close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

phil.1966.110.12.287

код для вставкиСкачать
WOLFGANG BUCHWALD
DAS FAUSTINUS-EPIGRAMM VON SPERLONGA
Bei den von GIULIO JACOPI geleiteten Ausgrabungen in der ,Grotte des
Tiberius' (Tac. ann. 4, 59, 1; Suet. Tib. 39, 2) kamen im Jahre 1957 Tausende von Skulpturenfragmenten zu Tage, die sich ζ. T. den Darstellungen
zweier odysseischer Abenteuer, nämlich der Skylla und der Polyphemblendung 1 , zuweisen lassen. Unter den Trümmern ist auch folgende Inschrift:
Mantua si posset divinum redder[e] vate[m,
inmensum miratus opus hic ceder[et] antro
adq. dobs Ithaci, fl(a)mmas et lumen ademtu[m
semiferi somno pariter vinoque gravati,
5 speluncas vivosq. lacu[s, Cy]clopea saxa,
saevitiam Scyllae fract[amq. in g\u\rgi\te pupp[im
ipse fateretur nullo sie ca[rmine fingi,
vivas ut artificis express[it dextera for mos,
quam sola exsuperat natur[ae ars ingeniumque.
10 Faustinus felix dominis ho\c condidit antri.
Die Erstausgabe (mit Photographie 1 : 3) besorgte J A C O P I in seinem Buch ,L'antro di
Tiberio a Sperlonga', Istituto di Studi Romani 1963 ( = I Monumenti Romani vol. IV)
S. 42. Die Verse stehen auf einer weißen Marmortafel (56 cm breit, 50 cm hoch), von der
bisher sieben, aneinander passende Stücke gefunden sind. Die Anfangsbuchstaben stehen
nahe dem linken Bande, genau untereinander, drei Versenden reichen nicht ganz bis zum
Rande. Für den Verlauf der Zeilen sind Linien vorgezeichnet, die aber nachlässig gezogen
und bisweilen nicht beachtet sind. Die Zeilen 1—7 stehen ziemlich weit voneinander, 7—8
wesentlich enger, 8—10 ganz eng. Vgl. die hier nach S. 290 beigegebene Photographie.
Die Schrift ist nicht sorgfältig eingehauen, so daß der Duktus sowohl in der Geraden
wie in den Rundungen ungeschickt und unsicher wirkt; von der Senkrechten wird oft
abgewichen. Die Größe der Buchstaben verringert sich gegen Ende des Gedichts, besonders
von 7 ab, ebenso werden ihre Abstände kleiner. — Die Formen im einzelnen: Α ist immer
ohne Querstrich geschrieben, eine häufige Erscheinung in nichtmonumentaler Schrift.
Das Ξ hat eine stark nach innen gerundete rechte Hasta, so daß es dem Κ ähnlich wird;
das kommt in der Kaiserzeit vor, aber selten (s. E. HÜBNEB, Exempla scripturae epigraphicae Latinae, Eerol. 1885, LIX). F erscheint als ein die Zeilenhöhe überragendes E ;
1
Für letztere überzeugend nachgewiesen von B. ANDBEAE, Rom. Mitt. 71, 1964, 238ff.;
hatte an einen riesenhaften Laokoon gedacht. Daß eine dritte Gruppe den vom
Mastbaum erschlagenen Steuermann (Od. 12, 411 ff.) darstellte, ist unsicher und unwahrscheinlich, vgl. H. SICHTEEMANN, Gymnasium 73, 1966, 235.
JACOPI
Brought to you by | Université Paris Descartes - Interuniversitaire de Medecine
Authenticated
Download Date | 10/27/17 11:25 PM
288
WOLFGANG BÜCHWALD
das früheste von HÜBNEB a. O. LVII genannte Beispiel s t a m m t aus dem J a h r e 217 n. Chr.,
dann ist diese Form häufig. Die Datierung der Inschrift aus den Buchstabenformen ist
jedoch kaum möglich 1 .
Die oben versuchten Ergänzungen der Verse 7 —10 s wollen natürlich nur den möglichen
Gedankengang deutlich machen und sind in diesem Gedicht wegen des unten zu Vs. 8
Gesagten besonders fraglich.
