close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

stab.201771009

код для вставкиСкачать
Rezensionen/Persönliches
Persönliches
Ministerialrat Friedrich Standfuß
verstorben
Am 5. Juli 2017 ist Herr Ministerialrat
a. D. Dr. E.h. Friedrich Standfuß, ehe­
maliger Leiter des Referates Brücken-
und Ingenieurbau in der Abteilung Straßenbau des Bundesverkehrsministeriums, verstorben. Die Beisetzung fand
am im engsten Kreise am 17. Juli in
Bonn-Oberkassel statt.
Friedrich Standfuß wurde am 17. November 1935 in Erfurt geboren, wo er
auch im Jahr 1953 seine Schulausbildung mit dem Abitur abschloss. Anschließend folgte das Studium der Mathematik und Physik an den Universitäten Mainz und Göttingen, bevor er 1957
das Studium des Bauingenieurwesens
an der Technischen Hochschule Hannover begann und 1961 als Vertiefer im
Konstruktiven Ingenieurbau mit dem
Diplom abschloss.
Als Baureferendar im Dienst der Niedersächsischen Straßenbauverwaltung
legte er 1965 die Große Staatsprüfung
für den höheren bautechnischen Verwaltungsdienst im Fachgebiet Straßen- und
Brückenbau ab. Nach mehreren Stationen als Regierungsbauassessor in der
Straßenplanung und im Straßenbau
wechselte er 1970 in das Bundesministerium für Verkehr, Referat Brücken- und
Ingenieurbau, und begann seine lang­
jährige Tätigkeit im Konstruktiven Ingenieurbau, die prägend für den deutschen
Brückenbau sein sollte. Hier wirkte er
über 30 Jahre zunächst als Referent und
Vertreter des Referatsleiters und seit
1977 bis zu seiner Versetzung in den
Ruhestand im November 2000 als Leiter
des Referates Brücken- und Ingenieurbau.
Ein Schwerpunkt zu Beginn seiner
­engagierten Tätigkeit im Bereich des
­Brücken- und Ingenieurbaus war es, die
„Sünden“ aus den übermäßigen Mate­
rialeinsparungen im Brückenbau der
60er und 70er Jahre des vergangenen
Jahrhunderts und die sich daraus für den
Baulastträger erwachsenen Pro­bleme
und Schadensfälle zu analysieren und
systematisch aufzubereiten, um h
­ ieraus
die notwendigen Konsequenzen für künftige Brückenbauwerke zu z­ iehen.
Die von ihm propagierte gesamtheitliche Sicht zu Planung, Baudurchführung und Instandhaltung von Ingenieurbauwerken führte zu konstruktiven Vorgaben und vertragsrelevanten Regeln für
Entwurf, Ausführung und Instandsetzung von Ingenieurwerken, die seitdem
die Basis für einen hohen technischen
Qualitätsstandard im deutschen Brückenbau bilden.
Leidenschaftlich kämpfte er für die
Pflege und Erhalt des Bestands und arbeitete frühzeitig federführend an Regelwerken für den Schutz und die Instandsetzung von Brücken- und Ingenieurbauwerken. Die fachkundige und
regelmäßige Bauwerksprüfung nach
DIN 1076 war dabei für ihn ein wesentlicher, untrennbarer Bestandteil der Er-
haltung. Die von ihm durchgeführten
Untersuchungen zur Bedeutung, der
­Organisation und den Kosten der Bauwerksprüfung wurden in der 1997
­erschienenen Dokumentation „Bauwerksprüfung nach DIN 1076“ niedergeschrieben.
Friedrich Standfuß galt als engagierter Förderer des Brückenbaus. Zahl­
reiche Veröffentlichungen und Vorträge,
in denen er seine Erfahrungen und Vorstellungen dazu darlegte, zeugen von
hoher Sachkenntnis und Liebe zum
­Detail. Hervorzuheben sind das unter
seiner Herausgeberschaft entstandene
zweibändige Werk „Steinbrücken in
Deutschland“, Dokumentationen zu
„Lärmschutzwänden auf Brücken“ und
„Pfeilergestaltung von Talbrücken“ sowie die 1994 begonnene Heftreihe „Brücken und Tunnel der Bundesfernstraßen“, die sich nach wie vor großer
Nachfrage erfreut.
Das hohe Niveau des deutschen
­Brückenbaus wurde von Friedrich
Standfuß nachhaltig geprägt. In zahlreichen von ihm geleiteten internationalen
Fachkongressen, in denen nicht die
Selbstdarstellung, sondern der Erfahrungsaustausch unter Fachkollegen im
Mittelpunkt stand, hat er die deutsche
Ingenieurkunst ins benachbarte Ausland
exportiert, gleichzeitig aber auch den
Blick für Innovationen aus dem Ausland
geöffnet.
In seiner Wirkungszeit entstanden
fast zwei Drittel des heutigen Brückenbestandes der Bundesfernstraßen. Zahlreiche, auch spektakuläre Bauwerke hat
er begleitet und war an deren Entstehung direkt beteiligt.
Ein besonderes Ereignis und eine besondere Herausforderung war für Friedrich Standfuß die Wiedervereinigung
Deutschlands im Jahre 1990. Der überwiegend marode Bauwerksbestand in
den neuen Bundesländern musste zunächst gesichert, dann erhalten und erneuert sowie gleichzeitig der Aus- und
Neubau der Verkehrswege organisiert
werden. Zusammen mit den Kollegen in
den neuen Bundesländern ist ihm dies
vorbildlich gelungen.
In Anerkennung seiner Leistungen
und Verdienste wurde ihm hierfür am
11. April 2002 von der Technischen Universität Dresden die Ehrendoktorwürde
verliehen.
Auch im Ruhestand blieb Friedrich
Standfuß dem Brückenbau weiterhin
verbunden, u. a. durch die Veröffent­
lichung zweier Bildbände über „Brücken in Deutschland“, in denen erstmals
die vielen unterschiedlichen alten und
neuen Brücken in Deutschland präsentiert wurden.
Gero Marzahn, Bonn
Joachim Naumann, Bonn
Stahlbau 86 (2017), Heft 10
947
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
0
Размер файла
92 Кб
Теги
stab, 201771009
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа