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Zur Mineralwasser-Fabrikation.

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26
11. Physik, Cheinie und prahtische
Pharmacie.
- __-
Znr Mineralwasser Fabrikation ;
voll
E d u a r d Gressler,
Apotheker, Mineralwasser - Fabrikanten
und Fabrilianten von
Appsraten zur Anfertigung nioussireuder Getranke,
zu Halle a. d. Sanle.
Die im Laufe der Zeit, in dieser Geschaftsbranche
gewonnenen Erfahrungcn sind nicht ohne Einfluss, eines
Theils auf den Bau der dazu crforderlichen Apparate,
und andern Theils den Gebrauch derselben und dasVerfahren bei Anfertigung der Getriinke selbst geblieben,
und haben zu mehrfachcn Abiinderungen und Vervollstandigungen Veranlassung gegeben.
Insbesondere sind es zwei verschiedene Apparat-Constructioncn, deren jede unter gewissen Umstanden und
fur bestimmte Zwecke als die zweckmassigste anerkannt
worden ist, welche in neuerer Zeit vorzugsweise Anwendung finden.
Es sind dieses P u m p e n - A p p a r a t e (Abbi1d.A. p.37),
so construirt, dass das im Entwiclrelungsgefass dargestellte
Kohlenssuregas in eineni Gasometer angesamnielt, und
aus diesern der Flussigkeit im Mischungsgefass (Vorimpragnirungsgefass) mittclst Pumpen zugefuhrt wird, und
einfache sogenannte S el b s t e n t w i c k e l u ngs-A p pa r a t e
(Abbild. B. p. ZS), in welchen das im Entwickelungsgefkss
gewonnene Kohlensiiuregas ausschliesslich durch seine
Expansiv h a f t getrieben, durch die Waschflaschen in das
Rlischungsgefass cintritt.
Die Pumpen- Apparate bieten zu Durchfuhrung eines
rationellen Fabrikationsverfahrens, so wie in praktischer
Beziehung, wesentliohe Vorziige vor den Selbstentwickelungs - Apparaten, weil niittclst der an ihnen befindlichen
Pumpe das im Gasometer vorriitliige Kohlensluregas
ganz in erforderlichcn Nengen und Zeitfristen in das
Misohungsgef&m eingebracht, die Gasdichtheit in demselben beliebig erhoht, oder durcli Impriignirung des Gases
vermindert, und ferner in allen Perioden der Abfiillung
constant auf beliebiger Hohe erhalten werden kann. Eine
as
Gresaler,
Abbildung B.
weitere Annehmlichkeit ihres Gebrauchs muss darin getunden werden, dass die Appamttheile vorn EntwickelungsgefAss an bis zu exclusive der Pumpe einem nur sehr
geringen Gasdriick ausgesetzt sintl, folglich leichter luftdicht schliessend erhalten werden konnen, und nur die
Purnpe und darauf folgenden Apparattheile den hoheren
Gasdruck zu ertragen haben. Dagegen sind sic complicirter in der Construction, und theurer in der Anschaffung als Selbstentwickelungs-Apparate und bediirfen, der
Pumpe wegen, vermehrte Arbeitskrafte zu ihrem Betrieb,
obschon die Kosten der letzteren iiberreichlich durch
Ersparung an Entwikelungsstoffen, und dadurch wieder
gedeckt werden, dass das nach erfolgter Abfiillung des
Getranks im Mischungsgefass znriickgebliebene Kohlensauregas zur Verwendung bei der nachsten Impragnation
wieder verwendet werden kann.
Die Verbesserungen der Pumpenspparate bestehen
neben anderen, hauptsachlich in Anwendung richtig construirter, sicher und nachhaltig kraftig wirkender, leicht
in fortwghrender LeistungsfAhigkeit erhaltbarer Pumpen,
ZUT
Mineralwaaser - Fdn-ikution.
29
eingerichtet sowohl Gas wie Wasser in daa Mischungsgef6ss einzubringen, verbessertem SchwefelsaurezufuhrungsRegulator, vervollstiindigter Sicherheitsventil-Vorrichtung
am Entwickelungsgefass, urn wahrend der begonnenen
Arbeit nicht durch Gasverlust aufgehalten zu werden,
und einfacherem leicht in Betrieb und auseer Betrieb zu
sctzenden Zumischungsgefase fur Salze, fur solche Anstalten, die sich auch mit Anfertigung eigentlicher medicinischer Heilwaseer beschiiftigen wollen.
Die Vervollstandigungen beruhen ausser andern weiter unten aufgefuhrten nicht unwichtigen, eunachst auf
Anbringung eines Vorimpragnirungs - Gefasses zur Erhiihung der Leistungsfahigkeit der Pumpen-Apparate, urn
grossere Getrhksmengen unausgesetzt anfertigen und
wahrhaft continuirlich abfillen zu konnen.
Die Pumpen, welche neuerdings hierzu in Anwendung
kotnmen, und vor allen a h die zweckmlssigsten fir Pumpen- Apparate sich bewiihren, sind doppelt- wirkende, mit
massiven, inwendig nicht ein Ventil enthaltenden, Purnpenkolben, und vier ausserhalb des Pumpenrohres angebrachten Gurnmiventilen, deren jedes mit einer daruber
befindlichen Schlusskapsel versehen ist. (Siehe Abbild 1.)
Pumpen dieser Construction bieten
nnderen bisher gebrauchten gegeniiber
folgende Vortheile.
1) Die Stellung der Ventile ausserhalb des Pumpenrohrs schiitzt sie vor
dem Eindringen der vom Pumpenkolben
hcrruhrenden Schmierstoffe, welche der
Volubilitat der Ventilstempel - und zuerst dem eines it11 Ventilkolben selbst
befindlichen Ventils - hinderlich sein
konnen.
2) Ventile mit Gummiverschluss geben eine ungleich feinere und sicherere
Abbildung 1.
Dichtung als Metallventile, und verlieren auch durch eingedrungene Staubkornchen u. 8. w. nicht
30
Grcssler,
so leicht den luftdichten Schluss, weil solche Kornchen
in die weiche Gummimnsse eingedriickt werden, ohne den
Schluss des Stempels zu beeintrschtigen.
3) Siimmtliche Ventile sind leicht zugiinglich, und
konnen bei etwa rorkommenden Storungen. nach Abnahme
des nnfgeschraubten Schlusscleckels, erreicht und in Ordnung gebracht werden.
4) Endlich und hauptsiichlich sichert die doppelt-wirkende Eigenschaft der Pumpe, welchcr gernass der Kolben somohl oben wie unten saugt und driickt, nicht allein
den schnellen Durchgang grosserer Gasmengen, sondern
schiitzt auch vor Unwirksamkeit die Pumpe selbst dann,
wenn nur eine Halfte - der oberhalb des Kolbens liegcnde
Theil - derselben momentan den Dienst versagen sollte,
indem dann unabbangig hiervon die andere Halfte ununtorbrochen fortnrbeitet, und immer noch dasselbe wie
cine einfache Pumpe leistet.
Der SchwefelRliurezufuhrungs- Regulator ist ein solcher, wie er spater bei Eesprechung der Selbstentmickelungs - Apparate beschrieben ist, nach Abbildung 2.
Abbildnng 2.
Die Vervollstiindigung der Sicherheitsventil- Vorrichtnng am Wischungsgefass wird dadnrch erreicht, dass das
Ventil nicht unrnittelbnr in der Wand des hlischungsgefiisses, sondern auf einein mit Hnhn versehenen, auf dem
IIIischungsgefass stehenden, geniigend starken und hohlen
Stativ angebracht wird ; mittelst des Hahns an diesem
Stativ wird, wcnn, wie es in der Praxis vorkommen kann,
dns Ventil dnrch ein Sandkijrnchen momentan den luft-
zziv
illiize raltonssey-Fubrikation.
31
dichten Schluss verlieren, und in Folge dessen Qas aus
dem MischungsgefAss entweichen sollte, das Sicherheitsventil so lange abgesperrt, und ausser Betrieb gesetzt
werden, bie es dnrch Auswischen mit Leinwand gereinigt
und das den luftdichten Schluss beeintrgchtigende Hindernise entfernt worden ist.
Das Zumischungsgefass fur Sxlze, Abbildung 3., im
-
Abbildung 3.
Wesentlichen derselben Construction, mie der weiter unten
beschriekene Schwefelsaure - Regulator, bestebt aus einem
kupfernen, inwendig verzinnten Mantel, in welchen dxs
zu Aufnahmen der Salclosung bestimmte Einsatzgefass
von Zinn zu stehen kommt. Der Mantel und zuglcich
mit ihm das Einsatzgefass, werden oben durch einen
mittelst 4 - 8 Schrauben an den erstern befestigten messingenen, inwendig mit Zinn belegten Schlussdeckel, luftdicht verschlossen, und der Mantel unten an ein, mit
einem Absperrhnhn versehenes, auf dem Mischungsgefhss
stehendes hohles Stativ mgeschraubt. Das Einsatzgefass
enthlrlt unten eine konische Ausflussoffnung, welche durch
ein zinnernes Stangenventil verschlossen oder geoffnet
werden kann, dessen Stopsel unten in der Ansflossoffnung
luftdicht schliesst, und dessen obcrer Theil, die Ventilstange, den Schlussdeckel des Mantels durchschneidend
durch eine Stopfbiichse geht, und vermijge einer iiber
32
Grader,
der Stopf biichse angebrachten Schraubenvorrichtung, einfach durch Drehung der Kurbel, beliebig, wenn ein Ausfluss beabsichtigt wird, emporgehoben, und wenn die Ausflussobung verschlossen werden soll, niedergeschraubt
werden kann.