Übersetzung: Wenn Mantua den göttlichen Dichter noch einmal schenken
könnte, würde dieser in Bewunderung für das ungeheure Werk sich vor der
Grotte geschlagen geben und selber gestehen, daß die Anschläge des Ithakers, die Flammen und das geraubte Augenlicht des Halbwilden, der vom
Schlaf ebenso wie vom Wein beschwert ist, die Grotten und die natürlichen
Seen, die kyklopischen Felsen, das Wüten der Skylla und das im Strudel zerbrochene Heck in keinem Gedicht so dargestellt werden, wie des Künstlers
Hand den Gestalten lebendigen Ausdruck verliehen hat, sie, die allein übertrifft der Natur Kunst und Genie. — Faustinus hat mit Freuden für die Besitzer der Grotte dies Gedicht verfaßt.
Zum Einzelnen:
1 reddere: .nochmals geben', eigenartig gesagt, denn zurückgeben kann
den Dichter nur der Orkus (oder Neapel). Vgl. Vergils Grabgedicht Mantua
me genuit und für den Schluß georg. 3, 491 nec responsa potest consultus
reddere votes.
2 opus: die Längung in der Arsis, zumal vor der Zäsur wie 8 artificis, ist
von Ennius an belegt, scheint aber niemals beliebt gewesen zu sein (die
Stellen sind gesammelt von F. VOLLMER, Sitz.-Ber. Bayer. Ak., phil.-hist.
KU. 1917 Nr. 3): Vergil hat nur etwa 40 Fälle (den Typ petiit nicht gerechnet),
Ovid nur etwa 12, Manilius 2, Valerius Flaccus 3, Silius 2, Statius 4, Juvenal
1; Phaedrus, Germanicus, Seneca, Lucan, Petron meiden diese Längung
streng. Die zweimalige Verwendung hier in nur zehn Versen (mag auch bei
opus eine Aspiration des folgenden Η eingewirkt haben) zeugt also von
lässiger Verskunst.
1
Diesen Hinweis verdanke ich einer freundlichen Mitteilung von L. WICKERT.
Ys. 6 fractamque gurgite JACOPI, in völliger Unkenntnis der Metrik, vgl. seine Ergänzungen expresserat inclita (oder ultima) manne (8) und hoc condidit opus (10). Übrigens
enthält auch seine Transkription nicht weniger als vier Fehler. — Die Ergänzungen von
L. AMUNDSEN und V. SKANLAND (bei Η . P . L'ORANGE, K u n s t og K u l t u r 47, 1964, 200,
m. Übers.), Vs. 7 carmine posse und 8 expreesas vi dare formas, scheinen mir nicht glücklich
zu sein, zumal da vivas ... expreesas ,lebendig dargestellt' schwer glaublich ist; der gleiche
Einwand ist gegen P . KBARUP, Analecta Romana Instituti Danici 3, 1965, 77 zu machen,
der carminefictaeund expresserat... virtue vorschlägt. — G . SÄFLTTND beruft sich in seiner
Übersetzung (Svenska Dagbladet 3. 9. 64) auf Ergänzungen von K. KERÄNYI, die dieser
demnächst in den Symbolae Osloenses veröffentlichen wird; der Vf. gestattete mir in
dankenswerter Weise schon die Einsicht in den Korrekturabzug.
2
Brought to you by | Université Paris Descartes - Interuniversitaire de Medecine
Authenticated
Download Date | 10/27/17 11:25 PM
Das Faustinus-Epigramm von Sperlonga
289
3 adq(ue): statt aique zuerst auf dem Monumentum Ancyranum (4, 30),
dann oft, s. Thea. vol. I I 1048, 44FF. — JACOPI versteht adque als et ad
(wie übrigens auch KERENYI) und übersetzt ad...dobs usw. mit ,rispetto
agli inganni...' (ähnlich SÄFLUND a. O.), als ob ad dies bedeuten könnte; in
der häufigen Verwendung ad haec respondit u. ä. ist es natürlich .daraufhin'.
