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Wissen
Quantenphysik und Wirklichkeit
Von Norbert Winter
..
Zusammenfassung
Homöopathie und Wissenschaft scheinen für viele
unvereinbar zu sein, zu widersprüchlich erscheinen
die Postulate der Homöopathie und die Prämissen
der Wissenschaft. Aber vielleicht liegt das Problem
gar nicht in den Grundannahmen der Homöopathie
– sondern in falsch rezipierten Grundannahmen der
Wissenschaft. Deshalb soll an dieser Stelle der vielleicht herausforderndste Teil in unserem heutigen
Wissenschaftsverständnis, die Quantenphysik, in ihren wesentlichen Aspekten beleuchtet werden.
Daran schließt sich unmittelbar die Frage an, inwieweit diese Phänomene relevant für unsere Alltagswirklichkeit sind – und inwieweit die Einsicht in quantenphysikalische Phänomene Auswirkungen auf das
Weltbild der beteiligten Physiker hat.
Abstract
Homeopathy and science often seem to be incompatible, the postulates of homeopathy and the premises
of science appear to be contradictory. But perhaps
the problem are not the basic assumptions of homeopathy – but wrongly accepted basic assumptions
of science. This is why the most challenging part of
our current understanding of science, quantum physics, is to be examined in its essential aspects. Directly
connected is the question as to how far these phenomena are relevant to our everyday reality – and to
what extent the insight into quantum physics phenomena has an impact on the world view of the physicists involved.
Schlüsselwörter
Quantenphysik, Kopenhagener Deutung, Verschränkung, Komplementarität
Keywords
Quantum physics, Copenhagen interpretation, interlacing, complementarity
Die Signale auf den vorbereitenden Artikel waren deutlich und für den Zuspruch und den damit verbundenen
Auftrag möchte sich der Autor herzlich bedanken. Der
äußerst komplexe Pauli-Jung-Dialog kann nun auf die
für die Homöopathie wesentlichen Aspekte fokussiert
und in 4 Artikeln aufbereitet werden.
Im vorliegenden 1. Artikel „Quantenphysik und Wirklichkeit“ soll die neue Denkweise der Physik und der damit verbundene Blick auf die Welt skizziert und bezüglich ihrer Relevanz für die Alltagswelt untersucht werden. Aber es geht auch um die Frage: Was macht diese
Entwicklung mit den damit konfrontierten Menschen,
was verändert sich in den Physikern?
Im 2. Artikel „Sakrileg – oder die Reise zu den Anfängen der Wissenschaft“ wird durch die Brille Wolfgang
Paulis eine Reise in die Entstehungsgeschichte der
modernen Wissenschaft unternommen, eine Rückbesinnung auf die Denkstrukturen der Renaissance und die Betrachtung der überraschend engen Verwobenheit von
Religionsgeschichte und Wissenschaftsgeschichte. Und
es wird deutlich, auf welch brüchigem Fundament die
heutige Wissenschaft steht.
Der 3. Teil „Eine neue Sicht der Dinge – die Quaternität“ stellt die nach diesen Betrachtungen notwendige
neue Grundstruktur für wissenschaftliches Denken vor,
ein neuer Blick auf die Welt mit Konsequenzen für alle
Arten von Natur- und Geisteswissenschaften – und deren
Verflechtung.
Und erst im 4. Teil „Die Quaternität und ihre Bedeutung für die Homöopathie“ können die bisherigen
Betrachtungen auf das Thema Homöopathie bezogen
werden. An dieser Stelle ist es nicht mehr möglich, die
Protagonisten des Pauli-Jung-Dialogs als Zeugen zu bemühen – hier setzt unsere Verantwortung als Homöopathen ein, selbst nachzudenken, eigene Erfahrungen einzubringen und eine hoffentlich lebendige Diskussion zu
starten.
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..
„Als ich meine physikalischen Studien begann und bei
meinem ehrwürdigen Lehrer Philipp v. Jolly wegen der
Bedingungen und Aussichten meines Studiums mir Rat
erholte, schilderte mir dieser die Physik als eine hochentwickelte, nahezu voll ausgereifte Wissenschaft, die
nunmehr … wohl bald ihre endgültige stabile Form angenommen haben würde. Wohl gäbe es vielleicht in einem oder dem anderen Winkel noch ein Stäubchen oder
ein Bläschen zu prüfen und einzuordnen, aber das System als Ganzes stehe ziemlich gesichert da, und die
theoretische Physik nähere sich merklich demjenigen
Grade der Vollendung, wie ihn etwa die Geometrie
schon seit Jahrhunderten besitze. Das war vor fünfzig
Jahren die Anschauung eines auf der Höhe der Zeit stehenden Physikers.“
Max Planck (1924) [27]
Dieses Stimmungsbild der Physik gegen Ende des
19. Jahrhunderts stammt aus den Erinnerungen von
Max Planck (1858 – 1949), der das Studium der Physik
dennoch absolvierte, auch wenn da nicht mehr viel Neues zu erwarten sein würde. Er wurde in eine Zeit hineingeboren, in der die Welt klar geordnet und strukturiert
erschien. Es war generell akzeptiert, dass für alle Geschehnisse eine naturwissenschaftliche Erklärung existiert, die es zu erforschen und mathematisch auszuformulieren gilt. Und dieses Naturgesetz führt dazu, dass
über das unausweichliche Gesetz der Kausalität die Dinge
in Raum und Zeit so angeordnet werden, dass sie messbar
und reproduzierbar sind und in der Sprache der Mathematik ausgedrückt werden können. Und bei exakter
Kenntnis aller aktuellen Vorgänge würde – zumindest
theoretisch – die Zukunft der Welt berechenbar sein.
Ausgerechnet Max Planck, der sich in dieser wohlgeordneten Welt gut zurechtfand, trug wesentlich dazu bei,
sie zum Einsturz zu bringen [11].
Die Erschütterung
Der erste bedeutende Angriff auf das Bollwerk der Physik
ereignete sich kurz vor der Jahrhundertwende. Als Marie
Sklodowska Curie (1867 – 1934) im Jahr 1898 das neue
Element Radium entdeckte und die Radioaktivität als
völlig bizarres Phänomen ins Bewusstsein der Physiker
brachte, zeigten sich schnell die Grenzen der bisherigen
Kenntnisse. Woher erhielt diese seltsame neue Strahlung
ihre Energie – und, waren das Teilchen, die da aus radioaktiven Quellen hervorschossen? Und wenn ja, so war es
absolut unverständlich, woher sie kamen und warum sie
sich auf eine Weise verhielten, die so wenig nachvollziehbar war.
130
Max Planck hatte sich inzwischen als Physiker einem
bedeutsamen Phänomen zugewandt. Im Rahmen der
Elektrifizierung war es wichtig geworden, die Lichtausbeute der Glühbirnen bestimmen zu können – und hier
gab es Diskrepanzen zwischen der theoretischen und
der tatsächlich gemessenen Lichtausbeute. Am
14.12.1900 hielt Planck einen Vortrag mit dem Titel Zur
Theorie des Gesetzes der Energieverteilung im Normalspectrum [23] – und dahinter verbarg sich die zunächst
völlig unverstandene Beobachtung, dass die Energie des
Lichtes („E“) sich nur in kleinen Portionen („h“) in Abhängigkeit von der Frequenz des Lichts („μ“) verändern
konnte: E = hμ. Dieses Phänomen schien zunächst nur
eine kleine Fußnote zu sein – ein „Stäubchen“ im Sinne
Jollys. Doch als man anfing, es ernst zu nehmen und darüber nachzudenken, was es mit diesem „Quantum“
denn auf sich haben könnte, war dies der Beginn einer
grundlegenden Revolution in der Physik.
1905 was das Jahr, in dem der junge Physiker Albert
Einstein (1879 – 1955) die Welt der Physiker vollständig
aus den Angeln hob. Ist die Trägheit eines Körpers von seinem Energieinhalt abhängig? [4] war der Titel einer seiner
Veröffentlichungen – und hier wurde die berühmte Formel E = mc2 eingeführt, die die Energie eines Teilchens
(„E“) mit seiner Masse („m“) in Verbindung setzte. Es
zeigte sich also, dass die Energie eines Teilchens in Masse
umwandelbar ist – und andersherum. Zwei völlig unterschiedliche physikalische Größen sind also bis auf eine
Konstante (c2 = Quadrat der Lichtgeschwindigkeit) identisch!
Dies hatte große Konsequenzen für die Beurteilung
der von Marie Curie untersuchten radioaktiven Strahlung
– denn hier konnte man die Umwandlung von Energie in
Masse direkt beobachten. Aber was bedeutete dies für die
Energiepakete des Lichtspektrums, die Planck entdeckt
hatte – hatte Licht etwa auch Teilchencharakter?
Im gleichen Jahr 1905 stellte Albert Einstein in seinem
Artikel Über einen die Erzeugung und Verwandlung des
Lichtes betreffenden heuristischen Gesichtspunkt [3] die
ungeheure Hypothese auf, ob Licht vielleicht nicht nur –
wie generell akzeptiert – Welleneigenschaften hat, sondern auch Teilcheneigenschaften. Eine provokante Idee,
denn in der damaligen Zeit bedeutete dies einen Tabubruch, den nur junge Physiker begehen können, deren
Denken noch nicht durch die strengen Regeln und Tabus
der wissenschaftlichen Gemeinschaft domestiziert worden war.
Im damaligen Denken waren Welle und Teilchen zwei
grundverschiedene Kategorien, die niemals gemeinsam
denkbar waren. Eine Welle kann man sich vorstellen wie
die Wellen auf der Wasseroberfläche, ihre Ausbreitung,
Phänomene wie Beugung, Interferenz (Überlagerung
von Wellenbergen und -tälern) und anderes mehr machten dieses Phänomen deutlich unterscheidbar von Teil-
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Die Ordnung der Welt
Die Physiker
An dieser Stelle war einzig klar, dass das gewohnte Denken in eine Sackgasse geraten war. Alle Denkgewohnheiten mussten überprüft und zum großen Teil verworfen
werden – aber was sollte an deren Stelle treten? War
eine Lösung überhaupt aus der Physik selbst heraus möglich – oder waren Impulse von Seiten der Mathematik
oder der Philosophie oder aus ganz unerwarteten Bereichen notwendig? Während die meisten Physiker händeringend versuchten, ihre gewohnten Denkmuster als
Gehhilfe zu verwenden, zeigten einige wenige die Bereitschaft zu einem radikalen Neubeginn, der vor grundlegenden Fragestellungen nicht zurückschreckte. An dieser
Stelle soll der Fokus auf das Trio Niels Bohr (1885 – 1962),
Werner Heisenberg (1901 – 1976) und Wolfgang Pauli
(1900 – 1958) gelenkt werden, was zwar der historischen
Bedeutung von z. B. Erwin Schrödinger und anderen
nicht gerecht wird, aber der möglichst knappen Darstellung in diesem Artikel geschuldet ist.
Niels Bohr (. . Abb. 1) schaffte in seinem Institut in
Kopenhagen einen Rahmen, in dem die verrücktesten
Ideen zu Ende gedacht werden konnten und im Rahmen
seiner penetranten Hinterfragung sich entweder in Luft
auflösten oder den beobachteten Phänomenen vielleicht
wirklich nahekamen. Und in diesem Rahmen konnten
Abb. 1 Niels Bohr, Nobelpreis für Physik 1922; © Nobel foundation.
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chen mit ihren klar definierten Flugbahnen. Eine angestoßene Billardkugel verhält sich auf genau berechenbare
Weise. Sollte sie Wellencharakter aufweisen, wäre es
kaum möglich, ihr einen gezielten Stoß zu versetzen und
ihren Verlauf zu berechnen – und ihre Wechselwirkung
mit anderen Kugeln würde seltsame Beugungen und Interferenzen ergeben und jegliches Billardspiel in reines
Chaos verwandeln. Welle und Teilchen sind zwei grundlegend verschiedene Dinge, die in den Köpfen der Physiker so unvereinbar waren wie Leben und Tod.
Und nun stürzte – Schritt für Schritt – das Kartenhaus
der bisherigen Physik („Klassische Physik“) zusammen.
Es zeigte sich in den Experimenten, dass Teilchen (wie
z. B. Elektronen) tatsächlich auch Wellencharakter aufweisen und sich – je nach Art der Beobachtung – als Welle oder Teilchen verhalten. Und es konnte in den Experimenten auch gezeigt werden, dass Licht – wie von Einstein postuliert – wirklich auch Teilcheneigenschaften
aufwies. Vielleicht mögen diese Erkenntnisse zunächst
etwas akademisch klingen – aber die Konsequenzen sind
massiv: Wenn jedes Teilchen auch Wellennatur zeigt,
gibt es keinen klaren Ort und keine klare Geschwindigkeit mehr, die diesem Teilchen zugeordnet werden können. Und – wenn man die Wellennatur von z. B. zwei
Elektronen betrachtet, muss man feststellen, dass sie nie
ganz voneinander abgegrenzt und im Rahmen der Wellenbetrachtung miteinander verwoben sind. Ein ungeheurer Gedanke in einer Welt, die noch kurz zuvor so
klar geordnet und strukturiert erschien.
Und einen weiteren Schock mussten die Physiker verkraften: Die Teilchen- oder Wellennatur des beobachteten Objekts wurde erst durch den Akt der Messung manifest. So als gäbe es gar keine Beschreibung für das Objekt
an sich und erst die Messung erzeugt – je nach Intention
– aus dem Umbeschreiblichen heraus etwas mit Wellenoder Teilcheneigenschaften. Das bedeutet, dass die Physiker, die bisher peinlichst genau auf die Objektivierbarkeit
und Reproduzierbarkeit ihrer Ergebnisse achteten, damit
konfrontiert waren, dass sie selbst das erzeugt hatten,
was sie dann ihrer Messung unterzogen. Der Physiker
fand sich wieder in der Rolle eines Taschenspielers, der
mit Tricks eine künstliche Wirklichkeit erschaffen hatte.
All dies – und zudem die gleichzeitig von Albert Einstein entwickelte Spezielle und Allgemeine Relativitätstheorie – stürzte die Physik in die größte Krise seit der
Kopernikanischen Wende und somit seit Beginn des modernen Wissenschaftsgedankens. Von all dem als sicher
geglaubten Weltbild blieb ein Trümmerhaufen und niemand konnte wissen, ob es überhaupt physikalische Begriffe oder Konzepte gab, die diese Krise unbeschadet
überstehen würden [28].
Abb. 2 Wolfgang Pauli, Nobelpreis für Physik 1945; © Nobel foundation.
sich zwei völlig unterschiedliche Charaktere der Physikgeschichte zu ihrer Höchstform entwickeln: die späteren
Nobelpreisträger Werner Heisenberg und Wolfgang Pauli
(. . Abb. 2).
Werner Heisenberg (. . Abb. 3) galt als Lichtgestalt
der Physik – ein starker, durchsetzungsfähiger Geist mit
dem Wunsch, die Welt aus dem Angeln zu heben, und
durchaus akademischen Ehrungen zugetan. Auf der anderen Seite Wolfgang Pauli, jemand, der nicht das geringste Interesse an akademischen Strukturen und Hierarchien hatte, der das ganz persönliche Bedürfnis zur
Durchdringung dieser neuen Phänomene verspürte, der
durchaus auch in seiner eigenen Entwicklung in die Entwicklung der Physik hineinverwoben war – und dessen
wissenschaftlicher Pioniergeist eng mit seinen nächtlichen Kneipenbesuchen und Trinkgelagen verbunden
war. Während Heisenberg in vielen Veröffentlichungen
brillierte, blieb Pauli eher im Hintergrund und beschränkte sich auf persönliche und briefliche Kommunikation. Hierbei konnte er äußerst scharfzüngig Schwachstellen in der Argumentation der anderen aufzeigen und
wurde als Kritiker zunehmend gefürchtet („die Geißel
Gottes“). Nach und nach wurde jedoch deutlich, dass seine Kritik als „letzte Instanz“ aufgefasst werden konnte:
Was vor den Augen Paulis Bestand hatte, konnte getrost
veröffentlicht werden. Pauli wurde zum Garanten für die
132
„Das wirkliche Problem hinter diesen vielen strittigen
Fragen war die Tatsache, dass es keine Sprache gab, in
der man widerspruchsfrei über die neue Situation reden konnte.
…
… wir können in der gewöhnlichen Sprache nicht über
die Atome selbst reden.“
Werner Heisenberg, Sprache und Wirklichkeit in der
modernen Physik [14]
„Wenn man ‚Ah‛ sagt und dann nicht reden kann, das ist
phantastisch, dann hat man einen kritischen Punkt erreicht. Wenn man dann versucht, eine konkrete Aussage
zu erzwingen, zerstört man das vorausgegangene Gespräch. Es ist dann so, als würde man einen zarten
Keimling aus der Erde herausreißen, statt ihn erst einmal einfach wachsen zu lassen.“
„Sehen Sie, was wir gemacht haben, war kein wechselseitiges Belehren. Wir wussten beide nicht, was da war.
Wir haben einander geholfen, uns an etwas zu erinnern, was wir immer schon wussten, um es dann in
die Sprache zu hieven.“
Werner Heisenberg, zitiert von H. P. Dürr [2] (S. 10)
Und so wie die Sprache die Physiker von einem Verständnis der Dinge abhielt, so galt dies auch für das Bedürfnis, anschauliche Vorstellungen von den Verhältnissen im atomaren Raum zu entwickeln. Modelle von einem Atom mit konkreten Umlaufbahnen von Elektronen
um einen Kern wiesen zwar eine schöne Analogie zu den
Vorgängen im Sonnensystem auf – erwiesen sich jedoch
als unhaltbar, und letztlich galt dies für jegliche Art von
„Vorstellung“. Schließlich basieren unsere Vorstellungen
ja nur auf bisherigen Erfahrungen – und die bisherigen
Erfahrungen erwiesen sich eben als nicht hilfreich für etwas völlig Neues. Besonders Pauli drang darauf, alle bild-
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Konsistenz neuer wissenschaftlicher Ideen („die Instanz
der Physik“). Und so wusste auch Heisenberg, dass er an
der Instanz Pauli nicht vorbeikam.
Die Physik entwickelte sich – hinter den Kulissen von
Veröffentlichungen – in Begegnungen, in Briefen und
Skizzen. Lange bevor diese Ideen in Form einer Publikation manifest wurden, waren sie bereits angedacht, diskutiert, abgewogen worden – und überall hatte Pauli seinen
Beitrag geleistet. Heisenberg und Pauli waren zwei Physiker wie Tag und Nacht, von Kollegen skizziert als „Faust“
und „Mephisto“ – ein ungewöhnliches Gespann, das von
distanzierter Freundschaft und großem Respekt geprägt
war.
Als erste Hürde zum Verständnis dieser neuen Phänomene erwies sich die völlige Überforderung der Sprache.
Es zeigte sich, dass es keine Begriffe gab für das, was man
beobachtete.
„Die moderne Physik schreitet also auf denselben geistigen Wegen voran, auf denen schon die Pythagoreer und
Plato gewandelt sind, und es sieht so aus, als werde am
Ende dieses Weges eine sehr einfache Formulierung der
Naturgesetze stehen, so einfach, wie auch Plato sie sich
erhofft hat.“
Werner Heisenberg [15]
In der Solvay-Konferenz 1927 – bei der alle namhaften Physiker und eine einzige Physikerin (Marie Curie)
anwesend waren, wurde nun versucht, einen vorläufigen
Kompromiss zwischen all den verschiedenen Meinungen
zu erzielen. Und man einigte sich auf das, was unter dem
Namen „Kopenhagener Deutung der Quantenphysik“ in
die Wissenschaftsgeschichte eingegangen ist – etwas,
was wie ein vorläufiger Kompromiss veranschlagt war,
was jedoch durch unzählige Experimente immer präziser
verifiziert wurde und bis heute alle entscheidenden Gegenargumente abwehren konnte. Und diese Deutung der
Phänomene führte dazu, dass die Eindeutigkeit der logischen Argumentation durch den Begriff der Komplementarität, der Determinismus der Physik durch eine grundlegende Unbestimmtheit der Dinge und die bisher als unantastbar geltende neutrale Beobachtung durch die Idee
des kreativen Beobachters ersetzt wurden.
Abb. 3 Werner Heisenberg, Nobelpreis für Physik 1933; © Bundesarchiv, Bild 183-R57262/Unknownwikidata:Q4233718/CC-BY-SA 3.0.
Komplementarität
Nicht nur die Sprache und das Vorstellungsvermögen,
sondern auch die grundlegende Art logischen Denkens
schienen in eine Sackgasse zu führen. Dies führte dazu,
dass die Wurzeln unserer logischen Denkmuster hinterfragt werden mussten.
Während die aristotelische Logik durchaus zu großen
Fortschritten beflügelte –
„Um eine feste Grundlage für das wissenschaftliche
Denken zu schaffen, hat es ARISTOTELES in seiner Logik
unternommen, die Formen der Sprache zu analysieren,
die formale Struktur von Schlüssen und Ableitungen
unabhängig von ihrem Inhalt zu untersuchen. In dieser
Weise hat er einen Grad von Abstraktion und Genauigkeit erreicht, der bis dahin in der griechischen Philosophie unbekannt war, und er hat dadurch im höchsten
Maße zur Klärung beigetragen, zur Aufrichtung einer
gewissen Ordnung in unserer Methode des Denkens. Er
hat tatsächlich die Grundlage für die wissenschaftliche
Sprache geschaffen.“
Werner Heisenberg, Sprache und Wirklichkeit in der
modernen Physik [14]
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lichen Vorstellungen über Bord zu werfen und sich
(durchaus zähneknirschend) auf die Idee einer abstrakten mathematischen „Wellenfunktion“ – genannt ψ – zu
beschränken. Ein äußerst schwieriger Lernprozess für
Physiker, denn er beinhaltete die Akzeptanz, dass die
Idee einer Wirklichkeit eher mit dem abstrakten mathematischen Phänomen ψ zu tun hatte als mit den Ergebnissen der physikalischen Messung, die ja im weiteren
Sinne als verlängerter Arm unserer Sinneswahrnehmung
gesehen werden kann. Als sich zeigte, dass Berechnungen
mit diesem Abstraktum ψ mit unglaublicher Präzision
experimentell bestätigt werden konnten und somit ernst
genommen werden mussten, war der Widerstand vieler
Physiker – allen voran Albert Einstein – groß. Zu unüberbrückbar schien die Kluft zwischen Erkenntns einerseits
und unseren Sinneseindrücken andererseits, zu groß der
drohende Vertrauensverlust in die Welt unserer Sinne
und der alltäglich wahrgenommenen Realität.
In den 1920er-Jahren war die Physik somit geprägt
von unzähligen Diskussionen fundamentaler Art, über
Grundfragen über die Wirklichkeit der Dinge, die Rolle
der Physiker, die Trennung von Subjekt und Objekt u. v.
a. m. – die Physik war in das Kerngebiet der Philosophie
eingedrungen.
„Andererseits bringt die logische Analyse der Sprache
auch die Gefahr einer zu großen Vereinfachung mit sich.
In der Logik wird die Aufmerksamkeit auf spezielle
sprachliche Strukturen gerichtet, auf unzweideutige
Verknüpfungen zwischen Voraussetzungen und Folgerungen, auf einfache Muster des Schließens; alle anderen sprachlichen Strukturen werden vernachlässigt.“
Werner Heisenberg, Sprache und Wirklichkeit in der
modernen Physik [14]
Unsere Art, in den Kategorien „entweder – oder“ zu
denken, erweist sich im Falle des Welle-Teilchen-Problems als Falle. Wenn wir beiden Aspekten eine fundamentale Wirklichkeit zuordnen, sind die Widersprüche
unauflösbar. Wenn wir jedoch akzeptieren, dass sich hinter den uns bekannten Phänomenen eine ganz andere Art
von Wirklichkeit auftut, dann können wir akzeptieren,
dass auch einander ausschließende Phänomene ihre Berechtigung haben können – wir können sie nicht im Rahmen unserer Vorstellungen miteinander in Verbindung
setzen, aber wir müssen es schlichtweg aushalten, dass
beide eine uns unbekannte Wirklichkeit konstituieren
können. Vielmehr scheint es sogar so, dass gerade dann,
wenn wir gezwungen sind, einander ausschließende
Phänomene im Sinne eines „sowohl – als auch“ hinzunehmen, eine Ahnung von einer Wirklichkeit hinter diesen Kulissen möglich wird. Und diese Wirklichkeit, angenähert durch ψ, ist etwas, was jenseits der Vorstellbarkeit
alles mit allem verbindet. Eine Aufteilung in Du und Ich,
in Objekt und Subjekt ist nur noch als Näherung akzeptabel, aber erkenntnistheoretisch nicht haltbar.
Nur so konnte ein Rahmen geschaffen werden, in dem
der Teilchen-Welle-Dualismus akzeptiert werden konnte. Teilchen- und Wellen-Charakter wurden nun als die
„komplementär“ genannten, einander ausschließenden
Zustände gesehen, die nur künstlich erzeugte Projektionen eines abstrakten ψ in unsere reale Welt darstellen.
So wie ein Regenbogen, der als real erscheint, dessen zugrunde liegende „Wirklichkeit“ jedoch völlig anderer Natur ist als das Gesehene.
Besonders Niels Bohr sah hinter diesem Phänomen
der „Komplementarität“ durchaus ein Prinzip, das weit
über die Physik hinaus bis hinein in die Philosophie, sogar die Psychologie ausgedehnt werden kann. Vereinfacht ausgedrückt vielleicht auch so:
„In der Nähe unseres Ferienhauses in Tisvilde wohnt ein
Mann, der hat über der Eingangstür seines Hauses ein
Hufeisen angebracht, das nach einem alten Volksglauben Glück bringen soll. Als ein Bekannter ihn fragte:
‚Aber bist du denn so abergläubisch? Glaubst du wirklich, daß das Hufeisen dir Glück bringt?‛, antwortete
134
er: ‚Natürlich nicht; aber man sagt doch, daß es auch
dann hilft, wenn man nicht daran glaubt.‛“
Niels Bohr – zitiert von W. Heisenberg [16]
Die Unbestimmtheit der Welt
Wenn somit ein Objekt nicht mehr als punktförmig konzentrierte Masse verstanden werden kann, verliert die
Physik des 19. Jahrhunderts jeglichen Halt. Während für
das Masseteilchen eine exakte Position und Flugbahn bestimmt werden kann, hat diese Bestimmung keinen Sinn
mehr, wenn sich das Objekt besser durch das abstrakte ψ
bestimmen lässt und die Wahrnehmung eines Masseteilchens oder aber einer Welle nur das Ergebnis des Experiment-Aufbaus ist.
Während sich ψ bis heute jeglicher Vorstellung entzieht, bestenfalls als eine Art Möglichkeit oder Potenzialität aufgefasst werden kann, lässt sich jedoch daraus all
das berechnen, was Physiker mit ihren Apparaten messen. Und diese Berechnungen zeigen, dass für das einzelne Objekt keinerlei Vorhersagen für dessen physikalisches Verhalten möglich ist, jedoch für ein großes Kollektiv von Objekten ist dies mit größtmöglicher Präzision
möglich. All dies ist experimentell wieder und wieder
mit großer Exaktheit belegt worden.
Es scheint, als würde die inhärente Wellennatur jedes
Objekts jegliches genaue Erfassen physikalischer Größen
verhindern. So wie bei einer Billard-Kugel, die plötzlich
Wellennatur hätte und jeden Stoß unberechenbar macht.
Das bisher gekannte Kausalitätsprinzip ist für das einzelne Objekt nicht mehr haltbar – es verhält sich völlig ungebunden von jeglicher Form der Kausalität. Auch dies eine
bittere Pille, die die Physiker akzeptieren mussten. Um
den Verlust der Kausalität etwas weniger schmerzhaft
zu gestalten, dehnte man den Begriff aus und beansprucht die Kausalität nun nur noch für ein Kollektiv von
Objekten. In diesem Sprachgebrauch gilt nun die Kausalität weiterhin; aber die Berechenbarkeit einzelner Objekte – gerne auch mit dem Wort Determinismus umschrieben – ist unwiederbringlich verloren gegangen.
Und die altbekannte strikte Forderung nach Kausalität
hat ihre Kraft verloren. Die Welt ist kein Uhrwerk mehr.
Der kreative Beobachter
Die Physiker mussten sich notgedrungen damit abfinden,
dass physikalische Messungen selbstgemachte Phänomene sind. Die Situation der Messung ist vielleicht vergleichbar damit, im Dunklen ein paar Bälle in eine Zimmerecke zu werfen und irgendwann am Klappern zu hören, dass etwas getroffen wurde und zu Bruch ging. Das
derart „Gemessene“ wurde zu einem Phänomen reduziert, das sich durch Klappertöne zu erkennen gibt –
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– geht es dabei nicht unbedingt um Grundformen der
Erkenntnis, sondern um eine Art Handlungsfähigkeit.
Deshalb birgt sie auch Gefahren [29]:
„Die Wirklichkeit, von der wir sprechen können, ist nie
die Wirklichkeit an sich, sondern eine von uns gestaltete
Wirklichkeit.“
Werner Heisenberg [17]
Spukhafte Fernwirkung
Der Schock über all diese Umwälzungen saß den Physikern tief in den Knochen. Es scheint, als müssten sie sich
ständig die Augen reiben, weil das nun Gesehene so unerhört war. Jemand, der sich bis zu seinem Tod nicht damit
abfinden konnte, dass dies das letzte Wort bezüglich der
Deutung dieser Phänomene sein sollte, war Albert Einstein. Der Gedanke, dass der Gegenstand unserer Beobachtung nicht etwas wirklich Reales, Greifbares sein sollte, und der Gedanke, dass physikalische Phänomene
nicht wie ein Uhrwerk ablaufen, sondern sich Kausalzusammenhängen entziehen können, war ihm schlicht zuwider. All seine Gegenargumente scheiterten in den Diskussionen mit Bohr oder Pauli – und so betrachtete er es
als letzte Trumpfkarte gegen diese neue Physik, als er sie
– zusammen mit Kollegen – in einem Gedankenexperiment ihrer Inkonsistenz überführen wollte. Das sogenannte Einstein-Podolsky-Rosen-Phänomen („EPR“) [6]
ließ sich mithilfe des folgenden, völlig verrückten Szenarios beschreiben:
Wenn man ein Paar von Elementarteilchen erzeugt,
z. B. 2 Lichtquanten oder 2 Elektronen, und diese in entgegengesetzter Richtung davonfliegen lässt, sollten sie
sich – egal wie weit weg sie sich voneinander entfernt
haben – in einem einzigen ψ-Formalismus ausdrücken
lassen. Ein Zustand von miteinander verschränkten
Quanten, die auch über große Entfernungen reagieren,
als wären sie eins.
Um es in Alltagssprache auszudrücken: Wenn man
sich zwei derart „verschränkte“ Würfel vorstellt – der
eine wird in London, der andere in Tokio geworfen –,
dann verhalten sich diese Würfel für die lokalen Beobachter völlig unauffällig. Aber der Vergleich der Ergebnisse zeigt, dass in London und in Tokio die genau gleichen
Zahlen gewürfelt wurden. Als hätten sich die Würfel
über die Entfernung abgesprochen, wie sie zu fallen hätten. Und diese Kommunikation scheint sofort zu abzulaufen, egal wie weit der Weg dazwischen ist. Als gäbe es
eine Verbindung, die sich nicht im Geringsten um die
Konzepte von Raum und Zeit schert.
Dieser völlig absurde Gedanke ergibt sich tatsächlich
aus dem Formalismus der Quantenphysik. Aber das, was
Albert Einstein als Argument gegen diese anführte, konnte inzwischen nicht nur experimentell bestätigt werden,
sondern ist inzwischen soweit beherrschbar, dass technische Anwendungen kurz vor ihrer Realisierung stehen.
Die Konzepte der Quantenphysik sind somit sämtlich bis
ins kleinste Detail experimentell belegt und sämtliche
händeringenden Bemühungen, die „alte Ordnung“ der
klassischen Physik aufrechtzuerhalten, sind gescheitert.
Wir kommen also an diesen neuen Realitäten nicht vorbei.
„Nur wenige wissen, wieviel man wissen muss,
um zu wissen, wie wenig man weiß.“
Werner Heisenberg [17]
Die neue Wirklichkeit
Wenn nun alle Puzzle-Steine zusammengefügt werden,
ergibt sich folgendes Szenario: Am Anfang einer physikalischen Messung steht die Entscheidung des Beobachters,
einen der komplementären Aspekte der Natur (zum Beispiel Welle oder Teilchen) zu untersuchen. Diese Messung zerstört die abstrakte Verwobenheit des ψ und
zwingt die Natur zur Manifestation des betrachteten
Welle- oder Teilchen-Zustands, erschafft somit erst die
angestrebte „Wirklichkeit“. Aus der Einheit, in der Subjekt (Messapparat) und Objekt (z. B. ein Elektron) miteinander in einem abstrakten Raum verbunden sind
(„ψ“), entsteht das (objektiv) Messbare (z. B. der Impuls
des gemessenen Objekts). Die physikalische „Wirklichkeit“ besteht somit aus der Preisgabe der Verbundenheit
und der Schaffung einer messbaren Schein-Wirklichkeit,
wobei die hierfür berechenbaren Größen nur im Sinne
von Wahrscheinlichkeiten bestimmbar sind.
Grundlegende Dogmen des früheren mechanistischen Weltbildes wie Determinismus, das Konzept der
unbeteiligten Beobachtung, die Idee des Reduktionismus
etc. erweisen sich als unhaltbar, bestenfalls als künstlich
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mehr können wir in diesem dunklen Raum nicht darüber
erfahren.
Die Suche nach einer realen Welt erwies sich als unmöglich, da sich das zugrunde liegende Phänomen ψ völlig unserer Sinnenwelt entzieht. Durch die Messung entsteht aus dem Abstraktum ψ erst das konkrete Teilchen
oder die Welle – je nachdem, wie der Versuchsaufbau gewählt wurde. Es ist der physikalische Apparat, der auf die
Natur einwirkt und ihr Dinge abpresst, die unserer Vernunft zugänglich sind und in Form von Theorien ausdrücken lassen. Man stellt sich dies heute durch eine Wechselwirkung der für die Beobachtung notwendigen Teilchen (z. B. Lichtquanten bei der optischen Messung) mit
dem ψ des Objekts vor. Dieses Phänomen spielt bei Alltagsgegenständen, die extrem groß sind im Vergleich zu
den Lichtquanten der Beobachtung, keine Rolle. Im atomaren Bereich stehen sich Beobachter (z. B. Lichtteilchen)
und Beobachtetes (z. B. ein Elektron) sozusagen Auge in
Auge gegenüber und manifestieren eine Wechselwirkung, nicht aber eine Messung im bisherigen Sinne. Subjekt-Objekt-Trennung ist hier nicht mehr möglich. Und
die hierbei gemessenen Phänomene sind somit zwangsläufig künstlich geschaffene „Wirklichkeiten“.
136
stritten und noch nicht belegbar. Da in jeder Zelle Vorgänge ablaufen, bei denen z. B. einzelne Ionen durch Zellmembranen hindurchgehen, ist es offensichtlich, dass
hier Quantenprozesse greifen müssen. Somit ist anzunehmen, dass wir in der Erforschung biologischer Prozesse ganz am Anfang einer neuen Ära stehen und sich
für den neuen Forschungszweig der Quantenbiologie ein
weites Feld eröffnet. Und – als bedürfe es eines weiteren
Hinweises, wie unverstanden unsere Welt ist – die experimentelle Bestätigung des Konzeptes des „Quantenradierers“ [29] – bei dem Dekohärenz-Phänomene scheinbar rückgängig gemacht werden können – gibt der Verbannung dieser Effekte ausschließlich auf atomare Dimensionen keine Chance mehr.
Es besteht somit nun keine Ausrede mehr, die Beschäftigung mit Quanten-Phänomenen ausschließlich
den Atom- oder Elementarteilchen-Physikern zu überlassen. Naturphilosophische Betrachtungen, die auf dem
Modell der Klassischen Physik beruhen, können getrost
in der Schublade der Wissenschaftsgeschichte verschwinden und werden nicht dazu beitragen können,
den komplexen Vorgängen der Welt gerecht zu werden.
Sie dienten als Vorlage, um technische Neuerungen voranzutreiben, um reproduzierbare Effekte zu optimieren
und sind für diesen Zweck von großer Bedeutung gewesen. Die Konzepte der Klassischen Physik dürfen nur als
Wegweiser verstanden werden, um mechanische Konstruktionen und Apparate herzustellen – sie haben jedoch nicht die geringste Bedeutung, wenn es um erkenntnistheoretische Belange geht. An diesem Missverständnis entstehen bis heute heftige Diskussionen um
das, was denn „Wirklichkeit“ und was „Einbildung“ sei.
„Der Hintergrund von Einsteins realistischer Metaphysik ist der, daß er meint, nur diese könne eine Gewähr
dafür bieten, ‚das Wirkliche‘ von dem zu unterscheiden,
‚was man sich bloß einbildet‘ (Traum, Halluzination
etc.). Während Bohr und ich (ich vermute, auch Du)
der Meinung sind, dass der Begriff ‚objektive Naturbeschreibung‘ viel allgemeiner gefasst werden kann – so,
dass die normale (unsere) Deutung der Quantenmechanik mit darunter fällt. Speziell soll m. E. die Physik im
allgemeinsten Sinne als die Beschreibung bzw. begriffliche Deutung des Reproduzierbaren (einschließlich des
sich in der Natur von selbst Reproduzierenden) gefasst
werden. (Dies scheint mir das Wesen der Sache besser
zu treffen als die Gegenüberstellung des ‚Wirklichen‘
und ‚dessen, was man sich bloß einbildet‘ – zumal ich
auch letzterem eine gewisse Wirklichkeit – eine psychische – nicht absprechen möchte.)“
Brief Wolfgang Paulis an Werner Heisenberg (1954)
[20]
An dieser Stelle kann nicht deutlich genug betont
werden, dass die Umsetzung der Erkenntnisse der mo-
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geschaffene Orientierungshilfen ohne jeglichen Wirklichkeitsanspruch. Es soll jedoch nicht unbeachtet bleiben, dass diese Orientierungshilfen durchaus ihren Sinn
hatten, um Weiterentwicklungen zu gewährleisten. Aus
der Sicht eines Verdurstenden in der Wüste mögen alle
Himmelsrichtungen den gleichen Anblick bieten. Aber
dieses „Einheitserlebnis“ wird er gerne gegen einen Kompass tauschen, der ihm den Weg zur nächsten Oase weist.
Die Kompassrose ist dennoch nicht mehr als eine künstliche Hilfestellung.
Eine Kernaussage der modernen Physik besteht somit
aus einer Art universeller Verbundenheit. An dieser Stelle
soll betont werden, dass im Rahmen der MainstreamPhysik die generelle Verwobenheit aller Dinge auf einen
abstrakten mathematischen Raum verbannt wird und
dass die Verbindung von Subjekt und Objekt rein auf der
Apparate-Ebene gedacht wird. Im Rahmen dieses Modells gibt es also derzeit keinerlei Verbindung auf geistiger oder psychischer Ebene – diese Aspekte sind auch in
der modernen Physik nicht integriert.
Zudem geht ein großer Teil der Mainstream-Physiker
davon aus, dass all die betrachteten Phänomene auf Größenordnungen im atomaren Bereich beschränkt bleiben.
Sobald größere Dimensionen eine Rolle spielen, wird
durch Wechselwirkungen mit überall präsenten Elementarteilchen aus dem verwobenen Quantenzustand („Kohärenz“) ein messbares physikalisches Objekt („Dekohärenz“). Und somit können all diese fremdartigen Phänomene in einen Bereich verbannt werden, der uns im Alltag
nichts mehr angeht. Deshalb konnte lange Zeit das Nachdenken über diese Phänomene auf Eis gelegt werden.
Aber die Zahl der Physiker wird immer größer und die
experimentelle Beweislage immer zwingender: Die Gesetze der Quantenphysik sind wesentlich fundamentaler
anzusehen als die Gesetze der Klassischen Physik. Während früher davon ausgegangen wurde, dass mit zunehmender Größenordnung der Betrachtung die Quantenphysik in die Klassische Physik übergeht, wird nun immer deutlicher, dass die Klassische Physik nicht mehr als
eine grobe Näherung darstellt. Die eigentlichen Naturgesetze kommen im atomaren Raum schlichtweg besser zur
Geltung.
Dies wird durch Experimente von Anton Zeilinger illustriert, der Verschränkungsphänomene über eine Entfernung von 143 km nachweisen konnte [30]. Und im
Rahmen unserer Alltagswelt wird immer deutlicher,
dass manche Phänomene der belebten Natur nur im
Sinne kohärenter Quantenzustände verstanden werden
können. Dies gilt für die Orientierung von Vögeln am
Magnetfeld [24, 26] oder für die Lichtausbeute von Tiefsee-Algen [1, 24]. Analoges wird diskutiert als wesentliches Phänomen im Synapsenspalt und im Rahmen von
Kohärenzbildung als inhärentes Merkmal der Entstehung
von Bewusstsein [25] – diese Ansätze sind jedoch um-
Die Nachtseite
Bis hierher findet sich all das in unseren modernen Standardwerken über Physik. Was sich in diesen Büchern jedoch nicht findet, ist, wie diese neuen Erkenntnisse in
das Leben der betroffenen Physiker hineinspielten, wie
es die Physiker veränderte und ihre Biografien gestaltete.
Die offensichtlichste und bekannteste Einwirkung auf
das Leben der Physiker ist das Thema Schuld und Sühne –
die Reaktion auf die Entwicklung der Atombombe, die ja
wie eine dunkle Seite der Quantenphysik zu betrachten
ist und die die meisten der beteiligten Physiker in heftige
Gewissenskonflikte und später in Schuldgefühle verstrickte. Der Stolz auf das Erreichte wich einem Grauen
vor dem Preis, der dafür bezahlt wurde.
Aber auch weniger dramatische Veränderungen sind
erkennbar. Die Erkenntnis, dass letztlich im Grunde eine
Verwobenheit aller Dinge zu erkennen ist – wenn auch in
einem völlig abstrakten Raum –, bringt die Physik wieder
in die Nähe spiritueller bzw. religiöser Glaubensinhalte.
Gibt es doch eine allumfassende Instanz? Viele Physiker
sahen eine starke Parallele zu östlichen spirituellen Texten und ahnten eine Annäherung von westlicher Wissenschaft und östlichen Weisheitslehren.
„Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne
Wissenschaft ist blind.“
Albert Einstein [5]
Und im erkenntnistheoretischen Sinn machte sich
eine tiefe Demut breit:
„Alles, was wir real nennen, besteht aus Dingen, die
nicht als real betrachtet werden können.“
Niels Bohr1
Letztlich kennzeichnet diese Demut all die großen
Physiker, die zu den Wegbereitern der neuen Physik wurden. Positivistische Behauptungen, dieses oder jenes sei
mit Sicherheit so oder anders, erwiesen sich als von lächerlicher Naivität. Die Physiker waren an einem Punkt
angelangt, an dem sie sich der eigenen Begrenztheit
schmerzlich bewusst wurden.
„Wenn die Quantenmechanik Sie nicht durch und durch
erschüttert hat, haben Sie sie noch nicht verstanden.“
Niels Bohr1
Diese Mahnung Bohrs sollte dazu führen, dass man
solange über die Quantenphysik nachdenkt, bis man die
Erschütterung am eigenen Leibe spürt. Erst dann kann
man gefeit sein vor vorschnellen Schlüssen und selbstgerechten Wahrheitsansprüchen.
Bei einem der Protagonisten spiegelt die äußere Entwicklung der Physik in ungewohnt deutlicher Weise
auch die innere Entwicklung wider, geht weit über den
Rahmen physikalischer Erkenntnisse hinaus und berührt
bisher unbekannte Dimensionen „an den Grenzen des
Denkbaren“ – bei der „Geißel Gottes“, dem „zynischen
kalten Teufel“ (wie er sich selbst nannte), bei der „Instanz
der Physik“: Wolfgang Pauli [8 – 10, 12, 21, 22].
Mephisto
Eines Tages saß Wolfgang Pauli im Café Odéon in Zürich
und dachte über sein zerrüttetes Seelenleben nach. Es
war gekennzeichnet von vielen inneren Brüchen, einer
extremen rationalen Begabung mit gleichzeitiger Verkümmerung emotionaler Inhalte. Oft, wenn ihm etwas
auf der Seele brannte, geschahen seltsame Dinge:
„Er hat mir gesagt, er spüre das Unheil schon vorher als
unangenehme Spannung, und treffe dann tatsächlich –
einen anderen! – das erahnte Mißgeschick, so fühlte er
sich merkwürdig befreit und erleichtert.“
Markus Fierz (1988) [7]
Hier – im Café Odéon – entlud sich diese Spannung,
indem ein parkendes Auto direkt vor ihm auf der Straße
plötzlich in Flammen aufging. In anderen Fällen gingen
Vasen zu Bruch, krachten Stühle zusammen, meist jedoch
versagten elektrische Apparate oder gingen in Flammen
auf. Dieses Phänomen war unter den Physikern so bekannt, dass es den Namen „Pauli-Effekt“ erhalten hatte
und letztlich zu einem scherzhaften, aber durchaus ernst
gemeinten Besuchsverbot in Experimentallabors führte.
„Es passierte in Prof. J. Francks Labor in Göttingen.
Eines frühen Nachmittags zerbarst ein komplizierter
Apparat zum Studium atomarer Phänomene. Franck
schrieb darüber an Paulis Züricher Adresse und erhielt
nach einiger Zeit einen Brief, abgestempelt mit einer dänischen Briefmarke. Pauli schrieb zurück, dass er gerade auf dem Weg zu Bohr (in Kopenhagen) gewesen sei,
als sein Zug zum Zeitpunkt des Unglücks in Francks Labor einige Minuten lang im Bahnhof von Göttingen aus-
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dernen Physik lange Zeit in einem künstlichen Dornröschenschlaf gehalten wurde – sodass bis heute in unseren
Köpfen die überschaubare kleine Welt des klassisch-physikalischen Denkens dominiert. Andererseits wird allzu
gerne die wundersame Welt der Quantenphysik als Beleg
für pseudo-esoterische Weltsichten herangezogen – oft
mit unzulässigen Schlüssen oder Vereinfachungen, aber
mit dem Ergebnis, dass eine Diskussion zum Stoppen gebracht wird, denn: Wer kann da schon mitreden? Umso
wichtiger erscheint eine sorgsame Aufbereitung dieser
quantenphysikalischen Aspekte und umso größer wird
die Hoffnung, dass sich ein neuer Dialog von zuvor unvereinbaren Seiten ermöglichen lässt und dass das Konzept
der Komplementarität weitreichende Folgen hat, um
auch einander völlig fremde Fakultäten in eine Diskussion einzubinden.
Allen Physikern in Paulis Umfeld war das Phänomen
bekannt, meist wurde es mit einem Achselzucken oder
einem Grinsen konstatiert – bei Pauli selbst weckte es
eine unersättliche Neugierde, diesem Phänomen auf die
Spur zu kommen. Und immer wieder beschlichen ihn Ahnungen, dass diese Phänomene in irgendeiner Weise mit
Aspekten der neuen Physik zusammenhängen könnten.
Tatsächlich litt er massiv unter seelischen Problemen – seine überrationale und zynische Art trieb ihn in
die innere Isolation, Beziehungen zu Frauen waren kaum
denkbar, es blieb der Alkohol und das Eintauchen ins
Nachtleben. Seine erste Ehe ging bereits nach einem Jahr
zu Bruch. Als die Ehe seiner Eltern zerbrach, beging seine
Mutter Selbstmord. All dies ließ Pauli – trotz aller wissenschaftlicher Erfolge – in eine tiefe seelische Krise stürzen,
sodass sein Vater ihn ermahnte, Hilfe bei Professor C. G.
Jung zu suchen, der ebenso wie Pauli an der Universität
in Zürich lehrte.
„Dies kam so, daß ich eine Woche früher Herrn Jung
konsultiert hatte wegen gewisser neurotischer Erscheinungen bei mir, die unter anderem auch damit zusammenhängen, daß es mir leichter ist, akademische Erfolge als Erfolge bei den Frauen zu erringen. Da bei Herrn
Jung eher das Umgekehrte der Fall ist, schien er mir
ganz der geeignete Mann, um mich ärztlich zu behandeln.“
Wolfgang Pauli (1953) [20]
Es erscheint wenig verwunderlich, dass C. G. Jung die
Behandlung unter diesen Umständen nicht selbst durchführen wollte und an Erna Rosenbaum verwies, von der
Pauli von 1931 bis 1934 in seinem seelischen Prozess
begleitet wurde. Die eigentliche Erlösung von seinen
„Neurosen“ geschah wohl erst durch das Kennenlernen
seiner Frau Franca. Die 1934 geschlossene Ehe hielt bis
zu Paulis Tod 1958 und führte zu einer seelischen Stabilisierung, sodass keine weitere Behandlung nötig erschien.
Manches spricht dafür, dass C. G. Jung die Behandlung
auch nicht selbst übernehmen wollte, da er eher den wissenschaftlichen Dialog mit Pauli suchte. Paulis Träume
erwiesen sich als außerordentlich fruchtbar – einerseits
für das Traumverständnis Jungs und andererseits in ihrer
Bedeutung für die Entwicklung physikalischer Theorien.
Welche Dimensionen die Analyse der Pauli’schen Träume
erreichte, lässt folgendes Vorwort Jungs in einem seiner
Bücher ahnen, in dem er dem (anonymen) Wissenschaftler für dessen Zusammenarbeit dankt:
„Mein Material besteht aus über tausend Träumen und
visuellen Eindrücken eines wissenschaftlich gebildeten
jüngeren Mannes. … Es wurden keine nennenswerten
138
Deutungen vorgenommen, da der Träumer infolge seiner ausgezeichneten wissenschaftlichen Schulung und
Begabung keinerlei Nachhilfe bedurfte. … Es ist mir darum ein besonderes Vergnügen, an dieser Stelle dem
‚Autor‘ meine aufrichtige Dankbarkeit für den der Wissenschaft geleisteten Dienst auszusprechen.“
C. G. Jung [18]
Für die in dieser Artikelreihe angestrebten Themen ist
jedoch ein anderer Aspekt des Dialoges von Pauli und
Jung von noch größerer Bedeutung. Denn aus den Gesprächen der beiden ergab sich schnell eine seltsame
Wesensähnlichkeit ihrer beider Wissensgebiete. In der
Jungschen Psychologie mit ihren Vorstellungen von bewussten und unbewussten Anteilen der Psyche, dem Prozess der Individuation, dem Wirken von Archetypen etc.
konnten Denkstrukturen erahnt werden, die den Denkstrukturen der modernen Physik recht nahe kamen. Es
scheint, als würden gleichzeitig in der Welt der Physik
und in der Welt der Psychologie analoge Verständnismodelle entwickelt, deren Ähnlichkeiten Grund zur Hoffnung weckten, dass sie auf irgendeine Weise miteinander
in Verbindung stünden.
„So wie nun die Physik nach Vollständigkeit sucht, so
sucht Ihre analytische Psychologie nach Heimat. Denn
es lässt sich nicht leugnen, dass diese wie ein illegitimes
Kind des Geistes ausserhalb der allgemein anerkannten
akademischen Welt ein esoterisches Sonderdasein
führt. Hierdurch ist aber der Archetypus der Coniunctio
konstelliert. Ob und wann diese Coniunctio sich realisieren wird, weiss ich nicht, aber ich habe keinen Zweifel, dass dies das schönste Schicksal wäre, das der Physik wie der Psychologie widerfahren könnte“.
W. Pauli an C. G. Jung [19]
Der hier und in den folgenden Artikeln betrachtete
Aspekt des Pauli-Jung-Dialogs berührt somit nichts Geringeres als das Ringen der beiden Protagonisten um ein
einheitliches Weltbild, das physikalische und psychologische Aspekte gleichermaßen umfassen kann. Dieses Ringen spiegelt sich in den Briefen, die zwischen beiden ausgetauscht und Jahrzehnte später in einer Buchausgabe
zusammengestellt wurden [19]. Zum genaueren Verständnis erscheint es jedoch unabdingbar, diesen Briefwechsel vor dem Hintergrund von Paulis gesamtem wissenschaftlichen Briefwechsels zu sehen, bei dem diese
Themen mit weiteren Psychologen, Philosophen, Kunsthistorikern, Theologen und vor allem natürlich Physikern
wie Heisenberg, Einstein, Carl Friedrich von Weizsäcker
(1912 – 2007) etc. diskutiert, bis ins letzte Detail vertieft
und geschliffen wurden [20]. Diese Briefe geben Zeugnis
einer Revolution im physikalischen Weltbild, aber noch
weit darüber hinaus weisen sie auf eine umfassendere
Revolution, die alle Bereiche des Denkens einschließt
Winter N. Quantenphysik und Wirklichkeit. ZKH 2017; 61 (03): 129–139
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serplanmäßig aufgehalten worden war.“
George Gamow (1985) [13]
und um eine verbindende Brücke von Materie und Geist
ringt. Und die somit den Grenzbereich auslotet, in dem
die Homöopathie ihre Heimat hat.
Anmerkung
1 Die genaue Quelle für diese Bohr-Zitate
konnte nicht aufgefunden werde, sie wurden
aber dennoch abgedruckt, da sie inhaltlich
sicher die Meinung Bohrs spiegeln. Dies ist
u. a. im Briefwechsel Paulis mit Bohr [19]
leicht erkennbar.
..
Literatur
[1] Collini E et al. Coherently wired lightharvesting in photosynthetic marine algae at
ambient temperature. Nature 2010; 463:
644 – 647
Dr. rer. nat. Norbert Winter
Zentrum für Klassische Homöopathie
Rastatter Str. 74
76199 Karlsruhe
skh-winter@t-online.de
www.homoeopathie-zentrum-karlsruhe.de
Norbert Winter studierte Physik und arbeitete zunächst als Elementarteilchenphysiker. Nach dem Zivildienst im Gesundheitsbereich begann er seine
Homöopathieausbildung, legte die Heilpraktikerprüfung ab und praktiziert seit 1991 als
klassischer Homöopath. 1997 gründete er eine Homöopathieschule in Karlsruhe. Seit
1999 widmet er sich dem vertiefenden Studium der Arbeiten von C. M. Boger, erarbeitete
und publizierte Wege, die Boger’sche Denkweise in die heutige Zeit zu übertragen. In
den letzten Jahren steht die Umsetzung in der täglichen Praxis im Vordergrund.
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Tibet und Buddhismus 2009; 90: 8 – 11
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heuristischen Gesichtspunkt. Annalen der
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von seinem Energieinhalt abhängig? Annalen
der Physik und Chemie 1905; 18: 639 – 641
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Abt. C, Bd. II. Physik und Erkenntnis 1956–
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Goethes Naturbild. Berlin: Springer; 1984
[15] Heisenberg W. Physik und Philosophie.
Stuttgart: Hirzel; 1959
[5] Einstein A. Aus meinen späten Jahren.
1936: https://portal.dnb.de/opac.htm?
method=simpleSearch&cqlMode=true&
query=idn%3D451080807
[16] Heisenberg W. Der Teil und das Ganze.
München: Piper; 1969
[6] Einstein A, Podolsky B, Rosen N. Can
quantum-mechanical description of physical
reality be considered complete? Physical Review 1935; 47: 777 – 780
[18] Jung CG. Psychologie und Alchemie.
Zürich: Rascher; 1943
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[8] Fischer EP. An den Grenzen des Denkens.
Freiburg im Breisgau: Herder; 2000
[9] Fischer EP. Die aufschimmernde Nachtseite. 3. Aufl. Lengwil: Libelle; 2003
[17] Heisenberg W. Ordnung der Wirklichkeit. München: Piper; 1989
[19] Meier CA (Hg.). Wolfgang Pauli und
C. G. Jung – Ein Briefwechsel. Berlin: Springer;
1992
[20] Meyenn K v (Hg.). Wolfgang Pauli –
Wissenschaftlicher Briefwechsel.18 Bde.
Berlin: Springer;1979–2005 (auch digital).
[10] Fischer EP. Ein Portrait – Wolfgang
Pauli. 2008: (DVD).
[21] Miller A. 137 – C. G. Jung, Wolfgang
Pauli und die Suche nach der kosmischen
Zahl. München: Deutsche Verlagsanstalt;
2011
[11] Fischer EP. Der Physiker – Max Planck
und das Zerfallen der Welt. München: Pantheon; 2010
[22] Pauli W. Das Gewissen der Physik.
Meyenn K v, Enz CP (Hg.). Braunschweig,
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[12] Fischer EP. Brücken zum Kosmos.
3. Aufl. Lengwil: Libelle; 2014
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Gesellschaft 1900; 2: 237
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http://www.spektrum.de/news/mit-allenquantenmitteln/1034267
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[27] Roos H, Hermann A (Hg.). Max Planck.
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[28] Simonyi K. Kulturgeschichte der Physik.
3. Aufl. Frankfurt am Main: Deutsch; 2001
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http://harald-walach.de/2014/11/04/sowohl-als-auch-statt-entweder-oder-wieman-kategorienfehler-vermeidet/
[30] Zeilinger A et al. Quantum teleportation over 143 kilometres using active feed-forward. Nature 2012; 489: 269 – 273
139
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..
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