedern
gegen Vorzeigung ihrer Karten getiffnet sein werden. Ohne diese
grosse Gunst wiirde es uns nicht vergonnt sein, in diesen schtinen
und wiirdigen Riiumen unsere Zusammenkunft zu halten. Den
Koniglichen Universitata - Behorden und besonders Sr. Magnificena
gebiihrt daher unser aufrichtigster Dank. Auch der Vorstand der
Lese- und Erholungs Gesellschaft offnete der Versammlung aufs
Zuvorkommendste die schinen Raume zur Ausstellung, so wie zur
f i c h t u n g des Bureaus, und gestattet allen Theilnehmern den Besuch ihrer Lesezimmer und Restaurations-Locale, so lange sie bier
versammelt sind.
Auf unsere Aufforderung zur Betheiligung an der Ausstellung
kamen uns viele der Aufgeforderten mit Bereitwilligkeit cutgegen
und brachten grossc Opfer an Zeit und Mitteln; so vor Allem die
Droguen-Haadlung von Fr. J o b s t & Comp. in Coblenz, welche
durch die Herren B o h n und K r i i g e r hier vertreten ist und jede
Arch. d. Pharm. CXXXV.Bds. 1.Hft.
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Vereinszeitzing.
Erklining dieser lehrreichen Ausstellung geben wird. Auch die
Herren G e h e & Comp. in Dresden sandteu interessante Gegenstandc
in schonen Exemplaren. Herr Prof. Dr. M e t t e n h e i m e r in Giessen
lieferte eine Abtheilung seiner reichcn pharmakologischen Sammlung, besonders nordamerikanische Arzneimittel betreffend, wofiir
wir diesen Herren zum verbindlichsten Danke im Namen aller Theilnehmer uns verbunden glauben.
Die Utensilicn und Maschinen wurden vertreten durch die Ausstellung dcr Herren W o l f f & Sohne in Heilbronn, Ed. G r e s s l e r
in Erfurt, W e s t h o f f & Comp. in Yteele, K o l l m a n n in Ebingen,
L e y p o l d & K o t h e in Colu, H. G e i s s l e r & Comp. in Bonn. Sie
werden sich durch den Augenschein iiberzcugen, wic weit die Iiidustrie es auch auf diesem Felde gebracbt hat, so wie die reiche
Cartonage-Ansstellung dem Gcschmack des Fabrikanten alle Ehre
macht ...
Moge der Erfolg unserer Bemuhungen Ihren Erwartungen nur
einigcrmaassen entsprochen haben, so finden wir uns binreichend
fir die Muhe entschridigt, wclche diesc Vorhercitungen erforderten.
Moge namentlich noch nach Jnhren dasAndenkeu an die hier verlebtenTage Ihnen ebcn so angenehm sein, wie mir die Erinnerung
an die hier vor zwanzig J a r e n gefeierte Generalversammlung dcs
norddeutschen Apotheker-Vereins wghrend der hier tagenden dreizehnten Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte. Mochte
diese Erinnerung nur nicht durch Wehmuth getriibt werden, wenn
ich derjenigen gedenkc, welche den Glanzpunct jener Versammlung
bildeten und nun alle heimgegangen sind zu den Vatern. Ja,
meine Herren, ich darf es sagen, es tagten damals hier die letzten
Sprossen jener nliithezeit der Pharmacie, wo diese gleichsam die
einzige Quelle war, aus der alle Naturforscher sich entwickelten.
Ich erinnere Sie an den damals woilenden jugendlichen Greis, an
den frcundlichen U a r t h . T r o n i m s d o r f f , an den ernsten P h . L.
G e i g e r , an den Grundcr des norddeutschen Apotheker-Vereins, a n
den heitern R u d . B r a n d e s , an F r . N e e s v o n E s e n b e c k , den
Gutmiithigen, Alles Gewinnenden. Alle sind dahin, auch J. B e r z e l i u a , M u n k c , G. W. Biuchoff, P e l l e t i e r , A d r i a n v o n
J u s s i e u , welche dicse Versammlung zierten und uns steta als ein
Bild der Nacheiferung dienen mogen.
Vortrag in der Generalversammlung zu Bonn, zu Ehren
Wackenroder's, am 3. September 1855, 'uom Oberdirector
Dr. B l e y .
Hochgeehrte Herren, lieben Freunde und Collegen!
Abermals hat uns die Jahreszeit der Stiftung unsera Vereins
versamnielt. Dieses Ma1 als die zweite gemeinschaftliche Generalversammlung des deutschen Apotheker-Vereins, also beider Abtheilungen, fir Nord- und Siiddeutschland, und zwar heute in dem
rheinischen Musensitze der Univcrsititsstadt Bonn, nach der Wahl
der beiderseitigen Abtheilungs-Directorien, welche Wahl mir zu uxn
grosserer Freude gereicht hat, als sehr angenehme Erinnerungen
aus friiher Jugendzeit f i r mich an Bonn haften. Wir diirfen uns
hier eines frcundlichen Empfangs nnd Fordernng unserer Zwecke
erfreuen an einem Orte, wo natiirlich alle wissenschaftliche Restrebung lleachtung findet, wo die Naturwissenschaften, denen die
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Vereinszeitung
Pharmacie doch mittelbar angehGrt, stets riistige eifiige Pflege und
Forderer gefunden hat in Manncrn wie W u r z e r , der ein Kind
der Stadt Bonn war, Gebriider N e c s v. E s e n b e c k , v. Miinchow
G o l d f u s s , G. B i s c h o f f , T r e v i r a n u s u. a.m., treffliche Vorhilder emsiger Forschung, wo die Pbarmacie immerfort Anerkennung
und Beachtung gefunden hat in den Zicrden der medicinischen
Wissenscbaft, wie H a r l e s s , v o n W a l t h e r , M a y e r , N a s s e ,
W u t z c r , K i l i a n , S t e i n , wo pharmaceutische Praxis auf
eine wiirdige, sorgFiltige Weise ausgeiibt ist und die praktische
Chemie eiiien auch J s Lehrer der Pharmacie riihmlich bckannten
Jiinger in Dr. M a r q u a r t anerkennt. Lassen Sie uns denn unsere diesjiihrige Versammlung, wclche fk unsern norddeutschen
Vcrein zugleirh die 35ste Stiftungsfeicr in sich schliesst, auf cine
wiirdige Weise eriiffnen, indem wir mit freudjger, wchmiithiger
Dankbarkcit den Namen eines Mannes an die Spitze des Vereinsfestes und dea kommenden Vereinsjahres stellen, der einer unserer
thatigstcn Lehrer und Vertreter war, den Namen H e i n r i ch
W a c k c i i r o d e r ’ s , des Maiincs, dcr gerade in diesen Tagen des
voi-igen Jahres abberufen ward vom irdischen Tagewerke zum h6heren Wirken i m Lande des Lichts. Friih schon ward er uns eutnommcn, aber sein Gedichtniss bleibt in Segen als das eincs Ehrenmannes, der Riihmliches geleistet hat und seinem Bcrufc sein Leben
zum Opfer gebracht hat. Geboren in Burgdorf, einem hannoverschen Ytidtchen, hattc er sich friih schon der Pharmacie gewidmet;
ausgeriistet mit ausgezeichncter Vorbildung, ging er spaterhin zum
Lehrfach fiir Chemie und Phnrmacie iiber, indcm er in Gottingen
seine Studien hesondcrs unter S t r o m e yer’s Leitung fortsetzte,
dessen Assistent er eine Zeitlang war. Nachdcm er durch mehrere
chemisch - pharmaceutische Arbeiten seinen Ruf he iindet hatte,
ward er als Nachfolger Gobel’s a n die Universitiit x n a im Jahre
1828 herufcn, thcils als Professor dcr Pharmacie, theils als Vorstsnd
des pharmaccutischen Instituts, welches um so inehr Theilnahme
und Anerkennnng fand, als um jene Zeit die langjahrig bestandene
cliemisch- pharmaceutische Lehranstalt T r o m m s d o r f f s in Erfurt
geschlossen und W a c k e n r o d c r sehr bald als ein iiberaus gewissenhafter und emsiger Lehrer erkannt wurde. Nach zehnjiihrigem
scgensreichen Wirken eroffnete sich seiner Thatigkeit ein n e w s
Feld, indcm er von unsers Vereins damaligem Oberdirector uiid
Hcrausgcber dex Archivs der Pharmacie Dr. R u d o l p h B r a n d e s
gemeinschaftlich zur Mitiibernahme der Redaction bewogen ward,
die er nech dem so beklagenswerthen friihen Tode von B r a n d e s
mit mir fortsetzte und sich derselben his zur Zcit seiner Erkrankung im Sommer 1854 mit grosser Piinktlichkeit und Umsicht unterzog. Die 64 Bande unsers Archivs, wclche in dem 16jahrigen
Zeitrnume seiner Redactionsleitung erschienen sind, gehen vollgiiltige Zeugnisse seiner Befiihigung, seines grossen Fleisses und scines uncrmiidlichcn Strebens, der Pharmacie xu niitzen, auf welchen
Endzweck auch seine Wirksamkeit als Lehrer an der Universitat
Jcna mit Aufwand aller scincr Rriifte gericbtet war. Wie er seine
Aufgabe darin suchte und seine Ehrc darin fand, auch einer wiirdigcn Vertrctung des Standes der Pharniaceuten das Wort zu rcden,
habcn uns seine lichtvolle Darlcgung dcr Reclite dcr .4pothekcr,
so wic seine Mitwirkung beim Congresse deutscher Apothekcr zii
Leipzig im September 1848 crwicsen. Welche Anerkcnnuiig abcr
auch unscrs theuren friih vollendeten Freundes Miihen wiihrend
eines Zcitraurncs von 25 Jahrcn gcfunden, das hat sich nuf eine
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durchaus erfrculiche Weise bei der Feier des 25jjlihrigen B e g r h dens des chemisch - pharmaccutischen lnstituts am 18. November
1853 gezeigt, wo der Verewigte mit Anerkennung, Dankbezeugung
und Ehrenerweisen reichlich begliickt wurde, was ihn hoch erfrente
als Ueweis davon, dass wiirdige Bestrebungen auch im Kleide der
Ikscheidenheit Ucachtuug dort finden, wo solche Bestrebungen von
wurdigen Gonncrn, Kennern und Pflegern der Wissenschaft beobachtet, erkannt und gewkrdigt werden, wie das jederzeit der Fall
gewesen ist unter dem Scepter der den Musen giinstig zugethanenen
Herrschern von Sachsen Ernestinischer Linie, denen einst ein Friedrich der Wcise furstliches Muster und Vorbild war. Angekommen
auf diese Stufc 25jahrigen gesegneten Wirkens nnd der freudigen
Belohnung wahren Verdienstes, ward dieselbe gleichsam die Staffel
seiner Thiitigkeit, denn bald nachher entwickelte sich bei ihm jenes
unheilbare Leiden, dem er so friih crliegen musste zum Schmerzc
seiner Familie, zur Trauer seiner Freunde, zur Betriibniss der grossen Zahl seiner Schiiler und Verehrer und zurn beklagenswerthen
Verluste fur unsere Pharmacie.
Als wir im rorigen Jahre i n diesen Tagen die Feier des Buchner’schen Vereinsfestes zu Lubeck begingen, erhielten wir die erste
schmerzliche Kunde von dcr Gewisslieit seines Verlustes.
Aber nicht geziemt es sich, in Klagen zu verstummen und den
M u g an die Mauer zu lehnen. Die Pflugschaar darf niemrtls rasten,
und so ist auch die W a c k e n r o d e r ’ s Hand entfallene, so weit sie
den Unterricht in der Pharmacie betrifft, in die Hiinde seines ehenialigen Assistenten Prof. L u d w i g iibcrgegangen, wahrend die der
Chemie bestimmte noch der Ueberweisung einer wiirdigen Hand
wartet. Der Redaction des Archivs habe ich mich seit September
1854 allein unterziehen miissen, da mein Wunsch in Heziehung auf
Gewinnung eines geeigneten Mitrcdactcurs bis jetzt an besonderen
Verhiltnissen gesclieitert sind.
Wir werden aber des verewigten W a c k e n r o d e r ’ s Andenken
auf die beste Weisc ehren, wenn wir uns bemiihcn, in seinem Geiste
und mit seinem Eifer ferner der Pharmacie zu dienen. Sein Name
sei also auch darum an die Spitze diescr Versammlung und des
kiinftigen Vereiusjahres gestellt, damit wir ihn als Musterbild uns
jederzcit vergegenw’%rtigen zum Besten der Pharmacie. Sein Gedachtniss wird noch auf eine andereWcise unter uns und den spiiteren Geschlechtern i n der Pharmacie fortleben, wenn die Mitglieder unserer Vereine, wenn die deutschen Apotheker Sinn und Herz
tiir eine derartige neue Stiftung zurn Besten wissenschaftlicher AusI d d u n g bediirfender Pharmaceuten unterstutzen wollen.
An diese Einleitung zu Ehren unsers verstorbenen Freundes
liuiipfe ich die Hinweisung auf die spztere Mittheilung einer ausfiihrlichen Biographie itn Archiv der Pharmacie, die uns von den
HH. DDr. L u d w i g und R e i c h a r d t in Jena zngesagt worden ist,
und schliesse hieran meinen Bericht iiber den derzeitigen Stand
iinsers Vereins.
Zuerst der Veranderungen in den Kreisen der Beamten gedenkend, habe ich zu erwiihnen, dass das Amt eines Viedirectors f~
den Bezirk Preussen-Poscn nach Hrn. K u s c h Todc dem Hru. Collegen B r e d s c h n e i d c r in Konigsberg ubertragen worden, der sein
-4mt mit Fleiss und Unisicht angetreten hat. Die Leitung des Vicetlii~ctoriunisSchlesieu ist dem elireinverthen Hrn. Collegen W e r iier in Brieg iibertragen, nachdem der an Hrn. Oswald’s Stelle eingetretene Hr.T e s s m e r , obschon er sie mit ausgezeichnetcr Leistung
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Vereinszeituuy
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gefiuhrt hat, sehr bald wieder abgegeben hatte. Hm. Oswald’s
zeitigen Abgang durch Tod beklagen wir aufrichtig als den eines
braven Collegen und eifrigen Vereinsbeamten. An Hm. Geske’s
Stelle im Vicedirectorium Schleswig-Holstein ist Hr. College C1a u s s e n in Oldenburg eingetreten.
Fur mehrcre Iireise waren neue Vorsteher zu erwahlen, so fcr
Kreis Konigsberg, woselbst Hr. Apoth. Q u i r i n g in Barten eingetreten ist; fur k e i s Glatz, wo Hr. College D r e n k m a n n daa von
Hrn. Unger verlassene Amt iibernommen hat; fur Kreis Lissa, dessen Verwaltung in die Hande des Hrn. Collegen K o n o p k a iiberging, nachdcm Hr.College P l a t e nach langjlhriger giinstiger Fiihrung die Abnahme beantragt hatte. An die Stclle des leider auf
traurige Weise verstorbenen Hrn. Collegen B o h l e n in Dessau b a t
Hr. &led.-Ass. R e i s s n e r daselbst, so wie an des plotzlich verstorbenen Hrn. Collegen D r . I n g e n o h l ’ s Stellc Hr. M i i n s t e r in Berne
fiir lir. Oldenburg.
Fur Hrn. B a u e r in Oelsnitz iibernahm Hr.
B r i i c k l e i n i n Elster die Leitung des lir. Voigtland. Das Kreiadirectorat Trcysa ist durch den Tod des Hrn. Collegen Dr. W i g a n d in Treysa in die Hjlnde scines Sohnes ubergegangen. Das
Kreisdirectorat Altona-Gliiclistadt hat Hr. College W o l f i n Gliickstadt iibernornmen. Fur den neu gebildeten Kreis Dithmarschen
odcr Heide im Holsteinschen ist Hr. College R u g e als Krcisdirector bestellt worden.
Slmmtlichen Vereinsbeanitcn welche mit Treue und Einsicht
ihr Amt verwaltct und so Zuni bedeiheu des Vereins beigekagen
haben, spricht das Directoriuni innigen Dank aus, dcr den Abgeschiedenen hiniibertonen mag in die Wohnung des Friedens.
An hlitgliedcrii verloren wir durch Austritt im Laufe des Jahres 18H/,j 52, nlmlieh aus dem Kr. Arnsberg 1, Bernburg 1, Cassel 1, Clcve 3, Conitz 2, Coln 1, Crefcld 1, Danzig 1, Dessau nicht
weniger als 4, Elberfeld 3, Eifel 2, Erfurt 1, Erxleben 2, Glatz 2,
Griinberg 1, Hanau 1, Hannover 4, Herford 1, Hildesheim 1, Kreuzburg 2 KSnigsberg in Pr. 5, Lissa 1, Ostfriesland 3, Patschkau 1,
RostocL 4, Rybnik 1, St. Wendel 2, Weimar 1.
Dagegen traten ein 100, als in den lireisen Aachen 1, Altenburg 1, Altona-Gliickstadt 2, Arnsberg 3, Berlin 4, Bonn 1, Brcslau 2, Braunschwcig 2, Cassel 1, Clcvc 1, Coburg 2, Coln 1, Crefeld 2, Danzig 3, Dithmarschen oder Heide 8, Altstadt-Dresden 2,
Diisseldorf 1, Elberfeld 3, Elbing 3, Erfurt 1, Ersleben 3, Frankfurt a. d. 0. 1, Glatz 1, Gotha 1, Griinberg 1, Hanau 1, Hannover 1,
Herford 2, Hoya-Dicpholz 2, Jena 1, Konigsberg iu Pr. 6, Konigsberg i. d. N. 1, Iieipzig 3, Luckau 2, Minden 4, bliinster 2, Posen 2,
Pritzwalk 1, Rostock 4, Ruhrkreis 2, Hybnik 1, Schlcswig 2, Schwelm
1, Schwerin 2, Sommerfeld 1, Sondershausen 1, Sonnenburg 1, Stavenhagen 3, 8t.Wendel 2, Weirnar !, uud Hr. Hof-Apotheker Dr.
S t e c g e i n Bukarest in dcr Walachei.
An Mitgliedern verloren wir durch den Tod die Herren Collegcn Apoth. O s w a l d in Oels, V o l z k e i n Wandsburg, B o h l e n i n
Dessau, Dr. I n g e n o h l in Hohcnkirchen, P e t e r s e n in RSnsahl,
Schliiter in Hecke, Dr. V o g e t in Miinchen-Gladbach, D a n n e n b e r in Salze, Q u i c k e in Biiren, H o y e r in Oldersum, d e V o o g t
in atrccht, Dr. W‘Sgand in Treysa, K r a u s e in Oranienbaum, Droguist S t a a t s in Hannover.
Innig bedauem wir den Verlust so vicler braven Collegen, wiinschen ihncn eifrige Nachfolger und widnien denselben eiu freundliches Andenken.
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Ve'ereinszeitung
An Ehrenmitgliedern entriss uns der Tod die HH. Staatsmin.
Geh.Rath v. L a d e n b e r g in Potsdam, Ober-Med.-Rath Lh.Werck
in Darmstadt, Prof. Dr. C. H e r b c r g e r in Wurzburg und H. B r a c o n n o t , Director des botanischen Gartens in Nancy, cincr der fleissigsten und fruchtbarsten Chemiker auf dem Gcbiete der organischen Chemie.
Wenn der erstere uns ein freundlich geneigter Gonner uqd
Begunstiger unserer Zwecke, ein Freund der Pharmacie war, wic
vordem scin Vorganger v. A l t e n s t e i n , so galt uns der andere als
ein Muster der Thitigkeit auf dem Gebictc der chernischen Technik und ein wohlwollender Unterstutzer und hulfreicher College zu
unsern Vereinszwecken. An H c r b e r g e r verlor die Pharmacie
einen Mann, dem sie grossen Dank schuldct, denn er hat auf eine
ausgezeichnete Weise Fur sie gewirkt durch Begriindung des Jahrbuchs, durch seinen Unterricht und sein beharrlich bethlitigtes
Iiiteresse fur das Beste dcr Apothckcr. Wir schulden ihnen Dank
iiber das Grab hinaus und hehaltcn ihr Wirken in ehrendem Gedlchtniss.
An neuen Ehrenmitgliedern gcwannen wir die HH. Consul Dr.
J u r i t z in dcr Capstadt, der uns fur unser Vercinsmuseum Uebersendung von interessanten Stoffen zugesagt hat, und Dr. Diibener,
Hofrnedicus in Liebenstein, einen urn die Balncologie verdienten
Mann.
Ueber gehaltene Kreisversammlungen ist leider wenig anzufihren; solche fanden nur statt in den Kreisen Waldcck, Halle und
Bernburg-Dessau. Leider war es mir sclhst nicht veugijnnt, mich
i n meinem Iireise zu betheiligen, da Krankheit mich ans Zimmer
fesselte.
Indem die Kreise und Mitglieder auf die Vcranstaltung und
den Besuch der lireisversamnilungen je linger je mehr verzichten,
berauben sie sich eines schr wesentlichen hlittels zur Aufrechterhaltung echter Collcgialitit, die so Noth thut in der Zeit des
Egoismus und der Zeit, wo unsere Pharmacie so stiefmutterlich behandelt wird von Seiten der Behorden, die fur das Gesundhcitswohl zu sorgen haben. J e mehr man abgegangcn ist von diesen
Zusammenkunften, um so greller sind die Eingriffe hervorgetreten,
welche taglich und stiindlich unsere Praxis beliistigcn. Mocliten
die Vereinsbeamten und Mitglieder das beachten und diesen wesentlichen Zweck des Vereins nicht llingcr hintansetzen.
Nachdem durch das Sbleben des Gcli. Hofraths Professors Dr.
W a c k e n r o d e r , der das Archiv fleissig mit seinen cigenen Arheiten, 80 wie denen, welche a m scinem eigenen Laboratorium hervorgingen, unterstiitzt hattc, diese Quelle versicgt war, musste es
mcin Bestreben sein, an dieser Stelle andere zu gewinnen. Die
Nachfolger in W a c k e n r o d e r ' s Amte als Lehrer dcr Pharmacie,
die HH. Prof. Dr. H c r m . L u d w i g und Dr. R e i c h a r d t in Jena,
hatten die Gewogenheit, sof,,rt ihre bercitwillige Beiliiilfe zuzusagen, die sic &uch auf eine flei-sigc und anerkennenswerthe Weise
geleistet haben. Eine Darlegung und Aufforderung an die Ehrenmitglieder und Mitglieder des Vereins, wie sonstige Freunde, von
denen eine Mitwirkung fur das Archiv erwartet werden durfte, ist
nicht ohne giinstigcn Erfolg gcblieben, und so isf es gelungen, dass
die Redaction in dem lctzten Jahre mchr als friihcr mit Beitragen
unterstiitzt wordeii ist, wofur ich den geehrten Mitarbeiteru, v. Ankum, Hldcker, Bredschneider, Batka, H. Rlep, Brodkorb, Cabsclmanii, Caspar, Drostc, Daukwartli, Flach, Franke, Frickhinger,
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Vereinszeitung
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Gadecke, Goppert, Geffcken, Gciseler, Harms, Hendess, Heinecke,
Helfft, Hoffmann, Hornung, Hirschberg, Jonas, Klobach, Kramer,
Kiimmel, Knorr, Landerer, Livonius, Lohr, Liidersen, Ludwig, v. d.
Marck, Martius, Menke, Meurer Muller, Ohme, A. Overbeck,
Peckoldt, Petzoldt, Pitschke, Rebdng, Reichardt, Ruger, Schimmel,
Schlienkamp, Schwacke. Stahl, Struve, Stiimbke, Trommsdorff,
Troye, Tuchen, Vohl, Weppen, Wilms, aufrichtigen Dank sage.
Zuglcich aber spreche ich den Wuesch aus, dass such f i r die %ukunft unser Verein sich einer regen Unterstiitzung dieser gedachten
IIH. Mitarbeiter, so wie anderer geehrten Mitglieder zu erfreuen
haben moge, wobei die Mitglieder des Directoriums mit gutem Heispiele vorangehen mogen.
Ich beehre mich Ihnen Bericht iiber die Preisschriftcn, welche
auf die Aufgabe der Hagcn -Bucholz’schen Stiftung eingegangen
sind, zu erstatten *).
Als neue Preisfrage der Hagen-Bucholz’schen Stiftung ist empfohlen und bestimmt: ,,Versuche iiber die Darstellung des Colchicins, wo moglich im krpstallinischen Zustandc, wobei nicht rnit
zu kleinen Mengen zu arbeiten win durftc : lleschreibung seiner
chemischen und physikalischen Eigenscbaften, und wenn es moglich
ist, Angabe iiber seine Wirkungaweise, wobei grosse Vorsicht empfohlen wird.‘
Ferner Bericht iiber die Arbeiten der Lehrlinge, welche die
diesjahrige Preisfrage zu losen versucht haben **).
-41s neuc Preisfragc ist bestimmt : Ermittelung des verschiedenen specifischen Gewichts der Tincturen bei vcrschiedenen Temperaturen.
Die Finanz-Angelegenheiten unsers Vereins anlangend, so will
ich Ihnen hier den vom derzeitigen Caasenverwalter Hrn.Ehrendir.
Dr. M e u r e r in Dresden erstatteten Rericht nebst tabellarischen Beilagen vorlegen, aus welchem sich ergiebt, dass die Finanzlage unsers Vereins, trotz der mancherlci Unfille, welche wir durch den
Tod und den Abgang einiger Beamten und Mitglieder erlitten
haben, ein nicht unansehnlicher Uebcrschuss verblieben ist, welcher
der Capitalcaase hat konnen uberwiesen werden.
Ein solchea
Resultat haben wir nur der sorgfaltigen Verwalturig unserer
Cassenfihrer B r a n d e s und Meurei; so wie der umsiclitigen Erwagung zu danken, welche in jedcm Fruhjahre der Finanzlage unsers Vereins von Seiten des Directoriums gewidmet wird, aber such
die grosse Sorgfalt, mit welcher die Herren Kreis- und Vicedirectoren das Caasenwesen in ihren Kreisen im Auge halten, hat daran
grossen Antheil. Mochte diese Fiirsorge immer allgemeiner werden
und das Directorium nienials Ursache liaben znr Uiizufriedenheit
mit der Leitung irgend einesKreises, wie daa lcider rnit cinem des
Rheinischen Viccdirectorats dieses Ma1 der Fall ist.
Ueber die finanziellen Verhaltnisse unsers Vereins will ich nur
ein kurzcs Referat geben. Diesclben gestalten sjch sehr gunstig.
In derselben trcfflichen Weise des leider zu friih verstorbenen Cassenfiihrers Hrn. Salinedir. W. B r a n d e s , ist die Generalcasse wie
daa Rechnungswesen von unserm Ehrendirector Dr. Me u r e r verwaltet.
*) Siehe dies. Archiv, Noremberheft 1855, p.218.
**) Ebendaselbst, p. 218.
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Vereinszeitung
Die Gesammt-Einnahme hat betragen 10715 4 25egr, und zwar
8760 4 4 syr 5 4 Vereinsbcitriige der Vereinscasse,
158 ,- ,- , Eintrittsgelder,
1599 ,,23 11 , Extrabeitriige fur die Gehiilfen - Unterstutzungscasse,
180 ,21 , 8 , Beitriige zur allgemeinen Unterstutzung,
7 , 10 , , Beitriige an dic Brandes-Stiftung,
9 ,21 - , Beitrage an verschiedene Cassen.
Die allgemeine Unterstiitzungscasse, deren Vermiigensbestand
2000 4 nicht ganz erreicht, hat im abgelaufcnen Jahre uber 800 4
a n Unterstutzungen gezahlt a n Wittwen, Waisen, verarmte Apotheker und Studirende.
Die Gehulfen-Unterstiitzungscasse besitxt ein Baarvermogen von
10950 $. Sie hat 1275 .$ an Pensionen gexahlt, davon einige zii
c;O 4, M.4, 40 4,30.9 und 25 4, je nach Umttlnden und Bediirfniw. Die Extrabeitrage zur Gehiilfen-Unterstutsungscasse sind bisher ,am reichlichsten im Vicedirectorium der Marken, am diirftigsten in dem Viceclirectorium am Rhcin gcflossen. Zwar ist das
Stammcapital ein ganz erhebliches, dcnnoch muss das Directerium
mit Sorgfalt uber eine rechte Regelung der Einnahme und Ausgabe
wachen, um einen Riickhalt fiir kiinftige Zeitcn zu haben, und es
kann deshalb dic Isetheiligung den Collegen nicht warm genug empfohlen werden: denn es mehrt sich die Zahl der Bedurftigen alljahrlich.
Die Vereins-Capitalcassc bcsass am Schlusse des Jahres 1854
ein Vermogen von 12376 ;f, G scJr 2 8. Die Vermehrung in dem
Jahre 1853,$*betrug 1048 29 sqr 3 q. Zur sicheren Verwahrung
der Werthdocumeiitc des ereiiis ist e h feuer- und diebesfester
eiserner Schrank angeschafft uud in Blinden aufgestellt worden,
W O V O ~ die Schlusscl in den Hlnden dreier Directoren sind, wiihrend der Oberdirector ein Doppel-Exemplar der Schliissel in Verwahrung hat.
Die nrandes - Stiftung bcsass am Schlusse des Jahres 1854:
21554 13qr 4 9 . Dicse Stiftung, der kiinftig die Wackenrodcrsche sich anschliessen wird, empfehle ich um des edlcn Zweckes
willen den Collegen angelegentlichst.
Die gewohnliche Eiunahme der Generalcase betivg
8760 8 4 sgr 9,
die Ausgabe 8608 15 , ,
also Ueberschuss 151 418 s g r 9 8.
Wir hoffen, dms diese kurze Darlegung hinreichen werde, den
Mitgliedern zu zeigen, wie die Verwaltung eine sorgfaltige, die
Finanzlage eine gute gcnannt werden Irann.
Wenn wir den derzeitigen Standpunct der Pharmacie ins Auge
fassen, so finden wir leider daran vie1 Mangelhaftes, je grossere
Miingel, als vor Jalrrzchnden dariri wahrgcnommcn wurdcn.
Der Hinblick auf dicsc Pachlage hat mich veranlasst, in kurzen Zugen die Fragc zu beleuchten: , W a s m u s s g e s c h e h e n ,
u m d e r P h a r m a c i e a u f z u h e l f e n ' ? Die Pharmacic muss auf
einen moglichst hohen wissenschaftliclien Standpunct gehoben und
ihr allein das Gebict der Wirksamkeit, mclches ihr gebuhrt, uberlassen werden, nlimlich die Darstcllung und Dispensation der Arzneimittel.
Wir wissen rccht wohl aus der Geschichte der Medicin, dass
Anfangs die Zubcreitung der Arzneimittcl von der Ausubung der
))
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Vereiwzeitung.
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Heilkunde nicht getrennt war, von der Philosophie und Theologic,
als in dermaliger Zeit Weltweise, Priester und Aerzte als zusammengehend betrachtet m r d e n , und meist die Medicin mit Weltweisheit und Gottesgelahrtheit in einem Individuum vereinigt war.
Das konnte freilich nur der Fall sein, so laiige die Medicin sieh
i n der ersten Kindheit befand. Indesscn findeii wir auch schon in
dieser Zeit grauen Alterthums, dass die Priester und damalige Aerzte
zum Einsammeln und Zubereiten der Arziieikorper besondere Gehiilfen hielten. Aber schon vor mehr als 1000Jahren, zu Ende des
8ten und irn Anfange des %en Jahrhunderts, bekam unter den Arabern, welche damals die Bewahrer und FGrderer der Wissenschaft
waren und von welchen namentlich die Medicin gepflegt und ausgebreitet wurde, entstand eine Trennung der Pharmacie von der
Medicin aus dem Grunde, um dcr Medicin wie Pharmncie eine
feste, mehr wisseiischaftliche Gestalt zu geben und so zu einer
grossercn Wohlthat fiir die leidende Menschheit herrnizubilden.
Der Pharmacie wurde auch von der Obrigkcit Aufrnerksamkeit
geschenkt und aie unter Aufdcht genommen in richtiger Wiirdigkeit der Wichtigkeit derselben. Man begrtnn fiir dic Darstellung
der Arzncien geeignete Vorschriften zusammenzustelleii, und Kaiser
F'riedrich 11. gebiihrt der Ruhm, die crste Medicinal- und Apotheker-Ordnung in Europa gegeben zu haben. In diesem fur damalige Zeit hochst aus ezeichnetcn Gesetzc sind der Medicin wie dcr
Pharmncie strengc grenzlinicn gezogen. Den Apothekern war darin
alles Curiren a d das Streng~teverboten, den Aerzten aber uiitersagt, eigene Apotheken ZII halten, noch mit Arzrieiwsarcnhlindlern
sich in contractliche Verbindungen einzulassen. Wer erliciint nicht
hicrin die Weisheit des gosseri Kaisers, dcr, iudem cr eine strenge
Ordnung herstellte, fur das Wohl seiner Unterthancn anf die beste
Weise sorgte. Dem Arzte stand allein die Behandlung der Kranken und eine Vcrordnung dcr Arzneien zu, wahrend der Apotheker allein auf die Herstellung der Arzneien und dercn Dispensation
nach iirztlicher Vorschrifh, so wie dcn Handel damit, beschrhkt
blieb.
So wenig in der Regel der Arzt griiiidliche Kcnntnissc besitzt
iiber die rohen ArzneistoEe uiid von dcr Verarbeitung zii Heilmitteln,
ehenso weiiig Kenntniss findet man gewohnlich bei den Apothekern
iiber die Erkennung und Uchandlung dcr Krankheitcn. Darum
wies die Weisheit ausgezeichncter Regenten und Staatsbehorden
jcdem seineUahn an, und hielt darauf, dass sie dieselbe nicht zurn
Nachtheil dcr Bercchtigten wie des Ganzen iiberschritten.
Eine solche Aufstellung und Festhaltong strenger Grenxliiiien
ward damals als Sache der Nothwendigkeit angesehen, weil man
durchdrungen war von der Wiclitigkeit jeder dcr bciden Fkchcr
der Gesammtheilkunde, und weil die sorgdiltige Fiirsorge fur das
leibliche Wohl mit ltecht als cine der Obrigkeit gebiihrende Pflicht
anerkannt ward.
Den Aerzten gereichte die Trennung insofern zum Segen, als
sie desto eher im Stande waren, dem wichtigen Berufe der Heilkunst ihre Zeit zu widmen, uiid Zeit gewannen fur dieYtudien ziir
Erwciterung ihrer Wissenschaft, weshalb dcnn m c h hcutc noch
diesc Trennuiig bei allen Aerzteu ah niitzlicli uiid iiothwondig festgehalten wird, welche die wahre Ehre und die rechte Wirksamkeit
ihres Standes wid Berufs am Herxen liegt, die den Ruf eines
Elireumannes hoher halten, als dic Ducaten, welche die selbstdispensirende Pfuschcrei einbringt.
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Vereiwzeitung.
Aber auch dem Staate und der Obrigkeit musste eine solche
Treunung willkommen sein wegen der dadurch gcwonneneu leichteren Uebersicht der Leistungen, wegen der besseren Fiirsorge fiir
das Wohl sciner Burger und Bewohner und weil nur durch ehrenhafte Eiwerbszweige der Unterhalt vermehrt, also auch auf die Vermehrung der Volkszahl, so wie bcsonders die Veredluug der Menschen giinstig eingewirkt wird.
Die Gerechtigkeit, welche der
schiinste Schmuck eines Herrschem wie des Staates ist, verlangt,
dass die Pflichten, die dem Apotheker auferlegt wurden, auch mit
Rechtcn uerbunden, wurden. Dies gab Veranlassung, dam man dem
Apotheker gesetzlich die Bereitung der Arzneimittel, so wie den
Handel niit Arzneistoffen im Kleineu iibertrug, ein Gesetz, welches
sich als gut und zweckm;Lssig erwies und deshalb auch in allen gut
regierten Staaten aufrccht erhalten wurde. Dieses ist der Fall gcweseu bis in das dritte Jahrzeheud dieses Jahrhunderts, wo leider
hier und da eine pcrsonliche Vergiinstigung fiir einzelne Aerzte
der Hahnemaun’schen Schule die gute Ordnung und somit die
Schranken der Gerechtigkeit durchbrach, insofern .man gestattete,
dass sie die Arzneien (welche sie meistens nicht selbst gefertigt
hatteu, weil sie das nicht vcrstanden) selbst dispensirten und so die
alte gute Ordnung durchlocherten und die Apotheker in Nachtheil
brachteii, so abcr die Ausiibung der Gerechtigkeit in Zweifel stellten und Missmuth iiber das ganze Heilpersonal der alten Schule
verbreiteten.
Daher sahen die Apotheker sich gezwungen, das Widerwiirtige
ihrer Lage, welches auf die angedeutetc Weise herbeigefuhrt wurde,
bci den Behorden zur Sprache zu bringeu. Es wurden auch hier
und da gesetzliche Bestiinmungen gegeben zur Abhiilfc, so auch in
Prcussen unter Minister v. A l t e n s t e i n uud noch unter dem Minister E i c h h o r n , abcr leirler auch miedcr aufgehoben und das Selbstdispensiren der homoopathischen Aerzte erlaubt, freilich an einige
Bedingungen gekuiipft, die nicht schwer zu ei-fiullen sein sollen.
Yolche Incousequenz in der Gesetzgebung und solche Durchbrechung wohlbegriindctcr Ordnungsschranken konntc natiirlich nicht
ohne nachtheilige Folgen bleiben auf die Ausiibnng der Pharmacie.
Uiii dic Verluste zu ersetzen, welche die Eingriffe in ihre Rechte
herbeigefiihrt, glaubte gar blancher sich berechtigt zum Reciprocum
und sahen wir in neuer und neuester Zeit von Seiteu der Apotheker ncue Heilmittel angekiindigt uud gegen mancherlei Krankheiten empfohlen, so in Wien, in Berlin und a n andern Orten.
Z u billigen ist solches Treiben keineswegs, obwohl es hier und
d a als Nothwehr Entschuldigung finden diirfte und gefuudcn hat,
in die ich freilich nicht einstimmen kann, den Gruudsatz festhaltend: ,,dm8 der n e r u f dea Apothekers kein anderer ist wad sein
SOU, als Arzneien kumtgemliss Z P L bereiten und sie wadi gesetzlichen
Ue;utimmungen abzuZiefern‘. Dms er berechtigt ist. hierin den Schutz
des Gesctzes in Anspruch zu nehmen, hat noch Niemancl in Abrede
gestellt, in dem ciu Gefuhl fiir Gerechtigkeit lebt und wclcher das
Wohl des grossen Ganzen mehr in einer bestimmten regelmjissigcn
Ordnung, als in personlichen und standischen Vergunstigungen
findet.
Man kann keinen k i n d zur Entschuldigung dcr gemachten
Ausnahmen etwa dariii finden, dass die Bereitung det. Mittel, welcher sich die Hahnemann’sche Schule bedient, ciiie findere sei, als
die der Heilmittel der sogenannte~iAlloopathen. Erstrns weil die
Uereitung der Urniittcl iiiclit abweichend ist von cler der Mittel der
iilteren Schule, sodann weil der Apotheker allein im Besitze
der Kenntniss und Fertigung sich befindet zur Herstellung aller
Heilmittel, welche Namen sie immer haben mogen. Freilich haben
das die Apotheker schon lange und oft behauptct, und auch Mandies gethan, eine fh sie giinstige Abiiuderung zu beantragen.
Diese ist aber kaum hier und da crlangt, durchgehends abcr keineswegs. Woher daa komme, ist uns Allen bekannt genug, weil
dem Apotheker keine entselieidende Stimme in den Medicinal-Angelegenheiten zugestanden ist, und weil die andern Minner, welrhe
im Iinthe des Meclicinalwesens bitzen, keine geniigende Kcnntniss
besitzen, noch besitzen konnen von der Lagc der Apotheker. Die
Apotheker diirfen uicht unterlassen, immer aufs Neue darauf aufmerksam zu machen, als auf das, was dem allgemeinen Hcsten ftrderlich sein muss. Es wird auch eine Zeit kommen, wo die Wiehtigkeit der bestimmten Trennung wieder cingeschen und darum
beachtet werden wird.
Bis dahin, dass es geschieht, bleibt der Apotbeker nach wie
vor an die strengste Erfiillung seiner Pflicht gebunden und er darf
sich kein Abweichen erlauben.
Indem aber die Staaten den Apothekern grossere Beachtung
schenkten durch genauere Controle, war ein Fortschritt in der wissenschaftlichen Cultur der Pharmacie eingeleitet. Man musstc Seitens der Apotheker bedacht sein, die Arzneikorper genauer kennen
zu lernen, die Darstellungsweise der Arzneimittel zu verbessern, die
Priifuqg deraelbem auf einfache uiid zweckmihsige Methode zuriickzufiibrcn. Dies Alles gab Veraulassung, dass die Pharmacie aus
dem empirischen Standpunctc zum wissenscliaftlichen vorsehri tt, W&B
deun uiiaufhaltsam so lange der Fall gewescn ist, als die Staatsregierungen in ihrer Beachtung und ihrem Schutze nicht nachgelassen haben. So erhob sich die Pharmacie auf denjenigeu wissenschaftlichen Standpuuct, der mit dem anderer Fiicher, z. B. der
Medicin verglichen, die Pharmacie keineswegs in Nachtheil stellt,
zumal ihre wissensehaftliche Basis eine festere sein diirfte, als die
der Medicin. Zu drm Schutze, den der Staat den Apothekern verhiess uiid gewirhrte, gehortc naturlich auch die Darbictung drr Mittel einer anstindigen und anskommlichen Erhaltung ihrer Officinen,
Laboratorien, Arzneischiitze und der Hiilfsmittel zum wissenschaftlichen Fortschreiten. Dam’ gehorte vor Allem das Steuern und
Untersagen aller kztlichen Uspensationen, der quacksalberwcisen
I’fuscherei, der Eingriffe der Griimer und Kaufleute.
Man sah ein, je sorgfdtiger dcr Schutz war, je niehr er gehandhaht wurde von fachkundigen hlaunern, desto sicherer und niitzlicher sich auch das Wissen iind die Wirksamkrit der Apotheker gestaltete. Wie jenes Maass der Kmntnisse sich gestaltete, kann am
besteu erkannt werden aus den Anforderungen, welche die Staatsregierungen a n den Apotheker bei seinen obersten Priifimgen und
in Kiicksicht seiner Leistungen a19 gericbtliche Saclikundige, Apotliekenrcvisorsn, Begutachter gewerblicher Verhaltnisse, in soweit
sie in dlrs Gebiet der Naturkunde, namentlich der Chemie, einschlagen, stellten.
E’assen wir es zusammen, 60 wird eine ansehnliche Summe vou
hoheren chemischen, physikalischen, mineralogischen, xoologisrlieu
und botaiiisehen Kenntnissen von dem Apotheker verlangt, was ihn
wohl zu sagen berechtigt, dass von keinem k-a‘ache des Staats ein
grosserer Complex von Kenntnissen crfordert werde, untl dass alleiii
der Arzt, der den gsnzen Umfang der Medicin kclint uiid in sicli
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Vereinszeitung.
aufzunehmen bemiiht gewesen, mit ihm verglichen werden. kann.
Eben aber, weil der Arzt so vie1 wissen muss und deshalb so sehr
nothig hat, sich foi-twiihrend dem Studium seiner Wissenschaft hinzugeben, vermag er auch nicht. die Pharniacie zu umfassen, am
wenigten aber iliren praktischen Theil sich anzueignen und ihre
Lage aus dem Gesichtspuncte vollkommener Beherrschung der nothigen Kenntnisse des ganzen Fachcs zu beurtheilen. Aus diesem
angedeuteten Grunde ist es abcr nun vollkommen unmoglicb, dass
der Arzt ein vollgiiltiges Urtheil abgebe iiber die Bildung des Apothekers und die nothigen Maassregeln, diese zu fordern und xu
leiten. Ebenso wenig wird der Arzt im Standc sein, ein grundgiilt,igcs Urtheil zu fillcn uber die der Pharmacie zuzuwendenden
Maaassregeln zum Schutze, zur Ableitung der sie betreffendcn
Uebelstinde, diescs schon dcshalb nicht, weil diese meistens oder
doch hiufig von den Aerzten ausgehcn. Hat man aber k n n o c h
bis jetzt hlle diese nothwendigen Maassnahmen von dem Urtheil
der Aerzte abhangig gcmacht, so ist eben daraus enviesen, dass
die Trcnnung der Medicin von \der Pharmacic noch nicht der A r t
genesen, wie sic nothwendig ist, um die Pharmacie ihrer Entwickelung nach dem hijchsten Ziele der Ausbildung und Wirksamkcit
entgegen zu fiihren, und wenu nun die Behauptnng, welche so oft
wicderholt wird, dass namlich die Pharmacie nicht mehr das leiste,
was man von ilir zu fordern berechtigt ist und was sie ehemals
geleistet habe, irgend gclten lassen darf, so hat cine solche Wahrnehmung ganz allcin seinen Grund darin, dass ihr, der Phajmacie,
die giinstigen Umstiinde zu freier Entwickelung gefehlt haben, weil
sie in iliren wissenschaftlichen Bestrebungen sich nicht unterstiitzt,
sondern gehemmt gesehen hat, und erst wenn der Schutz, der ihr
gcbiihrt, der Art sein wird, dass sie zu freicr Entwickelung aus
ihrein eigenen innern mit IIiilfe ihrer eigenen Kriifte fortschreiten
kann, erst dann wird man die hochste Bliithe und reichste W r k samkeit der Pharmacic erblicken kannen.
Davon ist sie jetzt freilich noch entfernt; ja man kann nicht
laugnen, dass sie zu Riickschritten hicr und da sich gezwungen
sieht, weil, indcm sie in wissenschaftlicher Entwickelung gehemmt
wird, sie auf andere Wege, z. n. dic merkantilischen, hingewiesen
wird, und namentlich in grosseren Orten mit zahlreicher Concurrcnz diese Wege zum Schadcn und Nachthcile dcr Ehre der Pharmacie zu beschreiten bcginnt. Ja wir diirfen in Wahrheit behaupten, dass wenn man der Pharmacie iiberall zur rechten Zeit den
nothigen Schutz wiirde zngewandt haben, wenn man die Vertretung
den ausgezeichnetsten ihrer Jiinger anhciln gegebcn habcn miirde,
diese Abwege vermieden worden sein wiirden, auf die sie jetzt hier
und dn gernthen ist.
Die Apobheker frionnen es sich aber nicht genug zu Hcrzen
nehmen, dass die Ehre ihres Standes von ihuen erheischt, dass sic
mehr und mehr dahin streben sich loszureisscn von den merkantilischen Interessen, namenthch aber von aller medicinischen
Pfuscherei, wodurch sie sich selbst herabwiirdigen und dem Ansehen
ihres Standes schaden, sich auf. eine Rangstufe mit gemeinen Kramern stellen und sich selbst zuzuschreiben haben, wcnn man Eie
als solehe betrachtet und behandelt.
J e mchr es sich zeigt bei den Priifungen der Apotheker, dass
ihnen hiufig eine gediegene Vorbildung fehlt, dass sie iiamentlich
grosse Liickcn zeigen in der chemisclien Praxis; uni so mehr ist
cs Sache dcr Apothekrr, als Lchrhciwn darauf zu schen, dass nur
Vereinszeitung.
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gut vorbereitete Zijglinge die pliarmaccutische Laufbahn hctreten,
dass sie in allcn Zweigen des pharrnaceutischen Wissens so grundlich als moglich unterwiesen werdcn, dass die pharmaceutischen
Laboratoricn wieder die Pflanzstiitten werden gediegener cheniischer Praxis, d a m gehijrt Selbstarbeiten und Darbieten dcr Mittel
fiir Lehrlinge und Gehulfen, sich in Darstellung chemiseher Priiparate eu iihen.
Der Staat hat aber daruber zu wachen, dass der Apotheker
auf guter Grundlage seinen Weg wandle, dass die Spotheker als
Lehrer uberall ihrer Schuldigkeit gebuhrend nachkommen, dass die
pharmaceutischen Lnboratorien nicht Prunkstiitten, sondern wirklich
Werkstatten werden, dass auf den Universitiiten die nothigc Gelegenheit und Veranlassung f ~ Unterricht
r
und praktische Uebung
vorhanden sei, dass die Apotheker innerhalb der Schranken ilires
Herufs sich halten, sich alter arztlichen Praxis enthalten, aber auch,
dass die Apotheker vor unwiirdigen Eingriffen in ihre Rechte geschutzt werden:
durch Abstellung allcr Pfuscherei von Seiten der Kramer und
Droguisten ;
durch Aufhebung der Erlaubuiss zur Selhstdispensation Seitens der Aerzte.
Erst wenn daa geschehen sein wird, was fur die Herstellung
einer wahrhaft guten Medicinalverfassung unumgiinglich nothwendig
ist, namlich:
A. die vollkommene Trennung der arztlichcn Praxis von der
pharmaceutischen ;
R. das Zugestiindniss des Einflusses der Apotheker auf pharmaceutische Verhiltnisse;
C. die Ziehung strenger Grenzen in dem Handel der Kramer
und Kaufleute und Apotheker, so dass alle Arzneiwaaren
im Kleinen zu fuhren uur dem Apotheker erlaubt wird;
D. die strenge Ueberwachung der Apotheker rucksichtlich der
Erfullung ihrm Berufs:
E. die rechte Fursorge fiir die Gelegenheit zu wissenschaftlicher Ausbildung der Apotheker;
erst dann wird rucksichtlich der Apotheker der Staat das nothwendig moralische Gleichgewicht hergestellt haben, ohne welches in
seiner Einrichtung kein dauernder Bestand, kein reges Leben, kcin
Wachsthum moglich ist, clieses nothwendige Mittel heisst :
G e r e ch t i g k e i t !
Durch die allerstrengste Gewissenhaftigkeit in Obliegenheit ihrer
Verpflichtungen mijgen die Apotheker sich einer eolchen vollkommen wiirdig machen!
Verdnderungen in den Kreisen des Vereins.
Im Kreise A m b e r g
ist eingetreten: Hr. Apoth. S c h e m m a n n jun. in Hagen; wiedcr eingetreten: Hr. Apoth. S c h l i c k u m in Ronsahl.
Im Kreise Schleswig
ist Hr. L e h m a n n in Rendsburg zum Kreisdirector erwahlt.
I m Kreise GlUchtadt
ist Hr. Apoth. W a s m e r in Altons cingetreten.
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.
Vereinszeitung
DunhchTeiben.
Dem hochgeehrtex Directorium des deutschen Gesummt - ApothekerVereim.
Das verehrliche Directorium hat die Gewogenheit gehabt, mich
durch die Erwiihlung zum Elirenmitgliede dos deutschen GesammtApotheker-Vereins auszuzeichnen und zu erfreuen. Indem ich bitte,
meinen aufrichtigsten und tiefgefiihltesten Dank fiir diese mir erwiesene Ehre annehmen eu wollen, wiirde cs rnir zugleich zur wahren
C;enugthnung gereichen, wenn ieh in irgend einer, rnir vielleieht
nLher zu bezeichnenden Weise die Zwecke der Vereins zu fordern
veriiiochte welcher rnir durch sein wissenschaftliches Streben so
werth und theuer geworden ist.
Genehmigen Sie zugleich, verehrte Herren, die Versicherung
ausgezeichneter Hochachtung
lhres
Bonn,
ganz ergebensten
Dr. C. W. W u t z e r .
den 12. November 1855.
Hoehgeelirtester Herr Medicinalrath!
Das rnir giitigst iiberuandte Diplom des A otheker-Vereins habe
ich zu erlialten die Ehre gehabt, und wenn ic\ bis jetzt noch nicht
Ihnen meinen sehuldigen Dank abgestattet habe, so bitte ich dies
freundlichst durch die Menge der mir obliegenden Geschafte entsehuldigeii zu wolleri. Heute aber, an dem erstcn Ruhetage auf
meiner Erliolungsreise zu meinen Verwandtcn nach Mecklenburg,
sei es mein erstes Gesehlft, dieser meiner Pflicht nachzukomnien.
Empfangcn Sie daher meinen verbindlichsten Dank fur diese meine
Emennung, die mir uncndlich vie1 Freude gemacht hat, und indem
ich bittc, dem verchrtcn Direetorium auch meinen tiefgefiihlten
Dank abzustatten, crlauben Sie mir die Versichernng beizufugen,
dass ich nach Kriifteri d a m beitragen werde, die Zwecke dea verehrlichen Vereins fdrdern zu helfen.
Sic ahcr, hochgcehrtester Herr Medicinalrath, wollen die aiifriehtigen Versicherungen meiuer ausgezeichnetsten Hochaehtung
genehmigen, mit denen ich die Ehre habc zu beharren
Ihr
ergebenster
Dermalen Sehwerin,
Dr. S p e n g l e r
den 31. October 1855.
aus Bad Ems.
An daa Hoeligeehrteste Directorhm des deutsclte~iGwmmt-
Apotheker - Vereins.
Wohlgeborne, Hochgeehrteste Herren !
Das hochvcrchrliehe Oberdirectorium des deutschen GesammtApotheker-Vereins hat micli der Ehre gewiirdigt, mir an dem Tage,
an welchein ich vor 50 Jahren meine pharmaceutische Laufbalin
durch den Eintritt in die Lelirzeit begonnen, durch Herrn Kreisdirector Apotheker l3r ii ck n e r ein l~egliickwiiiiscli~~ug~~chreibeii
iiberreicheii zu lassen und (18s Diplorn eincs Mitgliedes des deutsclien
Qcsainmt-Apotheker-Vereins zit verlcihcii.
Irh statte dein hochverehrlichen Oberdirectorium hierdurch
meiucii teifgefiihlten nnd innigsten Dank fiir diese eberi so unerwartete als unverdie~itcEhre ab, womit niich dasselbe hoch erfreuet,
Vereinszeitung.
95
aber such beschamt hat, indem ich zwar immer ein warmes und
reges Interesse an dem segensreicheu Wirken und Fortschritt des
Vereins genommen , jedoch durch eigenes personliches Mitwirken
nichts dazu beigetragen habe.
Moge der Segen der Vorsehung immer auf den dem Wohle der
Menschheit gewidmeten Bestrebungen dcs Vereins und dem Eil’er
zur Erreichung eines segensreichen Zieles ruhen, und ihm die wohlverdiente Anerkennung iiberall zu Theil werden.
Mit grosster Hochachtung unterzeichnet
Eines hochverehrlichen Obcrdirectoriums
Zittau,
dankbar ergebenster
Carl Friedrich Neubert,
im Konigreich Sachsen,
Apotheker.
den 10. Octbr. 1855.
___-Hochzuverehrender Herr Medicinalrath und Oberclirector !
Einexn hochzuverehrenden Directorio des Apothekcr - Vcreins
Deutschlands erlaube ich rnir hierdurch meinen tiefgefuhltesten
Dank darzubringen fcr die Hcweise Ihrer herzlichen Theilnahme
bei meinem Ausscheiden aus meiner 55jahrigcn pharrnaceutischen
Laufbahn, die Sie die Giite hatten in Ihrem werthen mir nnschiitzbaren Schrciben auszusprcchen, und fur die rnir so unerwartete und
unverdiente Ehre, welche Diesclben mir durch Uebersendung eines
Ehrendiploms als Ehrenmitgliend Ihres hochachtbaren Vereins erwiescn haben; unvergesslich wird xnir der 9. October 1855 bleiben,
an dem mir die grosse Freude ward, mit diesem Kleinod hegliickt
zu werden; es war ein wahrer Jubeltag fiir mich und meine
Familie.
Nur der GnadeGottes, meines treuen Herrn, habe ich es allein
zu verdanken, dass ich die so lange, oft rauhe Bahn so glucklich
zurucklegte und E r mir noch einen so gemiithlichen Feierabend
bereitet hat.
Mit dem innigsten Wunschc, dam der deutsche Apotheker-Verein sein hohes segensreiches Ziel immer mehr erreichen moge, empfiehlt sich mit aufrichtigstcr Dankbarkeit und grosster Hochach.
tung
Ew. Wohlgeboren
ganz ergebenster
Herrnhut,
Christian Ludwig Just,
emer. -4potheker.
den 13. October 1855.
Notizen aus der Generalcorrespondenz des Vereins.
Von Hrn. Vicedir. v. d. hl a r ck und Hrn. Med.-Ass. W i l m s
wegen Erweiterung des Kr. Miinster. Von Hrn. Vicedir. R r c d s c h n e i d e r wegen neuer Mitglieder im Kr. Konigsberg. Von den
HH. DDr. M e u r e r , G e i s e l e r , O v e r b c c k , H e n n i g , Sclilicnk a m p , HH. H o r n u n g , P e c k o l t , F l a c h , Prof. Dr. L u d w i g ,
B o l l e jun., H o f f m a n n , J c l l i n g h a u s Beitriigc zum Archiv. Von
Hrn. Vicedir. L o h r wcgen Bbrechnung im Kr. Diisseldorf. Iron
Hrn. Vicedir. F i c i n u s wcgcn ncuer Mitglieder und Pensions-Angelegenheiten. Von Hm. Med.-Rath O v e r b c ck wegen GeliiilfcnUnterstiitzung. Von Hrn. Vicedir. G i s e ck e wegen Entlassung aus
seinem Amte; Hr. B r o d k o r b an seine Stelle. Hrn. Urodkorb‘s
Erklirung deshalb. Mittheilung an die betr. HH. Krcisdircctorcn.
Von Hrn. Ehren-Pr& Geh.-Rrtth S t a b e r o h wegen Hagen-Uucholzscher Stiftung. Von Hrn. Vicedir. B u c h o l z ebendeshalb. Von
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Vereinszeitung.
Hrn. Geheimen Itath Prof. Dr. W'utzer in Bonn Dankschreiben,
von Hrn. N e u b e r t desgl., von Hrn. Med.-Rath Dr. S p e n g l c r
ebenso. Von Hrn. Hof-Ap. D u f f t Vorschlag wegen eines Ehrenerweises. \'on Hrn. liof-Ap. Dr. M i r u s wegen iilterer Gehulfen.
Von Hrn. Vicedir. v. d. M a r c k und Hrn. Kreisdir. M u l l e r wegen
Ausbreitung des Kr.Arnsberg. Von Hrn. Dir. Dr. G e i s e l e r wegen
einiger Directorial- und Vicedirectorial-Angelegenheiten. Von Hrn.
Dr. &Ie u r e r wegcu Keclinuugssachcn. Von Hrn. Vicedir. B u c h o l z
wegen einigcr ncuer hiitglieder, Abgang des Hrn. Kreisdir. S chafer,
den Hr. H e d e r i c h jun. ersetxen wird. Von Hrn. Vicedir. BergClomni. R etsch y wegen neuer Mitglicder im Kr. I-lannover. Von
Hrn. Kreisdir. V o g e l wegen W s c k c n r o d e r ' s Stiftung etc. Von
IIm. E l s s i g eberideslinlh. Voii IIrii. K l e i n m s n n wegen Pension.
Hru. hIed.--4ss 11 e is8 n e r wegen Angelcgenheiten dcr Generalcasse etc. Von € h i . Kreirjdir. N u l l e r neue Anlneldungen ails
Kreis Arnsbcrg.
V e r z e i eh n i s s
der
zzir ullgenaeinen Zi'lztevsttitstozgs - Casse gezaklten fyeiwilligen
Beitriige der Alitglieder im Juhre 1854.
I. Vicedirectoriuni am Rhein.
I<reia EifeI.
\'on den Herren:
Veling, Bpoth. in Hilleslicirn . . .
Joachirn, Ap. in 13itthurg
'I'riboulet, Ap. in Kyllburg
JVeber, Ap. in St. Victh
Schlickum, Ap. in Blankenheim
Kreis Anclien.
Von Him. Uauweisslcr, Ap. in Inden
. . . .
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..
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5
11. Vicedirectorium Wcstphalen.
Kreis Minden.
Von den Herren:
Faber, Ap. in Minden
Stammer, Ap. in Rinteln
Ohly, Ap. in Liibbeckc
Kreis Herford.
Von Hm. E. F. Aschoff, Ap. in Herford
. . . . . . . .
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Von den Herren:
Wilms, Kreisdir., Ap. in Munster
Dudenhausen. AD. in Recklinehausen
Henke, Ap. in Ikdinghauscn "
Homann, Ap. in Nottuln
Horn, Bp. in Drensteinfurth . . .
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. . . .
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Latiis . .
11
16
97
Vereinszeitung.
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1
1
Tramport
20
III. Vicedirectorium Hannover.
Kr& Harhrg.
Von den Herren:
:
Hiniiber, Ap. in Hittfeld
Mergell, Ap. in Harburg
Kreis Stade.
Von den Herren:
Dreves, Wwe., Ap. in Zeven
Gerdts, Ap. in Freiburg
Hasselbach, Ap. in Dorum
Kerstens, Ap. in Stade
Miihlenhoff Ap. in Oberndorff
Ruge, Ap. 'in Neuhaus
Versmann, Fr. Wwe., -4p. in Stade
Wuth, Ap. in Altenbruch
..
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..
.....
...
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...
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...
...
...
...
1
1
1
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1
1
1
1
. . . .. .. ..
Kreis Oldenburg.
Von den Herren:
Bockeler, Ap. in Varel
Bussmann, Ap. in Ncuenburg
Eylerts, Ap. in Esens
Hansmann, Ap. in Atens
Hemmy, Ap. in Tossens
Miiller, Ap. in Jever
Riecken, Ap. in Wittmund
Miinster, Iheisdir., Ap. in Berne
.
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KreL Hanmer.
Von den Herren:
Schulz, Ap. in Langenhagen
Itedecker, Ap. in Neustadt
Itottmann, Ap. in Celle
.....
......
.......
Kreis Hoy a - Diepholz.
Von Hrn. Kranke, Ap. in Sulingen . . .
1
1
1
-2
10
IV. Vicedirectorium Braunschweig.
Kreis Braunschzueig.
Von den Herren:
Pollstorff, Ap. in Holzminden . . .
Grote, Ap. in Braunschweig
Herzog, Ap. das. . . . . . . . .
Msckensen, Ap. das. . . . . . .
Ticmann, Kreisdir., Ap. das. . . .
Ohme, Vicedir., Ap. in Wolfenbuttel
Herrmann, Ap. in Ilsenburg
.
.....
.
.
.
.
.....
Latzts
Arch. d. Pharm. CXXXV. Bds. 1.IIft.
1
1
1
1
1
1
1
7
-
7
98
Vereinszeitung.
Transport
Kreis Blankenburg.
Von den Herren:
Gerhardt, Ap. in Hasselfeldc . . . .
Hampe, Ap. in Blankenburg . . . .
Lilie, Ap. in Wegeleben
.
40
.
.
. . . . . . .
Kveis Andreasberg.
Von Hrn. Hirsch, Ap. in Goslar
. . . .
10
V. Vicedirectorium Mecklenburg.
Kreis Gthtrow.
Von Hm. Rotger, Ap. in Sternberg
. . .
Kreis Stauenhagen.
Von den Herren:
Gremler, Ap. in Woldegk . . . . .
Meyer, Ap. in Friedlaud . . . . . .
Dr. Siemerling, Ap. in Neubrandenburg
Scheibel, Ap. in Teterow . . . . . .
Timm, Ap. in Malchin
. . . . . .
Vilatte, Ap. in Penzlin
Dr. Grischow, Ap. in Stavenhagen
.
.
.
.
.
.
. . . . . . .
. ,
8
VI. Vicedirectoriuni Bernburg-Eisleben
hieis Hnlle.
Von Hrn. Hecker, Ap. in Nebra
. . . .
Kreis Bobersberg.
Von Hrn. Knorr, Ap. in Sommerfeld
. .
Kreis Bernburg.
Von Hrn. Dr. Bley, 1fed.-Rath, in Bernburg
3
VII. Vicedirectorium Hessen-Cassel.
Kreis Corbach.
Von den Herren:
Kiimmell, Ap. in Corbach.
Kunkel, Ap. in das . . . . .
Reinold, Ap. in Fritzlar . . .
Hassenkamp, Ap. in Frankenberg
Gollner, Ap. in Wildungen . .
Schiitte, Ap. in Mengeringhausen
Weidemann, Ap. in Jesberg . .
Henke, Hof-Ap. in Arolsen . .
. . . . . .
. . . .
. . . .
. . .
. . . .
. . . .
. . . .
. . . .
Latus .
7
61
Vereinszeitzmg.
4
4
Trampo rt
Kreis Hanau.
Von den Herren:
Samcs, Ap in Gclnhausen
Zintgraff, Ap. i n Schluchtern
Caster, Ap. in Neuhoff . . .
Rullmann, Ap. in Fulda
Geisse, -4p. das. . . . . .
Kranz, Ap. in Nauheim
Beycr, filed. Ass. in Hanau
. . . . . .
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. . . . . .
61
1
1
1
1
1
1
1
-
11
1
1
1
-
3
VUI. Vicedirectorium Thuringen.
Kyeis Gotha.
Von den Herren:
Icriiger, Ap. i n Waltershausen
Oswald, Ap. in Eisenach
Schafer, Ap. in Gotha
. . . . .
. . . . . . .
. . . . . . . .
IX. Vicedirectorium Sachsea
Krek Neustadt-Dresden.
Von den Herren:
Ficinus, Vicedir , Ap. in Dresden
Vogel, Kreisdir., Ap. das.
Kreis Leipzig.
Von den Herren:
John, Kreisdir., Ap. in Leipxig
Mwtens, Ap. das. . . . . .
Neubert, Ap. das. . . . . .
Taschner, Ap. das.
Voigt, Ap. in Miigeln
. . . .
. . . . . .
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. . . .
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. . . . . . . . .
. . . . . . . .
1
1
1
1
1
1
1
-
7
X. Vicedirectorium der Marken.
Kreis Berlin.
Aus dem Erliis fiir verkaufte Journale
..
Kreis Erxleben.
Von den Herren:
Voigt, Ap. in Wolmirstiidt
Scnff, Ap. in Oebisfelde . . . . .
Severin, Ap. in Mockern . . . . .
Schulz, Ap. in Gommern . . . . .
Jachmann, Kreisdir., Ap. in Erxleben
.
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. . . . .
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5
1
-
.
1
1
. . . . . .
. . . . . . .
. . . . . .
1
1
1
12
Kreis AngemUnde.
Von den Herren:
Marquardt, Ap. in Lychen
Mahlitz, Ap. in Teinplin
Leidold, Ap. in Vierraden
Latus
.
7*
82
100
.
Ve'el-einszeitung
.
IIeinrici, Ap. in Schwedt . . . . . . .
Weiss, Ap. in Neustadt . . . . . . .
Grapow, Ap. daa.. . . . . . . . . .
Couvreux, Ap. in Biesenthal
. . . . .
Transport
. . .
. . .
. .
.
. .
Noack, Ap. in Oderberg
Weiss, Ap. in Strassburg
Krafft, Ap. in Boitzenburg
Liegner, Ap. in Liebenwaldc
Belle, Ap. in Angermunde
Kreis Kiiniysberg.
Von den Herren:
Geiseler, Ap. in Konigsberg
Mylius, Ap. in Soldin
lireis Net6 - Rqipin.
\-on Hrn. N. N.
;
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12
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25
24
5
-
5
--
-
. . . . . .
1 . . . . . . . .
. . . . . . . . . . --
'I-
XI. Vicedirectorium Pommern.
\'on
.
Kreis Wolgast
Hrn. Iliel, Ap. i n Greifswalde
. . . -1 -
1
-
3
20
9
5
- 120
25
XII. Vicedirectorium Preussen-Posen.
Iireis Lksa.
\-on den Herren:
Rude, Ap. in Gostyu
I<urz, Ap. in Bodst
Kujawa, Ap. in Ostrowo
I<rett&mar, Ap. in S c h r ~ h
. . .
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. - 17'12
. 1 10
. . -1 -
XILI. Vicedirectorium Schlesien.
Kreis Gtanbeig.
\'on Hm. Zyke, Ap. i n Jauer
Z i l e k Ocls.
\'on Hm. Oswald, Vicedir., Ap. in Oels
Kreis Giirlitz.
Von den Herren:
hiitscher, Ap. in Gorlitz . . . . . .
Struve, Xp. das.
Kreis Reidenbnch.
Von den Herren:
Louiccr, Ap. in Landec! . . . . . .
Mende, Ap. in Ytricgau
Neumanxl, Ap. in \~iinbChClbcrg . . .
Kreis Bybid;.
Von den Hcrrcn:
Schifinius, AD. in l'less . . . . . .
Vritae, Kreidir., Ap. i n Rjbiiik . . .
. . . . .
1 I
lo
1
-
. . . . . . . . . .
1
1
-
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.
1
1
-
1
10
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Summa
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15
1 -.----.
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