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Zur O╨▓ а N-Umglykosidierung und Anomerisierung von 2-Glykosyloxy-pyridinen und -picolinen.

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296. E3d.
Glykoside vm Hcterocyclen
1963, Nr.10
699
grenze feine Nadeln von Ktiliumursolat &us. - PC: Es wurde aufsteigend chromrrtographiert mit n-Butanol-Eisessig-Wasser (4 : 1: 2,2).
V. D e r i v a t e d e r Z i m t s i i u r e
5 g gepulverte Bllitter werden unter RuckfluD 30 Min. mit 100 ml Methanol ausgezogen.
Der Auszug wird filtriert, i. Vak. eingeengt und 3mal mit je 10 ml heiaem Wasser ausgezogen. Der Auszug wird heiB filtriert und i. Vak. zur T r o c h e eingedampft. Der Trockenruckstand wird in wenig Methanol gelost chromatographiert. I n dieser Losung sind zwar
auch die Flavonoide enthalten, doch sie storen nicht.
Auf zweidimensionales Chromatographierpapier 25/25 cm werden ein paar Tropfen der
Methanollosung aufgetragen. Es wird aufsteigend chromatographiert. F u r die eine Richtung wurde Wasser (I), fur die andere n-Butanol-Eisessig-Wasser (4 : 1 : 2,2) (11) verwendet. Die getrockneten Chromatogramme werden mit lproz. alkohol. Losung von Aluminiumchlorid bespriiht und dann mit Ammoniakdiimpfen behandelt. Die Flecke sind
i. UV zuerst blau, dann hellgrun.
Anschrift: Chr. Achtardjeff, Sofia, Exsarch-Josiph-16.
2286. G. Wagner und H. Pischel
Zur 0-t N-Umglykosidierung und Anomerisierung von
2 Glykosyloxy-pyridinen und -picolinen
-
4. Mitt. iiber ,,Glykoside von Heterocyclen'' l )
Aus dem Pharmazeutischen Institut der Karl-Marx-Universitlit Leipzig
(Eingegangen am 10. Juni 1963)
Vor einiger Zeit berichteten wir, da13 acetyliertes 2-(1-fl-D-G1~~0~yl0~y)-pyridin
(111) durch Erhitzen rnit Quecksilber(I1)-bromid in siedendem Toluol zum acetylierten l-(l-D-Glucosyl)-pyridon-(2)
(IV) umglykosidiert werden kann2) 3).
Damit wurde gezeigt, daB IV nach dem ,,Chlormerc~ri-Verfahren"~)
a m dem
Quecksilber(I1)-monochlorid- Salz des 2-Hydroxypyridins und a-Acetobromglucose
(a-ABG) uber das acetylierte 0-Glucosid des 2-Hydroxypyridins entsteht. Die
0 --f N-Umglykosidierung unter Einwirkung von Quecksilber(11)-bromid wurde inzwischen auch bei acetylierten 3-(1-fl-D-Glucosy1oxy)-pyridazinen
beobachtet5) und
scheint allgemein bei acetylierten 0-Glykosiden von Heterocyclen moglich z u sein,
bei denen das 0-Atom der Glykosidbindung im Aglykon an einer Lactam-LactimTautomerie beteiligt ist. Spiiter wurde von UZbricht6)angenommen, daB auch bei
der Synthese von acetylierten 1-(1-Glykosyl)-pyrimidonen-(2)nach dem ,,Chlormercuri-Verfahren" zuniichst acetylierte 0-Glykoside entstehen, die dann durch
Quecksilber(I1)-halogenide umglykosidiert werden.
Mitt. Q. Wagner und H . Pischel, Arch. Pharmaz. 296, 576 (1963).
Q. Wagner und H . Pischel, Naturwiseenschaften 48,454 (1961).
0. Wagner und H . Piaohel, Arch. Pharmaz. 295, 373 (1962).
J . Davoll und B. A . Lowy, J. h e r . chem. SOC.73, 1650 (1951).
Q. Wagne* und D. Heller, Naturwissenschaften, im Druok.
T.L. V. Ulbricht, Angew. Chem. 74, 767 (1962).
1) 3.
2)
3)
4,
6,
6,
7 00
W a g n e r und P i s c h e l
Archiv der
Pharmaaie
In unseren friiheren Mitteilungen berichteten wir, dab das durch 0 4N-Umglykosidierung erhaltene I V mit dem nach dem Hilbert-John~on-Verfahren~)
8) aus 2-hhoxypyridin
und a-ABG erhdtenen acetylierten N-Glucosid identisch war. Aussagen iiber die Konfiguration am C-1 des Zuckerrestes wurden zuniichst nicht gemacht. Sowohl IV als auch das
aus IV durch Entacetylierung erhaltene 1-(l-D-Glucosyl)-pyridon-(2) besitzen zwar eine
auf die a-Konfigurationhindeutende positive spezifische Drehung, jedoch sind die von den
0-Glykosidenbekannten Regeln uber spezifische Drehung und Konfiguration am C-1 des
Zuckerrestes insbesondere dann nicht auf N-Glykoside zu iibertragen, wenn in o-Stellung
zu dem die Glucosidbindung vermittelnden N-Atom ein elektronenanziehender Substituent
steht. Die Bildung von IV aus dem acetylierten 0-Glucosid I11 mu13 durch Reaktion des
bei der Spaltung von 111entstehenden acetylierten Glucosyl-Kationsmit dem Pyridom(2)Anion zustandekommen, das mit dem zungchst entstehenden 2-Hydroxypyridin-Anion
mesomer ist. Es war zu erwarten, daB dabei die trans-Regele)10) 11) la)giiltig ist, nach der
der Acetoxyrest am C-2 des acetylierten Glucosyl-Kationsohm Rucksicht auf die urspriingliche Konfiguration am C-1 das bei der Glucosidbildung eintretende Aglucon in
trans-Stellung dirigiert.
Der Beweis fur die p-Konfiguration von IV mul3te aber trotzdem gefiihrt werden,
weil Quecksilber(11)-bromid auch als Anomerisierungskatalysator wirken kann. So
lassen sich z. B. acetylierte Alkyl-a-D-glucoside aus ihren j3-Anomeren durch Einwirkung von Bromwasserstoff und Queoksilber(I1)-bromid darstellen13), und auch
von uns ist die Bildung acetylierter 0-a-Glucoiide bestimmter 2-Hydroxypyridine
am ihren p-Anomeren unter den Bedingungen der 0 --f N-Umglykosidierung beobachtet worden.
Der Beweis fur die p-Konfiguration von I V wurde von uns auf folgende Weise
gefiihrt : Bei den Verfahren der Glykosidsynthese nach SabaZitschka14) (Umsetzung
der Alkalisalze der Aglykone rnit a-ABG in einem Aceton-Wasser-Gemisch) und
nach Fisischer-Helferichl6)(Umsetzung der Silbersalze der Aglykone rnit a-ABG in
einem nicht polaren Losungsmittel) wurden stets unter Wuldsnscher Umkehrung
nach einem SN2-Mechanismusacetylierte p- Glucoside erhalten. Wurden aquimolare
Mengen 2-Hydroxypyridin (= Pyridon-(2)), a-ABG und Natriumhydroxid in
einem Aceton/Wasser-Gemisch umgesetzt, so konnten durch PC der aus dem Ansatz
gewonnenen und verseiften Acetylglucosidfraktion ein instabiles 0-Glucosid des
2-Hydroxypyridins und ein stabiles N-Glucosid des Pyridons-(2) nachgewiesen
werden. Das acetylierte 0-Glucosid wurde isoliert, es war mit der nach der PisoherHelferich-Methode erhaltenen Verbindung identisch und besitzt /3-Konfiguration.
Das acetylierte N- Glucosid wurde auf einem Umweg in kristalliner Form erhalten.
’) Q. E’. Hilbert
und T . B. Johnson, J. Amer. chem. SOC.52,4489 (1930).
a. E. Hilbert und E . F. Jansen, J. Amer. chem. SOC.58, 60 (1938).
@) B. R. Baker, J . P . Joseph, R. E . Schaub und J . H . William,J. org. Chemistry 19, 1788
(1954).
l o ) R. 8. Tipon, J. biol. Chemistry 130, 55 (1939).
11) B. R. Baker, J . P. Joseph und R. 1.Scchaub, J. Amer. chem. SOC. 77, 5905 (1955).
I * ) B. R. Baker, R . E . Schaub und H. Y.Kiasman, J. Amer. chem. SOC.77, 5911 (1955).
13) 13. Lindberg, Acta chem. acand. 2, 426 (1948).
14) Th. Sabalitachka, Arch. Pharmaz. 267, 675 (1929).
16) E . Fiacher und B. Helferich. Ber. dtsch. chem. Gee. 47, 210 (1914).
Bd.
1963, Nr. 10
296.
~~yko&i&?
von Heterocyden
701
Die Acetylglucosidfraktion wurde isoliert, rnit Natriummethylat verseifP), das
0-Glucosid durch Erhitzen mit Siiure gespalten, das N-Glucosid durch Verteilungschromatographie an Cellulosepulver abgetrennt und reacetyliert. Das auf diese
Weise erhaltene IV war rnit dem nach dem Hilbert-Johnson-Verfahren und dem
1
+
I
-1
a-ABG
+
a-ABG
H-C-OA~
I
I11
I
IV
I
c)
I
durch Umglykosidierung erhaltenen acetylierten N-Glucosid identisch. Da in
Modellversuchen gezeigt werden konnte,' da13 sich unter den Bedingungen der
Glykosidsynthese nach 8ubalitschka das acetylierte 0-Glucosid nicht in das acetylierte N-Glucosid umlagert, mu13 sich das acetylierte N-Glucosid aus dem in alkalischer Losung neben dem 2-Hydroxypyridin-Anion vorhandenen Pyridon-(2)-Anion
bilden. Diese Synthese mu13 wie die Bildung des acetylierten 0-Glucosids unter
Waldenscher Umkehrung ablaufen und somit zu einem N-Glucosid rnit B-Konfiguration fuhren. Unsere Annahme, nach der das Pyridon-(a)-Anion bei der Bildung
von IV rnit a-ABG reagiert, wird durch das IR-Spektrum des kristallisierten
Natriumsalzes des 2-Hydroxypyridins gestutzt. I m IR-Spektrum dieser Verbindung
lie13 sich entgegen Angaben in der Literaturl') eine Carbonylbande bei 1640 bis
1655 cm-l nachweisen, die zu dem SchluB berechtigt, da13 in diesem Salz neben dem
2-Hydroxypyridin-Anion auch das mesomere Pyridon-(2)-Anion vorhanden ist und
damit, wenn auch in geringer Menge, in alkalisch-wii13riger Losung anzutreffen sein
wird.
Nach der Fischer-Hewerich-Methodewurden auch andere acetylierte 0-Glykoside
des 2-Hydroxypyridins und daraus durch 0 --f N-Umglykosidierung acetylierte NGlykoside des Pyridons-(2) dargestellt. Einige freie O-Glykoside konnten nicht erhalten werden, da diese Verbindungen extrem instabil sind und die glykosidische
Bindung auch bei milder Methylatverseifung der acetylierten 0-Glykoside gelost
wird. Die acetylierten N-Glykoside lieBen sich dagegen ohne Schwierigkeit rerseifen. Die 0- und die N-D- Galaktoside und -D-Xyloside besitzen p-Konfiguration
16)
B. Z e m p l b und E . Pacsu, Ber. dtsch. chem. Ges. 62, 1613 (1929).
Ju, N . Scheinter und Ju. J . Pomeranzew, J. physik. Chem. (russ.) 33, 1819 (1959) ref.
C. 1962, 8198.
17)
702
Archiv &?I'
Pharmazi.e
Wagner und Pisehel
und das 0- und das N-L-Arabinosid a-Konfiguration. Die erhaltenen Verbindungen
sind in Tab. 1 zusammengestellt.
Schwierigkeiten bereitete die 0 -+ N-Umglykosidierung des Disaccharidglykosids
2-(Heptaacetyl-l-~-D-lactosyloxy)-pyridin
(IX). Zwar ist bereits uber die Darstellung von
N-9-Disaccharidglykosidenvon Purinen nach der ,,Chlormercuri-Methode" berichtet wordenl8) 19), aber bei den von uns durchgefuhrten 0 3 N-Umglykosidierungsversuchentraten
v
B
A
4
I
I
Glyk(AC)H
C
Glyk
D
dadurch Schwierigkeiten auf, daD durch Quecksilber(I1)-bromidteilweise auch die innere
Glykosidbindung des Disaccharid-Restes gelost wurde und euf diese Weise ein Substanzgemisch entstand, aus dein auch nach Entacetylierung die gewunschte Verbindung nicht
abgetrennt werden konnte.
Tabelle 1
241- Glykosyloxy)-pyridineund 1-(1-Glykoayl)-pyridone-(2)
Bezeichnuq TYP
VI
VII
vrII
IX
X
XI
XI1
XI11
XIV
xv
XVI
xvn
XVIII
XIX
xx
XXI
A
A
A
A
B
B
B
B
C
C
C
C
D
D
D
D
Glyk.
j?-D-Galaktosyl
@-D-Xylosyl
a-L- Arabinosyl
j?-D-Lactosyl
j?-D-Galaktosyl
j?-D-Xylosyl
a-L-Arabinosyl
j?-D-Lactosyl
j?-D-Galaktosyl
j?-D-Xylosyl
or-L-Arabinosyl
j?-D-Lactosyl
j?-D-Galaktosyl
fi-D-Xylosyl
or- L-Arabinosyl
j?-D-Lactosyl
I
x
Spez. Drehung
Schmp.
+
+
+
+
amorph
114-116'
amorph
amorph
1
121-123"
1
182-183'
amorph
223,5-224,5'
amorph
unrein
204,5-205O
92-93"
227-228"
unrein
28,2' (C = 5,O; CHC1,)
2,1° (C = 5,O;CHC1,)
70,2' (C = 5,O;CHCI,)
0,s' (C = 5,O; CHCI,)
h t erhalten
- 25,"'
(C
= 1,O; H,O)
ht erhalten
- 22,3'
+ 109,l'
+ 131,5'
+ 161,4'
+ 86,9'
+ 76,7'
+ 154,4'
(C
(C
= 2,5; H,O)
= 2,5;CHCI,)
(C
= 5,O; CHCI,)
= 5,O; CHCI,)
(C
= 2,5;H,O)
(C
(C
= 2,5; H,O)
(C
-
= 2,5; H,O)
-
Desgleichen konnte nach Umsetzen von 2-dthoxypyridin mit or-Acetobromlactose nach
dem HiBert-Johwon-Verfahren nach der Entacetylierung der AcetylglykoaidfraktionXXI
zwar pc nachgewiesen aber nicht in reiner Form gewonnen werden.
la) Y. L. WoZfrorn, P. Hewain, F. ShafizadeB und A. Thompson, J. Amer. chem. Soc. 81,
6080 (1969).
M. L. Wol]rom, P. McWain und A. IThompon, J. Amer. chem. Soc. 82, 4353 (1960).
Bd.
1963,Nr. 10
296.
a1ykoside von Heterov yclen
703
Nachdem mit den vorstehend beschriebenen Versuchen gezeigt worden war, daI3
die 0 + N-Umglykosidierung auch mit acetylierten 2-(1-Pentosy1oxy)-pyridinen
erfolgreich durchgefuhrt werden kann, untersuchten wir, ob hderungen im Aglucon
des 2-(Tetraacetyl-l-fl-D-glucosyloxy)-pyridins
die 0 + N-Umglykosidierung beeinflussen. Zuniichst wurde das Verhalten der acetylierten O-j%D-Glucoside verschiedener 2-Hydroxypicoline bei der Einwirkung von Quecksilber(11)-bromid
studiert. Gleichzeitig orientierten wir uns in pc Versuchen uber die Bildung von
Glucosiden nach dem Hilbert-Johnson-Verfahren aus den entsprechenden 2-Xthoxypicolinen und a-ABG.
Die Darstellung der Glucoside XXVIII-XXX erfolgte durch katalytische Entacetylierung der nach der Pischer-Helferich-Methode aus den Silbersalzen der 2Hydroxypicoline (XXII-XXIV) und a-ABG erhaltenen Tetraacetylglucoside
XXV-XXVII. Siimtliche Glucoside besitzen fl-Konfiguration. XXIX und XXX
sind leicht kristallin zu erhalten. XXVIII ist weitaus instabiler als XXIX bzw.
XXX und konnte nach schonender Entacetylierung kristallin erhalten aber nicht
umkristallisiert werden.
R
R‘
XXII-XXIV
xxv-XXVII
R = CH,; R = H; R ’ = H: XXII, XXV, XXVIII
R = H; R = CH,; R” = H: XXIII, XXVI, XXIX
R = H; R = H; R” = CH,: XXIV, XXVII, XXX
R‘
XXVIII-xxx
Die isomeren Verbindungen XXV-XXVII verhielten sich beim Erhitzen mit
Quecksilber(I1)-bromid in Toluol bzw. Xylol sehr unterschiedlich. Wurde XXVI
3 Std. mit Quecksilber(I1)-bromid in Toluol erhitzt, so wurde bei der Aufarbeitung
des Ansatzes ein Gemisch von XXVI und XXXI erhalten. Vollstiindige Umglykosidierung wurde durch 3stdg. Erhitzen in Xylol erreicht. Dabei verfarbte sich der
Ansatz bereits, und XXXI konnte nur durch Verseifung der isolierten Aoetylglucosidfraktion, Reinigung des Glucosids und Reacetylierung kristallin erhalten
werden. Das durch Verseifung des kristallinen XXXI erhaltene XXXII wurde nur
amorph aber pc- und analysenrein erhalten.
Nach dem Hilbert-Johnson-Verfahren wurden aus 4-Methyl-2-athoxypyridin und
a-ABG acetyliertes 0- und acetyliertes N-Glucosid gebildet, die nach Verseifung
der isolierten Acetylglykosid-Fraktion neben 4-Methyl-pyridon-(2) und Glucose pc
als XXIX und XXXII nachgewiesen werden konnten.
durch den
Die Struktur von XXXII wurde wie bei dem 1-(l-~-D-Glucosyl)-pyridon-(Z)
Nachweis der Carbonylbande im IR-Spektrum bei 1660 om-l (die Carbonylbande im IRSpektrum des 4-Methyl-pyridons-(2)liegt bei 1655-1660 cm-I), die Reaktion mit Eisen(111)-chlorid-Losung,das Verteilungsverhalten und die Priifung der Siiurestabilitiit bewiesen.
704
Archiv
Pharmazie
der
Wagner und Pischel
I
XXVI
GWAC),
XXXI
I
(B)
Gluc(j3)
XXXII
Nach mehrstundigem Erhitzen von XXV mit Quecksilber(I1)-bromid in siedendem Toluol wurde nur unverandertes Ausgangsmaterial in hoher Ausbeute zuriickerhalten. Bei Jstdg. Erhitzen in siedendem Xylol trat Anomerisierung ein, und das
H,
IA"N/- ClL0-A-H
€I--d-OAc
xxv
I
--f
'
HSC- k\
H-C-O-LIJ-(~)
IF2
'
H-L-oAC
0
I
I
+
-
o
I
A-CH,
\&O-Gluc
(a)
XXXIV
XXXIII
acetylierte a-Glucosid XXXIII konnte in 4Oproz. Ausbeute isoliert werden. Durch
Entacetylierung von XXXIII rnit Natriummethylat lie13 sich das im Verhaltnis zu
XXVIII stabilere a-Glucosid XXXIV ohne Schwierigkeiten rein und kristallin
erhalten.
Die Struktur von XXXIV und XXXIII ergibt sich BUS der hohen spezifischen Drehung
dieser Verbindungen, der fehlenden C= 0-Bande im IR-Spektrum von XXXIV (diese
C=O-Bande ist im 1R-Spektrum des 3-Methyl-pyridons-(Z)bei 1645-1655 cm-l vorhanden), der Siiurelabilitat, dem praktisch dem 0-j3-Glucosid XXVIII entsprechenden
Verteilungsverhalten von XXXIV und der Reaktion von XXXIV rnit Eisen(II1)-chloridLosung auf dem Papier. XXXIV gibt dabei analog XXVIII zuniichst keine Farbung.
Erst nach einiger Zeit entsteht nach Spaltung des Glucosids und Reaktion des dabei entstehenden 3-Methyl-pyridons-(Z)mit Eisen(II1)-chlorideine Orangefiirbung.
Bei der Umsetzung von 3-Methyl-2-iithoxypyridin
mit a-ABGnach dem Hilbert-JohmonVerfahren wurde nach Isolierung und Verseifung der Acetylglucosidfraktion neben 3Methyl-pyridon-(2)und Glucose ein 0-Glucosidund in Spuren eine Substanznachgewiesen,
die nach ihrem Verteilungsverhalten, der Reaktion mit Eisen(II1)-chloridund ihrer Silurestabilitiit als N-Glucosid des 3-Methyl-pyridons-(2)angesprochen werden kann.
Alle Versuche, eine 0 --f N-Umglykosidierung des acetylierten 0-Glucosids des
6-Methyl-2-hydroxypyidins
rnit Quecksilber(I1)-bromid zu erreichen, schlugen fehl.
Naoh Erhitzen in Toluol wurde das Ausgangsmaterial unverandert zuruckerhalten,
nach Erhitzen in Xylol konnte kein kristallines Produkt isoliert werden. Ein NGlucosid lie13 sich pc nicht, ein O-Glucosid nur in Spuren nachweisen. Desgleichen
fuhrte die Umsetzung des 6-Methyl-2-athoxypyidins mit a-ABG nach HilbertJoh.ns0.n weder zu einem N- noch zu einem 0-Glucosid.
Die Tatsache, dal3 weder durch 0 + N-Umglykosidierung noch nach dem Hilbert-Johnam-Verfahren ein acetyliertes 6-Methyl-l-(l-j3-D-glucosyl)-pyridon-(Z)
erhalten werden
konnte, stimmt mit Beobachtungen bei Glykosidsynthesen in der Pyrimidinreihe iiberein.
So wurden von Pox und Yungaa)bei der Umsetzung 6-alkylierter Pyrimidone nach der
30) J . J. For und IV.C. Yung, ,,Pyrimidine Nuoleosides'' in Advances Carbohydrate Chem. 14,
335 (1959).
296. Bd.
W, Nr. 10
705
Glykoside von Heterocyclen
,,Chlormercuri-Methode" nur 0- und keine N-Glucoside erhalten, und von Newmark und
#oodman21) konnten nach der Hilbert-Johneon-Synthese mit 2,4-Di&thoxy-6-methylpyrimidin und a-ABG nur acetylierte 0-Glucoside (aund b) und kein acetyliertes N-Glucosid
isoliert werden.
Unter Beriicksichtigung der mitgeteilten Ergebnisse unserer Untersuchungen
kann der Mechanismus der unter Einwirkung von Quecksilber(I1)-bromidablaufenden Reaktionen in folgender Weise diskutiert werden :
Quecksilber(11)-bromid wird zunachst unter Bildung eines Komplexes an das
acetylierte 0-6-Glykosid (E)angelagert. Beim Erhitzen in einem unpqlaren Losungsmittel wird die 0-glykosidische Bindung von E unter Bildung des acetylierten Glykosyl-Kations (F)und des'2-Hydroxypyridin-Anions(G) aufgespalten. G kann in
die mesomere Form des Pyridon-(2)-Anions (H) iibergehen, das sich mit F zum
stabilen acetylierten N-Glykosid des Pyridons-(2) (K) vereinigt. Nach der transRegel entsteht ein N- Glykosid mit 6-Konfiguration *). Im acetylierten GlykosylKation kann die positive Ladung am C-1 mit der Acetoxygruppe am C-2 so in
Wechselwirkung treten, da13 die in F wiedergegebene Struktur mit einem fiinf23). Damit ist ein nucleophiler Angriff von
gliedrigen Chelatring ausgebildet
der cis-Seite her erschwert und das Pyridon-(a)-Anion bzw. 2-HydroxypyridinAnion wird bevorzugt in trans-Stellung eintreten und damit acetylierte N- bzw.
0-Glykoside mit &Konfiguration bildin.
I-
- G
H
0-AC
E
F
d
*) Bei der L-Arabinose wird entsprechend ein N-a-Arabinosid erhalten.
P. Newmark und J . Goodman, J. Amer. chem. SOC. 79, 6446 (1957).
R. U. Lemieuq in ,,Mechanisms of Replacement Reaotions" in Advances Carbohydrate
Chem. 9,44 (1954).
23) H . Bredereck, A . Wagner, D. Geissel, P. Gross, U.Hutten und H . Ott, Chem. Ber. 95, 3056
21)
2a)
(1962).
Archiv 296. Band. Heft 10
46
706
Wagner zcntl Pischel
Archiv
Pharmazk
Anomerengemische werden nach der ,,Chlormercuri-Methode" nur d a m erhalten, wenn
am C-2 des Zuckerrestes die dirigierend wirkende Acetoxygruppe fehlt. Das konnte u. a.
von Wright, Tener und KhoranaZ4) bei der Umsetzung von 6-O-Benzoyl-D-ribofuranosyl-lbromid-2,3-carbonatmit 9-Chlormercuri-6-benzamidopurin
und von Ness und FZetcher26)
bei der Umsetzung von 3,5-Di-O-(p-nitrobenzoyl)-2-desoxyribofuranosyl-l-chlorid
mit 9Chlormercuri-6-benzamidopur~festgestellt werden. Eine Anomerisierung von gebildetem
K duroh Quecksilber(I1)-bromid wurde von uns nicht beobachtet. Zwar ist von Baker,
8clmub und KissmmP) die Anomerisierung eines Purin-N-9-8-glykosidseines substituierten
furanoiden Aminozuckers beschrieben worden, jedoch wurde diese Anomerisierung nicht
von den bei der,Synthese der Verbindung entstandenen Queoksilber(II)-halogeniden,sondern von zugesetztem Titan(1V)-chloridbewirkt.
Kann das gebildete Hydroxypyridin-Anion unter den gegebenen Reaktionsbedingungen nicht in das mesomere Pyridon-Anion iibergehen oder das PyridonAnion nicht mit dem acetylierten Glykosyl-Kation evtl. aus sterischen Grunden
unter Bildung eines N-Glykosids reagieren, ist die Bildung eines anomeren O-Glykosids als Ausweichreaktion miiglich. Die Bildung eines acetylierten 0-a-Glykosids
(J) unter Einwirkung von Quecksilber(I1)-bromid mu13 wieder uber die Aufspaltung
von E in !I und G erfolgen. Die allmiihliche Anreicherung von J ist moglich, wenn
die 0-a-glykosidische Bindung gegenuber dem spaltenden EinfluB des Quecksilber(11)-bromidsstabiler ist. Unter dieser Bedingung wird sich auch unter Beriicksichtigung der Tatsache, da13 sich nach der trans-Regel aus dem acetylierten GlykosylKation und dem Hydroxypyridin-Anion vorwiegend das acetylierte 0-p-Glykosid
bildet, das acetylierte 0-a-Glykosid anreichern. Ob ein acetyliertes 0-u-Glucosid
isoliert werden kann, hangt wesentlich von der Kristallisationsneigung der Verbindung ab. In welcher Weise Art und Stellung der Substituenten im Aglykonanteil
auf die 0 3 N-Umglykosidierung und die Anomerisierung von E einwirken, so11 in
weiteren Untersuchungen festgestellt werden.
Zusammenfassung
1. Durch die Isolierung des l-(Tetraacetyl-l-~-D-glucosyl)-pyridons-(2)
nach der
Umsetzung des Natriumsalzes des Pyridons-(2) mit a-Acetobromglucose nach dem
Sabalitschka-Verfahren und den Vergleich dieser Substanz mit dem durch 0 --f NUmglykosidierung aus 2-(Tetraacetyl-l-~-D-glucosyloxy)-pyridin
rnit Quecksilber(11)-bromid dargestellten acetylierten N-Glucosid ergab sich fur das nach beiden
Verfahren dargestellte N-Glucosid @-Konfiguration.
2. Durch 0 -+ N-Umglykosidierung mit Quecksilber(11)-bromid konnten aus
acetylierten 2-Glykosyloxypyridinen einige acetylierte 1- Glykosyl-pyridone-(2) dargestellt werden. Nach katalytischer Entacetylierung wurden 1-(1-fi-D-Galaktosy1)-,
1-(1-fi-D-Xylosy1)-und 1-(1-a-L-Arabinosyl)-pyridon-(2)
kristallin erhalten.
3. Wahrend 4-Methyl-2-(tetraacetyl-I-~-D-glucosyloxy)-p~idin
glatt zum 4Methyl-l-(tetraacetyl-l-fi-D-glucosyl)-pyridon-(2)
umglykosidiert werden kann,
wird beim Kochen des 3-Methyl-Isomers rnit Quecksilber(I1)-bromid in Xylol
a4)
za)
R. 9.Wrigk, G. Y.Tener und H. G . Khorana, J. h e r . chem. SOC.80, 2004 (1968).
R . R. Ntws und H. 0. FZekhw jr., J. Amer. chem. SOC.82,3434 (1960).
296. Bd.
1963, Nr.10
707
alykoeide von Heterocyclen
durch Anornerisierung das 3-Methyl-2-(tetraacetyl-l-a-D-glucosyloxy)-pyridin
gebildet. Bei analogen Versuchen rnit 6-Methyl-2-(tetraacetyl-l-#?-D-glucosyloxy)pyridin konnte weder 0 +- N-Umglykosidierung noch Anomerisierung beobachtet
werden.
Beschreibung der Versuche
I. Darstellung der Verbindungen
1. Isolierung des 2-(Tetraacetyl-l-,9-D-glucosyloxy)-pyridins
(111)&usdem
Ansatz nach Sabalitschka
5,O g 2-Hydroxypyridin (= Pyridon-(2)) und 21,6 g a-ABG wurden in einer Mischung
von 66 ml Aceton und 16 ml Waaser gelost. Nach Zugabe von 2,2 g Natriumhydroxid
wurde 2 Tage geschiittelt, wobei sich nach einigen Std. NaBr abschied. Nach vorsichtigem
Abdestillieren dea Acetons wurde der Riickstand mit Wasser versetzt, das Gemisch
dreimal mit 50 ml Benzol extrahiert und die Benzollosung dreimal mit loproz. Natronlauge ausgeschiittelt, mit Wasser neutral gewaschen und getrocknet (CaCl,). Beim Abdestillieren des Benzols i. Vak. wurden etwa 1,B g eines gelben Sirups erhalten.
1g des auf diese Weise hergestellten Sirups m d e in der Hitze in l0proz. Methanol
gelost und die mit Kohle behandelte und filtrierte Losung langsam abgekiihlt. Dabei
kristallisierte 111in Nadeln am.
Schmp. llO---lllo(aus 5oproz. Methanol)8).Ausbeute 5-10%.