Dieser Präposition teilt er die Substantiva bis saxa einschließlich zu, dagegen
sollen saevitiam und puppim die Subjekte des (von fateretur abhängigen)
Acc. c. Inf. sein — eine Konstruktion, die keiner ausdrücklichen Widerlegung bedarf (vgl. auch V. TANDOI, Atene e Roma N. S. 10, 1965, 180). —
Überhaupt hat es adque = et ad wahrscheinlich nie gegeben, denn alle im
Thes. vol. I 473, 7 ff. zitierten Belege (die noch durch Nepos Dat. 7, 1 ergänzt werden können) sind ganz unsicher überliefert. — dolos
Ithaci:
nach Culex 326 (an derselben Versstelle) dolis /., wo es aber von der List
gesagt ist, die er gegen Aias beim Waffenstreit anwendete. — fl{a)mmas:
fast rätselhaft (oder wohl eher: unbeholfen) kurzer Ausdruck für das Feuer,
in dem der Pfahl vor Polyphems Blendung gehärtet (Odyssee 9, 328), oder
für die Glut, in der er erhitzt wurde (9, 375). Unser Dichter steht hier,
offenbar ohne Vergilische Reminiszenz, auf eigenen Füßen. — lumen ademtum: nach Aeneis 3,658 (auch von Polyphem gesagt) monstrum ...,
cui l. a. — ademtum (nicht -mpt-, wie JACOPI liest) ist die Wiedergabe
vulgärer Aussprache, s. M. LEUMANN, Lat. Laut- u. Formenlehre, München
1928, 170.
4 semiferi: Aen. 8, 267 (nach dem 1. Daktylus), wo es von Cacus gesagt
ist (s. die gleich zu nennende Liviusstelle). — somno pariter
vinoque
gravati:
aus drei Aeneisstellen zusammengesetzt: 3, 630 (Polyphem)
expletus dapibus vinoque sepultus (hierauf verweist schon JACOPI), dann
2, 265 (Troiam) vino somnoque sepvltam, schließlich 6, 520 (Deiphobum)
confectum curis somnoque gravatum, nach Enn. ann. 292 (wie auch Livius
1, 7, 5, in der Cacuslegende). — pariter: in dieser Stellung (zwischen den
beiden verglichenen Dingen) bei Vergil nur Aen. 10, 222 nymphae ... innabant
p.fluctuequesecabant, sonst hat er nur die Typen „x pariter(que) y" und „pariter χ aique (nunc, vel) y" bzw. „pariter χ y-que".
5 speluncas vivosq(ue)
lacus: nach georg. 2, 469 speluncae vivique
locus, unter den Freuden des einfachen Landlebens. Zur Bedeutung in unserem Gedicht s. unten. — Cyclopea saxa: Aen. 1, 201 (schon von JACOPI
bemerkt) vos et Scyllaeam rabiem (vgl. hier den Anfang von 6) ..., vos et
C. s. (ebenfalls Versschluß) experti.
6 saevitiam Scyllae: JACOPI vergleicht PLIN. nat. 3, 87 (Scylla und
Charybdis) ambae clarae saevitia. — Vergil vermeidet das Wort saevitia, vgl.
zu 5 Cycl. saxa. — fractamque in gurgite puppim: nach Aen. 5, 209, wo
Brought to you by | Université Paris Descartes - Interuniversitaire de Medecine
Authenticated
Download Date | 10/27/17 11:25 PM
290
WOLFGANG BUCHWALD
die Matrosen sich bemühen, das auf ein Riff gelaufene Schiff wieder flott zu
machen, fractosque legunt in g. remos.
7 ipse fateretur:
nach ecl. 3, 24 ipse faiebatur; die einzige viersilbige Form
dieses Verbums bei Vergil.
8 vivas: das größte unter den Rätseln dieses Epigramms. Ist es vom Dichter so gewollt, dann muß man eine Vernachlässigung der Quantität annehmen, die in der Literatur bis zum Ende der Antike wohl unerhört wäre
(Commodians Verstechnik steht ganz isoliert und ist ein noch ungeklärtes
Problem), in der inschriftlichen Poesie jedoch nur den ungebildeten Versemachern eignet, wofür die von BÜCHELER und LOMMATZSCH gesammelten
Carmina epigraphica, die Grabgedichte vor allem, zahllose Beispiele bieten.