Durch einen neben der Stopfbuchse auf dem Schlussdeckel angebracliten Tubulus wird die Salzlosung in das
Einsatzgefass eingefullt , und sodann der Tubulus mit
einer Schraubenknpsel verschlossen.
Der Hahn am Stativ unter dem kupfernen Mantel
muss vor Einfullung der Salzlosung verschlossen, und
nach erfolgter Einfullung dereelben und Verschliessung
des Einfullungstubnlus wieder geoffnet werden.
Mittelst einiger im Einsatzgefass oben dicht nnter
dem Rande, mit welchein es auf dein Mantel ruht, angebrachter Oeffnungen, communicirt dasselbe mit dem Mischungsgefass. Das in letztereni befindliche Kohlensiiuregas steigt durch das hohle Stativ zwischen Mischungsgefass und Mantel und durch den Raum zwischen dem
Mantel und den1 Einsatzgefass auf, tritt durch die erwiihnten Oeffnungen in das Einsatzgefiiss ein, worauf dann
nnch Ausgleichung des Gasdrucks in den verschiedenen
Oefassen, das Ausfliessen der Salzlosung aus dem ZUmischungsgefass in das Mischungsgefass erfolgt.
Zur Reinigung und Befreiung des Kohlensluregases
von ubelschmeckenden, bei Durchstromung der Pumpe
aus den Schmierstoffen derselben etwa aufgenommenen
Fetttheilchen , kann zweckmassiger Weise ein Waschcylinder mit Spritzscheibe zwischen Punipe und Mischnngsgefdss angebracht werden.
Der iiussere kupferne Cylinder desselben ist unten
mit einem angelotheten Roden und dariiber rnit einem
Ablasshxhn, oben aber mit einem messingenen Schlussdeckel versehen, in welchen drei Oeffnungen mit messingenen Aufsatzen sich befinden.
a) Eiii Tubulus, verschliessbar mit Schraubenkapsel
zum Eirifiillen der Waschfliissigkeit.
zur Mineralwasser- Fnbrikation.
33
b) Ein Durchlasshahn zur Verbindung mit dem Rohr,
welches das Kohlensiiuregas aus der Pumpe zufiihrt.
c) Ein zweiter Durchlasshahn zur Verbindung mit
dem andern Rohr, durch welches das gewaschene Kohlensiluregas aus dem Waschcy linder in das Mischungsgefs;as
eintritt.
d) Unter dem Hahne, welcher das Rohr triigt, durch
welches der Waqchcylinder mit der Pumpe in Verbindung
steht, ist inwendig an den Schlussdeckel ein kupfernes
Einsatzrohr von 2
3 Zoll Durchmesser angelothet, welches unten am Boden dicht iiber demselben eine Anzahl
neben und iibereinander liegender kleiner Oeffnungen
von 2/3 bis 1 Millimeter Weite enthalt.
e) Zwischen dem Einsatzcylinder und dep inneren
Wiinden des iiusseren Cylinders, ungefahr in 213 Hohe
uber dem Boden des letzteren, ist die Spritzscheibe befindlich. Sie ist an den Einsatzcylinder angelothet und reicht
bis nahe an die Wandungen des ausseren Cylinders,
ungefahr 2 bis 211, Linien davon abstehend, heran.
Der Waschcylinder wird mit einer Auflasung von
4 Theilen Natroncarbonat in 100 Thcilen Wasser bie
etwas iiber die Halfte angeftillt.
Bei dem Gebrauche wird das irn Einsatzcylinder coniprirnirte Kohlensauregas durch die kleinen Oeffnungen
unten uber dem Boden desselben getrieben, durchstromt
die Waschfliissigkeit und geht durch den zwischen der
Spritzscheibe und den inneren Wandungen des iiusseren
Cylinders offenen Raum, und sodann durch das zwischen
Waschcylinder und Mischungsgefass befindliche Rohr,
gereinigt in das Mischungsgefass.
Die Spritzscheibe ist deshalb angebracht, um zu verhiiten, dass Waschfliissigkeit emporgerissen von den auE
steigenden Gasblasen in das Mischungsgefass iibergefiihrt,
und dadurch das Getrank verunreinigt werden konnte.
Der Waschcylinder bewahrt sich hochst vortheilhaft,
i n Fallen, wo die Pumpe zu stark mit Schmierung versehen wurde, oder wenn aus der StopfbUchse oben an
-
Arch. d. Phnrm. CLXXII. Bds. 1.u.2. Hft.
3
34
Gressler,
der Pumpe, durch welche die Pumpenstange geht, Fetttheile in die Pumpe eingetreten sein sollten. Beides
kann bei einiger Vorsicht vermieden und der Waschcylinder entbehrlich gemacht werden, obwohl er bei groeseren Apparaten zweckmassigerweise niemals fehlen sollte.
Vorgeschlagen wurde diese Apparatvervollstandigung
durch Dr. H e r m a n n H a g e r an Stelle des bis dahin
gebrauchlichen mit Kohle gefiillten Wasphcylinders, vor
welchem der mit Spritzscheibe versehene und mit Losung
von Natroncarbonat beschickte, erhebliche Voreiige bietet.
Ferner muss jeder zweckmassige Pumpen-Apparat so
cmstruirt sein, dass das nach erfolgter Abfiillung im
Mischungsgefass noch befindliche Kohlensauregas zur Verwendung bei der nachsten Apparatfullung wieder gewonnen werden kann. Dieses geschieht entweder durch
Zuriickfiihrung dieses Gases mittelst eines dazu angebrachten Gasleitungsrohrs in den Gasometer, oder Impriignirung
desselben in die, in das Mischungsgefass neu eingobrachte
Fliissigkeit. Erstercs Verfahren ist das bessere, weil e6
die Austreibung der, in der neu eingebrachten Fliissigkeit
enthaltenen atmospharischen Luft, als nothwendige Bedingung sowohl zur Darstellung richtig beschaffener gewisser
medicinischer Heilwasser, wie a w h zu dauernder Vcrbindung der Kohlensiiure mit den Getranken, gestattet.
Als zweckmassige Apparatvervollstiindigung fur grossere Fabrikanlagen, zu schneller, durch wiederhoIte n e w
Impragnirung nicht unterbrochener Anfertigung und unausgesetzt fortdauernder Abfiillung bedeutender Getranksmengen, empfehlen sich Pumpen - Apparate mit V o r
i m p r a g n i r u n g s g e f a s s . (Abbildung 4. p. 35.)
Das hierzu bestimmte Vorimpragnirungsgefass wird
unmittelbar iiber dem Mischungsgefass stehend angebracht,
ist halb SO gross als das Mischungsgefass, und ausser
anderen Apparattheilen auch mit Riihrvorrichtung versehen, welche zugleich durch das Schwungrad an Pumpe
und Mischungsgefiiss mit in Betrieb gesetzt wird.
Das Vorimpragnirungsgefass wie das Mischungsgefass
werden rnit der die Salze aufgelost enthaltenen Fliissig-
-
zuc Mineralwassser
- Fabrikation.
35
keit gefiillt und die Flussigkeiten in beiden Gefassen gleichzeitig mit Kohlensaure gesattigt, sodann wvird das Mischungsgefas durch Abziehen eines Theiles des fertigen Getriinkes
bis zur Hiilfte leer gemacht, mittelst Einfliessens die ganze
Menge der im Vorimpriignirnngsgefass befindlichen bereits
impragnirten Flussigkeit wieder vollgefullt, und mit dem
Abziehen aus dem MischungsgefAss fortgefahren, wiihrend
das Vorimprignirungsgefiiss .wiederholt mit Flussigkeit
3"
36
Gressler,
gefiillt, diese impragnirt und zum Ersatz des abgezogenen
Getranks in das Mischungsgefass eingebracht wird.
Zur Wahrnehmung des Zeitpunctes, wo das Mischungsgefass bis zur Halfte leer geworden und durch neuen
Zufluss des Getranks aus dem Vorimpragnirungsgefass
wieder vollzufiillen ist, ist das Mischungsgefass mit Wasserstandzeiger versehen.
Die Kohlensaure wird durch zwei Gasleitungsrohren
anfangs gleichzeitig in das Vorimpriignirungsgefass und
das Mischungsgefass eingefiihrt, kann aber Iermoge an
den Gasleitungsrohren angebrachter Hahne in weiterern
Verfolg der Arbeit beliebig in einem oder dem andern
Gasleitungsrohr abgesperrt, und j e nach Bediirfniss nur
allein in das Vorimpriignirungsgefass oder das Mischungsgei3ss eingeleitet werden. Durch Beobachtung und Vergleichung des Standes der beiden Manometer, von denen
einer auf dem Vorimpragnirungsgef;iiss, der andere auf
dem MischungsgefAss angebracht ist, kiinnen Differenzen
im Gasgehalt beider Gefasse jeden Augenblick und durch
Schluss oder Oeffnung der Absperrhshne, in einer oder
der andern Uasleitungsrohre ausgeglichen worden. Durch
dieselben ltohren communiciren auch beide Gefasse zur
Ausgleichung des Gasdrucks.
Zum Einlassen der impragnirten Flussigkeit aus den1
Vorimpriignirungsgefass in das Mischungsgefiiss sind zwei
mit Absperrhahn versehene Rohren angebracht.
Urn verschiedene Getranke gleichzeitig im Vorimpragnirungsgefjss und Mischungsgefass oder Getriinke in kleinen Quantitaten im Vorimpragnirungsgefass allein anzufertigen, kann letzteres ebenfalls mit einer Abfullvorrichtung
versehen werden. Durch Verschluss mittelst der vorhandenenHiihne jener zwei Rohren, durch welche die impragnirte Flussigkeit aus dem Vorimpragnirungsgefsiss in das
Mischungsgefass eingelassen wird, werden dann beide Qefaiese von einander abgesperrt, und es eignen sich nun sowohl
das Vorimpragnirungs- wie das Mischungsgefass auch zur
Darstellung medicinischer Heilwasser, und es kann beliebig
ztir
1CIineralwasser - Fahikation.
37
eines dieser Gefasse, oder beide zugleich und jedes zur
Darstellung eines besondern Getranks in Betrieb gesetzt
werden.
So eingerichtet und zur Verwendung genommen leistet der Apparat dasselbe wie ein zwei Mischungsgefasse
enthaltender gewohnlicher Punipen- Apparat, wahrend die
Verbindung beider Gefasse zu einem Ganzen, und der
Gebrauch desselben in der Weise, dass das eine Gefass
als Vorimpragnirungsgefass, das andere zur Aufnahme und
nnunterbrochenen Abgabe des fertigen Getriinks dient,
in Beziehung auf die Menge der anzufertigenden Getrgnke
ungleich mehr binnen gleicher Zeit gewahrt und zugleich
bequemer au handhaben ist, wie ein Pumpen-Apparat derselben Grosse mi t zwei Mischungsgefassen.
Es eignet sich diese Apparatconstruction rnit Vorimpragnirungsgefass, am vortheilhaftesten zuniichst fiir Apparate niit Mischungsgefass von wenigstens 60 Quart preuss.
Inhalt und grossere. Angenommen, dnss ein besonderer
Arbeiter nur allein zum Abziehen des Getranks nngestellt
wird und binnen einer Minute 5 Flaschen abfullt, was
bei einiger Uebung mindestens erreicht rvird, wahrend
andere Personen die ubrigen Verrichtungen am Apparat
beaorgen, - so konnen mittelst eines Apparates von 60
Quart Mischungsgefass -Inhalt, bei richtiger Leitung des
Ganzen, 1500 bis 2000 Flaschen Getrank ohne Schwierig
keit taglich angefertigt werden. Grossere Apparate, deren
Mischungsgefass 300 bis 400 Quart Fliissigkeit aufnimmt,
werden mit 2 bis 3 Abfiillvorrichtungen versehen.
Die Selbstentwickelungs- Apparate, wenn auch den
Pumpen- Apparaten gegenuber minder leistungsfiihig, sind
ihrer einfachen Construction, Gebrauchsweise und hauptsacblich billigeren Anschaffungekosten wegen, beliebt und
vielfaltig irn Gebrauch und bewlhren sich nach Beseitigung einiger nicbt unerheblicher, in der bisherigen Einbringungsart der Schwefeluaure begrundeten Mange1 fiir
kleinere und mi ttlere Anlagen, welche die Anfertigung
38
Gre~sler,
von Luxusgetranken - Champagner, Selters- und Sodawasser, moussirenden Limonaden u. s. w. - und nicht
eigentlicher medicinischer Heilwasser sich zur Aufgabe
stellen, praktisch und braucbbar.
Den Pumpen - Apparaten stehen sie ausser anderen
deshalb an Zweckmassigkeit nach, weil sie beziiglich
Zufuhrung der Kohlensaure zu der zu impragnirenden
Fliissigkeit , nicht in ausreichendem Maasse diejenigen
Modificationen - Vermehrung oder Ermassigung - gestatten, welche nothwendig sind, urn sowohl jedes eiuelne
der verschiedenen Getranke mit dem erforderlichen, grosseren oder kleineren Quantum von Kohlensaure zu versehen, wie auch die Kohlensaurezufuhrung sicher in richtiger Zeit und Menge in verschiedenen Perioden erfolgen
zu lassen.
Es hat dieses seinen Grund darin,. dass bei den Selbstentwickelungs-Apparaten nicht wie bei den Pumpen-Apparaten, einestheils die Entwickelung und anderntheils die Verwendung des entwickelten Kohlensauregases getrennte Operationen sind, und bei Selbstentwickelungs-Apparatennicht
das entwickelte Kohlensluregas isolirt bereit erhalten wird,
urn in beliebigen Mengen und Perioden in das Mischungsgefass eingefuhrt zu werden, sondern getrieben durch
eigene Expansivkraft, ohne weitere Regulirung in Bezug
auf Zeit und Menge in dasselbe eintritt. Dieser Mangel
einer feineren Regulirbarkeit der Gaszufuhrung, so storend
er auch bei Anfertigung medicinischer Heilwasser ist,
kann doch die Darstellung guter, befriedigend beschaffener, beliebig reich mit Kohlensaure gesattigter Luxusgetranke nicht hindern, da mittelst erforderlicher Apparatvervollstandigungen und darauf begriindete Verfahrungsweise die Schwefelsaure - Einbringung mit davon abhangender Kohlensaureentwickelung, so ausgefuhrt nnd geleitet werden konnen, wie es zu diesem Zweck nothwendig
und zugleich vollstandig ausreichend ist.
Die aus der bisherigen Zufuhrungsart der Schwefelsaure herriihrenden Mangel der Selbstentwickelungs-Appa-
zur Hineralwaser- Fabrikation.
39
rate konnen, wie unten beschrieben, vollkommen beaeitigt
werden, und es ist in dieser BeziehungFolgendes zu bemerken.
Die Einbringang der Schwefelsaure zu dem Carbonat
in den Selbstentwickelungs-Apparaten wurde friiher entweder unmittelbar durch den Tubulus des Entwickelungsgefasses, oder mittelst eines ausserhalb des Entwickelungsgefhses stehenden Regulators bewirkt.
Beide Einfullungsmethoden sind mit Mangeln behaftet, welche storend auf die Operationen einzuwirken geeignet sind, und nicht immer ohne nachtheiligen Einfluss
auf die Beschaffenheit der (Jetranke sich erweisen.
Die Einfiillung durch den Tubulus des Entwickelungsgefasses unmittelbar zu dem Carbonat muss auf einmal
und in dem vollen Quantum erfolgen, welches zu Zersetzung der ganzen Menge des vorhandenen Carbonata
und Entwickelung aller in demselben gebundenen Kohlensaure erforderlich ist. Die Entwickelung findet deshalb
nach Urnsanden mehr oder weniger sturmisch statt, und
verlauft so schnell, unregelmiissig und jede genugende
Regulirung ausschliessend, dass das vorzeitig und schon
kurz nach Beginn der Arbeit an Kohlensaure bereits erschopfte Carbonat spater bei Fortsetzung und Beendigung
derselben das Kohlensluregas nicht mehr in der ausreichenden Menge zu liefern vermag, wie sie zur Darstellung
mit Kohlensaure gleichmassig gesattigten Getranks in den
zuerst, dann spiiter und endlich zuletzt abgefiillten Parthien
desselben erforderlich ist, weshalb die zuerst abgefiillten Getranksmengenstiirker, die spateren schwacher und die zuletzt
gewonnenen noch schwacher als die vorhergehenden an Kohlenaauregehalt ausfallen. Abgeeehen davon, dam bei dieser
Emfiillungsmethode ein Aufspritzen und Herausschleudern
der Schwefelsaure aus der offenen Tubulatur des Entwickelungsgefasses wiihrend des Einfullens, so wie Explosionen
in Folge plotzlicher Entwickelung des Kohleneauregases
in solcher Menge, dass der dadurch entstandene hohe
Qasdruck die Haltbarkeit der Gefasse ubers teigt, befurch-
Greder,
40
tet werden miissen, so dass es nur der Unbekanntschaft
mit der Unbequemlichkeit, Unvortheilhaftigkeit und sel bst
Qefahrlichkeit der auf diese Weise bewirkten Ychwefel& w e Einbringung zuzuschreiben ist, wenn trotz den Errungenschaften der Technik und den Erfahrungen in dieser Geschilftsbranche, Apparate noch immer hier und da
gebaut und in Gebrauch genommen werden, deren Construction ein so unvortheilhaftes Verfahren bedingt.
Die Anwendung eines Regulators, wie er bisher gebraucht wurde, beseitigt zwar diese Unannehmlichkeiten,
hat aber andere im Gefolge. Ein solcher Regulator von
Kupfer angefertigt, mit Rlei ausgelegt und auf dem Entwickelungsgefass frei aufgestellt, ist bei Selbstentwickelungs - Apparaten aber deshalb unvortheilhaft, weil es
schwierig ist, die Bleieinlagen an jenen Stellen, wo die
lolehrfachen Rohren, Schrrtuben, Hahne oder Ventile u. 9. w.
meinander stossen, auf die Dauer luftdicht schliessend
anzubringen, und immer befiirchtet werden muss, dass
an diesen Schlussstellen das vor Einwirkung der Schwefersaure nicht geniigend geschiitzte Kupfer aufgelost wird,
aus den entstandenen Oeffnungen die Schwefelsaure, getrieben durch den hohen Gasdruck, der bei Selbstentwickelungs-Apparaten auch auf den Inhalt des Regulators
sich erstreckt, hervordringt und umherspritzend, Unfalle
hervorruft, die bei der btzenden Eigenschnft der concentrirten Schwefelsaure um SO schadlicher werden kiinnen.
Ueberdem ist seine Kostspieligkeit seiner Anwendung
besonders an kleinen Apparaten hinderlich.
ZU Beseitigung dieser Uebelstiinde wurde von dem
Unterzeichneten das Schwefelsauregefass eingefiihrt.
Dasselbe ist von Blei angefertigt , cylinderfiirmig,
und in 4 - 5 Abtheilungen gleicher Grosse eingetheilt,
jede mit einer Ausflussohung im Boden versehen, aua
welcher die Schwefelsaurc in bestimmten Mengen und
Zeitfristen, anfangs in grosseren, nach und nach kleineren Quantiaten dem Carbonat im Entwickelungsgefass
eufliesst. Das Schwefelsauregefass wird in den zu diesem
-
-
ziir Minerakcasser Fabrikation.
41
Zweck angebrachten Hals des Entwickelungsgefasses eingesetzt, und mit demselben Deckel, der letsteren verschliesst, zugleich mit verschlossen.
Die Vertheilung des Aus0usses der Schwefelsaure bei
Anwendung von 300 Loth erfolgt in nachstehender Weise:
Abtheilung.. .... 1
2
3
4
5
Inbalt ........... 60
GO
GO
60
60 Loth
Ausflussxeit.. .... 4
8
12
16
75 Min.
Ausfluss aus jeder
7 Loth
3 Loth
einzelnen Abth.in 15Loth 5Quent- 5 Loth
7 Quent.
der Minute..
chcn
5 Cents
Ausfluss aller 5 Abtheilungen xusammen:
in den ersten 4 Minaten, in jeder Minute 32 Loth - Quent. 5 Cents
zweiten 4
n
n
1 7 . n 5 n
dritten 4
n
n
9 n 5 n 5 n
vierten 4
,,
n
n
4 n 5 n 5 n
63 Loth 2 Quent. - Cents.
4 X 63 Loth 2 Quentchen = ............ 252 Loth 8 Quentchen
Ausfluss der fiinften Ahtheilung binnen den
letzten 59 Minuten.. ............
47
2
____
= 300 Loth.
....
1
'2:zt-
Die Einbringung der Schwefelsiiure in erforderlichen
Mengen und Zeitfristen, wie sie auf dieee Weise bewirkt
wird, in das bereite vollkotnmen verschlossene Entwickelungsgefdss, beseitigt alle ciie Unannehmlichkeiten, die
sowohl durch Einbringung derselben durch die Tubulatur des Entwickelungsgefasses unmittelbar zu dem Carbonat, wie auch jene, welche durch Anwendung eines
complicirten aus mehreren Metallen bestehenden mehrfache Schlussstellen enthaltenden, auf dem Entwickelungsgefass frei aufgestellten Regulators alterer Construction,
entstehen konnen und sichert einen vollkommen regelmassigen gefahrlosen Verlauf der Kohlensaureentwickelung.
Der 60 geordnete Schwefelsiiureanfluss und die dadurch bedingte Kohlensaureentwiclrelung erfolgen jedoch
in so unwandelbar bestimmfer Weise, dnss sie dariiber
hinaus nicht sbgeiindert und regulirt, namlich beliebig
abgekiirzt oder verlangert werden konnen, wie es unter
Umstanden zweckmlissig sein wiirde, und immerhin wiinechenswerth erscheint.
Durch einige Abanderungen bezuglich der Ausfluss-
I
42
Greerrsler,
offnung und Gebrauchsweise in Verbindung mit gewissen
Erganzungen , kann jedoch das Schwefelsauregefks in
einen vollstandigen Regulator umgeandert werden, (siehe
vorhergehende Abbildung 2.) der ganz dasselbe, wie ein
solcher der alteren complicirteren Construction leistet,
ohne mit dessen Mangeln behaftet zu sein.
Es wird zii diesem Zweck das zur Aufnahme der
Schwefelsaure bestimmte, eine konische Ausflussofiung
im Boden enthaltende bleierne Regulatorgefass, in den
dazu angebrachten Hals des Entwickelungsgefdsses permanent darin verbleibend eingesetzt, und mit dem messingenen Deckel des Entwickelungsgefasses zugleich mit
verschlossen. Ein in dem Regulatorgefass befindliches
Stangenventil, dessen unterer bleierner Theil genau in
die Ausflussoffnung schliesst und dessen oberer Theil
den Schlussdeckel durohschneidend, durch eine auf dem
Schlussdeckel angebrachte Oeffnung geht, kann nur mittelst einer daruber befindlichen Schraubenvorrichtung,
wenn ein Schwefelslurezufluss beabsichtigt wird, emporgehoben, und wenn der Saureaufluss vermindert, oder
giinzlich unterbrochen werden 5011, niedergeschraubt und
so, ganz nach Bedurfniss, regulirt werden.
Das Regulatorgefass ist oben dicht unter seinem Rande,
mit welchem es auf dem Entwickelungsgefasshalse ruht,
ringsum mit kleinen Oeffnungen versehen, durch welche es
mit dem Entwicltelungsgefass communicirt, und SO eine Ausgleichung der Gasdichtigkeit in beiden bewirkt wird.
Durch einen neben dem Ventil auf dem Schlussdeckel
des Entwickelungsgefasses stehenden Tubulus findet die
Einfullung der Schwefelsaure in das Regulaturgefass,
und durch einen zweiten, in der Wolbung dea Entwickelungsgefasses befindlichen, die zuvor erfolgende Einbringung des Carbonats in das Entwickelungsgefdss statt.
Durch Anwendung dieses Regulators, der einfach,
haltbar, und bequem in der Handhabung, vollkommen
gefahrlos im Gebrauche und sicher in der Handhabung
ist, werden alle die Unannehmlichkeiten vermieden, welche
zur 2l.linet.alwasser- Fabrikation.
43
sowohl mit Einfiillung der Schwefelsaure unmittelbar zum
Carbonat durch die offene Tubulatur des Entwickelungegefisses, wie auch mit dem Gebrauche eines frei auf
dem Entwickelungsgefdss stehenden, aus mehreren Metallen zusammengesetzten complicirten Regulator alterer Construction verbunden sind, und es konnen mittelst desselben Schwefelsaurezu0uss und Kohlensaure - Entwickelung
ganz nach Bedurfniss geregelt und auch bei Verwendung
von Selbstentwicltelungs- Apparaten die Getrlnke in jeder
Periode der Abfiillung von gleichmassigem Gehalt an Kohlensaure dargestellt werden.
In Ermangelung von Magnesit und Marmor, wird
zweckmassig reiner kohlensaurer Kalk (Kalkstein) zu Darstellung der Kohlensaure verwendet, da er fast allenthalben zu haben ist, und bei gleicher Brauchbarkeit in den
meisten Fallen ungleich billiger zu stehen kommt. (Ungefahr 5 Th. Kalkcarbonat ersetzen hierbei 4 Th. Magnesit), Kreide liefert das Kohlensauregae weniger rein, ale
andere Entwickelungsatoffe, wird auch in geschlammteln
Zustande oft mit anderen Glegenatanden verunreinigt bezogen. Urn das Kohlensauregas sicher rein zu verwenden,
wird, wenn es nothwendig erscheint, ein Kohlencylinder
kupfernes Gefhs mit grob gepulverter vegetabilischer
Kohle gefiillt - zwischen Entwickelungsgefass und Waschflaschen angebracht, und durch diese das Kohlensauregas geleitet.
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A
Ueber die Aethyldigly colamidsgure und einige Ver=
bindungen des Aethylgly cocolls (der Aethylglycolamidshre) ;
von
W. H e i n t z * ) .
-
In meiner Arbeit iiber die drei absolut isomeren
Korper Aethylglycolamid, Aethylglycocoll und Aethoxacet*) Vom Herrn Verfasser im Separatabdruck aus den Annsl. der
Chem. u. Pharm. Bd. 132 eingesandt.
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