-
2. Isolierung des 1 - ( T e t r a a c e t y l -1 B-D-glucosyl)-pyridons- (2) ( I V ) duroh
Siiulenchromatographie
2,0 g des nach 1. gewonnenen Sirups wurden in 50 ml abs. Methanol gelost und durch
Zugabe von 5 ml0,Z m NaOCH, und 3 Min. Kochen verseift. Die rnit Wofatit KPS neutralisierte Losung wurde i. Vak. zur Trockne eingedampft. Zur Zerstorung des 0-Glucosids
wurde der Ruckstand in 10 ml n HC1 gelast und die Losung 2 Std.auf SO* erhitzt. Nach
der Neutralisation mit dem Anionenaustauscher Wofatit SBW und Eindampfen der
Losung i. Vak. resultierte etwa 1g eines hellbraunen, amorphen Produktes, das aus 1-(1-@D- Glucosyl)-pyridon-(2),Pyridon-(2) und Glucose bestand. Zur Vorbereitung der Siiule
wurde Cellulosepulver Schleicher und Schiill123a in wassergesiittigtem n-Butanol suspendiert und der Brei in eine Rohre von 50 cm Lknge und 4 cm Durchmesser gegossen. Das
Siittigen des Cellulosepulversmit der stationiiren Phase erfolgte durch Waschen mit etwa
2000 ml wassergesiittigtem n-Butanol (Abtropfgeschwindigkeitetwa 30 Tropfen in der Min.)
Nach einigen Std. muBte die Abtropfgeschwindigkeit durch einen geringen nerdruck, der
mit Hilfe eines Gummihandgebliisesangelegt wurde, konstant gehalten werden.
Mit dem in 5 ml abs. Methanol gelosten oben erwiihnten Gemiech von l-(l-fl-D-Glucosyl)pyridon-(2), Pyridon-(2) und Glucose wurden etwa 5 g Cellulosepulver getriinkt. Das
Methanol wurde i. Vak. entfernt, das entstandene trockene Pulver auf die Siiule gegeben
und mit wassergesiittigtem n-Butanol chromatographiert (Abtropfgeschwindigkeit30 Tropfen in der Min.). Das abtropfende Verteilungsmittel konnte mit Eisen(II1)-chlorid-Losung
(5proz.) auf dem Papier auf Pyridon-(2) und l-(l-j3-D-Glucosyl)-pyridon-(2)
gepriift werden. Nach 4,5 Std. wurde*Pyridon-(2) nachgewiesen, das nach weiteren 2 Std. aus der
Cellulosepulversiiule ausgewaschen war. Whhrend der niichsten 2 Std. war die Eisen(II1)chlorid-Probe negativ. Das in den 5 folgenden Std. abtropfende l-(l-fi-D-Glucosyl)-pyridon-(2) enthaltende Verteilungsmittel (etwa 400 ml) wurde gesammelt und i. Vak. zur
Trockne eingedampft. Da Kristallisationsversuche fehlschlugen, wurde der iiber CaCl,
i. Vak.-Exsikkator getrocknete Ruckstand mit 2,5 ml Acetanhydrid und 2,5 ml Pyridin
reacetyliert. Der unter gelegentlichem Umschiitteh 1 Tag aufbewahrte Ansatz wurde in
50 ml Eiswasser eingeriihrt, die entetehende Suspension dreimal mit 50 ml Chloroform
extrahiert, die Chlorofprmlosungdreimal mit 20 ml 5proz. Natronlauge und anschlieBend
46
*
708
Archiv der
Phannazle
Wagner und Piechel
mit 50 ml6prOz. Essigsiiure ausgeschuttelt, mit Wasser neutral gewaschen und getrocknet
(CaCl,). Beim Eindampfen begann IV zu kristallisieren. Nach Anreiben mit wenig
n-Propanol wurde das kristalline Produkt auf Tonteller gestrichen. Umkristallisation aus
0,6 ml20proz. Methanol. Schmp. 189-191' (ab 150' Umlagerung in Nadeln und Subli83,5" (c = 1,3; CHCIJ,
mation). Ausbeute30mg. [a180
+
Das friiher beschriebene IVs) schmolz bei 190-191"
Nadeln). [a]Ag 88,4' (c = 5,O; CHC1,).
(ebenfalls ab 150" Umlagerung in
+
-
- -
-
3. 2 (Tetra acet y l 1 j3 - D - g a1a k t o s y 1ox y ) p y r i di n (VI)
Die Suspension von 4,O g feingepulvertem Vse) 27) 8 ) und 8,14 g a-Acetobromgalaktose
in 100 ml trockenem Toluol wurde 20 Min. im Sieden gehalten, Nach dem Erkalten wurde
filtriert und das Filtrat i. Vak. vom Toluol befreit. Dabei entstand ein gelblicher Sirup,
der nicht zur Kristallisation gebracht werden konnte. Zur weiteren Reinigung wurde der
Riickstand rnit 200 ml Chloroform aufgenommen, die Losung dreimal mit 50 ml loproz.
Natronlauge ausgeschiittelt, mit Wasser neutral gewaschen und getrocknet (CaC1,). Der
beim Entfernen des Chloroforms zuriickbleibende Sirup wurde in 100 ml abs. Methanol
gelost, die Losung mit Kohle gekocht und nach Filtration i. Vak. eingedampft. Losungsmittelreste wurden bei 5 Torr entfernt. Farblose, nicht hygroskopische Masse. Ausbeute
80%. [a]&g
28,2' (C = 5,O; CHC1,).
C,,H,,NO,,
(425,4)
Ber.: C 53,66
H 5,45
N 3,30
H 5,77
N 3,69
Gef.: C 53,34
+
-
-
-
-
4. 1 (Tetra ace t yl - 1- j3 D - g a1B k t o s yl ) p y r i d o n ( 2 ) (XIV)
a) 5,O g VI und 10,O g HgBr, wurden in 250 ml trockenem Toluol3,5 Std. gekocht. Nach
dem Erkalten wurde von den ausgeschiedenen Salzen abfiltriert, das Filtrat i. Vak. auf
100 ml eingeengt und unter Ruhren in 1 1 Benzin (Sdp. 50-70') eingetropft. Der BUSgeschiedene hygroskopische Niederschlag wurde nach Abgiefien der Fliissigkeit mit 250 ml
Chloroform iibergossen und das ungeloste HgBr, abfiltriert. Die entstandene Losung wurde
dreimal mit 100 ml30proz. Natriumthiosulfatlosung ausgeschuttelt, mit Wasser gewaschen
und getrocknet (CaCl,). Beim Eindampfen entstand ein gelber Sirup, der nicht kristallisierte. Ausbeute 50%. Die Reindarstellung der Verbindung konnte nur durch Reacetylierung von XVIII erreicht werden.
b) 2,O g des oben erhaltenen Sirups wurden in einem Gemisch von 5 mlO,2 m NaOCH,
und 20 ml abs. Methanol gelost. Die Losung wurde etwa 1 Min. im Sieden gehalten. Nach
dem Erkalten wurde unter kr3tigem Umriihren langsam Wofatit KPS zugesetzt, bis die
Losung neutral reagierte. Der Ionenaustauscher wurde abfiltriert und das Filtrat i. Vak.
eingeengt. Beim Animpfen kristallisierte XVIII. Das Kristallisat wurde abgesaugt, mit
wenig abs. Methanol gewaschen und getrocknet. Umkristallisiert wurde aus einem Gemisch
von khan01 und Methanol 9 : 1.
c) 0,5 g des nach b) dargestellten XVIII wurden 15 Min. mit einem Gemisch von 2,5 g
Acetanhydrid und 2,5 g Pyridin (iiber KOH destilliert) im siedenden Wasserbad erhitzt.
Nach dem Erkalten wurde die erhaltene gelbe Losung in 50 ml Eiswasser eingeriihrt
und nach 2stg. Stehen dreimal mit 60 ml Chloroform extikhiert. Nach dreimaligem
Ausschiitteln der Chloroformlosung mit 50 ml sproz. Essigsiiure wurde mit Wasser
neutral gewaschen und getrocknet (CaCl,). Der beim Abdestillieren der Chloroformlosung
zuriickbleibende Sirup konnte durch Auflosen in abs. Methanol und Behandeln mit
Kohle weiter gereinigt werden. Nach dem Entfernen des Methanols i. Vak. blieb eine
ze)
27)
H . 1). Pechmunn und 0. Baker, Ber. dtsch. chem. Ges. 24, 3148 (1891).
K . Winterfeld und H . Michael, Chem. Ber. 93, 61 (1960).
296. Bd.
alylcoside vcn Heterocyclen
1963,Nr.10
709
farblose, nicht hygroskopische, amorphe Masse zuriick. Ausbeute 70%. [a]$*
( C = 2,5; CHCI,).
C,,H,,NO,,
(425,4)
Ber.: C 53,65
H 5,45
N 3,30
Gef.: C 53,64
H 5,94
N 3,17
+ lO9,l'
- -
5. 1 ( 1 B - D - Galaktosyl) -pyridon- ( 2 ) (XVIII)
Darstellung siehe 4b). Nadeln. Schmp. 204,5-205" (aus Athanol/MethanolQ : 1).Rohausbeute 80%. [a]&9
86,9' (c = 2,5; H,O).
Cl1Hl5NO, (257,2)
Ber. : C 51,36
H 5,87
N 5,44
Gef.: C 51,70
H 6,08
N 5,77
+
-
6. 2-(Triacetyl- 1 ,!I-D-xylosy1oxy)-pyridin(VII)
5,O g V und 8,4 g a-Acetobromxylose wurden analog 3. umgesetzt und aufgearbeitet.
Nadeln. Schmp. 114-116'
(aus 2Oproz.Methanol). Ausbeute 65%. [a]&O 2,1° (c = 5,O;
CHCI,).
C,,Hl9NO, (353,3)
Ber.: C 54,39
H 5,43
N 3,97
H 5,82
N 4,06
Gef.: C 54,78
+
(XI)
7. 2-( l-B-D-Xy1osyloxy)-pyridin
2,O g VII wurden in einer Mischung von 2 ml0,2 m NaOCH, und 20 ml abs. Methanol
suspendiert. Nach 5 Min. wurde durch Zugabe von Wofatit KPS und Umriihren neutralisiert. Durch Behandeln mit Kohle bei Raumtemperatur wurde eine farblose Losung erhalten, aus der beim Eindampfen i. Vak. X I auskristallisierte. Nadeln. Schmp. 121-123'
(aus n-Propanol). Rohausbeute 70%. Die Substanz zersetzt sich beim Lagern. [~]$0-25,7"
(C = l,O; H,O).
C,,H,,NO, (227,2)
Ber.: C 52,86
H 5,77
N 6,17
Clef.: C 53,OO
H 5,99
N 6,22
8. l-(Triacetyl-l-~-D-xylosyl)-pyridon-(2)
(XV)
2,O g VII und 4,8 g HgBr, wurden in 100 ml trockenem Toluol gelost, die Losung 2,5 Std.
im Sieden gehalten und analog 4a) aufgearbeitet. Die dabei erhaltene Chloroformlosung
wurde auf 100 ml eingeengt und unter Umriihren in 600 ml Benzin (Sdp. 50-70') eingetropft, wobei XV kristallin ausfiel. Zur Umkristallisation wurde die Substanz in Chloroform gelost, die Losung mit Kohle behandelt, filtriert und in Benzin (Sdp. 50-70') eingetropft. Nadeln. Schmp. 223,5-224,5" (ab 140" Sublimation). Ausbeute 30--40%.
[a150 131,5' (C = 5,O; CHCI,).
C,,H,.$O,
(353,3)
Ber.: C 64,39
H 5,43
N 3,97
Gef.: C 54,65
H 5,62
N 4,06
+
9. 1- ( 1-/?-D-Xylosyl)-pyridon-( 2 ) (XIX)
1,Og XV wurde analog 4b) entacetyliert. Die i. Vak. eingedampfte Methanollosung
(aus Essigester). Ausbeute 75%.
kristallisierte beim Animpfen. Nadeln. Schmp. 92-93'
[cc]h9
76,7" (C = 2,5; HSO).
C,,H,,N05 (227,2)
Ber.: C 52,86
H 5,77
N 6,17
Gef.: C 52,96
H 5,85
N 5,99
+
10. 2- (Triacetyl- 1- cc -Larabinosyloxy) - p y r i d i n (VIII)
5,O g V und 8,4 g B-Acetobromarabinosewurden analog 3. umgesetzt, aufgearbeitet und
gereinigt. Farblose, nicht hygroskopische, amorphe Masse. Ausbeute 85%. [a]&'
70,Z"
(C = 5,O; CHCI,).
C1,HlpNO, (353,3)
Ber.: C 54,39
H 5,43
N 3,97
Gef.: C 54,Ol
H 5,42
N 4,13
+
710
Archiv der
Pharmazie
Wagner uad Piachel
-
-
-
-
11. 1 ( T r i a c e t y 1- 1 a - L - a r a b i n 0 s yl ) p y r i do n ( 2) (XVI)
3,O g VIII und 6,O g HgBr, wurden in 150 ml trockenem Toluol 3,5 Std. gekocht und
analog 4a) aufgearbeitet. Amorphes Produkt, das nicht weiter gereinigt werden konnte.
Ausbeute 40%. XVI konnte nur durch Reaoetylierung von XX rein erhalten werden.
2,O g des Ruckatandes wurden analog 4b) verseift und aufgearbeitet. 0,5 g des aus
n-Propanol umkristallisiertenXXwurden analog4 c) reacetyliert. Amorphe, schwach hygroskopische Masse. Ausbeute 75%. [a]&e 161,4" (c = 5,O; CHCl,).
C,,H,,NO, (353,3)
Ber.: C 54,39
H $43
N 3,97
H 5,87
N 3,57
Gef.: C 54,03
+
-
12. 1 ( 1- 01 - L - Ar a binos y l ) p yrid on - ( 2 ) (XX)
Darstellung siehe 11. bzw. 4h). Nadeln. Schmp. 227-228"
65%. [a]h9 154,4' ( C = 2,5; H,O).
Cl0H,NO, (227,2)
Ber.: C 52,86
H 5,77
Gef.: C 52,95
H 6,03
~
+
-
(aus a-Propanol). Ausbeute
N 6,17
N 5,95
-
13. 2 ( H e p t a a c e t y 1 1- /3 - D - 1a c t o s y lo x y ) - p y r i din (IX)
3,O g feingepulvertes V und 10,4 g a-Acetobrorhlactose wurden in 100 ml trockenem
Toluol analog 3. umgesetzt, aufgearbeitet und gereinigt. Barblose, nicht hygroskopische,
amorphe Masse. Ausbeute 90%. [a151 0,8' (c = 5,O; CHC1,).
C,lH,BNO,, (713,7)
Ber.: C 52,17
H 5,51
Ri 1,96
H 5,36
N 1,69
Gef.: C 52,50
+
14. 2 - ( 1 8- D - L 01c t o s yl o x y ) - p yri di n (XIII)
2,O g I X wurden in einem auf 40" erwiirmten Gemisch von 2 ml 0,2 m NaOCH, und
15 ml abs. Methanol suspendiert. Nach 20 Min. hatte sich I X gelost. Die Losung wurde
mit Wofatit KPS neutralisiert und die filtrierte Losung uber Nacht im Kuhlschrank aufbewahrt. Dabei kristallisierte XI11 aus. Zur Umkristallisation wurde die Substanz in abs.
Methanol geloat, die Losung mit so vie1 Ather versetzt, daB gerade noch keine Trubung
entstand und zum Kristallisieren bei 0' aufbewahrt. Nadeln. Schmp. 182-183'. Ausbeute
60%. [a];' - 22,3' (C = 2.5; HSO).
Cl,HZ5NO,, (419,4)
Ber.: C 48,68
H 6,Ol
N 3,34
H 6,lO
N 3,24
Gef.: C 49,OO
~
15. 3 -Meth y 1- 2 - h y dr ox y p yri din - sil b er (XXII)
In einer Losung von 3,7 g NaOH in 200 rnl Wasser wurden 10,O g 3-Methyl-pyrid0n-(2)~8)
gelost. Nach Zugabe einer Losung von 15,6 g Silbernitrat in 50 ml Wasser wurde 10 Min.
krhftig geschuttelt. Der dabei gebildete weil3e Niederschlag wurde abgesaugt, nacheinander
mit Wasser, Methanol und Ather gewaschen, im P,O,-Exsikkator getrocknet und gepulvert.
WeiDes, leichtes Pulver. Ausbeute 95%.
16. 4-Methyl-2-hydroxypyridin-silber(XXIII)
10,O g 4-Methyl-pyridon-(2)29)wurden analog 15. umgesetzt. WeiDes, leichtes Pulver.
Ausbeute 95%.
17. 6-Methyl-2-hydroxypyridin-silber(XXIV)
10,O g 6-Metbyl-pyridon-(2)80)wurden analog 15. umgesetzt. WeiBes, leichtes Pulver.
Ausbeute 95%.
,a)
28)
30)
0.A . Seide, Ber. dtsch. chem. Ges. 57, 1802 (1924).
0.A . Neide, Ber. dtsch. chem. Ges. 57, 793 (1924).
0. 8. He&&, Journ. Russ. Phys. -Chem. Ces. 50, 640; ref. C. 1923 111, 1022.
286. Bd.
711
Ulykoside von Heterocycien
W, Nr. 10
- -
18. 3 Methyl - 2 - ( t e t r a ace t yl - 1 ,!? D - gl u c o s y 1ox y ) - p y r i d i n (XXV)
5,O g XXII wurden rnit 9,5 g a-ABG in 100 ml trockenem Toluol suspendiert und die
Suspension 10 Min. im Sieden gehalten. Die filtrierte Toluollosung wurde i. Vak. eingedampft und der Riickstand rnit wenig Methanol aufgenommen. Dabei erfolgte Kristallisation. Nadeln. Schmp. 79,5-81° (aus 50proz. Methanol). Ausbeute 75%. [a]h* 4,6"
( C = 5,O; CHC1,).
C,,H,&TO,,
(439,4)
Ber. : C 54,67
H 5,74
N 3,19
H 5,76
N 3,510
Gef.: C 54,93
19. 3 -Methyl - 2 - ( 1- ,!? - D - g1u c o s y 1ox y ) p y r i din (XXVIII)
2,O g XXV wurden in 25 ml auf 50' erwilrmtem abs. Methanol gelost. 0,5 ml 0,2 m
NaOCH, wurden zugegeben und die Mischung 2 Min. bei 50' gehalten. Dann wurde rnit
Wofatit KPS neutralisiert, die Losung bei 50' mit Kohle behandelt und das Filtrat i. Vak
eingedampft. Beim Animpfen kristallisierte XXVIII, konnte aber wegen der geringen
Kristallisationsneigung der Verbindung nicht urnkristallisiert werden. Das Proclukt war
pc rein und enthielt Kristallwasser. Die Analysenwerte und die Drehung sind fur ein
Produkt mit einem Wassergehalt von 1Mol angegeben. Schmp. 95-98" (nach vorherigem
Sintern). Ausbeute 90%. [ct]&'J - 44,4" (c = 2,5; H,O).
C,,H,,NO,
1H,O (289,3)
Ber.: C 49,82 H 6,62 N 4,85
Gef.: C 50,05 H 6,42 N 4,74
20. 3-Methyl-2-(tetraacetyl-l-cc-D-glucosyloxy)~pyridin(XXXIII)
1,O g XXV und 2,O g HgBrz wurden in 50 ml trockenem Xylol3 Std. im Sieden gehalten.
Die nach dem Erkalten filtrierte gelbe Losung wurde dreimal mi€ 20 ml30proz. Natriumthiosulfatlosung griindlich ausgeschiittelt und anschliehnd mit Wasser gewaschen und
getrocknet (CaCl,). Der nach dem Entfernen des Xylols i. Vak. znriickbleibende Sirup
wurde mit 20 ml abs. Methanol aufgenommen, die Losung mit Kohle gekocht und das
Filtrat i. Vak. eingeengt, wobei XXXIII auskristallisierte. Stark lichtbrechende Pliittchen.
Schmp. 119-120" (aus40proz.Methanol).Ausbeute 40%. [a];g
126,s' (c = 2,5; CHCl,).
C,,,H,,NO,, (439,4)
Ber.: C 54,67
33 5,74
N 3,19
H 5,76
N 3,51
Gef.: C 54,46
21. 3 -Methyl - 2 - ( 1- ct D gluc 0 s ylox y ) p yridin (XXXIV)
1,0 g XXXIII wurde analog 4b) verseift. Beim Eindampfen der neutralisierten methanolischen Losung i. Vak. kristallisierte XXXIV. Zur Umkristallisation wurde das getrocknete
Kristallisat in n-Propanol gelost, die Losung filtriert und portionsweise mit Ather versetzt, bis gerade Triibung auftrat. Beim Animpfen kristallisierte XXXIV in kompakten
151,7' ( c = 2,O; H,O).
Nadeln. Schmp. 161,5-163". Ausbeute 60%. [a]$3
C,,H,,NO, (271,3)
Ber.: C 53,12
H 6,32
N 5,17
H 6,15
N 5,43
Gef.: C 53,OO
22. 4-Methyl-2-(tetraacetyl-l-,!?-D-glucosyloxy)-pyridin
(XXVI)
5,O g XXIII und 9,5 g a-ABG wurden analog 18. umgesetzt und aufgearbeitet. Nadeln.
' (c = 5,O; CHCl,).
Schmp. 129-130' (aus 50proz. Methanol). Ausbeute 80%. [a]g1 f 0
C,,H,,NO,,
(439,4)
Ber.: C 54,67
H 5,74
N 3,19
H 5,67
N 3,23
Gef.: C 54,96
23. 4-Methyl-2-(1-B-D-glucosy1oxy)-pyridin
(XXIX)
2,O g XXVI wurden analog 4b) verseift. Das beim Eindampfen der neutralisierten
methanolischen Losung kristallisierte XXZX wurde analog 21. umkristallisiert. Das Produkt enthielt lMol Kristallwasser.Nadeln. Schmp. 104--lllo.
Ausbeute 70%. [a]~0-48,9"
(C = 2,5; H,O).
Ci&i,NO,
1HzO ( 2 8 9 3
Ber.: C 49,82 H 6,62 N 4,85
Gef.: C 50,25 H 6,39 N 5,18
~
+
-
+
+
-
~
-
+
+
712
ArcNv der
Pharmazie
Wagner und Pisohel
24. 4-Methyl-l-(tetraacetyl-l-~-D-glucosyl)-pyridon-(2)
(XXXI)
2,O g XXVI und 4,O g HgBr, wurden in 100 ml trockenem Xylol analog 20. zur Reaktion
gebracht und aufgearbeitet. Der beim Entfernen des Xylols i. Vak. erhaltene Ruckstand
wurde in 50 ml abs. Methanol gelost, analog 4b) entacetyliert und die erhaltene braune
Losung mit vie1 Kohle behandelt, filtriert und i. Vak. zur Troche eingedampft. Zur Reacetyliemng wurde der Riickstand mit einem Gemisch von 6 ml Acetanhydrid und 6 ml
Pyridin (iiber KOH destilliert) 16Min. im siedenden Wasserbad erhitzt und der abgekiihlte
Ansatz in 50 ml Eiswasser eingeriihrt. Der nach 1 Std. abgesaugte kristalline Niederschlag
wurde in 30 ml25proz. Methanol gelost und die Losung in der Hitze rnit Kohle behandelt
ab 105"
und filtriert. Beim Abkuhlen kristallisierte XXXI aus. Nadeln. Schmp. 91-95';
beginnt erneute Kristallisation in abgestumpften Nadeln, die bei 163,5-165" schmelzen
(aus 25proz. Methanol). Ausbeute 25-30%. [a161 57,6" (c = 5,O; CHC1,).
C~oHg~NO
(439,4)
~o
Ber.: C 54,67
H 5,74
N 3,19
H 5,78
N 3,37
Gef.: C 54,86
+
25. 4-Methyl- 1 - (1- b-D-glugosy1)-pyridon-(2) (XXXII)
2,O g XXXI wurden analog 4h) verseift. Da Kristallisationsversuchefehlschlugen, wurde
die mit Kohle behandelte methanolische Losung unter Umriihren in 300 ml abs. &her
eingetropft, der Niederschlag abzentrifugiert, zweimal mit je 100 ml abs. Ather und anschliel3end dreimal rnit 100 ml abs. Benzol aufgeruhrt und dazwischen jeweils wieder abzentrifugiert. Die Benzolreste wurden i. Vak. bei Raumtemperatur entfernt. Schwach
36,6' (c = 2,5; H,O).
hygroskopisches Pulver. Ausbeute 65%. [a]&g
C,,H,,NO, (271,3)
Ber.: C 53,12
H 6,32
N 5,17
H 6,70
N 4,83
Gef.: C 53,16
+
26. 6-Methyl-2-(tetraacetyl-l-~-D-glucosyloxy)-pyridin
(XXVII)
5,O g XXIV und 9,5 g a-ABG wurden analog 18. umgesetzt und aufgearbeitet. Nadeln,
Schmp. 102-103,5' (aus 50proz.Methanol). Ausbeute 90%. [a]&g 2,6' (c = 5,O; CHCl,).
C,oH,,NOlo (439,4)
Ber.: C 54,67
H 5,74
N 3,19
H 5,65
N 2,99
Gef.: C 54,88
+
-
-
-
27. 6 -Met h y 1- 2 ( 1- /3 - D g 1u c o s y 1ox y ) p y r i di n (XXX)
2,0 g XXVII wurden analog 4b) verseift. Nadeln. Schmp. 74-75,5" (aus Essigester).
Ausbeute 80%. [a]&Q - 51,5" (c = 2,5; H,O).
C,,H,,NO, (271,3)
Ber.: C 53,12
H 6,32
N 5,17
H 6,37
N 4,86
Gef.: C 53,02
28. Umsetzung der 2-Athoxypicoline rnit a-ABG
1,0 g a-ABG wurde unter schwachem Erwiirmen in 1,2 g 3-, 4- bzw. 6-Methyl-2-iithoxypyridinsl) gelost. Der Ansatz wurde in einem verschlossenen Gefiii3 4 Tage bei 65" aufbewahrt. Die dabei ausgeschiedenen Kristalle konnten als Hydrobromide der 2-Athoxypicoline identifiziert werden, die durch Reaktion des durch Zersetzung der a-ABG entstandenen Bromwasserstoffs mit dem Ausgangsmaterial entstanden waren. Die von den
Kristallen abgetrennte Fliissigkeit wurde zur Entfernung der Ausgangsprodukte etwa
zehnmal mit Benzin (Sdp. 50-70')
griindlich durchgearbeitet. Das dabei entstandene
Pulver wurde in 10 ml abs. Methanol gelost und analog 4b) verseift. Die dabei erhaltene
Mmng wurde PO untersucht.
Siimtliche Schmp. wurden auf dem Heiztisch ,,Boetius" bestimmt.
31)
X. G. Cunningham, G. T. Newbold, F. S. Npring und J. Stark, J. chem. SOC. (London)
1949, 2091.
296. Ed.
713
@1yk08ide 2ron Heterocyden
1963,Nr.10
11. Papierchromatographie
Die PC wurde nach einem friiher beschriebenen Verf'ahren82) aufsteigend auf Schleicher
und Schull2043 a durchgefuhrt. Als Verteilungsmittel kamen wassergesattigtes n-Butanol
5 : 1 : 4 v/v/v (B) zur Anwendung. Die
(A) und ein n-Butanol/Eisessig/Wasser-Gemisch
Rf-Werte (Mittelwerte von 10 Einzelbestimmungen) sind in Tab. 2 zusammengestellt.
SiimtlicheVerbindungen lassen sich mit Joddampfen als braune Flecke sichtbar machen.
Die N-Glykosyl-Verbindungen XVIII, XIX, XX, XXI und XXXII konnen erst nach
24stdg. Einwirkung von Joddampfen erkannt werden. Beim Bespriihen der Chromatogramme rnit 5proz. Eisen(II1)-chlorid-Losungbilden die Aglykone Pyridon-(2), 3-, 4- und
6-Methyl-pyridon-(2)und die N-Glykoside sofort einen orangefarbenen Fleck. Die 0-Glykoside X, XI, XIII, XXVIII, XXIX, XXX und XXXIV geben erst nach kurzem Lagern
der Chromatogramme (nach Spaltung der Verbindungen in Aglykon und Zucker) einen
orangefarbenen Fleck.
Glykoside durch Bespriihen der PC mit AnilinphthalatlosungaS)
AuDerdem konnen die 0nach Erhitzen im Trockenschrank auf 105' als braune Flecke erkannt werden. (= Reaktion
der abgespaltenen Zucker).
X und XI wurden bei der P C mit Verteilungsmittel B quantitativ gespalten.
Tabelle 2
,f-Wertbei Verteilungsmittel
Substanz
2-Hydroxypyridin
3-Methyl-2-hydroxypyridin
4-Methyl-2-hydroxypyridin
6-Methyl-2-hydroxypyridin
2-(l-/?-D-Gl~~~~yl~~y)-pyridin
1-(1-fl-D-Glucosyl)-pyridon-(2)
2-(1-fl-D-Galaktosyloxy)-pyridin
(X)
1- ( 1- j3-D-Galaktosyl)-pyridon-(2)(XVIII)
2-(1-j3-D-Xylosyloxy)-pyridin
(XI')
1-(l-@-D-Xylosyl)-pyridon-(2)
(XIX)
1 ( 1-a-L-Arabinosy1)-pyridon-(
2) (XX)
2-(l-j3-D-Lactosyloxy)-pyridin
(XIII)
1- ( 1-j3-D-Lactosyl)-pyridon(2) (XXI)
3-Methyl-2-(1-fl-D-g1ucosyloxy)-pyridin
(XXVIII)
3-Methyl-2-(1-a-D-glucosyloxy)-pyridin (XXXIV)
4-Methyl-2-(l-j3-D-glucosyloxy)-pyridin
(XXIX)
4-Methyl-1- (1- j3-D-glucosyl)-pyridon-(2) (XXXII)
6-Methyl-2-( 1-P-D-glucosyloxy)-pyridin (XXX)
~
*
A
0,68
0,79
0,75
0,77
0,49
0,23
0,38
0,22
0,59
0,37
0,32
0,19
0,08
0,64
0264
0,58
0,37
0,63
Substanzen groBtenteils hydrolytisch zersetzt.
111. I R - S p e k t r e n
Die IR-Spektren wurden in KBr-PreBlingen rnit dem Ultrarot-Spektralphotometer
UR 10 des VEB Carl ZeiB, Jena, aufgenommen.
Herrn Dr. Borsdorf und Herrn Dr. ~!7choZzvom Institut fiir Organische Chemie der KarlMarx-Universitiit Leipzig danken wir fur die Aufnahme der Spektren.
Herrn R. Martin danken wir fur die Durchfuhrung der Mikroanalysen.
32)
G. T a p e r , Pharmazie 9, 631 (1954).
33)
F.Crcimer, Papierchromatographie, Verlag Chemie, Weinheim
Anschrift: Prof. Dr. G. Wagner, Leipzip C 1, Brtiderstr. 34.
1958,
S. 117.
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umglykosidierung, zur, picoline, pyridine, anomerisierung, von, glykosyloxy, und
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