Einen Tingebildeten Verfasser dieses Epigramms anzunehmen, läßt jedoch
sein Inhalt kaum geraten erscheinen; sollte der Steinmetz die Reihenfolge
der Wörter an dieser Stelle verwirrt haben? Zur Annahme einer schwereren
Verderbnis nimmt man nur ungern seine Zuflucht, zumal da vivus ein Fachausdruck der antiken Kunstkritik ist, die ja den Wert eines Werkes nach dem
Grad der Lebensechtheit bemaß. Daß das Wort schon drei Verse vorher verwendet ist, braucht nicht zu stören, denn dort ist es in den Vergilcento eingebettet. — ut: diese Vergleichspartikel paßt gut in den Zusammenhang,
denn offenbar sollen die Möglichkeiten des Dichters den Leistungen des
Künstlers gegenübergestellt werden. Auf dem Stein ist V T deutlich zu erkennen, was mir auf meine Anfrage B. CONTICELLO, der Direktor des neuen
Museums in Sperlonga, freundlichst mitteilte und was ich selbst auf den
mir übersandten Photographien sehen konnte; die linke Hälfte des Querstrichs des Τ ist nur ganz kurz, da das V nicht mehr Platz ließ. Dennoch will
KEB^NYI (S. O. S. 288 Anm. 2) in dem Τ ein I (mit angeblich ,dekorativem
Schnörkelchen rechts oben') erkennen. — artificis:
über die Längung der
Schlußsilbe s. zu 2.
10 Faustinus
felix: an ein Spiel mit den Adjektiven faustus und felix
zu denken, liegt um so näher, als felix wohl kaum zu einem Objekt gehört.
Natürlich ist auch das Cognomen Felix möglich.
Das Ganze: Der schlechten Schrift entspricht die dichterische Qualität.
I n den Rahmenpartien (1—2, 7—9) verraten der Verweis mit hic (2) auf das
Objekt des vorangegangenen Nebensatzes sowie der Abschluß mit dem angehängten Relativsatz (quam usw. 9) keinen guten Stil. Der Mittelteil, ein
fast völliger Vergilcento, wird durch adque (= aique) ganz äußerlich an
Vs. 2, insbesondere an opus, angeschlossen; dann tragen die Assoziationen
berühmter Zitate den Dichterling mühelos dahin. Zwei Skulpturen werden
offenbar mit solchen, aus ganz anderen Umgebungen geholten Wendungen
(s. o. zu 4 u. 6) mehr angedeutet als beschrieben: die Blendung Polyphems
Brought to you by | Université Paris Descartes - Interuniversitaire de Medecine
Authenticated
Download Date | 10/27/17 11:25 PM
Μsfc'JI
Π VAsir^SiroiyiiW-IRfDDLR,
,
•if: ^v.VLyAit·,.
7
SiMßRlSOMNlOFi
ν
fcC^RXVATl *
gjjp
iÜASAXA
[τ tmr
mmscuiM&A
rmwNvtLösico,
^snumasEXPMss
mQiMÄWmrN
ρΜωχαβ
Das Faustinus-Epigramm von Sperlonga (phot. G. Jacopi)
Brought to you by | Université Paris Descartes - Interuniversitaire de Medecine
Authenticated
Download Date | 10/27/17 11:25 PM
Brought to you by | Université Paris Descartes - Interuniversitaire de Medecine
Authenticated
Download Date | 10/27/17 11:25 PM
Das Faustin us-Epigramm von Sperlonga
291
(vgl. S. 287) und das Skylla-Abenteuer 1 ; daß bei diesem (Odyssee 12, 235ff.)
Odysseus' Schiff nicht beschädigt wurde, sondern sechs Gefährten verlor2,
kümmerte unseren Verfasser nicht; vielleicht dachte er an die Beschädigung
des Hecks der Argo, die ja auch in der Grotte von Sperlonga dargestellt
war, bei der Fahrt durch die Symplegaden, Apoll. Rhod. 2, 601 (vgl. Lucan
2, 717, Val. Fl. 4, 691). Nach dem Vergilcento geht das Epigramm ziemlich
prosaisch zu Ende.
Mitten in den Reminiszenzen, die auf die beiden Monumente hinweisen
sollen, steht ein Vers (5), der, aus zwei Vergilischen Versteilen bestehend,
keine genaue Festlegung verträgt; die speluncae sind die Polyphemhöhle
und zugleich die Grotte von Sperlonga, ihnen sind dank einer weiteren
Assoziation die vivi locus beigegeben, die man auf das Wasser in der Grotte
beziehen mag, wenn man sie in der Wirklichkeit suchen will, denn bei den
Bildwerken konnten sie wohl nicht dargestellt sein. Ohne Verbindung folgen
die Cyclopea saxa, die man allenfalls auf den Felsblock beziehen kann, der
dem Polyphem als Lager diente (s. A N D R E A E a. 0 . ) , und die zugleich die
,kyklopische' Natur dieser Grotte andeuten sollen. Wenn die einzelnen
Substantiva in Vss. 3, 5 und 6 teils verbunden teils unverbunden nebeneinander gesetzt sind, ja wenn der ganze Vergilische Mittelteil sich ohne
Schaden für das Ganze herauslösen läßt (Vs. 7 schlösse gut an 2 an, nach
fingi darf dann natürlich nicht interpungiert werden), so ist das eine Folge
jener Sucht, dem eigenen allzu mäßigen Talent möglichst viele Lichter
aus dem Werk des divinus votes aufzusetzen — eine Kompositionstechnik,
die für den Cirisdichter von R . R E I T Z E N S T E I N (Rhein. Mus. 63, 1908,
611) nachgewiesen ist; seine Worte „die verschiedenen Glieder stehen
nun nicht mehr gleich und die Konstruktion wird unklar" (nämlich
durch den rücksichtslosen Einschub Vergi lischer Reminiszenzen in die
Vs. 459 ff. beschriebene Meerfahrt) könnten auch von unserem Gedicht
gesagt sein.
Daß Faustinus der Freund Martials war, wie J A C O P I bedenkenlos annimmt,
ist ganz unwahrscheinlich; aus seinem doctum pectus (Mart. 1, 25) werden
doch wohl andere Gedichte gekommen sein als dieses, und der Name ist
1
H. WIELAND wies mich darauf hin, daß Martial 7, 38 mit Polyphem und Skylla gewiß
zwei Statuen meint, nicht einen Sklaven und eine Sklavin von riesiger Körpergröße, wie
man allgemein glaubt. Der Gedanke an Bildwerke war übrigens früher einmal erwogen
worden, COLESSO s t r e i f t i h n i n seiner Martialausgabe (1739), aber in FBIEDLÄNDEBS K o m -
mentar wird nicht einmal mehr die Möglichkeit einer solchen Auffassung erwähnt.
2
Bruchstücke dieser Darstellung sind in der Grotte gefunden, u. a. eine riesige Hand der
Skylla, die einen Gefährten am Schöpf packt, und zwei ihrer Hundeköpfe, mit denen sie
zwei andere Gefährten angreift; vgl. C. ROBERT, Gr. Heldensage III 2, 2, Berlin 1926,
1371 Anm. 1.
10
Zeitschrift „Philologus" 3/4
Brought to you by | Université Paris Descartes - Interuniversitaire de Medecine
Authenticated
Download Date | 10/27/17 11:25 PM
292
WOLFGANG BUCHWALD
häufig1. Wer die Besitzer der Grotte waren, wird sich vielleicht auch dann
nicht feststellen lassen, wenn einmal der Rest der Tafel gefunden wird; hat
aber an Stelle von antri etwas ganz anderes gestanden und waren die domini
wirklich die Majestäten (falls man ihnen eine so minderwertige Inschrift
überhaupt bieten durfte; an Domitian und Gemahlin denkt JACOPI, ohne
auch nur die Andeutung eines Zweifels), dann war Faustinus einer jener
reichen und einflußreichen servi, die wir von der frühen Kaiserzeit an kennen;
waren sie aber die Patrone des Faustinus, dann war dieser ein Freigelassener
— wenn nicht domini hier allgemein die Anrede an Höhergestellte ist.
München
1
Von einem Iulius Faustinus M[.. ist ein dem Kaiser Hadrian gewidmetes Gedicht
erhalten, auf einer Tempelwand in Nubien (CIL III 77 = CE271); es enthält auch viele
Vergüteminiszenzen, steht aber stilistisch unvergleichbar höher als unser Epigramm.
Brought to you by | Université Paris Descartes - Interuniversitaire de Medecine
Authenticated
Download Date | 10/27/17 11:25 PM
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
6
Размер файла
475 Кб
Теги
287, phil, 1966, 110
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа