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Furer Phonetik Lexik Ubungen Lesetexte uchebnoe posobie po nemetskomu yazyku 2018

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ФЕДЕРАЛЬНОЕ АГЕНТСТВО СВЯЗИ
Федеральное Государственное бюджетное
образовательное учреждение высшего образования
«Поволжский государственный университет
телекоммуникаций и информатики»
Кафедра иностранных языков
Phonetik. Lexik. Übungen. Lesetexte.
Учебное пособие по немецкому языку
Составитель: Фурер О.В.
Самара,
2018
УДК 811.112.2
Рекомендовано к изданию методическим советом
ПГУТИ, протокол № 24 от 15.03.2018.
Фурер О.В.
Phonetik. Lexik. Übungen. Lesetexte. Учебное
пособие по немецкому языку: О.В.Фурер – Самара:
ПГУТИ, 2018.
Учебное пособие по развитию навыков
устной и письменной речи по немецкому языку для
студентов 1 и 2 курсов дневного и заочного
отделения всех специальностей.
Пособие содержит 3 части, структурирование
которых отвечает предъявляемым требованиям и
соответствует
логике
изложения
изучаемого
материала.
Пособие
рассчитано
на
студентов,
начинающих и продолжающих изучать немецкий
язык, и может быть использовано в группах
магистрантов и аспирантов, а также оно может
представлять
интерес
для
всех
желающих
подготовиться к общению на немецком языке по
данной тематике.
©, Фурер О.В., 2018
Введение
2
Настоящее учебное пособие предназначено
для студентов дневного и заочного отделений всех
специальностей, изучающих немецкий язык.
В данном пособии представлены материалы,
которые помогут обучающимся овладеть навыками
правильного произношения. Пособие содержит как
теоретический
материал,
необходимый
для
осознанного овладения практическими навыками,
так и различного рода упражнения.
Пособие состоит из 3 частей. Первая часть
пособия представляет собой комплекс уроков,
включающий теоретическую и практическую
фонетику (цель которой является выработка у
студентов устойчивых артикуляционных и ритмикоинтонационных навыков и создание прочной основы
для
дальнейшей
успешной
работы
по
совершенствованию немецкого произношения), а
также диалоги, представленные на трех языках
(немецком, английском и русском), изучение
которых является актуальным для современной
молодежи в рамках проведения ЧМ-2018 и других
международных мероприятий.
Вторая часть пособия являет собой тексты
(содержащие собственный словарь и упражнения),
работа с которыми позволяет совершенствовать
знания немецкого языка.
Третья часть – тексты для самостоятельной
работы, целью которых является возможность
овладения
различными
видами
чтения
(просмотровое, изучающее и детальное).
3
Lektion 1.
Sich vorstellen
Hier lernt ihr, wie man sich auf Deutsch vorstellt.
der Name - name – Имя, фамилия
der Vorname – first name/given name - Имя
der Nachname – last name/surname - Фамилия
Wie ist dein Name? – What's your name? - Как тебя
зовут?
Wie ist Ihr Name? – What is your name? - Как Вас
зовут?
Mein Name ist Philipp. – My name is Philipp. – Меня
зовут Филипп
Wie heißen Sie? – What is your name? - Как Вас
зовут?
Wie heißt du? – What's your name? - Как тебя зовут?
Ich heiße Franziska. – My name is Franziska. – Меня
зовут Франциска
Wie ist dein Nachname? – What's your last name? –
Какая у тебя фамилия?
Wie ist Ihr Nachname? – What is your last name? – Как
Ваша фамилия?
Mein Nachname ist Neumann. – My last name is
Neumann.- Моя фамилия Ноймэнн
Wer sind Sie? – Who are you? – Кто Вы?
Wer bist du? – Who are you? – Кто ты?
Ich bin Franziska.– I'm Franziska. – Я Франциска
Im Gespräch
4
Wörter wie „ja“, „nein“ oder „gerne“ sind in der
mündlichen Kommunikation unverzichtbar. Doch wie
heißen sie auf Deutsch?
Ja. – Yes. - Да
Nein. – No. – Нет
Okay. – Okay. - Окей
Entschuldigung! – Sorry! - Извините
Danke /Vielen Dank – Thanks /Thank you - Спасибо
Bitte – You're welcome – Пожалуйста
Gerne – With pleasure – С удовольствием
Gern geschehen – Anytime! – В любой момент
Kein Problem – No problem! – Нет проблем
Das macht nichts! – It doesn't matter! – Это не имеет
значение, да ничего
Herzlichen
Glückwunsch!
– Congratulations!
–
Поздравляю!
Viel Glück! – Good luck! – Удачи!
Ich freue mich. – I'm glad. – Я рад
Das ist toll! – That's great! – Прекрасно!
Achtung! – Caution! - Осторожно!
Auf keinen Fall! – No way! – Ни за что!
Das geht leider nicht. – Unfortunately, it's not possible. –
К сожалению, это невозможно, так не пойдет.
Aussprache – Das Alphabet
Das Alphabet
Das deutsche Alphabet hat 26 Buchstaben. Dazu
kommen noch Ä, Ö, Ü und ß. Einige Buchstaben
werden im Deutschen anders ausgesprochen als in
5
anderen Sprachen. Einige Besonderheiten werden hier
kurz erklärt.
Nehmen Sie sich einen Spiegel und probieren Sie!
Ä, Ö und Ü
 Das kurze Ä [E] wie in kräftig spricht man
wie ein kurzes offenes E [E] (z. B. in Tennis)

Für ein langes Ä [E.] wie in Rumänien sprechen
Sie ein langes geschlossenes E [e.] (lesen) und
öffnen dann aber den Mund weiter.

Für das Ö (lang [O.], kurz [ß]): Sprechen
Sie ein E und runden Sie dann die Lippen
wie beim O.

Für das Ü (lang [y.], kurz [Y]): Sprechen Sie ein
I und runden Sie dann die Lippen wie beim U.

Beim Ö und Ü sind die Lippen wie beim Pfeifen
oder Küssen.
 Ö und Ü gibt es lang/geschlossen und kurz/offen.
AU, EI, ÄU und EU
Im Deutschen gibt es drei Diphthonge. AU, EI und
ÄU/EU. Dabei werden zwei kurze Vokale gleitend
miteinander verbunden.
[ae¥]: kurzes A + kurzes E Æ 5geschrieben
wird es als: ei (Leipzig), ai (Frankfurt am
Main), ey (Meyer) oder ay (Bayern)
[ao¥]: kurzes A + kurzes O Æ geschrieben wird
es als: au (Australien)
6
[OP¥]: kurzes O + kurzes Ö Æ
geschrieben wird es als: eu (Deutsch) oder
äu (Verkäufer)
ƒ [s]
ƒ Das ß gibt es nur als kleinen Buchstaben hinter einem
langen Vokal. Hinter einem kurzen Vokal schreibt man
ss. ss und ß werden gesprochen wie ein stimmloses S.
SCH [S]
Das SCH ist nur ein Laut (schön, Schule). Die Lippen
sind nach vorn gestülpt, die Zähne sind aufeinander und
dann wird die Luft kräftig ausgestoßen. Man spricht
SCH auch bei den Silbenanfängen Sp- (Sport) und St(Stuttgart), aber nicht bei s + Endung -chen (Häuschen)
Æ Häus-chen.
CH
Das CH wird als [x] (ganz weit hinten wie beim
Schnarchen) gebildet nach u, o, a und au: acht, suchen,
Tochter, auch.
Das CH wird als [C] (Zähne sind aufeinander, Lippen
ganz breit, Luft ausstoßen) gebildet nach den anderen
Vokalen, nach l, n, r und in der Endung –chen:
München, ich, Töchter.
Das CH wird in der Verbindung –chs und am Anfang
einiger Fremdwörter und deutscher Namen als [k]
gesprochen: Sachsen, sechs, Chor, Chemnitz.
J
7
Das J wird in den meisten Wörtern nur als ein Laut [j]
gesprochen: Japan gesprochen wie [1ja.pan], Juli wie
[1ju.li] ohne Vokalneueinsatz.
Nur in einigen Fremdwörtern (Jeans) wird j wie im
Englischen als [d7] oder [7] wie in Journalist
gesprochen.
Z
Das Z wird als [ts] gesprochen.
V
Das V wird meist als [f] gesprochen
(Vorname, Hannover), nur in manchen
Fremdwörtern wie /w/ [v] (Visum).
W
Beim W liegen die oberen Schneidezähne auf der
Unterlippe. Das W wird im Deutschen nicht bilabial wie
im Englischen gebildet.
Lektion 2.
Begrüßung, Abschied
Hier lernt ihr verschiedene Formen der Begrüßung und
Verabschiedung kennen.
Hallo! – Hello! – Здравствуй!
Hi! – Hi! – Привет!
Guten Tag! – Hello! – Добрый день!
Hallo, Herr Richter! – Hello, Mr. Richter!
Здравствуйте, Мистер Рихтер!
Hallo, Anna! – Hello, Anna! - Привет, Аня!
8
–
Guten Morgen, Peter! – Good morning, Peter! – Доброе
утро, Питер!
Guten Tag, Frau Steller! – Hello, Ms. Steller! –
Здравствуйте, Миссис Стеллер!
Guten Abend, Herr Richter! – Good evening, Mr.
Richter! – Добрый вечер, Мистер Рихтер!
Gute Nacht, Anna! – Good night, Anna! – Спокойной
ночи, Анна!
Bis morgen! – See you tomorrow! – Увидимся завтра!
Auf Wiedersehen! – Goodbye! – Пока!
Bis bald! – See you soon! – До скорой встречи!
Tschüss! – Bye! – Пока!
Wie geht es dir?
Glücklich oder traurig, gestresst oder krank: So sagt ihr,
wie es euch geht.
Wie geht es dir? – How are you? - Как у тебя дела?
Wie geht es Ihnen?– How are you? – Как у Вас дела?
Mir geht es gut, danke. – I'm fine, thank you. – Хорошо,
спасибо
Mir geht es nicht so gut. – I'm not so well. – Не так
хорошо
Mir geht es schlecht. – I'm not doing well. – Я плохо
себя чувствую, все плохо
Ich bin glücklich. – I'm happy. – Я счастлив
Ich bin müde. – I'm tired. – Я устал
Ich bin krank. – I'm sick. – Я болею
Ich bin erkältet. – I have a cold. - Я простудился
Ich bin gestresst. – I'm stressed out. – У меня стресс
9
Ich bin sauer. – I'm angry! – Я злой
Ich bin traurig. – I’m sad. – Мне грустно
Ich brauche Hilfe. – I need help. – Мне нужна помощь
Aussprache - Der Satzakzent
Der Satzakzent
In einer Äußerung – also z. B. in einem Satz oder in
einer Wortgruppe – werden einzelne Wörter oder Silben
hervorgehoben. Meist sind das Substantive, Verben,
Adjektive oder Adverbien. Artikel, Präpositionen,
Pronomen oder Konjunktionen werden nur dann betont,
wenn ein Kontrast ausgedrückt werden soll. Die betonten
Silben werden genau wie beim Wortakzent sehr deutlich,
lauter und etwas langsamer als die umgebenden Silben
gesprochen und liegen melodisch etwas höher oder tiefer
als die daneben liegenden Silben.
Sehen Sie sich das Beispiel an. Die fett gedruckten
Wörter werden betont.
Achten Sie auf die Unterschiede in der Bedeutung.
Ich fahre morgen nach Berlin. (nicht du)
Ich fahre morgen nach Berlin. (Ich fliege nicht.)
Ich fahre morgen nach Berlin. (nicht am Montag)
Ich fahre morgen nach Berlin. (nicht nach München)
Welche Wörter werden betont? Unterstreichen Sie
die zu betonenden Wörter.
Sprechen Sie die Sätze dann laut und deutlich.
1. Ich liebe dich.
2. Ich liebe dich, nicht Susanne.
3. Am Donnerstag kommt Anna zurück.
4. Anna kommt am Donnerstag zurück, nicht
erst am Samstag.
10
5.
6.
7.
8.
Wo wohnst du?
Wohnst du in Dresden oder in Göttingen?
Was machst du morgen?
Was machst du denn hier in Hamburg, du
wohnst doch jetzt in Berlin?
9. Wie heißt du?
10. Wie heißt du? Ich habe den Namen nicht
richtig verstanden.
Lösungsschlüssel:
1. Ich liebe dich.
2. Ich liebe dich, nicht Susanne.
3. Am Donnerstag kommt Anna zurück.
4. Anna kommt am Donnerstag zurück, nicht erst
am Samstag.
5. Wo wohnst du?
6. Wohnst du in Dresden oder in Göttingen?
7. Was machst du morgen?
8. Was machst du denn hier in Hamburg, du
wohnst doch jetzt in Berlin?
9. Wie heißt du?
10. Wie heißt du? Ich habe den Namen nicht richtig
verstanden.
Lektion 3.
Woher kommst du?
Will man etwas von sich erzählen, geht es meist auch um
die Herkunft. So redet man darüber auf Deutsch.
Woher kommst du? – Where are you from? – Откуда
ты?
11
Woher kommen Sie? – Where are you from? – Откуда
Вы?
Ich komme aus Russland. – I'm from Russia. – Я из
России
Wir kommen aus der Türkei. – We're from Turkey. –
Мы из Турции
Ich komme aus Berlin. – I come from Berlin. – Я родом
из Берлина
das Land – country - страна
die Stadt – city - город
Wo ist das? – Where is that? – Где это?
Das ist eine Stadt in Deutschland. – It's a city in
Germany. – Это город в Германии
Herzlich
willkommen! –
Welcome!
–
Добро
пожаловать!
Asien – Asia - Азия
Europa – Europe - Европа
Afrika – Africa - Африка
Nordamerika – North America – Северная Америка
Südamerika – South America – Южная Америка
Australien – Australia – Австралия
Wo wohnst du?
Wohnst du in Deutschland oder im Ausland?
Auf dem Land oder in der Stadt? Mit diesem Wortschatz
könnt ihr euren Wohnort beschreiben.
Wo wohnst du? – Where do you live? – Где ты
живешь?
Wo wohnen Sie? – Where do you live? – Где Вы
живете?
12
Ich wohne in Berlin. – I live in Berlin. – Я живу в
Берлине
Das liegt in Ostdeutschland. – That is in eastern
Germany. – Это на востоке Германии
Wir wohnen in einem Dorf. – We live in a village. – Мы
живем в деревне
Ich wohne auf dem Land. – I live in the country. – Я
живу за городом
Wo ist das? – Where is that? – Где это?
Das ist in Bayern. – It's in Bavaria. – Это в Баварии
das Bundesland – German state – Немецкое
государство
Wie ist die Adresse? – What's the address? – Какой
адрес?
Die Adresse ist: … – The address is ... – Адрес…
Ich wohne in der Bahnhofstraße. – I live on
Bahnhofstraße. – Я живу в Банхофштрассе
Ich wohne bei Freunden. – I live with friends. - Я живу
у друзей
Aussprache - Lange Vokale – Kurze Vokale
Woran erkennt man im Schriftbild lange und kurze
Vokale?
lange Vokale: Doppelschreibung des
Vokalbuchstabens (aa, ee, oo, ie) oder
nachfolgendes h oder ß.
kurze Vokale: nachfolgender Doppelkonsonant.
Häufig (aber leider nicht immer) folgen auf einen
kurzen Vokal zwei oder mehr Konsonanten.
13
Die folgende Übung eignet sich sehr gut dazu, sowohl
das Hören als auch die Aussprache zu trainieren.
Gleichzeitig wird den Lernern die Wichtigkeit der
präzisen Unterscheidung zwischen langen und kurzen
Vokalen bewusst gemacht, da andernfalls leicht
Missverständnisse auftreten können.
Verteilen Sie „Visitenkarten“ an Ihre Lerner. Die
Namen darauf sollen sich bis auf den Akzentvokal
kaum unterscheiden. Je nach gewünschtem
Schwierigkeitsgrad und Gruppengröße können Sie
mehr oder weniger unterschiedliche Visitenkarten
verwenden oder weitere Schwierigkeiten hinzufügen.
(Verzichten Sie dabei auf den Ä-Laut, da das kurze Ä
mit dem kurzen E identisch ist.) Die Lerner sollen
sich die Namen untereinander nicht zeigen. Schreiben
Sie alle Namen auf den verteilten Kärtchen an die
Tafel, damit die Lerner wissen, welche Namen noch
im Spiel sind.
Rufen Sie nun einen Namen auf und fragen Sie:
„Wer ist Herr oder Frau (Biller)?“ Die
angesprochene Person meldet sich und ruft eine
andere Person auf. („Ich bin Frau Biller und ich
suche Frau Bahler.“) Achten Sie während der
ganzen Übung darauf, dass die Unterschiede
zwischen den einzelnen Namen deutlich werden.
Biller
Beller
Baller
Bieler
Behler
Bahler
14
Boller
Buller
Böller
Bohler
Buhler
Böhler
Büller
Bühler
Lektion 4.
Familie
Bruder, Schwester, Großvater ... die Familie ist groß!
Lernt hier, wie man sie auf Deutsch vorstellt.
Wer ist das? – Who is that? – Кто это?
die Familie – family - Семья
Das ist meine Familie. – That's my family. – Это моя
семья
die Eltern – parents - родители
die Mutter – mother - мама
der Vater – father - папа
das Kind – child - ребенок
Ich habe keine Kinder. – I don't have any children. – У
меня нет детей
die Tochter – daughter - дочь
der Sohn – son - сын
Ich habe zwei Söhne. – I have two sons. – У меня два
сына
15
die Schwester – sister - сестра
der Bruder – brother - брат
die Großmutter – grandmother - бабушка
der Großvater – grandfather - дедушка
die Ehefrau – wife - жена
der Ehemann – husband -муж
Ich bin verheiratet. – I'm married. – Я замужем
Ich bin ledig. – I'm single. – Я одинока
Zuwanderung
Hier lernt ihr Begriffe rund um das Thema Zuwanderung
und Asyl.
Ich möchte Asyl beantragen. – I would like to apply for
asylum. – Я хотел бы подать заявление на получение
жилья
der Flüchtling – refugee - Беженец
befristet – temporary - Временный
befristeter Aufenthalt – temporary residence –
Временное проживание
unbefristet – permanent – Постоянный
die Duldung – temporary suspension of deportation –
Временное приостановление депортации
die Aufenthaltserlaubnis – residence permit – Вид на
жительство
Ich habe eine Aufenthaltserlaubnis. – I have a residence
permit. – У меня есть документ на жилье
Meine Aufenthaltserlaubnis ist abgelaufen. – My
residence permit is expired. – Мой документ на
жительство истек
16
Ich möchte sie verlängern. – I would like to extend it. –
Я бы хотел его продлить
die Arbeitserlaubnis – work permit – разрешение на
работу
die Unterschrift – signature - подпись
das Formular – form - формуляр
die Dokumente – documents - документы
der Pass – passport - паспорт
das Visum – visa - виза
die Staatsbürgerschaft – citizenship - гражданство
Aussprache – O- / Ö- / U- / Ü- Laute
Wie werden lange und kurze Ö- und Ü-Laute
gebildet?
Hier noch einmal die Regeln für die Bildung der Ö- und
Ü-Laute:
ß Ö (lang [O.], kurz [ß]): Sprechen Sie ein E und
runden Sie dann die Lippen wie beim O.
ß Ü (lang [y.], kurz [Y]): Sprechen Sie ein I und
runden Sie dann die Lippen wie beim U.
ß Beim Ö und Ü sind die Lippen wie beim Pfeifen
oder Küssen.
ß Ö und Ü gibt es lang/geschlossen und
kurz/offen.
Woran erkennt man im Schriftbild lange und kurze
Vokale?
Hier noch einmal die Regeln für lange und kurze
Vokale:
17
lange Vokale: Doppelschreibung des
Vokalbuchstaben (aa, ee, oo, ie) oder
nachfolgendes h oder ß
kurze
Vokale:
nachfolgender
Doppelkonsonant. Häufig (aber leider nicht
immer) folgen auf einen kurzen Vokal zwei
oder mehr Konsonanten.
1. Viele Ö- und Ü-Laute entstehen bei
der Pluralbildung. Bilden Sie die
Pluralformen der folgenden Wörter.
O-Laut
U-Laut
Ü-Laut
(Singular) Ö-Laut (Plural) (Singular) (Plural)
das Loch
der Kuss
das Wort
die Wurst
der Hof
der Koch
der Bruder
der Fluss
der Lohn
der Zug
der Ofen
der Flug
der Sohn
der Fuß
die Tochter
die Mutter
18
2. Sehen Sie sich die Singular-Wörter noch einmal an,
welche Wörter haben ein langes O, welche ein
kurzes O? Welche ein langes U, welche ein kurzes
U?
kurzer
O- Ö-Laut
Laut
(Plural)
(Singular)
Ü-Laut
kurzer U-Laut (Plural)
(Singular)
langer
O- Ö-Laut
Laut
(Plural)
(Singular)
Ü-Laut
langer U-Laut (Plural)
(Singular)
3. Vergleichen Sie nun die O und U in den
Singularwörtern mit den Ö und Ü in den
Pluralwörtern. Was fällt Ihnen auf?
19
kurzes U im Singular
......................... im Plural
langes U im Singular
......................... im Plural
kurzes O im Singular
......................... im Plural
langes O im Singular
......................... im Plural
Lösung
1.
O-Laut
(Singular)
Ö-Laut
(Plural)
U-Laut
Ü-Laut
(Singular) (Plural)
das Loch
die Löcher
der Kuss
die Küsse
das Wort
die Wörter
die Wurst
die Würste
der Hof
die Höfe
der Bruder die Brüder
der Koch
die Köche
der Fluss
die Flüsse
der Lohn
die Löhne
der Zug
die Züge
der Ofen
die Öfen
der Flug
die Flüge
der Sohn
die Söhne
der Fuß
die Füße
die Tochter die Töchter
die Mutter die Mütter
20
2.
kurzer O-Laut
Ö-Laut
(Plural)
(Singular)
kurzer U-Laut Ü-Laut (Plural)
(Singular)
das Loch
die Löcher
der Kuss
die Küsse
das Wort
die Wörter
die Wurst
die Würste
der Koch
die Köche
der Fluss
die Flüsse
die Tochter
die Töchter
die Mutter
die Mütter
langer O-Laut
Ö-Laut
(Plural)
langer U-Laut
Ü-Laut (Plural)
(Singular)
(Singular)
der Hof
die Höfe
der Bruder
die Brüder
der Lohn
die Löhne
der Zug
die Züge
der Ofen
die Öfen
der Flug
die Flüge
der Sohn
die Söhne
der Fuß
die Füße
3.
kurzes U im Singular
kurzes Ü im Plural
langes U im Singular
langes Ü im Plural
kurzes O im Singular
kurzes Ö im Plural
langes O im Singular
langes Ö im Plural
21
Lektion 5.
Um Hilfe bitten
Braucht ihr Hilfe? Erfahrt hier, wie man auf Deutsch
danach fragt.
Entschuldigung, kannst du mir helfen? – Excuse me, can
you help me? - Извини, можешь помочь мне?
Entschuldigung, können Sie mir helfen? – Excuse me,
can you help me? - Извините, вы можете помочь мне?
Ich habe eine Frage. – I have a question. – У меня есть
вопрос
Ja, natürlich. – Yes, of course. – Да, конечно
Vielen Dank. – Thank you very much. – Спасибо
большое
Wissen Sie, wo das ist? – Do you know where it is? –
Вы знаете, где это?
Leider nicht. – Unfortunately not. – К сожалению, нет
Ich spreche kein Deutsch. – I don’t speak German. – Я
не разговариваю на немецком
Ich verstehe das nicht. – I don't understand that. – Я не
понимаю этого
Was bedeutet das? – What does that mean? – Что это
значит?
Wie bitte? – I beg your pardon? – Прощу прощения
Können Sie das wiederholen bitte? – Could you please
repeat that? – Повторите, пожалуйста, это еще раз?
Können Sie bitte langsamer sprechen? – Could you
please speak more slowly? – Можете говорить
помедленнее?
22
Entschuldigung, sprechen Sie Englisch? – Excuse me, do
you speak English? – Извините, вы говорите на
английском?
Entschuldigung, wo ist die Information? – Excuse me,
where is the information desk? – Извините, где
находится информационный стол?
Deutsch lernen
Grammatik, Vokabeln, sich bei einem Sprachkurs
anmelden – in dieser Lektion dreht sich alles ums
Deutschlernen.
die deutsche Sprache – German language – Немецкий
язык
die Grammatik – grammar - Грамматика
die Vokabeln – vocabulary – Запас слов
der Deutschkurs – German course – Немецкий курс
Ich möchte mich für einen Kurs anmelden. – I would like
to sign up for a course. – Я бы хотел записаться на
курсы
Ich möchte Deutsch lernen. – I would like to learn
German.- Я хотел бы учить немецкий
Ich spreche ein bisschen Deutsch. – I can speak some
German. - Я могу говорить немного на немецком
Ich spreche kein Deutsch. – I don't speak German. – Я
не говорю на немецком
die Niveaustufe – level - Уровень
Ich lerne Deutsch. – I'm learning German. – Я учу
немецкий
die Lehrerin – teacher – учитель
die Prüfung – test - тест
23
die Fremdsprache – foreign language – иностранный
язык
Ich spreche Englisch. – I speak English. – Я говорю на
английском
Ich spreche Arabisch. – I speak Arabic. – Я говорю на
арабском
Aussprache – Wortakzent bei Komposita
1. Ein Haus-Quiz
1. Wie heißt ein Haus, in dem man wohnen kann?
2. Wie heißt ein Haus, in dem nur eine Familie wohnt?
3. Wie heißt ein Haus, in dem nur zwei Familien wohnen?
4. Wie heißt ein Haus, das sehr hoch ist?
5. Wie heißt ein Haus, in dem viele Büros sind?
6. Wie heißt ein Hochhaus, in dem viele Büros sind?
7. Wie heißt ein Hochhaus, das der Universität gehört?
8. Wie hoch ist etwas, das so hoch wie ein Haus ist?
5. Wie heißt der Schlüssel zum Haus?
6. Wie heißt die Tür zum Haus?
7. Wie heißt der Schlüssel zur Haustür?
8. Wie heißt das Haus, in dem viele Kranke sind?
9. Wie heißt ein kleines Haus, in das viele Leute am
Wochenende fahren?
10. Wie heißt eine Frau, die nicht arbeiten geht, sondern zu
Hause bleibt und sich um den Haushalt kümmert?
11. Wie heißt der Mann (Meister), der sich um ein Haus
kümmert, Reparaturen macht und den Garten sauber macht?
24
Hier noch einmal die Regel zum Wortakzent:
Bei Komposita (Substantive) trägt das Bestimmungswort
den Wortakzent. Bei zweisilbigen deutschen Wörtern ist
das meist der 1. Bestandteil (Wohnhaus). Ist das Wort
mehrsilbig oder ist das Wort ein Fremdwort, liegt der
Wortakzent des Gesamtwortes auf dem Wortakzent des
Bestimmungswortes
(Einfamilienhaus,
Universitätshochhaus).
2. Unterstreichen Sie in den Wörtern im Haus-Quiz
die Wortakzentsilbe. Vergleichen Sie dann mit dem
Lösungsschlüssel und sprechen Sie die Wörter dann
laut aus. Klopfen Sie beim Wortakzent auf den Tisch
oder klatschen Sie in die Hände
Lösungsschlüssel:
1.
Wohnhaus
2. Einfamilienhaus
3.
Zweifamilienhaus 4.Hochhaus 5. Bürohaus 6.
Bürohochhaus 7.Universitätshochhaus 8. Hochhaus 9.
Hausschlüssel
10. Haustür 11. Haustürschlüssel 12.
Krankenhaus
13. Wochenendhaus 14. Hausfrau 15.
Hausmeister
Lektion 6.
Arbeit und Beruf
Was macht ihr beruflich? Hier findet ihr eine Auswahl
an Sätzen und Vokabeln, um über euren Beruf zu
sprechen.
25
der Beruf – occupation - профессия
Was machst du beruflich? – What do you do for a living?
– Чем ты зарабатываешь на жизнь?
Was machen Sie beruflich? – What's your job? – Какая
у Вас работа?
Was bist du von Beruf? – What's your profession? –
Какая у тебя профессия?
Was sind Sie von Beruf? – What do you do? – Кто Вы
по профессии?
Ich bin Bauarbeiter. – I'm a construction worker. – Я
строитель
Ich bin Polizistin. – I'm a policewoman. – Я
полицейская
Ich bin arbeitslos. – I'm unemployed. – Я безработный
Ich studiere. – I am a university student. – Я студент
Ich mache eine Ausbildung. – I do vocational training. –
Я занимаюсь профессиональным обучением
arbeiten – to work - Работать
die Arbeit – job - Работа
Ich suche Arbeit. – I'm looking for a job. – Я ищу
работу
Berufe
Ärztin, Koch oder Taxifahrerin – hier erfahrt ihr, wie
diese und andere Berufe auf Deutsch heißen.
die Ärztin – doctor - Доктор
Ich bin Ärztin. – I'm a doctor. - Я доктор
der Lehrer – teacher – Учитель
Ich möchte Lehrer werden. – I want to be a teacher. – Я
хочу быть учителем
26
die Erzieherin – pre-school/activities teacher –
дошкольный/преподаватель, воспитатель
der Krankenpfleger – nurse - медсестра
die Journalistin – journalist - журналист
der Ingenieur – engineer - инженер
die Computerspezialistin – computer specialist программист
der Architekt – architect - архитектор
die Taxifahrer – taxi driver - таксист
der Busfahrer – bus driver– водитель автобуса
die Frisörin – hairstylist - парикмахер
der Koch – cook - повар
die Verkäuferin – saleswoman - продавец
der Kfz-Mechatroniker – mechatronics engineer –
инженер мехатроники
die Handwerkerin – craftswoman – мастерица
Aussprache – U- und O-Laute
1. Welche Lebensmittel, Getränke oder andere
Dinge mit O und U, die man kaufen kann, kennen
Sie? Ordnen Sie die Sachen in die Tabelle ein.
langes O
kurzes O langes U
kurzes U
2. Es gibt zwei O-Laute: ein langes geschlossenes O
und ein kurzes offenes O. Welche Schreibweisen
27
für die O-Laute gibt es? Schreiben Sie jeweils ein
Beispiel dazu
3. Es gibt zwei U-Laute: ein langes geschlossenes U
und ein kurzes offenes U. Welche Schreibweisen
für die U-Laute gibt es? Schreiben Sie jeweils ein
Beispiel dazu.
4. Wer kauft was? Bilden Sie nun Sätze. Sagen Sie
sie laut.
Beispiel: Simone kauft nur ein Brot. Otto kauft nur
Kartoffeln.
Simone kauft nur Sachen mit langem O:
Otto kauft nur Sachen mit kurzem O:
Ute kauft nur Sachen mit langem U:
Ulla kauft nur Sachen mit kurzem U:
Lösung
(andere Wörter sind natürlich auch möglich)
langes O
Brot
Zitrone
Boot
Bohnen
kurzes O
Kartoffeln
Pommes
Torte
Socken
langes U
Nudeln
Kuchen
Stuhl
Schuhe
28
kurzes U
Butter
Fruchteis
Zucker
Wurst
Lektion 7.
Telefon und E-Mail
Ob Telefonnummer oder E-Mail-Adresse – diese
Lektion hilft euch, in Kontakt zu bleiben.
die Telefonnummer – phone number – номер телефона
Wie ist deine Telefonnummer? – What's your phone
number? – Какой у тебя номер телефона?
Wie ist Ihre Telefonnummer? – What's your phone
number? – Какой у тебя номер телефона?
Meine Telefonnummer ist 0735455577. – My phone
number is 0735455577. – Мой номер телефона
0735455577
die E-Mail-Adresse – email address – адрес почты
Kannst du mir deine E-Mail-Adresse geben? – Can you
give me your email address? – Можешь дать мне свой
адрес почты?
Wie ist Ihre E-Mail-Adresse? – What's your email
address? - Какой у Вас адрес почты?
Meine E-Mail-Adresse ist hallo@dw.com– My email
address is hallo@dw.com. – Моя почта hallo@dw.com
anrufen – to call - Позвонить
29
Kann ich dich anrufen? – Can I call you? – Могу я
позвонить тебе?
Kann ich Sie anrufen? – Can I call you? - Могу я
позвонить Вам?
das Handy – cell phone – сотовый телефон
die Handy-Nummer – cell phone number - номер
сотового телефона
Ich habe kein Handy. – I don't have a cell phone. - У
меня нет сотового телефон
Ich habe keine E-Mail-Adresse. – I don't have an email
address. – У меня нет электронной почты
Bist du auf Facebook? – Are you on Facebook? – У тебя
есть Facebook?
Hast du WhatsApp? – Are you on WhatsApp? - У тебя
есть WhatsApp?
Zahlen
Hier lernt ihr die Zahlen von 0 bis 20.
die Zahl – number – номер
null – zero - ноль
eins – one - один
zwei – two - два
drei – three - три
vier – four - четыре
fünf – five - пять
sechs – six - шесть
sieben – seven - семь
acht – eight – восемь
neun – nine - девять
zehn – ten - десять
30
elf – eleven - одиннадцать
zwölf – twelve - двенадцать
dreizehn – thirteen- тринадцать
vierzehn – fourteen - четырнадцать
fünfzehn – fifteen - пятнадцать
sechszehn – sixteen - шестнадцать
siebzehn – seventeen - семнадцать
achtzehn – eighteen - восемнадцаь
neunzehn – nineteen - девятнадцать
zwanzig – twenty – двадцать
Aussprache – Der Vokalneueinsatz
Vokale und Diphthonge am Wort- und Silbenanfang
werden nicht mit der vorangehenden Silbe oder dem
vorangehenden Wort verbunden, sondern neu
eingesetzt. Es kommt eine sehr kurze Stimmpause und
dann wird die Stimme wieder fest eingesetzt.
Das Sternchen* kennzeichnet den Vokalneueinsatz.
Wenn man langsam spricht, ist er viel besser zu hören,
als wenn man schnell spricht.
100
*Einhundert
111
*Einhundert*elf
1. Lesen Sie die folgenden Zeitangaben. Schreiben
Sie dazu zuerst die Zahlen als Wörter. Markieren
Sie die Vokale mit Vokalneueinsatz.
8.41 Uhr
11.11 Uhr
1.28 Uhr
14.39 Uhr
31
17.58 Uhr
*acht
*Uhr
*ein*undvierzig
2. Telefonieren.
Lesen
Sie
die
folgenden
Telefonnummern. Im Deutschen gibt es mehrere
Möglichkeiten, seine Telefonnummer zu sagen.
Entweder man nennt die Zahlen einzeln oder man
fasst zwei oder drei Zahlen zusammen. Schreiben
Sie dazu zuerst die Zahlen als Wörter.
Unterstreichen
Sie
die
Vokale
mit
Vokalneueinsatz.
Beispiel:
9008101
900 81 0 1
oder
984113
98 41 13
oder
100 12 48 08
5317368
43 18 21 48
1114849
888 14 35 01
3. Sie arbeiten in einem Büro. Ihr Kollege ist gerade
nicht da und das Telefon klingelt. Jemand ruft an
und bittet Sie, Ihrem Kollegen die Nummer und
eine Zeit zu nennen, zu der Ihr Kollege
zurückrufen soll.
Beispiel: „Sie sollen um 8.41 Uhr die Nummer 100
12 48 08 anrufen.“
32
11.11 Uhr
1.28 Uhr
14.39 Uhr
17.58 Uhr
Tel. 5 3 1 7 3 6 8
Tel. 43 18 21 48
Tel. 1 1 1 4 8 4 9
Tel. 888 14 35 01
Lösung
1.
8.41 Uhr
*acht *Uhr *elf
11.11 Uhr
*elf *Uhr *elf
1.28 Uhr
*ein *Uhr *acht*undzwanzig
14.39 Uhr
vierzehn *Uhr neun*unddreißig
17.58 Uhr
siebzehn *Uhr *acht*undfünfzig
2.
100 12 48 08 *Einhundert Zwölf *Acht*undvierzig Null *Acht
5 3 1 7 3 6 8 Fünf Drei *Eins Sieben Drei Sechs *Acht
43 18 21 48 Dreizehn *Achtzehn *Ein*undzwanzig *Acht*undvierzig
1114849
Æ
*Eins *Eins *Eins Vier *Acht Vier Neun
888143501 *Achthundert*acht*und*achtzig Vierzehn Fünf*unddreißig
Null *Eins
Lektion 8.
Monate
Hier erfahrt ihr, wie die Monate und die Jahreszeiten auf
Deutsch heißen.
das Jahr – year - год
der Monat – month - месяц
der Januar – January - Январь
33
Es ist Januar. – It's January. – Это январь
im Januar – in January – в Январе
der Februar – February - Февраль
der März – March - Март
der April – April - Апрель
der Mai – May - Май
der Juni – June - Июнь
der Juli – July - Июль
der August – August - Август
der September – September - Сентябрь
der Oktober – October - Октябрь
der November – November - Ноябрь
der Dezember – December – Декабрь
der Frühling – spring - весна
der Sommer – summer – лето
der Herbst – autumn - осень
der Winter – winter - зима
Tage
Von Montag bis Sonntag, von gestern bis übermorgen –
hier lernt ihr die Tage zu benennen.
der Tag – day - день
der Montag – Monday – Понедельник
am Montag – on Monday – В понедельник
der Dienstag – Tuesday - Вторник
der Mittwoch – Wednesday - Среда
der Donnerstag – Thursday - Четверг
der Freitag – Friday – Пятница
der Samstag – Saturday - Суббота
der Sonntag – Sunday - Воскресенье
34
die Woche – week - неделя
diese Woche – this week – эта неделя
nächste Woche – next week – следующая неделя
das Wochenende – weekend - выходные
am Wochenende – on the weekend – на выходных
heute – today - сегодня
gestern – yesterday - вчера
vorgestern – the day before yesterday - позавчера
morgen – tomorrow - завтра
übermorgen – the day after tomorrow - послезавтра
Aussprache – ch-Laute
ch - Die Regeln im Überblick
• Das ch wird nach u, o, a und au als [x]
(ganz weit hinten wie beim Schnarchen
gebildet: acht, suchen, Tochter, auch.
• Das ch wird nach den anderen Vokalen, nach l, n,
r und in der Endung –chen als [C] (Zähne sind
aufeinander, Lippen ganz breit, Luft ausstoßen)
gebildet: München, ich, Töchter, Chemie, China.
• Das ch wird in der Verbindung –CHS als [k]
gesprochen: Sachsen, sechs.
• Das ch wird am Anfang einiger
Fremdwörter und deutscher Namen als
[k] gesprochen: Chor, Chemnitz.
• Das ch wird am Anfang einiger Fremdwörter als [S]
gesprochen: Chance, Chef.
• Das ch wird am Anfang einiger Fremdwörter als
[tS] gesprochen: Checkliste, Chile.
ich-Laut [C]
35
ach-Laut [x]
+
nach a wie in acht
nach e wie in sechzig
nach i wie in ich
nach o wie in
Tochter
nach u wie in suchen
nach ä wie in Nächte
nach ö wie in
Töchter
nach ü wie in
Bücher
nach ei wie in reich
nach au wie in auch
nach eu wie in euch
nach l wie in Milch
nach r wie in Kirche
nach n wie in
manche
in –chen wie in
Mädchen
+
+
+
+
+
+
+
+
+
+
+
+
+
+
Lektion 9.
Uhrzeit
Wie spät ist es? Lernt, wie man auf Deutsch die Uhrzeit
sagt.
die Uhr – clock - часы
36
Entschuldigung, wie viel Uhr ist es? – Excuse me, what
time is it? – Извините, который сейчас час?
Entschuldigung, wie spät ist es? – Excuse me, what time
is it? - Извините, сколько времени?
Es ist zwei Uhr. – It's two in the afternoon. – Два часа
дня
Es ist 14 Uhr. – It's two in the afternoon. – Два часа дня
Es ist Viertel nach acht. – It's quarter past eight. –
Четверть восьмого
Es ist halb drei. – It's half past two. – Половина
третьего
Es ist Viertel vor zwölf. – It’s quarter to twelve. – Без
пятнадцати двенадцать
Es ist zwanzig vor zehn. – It's twenty to ten. – без
двадцати десять
Es ist zehn nach sieben. – It's ten past seven. – десять
минут восьмого
Wir treffen uns um 15 Uhr. – We're meeting at 3:00 p.m.
– Мы встретимся в 3 часа дня
die Stunde – hour - час
Das dauert eine halbe Stunde. – It takes half an hour. –
Это займет полчаса
die Minute – minute - минута
Es dauert fünf Minuten. – It takes 5 minutes. – Это
займет 5 минут
Das geht von zwei bis drei Uhr. – It runs from 2:00 p.m.
to 3:00 p.m. – он работает с 2 до 3 часов дня
Tagesablauf
Manche Handlungen wiederholen wir jeden Tag. Lernt,
euren Tag auf Deutsch zu beschreiben.
37
morgens – in the morning – утром
Ich stehe um acht Uhr auf. – I get up at 8:00 a.m. – я
встаю в 8 утра
frühstücken – to have breakfast - завтракать
Ich putze mir die Zähne. – I brush my teeth. – Я чищу
зубы
Ich dusche täglich. – I shower every day. – Я моюсь
каждый день
Ich wasche mir die Haare. – I wash my hair. – Я мою
голову
Ich ziehe mich an. – I get dressed. – Я одеваюсь
Um neun Uhr fahre ich zur Arbeit. – I go to work at nine
o'clock. – Я еду на работу в 9 часов
mittags – at noon – в полдень
die Mittagspause – lunch break – обеденный перерыв
Um eins esse ich zu Mittag. – I have lunch at one p.m. –
У меня обед в час дня
abends – in the evening - вечером
Ich mache um 18:30 Feierabend. – I finish work at 6:30
p.m.- Я работаю до 6:30 вечера
Ich gehe nach Hause. – I go home. – Я иду домой
Nachts – at night - ночью
Ich gehe um 22 Uhr ins Bett. – I go to sleep at 10:00
p.m. – Я иду спать в 10 часов вечера
Aussprache – Melodie im Satz und vor Pausen
Die Melodie im Deutschen ist stark mit der
Akzentuierung und dem Rhythmus verbunden. Die
Intervalle zwischen zwei Pausen sind dabei relativ lang.
38
Im Deutschen werden wie in vielen anderen Sprachen
hauptsächlich drei melodische Grundmuster verwendet:
die fallende, die steigende und die gleichbleibende
Melodie.
Im Unterschied zu anderen Sprachen ist das Fallen und
Steigen relativ stark und gleichmäßig, besonders am
Satzende in Aussagesätzen fällt die Stimme sehr tief.
Insgesamt ist der Sprechstimmumfang aber (im
Gegensatz z.B. zu vielen slawischen Sprachen) relativ
gering. Deshalb klingt das Deutsche für viele Lerner
häufig distanziert, unemotional oder unfreundlich.
1. fallende Melodie am Satzende (↓) – sie zeigt, dass
eine Aussage abgeschlossen ist:
in Aussagesätzen:
Heute fahre ich nach
Berlin. ↓
in Ergänzungsfragen (W-Fragen): Wie heißt du? ↓
in Fragen mit „Gegensätzen“:
Wohnst du in
München
oder
Leipzig? ↓
Möchten Sie Tee oder
Kaffee? ↓
in Imperativen:
Machen Sie bitte die Tür
zu! ↓
in sehr unfreundlich formulierten Fragen: Thomas, hast
Du endlich dein Zimmer aufgeräumt? ↓
2. steigende Melodie am Satzende (↑):
in Entscheidungsfragen (Ja-Nein-Fragen): Hast du im
Mai Geburtstag? ↑
39
in Nachfragen: Entschuldigung Æ, ich habe den Namen
nicht verstanden Æ: Wie heißt du? ↑
in Fragen, die grammatisch nicht als Fragen markiert
sind: Das ist Herr Meyer? ↑
in freundlichen Ergänzungsfragen: Wer hat das Schnitzel
bestellt? ↑
3. gleichbleibende Melodie vor Pausen ( ) – sie zeigt,
dass eine Aussage noch nicht abgeschlossen ist:
in Satzverbindungen:Weil es regnet - gehe ich ins
Kino. ↓
in Aufzählungen: Es gab Brot - Butter Æ und
Wurst.↓
Lektion 10.
Absagen
Manchmal ist es unvermeidlich, einen Termin
abzusagen. Man sollte aber zumindest die richtigen
Worte dafür finden!
der Termin – appointment - встреча
Ich hatte einen Termin. – I had an appointment. – У
меня была встреча
Ich muss den Termin leider absagen. – Unfortunately, I
have to cancel the appointment. – К сожалению, я
вынужден отменить встречу
Ich kann leider nicht kommen. – Unfortunately, I can't
come. – К сожалению, я не могу прийти
Ich schaffe es leider nicht. – Unfortunately, I can't make
it. – К сожалению, я не смогу сделать это
40
Mir ist etwas dazwischengekommen. – Something came
up.- Что-то пришло в голову
Ich bin krank. – I'm sick. – я болен
Ich habe einen wichtigen Termin. – I have an important
appointment. – У меня важная встреча
Ich habe den Bus verpasst. – I missed the bus. – Я
опоздал на автобус
Ich komme etwas später. – I'm coming a bit later. – Я
приду немного позже
Es tut mir leid. – I'm sorry. – Мне очень жаль
Können wir das verschieben? – Can we change our
plans? – Можем ли мы изменить наши планы?
Das ist schade. – That's too bad. – Это очень плохо
Das macht nichts. – It doesn't matter. – Это не имеет
значение, ничего
Wir machen einen neuen Termin. – We'll arrange a new
appointment. – Мы договоримся о новой встрече
Verkehrsmittel
In dieser Lektion erfahrt ihr, wie die verschiedenen
Verkehrsmittel auf deutschen Straßen und Schienen
heißen.
der Nahverkehr – public transportation – общественный
транспорт
der Bus – bus - автобус
Ich fahre mit dem Bus. – I take the bus. – я поеду на
автобусе
die U-Bahn – subway, metro - метро
Ich nehme die U-Bahn. – I take the subway. – я поеду
на метро
41
die Straßenbahn – tram – трамвай
Die Straßenbahn fährt zum Hauptbahnhof. – The tram
goes to the main train station. – трамвай едет на
главный железнодорожный вокзал
die Haltestelle – stop -остановка
Sie müssen hier einsteigen. – You have to get in here. –
Вы должны садиться (в транспорт) здесь
Sie müssen hier aussteigen. – You have to get out here. –
Вы должны выйти здесь (из транспорта)
Sie müssen hier umsteigen. – You have to switch here. –
Вы должны здесь пересесть
das Fahrrad – bike - мотоцикл
Ich fahre mit dem Fahrrad. – I ride a bike. – Я езжу на
мотоцикле
das Auto – car - машина
Ich fahre mit dem Auto. – I drive a car. – Я езжу на
машине
das Taxi – taxi - такси
Aussprache – Der R-Laut: Konsonantisches und
vokalisches R
Das Deutsche kennt zwei verschiedene R-Laute: das
konsonantische R und das vokalische R. Wann welches
R gesprochen wird, sehen Sie in der Tabelle:
konsonantisch vokalisch
am Wort- oder Silbenanfang
(wie in Rose oder hö-ren, x
die Oh-ren, der A-me-ri-ka)
nach kurzem Vokal wie in
Herr
x
42
nach langem Vokal wie in
Ohr
x
nach Konsonant wie in Brot x
in –er wie in leider, aber
x
Es gibt einige dialektale und stilistische
Unterschiede darin, ob ein R konsonantisch
gesprochen wird:
Im Norden und im Osten Deutschlands und besonders
beim schnellen Sprechen wird das R häufig auch nach
kurzemVokal vokalisiert.
Beim sehr langsamen Sprechen und im Süden
Deutschlands, in der Schweiz und in Österreich wird
häufiger das konsonantische R gesprochen, meist dann
sogar als Zungenspitzen-R.
Im Norden spricht man ein Reibe- oder Zäpfchen-R.
Aber alle drei konsonantischen R sind Standard. Es wird
anders als das englische R gesprochen: Ein starker
Reibelaut ähnlich wie im Französischen oder das
Zungenspitzen-R ähnlich wie im Spanischen. Einfach
ableiten kann man das R vom [x]-Laut (Ach-Laut)
(Reibe-R). Auch Gurgeln mit Wasser klingt so ähnlich
wie R (Zäpfchen-R).
Für viele Lerner stellt die Aussprache des
konsonantischen R ein besonderes Problem dar.
Tatsächlich ist aber ein falscher konsonantischer R-Laut
für die Verständigung kein großes Problem. Viel
wichtiger ist die Unterscheidung von konsonantischem
und vokalischem R.
43
Lassen Sie die Lerner aus einem Text alle R
heraussuchen und sie werden feststellen, dass an vielen
Stellen das R vokalisiert wird und die Aussprache damit
viel leichter wird. In Wörtern auf –er wird die Endung
fast wie ein kurzes, schwaches a gesprochen.
Lektion 11.
Verreisen
Egal ob ihr fahrt oder fliegt, hier findet ihr Begriffe rund
um das Thema Reisen.
Ich möchte verreisen. – I want to travel. – Я хочу
путешествовать
Wohin fährst du? – Where are you traveling to? – Куда
ты едешь?
Ich möchte nach Berlin fahren. – I want to go to Berlin.
– Я хочу в Берлин
Ich möchte Freunde besuchen. – I want to visit friends. –
Я хочу посетить друзей
der Hauptbahnhof – main train station – главная ж/д
станция
der Zug – train - поезд
Entschuldigung, fährt der Zug nach Berlin? – Excuse
me, does the train go to Berlin? – Извините, поезд едет
до Берлина?
Entschuldigung, wann fährt der Zug? – Excuse me, when
does the train leave? – Извините, когда поезд
отправляется?
Der Zug fährt um 12:30 Uhr. – The train leaves at 12:30
p.m. – Поезд уезжает в 12:30 дня
44
Der Zug hat Verspätung. – The train is delayed. – Поезд
задерживается
die Bahn – train - поезд
Die Bahn fährt nach Potsdam. – The train goes to
Potsdam. – Поезд отправляется в Потсдам
der ICE – Intercity-Express – Междугородний
экспресс
Der ICE fährt nach München. – The ICE goes to
Munich. – Этот международный экспресс едет в
Мюнхен
das Flugzeug – airplane - самолет
Ich fliege nach Ägypten. – I'm flying to Egypt. – Я лечу
в Египет
die Fähre – ferry – паром
Ein Zugticket bitte
Wenn man mit dem Zug fahren will, muss man eine
Fahrkarte kaufen. Das ist aber nicht immer so einfach.
Wir helfen euch mit einigen Vokabeln!
die Fahrkarte/das Ticket – ticket - билет
Entschuldigung, wo kann ich eine Fahrkarte kaufen? –
Excuse me, where can I buy a ticket? – Извините, где я
могу купить билеты?
Entschuldigung, ich brauche ein Ticket nach Berlin. –
Excuse me, I need a ticket to Berlin. – Извините, мне
нужен билет в Берлин
Entschuldigung, wie viel kostet eine Fahrkarte nach
München? – Excuse me, how much is a ticket to
Munich? – Извините, сколько стоит билет в Мюнхен?
einfache Fahrt – one-way – в одну сторону
45
hin und zurück – round trip – поездка туда и обратно
Ich möchte einen Sitzplatz reservieren bitte. – I'd like to
reserve a seat. – Я хотел бы забронировать место
das Abteil – compartment - купе
der Großraumwagen – open coach – открытый
транспорт
für die erste Klasse – for first class – для первого
класса
für die zweite Klasse – for second class – для второго
класса
am Fenster – at the window – у окна
am Gang – on the aisle - у прохода
Aussprache – Die Konsonanten: s, ss, ß, z
Es gibt ein stimmloses S [s] und ein stimmhaftes S [z]
Haus
s
[s]
lassen
ss
[s]
Straße
ß
[s]
reisen
s
[z]
Sommer
s
[z]
ACHTUNG:
Zahn
z
[ts]
Ein paar Zungenbrecher zum Üben
• Sechs sächsische Säufer zahlen zehn tschechische
Zechen.
• Sechsundsechzig Schock sächsische Schuhzwecken.
• Zehn Ziegen zogen zehn Zentner Zucker zum Zoo.
• Am zehnten Zehnten zehn Uhr zehn zogen zehn
zahme Ziegen zehn Zentner Zucker zum Zoo.
46
•
Zwei Zwerge zielen mit den Zungen auf zahme
Ziegen mit zehn Jungen.
• Zwanzig Zwerge zeigen Handstand, zehn im
Wandschrank, zehn am Sandstrand.
• Zwischen zwei Zwetschgenbäumen zwitschern zwei
Schwalben.
• Der Zahnarzt zieht Zähne mit Zahnarztzange im
Zahnarztzimmer.
• Es lagen zwei zischende Schlangen zwischen
zwei spitzen Steinen und zischten
dazwischen.
• Bürsten mit schwarzen Borsten bürsten besser als
Bürsten mit weißen Borsten.
• Der Metzger wetzt das Metzgermesser mit des
Metzgers Wetzstein - mit des Metzgers Wetzstein
wetzt der Metzger sein Metzgermesser.
Lernen lernen – Wörter im Wörterbuch
nachschlagen
Das Wörterbuch kann Ihnen helfen, Texte zu verstehen
und sich gut auszudrücken. Und manchmal ist das
Wörterbuch der einzige und der sicherste Ratgeber,
wenn Sie die Bedeutung eines Wortes herausfinden
möchten. Auf diesem Arbeitsblatt geht es um das
effektive Nachschlagen von Wörtern im Wörterbuch.
Wenn Sie ein Wort im Wörterbuch nachschlagen,
möchten Sie es bestimmt schnell finden. Je besser Sie
das deutsche Alphabet beherrschen, desto schneller
können Sie ein Wort finden.
1.
Bearbeiten Sie die Übungen a) bis e).
47
a) Ordnen Sie die Buchstaben f, o, d, w, p, g nach
dem Alphabet.
b) Ordnen Sie die Wörter Kerze, Buch, Tasche,
Regal, Papier nach dem Alphabet.
c) Ordnen sie die Wörter Metropole, Mexikaner,
Mensch, Messer nach dem Alphabet.
d) Ordnen
Sie
die
Wörter
Deutschunterricht,
Deutschkurs,
Deutschland nach dem Alphabet.
e) Ordnen Sie die Wörter Butter, Bär, Büchse,
Börse, Bohne, Banane nach dem Alphabet.
Wenn Sie ein Wort im Wörterbuch gefunden haben,
finden Sie zahlreiche Informationen zu dem Wort.
2.
Was bedeuten die Informationen in den
Wörterbucheinträgen? Beantworten Sie die Fragen:
a) Warum steht hinter manchen Wörtern 1., 2., 3.?
b) Wo steht, wie das Wort ausgesprochen wird?
c) Was bedeutet ~?
d) Welche Informationen stehen in der Regel bei
Verben?
e) Wie kann man erkennen, wo ein Wort getrennt wird?
48
3.
Schlagen Sie die Wörter unten in Ihrem
Wörterbuch nach und beantworten Sie die Fragen
a) bis d).
a) Welchen Artikel hat das Wort Katze?
b) Steht die Präposition trotz mit dem Akkusativ, mit
dem Dativ oder mit dem Genitiv?
c) Wo trennt man die Wörter amüsant, Ampulle und
Altersheim?
d) Wie heißen die Partizipien der Wörter rennen,
laufen und schreiben?
Lösungen
Aufgabe 1
a) d, f, g, o, p, w
b) Buch, Kerze, Papier, Regal,
c) Mensch, Messer; Metropole, Mexikaner
d) Deutschkurs, Deutschland, Deutschunterricht
e) Banane, Bär, Bohne, Büchse, Butter, Börse
Aufgabe 2
a) Weil diese Wörter mehrere Bedeutungen haben.
b) Hinter dem Wort steht in Lautschrift, wie das Wort
ausgesprochen wird.
c) ~ steht für das Wort, das nachgeschlagen wird.
d) Bei Verben stehen die 3. Person Singular im
Präsens und im Präteritum sowie das Partizip II.
Bei Verben steht auch, welche Ergänzungen sie
fordern.
e) Wo ein Verb getrennt wird, erkennt man meist
an Punkten oder Strichen zwischen den
einzelnen Buchstaben.
49
Aufgabe 3
a) die
b) mit dem Genitiv
c) amü-sant; Am-pul-le; Al-ters-heim
d) gerannt; gelaufen; geschrieben
Lektion 12.
In der Stadt
Wie heißen die wichtigsten Gebäude und Plätze in einer
deutschen Stadt? Hier erfahrt ihr die Namen.
das Zentrum – city center – центр города
der Marktplatz – market square – рыночная площадь
das Rathaus – city hall – ратуша
die Post – post office - почта
Entschuldigung, wo ist die Post? – Excuse me, where is
the post office? – Извините, где почта?
die Schule – school - школа
der Supermarkt – supermarket - супермаркет
Der Supermarkt ist in der Nähe. – The supermarket is
close-by. – Супермаркет находится рядом
das Kino – movie theater - кинотеатр
die Bank – bank - банк
Entschuldigung, gibt es hier eine Bank? – Excuse me, is
there a bank around here? – Извините, где здесь банк
рядом?
der Geldautomat – ATM - банкомат
die Bushaltestelle – bus stop – автобусная остановка
die öffentliche Toilette – public bathroom –
общественный туалет
50
Den Weg beschreiben
Geradeaus, rechts und dann links – findet den richtigen
Weg auch auf Deutsch!
Entschuldigung, wie komme ich zum Hauptbahnhof? –
Excuse me, how do I get to the main train station? –
Извините, как мне добраться до главного
железнодорожного вокзала?
Entschuldigung, kennen Sie diese Adresse? – Excuse
me, do you know where this address is? - Извините, вы
знаете этот адрес?
geradeaus – straight ahead - прямо
Gehen Sie geradeaus. – Walk straight ahead. – идите
прямо
rechts – right- направо
Biegen Sie rechts ab. – Turn right. – Поверните
направо
links – left - налево
die Straße – street - улица
Nehmen Sie die nächste Straße links. – Turn left at the
next street. - Поверните налево на следующей улице
an der Ampel – at the stoplight – на светофоре
an der Kreuzung – at the intersection – на перекрестке
100 Meter – 100 meters – 100 метров
500 Meter – 500 meters – 500 метров
zu Fuß – by foot/to walk – пешком
Aussprache – Rhythmus und Pausen im Satz
Rhythmus, Pause
51
Jeder Satz hat im Deutschen ein bestimmtes
rhythmisches Muster, d. h. akzentlose und
akzentschwache Wörter und Silben sind um einen
kräftig hervorgehobenen Akzentgipfel gruppiert. Dieser
ist besonders laut, alle anderen Silben sind leiser und
weniger gut hörbar. Genauso wie der Rhythmus ist im
Deutschen auch die Pausierung wichtig. Pausen
gliedern eine Äußerung in Sinnabschnitte. Je langsamer
das Sprechtempo ist, desto größer werden Zahl und
Länge der Pausen. Dennoch muss der Spannungsbogen
über die gesamte Äußerung erhalten bleiben. Kommt
eine neue Information im Satz hinzu, wird diese meist
betont, sie erhält den Satzakzent. In sachlich-neutraler
Rede liegt diese neue Information (das Rhema) und
damit auch der Satzakzent tendenziell am Ende des
Satzes, während Bekanntes eher am Anfang des Satzes
steht.
Im Beispiel ist das Satzglied, das den Satzakzent trägt,
fett gedruckt, die Hauptakzentsilbe zusätzlich
unterstrichen. Das Rhythmusmuster ist mit Punkten
dargestellt, große Punkte sind kräftiger hervorzuheben,
je größer, desto stärker. Darum herum gruppieren sich
akzentlose und akzentschwache Silben. Pausen sind
durch / gekennzeichnet. Je langsamer man spricht, desto
mehr Pausen erhält der Satz. Pfeile kennzeichnen den
Melodieverlauf.
Sehen Sie, wie der Satzakzent „wandert“.
Lassen Sie die Lerner selbst solche Sätze bilden.
52
Deutsch.↓
Ich lerne Deutsch. ↓
Ich lerne an der Uni Deutsch. ↓
Ich lerne seit drei Wochen an der Uni Deutsch. ↓
Ich lade ein. ↓
Ich lade dich ein. ↓
Ich lade dich morgen ein. ↓
Ich lade dich morgen zu meiner Party ein. ↓
Ich lade dich morgen →/ zu meiner Party zu mir ein. ↓
Ich lade dich morgen →/ zu meiner Party →/ zu mir
nach Hause ein. ↓
Wenn es regnet,→
Wenn es regnet, →/ gehe ich ins Kino. ↓
Wenn es regnet, →/ gehe ich morgen ins Kino. ↓
Wenn es regnet, →/ gehe
ich morgen Nachmittag ins Kino. ↓ Wenn es regnet,
→/ gehe ich morgen Nachmittag →/ um fünfzehn Uhr
ins Kino. ↓
Lektion 13.
Farben
Die Welt ist bunt. Lernt, die Farben auf Deutsch zu
bezeichnen.
die Farbe – color - цвет
weiß – white - белый
Das ist weiß. – That's white. – Это белый
gelb – yellow - желтый
orange – orange - оранжевый
53
rot – red - красный
rosa – pink - розовый
lila – purple - фиолетовый
blau – blue - синий
hellblau – light blue - голубой
dunkelblau – dark blue – темно-синий
grün – green - зеленый
braun – brown - коричневый
grau – gray - серый
schwarz – black - черный
bunt – colorful - яркий
Mahlzeiten
In dieser Lektion geht es ums Essen: Wann gibt’s
Frühstück? Was gibt’s zum Nachtisch? Guten Appetit!
das Essen – food/meal - еда
Das Essen ist fertig. – Dinner is ready! (literally: Food is
ready.) – Ужин готов!
Ich habe Hunger. – I'm hungry. – Я голодный
Guten Appetit! – Enjoy your meal! – Приятного
аппетита!
das Frühstück – breakfast – завтрак
Wir frühstücken um acht Uhr. – We have breakfast at
8:00 a.m. – У нас завтрак в 8 утра
das Mittagessen – lunch - обед
Um zwölf gibt es Mittagessen. – Lunch is at 12 o'clock.
– Обед в 12 часов
das Abendessen – dinner/supper - ужин
Wir essen um 20 Uhr zu Abend. – We eat dinner at 8:00
p.m. – Мы ужинаем в 8 вечера
54
der Nachtisch – dessert - десерт
Was gibt’s zum Nachtisch? – What's for dessert? – Что
на десерт?
Ich bin satt. – I'm full. - Я наелся
Aussprache – Wortakzent in Präfix- und
Suffixverben
Wortakzent in Präfix- und Suffixverben
Ist das Präfix trennbar, liegt der Wortakzent auf dem
Präfix (anfangen). Ist das Verb nicht trennbar (z. B.
Verben mit den Vorsilben be-, ge-, er- ver-, zer-), liegt
der Wortakzent auf der Stammsilbe (verstehen).
1. Sortieren Sie die folgenden Verben. Sind sie
trennbar oder nicht? Markieren Sie den
Wortakzent. Lesen Sie danach die Wörter laut und
klatschen Sie oder klopfen Sie auf den Tisch, wenn
Sie den Wortakzent sagen. Denken Sie daran, dass
die Vokalqualität erhalten bleibt, ein langer Vokal
bleibt lang und gespannt, ein kurzer Vokal kurz
und ungespannt.
abfahren
bekommen bestellen anfangen verkaufen
aufstehen besuchen
verstehen versuchen zurückgeben
einsteigen fernsehen
verdienen vergessen anziehen
verlieren
bezahlen
einladen anrufen
nicht trennbare
trennbare Verben
Verben
(Akzent auf der
(Akzent auf der Vorsilbe)
Stammsilbe)
abfahren
bekommen
55
2. Lesen Sie die Substantive, die durch Derivation
aus den Verben gemacht wurden, suchen Sie das
dazugehörige Verb aus und bilden Sie die
3. Person Singular des Verbs. Achten Sie dabei
immer auf den Wortakzent! Er liegt auf derselben
Silbe wie bei dem zugehörigen Verb.
Substantiv
Verb im Infinitiv 3. Person Singular
der Anfang
anfangen
er fängt an
der Anruf
der Verkauf
die Abfahrt
die Bestellung
die Bezahlung
die Einladung
Lösung
1.
trennbare Verben
nicht trennbare Verben
(Akzent auf der Vorsilbe) (Akzent auf der Stammsilbe)
abfahren
bekommen
anfangen
bestellen
anrufen
besuchen
anziehen
bezahlen
aufstehen
verdienen
56
einladen
einsteigen
fernsehen
zurückgeben
2.
Substantiv
der Anfang
der Anruf
der Verkauf
die Abfahrt
die Bestellung
die Bezahlung
die Einladung
vergessen
verkaufen
verlieren
verstehen
versuchen
Verb im Infinitiv
anfangen
anrufen
verkaufen
abfahren
bestellen
bezahlen
einladen
3. Person Singular
er fängt an
er ruft an
er verkauft
sie fährt ab
sie bestellt
sie bezahlt
sie lädt ein
Lektion 14.
Kaufen und bezahlen
Hier lernt ihr, euch in einem deutschen Supermarkt
zurechtzufinden.
Entschuldigung, wo finde ich Waschmittel? – Excuse
me, where is the laundry detergent? – Извиние, где
стиральный порошок?
Entschuldigung, was kostet das? – Excuse me, how
much does that cost? – Извините, сколько это стоит?
Das kostet 99 Cent. – It costs 99 cents. – Это стоит 99
центов
57
Das macht 10 Euro. – That'll be ten euros. – Это будет
десять евро
Wo ist die Kasse bitte? – Where's the check-out, please?
– Где касса?
Zahlen Sie bar? – Are you paying cash? – Вы платите
наличными?
Ich möchte mit Karte zahlen. – I would like to pay with
my credit card. – Я хотел бы оплатить картой
Wir akzeptieren keine Kreditkarten. – We do not accept
credit cards. – Мы не принимаем кредитные карты.
Das ist ein Sonderangebot. – That's a special offer. – Это
специальное предложение
kaufen – to buy - покупать
Ich kaufe Seife. – I'm buying soap. – Я покупаю мыло
Das ist zu teuer. – That's too expensive. – Это так
дорого
Möchten Sie eine Tüte? – Would you like a bag? – Тебе
нужна сумка?
Bitte sehr. – Here you go. – Ну вот
Danke schön. – Thank you very much. – Спасибо
большое
Lebensmittel kaufen
Brot, Käse, Joghurt – wir haben für euch eine
Einkaufliste
mit
verschiedenen
Lebensmitteln
zusammengestellt.
das Brot – bread - хлеб
Ich hätte gerne ein Brot. – I would like a loaf of bread. –
Я хотел бы буханку хлеба
der Käse – cheese - сыр
58
Ich möchte Käse kaufen. – I would like to buy some
cheese- Я хотел бы купить немного сыра
der Reis – rice - рис
Haben Sie Reis? – Do you have rice? - У тебя есть
рис?
die Nudeln – pasta - макароны
Wo finde ich Nudeln? – Where do I find the pasta? – Где
я могу найти макароны?
der Joghurt – yoghurt - йогурт
das Ei – egg - яйцо
Ich möchte sechs Eier bitte. – I would like six eggs,
please. – Я хотел бы 6 яиц, пожалуйста
die Butter – butter - масло
die Wurst – cold meat/sausage – холодное
мясо/колбаса
Ich hätte gerne 100 Gramm Wurst. – I would like 100
grams of cold meat. – Я хотел бы 100 грамм колбасы
das Fleisch – meat - мясо
Ich möchte ein halbes Kilo Fleisch. – I would like half a
kilo of meat. – Я хотел бы полкилограмма мяса
das Rindfleisch – beef - говядина
das Schweinefleisch – pork - свинина
das Hähnchen – chicken - курица
der Fisch – fish – рыба
Aussprache – sch, sp, st
sch, sp, st
sp und st warden
 am Wortanfang (Sport Æ [Sp0rt], Start Æ
[Start])
59

und am Silbenanfang (ver-sp[Sp]re-chen, ausst[St]ei-gen)
immer wie [Sp/St] ausgesprochen.
Im Wortinnern (gestern) bzw. wenn das sp/st zu zwei
verschiedenen Wortteilen gehört (aus-packen) und am
Wortende wird [st] und [sp] (Post) gesprochen
1. [st]/[sp] oder [Sp]/[St]?
Sortieren Sie die folgenden Wörter danach, wie sp
und st ausgesprochen werden.
Stadtplan – Osten – westlich - am besten – Tourist –
einsteigen - aussteigen - Straße – Haltestelle –
Endstation – Bahnsteig – Start – Speisewagen –
auspacken – Lastwagen – transportieren
[st],[sp]
[Sp],[St]
2. Tragen Sie in die Lücken sch, st oder sp ein.
Der Thomanerchor
Der Thomanerchor i__ nur ein halbes Jahrhundert
jünger als die __adt Leipzig und damit ihre älte__e
kulturelle Einrichtung. Mehr als 780 Jahre um__annt
nunmehr die von politi__en, __ädtischen, religiösen
und __ulischen Auseinandersetzungen geprägte
Chorge__ichte. Zum Thomanerchor gehörte eine
Klo__er__ule. Von 1723-1750 war Johann Seba__ian
60
Bach Thomaskantor. 1920 führte die er__e
Auslandstournee
unter
Karl
Straube
nach
Skandinavien. Der Chor ga__ierte seit der Zeit in
nahezu allen großen Musikzentren der Welt. Läng__
hatte der Chor einen fe__en Platz im Konzertleben
der Stadt Leipzig. Die Mitglieder des Chores, die
Thomaner, leben gemeinsam in ihrem Alumnat, von
ihnen liebevoll „Ka__en“ genannt, und lernen in der
Thomas__ule (Gymnasium) zu Leipzig. Auch die
zahlreichen Verpflichtungen des Thomanerchores wie
Konzertreisen im In- und Ausland, __allplatten-,
Rundfunk- und Fernsehauftritte bilden kün__leri__e
Höhepunkte. Georg Christoph Biller, ein__ selb__
Thomaner, ist der 16. Thomaskantor nach Bach. Im
Februar 1994 wurde er als Professor für Chorleitung
an die Hochschule für Musik und Theater Leipzig
berufen.
Lösung
1.
[st],[sp]
[Sp],[St]
Osten
westlich
am besten
Tourist
auspacken
Lastwagen
transportieren
Stadtplan
einsteigen
aussteigen
Straße
Haltestelle
Endstation
Start
Speisewagen
Bahnsteig
61
2. Der Thomanerchor
Der Thomanerchor ist nur ein halbes Jahrhundert
jünger als die Stadt Leipzig und damit ihre älteste
kulturelle Einrichtung. Mehr als 780 Jahre umspannt
nunmehr die von politischen, städtischen, religiösen
und schulischen Auseinandersetzungen geprägte
Chorgeschichte.
Zum
Stift
gehörte
eine
Klosterschule. Von 1723-1750 war Johann Sebastian
Bach Thomaskantor.
1920 führte die erste Auslandstournee unter Karl
Straube nach Skandinavien. Der Chor gastierte seit
der Zeit in nahezu allen großen Musikzentren der
Welt. Längst hatte der Chor einen festen Platz im
Konzertleben der Stadt Leipzig.
Die Mitglieder des Chores, die Thomaner, leben
gemeinsam in ihrem Alumnat, von ihnen liebevoll
„Kasten“ genannt, und lernen in der Thomasschule
(Gymnasium) zu Leipzig.
Auch
die
zahlreichen
Verpflichtungen
des
Thomanerchores wie Konzertreisen im In- und
Ausland,
Schallplatten-,
Rundfunkund
Fernsehauftritte bilden künstlerische Höhepunkte.
Georg Christoph Biller, einst selbst Thomaner, ist der
16. Thomaskantor nach Bach. Im Februar 1994 wurde
er als Professor für Chorleitung an die Hochschule für
Musik und Theater Leipzig berufen.
62
Lektion 15.
Obst kaufen
Lust auf Obst? Hier lernt ihr die Bezeichnungen für
verschiedene Obstsorten, die ihr Deutschland kaufen
könnt.
das Obst – fruit - фрукт
Ich möchte Obst kaufen. – I would like to buy some
fruit. - Я хотел бы немного фруктов
der Apfel – apple - яблоко
Ich möchte ein Kilo Äpfel, bitte. – I would like a kilo of
apples, please. – Я хотел бы килограмм яблок,
пожалуйста
die Banane – banana - банан
Ein Kilo Bananen bitte. – A kilo of bananas, please. –
килограмм бананов, пожалуйста?
die Orange – orange - апельсин
Fünf Orangen, bitte. – Five oranges, please. – 5
апельсинов, пожалуйста
die Kirsche – cherry - вишня
die Pflaume – plum - слива
die Erdbeere – strawberry - клубника
die Weintraube – grape - виноград
die Himbeere – raspberry - малина
die Zitrone – lemon - лимон
der Saft – juice - сок
der Obstsalat – fruit salad – фруктовый салат
Gemüse kaufen
Gemüse ist gesund und schmeckt. Hier lernt ihr,
verschiedene Gemüsesorten zu benennen.
63
das Gemüse – vegetable(s) - овощи
die Gurke – cucumber - огурец
Ich möchte zwei Gurken kaufen. – I would like to buy
two cucumbers. – Я хотел бы купить два огурца
die Tomate – tomato - помидор
die Zwiebel – onion - лук
Ein Kilo Zwiebeln bitte. – One kilo of onions, please. –
один килограмм лука, пожалуйста
die Paprika – pepper - перец
die Möhre – carrot - морковь
der Kohl – cabbage - капуста
der Brokkoli – broccoli – брокколи
der Salat – lettuce/salad - салат
der Spinat – spinach - шпинат
das Radieschen – radish - редька
Ich hätte gerne einen Bund Radieschen bitte. – I would
like a bunch of radishes, please. – Мне хотелось бы
пучок редиски, пожалуйста
die Aubergine – eggplant - баклажан
die Kartoffel – potato - картофель
Aussprache – L und R
L und R
Es gibt im Deutschen drei verschiedene Möglichkeiten,
ein konsonantisches R zu sprechen: das ZungenspitzenR, das Reibe-R und das Zäpfchen-R. Alle drei R sind
Standard. Es wird anders als das englische R
gesprochen: Ein starker Reibelaut ähnlich wie im
64
Französischen oder das Zungenspitzen-R ähnlich wie
im Spanischen.
In den meisten Teilen Deutschlands und im Fernsehen
und im Radio sprechen die meisten Sprecher das
Reibe-R und das Zäpfchen-R.
Das Reibe-R kann man einfach vom [x]-Laut (Ach-Laut)
ableiten.
Das Zäpfchen-R klingt wie beim Gurgeln.
Im Deutschen gibt es nur eine Aussprachemöglichkeit
für das L und Doppel-L. Es ist dem Englischen
Doppel-L in million oder billion sehr ähnlich.
1. Schreiben Sie eine Geschichte oder ein
Märchen. Dabei sollen möglichst viele der
unten angegebenen Wörter vorkommen. Lesen
Sie dann die Geschichte laut vor. Wenn Sie in
einer Gruppe Deutsch lernen: Wer hat die
beste Ge-schichte geschrieben?
Lampe Land lang
langsam langweilig Lastwagen
laut
Leben ledig leer
Lehrer/-in leicht
leise
Licht lieb
Lift
Linie
Löffel
Lohn
Luft
lachen landen laufen
leben
legen
lernen lesen lieben liegen
Rauch Rechn
Radio er
ung
Regal Regen
reich
Reis
Resta
Reise
urant richtig Richtung Rock
rot
Rotwein
Rundfa
Rücken ruhig hrt
rasieren rechnen reden
resen
reparier reserv rufen
65
en
ieren
2.
Können Sie auch Sätze oder kurze Geschichten
(fast) nur mit L-Wörtern oder nur mit RWörtern schreiben?
Die langweilige Lehrerin liebt einen ledigen
Lastwagenfahrer.
Rudi repariert einer reichen Restaurantbesitzerin
ihr rotes Rotweinregal.
Lektion 16.
Getränke
Einen Kaffee bitte? Erfahrt, wie ihr auf Deutsch
Getränke bestellen könnt.
Was möchtest du trinken? – What would you like to
drink?- Что бы ты хотел выпить?
Was möchten Sie trinken? – What would you like to
drink?- Что бы вы хотели выпить?
der Tee – tea - чай
Trinkst du Tee? – Do you drink tea? – Выпьешь чай?
Trinken Sie Tee? – Do you drink tea? - Выпьете чай?
Ich trinke gerne Tee. – I like tea. – Я люблю чай
der Kaffee – coffee – кофе
Einen Kaffee bitte! – A coffee, please. – Кофе,
пожалуйста
das Wasser – water - вода
stilles Wasser – still water – обычная вода
der Sprudel – sparkling water – вода с газом
die Apfelschorle – apple juice spritzer – яблочный сок
66
Eine Cola bitte! – A coke, please! – Колу, пожалуйста!
das Bier – beer - пиво
der Wein – wine - вино
Das esse ich
Was esst ihr gerne? Lernt, auf Deutsch zu sagen, was ihr
essen möchtet und was ihr nicht mögt.
Was isst du gerne? – What do you like to eat? – Что ты
любишь поесть?
Ich esse gerne Reis. – I like to eat rice. – Мне нравится
кушать рис
das Lieblingsessen – favorite food – любимая еда
Mein Lieblingsessen ist Pizza. – My favorite food is
pizza. – Моя любимая еда это пицца
Ich bin Vegetarier. – I'm a vegetarian. – Я вегетарианец
Isst du Fleisch? – Do you eat meat? – Ты ешь мясо?
Ich esse kein Schweinefleisch. – I don't eat pork. – Я не
ем свинину
Trinkst du Alkohol? – Do you drink alcohol? – Ты
пьешь алкоголь?
Nein, ich trinke keinen Alkohol. – No, I don't drink
alcohol.- Нет, я не пью алкоголь
Ja, ich trinke Alkohol. – Yes, I drink alcohol. – Да, я
пью алкоголь
Das ist süß. – It's sweet. – Это сладкое
Das ist salzig. – It's salty. – Это соленое
Das ist sauer. – It's sour. – Это кислое
Schmeckt es dir? – Does it taste good? – Это вкусно?
Ja, sehr gut! – Yes, very good. – Да, очень хорошо
Das ist lecker. – It's delicious. – Это вкусно
67
Nein, das schmeckt mir nicht! – No, that doesn't taste
good.- Нет, это не вкусно
Das schmeckt bitter. – It tastes bitter. – На вкус горький
Aussprache – n, ng, nk
n, ng, nk
Das ng [N] wird im Deutschen wie im englischen Wort
singer [s9NA] und nicht wie in finger [f9NgA]
ausgesprochen
Achtung: Wenn zwischen n und g/k ein
1. Wie spricht man die folgenden Wörter aus?
hinei
einkau
ngeh
angeben ankaufen ankleiden fen
gegangen en
schlan
singe
Junge
krank
Schlange k
Schrank
n
trinken unglaublich
[ng]
[nk]
[N]
[Nk]
2. Bilden Sie aus den Verben Substantive mit –
ung im Singular und im Plural. Alle Nomen auf
–ung sind feminin. Sprechen Sie die Substantive
dann laut. Achten Sie auf das ng.
Verb
Singular
Plural
bedeuten
bestellen
bewegen
bezahlen
buchen
68
einladen
erklären
erzählen
heizen
lesen
markieren
öffnen
rechnen
reservieren
wiederholen
wohnen
Lösung
1.
[ng]
hineingehen
unglaublich
angeben
[nk]
ankaufen
einkaufen
ankleiden
[N]
Junge
gegangen
singen
Schlange
[Nk]
trinken
krank
Schrank
schlank
2.
Verb
bedeuten
bestellen
bewegen
bezahlen
buchen
einladen
erklären
erzählen
Singular
Bedeutung
Bestellung
Bewegung
Bezahlung
Buchung
Einladung
Erklärung
Erzählung
69
Plural
Bedeutungen
Bestellungen
Bewegungen
Bezahlungen
Buchungen
Einladungen
Erklärungen
Erzählungen
heizen
Heizung
Heizungen
lessen
Lesung
Lesungen
markieren
Markierung
Markierungen
öffnen
Öffnung
Öffnungen
rechnen
Rechnung
Rechnungen
reservieren
Reservierung
Reservierungen
sitzen
Sitzung
Sitzungen
wiederholen
Wiederholung
Wiederholungen
wohnen
Wohnung
Wohnungen
Wortschatz
–
Umwelt
&
Gefühle
und
Gefühlsäußerungen
Aufgabe 1: In welcher Landschaft leben Sie?
Notieren Sie die Beschreibungen in der Tabelle.
Das gibt es in dieser Entfernung von dem Ort, wo ich
wohne.
1) weniger als 10 Kilometer
2) weniger als 50 Kilometer
3) mehr als 50 Kilometer, aber weniger als 500
Kilometer
Notieren Sie, was es in dieser Entfernung gibt:
1. weniger als 10 Kilometer:
2. weniger als 50 Kilometer:
3. mehr als 50 Kilometer, aber
weniger als 500 Kilometer:
der Hügel, - die Insel, -n
die Wiese, n
die Stadt, "–e
das Feld, -er das Dorf, "–er
70
die Fabrik, -en
der Bauernhof,
"–e
der Kanal, "–e
das
das Tal, "–er Industriegebiet,
das Meer, -e -e
der Hafen,
"–
einsame
Landschaften
wilde Natur
der
See,
-n
der
Wald
, "–
er der
Fluss, "–e der
Berg, -e das
Gebirge, - die
Küste, -n
Aufgabe 2: Manche Menschen fühlen das so und
andere so. Ergänzen Sie die Sätze. Benutzen Sie die
Vorgaben aus dem Kästchen.
1. Manche Menschen mögen keine Hunde.
Manche Menschen _____________ ihre
Hunde mehr als andere Menschen.
2. Manche Menschen _____________ in der
wilden Natur, manche fühlen sich dort sicher.
3. Manche Menschen _____________, wenn sie
allein sind, manche sind nur dann glücklich.
4. Die Menschen in der Stadt _____________, wenn
es regnet, aber die Bauern freuen sich.
5. Manche Menschen fühlen sich nicht wohl, wenn
Tiere
in
ihrer
Wohnung
sind,
andere
_____________.
6. Manche
zeigen
mit
Blumen,
dass
sie
_____________, andere zeigen es nicht.
71
7. Viele Menschen ___________ , wenn sie sehr
glücklich sind, manche weinen dann.
Angst haben - das angenehm finden – lieben – lachen nicht zufrieden sein - traurig sein - verliebt sein
Lösungen:
Aufgabe 2:
1) lieben
2) haben Angst
3) sind traurig
4) sind nicht zufrieden
5) finden das angenehm
6) verliebt sind
7) lachen
Lektion 17.
Kleidung I
Bluse, Hose oder Mantel – in dieser Lektion lernt ihr die
deutsche Bezeichnung für einige Kleidungstücke
kennen.
die Bluse – blouse - блузка
das Kleid – dress - платье
der Rock – skirt - юбка
das T-Shirt – T-shirt - футболка
das Hemd – shirt - рубашка
die Hose – pants/trousers - брюки
der Gürtel – belt - ремень
der Pullover – sweater/jumper - свитер
die Jacke – jacket - куртка
der Mantel – coat - пальто
72
der Hut – hat – шляпа
die Mütze – hat - шляпа
das Kopftuch – headscarf - платок
der Schal – scarf - шарф
Kleidung II
Zu groß, zu kurz, zu lang – passende Kleidung zu finden,
ist nicht immer einfach. Hier sind einige Sätze, die euch
helfen können.
die Schuhe – shoes - обувь
die Stiefel – boots - сапоги
die Hausschuhe – slippers - тапочки
die Socken – socks - носки
die Strumpfhose – tights/pantyhose - колготки
die Unterhose – underpants - трусы
der BH – bra - бюстгальтер
das Unterhemd – undershirt – нижняя рубашка
der Schlafanzug – pyjamas - пижама
Eine Nummer größer bitte. – A larger size, please. –
Побольше размер, пожалуйста
Eine Nummer kleiner bitte. – A smaller size, please. –
Поменьше размер, пожалуйста
Das passt mir nicht. – It doesn't fit. - Это не подходит
Das ist zu klein. – That is too small. – Это слишком
мало
Das ist zu groß. – That is too large. – Это слишком
велико
Das ist zu lang. – That is too long. – Это слишком
длинное
73
Das ist zu kurz. – That is too short. – Это слишком
коротко
Das steht dir gut. – It suits you. – Тебе идёт
Aussprache – Der Wortakzent in Abkürzungen
Wortakzent in Abkürzungen
Es gibt verschiedene Formen von Abkürzungen im
Deutschen:
• Abkürzungen, in denen die
Buchstaben einzeln gesprochen
werden (Buchstabenwörter) (ABC,
CDU, DRK, GmbH)
Der Akzent liegt auf dem letzten Buchstaben.
• Zusammensetzungen aus Buchstaben und Wort (SBahn, U-Boot)
Der Akzent liegt auf dem Einzelbuchstaben.
• Kurzwörter und Wortkürzungen (Kilo, Kita)
Der Akzent liegt meist auf der ersten Silbe.
Im Folgenden sehen Sie einige wichtige
Abkürzungen, ihre Aussprache und Bedeutung.
Beachten Sie, dass auch Abkürzungen, die aus
englischen Wörtern gebildet werden, normalerweise
mit deutscher Aussprache wiedergegeben werden
(CD, PC). Achten Sie auf die richtigen Artikel.
Abkürzung Aussprache
Bedeutung
Buchstab
enwörter
eine Unternehmensform:
die AG
a. 1ge.
die Aktiengesellschaft
die CD
tse. 1de.
aus engl.: compact disc
74
die CDU
das DRK
die DVD
der PC
die AOK
das NOK
die SMS
die USA
das ZDF
das WC
die GmbH
das Kilo
eine Partei: Christlichtse. de. 1u.
Demokratische Union
eine Organisation:
de. Er 1ka.
Deutsches Rotes Kreuz
aus engl.: digital versatil
de. fau 1de.
disc
aus engl.: personal
pe. 1tse.
computer
eine
Krankenversicherung:
a. o. 1ka.
Allgemeine
Ortskrankenkasse
eine Organisation:
Nationales Olympisches
En o. 1ka.
Komitee
aus engl.: short message
Es Em 1Es
service
aus engl.: United States of
u. Es 1a.
America
ein Fernsehsender:
Zweites Deutsches
tsEt de. 1Ef
Fernsehen
ve. 1tse.
aus engl.: water closet
eine Unternehmensform:
ge. Em be. 1ha. Gesellschaft mit
beschränkter Haftung
Kurzwörter und
Wortkürzungen
1ki.lo
Kilogramm
75
Kindertagesstätte
die Kita
1ki.ta.
(Kindergarten)
aus engl.: North Atlantic
die NATO
1na.to.
Treaty Organisation
Zusammensetzung
aus Buchstabe und
Wort
eine Währung: Deutsche
die D-Mark
1de. Mark
Mark
die S-Bahn
1Es ba.n
Schnellbahn
das U-Boot
1u. bo.t
Unterseeboot
C-Dur
1tse. du.A
eine Tonart in der Musik
ACHTUNG:
Ausnahmen
Personenkraftwagen
der PKW
1pe. ka. ve.
(Auto)
ein Fernsehsender:
Deutsche Welle
DW-TV
de. 1ve. te. fau Television
Lektion 18.
Beim Arzt
Fühlt ihr euch krank? Hier lernt ihr wichtige Begriffe für
einen Arztbesuch. Gute Besserung!
der Arzt – doctor - доктор
Ich möchte einen Termin bitte. – I would like an
appointment please. – Я хотел бы назначить встречу
Ich habe Fieber. – I have a fever. – У меня лихорадка
76
Mir ist schwindelig. – I'm dizzy. – У меня кружится
голова
Ich habe Schmerzen. – I'm in pain. – Мне больно
Wo haben Sie Schmerzen? – Where does it hurt? – Где
болит?
Welche Tabletten nehmen Sie? – What kind of
medication are you on? – Какое лекарство вы
принимаете?
Ich habe Durchfall. – I have diarrhea. – У меня диарея
Ich habe Verstopfung. – I'm constipated. – У меня запор
Ich habe eine Allergie. – I have an allergy. – У меня
аллергия
Ich habe Diabetes. – I have diabetes. – У меня диабет
Tut das weh? – Does that hurt? – Что болит? Здесь
больно?
Das tut weh. – It hurts. – Больно. Здесь болит.
die Blasenentzündung – bladder infection – инфекция
мочевого пузыря
Der Hals ist entzündet. – I have a throat infection. – У
меня ротовирусная инфекция
die Impfung – vaccination - вакцинация
das Rezept – prescription - рецепт
die Apotheke – pharmacy - аптека
Gute Besserung! – Get well soon! – Поскорее
поправляйся!
Im Krankenhaus
Für den Notfall – in dieser Lektion lernt ihr
lebensrettendes Vokabular für einen Aufenthalt im
Krankenhaus.
77
das Krankenhaus – hospital - больница
die Krankenschwester – nurse - медсестра
der Krankenwagen – ambulance – скорая помощь
Rufen Sie einen Krankenwagen bitte! – Call an
ambulance, please! – Позвоните в скорую помощь,
пожалуйста!
Das ist ein Notfall. – It's an emergency. – Это срочно
die Notaufnahme – emergency ward – Скорая помощь
Was ist passiert? – What happened? – Что случилось?
röntgen – X-ray - Рентген
der Bruch – fracture - Перелом
Das ist gebrochen. – It's broken. – Это сломано
die Betäubung – anesthetic - анестезия
Sie bekommen eine Spritze. – You'll get an injection. –
Вы получите инъекцию
Wir müssen Blut abnehmen. – We have to take a blood
sample. – Мы должны взять образец крови
die Operation – operation/surgery - операция
Das muss operiert werden. – It requires surgery. – Это
требует хирургического вмешательства
die Untersuchung – examination – экзамен
Aussprache – Konsonantenverbindungen
Konsonantenverbindungen
Genau wie für die langen und kurzen Vokale eignet
sich die Visitenkartenübung auch für die
Konsonantenhäufungen.
Verteilen
Sie
„Visitenkarten“ an Ihre Lerner. Die Namen darauf
sollen sich bis auf die Konsonantenverbindung kaum
unterscheiden.
Je
nach
gewünschtem
Schwierigkeitsgrad und Gruppengröße können Sie
78
mehr oder weniger unterschiedliche Visitenkarten
verwenden oder weitere Schwierigkeiten hinzufügen.
Die Lerner sollen sich die Namen untereinander nicht
zeigen.
Rufen Sie nun einen Namen auf und fragen Sie: „Wer
ist Herr oder Frau (Hoppe)?“ Die angesprochene
Person meldet sich und ruft eine andere Person auf
(„Ich bin Frau Hoppe und ich suche Frau Hopfe.“).
Achten Sie während der ganzen Übung darauf, dass die
Unterschiede zwischen den einzelnen Namen deutlich
werden.
Hier ein Beispiel für die Verbindung pf
Hoppe
Hoffe
Hopfe
Hopp
Hoff
Hopf
Pohl
Fohl
Pfohl
Hoppner
Hoffner
Hopfner
Hoppmann
Hoffmann
Hopfmann
Pohler
Fohler
Pfohler
qu wird im Deutschen immer als [kv] gesprochen.
Eine Reise durch Deutschland: Quickborn,
Questin, Quappendorf, Quitzdorf am See,
Quellendorf,
Quetzdölsdorf,
Querfurt,
Queienfeld, Questenberg, Quedlinburg
Die Schreibweisen für einige
andere
Konsonantenverbindungen [ks]
x (Text)
 ks (links)
 gs (du fragst)
79
[ts]
[tst]

z
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
tzt
chs (sechs)
(Zimmer)
tz (sitzen)
ts (rechts)
zz (Pizza)
ti(on) (Situation)
(er setzte)
ƒ zt (Arzt)
Schreibregel (z/tz): Nach langem Vokal und
Konsonanten schreibt man z (siezen, Holz), nach
kurzen Vokalen schreibt man tz (Netz).
Schreibregel (z/ts): Werden von Wörtern auf –t
Komposita gebildet, wird dazwischen häufig ein
Fugen-s gesetzt, so entsteht die Verbindung –ts(Arbeit-s-tag). Weiß man also, wie man die
Grundworte schreibt, schreibt man auch das
Kompositum richtig.
Geschäft + Reise Æ Geschäftsreise Holz + Tisch Æ
Holztisch
Lektion 19.
Körperteile
Lernt, die Körperteile zu benennen und zu sagen, wo was
wehtut.
der Körper – body - тело
der Arm – arm - рука
Mein Arm tut weh. – My arm hurts. – Моя рука болит
das Bein – leg - нога
Mein Bein tut weh. – My leg hurts. – Моя нога сломана
80
die Hand – hand - рука
der Fuß – foot - нога
der Finger – finger - палец
der Zahn – tooth - зуб
Ich habe Zahnschmerzen. – I have a toothache. –У меня
зубная боль
der Bauch – belly - живот
Ich habe Bauchschmerzen. – I have a stomach ache. – У
меня болит живот
der Kopf – head - голова
Ich habe Kopfschmerzen. – I have a headache. – У меня
болит голова
der Rücken – back - спина
Ich habe Rückenschmerzen. – I have back pain. – У
меня болит спина
der Hals – throat - горло
Mein Hals tut weh. – I have a sore throat. – У меня
болит горло
Beim Frauenarzt
In dieser Lektion bereiten wir euch auf einen Besuch
beim Frauenarzt vor.
der Frauenarzt – gynecologist - гинеколог
Ich habe meine Tage. – I have my period. – У меня
период
Ich habe starke Blutungen. – I have a heavy period. – У
меня тяжелый период
die Brüste – breasts - грудь
der Ultraschall – ultrasound - ультразвук
die Pille – the pill - таблетка
81
Aussprache – Konsonantenhäufungen
Konsonantenhäufungen
Machen Sie in einem Atlas oder im Internet (z. B.
mit Hilfe eines Routenplaners) eine Reise durch
Deutschland. Es gibt eine Menge Orte, die man
suchen kann.
z.B. nur Orte mit Qu: Quickborn, Questin,
Quappendorf, Quitzdorf am See, Quellendorf,
Quetzdölsdorf, Querfurt, Queienfeld, Questenberg,
Quedlinburg.
Lesen Sie die Ortsnamen laut vor, während Sie sie
auf der Karte ansehen. Finden Sie noch andere
schwierig auszusprechende Orte? Zum Beispiel
Ortsnamen, die auf –tzsch enden, oder Ortsnamen
mit tz, st, pf, tzt? Markieren Sie die Orte in einer
Landkarte und lesen Sie die Orte dann laut vor.
Tipp: Buchstabieren Sie die
Ortsnamen, die Sie gefunden
haben, ihrem Lernpartner oder
bitten Sie ihren Lernpartner oder
Ihre/n Lehrer/in, Ihnen schwierige
Ortsnamen zu buchstabieren.
Lektion 20.
Geburt
Geburtsvorbereitungskurs auf Deutsch: Hier findet
ihr nützliche Vokabeln und Sätze rund um das Thema
Geburt.
82
die Schwangerschaft – pregnancy - беременность
der Schwangerschaftstest – pregnancy test – тест на
беременность
Der Schwangerschaftstest ist positiv. – The pregnancy
test is positive. – Тест на беременность
положительный
Sie sind schwanger. – You are pregnant. – Ты
беременна
der Ultraschall – ultrasound - ультразвук
Im wievielten Monat sind Sie? – How far along are
you?/When's the baby due? – На каком Вы месяце?
Ich bin im vierten Monat schwanger. – I'm four months
pregnant – Я на четвертом месяце беременности
Es wird ein Junge. – It's a boy. – Будет мальчик
Es wird ein Mädchen. – It's a girl. – Будет девочка
die Geburt – birth - рождение
die Fehlgeburt – miscarriage - выкидыш
Kinder
Kinderarzt, Spielplatz, Windeln – in dieser Lektion dreht
sich alles um das Thema Kinder.
das Baby – baby - ребенок
Mein Baby ist drei Monate alt. – My baby is three
months old. – Моему ребенку 3 месяца
der Kinderarzt – pediatrician - педиатр
der Schnuller – pacifier - соска
das Fläschchen – bottle - бутылочка
stillen – to nurse - медсестра
die Windeln – diapers - подгузники
83
der Kinderwagen – baby carriage – детская коляска
das Kuscheltier – stuffed animal – мягкая игрушка
das Spielzeug – toy - игрушка
Wo können die Kinder spielen? – Where can the children
play? – Где дети могут поиграть?
der Spielplatz – playground – игровая зона
der Kindergarten – kindergarten – детский сад
Ich habe keine Betreuung für meine Kinder. – I don't
have any child care. - У меня нет няни для детей
Ich brauche einen Babysitter. – I need a babysitter. –
Мне нужна няня
Aussprache – Der Satzakzent
Der Satzakzent
Lesen Sie den Text leise. Schreiben Sie den Text dann
vollständig richtig auf.
Achten Sie auf Groß- und Kleinschreibung und die
Satzzeichen.
Markieren Sie dann:
ƒ 1. die Pausen (//)
ƒ 2. die Satzakzente (unterstreichen),
die Wortakzente des Satzakzentwortes (fett)
ƒ 3. die Melodie durch Pfeile
(abfallende Melodie ↓, ansteigende Melodie ↑,
gleichbleibende Melodie →)
Wissen Sie, wie die Geschichte weitergeht? In der
Lösung finden Sie das ganze Märchen.
Lösung
Rotkäppchen
Es war einmal ein kleines → , süßes Mädchen ↓ .//
84
Das hatte jedermann lieb→,// der sie nur
ansah→,// am allerliebsten aber ihre
Großmutter ↓ . //
Die wusste gar nicht→, // was sie dem Kinde alles geben
sollte ↓ . //
Einmal schenkte sie ihm ein rotes Käppchen→, // und
weil ihm das so gut stand → // und es nichts anderes
mehr tragen wollte→, // hieß es nur das Rotkäppchen. ↓
// Eines Tages sprach seine Mutter zu ihm: ↓ //
„Komm→, Rotkäppchen→, // da hast du ein
Stück Kuchen → // und eine Flasche Wein ↓ . //
Bring das der Großmutter hinaus. ↓ //
Sie ist krank und schwach ↓ . //
Mach dich auf →, // bevor es dunkel wird →, // und
wenn du hinauskommst→, // so geh hübsch sittsam
→ // und lauf nicht vom Wege ab ↓ . //
Sonst fällst du → // und zerbrichst das Glas → // und die
Großmutter hat nichts ↓ . // Und wenn du in ihre Stube
kommst→, // so vergiss nicht „Guten Morgen“ zu sagen
↓ .“//
„Ich will schon alles gut machen“, sagte Rotkäppchen
zur Mutter und gab ihr die Hand darauf. Die
Großmutter aber wohnte draußen im Wald, eine halbe
Stunde vom Dorf. Wie nun Rotkäppchen in den Wald
kam, begegnete ihm der Wolf. Rotkäppchen aber
wusste nicht, was das für ein böses Tier war, und
fürchtete sich nicht vor ihm. „Guten Tag,
Rotkäppchen“, sprach er. – „Schönen Dank, Wolf.“ –
„Wo hinaus so früh, Rotkäppchen?“
85
– „Zur Großmutter.“ – „Was trägst du unter der
Schürze?“ – „Kuchen und Wein; gestern haben wir
gebacken, da soll sich die kranke und schwache
Großmutter etwas zugute tun und sich damit stärken.“ –
„Rotkäppchen, wo wohnt deine Großmutter?“ – „Noch
eine gute Viertelstunde weiter im Walde, unter den drei
großen Eichbäumen, da steht ihr Haus, unten sind die
Nusshecken, das wirst du ja wissen“, sagte Rotkäppchen.
Der Wolf dachte bei sich: „Das junge, zarte Ding, das ist
ein fetter Bissen, der wird noch besser schmecken als die
Alte; du musst es listig anfangen, damit du beide
erschnappst.“ Da ging er ein Weilchen neben
Rotkäppchen her, dann sprach er: „Rotkäppchen, sieh'
einmal die schönen Blumen, die rings umher stehen,
warum guckst du dich nicht um? lch glaube, du hörst gar
nicht, wie die Vöglein so lieblich singen Du gehst ja für
dich hin, als wenn du zur Schule gingst, und ist so lustig
draußen in dem Wald.“
Rotkäppchen schlug die Augen auf, und als es sah, wie
die Sonnenstrahlen durch die Bäume hin und her tanzten
und alles voll schöner Blumen stand, dachte es: „Wenn
ich der Großmutter einen frischen Strauß mitbringe, der
wird ihr auch Freude machen; es ist so früh am Tag,
dass ich doch zu rechter Zeit ankomme“, lief vom Wege
ab in den Wald hinein und suchte Blumen. Und wenn es
eine gebrochen hatte, meinte es, weiter hinaus stünde
eine schönere, und lief danach und geriet immer tiefer in
den Wald hinein. Der Wolf aber ging geradewegs nach
dem Haus der Großmutter und klopfte an die Tür. „Wer
ist draußen?“
86
- „Rotkäppchen, das bringt Kuchen und Wein, mach
auf.“ - „Drück nur auf die Klinke“, rief die Großmutter,
„ich bin zu schwach und kann nicht aufstehen.“ Der
Wolf drückte auf die Klinke, die Tür sprang auf, und er
ging, ohne ein Wort zu sprechen, gerade zum Bett der
Großmutter und verschluckte sie. Dann tat er ihre
Kleider an, setzte ihre Haube auf, legte sich in ihr Bett
und zog die Vorhänge vor.
Rotkäppchen aber war nach den Blumen herumgelaufen,
und als es so viele zusammen hatte, dass es keine mehr
tragen konnte, fiel ihm die Großmutter wieder ein, und
es machte sich auf den Weg zu ihr. Es wunderte sich,
dass die Tür offen stand, und wie es in die Stube trat,
kam es ihm so seltsam darin vor, dass es dachte: „Ei, du
mein Gott, wie ängstlich wird mir heute zumute, und bin
sonst so gern bei der Großmutter!“ Es rief: „Guten
Morgen!“ bekam aber keine Antwort. Darauf ging es
zum Bett und zog die Vorhänge zurück; da lag die
Großmutter und hatte die Haube tief ins Gesicht gesetzt
und sah so wunderlich aus. „Ei, Großmutter, was hast du
für große Ohren?“ - „Dass ich dich besser hören kann!“
- „Ei, Großmutter, was hast du für große Augen?“ „Dass ich dich besser sehen kann!“ - „Ei, Großmutter,
was hast du für große Hände?“ - „Dass ich dich besser
packen kann.“ - „Aber, Großmutter, was hast du für ein
entsetzlich großes Maul?“
t „Dass ich dich besser fressen kann.“ Kaum hatte
der Wolf das gesagt, so tat er einen Satz aus dem
Bette und verschlang das arme Rotkäppchen.
87
Als der Wolf seine Gelüste gestillt hatte, legte er sich
wieder ins Bett, schlief ein und fing an, überlaut zu
schnarchen. Der Jäger ging eben an dem Hause vorbei
und dachte: „Wie die alte Frau schnarcht! Du musst doch
sehen, ob ihr etwas fehlt.“ Da trat er in die Stube, und
wie er vor das Bett kam, sah er, dass der Wolf darin lag.“
Finde ich dich hier, du alter Sünder;“ sagte er, „ich habe
dich lange gesucht.“ Nun wollte er seine Büchse
anlegen, da fiel ihm ein, der Wolf könnte die Großmutter
gefressen haben, und sie wäre noch zu retten. Deshalb
schoss er nicht, sondern nahm eine Schere, um dem
schlafenden Wolf den Bauch aufzuschneiden. Wie er ein
paar Schnitte getan hatte, da sah er das rote Käppchen
leuchten, und noch ein paar Schnitte, da sprang das
Mädchen heraus und rief: „Ach, wie war ich
erschrocken, wie war's so dunkel in dem Wolf seinem
Leib!“ Und dann kam die alte Großmutter auch noch
lebendig heraus und konnte kaum atmen. Rotkäppchen
aber holte geschwind große Steine, damit füllten sie dem
Wolf den Leib, und wie er aufwachte, wollte er
fortspringen aber die Steine waren so schwer, dass er
gleich niedersank und tot umfiel.
Da waren alle drei vergnügt. Der Jäger zog dem Wolf
den Pelz ab und ging damit heim, die Großmutter aß den
Kuchen und trank den Wein, den Rotkäppchen gebracht
hatte, und erholte sich wieder, Rotkäppchen aber dachte:
„Du willst dein Lebtag nicht wieder allein vom Wege ab
in den Wald laufen, wenn es dir die Mutter verboten
hat.“
88
Leseverstehen
–
Eine
Familie
und
ihre
Freizeitaktivitäten
1. Lesen Sie den Text und kreuzen Sie an: Sind
Aussagen richtig oder falsch?
Eine Familie und ihre Freizeitaktivitäten
Die Familie Garbade besteht aus 5 Personen: Michael,
dem Vater (47 Jahre alt), Marianne, der Mutter (43),
sowie den beiden Söhnen Lukas (17) und Alexander
(15) und der Tochter Brigitte (12). Die Mitglieder der
Familie Garbade haben viele Hobbys.
Die Eltern sind große Theaterfans und haben ein festes
Abonnement für das Stadttheater, so dass sie bei jeder
Premiere dabei sind. Der älteste Sohn interessiert sich
mehr für Filme und geht oft ins Kino. Er hat auch
schon selbst angefangen, eigene Filme zu drehen,
wofür er sich von seinem gesparten Geld eine
hochmoderne Videokamera gekauft hat. Alexander hat
auch Interesse am Theater, er hat großes Talent als
Schauspieler und überlegt, ob er sich nach dem Abitur
bei einer Schauspielschule bewerben soll. Brigitte ist
nicht so sehr an Kultur interessiert, sondern mehr an
Sport. Sie ist Mitglied in einem Turnverein und hat
schon an Wettbewerben teilgenommen und bei der
deutschen Jugendmeisterschaft den dritten Platz
erreicht. Darauf ist die ganze Familie sehr stolz.
Man könnte meinen, dass die Familie nur selten etwas
gemeinsam macht, weil alle verschiedene Interessen
haben. Das stimmt aber nicht. An freien Wochenenden,
wenn es keine Theaterpremieren gibt oder wenn Brigitte
keinen Wettbewerb hat, macht die Familie auch
89
gemeinsame Unternehmungen, vor allem am Sonntag.
Dann macht sie Ausflüge in die Umgebung oder besucht
Verwandte.
Richtig
Falsch
1. Die Eltern gehen oft ins Theater.
2. Der älteste Sohn dreht Filme, die
im Kino gezeigt werden.
3. Der
jüngere
Sohn
will
Schauspieler werden.
4. Die Tochter ist gut in Sport
5. Die Familie hat keine Zeit, um
am
Wochenende
etwas
gemeinsam zu machen.
2.
A
B
C
D
E
F
G
H
I
Bringen Sie den Text in die richtige Reihenfolge.
Die Deutschen verbringen immer mehr Zeit damit,
wie eine Umfrage gezeigt hat.
heute ist es fast eine Stunde.
das für viele die erste Informationsquelle ist,
wenn es um Sport oder Nachrichten aus Politik und
Wirtschaft geht.
Immer wichtiger wird das Internet.
An erster Stelle steht das Fernsehen,
Noch vor sieben Jahren verbrachten die Deutschen
im Durchschnitt weniger als 10 Minuten täglich vor
dem Bildschirm,
fernzusehen, Radio zu hören, Zeitung zu lesen oder
im Internet zu surfen,
90
1 2
3
4
5
6
7
8
9
A
Lösung
Aufgabe 1: 1–R, 2-F, 3-R, 4-R, 5-F
Aufgabe 2: 1–A, 2-I, 3-B, 4-G, 5-D, 6-E, 7-F, 8-H, 9-C
Die Deutschen verbringen immer mehr Zeit damit,
fernzusehen, Radio zu hören, Zeitung zu lesen oder im
Internet zu surfen, wie eine Umfrage gezeigt hat. An
erster Stelle steht das Fernsehen, das für viele die erste
Informationsquelle ist, wenn es um Sport oder
Nachrichten aus Politik und Wirtschaft geht. Immer
wichtiger wird das Internet. Noch vor sieben Jahren
verbrachten die Deutschen im Durchschnitt weniger als
10 Minuten täglich vor dem Bildschirm, heute ist es fast
eine Stunde.
oder: 1–A, 2-I, 3-B, 4-H, 5-C, 6- G, 7- D, 8-E, 9-F
Die Deutschen verbringen immer mehr Zeit damit,
fernzusehen, Radio zu hören, Zeitung zu lesen oder im
Internet zu surfen, wie eine Umfrage gezeigt hat. Noch
vor sieben Jahren verbrachten die Deutschen im
Durchschnitt weniger als 10 Minuten täglich vor dem
Bildschirm, heute ist es fast eine Stunde.
An erster Stelle steht das Fernsehen, das für viele die
erste Informationsquelle ist, wenn es um Sport oder
Nachrichten aus Politik und Wirtschaft geht. Immer
wichtiger wird das Internet.
Lektion 21.
91
Wohnungsuche
Was muss man wissen, um in Deutschland eine
Mietwohnung zu finden? Hier sind einige wichtige
Begriffe.
die Wohnung – apartment - квартира
Ich suche eine Wohnung. – I'm looking for an apartment.
– Я ищу квартиру
Wie viele Zimmer hat die Wohnung? – How many
rooms does the apartment have? – Сколько комнат в
твоей квартире?
ein Zimmer – one room – комната
die Drei-Zimmer-Wohnung – three-room apartment –
трехкомнатная квартира
die Küche – kitchen - кухня
das Bad – bathroom - ванная
das Schlafzimmer – bedroom - спальня
das Wohnzimmer – living room - гостиная
der Flur – hall - зал
der Keller – cellar - погреб
die Miete – rent – аренда
Wie hoch ist die Miete? – How much is the rent? –
Сколько стоит аренда?
die Kaltmiete – rent without utilities – аренда без
коммунальных услуг
die Warmmiete – rent with utilities – аренда с
коммунальными услугами
die Nebenkosten – additional costs – дополнительные
расходы
92
Wie hoch sind die Nebenkosten? – How much are the
additional costs? – Сколько стоят дополнительные
расходы?
der Mietvertrag – rental contract – договор аренды
Sie müssen den Mietvertrag unterschreiben. – You have
to sign the contract. – Вы должны подписать контракт
Wohnungseinrichtung
Eine Wohnung braucht Möbel. Hier sind die
gebräuchlichsten Gegenstände, mit denen man sein
Zuhause einrichtet.
die Möbel – furniture - мебель
das Bett – bed - кровать
Ich suche ein Bett. – I'm looking for a bed. – Я ищу
кровать
der Stuhl – chair - стул
Wir brauchen vier Stühle. – We need four chairs. – Нам
нужно четыре стула
der Tisch – table - стол
das Sofa – sofa/couch - диван
der Teppich – carpet - ковер
die Vorhänge – curtains - шторы
der Fernseher – TV - телевизор
der Herd – stove - плита
Ich möchte einen Herd kaufen. – I would like to buy a
stove- Мне хотелось бы купить плиту
der Kühlschrank – refrigerator - холодильник
die Waschmaschine – washing machine – стиральная
машина
der Staubsauger – vacuum cleaner - пылесос
93
Aussprache – Vokalisches R oder Schwa-Laut
Vokalisches R [A] oder Schwa-Laut [4]
Viele Lerner haben Probleme mit dem Unterschied
zwischen dem vokalischen R [A] und dem SchwaLaut [4].
Ein vokalisches R [A] spricht man
in der unbetonten Silbe –er- (auch in den
Vorsilben ver, vor-, er-, her-, zer-): versuchen,
aber, wenn R nach langen Vokalen folgt: zur,
hört.
Einen Schwa-Laut [4] spricht man
in der Endung –e: heute, keine,
in den Vorsilben be-, ge-: besuchen, Gespräch.
1. Lesen Sie die Wörter vor und fragen Sie die
Lerner, ob sie das gleiche Wort hören oder
unterschiedliche.
1. Angestellter – Angestellte (≠)
(≠)
2. arbeite – Arbeiter
3. bewerbe – bewerbe
(=)
(≠)
4. bitte – bitter
5. Bohne – Bohne
(=)
(≠)
6. Deutscher – Deutsche
(≠)
7. eine – einer
8. Forscher – Forscher
(=)
9. keine – keine
(=)
10. lerne – lerne
(=)
(≠)
11. lese – Leser
12. Liebe – Liebe
(=)
13. Verkäufer – Verkäufer
(=)
(≠)
14. welche – welcher
94
2. Ein Diktat. Lesen Sie die Erzählung vor und
lassen Sie die Lerner die Lücken mit e, er oder r
füllen. Einige Lücken bleiben leer.
Robert erzählt: In meinem Zimmer steht ein Sofa an
der Wand. Vor dem Sofa steht ein Tisch. Hinter dem
Sofa steht eine große Pflanze. Über dem Tisch hängt
eine Lampe. An der Wand hängen viele Bilder. Neben
dem Sofa steht ein großes Klavier. Unter dem Sofa
liegen eine Zeitung und eine Gitarre. Zwischen den
Büchern steht ein Wecker.
3. Wie heißen die Personen?
Wie heißt eine Person, die ... Das ist ein...
angestellt ist
Angestellter
arbeitet
Arbeiter
selbstständig ist
Selbstständiger
verkauft
Verkäufer
eine Abteilung leitet
Abteilungsleiter
etwas managt
Manager
forscht
Forscher
mit anderen mitarbeitet
Mitarbeiter
lehrt
Lehrer
lernt
Lerner
sich bewirbt
Bewerber
Arbeitsblatt für die Lerner
1. Sind die Wörter gleich (=) oder unterschiedlich (≠)
(1-14)
2. Füllen Sie die Lücken mit e, er oder r. Einige
Lücken bleiben leer.
95
Rob__t erzählt__: In meinem Zimm__ steht ein__
Sofa an d__ Wand. Vo__ dem Sofa steht ein__ Tisch.
Hint__ dem Sofa steht ein__ groß__ Pflanz__. Üb__
dem Tisch hängt ein__ Lamp__. An d__ Wand
hängen viel__ Bild__. Neben dem Sofa steht ein__
großes Klavie__. Unter dem Sofa liegen ein__
Zeitung und ein__ Gitarr__. Zwischen den Büch__n
steht ein__ Weck__.
3. Wie heißt eine Person, die...? Finden Sie die
Personenbezeichnung.
Wie heißt eine Person, die ...
Das ist ein...
angestellt ist
arbeitet
selbstständig ist
verkauft
eine Abteilung leitet
etwas managt
forscht
mit anderen mitarbeitet
lehrt
lernt
sich bewirbt
Lektion 22.
Das geht nicht
96
Mit der Wohnung kommen die Reparaturen. Wie sagt
man aber auf Deutsch, dass etwas nicht richtig
funktioniert?
Das muss repariert werden. – It has to be repaired – Это
должно быть отремонтировано
Können Sie das reparieren bitte? – Can you please repair
it?-Не могли бы вы это починить?
Das Licht geht nicht. – The light doesn't work. – Свет не
работает
Das Licht geht wieder. – The light is working again. –
Свет снова работает
Die Heizung funktioniert nicht. – The heater is not
working- Нагреватель не работает
Die Heizung ist wieder in Ordnung. – The heater is
working again – Нагреватель снова работает
Der Wasserhahn tropft. – The faucet is dripping –
Клапан капает
Das Wasser läuft nicht ab. – The water doesn't drain –
Вода не сливается
Das Fenster geht nicht zu. – The window doesn't close –
Окно не закрывается
Die Waschmaschine ist kaputt. – The washing machine
is broken – Стиральная машина сломалась
Der Abfluss ist verstopft. – The drain is clogged – Слив
забит
Die Internetverbindung funktioniert nicht. – The internet
connection is not working - Интернет-соединение не
работает
das Rohr – pipe - труба
97
das Kabel – cable - кабель
der Hausmeister – janitor - дворник
Den Haushalt machen
Eine Wohnung muss man putzen. Hier findet ihr
deutsche Bezeichnungen für alltägliche Hausarbeiten.
Das ist sauber. – It's clean. - Чисто
Das ist schmutzig. – It's dirty. – Это грязно
das Putzmittel – cleaning detergent – Моющее средство
der Putzlappen – cleaning rag – чистящая тряпка
Ich muss die Küche putzen. – I have to clean the kitchen.
– Мне нужно помыть кухню
Du musst die Wohnung aufräumen. – You have to clean
the apartment – Вы должны убрать квартиру
fegen – to sweep - подметать
wischen
–
to
mop/to wipe something –
шваброй/вытирать что- то
Kannst du spülen bitte? – Can you please wash the
dishes? – Можешь помыть посуду?
Ich muss staubsaugen. – I have to vacuum. – Мне
нужно пропылесосить
Wo ist der Staubsauger? – Where is the vacuum cleaner?
– Где пылесос?
der Müll – garbage - мусор
Kannst du den Müll bitte rausbringen? – Can you take
out the garbage, please? – Ты можешь выбросить
мусор, пожалуйста?
das Altglas wegbringen – to take the glass to the
recycling container – взять стеклянный контейнер для
переработки
98
Aussprache – Konsonanten f, v, w
Konsonanten f, v, w
V
Das V wird meist als [f] gesprochen (Vorname,
Hannover). In einigen Fremdwörtern spricht man wie
/w/ [v] (Visum). Achten Sie dabei auch auf die
Auslautverhärtung, wenn das v am Ende des Wortes
steht (ein brav[v]es Mädchen, ABER: das Mädchen ist
brav[f])
W
Beim W liegen die oberen Schneidezähne auf der
Unterlippe. Das W wird im Deutschen nicht bilabial
wie im Englischen gebildet. Das W ist stimmhaft.
F
Das F ist stimmlos.
1. [f] oder [v]? Ist das Wort ein Fremdwort – dann
spricht man meist [v] oder ist das Wort ein
deutsches Wort – dann spricht man meist [f]?
Vielleicht kennen Sie es ja in Ihrer Sprache.
[f]
[v]
[f]
Versicherung
Virus
Vorname
von
Klavier
Vogel
Volleyball
Video
99
[v]
Visum
vegetarisch
verwenden
Vase
Vater
brav
Visitenkarte
November
2. Schreibt man f, v oder w?
Am _ierten No_ember beginnt in _ien das große
_olleyballturnier, bei dem z_eiund_ierzig Mannschaften
aus Hanno_er, _ien und _rank_urt gegeneinander
antreten. „_ir _ollen unbedingt ge_innen“, sagt _ictor
_ogel aus _ien. Leider hat die Mannschaft von _ictor im
letzten Jahr _erloren. Eigentlich _ollte noch eine
Mannschaft aus _ietnam kommen, aber die beste
Spielerin hat leider _ergessen, ihr _isum zu _erlängern.
Und eine andere _eltklassespielerin _ar sogar _erletzt.
Trotzdem _urde das Turnier _irklich _underbar, _eil sich
alle Spieler so gut _erstanden haben. Abends sind noch
alle Spieler zusammen
in ein _egetarisches Restaurant ge_ahren und ein Mann
an einem Kla_ier hat _underschöne _iener
_alzermelodien für alle Ge_inner gespielt.
3. Und hier noch einige Zungenbrecher. Üben Sie
das W. Denken Sie immer daran, dass die oberen
Schneidezähne auf der Unterlippe liegen müssen!
•
Wenige wissen, wie viel man wissen
muss, um zu wissen, wie wenig man weiß.
100
• Wer nichts weiß und weiß, dass er nichts
weiß, weiß mehr als der, der nichts weiß und
nicht weiß, dass er nichts weiß.
• Wir Wiener Wäscherweiber wollen weiße
Wäsche waschen, wenn wir wüssten, wo
warmes Wasser wäre. Warmes Wasser wissen
wir, weiße Wäsche waschen wir.
Lektion 23.
Bei der Bank
Ein Konto eröffnen oder Geld überweisen – hier lernt ihr
den Grundwortschatz für einen Besuch bei der Bank
kennen.
die Bank – bank - банк
Ich gehe zur Bank. – I'm going to the bank. – Я иду в
банк
das Bankkonto – bank account – банковский счет
Ich möchte ein Konto eröffnen. – I would like to open a
bank account – Я хотел бы открыть банковский счет
der Kontoauszug – bank statement – выписка со счета
die Überweisung – money transfer – денежный перевод
Ich möchte Geld überweisen. – I would like to transfer
money. – Мне хотелось бы сделать денежный
перевод
Ich muss Geld abheben. – I have to withdraw money. –
Мне нужно снять деньги
die Zinsen – interest - интерес
die EC-Karte – debit card – дебетовая карта
101
die Kreditkarte – credit card – кредитная карта
die Kontonummer – account number – номер счета
die Geheimzahl – PIN – пин-код
Wetter
Welches Gesprächsthema könnte wichtiger sein als das
Wetter? Lernt, über Regen und Sonnenschein zu
sprechen.
Wie ist das Wetter? – What's the weather like? – Какая
погода?
Das Wetter ist gut. – The weather's nice - Хорошая
погода
Die Sonne scheint. – The sun is shining – Солнце
светит
Das Wetter ist schlecht. – The weather is bad. – Погода
плохая
Es regnet. – It's raining. – Идет дождь
Ich brauche einen Regenschirm. – I need an umbrella. –
Мне нужен зонт
Ich friere. – I'm freezing – Я замерзаю
Es schneit. – It's snowing. – Идет снег
der Wind – wind - ветер
Es ist windig. – It's windy - Ветрено
Mir ist kalt. – I'm cold. - Холодно
Mir ist heiß. – I'm hot. - Жарко
Morgen werden es 30 Grad. – It's going to be 30 degrees
Celsius tomorrow – Завтра будет 30 градусов по
Цельсию
102
Heute sind es minus 5 Grad. – It's minus five degrees
Celsius today – Сегодня минус 5 градусов по
Цельсию
Zieh dich warm an. – Put something warm on – Взять
что-нибудь теплое
Computer
In dieser Lektion lernt ihr wichtiges Vokabular rund um
das Thema Computer kennen.
der Rechner/der Computer – computer - компьютер
Kann ich deinen Rechner benutzen? – May I use your
computer? Можно я воспользуюсь твоим
компьютером?
das Tablet – tablet - планшет
Ich habe ein Tablet. – I have a tablet – У меня есть
планшет
die Tastatur – keyboard - клавиатура
die Maus – mouse - мышь
der Monitor – monitor – монитор
Ich mache den Rechner an. – I'm turning on the
computer – Я включаю компьютер
Ich fahre den Rechner runter. – I'm shutting down the
computer – Я выключаю компьютер
Ich speichere die Datei. – I'm saving the file – Я
сохраняю файл
Ich lösche die Datei. – I'm deleting the file – Я удаляю
файл
Ich erstelle einen Ordner. – I'm creating a folder – Я
создаю папку
die Datei – file - файл
103
der USB-Stick – USB flash drive – USB-накопитель
Ich habe die Datei auf einem Stick. – I have the file on a
USB flash drive – У меня есть файл на накопителе
die Festplatte – hard disk – жесткий диск
der Drucker – printer - принтер
Können Sie das für mich ausdrucken? – Can you print
this for me? – Можете ли вы напечатать это для меня?
Aussprache – Rhythmus und Pausen
Rhythmus und Pausen 2
Ein Gefühl für Rhythmus und Pausen bekommen die
Lerner auch sehr gut, wenn Wort-gruppen oder kleine
Wortgruppen nur mit Nonsenssilben (na na, da da) oder
durch Brummen „gesprochen“ werden. Der Satzakzent
wird dabei deutlich durch Erhöhung der Stimme
hervorgehoben. Durch unterschiedliches Klopfen oder
Klatschen, wird der Rhythmus verfolgt. Er kann auch
durch verschiedene Handbewegungen dargestellt werden.
Hier sehen Sie verschiedene Darstellungsmöglichkeiten.
Wählen Sie eine aus, die Sie und die Lerner am besten
verstehen:
Guten Morgen! - na na NA na
Wie geht es Ihnen? - na NA na na na
Geben Sie den Lernern einige geschriebene Sätze vor.
Sprechen Sie die Sätze in veränderter Reihenfolge
mit Nonsenssilben vor oder brummen Sie sie. Lassen
Sie die Lerner raten, welchen Satz Sie gebrummt
haben
••
Hallo!
104
Mach schnell!
••
Wie heißt du denn?
••••
Wohin gehst du?
••••
Ich komme aus Hannover.
Ich wohne in Mecklenburg.
•••••••
•••• •••
•••••••
Wie viel kostet das Klavier?
Lektion 24.
Freizeit und Sport
Bewegt ihr euch gerne? Macht ihr gerne Sport? Lernt,
darüber zu sprechen.
die Freizeit – spare time – свободное время
Was machst du in deiner Freizeit? – What do you do in
your spare time? – Что ты делаешь в свободное
время?
Ich mache Sport. – I work out – Я занимаюсь спортом
Ich spiele Fußball. – I play soccer – Я играю в футбол
Ich tanze gern. – I like dancing – Я люблю танцевать
Ich gehe spazieren. – I walk – Я гуляю
Ich gehe joggen. – I jog – Я бегаю
Ich gehe schwimmen. – I swim – Я плаваю
Ich gehe klettern. – I go climbing – Я поднимаюсь
Ich gehe wandern. – I hike – я хожу в поход
Ich fahre gern Fahrrad. – I like bike riding – Я люблю
кататься на велосипеде
Ich gehe ins Fitnessstudio. – I go to the gym – Я хожу в
зал
105
Ich schwimme gern. – I like swimming – Я люблю
плавать
Ich fahre gerne Ski. – I like skiing – Я люблю кататься
на лыжах
Kommst du mit? – Do you want to come along? – Ты
хочешь пойти со мной?
Hobbys
Musik hören, kochen oder doch lieber ins Kino gehen?
Was sind eure Hobbys? Hier findet ihr einige
Freizeitbeschäftigungen.
das Hobby – hobby - хобби
Was sind deine Hobbys? – What are your hobbies? –
Какое у тебя хобби?
Ich lese gern. – I like reading – Я люблю читать
Ich koche gern. – I like cooking – Я люблю готовить
Ich höre gerne Musik. – I like listening to music – Я
люблю слушать музыку
Ich singe gern. – I like singing – Я люблю петь
Ich gehe gern ins Kino. – I like going to the movies –
Мне нравится ходить в кино
Ich gehe gern ins Theater. – I like going to the theater –
Мне нравится ходить в театр
Ich fotografiere gern. – I like taking pictures – Мне
нравится фотографировать
Ich male gern. – I like painting – Мне нравится
рисовать
Ich gehe gern ins Museum. – I like going to the museum
– Я люблю ходить в музей
106
surfe im Internet. – surf the internet – серфить в
интернете
Ich spiele Computerspiele. – I play computer games – Я
играю в компьютерные игры
Ich treffe mich mit Freunden. – I hang out with friends –
Я встречаюсь с друзьями
Ich gehe gern shoppen. – I like going shopping – Мне
нравится ходить по магазинам
Ich höre lieber Musik. – I prefer listening to music – Я
предпочитаю слушать музыку
Im Internet
Diese Lektion bereitet euch darauf vor, durch das
deutsche Internet zu surfen.
Entschuldigung, gibt es hier W-LAN? – Excuse me, do
you have Wi-Fi here? – Извините, у вас есть Wi-Fi
здесь?
Wie ist das Passwort? – What's the password? – Какой
пароль?
Ich habe kein Internet. – I don't have an internet
connection- У меня нет интернет соединения
Ich habe kein Netz. – I don't have a network connection
– У меня нет сетевого подключения
Ich logge mich ein. – I'm logging on – Я вхожу в
систему
Du musst dich anmelden. – You have to register – Вам
нужно зарегистрироваться
Du musst dich ausloggen. – You have to log out – Вы
должны выйти
107
Hast du dich abgemeldet? – Have you signed out? – Вы
вышли из системы?
die Webseite – website – веб-сайт
die URL/die Internetadresse – internet address –
интернет-адрес
Ich muss eine Mail schicken. – I have to send an e-mail –
Мне нужно отправить электронное письмо
Ich kann die Datei nicht herunterladen. – I can't
download the file – Я не могу загрузить файл
Ich möchte eine App installieren. – I would like to install
an app – Я хотел бы установить приложение
Kannst du den Link teilen? – Can you share the link –
Можете ли поделиться ссылкой?
Aussprache – Lange und kurze Vokale
Zusammenfassung
Hier noch einmal alle Regeln (und Ausnahmen) auf
einen Blick:
Man spricht ...
lang
kurz
Beispiel
Vokal +
x
Doppelkonsonant
Bett
x
Vokal + 2 Konsonanten
sitzen
Vokal + Konsonant +
x
Vokal
reden
x
Doppelvokal
Boot
x
i+e
sieben
x
zehn
Vokal + h
Man schreibt ...
nach kurzem
einen Doppelkonsonanten
108
Sessel
Vokal
zwei verschiedene
Konsonanten
selber
Man schreibt nicht Doppelk,
backen
sondern ck. (außer in
Fremdwörtern – Stakkato)
Ausnahmen:
Man schreibt nicht Doppelz,
sitzen
sondern tz.
(außer in Fremdwörtern –
Pizza)
nach
einfachem
nur einen Konsonanten
Hof
einen weiteren gleichen
Vokal:
Staat, Beet,
Boot
langen Vokal nur aa, ee, oo
nach i
Dehnungs-h + l, m, n, r
wohl, nahm,
wohnen,
Ernährung
meist e oder eh
sieben,
du ziehst
109
We[e.]g oder we[E]g? Die Verlängerungsregel
Kann man das einsilbige Wort ((Konsonant)+Vokal+
Konsonant) so verlängern (Plural bilden, ein Adjektiv
zum Substantiv suchen, das Verb zum Substantiv
suchen...), dass nach dem Konsonanten hinter dem Vokal
ein weiterer Vokal steht, spricht man meist den ersten
Vokal lang. (Ausnahmen: wen, den, wem.)
der Weg
weg
grün
im
-
die Wege
nicht verlängerbar
grüne (Jacke)
nicht verlängerbar
-
lang
kurz
lang
kurz
Die Grundform beachten
Wenn der Hauptvokal in der Grundform eines
Wortes lang bzw. kurz ist, dann ist oft der Vokal in
einer anderen Form des Wortes auch lang bzw. kurz.
(Ausnahme: haben (lang) - du hast (kurz))
sagen (lang) - du sagst (lang)
suchen (lang) - gesucht (lang)
grün (lang) - grünlich (lang)
treffen (kurz) - triffst (kurz)
110
Teil 2. LESEVERSTEHEN
Hamburg
Hamburg ist an jeder Ecke anders: edel in Blankenese,
kleinbürgerlich in Barmbek und wild auf St. Pauli. Doch
wenn das Lied „Auf der Reeperbahn nachts um halb
eins“ erklingt, können fast alle Hamburger mitsingen.
Was ist das Besondere an Hamburg? Auf diese Frage hat
jeder, der schon einmal in der zweitgrößten Stadt
Deutschlands war, eine andere Antwort. Für Leute, die
gern ausgehen, ist es das Feiern auf der Reeperbahn und
das letzte Bier auf dem berühmten Hamburger
Fischmarkt. Für die Shoppingfans ist es der
Jungfernstieg mit seinen teuren Boutiquen. Für
Architekturliebhaber ist es der Kontrast zwischen der
alten Speicherstadt und der modernen Hafencity.
Die Stadt lässt sich nicht mit einem Wort beschreiben.
Bei einer Fahrt mit der Hamburger Hochbahn zeigen
sich die verschiedenen Gesichter der Stadt deutlich: An
den Landungsbrücken fährt man fast durch den Hafen
und kann während der Fahrt Schiffe zählen. In
Eppendorf geht es so nah vorbei an den schicken
Altbauten, dass man hineinschauen kann, und in
Barmbek bekommt man ein Gefühl für die typisch
norddeutsche
Backsteinarchitektur.
Und die Hamburger selbst? Die identifizieren sich am
meisten mit dem Stadtteil, in dem sie leben. Wer in
Harvestehude wohnt, liebt die weißen Villen und das
Leben an der Alster. Die Bewohner „auf der Schanze“
111
wollen alles sein, nur nicht durchschnittlich, und St.
Pauli
ist
sowieso
ein
Lebensgefühl.
Um St. Pauli geht es auch im vielleicht berühmtesten
Lied über die Stadt „Auf der Reeperbahn nachts um halb
eins“. Aber das lieben fast alle Hamburger, ganz egal in
welchem Teil der Stadt sie leben. Die Zeilen, die der
Schauspieler Hans Albers vor 70 Jahren bekannt
gemacht hat, werden noch heute überall laut
mitgesungen: „Wer noch niemals in lauschiger Nacht
einen Reeperbahnbummel gemacht, ist ein armer Wicht,
denn er kennt dich nicht, mein St. Pauli, St. Pauli bei
Nacht.“
Der Steckbrief
Bundesland:
Hamburg
Durchschnittliche
6m
Höhe:
Niederschlag:
773 mm/m²
Einwohner:
1.751.780(Statistikamt Nord 10/2013)
9. Jahrhundert (832 erste urkundliche
Gründung:
Erwähnung)
Kfz-Kennzeichen: HH
Dialekt:
Hamburger Platt
Durch Hamburg fließt die Elbe. Sie hat
zahlreiche Nebenflüsse, z. B. die
Fluss:
Alster, und Kanäle, die das Stadtbild
prägen.
Wirtschaft
Hamburg ist eine der wohlhabendsten
112
Städte Deutschlands. Der Hafen ist
einer der größten Seehäfen weltweit.
Die maritime Wirtschaft macht einen
großen Teil des Handels aus.
Außerdem ist Hamburg der drittgrößte
Standort für Luftfahrtindustrie auf der
Welt. Der Flugzeughersteller Airbus ist
einer der wichtigsten Arbeitgeber in
der
Stadt.
Auch
die
Tourismuswirtschaft spielt eine große
Rolle. Mehr als fünf Millionen
Touristen besuchen Hamburg im Jahr
(Stand 2012). Hamburg ist einer der
bedeutendsten
Medienstandorte
Deutschlands. Drei Großverlage haben
in der Hansestadt ihr Zuhause: Axel
Springer, Bauer und Gruner & Jahr.
Bildung
Mehr als 20 staatliche und private
Hochschulen und Universitäten gibt es
in Hamburg. Die größte ist die
Universität Hamburg, die 1919
gegründet
wurde.Hamburg
zieht
besonders viele junge Menschen an,
die Musicaldarsteller werden wollen.
Auf der privaten Schule „Stage
School“ arbeiten sie daran, ihren
Traum zu verwirklichen. Insgesamt
studieren fast 90.000 Menschen in
113
Hamburg.
KulturFreizeit:
Mit dem Deutschen Schauspielhaus
und dem Thalia Theater hat Hamburg
zwei städtische Theater. Außerdem
gibt es viele privat geführte Theater –
zum Beispiel das Ohnsorg-Theater, das
Stücke auf Platt aufführt. Die
Hamburgische Staatsoper ist eine Oper
mit Weltruf. Zu ihr gehört unter
anderem das bekannte Ballettensemble
von John Neumeier. In Hamburgs
Konzerthaus, der Laeiszhalle, finden
von Klassik bis Jazz zahlreiche
undKonzerte statt. Außerdem ist Hamburg
nach New York und London einer der
größten Spielorte für Musicals – das
erfolgreichste ist „Der König der
Löwen“. Wer gerne ausgeht, hat in
Hamburg zahlreiche Möglichkeiten.
Auf der Amüsiermeile Reeperbahn z.
B. gibt es viele Nachtclubs, Bars und
Diskotheken.
Alster,
Elbe
und
zahlreiche Kanäle sind perfekt für
Menschen, die gerne Wassersport
machen. Egal, ob mit dem Ruderboot,
im
Kajak
oder
auf
einem
Ausflugsdampfer – Hamburg lässt sich
wunderbar vom Wasser aus entdecken.
114
Aufgabe 1: Die Hafencity
Lest den Text und ergänzt die Lücken. Achtet dabei auf
die Endungen der Adjektive.
Hamburg ist mit etwa 1,8 Millionen Einwohnern die
____________ (1) Stadt und eines der ____________ (2)
Reiseziele in Deutschland. Die ____________ (3)
Sehenswürdigkeit der Stadt Hamburg ist der Hafen. Von
hier aus starten Schiffe in die _____________ (4) Welt.
„Das Tor zur Welt“ wird Hamburg daher oft genannt. Er
gehört zu den ___________ (5) Häfen in Europa. Seit
mehreren Jahren wird um den Hafen herum an einem
____________ (6) Stadtteil für Hamburg gebaut. Die
Hafencity, in der ___________ (7) Wohn- und
Geschäftsgebäude direkt am Wasser entstehen, soll bis
2025 fertiggebaut sein.
berühmteste / neuen / zweitgrößte / größten / beliebtesten
/ ganze / moderne
Aufgabe 2: Richtig oder falsch? Wählt die richtigen
Aussagen aus.
1. Was ist richtig? a) Die historische Speicherstadt
diente früher als Lager für verschiedene Waren.
b) In der historischen Speicherstadt können heute
Hamburger mit wenig Geld preiswerte
Wohnungen finden. c) Die Speicherstadt liegt
heute nicht mehr direkt am Wasser. 2. Die
Architekten der Elbphilharmonie … a) hatten das
Ziel, das das Gebäude möglichst teuer wird. b)
115
wollten, dass das Haus gut in die Umgebung des
Hamburger Hafens passt. c) haben ein eher
kleines und intimes Gebäude geplant. 3. Die
Beatles … a) haben ihre erfolgreichsten Jahre in
Hamburg verbracht. b) haben ihre Band in
Hamburg gegründet. c) gaben in den 60er Jahren
in Hamburg Konzerte. 4. Was ist richtig? a) Von
den Landungsbrücken aus können Touristen mit
einem Schiff durch den Hafen fahren. b) Am
Jungfernstieg gibt es viele kleine Boutiquen von
jungen Modedesignern. c) Im Stadtviertel
Hafencity kann man auf der berühmten
Reeperbahn in Bars und Diskotheken die ganze
Nacht feiern.
Aufgabe 3:
Adjektive. Findet mithilfe des Glossars und des
Wörterbuchs das passende Gegenteil zu den Adjektiven.
1. traditionsreich a) normal 2. imposant b)
unauffällig 3. intim c) modern 4. ungewöhnlich
d) unbedeutend 5. prestigeträchtig e) öffentlich.
Aufgabe 4.Auf Sankt Pauli Vom Beatles-Platz
aus wollt ihr das Stadtviertel Sankt Pauli und die
berühmte
Reeperbahn
erkunden.
Bildet
Kleingruppen. Fragt euch gegenseitig nach dem
Weg zu Restaurants, Bars oder bestimmten
Straßen und erklärt den Weg mithilfe des
Kartenausschnitts.
Benutzt dabei auch die Redemittel.
116
Fragen: Können Sie mir sagen, wie ich zum/zur
… komme?
Entschuldigen Sie, wie komme ich …?
Wissen Sie, wie ich zum/zur … komme?
Kennen Sie den Weg zum/zur …?
Entschuldigen Sie, ich suche … …
Antworten:
Sie gehen am besten … … über den …Platz …
die …Straße entlang bis zum/zur … ….
geradeaus bis zum/zur … Halten Sie sich
links/rechts … Biegen Sie an der Kreuzung
rechts/links ab. Gehen Sie rechts/links in
…Straße. Das tut mir leid, ich bin fremd in …
Ich kenne mich leider nicht aus. …
Aufgabe 5:
Touristeninformation
Die berühmteste Sehenswürdigkeit Hamburgs ist
der Hafen. Welche bekannten Gebäude oder Orte
schauen sich Touristen in eurer Stadt/in eurem
Land gern an? Wählt eine Sehenswürdigkeit und
beschreibt sie in einen kurzen Text.
_______________________________
Dusseldorf
Moderne, Tradition, Kultur und Lebensfreude – all das
macht Düsseldorf aus. Und genau deswegen lieben die
Düsseldorfer ihre Stadt. Und sie verteidigen sie gegen
jeden, der schlecht über sie redet, wie z. B. die Kölner.
117
„Die Stadt Düsseldorf ist sehr schön, und wenn man in
der Ferne an sie denkt und zufällig dort geboren ist, wird
einem wunderlich zumute. Ich bin dort geboren, und es
ist mir, als müsste ich gleich nach Hause gehen.“ Schon
der Dichter Heinrich Heine war von seiner Heimatstadt
begeistert. Diese besondere Wirkung hat sie bis heute
behalten.
Kultur wird hier gefördert wie in fast keiner anderen
deutschen Stadt, denn Düsseldorf ist eine der reichsten
Städte Deutschlands. Es gibt viele Hochschulen und
Akademien, die eine künstlerische Ausbildung anbieten.
Dazu gibt es eine Mischung aus international
bedeutenden und kleinen individuellen KulturEinrichtungen.
Doch Düsseldorf ist durch seine Messen, DesignerShowrooms und individuellen Boutiquen auch zum
Modezentrum geworden. Verschiedene Veranstaltungen
über das Jahr verteilt, wie der Düsseldorfer Karneval und
die größte Kirmes am Rhein, tragen zur Vielfalt bei.
Außerdem leben in Düsseldorf die meisten Japaner
Deutschlands, und jedes Jahr findet der Japan-Tag mit
einem
großen
Feuerwerk
statt.
Seit 1946 ist Düsseldorf Landeshauptstadt von
Nordrhein-Westfalen und hat damit eine große politische
Bedeutung. Die Regierungsgebäude prägen auch das
Stadtbild. Die Menschen in Düsseldorf sind sehr
humorvoll und können auch über sich selbst lachen. Die
Konkurrenz zur Stadt Köln hat eine lange Tradition. Die
Düsseldorfer reden schlecht über die Kölner und
118
umgekehrt. Aber das gehört zum besonderen rheinischen
Humor.
Der Steckbrief
Bundesland:
Nordrhein-Westfalen
Durchschnittliche
38 m
Höhe:
Niederschlag:
773 mm/m²
597.102 (Amt für Statistik und Wahlen
Einwohner:
Landeshauptstadt Düsseldorf, Dez.
2013)
Gründung:
1288
Kfz-Kennzeichen: D
Dialekt:
Düsseldorfer Platt
Durch Düsseldorf fließen der 1 200 km
lange Rhein und die 40 km lange
Düssel. Der Rhein ist die bedeutendste
Wasserstraße
Deutschlands.
Die
Fluss:
Düssel fließt durch viele Stadtteile und
gab der Stadt ihren Namen. Sie mündet
an zwei Stellen der Düsseldorfer
Rheinuferpromenade in den Rhein.
Düsseldorf ist weltweit bekannt als
Stadt der Mode, Werbung und
Kommunikation.
Viele
große
Wirtschaft:
Unternehmen aus diesen Bereichen
haben hier ihren Sitz. Mode-Messen
und die internationale Bootsmesse
119
Bildung:
KulturFreizeit:
finden seit vielen Jahren in Düsseldorf
statt. Der Flughafen Düsseldorf
International ist der drittgrößte
Deutschlands.
In Düsseldorf gibt es 13 Hochschulen.
Die bekannteste ist die HeinrichHeine-Universität, die 1965 gegründet
wurde. Bedeutend ist in Düsseldorf vor
allem die künstlerische Ausbildung.
Die
Robert-Schumann-Hochschule
bildet Studenten musikalisch aus. Die
Kunstakademie Düsseldorf lehrt im
Bereich bildende Kunst, wie z. B.
Architektur und Malerei.
Anspruchsvolle Unterhaltung hat in
Düsseldorf
Tradition.
Zahlreiche
Museen
und
Theater
bieten
Programme für Kulturinteressierte. Die
Deutsche Oper am Rhein ist
international
bekannt
und
hat
undDeutschlands größtes Ensemble. Das
Schauspielhaus hat eine sehr lange
Tradition und ist neben dem
Kom(m)ödchen und Roncalli's Apollo
Varieté eins der vielen Düsseldorfer
Theater. Der Rhein und die vielen
Parks in der Stadt laden in der Freizeit
zum Entspannen ein.
120
Text 2.
Am Düsseldorfer Rheinufer, auf dem Burgplatz, steht
der Schlossturm. Heute befindet sich dort das
Schifffahrt-Museum. Doch es soll auch das Zuhause
einer
geheimnisvollen
„Weißen
Frau“
mit
langer Schleppe sein,
die
dort umhergeistert.
Düsseldorfer berichten immer wieder, dass sie sie nachts
durch
den
Turm irren sehen.
Die Geschichte dieser „Weißen Frau“ beginnt im 16.
Jahrhundert. Ihr Name war Jakobe von Baden und sie
lebte von 1558 bis 1597. Sie soll eine
schöne, fromme Frau
gewesen
sein.
Als
die
katholischen Räte am Hof des Herzogs von JülichKleve-Berg eine Ehefrau für den Herzogsohn Johann
Wilhelm suchten, schien ihnen Jakobe die beste Wahl.
Auch der Erzbischof von Köln, der König von Spanien,
der
Kaiser
sowie
der
Papst
unterstützten
diese Verbindung.
Im
Jahr
1585
fand
die prunkvolleHochzeit, die acht Tage dauerte, in
Düsseldorf
statt.
Bis dahin wusste Jakobe noch nichts von der Erkrankung
ihres
Ehemannes.
Johann
Wilhelm
litt
unter psychischen Krankheiten,
unter
anderem
an Verfolgungswahn. Diese führten zum Beispiel dazu,
dass Johann Wilhelm nachts in Rüstung durch das
Schloss lief und drohte, es anzuzünden. Deswegen
musste
er
auch
zeitweise eingesperrt werden.
1592 wurde Johann Wilhelm nach dem Tod seines
Vaters Herzog von Jülich-Kleve-Berg. Tatsächlich führte
seine Ehefrau Jakobe die Regierungsaufgaben weiter.
121
Doch das gefiel einigen Mitgliedern des Hofes nicht.
Sie witterten ihre Chancen, die Verhältnisse in
Düsseldorf
zu
ihren Gunsten zu
verändern.
Unter ihnen befand sich auch Johann Wilhelms
Schwester
Sybille.
Sie verbreitete Gerüchte über
Jakobe und fertigte eine Klageschrift an. In dieser warf
sie ihrer Schwägerin unter anderem vor, Ehebruch
begangen zu haben und Schuld an der Krankheit ihres
Mannes zu sein. Da Jakobe nur noch wenige Vertraute
am Düsseldorfer Hof hatte, wurde sie eingesperrt. Bis
der Kaiser die Punkte der Klageschrift geprüft hatte,
sollte sie im Schlossturm bleiben. Doch am 3. September
1597 fanden Diener sie dort tot in ihrem Bett. Am Abend
zuvor soll sie völlig gesund gewesen sein.
Viele vermuteten, dass Jakobe ermordet wurde oder sich
selbst getötet hatte. Für beide Versionengibt es gute
Argumente, doch was genau geschah, weiß niemand.
Der einzige Zeuge für diese Geschichte aus dem 16.
Jahrhundert, der noch heute existiert, ist der
Schlossturm. Der Rest des Schlosses wurde durch
mehrere
Brände
zerstört.
GLOSSAR
Graf, -en/Gräfin, -nen – ein Adelstitel; jemand, der in
einem Gebiet den König vertritt; auch: der Sohn/die
Tochter
eines
Grafen
Herzog, Herzöge/Herzogin, -nen – einAdelstitel;
Herrscher über ein Gebiet, vom Rang direkt hinter dem
König
und
über
dem
→
Grafen
Schwager, Schwäger/Schwägerin, -nen (f.) – der
122
Ehemann/die Ehefrau des Bruders; der Bruder/die
Schwester
des
Ehemanns
Schleppe, -n (f.) – derTeil eines langen Kleides, der über
den
Boden
schleift
umher|geistern – hier: als Mensch, der bereits gestorben
ist,
noch
immer
herumgehen
durch etwas irren – hier: sich ohne Ziel irgendwo
bewegen
fromm – mit einem starken Glauben an Gott; religiös
Rat, Räte (m.) – hier: ein Berater eines Herrschers
Verbindung, -en (f.) – hier: die Heirat von zwei
Menschen
prunkvoll – luxuriös; mit allem, was dazugehört, egal
was
es
kostet
psychisch –
geistig
Verfolgungswahn, -e (m.) – eine geistige Krankheit, bei
der man glaubt, beobachtet oder verfolgt zu werden
Rüstung, -en (f.) – hier: die Kleidung aus Metall, die
früher von Kämpfern (Rittern) getragen wurde
jemanden einsperren – hier: jemanden aus einem
Zimmer/einem Haus nicht mehr nach draußen lassen
Regierungsaufgabe, -n (f.) – die Aufgabe, die ein
Herrscher oder eine Regierung erledigen muss
seine/ihre Chance wittern – merken, dass die Situation
gut ist, um etwas Bestimmtes erfolgreich zu tun
zu Gunsten – zum Vorteil von etwas oder jemandem
etwas verbreiten – hier: dafür sorgen, dass etwas
allgemein
bekannt
wird
Gerücht, -e (n.) – eine Geschichte über jemanden oder
etwas, von der man nicht weiß, ob sie wahr oder falsch
123
ist
Klageschrift, -en (f.) – ein Dokument an das Gericht, in
dem die Fehler oder Verbrechen einer Person aufgelistet
sind
Version, -en (f.) – eine Möglichkeit von mehreren
Zeuge, -n (m.) – jemand, der etwas gesehen oder
miterlebt
hat
existieren – da sein; vorhanden sein
Text 3.
Düsseldorf ist bekannt für seine Künstler und klugen
Köpfe. Dichter, Schauspieler und Unternehmer eroberten
von hier aus die Welt. Ihren Ruf als Kunst- und
Wirtschaftsmetropole hat die Stadt bis heute behalten.
Heinrich Heine (1797 – 1856)
Heinrich Heine war einer der wichtigsten Dichter
der Romantikdes 19. Jahrhunderts. Er wurde am 13.
Dezember 1797 in der Düsseldorfer Altstadt geboren.
Seine Eltern waren jüdische Tuchhändler. Seine Mutter
wünschte sich für ihn ein besseres Leben. Daher machte
Harry Heine,
wie
er
damals
noch
hieß,
eine kaufmännische
Lehre und
studierte
Rechtswissenschaften.
Während Heines Studium war Deutschland politisch
zerrissen. Das Bürgertum forderte mehr Rechte in
der ständischenGesellschaft. Zugleich nahm die Armut
bei den unteren Schichten zu. Heine, der schon mit 19
Jahren
Gedichte
veröffentlichte,
hatte
eine
demokratische und liberale Einstellung und kritisierte
diese Zustände. Er reiste viel und zog 1831 nach Paris,
124
wo er als Auslandskorrespondent für eine deutsche
Zeitung arbeitete. In Deutschland wurden seine Bücher
zeitweise
verboten.
Schon mit 51 Jahren wurde er sehr krank, er hatte
starke Lähmungen. Er verbrachte die letzten acht Jahre
seines Lebens im Bett und wurde von seiner Frau
Mathilde, einer ehemaligen Schuhverkäuferin, gepflegt.
Doch er dichtete trotzdem weiter und verlor seinen Witz
und die scharfe Ironie nicht, die ihn einzigartig und
unverwechselbar machte. Am 17. Februar 1856 starb er.
Seine bekanntesten Versepen sind „Deutschland. Ein
Wintermärchen“ und „Atta Troll“, seine bekanntesten
Gedichte „Lore-Ley“ und „Die schlesischen Weber“.
Noch heute erinnern viele Orte in Düsseldorf an
Heinrich Heine. So ist sein Geburtshaus ein Denkmal.
Im Heinrich-Heine-Institut forschen
internationale
Wissenschaftler zu der Person Heinrich Heine.
Außerdem gibt es dort eine Heine-Sammlung und eine
feste Ausstellung. Seit 1988 nennt sich die Universität
von
Düsseldorf „Heinrich-Heine-Universität
Düsseldorf“, um dem Sohn der Stadt zu ehren.
Friedrich Karl (Fritz) Henkel (1848 – 1930)
Friedrich Henkel war ein Unternehmer, der seine
Produkte
selbst
entwickeln
und
auch vermarkten konnte. Er wurde am 20. März 1848 in
Hessen geboren. Henkel interessierte sich bereits in
seiner Kindheit für chemische Prozesse. Aus diesem
Grund entschied er sich für eine Ausbildung in einer
125
Farbenund Lackfabrik.
1876 gründete er mit zwei Partnern seine erste
Waschmittelfabrik in Aachen, wo das Produkt „Henkel's
Bleich-Soda“ entwickelt wurde. Dieses Produkt war in
England und später auch in Deutschland erfolgreich. Um
mehr Platz zu haben, zog Henkel mit seiner Fabrik 1878
nach Düsseldorf um. Dort hatte er 30 Jahre später Erfolg
mit dem Waschmittel „Persil“ – das erste Waschmittel,
das von selbst reinigte. Das heißt, die Wäsche musste
nicht mehr über einem Holzbrett gerubbelt und
anschließend auf einer Wiese gebleicht werden.
Der Name Persil wurde schnell in ganz Deutschland
bekannt. Ein Grund dafür war unter anderem die gut
durchdachte Werbung. Denn Henkel schickte zum
Beispiel weißgekleidete Männer mit weißen PersilSchirmen in die Großstädte. Er erfand auch das
berühmte Motiv mit der Frau im weißen Kleid, die ein
Päckchen
Persil
in
der
Hand
hält.
Henkel war sich der Bedeutung seiner Mitarbeiter
bewusst. Er sagte selbst, dass die besten Ideen von
seinen Mitarbeitern und in Zusammenarbeit mit ihnen
kamen. Für ihn war es wichtig, dass sich jederder
Firma zugehörig fühlte.
Deswegen etablierte er
Freizeit- und Kulturangebote für die Angestellten. Dazu
gehörte zum Beispiel eine wöchentliche Chorstunde mit
Gesangsunterricht während der Arbeitszeit. 1928 wurde
Henkel Ehrenbürger von Düsseldorf.
Luise Rainer (1910 – 2014)
126
Die deutsche Schauspielerin Luise Rainer wurde am 12.
Januar 1910 in Düsseldorf geboren. An der
Theaterakademie „Hochschule für Bühnenkunst“ in
Düsseldorf erhielt sie ihre Ausbildung. Sie war
eine angesehene und talentierte Schauspielerin in
Deutschland
und
Österreich.
Ein Talentscout entdeckte sie 1935 in Wien und lud sie
nach Hollywood ein, wo ihre kurze, aber erfolgreiche
Karriere begann. 1937 erhielt sie ihren ersten Oscar als
beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle im Film „Der
große Ziegfeld“. Rainer spielte darin eine Sängerin, die
von ihrem Ehemann betrogen und verlassen wird.
Zuschauer und Kritiker lobten vor allem die Szene, in
der
Rainer
ihren Exmann telefonisch
zur erneuten Hochzeit beglückwünscht und dabei
versucht, ihre Trauer zu verstecken. Dieser
Szene verdankt sie
auch
die Auszeichnung.
Ein Jahr später bekam sie den zweiten Oscar. In „Die
gute Erde" spielte sie eine chinesische Bäuerin in der
Zeit der Revolution. Mit diesen Auszeichnungen ist
Luise Rainer bis heute die einzige Deutsche, die den
Oscar als beste Hauptdarstellerin bekam. Außerdem hat
sie als erste Schauspielerin überhaupt zweimal
hintereinander den Oscar in dieser Kategorie gewonnen.
Außer ihr ist das nur noch Weltstar Katherine Hepburn
gelungen.
Doch nach dreieinhalb Jahren in Amerika war Luise
Rainer von Hollywood enttäuscht. Die Rollen, die ihr
angeboten wurden, ähnelten sich sehr. Rainer wollte in
anderen Filmen mitspielen, was ihr Produzent aber
127
ablehnte. Deswegen löste sie ihren Vertrag mit dem
Filmstudio auf und verließ Amerika. Sie zog nach
Europa zurück und war hin und wieder im Theater und
im Fernsehen zu sehen. Aber ihre große Karriere als
Filmschauspielerin konnte sie nicht fortsetzen. Luise
Rainer ist am 30. Dezember 2014 im Alter von 104
Jahren
in
London
gestorben.
Joseph Beuys (1921 – 1986)
Joseph
Beuys
war
ein bildender
Künstler,
Kunsttheoretiker und Professor für Bildhauerei an der
Kunstakademie Düsseldorf. Er wurde am 12. Mai 1921
in Krefeld geboren. Joseph Beuys war bekannt für die
ungewöhnlichen
Materialien,
die
er
bei
seinen Skulpturen und Plastiken verwendete.
Der
Grund dafür war angeblich ein Unfall während seines
Militärdienstes
im
2.
Weltkrieg.
Sein
Kampfflugzeug stürzte
ab, und
er
überlebte
schwerverletzt.
Beuys
erzählte
später,
dass
ihn Krimtartaren gefunden und mit Fett und Filz
gepflegt hätten – Materialien, die er später für seine
Werke
verwendete.
Nach dem Krieg begann Beuys ein Studium der
Bildhauerei in Düsseldorf. In dieser Zeit wurde er stark
von den Ideen Rudolf Steiners beeinflusst. 1953
beendete er sein Studium und 1961 wurde er Professor
an der Kunstakademie Düsseldorf. Als Wissenschaftler
erfand er den „Erweiterten Kunstbegriff“, demzufolge
jeder Mensch eigentlich ein Künstler ist. Auf
mehreren documenta-Ausstellungen
diskutierte
128
und verbreitete er
seine
Kunst.
Als Hochschullehrer engagierte er sich auch für seine
Studenten. Er ließ zum Beispiel auch Studenten in seine
Kurse, die von der Universität nicht zugelassen wurden.
1972 wurde er entlassen, nachdem er mit abgelehnten
Studenten
das
Sekretariat
der
Kunstakademie besetzt hatte. Denn Beuys war nicht nur
Künstler, sondern auch politisch aktiv. So gründete er
1980 die Partei „Die Grünen“ mit. Dort setzte er
sich für Bürgerbeteiligung und Selbstbestimmung ein.
Er gestaltete sogar die Wahlplakate für diese Partei.
Joseph Beuys gilt als einer der einflussreichsten, aber
auch umstrittensten Kunstschöpfer des
20.
Jahrhunderts. In Düsseldorf sind seine Werke in
der Kunstsammlung
NRW zu
sehen.
Glossar
die Welt erobern – hier: auf der ganzen Welt bekannt
sein; auf der ganzen Welt Erfolg haben
Ruf (m., nur Singular) – hier: die Meinung, die Leute
von jemanden/etwas haben; das allgemeine Ansehen
Metropole, -n (f.) – eine große Stadt, die besonders
wichtig für ihre Umgebung oder ein bestimmtes Gebiet
ist,
z.
B.
die
Kunstmetropole
Romantik (f., nur Singular) – hier: eine Epoche der
Kunst und Literatur vom Ende des 18. Jahrhunderts bis
zur
Mitte
des
19.
Jahrhunderts
Tuchhändler, -/Tuchhändlerin, -nen – jemand, der
Stoffe, z. B. aus Wolle, kauft und wieder verkauft und
129
damit
Geld
verdient
Kaufmännische Lehre, -n (f.) – dieAusbildung zu
jemandem, der Waren kauft und verkauft und damit Geld
verdient
politisch zerrissen – so, dass ein Land keine einheitliche
Politik
und
Regierung
besitzt
ständische Gesellschaft (f., nur Singular) – eine
Gesellschaft, in der die Menschen nach ihrer sozialen
Herkunft in verschiedene Klassen mit verschiedenen
Rechten
eingeteilt
werden
Schicht, -en (f.) – hier: eine soziale Gruppe in der
Gesellschaft
Nationalismus (m., nur Singular) – die Vorstellung, dass
die
eigene
Nation
besser
ist
als
andere
liberal – hier: so, dass jeder Mensch bestimmte
Freiheitsrechte hat, sich frei von staatlichen Zwängen
verwirklichen
kann
Auslandskorrespondent,
en/Auslandskorrespondentin, -nen – jemand, der für
eine Zeitung oder einen Sender in einem anderen Land
lebt
und
dort
über
das
Land
berichtet
Lähmung, -en (f.) – eine Krankheit, bei der jemand
Teile des Körpers nicht mehr bewegen kann
scharf –
hier:
heftig;
deutlich;
gezielt
einzigartig – so, dass es nichts und niemand Ähnliches
gibt
Versepos, Versepen (n.) – eine Erzählung mit
rhythmisch gegliederter und oft gereimter Sprache
Denkmal, Denkmäler (n.) – hier:eine Figur, ein
Bauwerk oder ein Ort, um an eine bestimmte Person
130
oder
ein
Ereignis
zu
erinnern
etwas vermarkten – etwas erfolgreich zum Verkauf
anbieten
Lack, -e (m.) – eine Art Flüssigkeit, mit der Dinge, z. B.
Möbel und Schuhe, angestrichen werden und die
dadurch glänzen und einen besseren Schutz haben
etwas rubbeln – über etwas kräftig hin und her reiben
etwas
bleichen –
etwas
heller
machen
Motiv, -e (n.) – hier: etwas, das von jemandem
fotografiert
oder
gemalt
wurde
zugehörig – zu jemandem oder etwas gehörend
etwas etablieren – etwas aufbauen; dafür sorgen, dass
etwas
lange
besteht
Chor, Chöre (m.) – hier: eine Gruppe von Menschen,
die
gemeinsam
singen
Ehrenbürger, -/Ehrenbürgerin, -nen – jemand, der
von
einer
Stadt
besonders
geehrt
wurde
angesehen – hier: geschätzt; geachtet; respektiert
Talentscout, -s (m.) – jemand, der junge Menschen
sucht, die etwas von Natur aus ganz besonders gut
können
jemanden entdecken – hier: ein besonderes Talent bei
einem Menschen finden, z. B. singen, tanzen,
schauspielern
jemanden betrügen – hier: als verheiratete Person eine
sexuelle Beziehung zu einem anderen Menschen haben
ex- –
ehemalig;
früher
erneut –
von
Neuem;
nochmalig;
wiederholt
stattfindend´
etwas jemandem/etwas verdanken– jemand/etwas ist
131
der
Grund
für
etwas
Auszeichnung, -en (f.) – hier: ein Preis; eine Ehrung
Filmstudio, -s (n.) – hier: die Firma, die Filme
produziert
sich ähneln – sich ähnlich sein; fast gleich sein
Produzent, -en/Produzentin, -nen – hier: jemand, der
die wirtschaftliche und technische Verantwortung für
einen
Film
hat
auf|lösen – hier: etwas beenden; etwas nicht mehr gültig
machen
zurück|ziehen – hier: zurückkehren an den Ort, den man
früher
verlassen
hat,
um
dort
zu
leben
bildender Künstler, -/Künstlerin, -nen – ein Maler; ein
Bildhauer;
ein
Fotograf
Bildhauerei (f., nur Singular) – die Herstellung von
Kunstwerken, z. B. Skulpturen und Plastiken, auf festem
Material,
z.
B.
Stein,
Holz
Skulptur, -en (f.) – eine Figur, die von einem Künstler
aus einem bestimmten, festen Material (z. B. Stein oder
Holz)
herausgearbeitet
wurde
Plastik, -en (f.) – eine Figur, die von einem Künstler aus
einem oder mehreren Materialien geformt oder gegossen
wurden
ab|stürzen –
aus
großer
Höhe
herunterfallen
Krimtartar, -en (m.) – Bewohner der Halbinsel Krim
im
Schwarzen
Meer
Rudolf Steiner – österreichischer Philosoph (18611925), der mit seiner esoterischen Denkweise
(Anthroposophie) unter anderem die Kunst, die
Pädagogik und die Medizin beeinflusst hat
132
documenta (f.) – die sehr bedeutende Ausstellung für
zeitgenössische Kunst, die alle fünf Jahre in Kassel
stattfindet
etwas verbreiten – dafür sorgen, dass etwas bekannt
wird
sich für jemanden/etwas engagieren – jemanden sehr
unterstützen; → sich für jemanden/etwas einsetzen
jemanden zu|lassen – jemanden für etwas, zum Beispiel
ein Studium, annehmen; jemandem erlauben, etwas zu
tun
etwas besetzen – etwas belagern; an einen bestimmten
Ort gehen und dort bleiben, auch wenn es nicht erlaubt
ist
sich für jemanden/etwas ein|setzen – jemanden
unterstützen; jemanden schützen; →sich für jemanden
engagieren
Bürgerbeteiligung, -en (f. ) – die Möglichkeit für alle
Menschen in einer Stadt oder einem Land, die
Entscheidungen
der
Politik
zu
beeinflussen
Wahlplakat, -e (n.) – eine Art Schild, mit dem eine
Partei
vor
einer
Wahl
Werbung
macht
umstritten – so, dass es zu jemanden/etwas positive und
negative
Meinungen
gibt
Kunstschöpfer, -/Kunstschöpferin, -nen – jemand, der
Kunst erschafft, z. B. ein Musiker, ein Schriftsteller, ein
Maler
Aufgabe1. Lies die Aussagen. Markiere, ob die
Aussagen richtig oder falsch sind.
Beispiel: Der Medienhafen ist das Wahrzeichen von
Düsseldorf. richtig/falsch
133
1. Der Fluss „Donau“ fließt durch Düsseldorf.
richtig/falsch
2. Kurfürst Karl Theodor hat die Kunstakademie
gegründet. richtig/falsch
3. Installationen von Joseph Beuys sind im Fashion
Net zu sehen. richtig/falsch
4. Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen ist auf
die Kunst der Gegenwart spezialisiert.
richtig/falsch
5. In dem Stadtviertel Loretto arbeiten die jüngsten
Designer Deutschlands. richtig/falsch
6. Auf Modeschauen in Düsseldorf wird nur
umweltfreundliche
Kleidung
gezeigt.
richtig/falsch
7. Das Fashion Net organisiert Modeschauen von
Designern. richtig/falsch
8. Die Kö heißt richtig Königsavenue. richtig/falsch
9. Der Name „Düsseldorf“ kommt von einem Fluss,
der durch die Stadt fließt. richtig/falsch
Aufgabe 2. Vervollständige den Lückentext mit den
Wörtern aus dem Kasten.
Der Rheinturm ist Düsseldorfs Wahrzeichen. Mit rund
_____ _______ ist er das höchste Bauwerk der Stadt und
steht direkt am ______. Der Fluss __________ seit jeher
Düsseldorfs Stadtbild. Das Zentrum _____________
Schaffens in Düsseldorf ist die Kunstakademie. Sie gilt
weltweit als eine der bedeutendsten _____________.
Außer Kunstmetropole ist Düsseldorf auch _________.
Im Szenebezirk Loretto-Viertel haben sich junge
Designer _________ _____und gehen neue Wege, sie
134
wollen ______ _____ in Deutschland produzieren. Die
Kö ist das ganze Jahr über ________, sie ist Düsseldorfs
_______ Einkaufs- und Flaniermeile, richtig heißt sie
_________. Königsalle
Aufgabe 3.Was bedeuten diese Wörter? Markiere die
richtige Antwort.
Beispiel: das Wahrzeichen a) etwas Charakteristisches b)
etwas Wahres
1. die Bauten a) die Gebäude b) die Zelte
2. die Flaniermeile a) eine schmale Gasse b) eine
lange Straße zum Spazierengehen
3. das Viertel a) ein Gebäudeteil b) ein Stadtteil
4.
beherbergen a) jemandem Unterkunft bieten b)
jemanden verstecken
5.
aufstrebend a) klug b) ehrgeizig
Aufgabe 4 . Ergänze die Steigerungsformen. Einige
Antworten sind schon gegeben. Grundform Komparativ
Superlativ
hoch
riesig am riesigsten
neu
jung
bedeutend bedeutender
alt
luxuriös luxuriöser
Aufgabe 5. Bringe die Satzteile in die richtige
Reihenfolge. Vergiss die Satzzeichen Punkt und Komma
nicht und achte auf Groß- und Kleinschreibung. Es sind
mehrere Varianten möglich, schreibe alle auf.
135
Beispiel: des Landtags / beherbergt / viele Museen / der
frühere Sitz
Der frühere Sitz des Landtags beherbergt viele Museen.
Viele Museen beherbergt der frühere Sitz des Landtags.
1.
gelernt und gelehrt haben / die in der
Kunstakademie / sind / Joseph Beuys und Gerhard
Richter / Beispiele für Künstler 2. bewundert werden /
Bauten / im Medienhafen / können / verschiedener
Stararchitekten 3. der Gegenwart / die Kunstsammlung /
spezialisiert sich / NRW / auf die Kunst 4. bekannt als /
sondern auch / Düsseldorf ist / ein Zentrum für Kunst /
nicht nur / Modestadt 5. auf der glanzvollen / zeigen /
auch / was modern ist / Königsallee / internationale
Modelabels.
Aufgabe 6.
1. Wie heißt die Düsseldorfer Einrichtung, die weltweit
Talente hervorbringt? 2. Ein anderes Wort für sehr
komfortabel. 3. Wie heißt das Parlament eines
Bundeslandes? 4. Wie nennt man ein sehr
charakteristisches Bauwerk für eine Stadt? 5. Wie heißt
die Bühne bei einer Modeschau? 6. Wie heißt der Fluss,
nach dem die Stadt benannt ist? 7. Wo hat das Kunst-und
Medienzentrum seine Büros? 8. Ein anderes Wort für
kunstvoll, kreativ. 9. Wie ist der Name des Düsseldorfer
Stadtteils, in dem viele junge Leute und Künstler
wohnen? 10. Wie ist der Vorname des Künstlers Beuys?
11. Was ist Düsseldorf noch außer einer
Kunstmetropole?
136
Aufgabe 7.
Beschreibe in eigenen Worten in einem Eintrag in einem
Reisetagebuch, was du über Düsseldorf weißt.
Leipzig
„Mein Leipzig lob’ ich mir! Es ist ein klein Paris und
bildet seine Leute.“ Dieser Satz aus Goethes Faust mag
nicht ganz Ernst gemeint sein, aber er hat einen wahren
Kern: Leipzig ist eine Stadt der Kunst und Kultur.
Nicht nur Goethe hat in Leipzig seine Spuren
hinterlassen. Neben großen Dichtern und Denkern haben
vor allem Komponisten wie Johann Sebastian Bach oder
Felix Mendelssohn Bartholdy die Stadt geprägt. In
Leipzig kann man diesen Komponisten immer noch nahe
sein, indem man ihre ehemaligen Wohnungen besucht
oder sich ihre Werke im Gewandhaus anhört. Das
Gewandhaus ist die Heimat des Gewandhausorchesters,
einem der berühmtesten Orchester Deutschlands.
Doch wie kommt es, dass Leipzig auf die Menschen
damals wie heute solch eine Anziehungskraft auswirkt?
Leipzig war schon immer eine Stadt des Bürgertums.
Weil die Bürger über viele Jahrhunderte das Sagen
hatten, konnte sich Leipzig zu einer reichen
Messemetropole entwickeln. Außerdem war im
Gegensatz zu vielen Städten, die vom Adel regiert
wurden, in Leipzig eine gewisse geistige Freiheit zu
spüren. Vielleicht war das auch der Grund dafür, dass
hier im Herbst 1989 die friedliche Revolution gegen das
DDR-Regime
begonnen
hat.
Die
Montagsdemonstrationen waren der Anfang vom Ende
137
der
DDR.
Doch trotz ihrer Geschichte ist Leipzig eine lebendige
Stadt geblieben. Das ist vor allen den etwa 37.000
Studenten zu verdanken, die in der Universitätsstadt
leben. Im Jahr 2009 hat die Universität Leipzig ihr 600jähriges
Jubiläum
gefeiert.
Auch heute noch zieht es Künstler nach Leipzig. Die
Leipziger Künstler – allen voran Neo Rauch, der
bekannteste Vertreter der sogenannten Neuen Leipziger
Schule – haben sich in der modernen Malerei einen
Namen gemacht. Vor allem das Nebeneinander von
Geschichte und Gegenwart, Tradition und Moderne
macht Leipzig spannend.
Der Steckbrief
Bundesland:
Sachsen
Durchschnittliche
118 m
Höhe:
Niederschlag:
511 mm/Jahr
Einwohner:
522.883 (Statistisches Landesamt 2010)
Gründung:
1165
Kfz-Kennzeichen: L
Dialekt:
Sächsisch
Durch Leipzig fließen die kleineren
Flüsse Pleiße, Weiße Elster und Parthe.
Fluss:
Im Stadtgebiet gibt es etwa 200
Brücken.
Die Leipziger Messe ist einer der
Wirtschaft:
ältesten Messeplätze der Welt. .
138
Bildung:
Kultur
Freizeit
In Leipzig gibt es auch zahlreiche
Medienunternehmen wie zum Beispiel
den
öffentlich-rechtlichen
Sender
Mitteldeutscher Rundfunk (MDR). Im
Laufe des 19. Jahrhunderts war Leipzig
mit seinen vielen Verlagen eine
bedeutende Buchstadt. Heute befindet
sich unter anderem der Klett-Verlag in
Leipzig.
Bekannte Unternehmen, die sich in
Leipzig angesiedelt haben, sind
Siemens, Porsche, BMW und Amazon.
In
Leipzig
gibt
es
mehrere
Hochschulen. Berühmt sind zum
Beispiel die Hochschule für Grafik und
Buchkunst und die Hochschule für
Musik und Theater "Felix Mendelssohn
Bartholdy". An der Universität Leipzig
wird seit 600 Jahren gelehrt und
geforscht. Heute studieren in Leipzig
rund 37.000 Studenten.
Weltberühmt
sind
das
Gewandhausorchester
und
der
Thomanerchor. Johann Sebastian Bach
undwar von 1723-1750 Kantor des
Knabenchors
In Leipzig befinden sich zahlreiche
Museen, wie zum Beispiel das Museum
der bildenden Künste Leipzig, in dem
139
unter anderem Werke von Neo Rauch,
Rubens und Caspar David Friedrich
ausgestellt sind. Im Grassi-Museum
findet
man
Ausstellungen
zur
Angewandten Kunst und Völkerkunde.
Dort kann man auch die größte
Musikinstrumentensammlung der Welt
besichtigen.
Leipzig besitzt ein Opernhaus und viele
städtische und freie Theaterbühnen. Die
größte Spielstätte ist das Centraltheater.
Leipzig ist eine grüne Stadt mit vielen
Parks, zum Beispiel dem Clara-Park.
Sehr beliebt ist der Leipziger Zoo. Dort
kann man z. B. die größte Tropenhalle
Europas besichtigen, das 2011 eröffnete
"Gondwanaland".
Im Sommer zieht es die Leipziger zum
Baden an den Cospudener See im
Süden Leipzigs. Der "Cossi"gehört zur
Leipziger Seenlandschaft, die erst in
den letzten Jahren entstanden ist.
Früher
wurde
hier
Braunkohle
abgebaut.
Autor: Felix Forberg
Redaktion: Ingo Pickel
140
Stadt der Künstler
Leipzig war und ist die Wirkungsstätte zahlreicher
weltberühmter Persönlichkeiten. Die Bundeskanzlerin
Angela Merkel beispielweise hat in Leipzig studiert. Die
Stadt ist jedoch vor allem bekannt für ihre Komponisten.
Johann Sebastian Bach (1695 – 1750)
Leipzig war die letzte und wichtigste Station im Leben
des Komponisten Johann Sebastian Bach. Bach wurde in
Eisenach geboren und wechselte später mehrfach den
Wohnort. Dabei bewegte er sich aber stets innerhalb
eines relativ kleinen Gebiets in Mittel- bzw.
Ostdeutschland. Im Jahr 1723 begann er seinen Dienst
als Kantor und Musikdirektor der Thomaskirche in
Leipzig. Er war somit künstlerischer Leiter
des Thomanerchorsund zugleich Lehrer in der
Thomasschule – zur damaligen Zeit eine Armenschule.
Unter
seiner
Leitung
wurden
wöchentlich Kantaten aufgeführt.
Die
Thomaner,
die Internatsschüler der Thomasschule, mussten dabei
als Chorsänger die Gottesdienste mitgestalten. Seine
Stelle als Thomaskantor behielt Johann Sebastian Bach
bis zu seinem Tod im Jahre 1750. Seit 1950 befindet sich
sein
Grab
in
der
Thomaskirche.
In seiner Zeit in Leipzig entstanden rund 300 Kantaten.
Außerdem komponierte Bach bedeutende Werke wie das
„Weihnachtsoratorium“, die „Matthäuspassion“, „Die
Kunst der Fuge“ oder die „Goldberg-Variationen“. Heute
erinnert das Bach-Archiv an das Leben und Werk des
Komponisten. Zwischen dem Bach-Archiv und der
141
Thomaskirche befindet sich auch das Neue
Bachdenkmal. Das Alte Bachdenkmal steht einige
Meter weiter entfernt und wurde von Felix Mendelssohn
Bartholdy gestiftet, der die Musik Bachs Mitte des 19.
Jahrhunderts
wieder
populär
gemacht
hat.
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 – 1847)
Felix Mendelssohn Bartholdy gilt als einer der
bedeutendsten Musiker der Romantik. Er wurde in
Hamburg geboren und zog bald mit seiner Familie nach
Berlin, wo er auch aufwuchs und studierte. Schon früh
erhielt er Klavierunterricht und bereits im Alter von neun
Jahren trat er zum ersten Mal öffentlich auf, gemeinsam
mit seiner Schwester Fanny. Seine ersten Konzertreisen
unternahm er ab 1829. 1833 wurde er Musikdirektor in
Düsseldorf, und zwei Jahre später zog Mendelssohn nach
Leipzig, weil er dort eine Stelle als Leiter
der Gewandhauskonzerte angeboten bekommen hatte.
Damals war das eine der höchsten Positionen, die man
als Musiker erreichen konnte. Bei den Leipzigern waren
Mendelssohns Gewandhauskonzerte sehr beliebt. Im
Jahr 1843 gründete Mendelssohn in Leipzig das
„Conservatorium“–
die
erste
Musikhochschule
Deutschlands. Die Hochschule für Musik und Theater
"Felix Mendelssohn Bartholdy" ist heute eine
der renommiertesten Kunsthochschulen
weltweit.
Mendelssohn starb am 4. November 1847 in Leipzig in
Folge mehrerer Schlaganfälle. Sein künstlerisches
Schaffen
umfasst
Konzerte, Vokal-,
Orchester, Kammermusik- und Klaviermusikwerke sowie
142
fünf Sinfonien. In Mendelssohns Wohn- und Sterbehaus
befindet
sich
heute
ein Museum.
Schon zu Lebzeiten, aber besonders nach seinem Tod
wurde Mendelssohn wegen seiner jüdischen Herkunft
von vielen Menschen angegriffen. Schuld daran war vor
allem die antisemitischeHetzschrift Richard Wagners
„Das Judenthum in der Musik“, die drei Jahre nach
Mendelssohns Tod erschien. In der Folgezeit wurde
Mendelssohns Werk wenig geachtet, und unter den
Nationalsozialisten war die Aufführung seiner Werke
komplett verboten. Auch das alte Mendelssohn-Denkmal
wurde von den Nazis 1936 entfernt. Im Jahr 2008 wurde
ein neues Denkmal – allerdings an anderer Stelle –
aufgestellt.
Clara Schumann (1819 – 1896)
Clara Schumann wuchs in einer musikbegeisterten
Familie auf: Ihre Mutter war Sängerin und ihr Vater
Friedrich Wieck ein strenger Klavierlehrer, der sich
große Mühe gab, seine Tochter zur Pianistin
auszubilden.
Er
sorgte
auch
dafür,
dass
Clara Improvisations- und Kompositionsunterricht
bekam – eine Möglichkeit, die Frauen damals nur selten
hatten. Clara galt bald als Wunderkind, das im Alter von
zehn
Jahren
das
erste
Mal
auftrat.
Im Jahr 1828 kam Robert Schumann nach Leipzig, wo er
Klavierunterricht bei Friedrich Wieck nahm und sich in
Clara verliebte. Einer Hochzeit wollte Claras Vater
allerdings nicht zustimmen, denn seiner Meinung nach
war der mittellose Robert Schumann psychisch labil und
143
ohne berufliche Perspektive. Er verbot dem Paar sogar,
sich zu sehen. 1840 gelang es den beiden jedoch, ihre
Eheschließung vor Gericht zu erkämpfen. Robert und
Clara Schumann wohnten vom Tag ihrer Hochzeit bis
zum Jahr 1844 in der Inselstraße 18, einem der
wenigen erhaltenen klassizistischen Gebäude Leipzigs.
Im Schumann-Haus befindet sich heute unter anderem
ein
Museum.
Nach der Zeit in Leipzig lebte Clara Schumann mit
ihrem Mann in Dresden und in Düsseldorf. Sie bekam
neun Kinder in 13 Jahren. Die Kinder erzog sie jedoch
nicht selbst, da sie so oft wie möglich Konzerte gab.
Durch ihre Konzertreisen machte sie auch die Werke
ihres Mannes in ganz Europa bekannt, denn Robert
Schumann konnte wegen einer Behinderung der rechten
Hand
nicht
selbst
spielen.
Da sich der psychische Zustand von Robert Schumann
verschlimmerte, wurde er 1854 in eine Heilanstalt in
Bonn überführt, wo er zwei Jahre später starb. Nach
dem Tod Roberts komponierte Clara Schumann fast
nichts mehr, sie blieb aber bis zu ihrem eigenen Tod eine
gefeierte
Pianistin.
Glossar
Wirkungsstätte, die – der Ort, an dem eine bekannte
Person
lebt
und
arbeitet
Komponist/in, der/die – jemand, der Musikstücke
schreibt
Kantor, der – der Leiter eines Kirchenchors, der auch
für die der Kirchenmusik verantwortlich ist
144
Thomanerchor – der Chor der Thomaskirche, in dem
nur
Jungen
singen
Kantate, die – die geistliche Musik mit Gesang und
Instrumentalbegleitung
Internat, das – ein Wohnheim, in dem Schüler leben
Denkmal, das – eine Figur, ein Bauwerk oder ein Ort,
das an ein Ereignis oder an eine Person erinnert
etwas stiften – hier: etwas spenden; etwas geben, ohne
dafür
Geld
zu
bekommen
Romantik, die – hier: ein Kunststil vor allem in der
ersten
Hälfte
des
19.
Jahrhunderts
Gewand, das – ein Kleidungsstück; auch: die Kleidung
Gewandhaus, das – ein Konzerthaus in Leipzig
renommiert – so, dass viele Menschen eine hohe
Meinung
von
jemandem
haben
Schlaganfall, der – eine lebensgefährliche Störung im
Gehirn
Vokalmusik, die – Musik, bei der der Gesang das
Wichtigste
ist
Kammermusik, die – Musik mit nur wenigen
Instrumenten
(↔Orchestermusik)
Sinfonie, die – ein Musikstück, das für ein Orchester
geschrieben wurde und aus mehreren Teilen besteht
antisemitisch –
feindlich
gegenüber
Juden
Hetzschrift, die – ein Text, der für Hass gegen
bestimmte
Menschen
verbreitet
jemanden/etwas achten – eine hohe Meinung von
jemandem/etwas
haben;
großen
Respekt
vor
jemandem/etwas
haben
Improvisation, die – hier: die Aufführung eines
145
Musikstücks, das vorher nicht geschrieben worden ist,
sondern erst während der Aufführung entsteht
mittellos –
arm
labil –
hier:
oft
krank
erhalten – hier: so, dass etwas in einem ähnlichen
Zustand
wie
früher
weiter
besteht
klassizistisch – im Stil des Klassizismus, einer
kunstgeschichtlichen Epoche zwischen etwa 1770 bis
1830
Behinderung, die – eine geistige oder körperliche
Störung, die meist nicht geheilt werden kann
jemanden überführen – hier: jemanden an einen
anderen
Ort
bringen
Nobelpreisträger – jemand, der eineninternationalen
und
sehr
bedeutenden
Preisgewonnen
hat
Verlag, der – ein Unternehmen, das Bücher, Zeitungen,
Musik
usw.
veröffentlicht
etwas
erwerben –
etwas
kaufen
Ausgabe, die – die Version eines Buches, wie es zu
einer
bestimmten
Zeit
veröffentlicht
wurde
Band,
der –
ein
Teil
einer
Buchreihe
Silbergroschen, der – eine alte Münze, die nicht sehr
viel
wert
war
Klassiker, der – hier: ein künstlerisches Werk, das als
besonders
wichtig
gilt
zeitgenössisch – so, dass jemand zu derselben Zeit lebt
bzw. gelebt hat oder etwas in derselben Zeit entstanden
ist;
hier:
aus
der
Gegenwart, von
heute
Strömung, die – hier: eine von verschiedenen
künstlerischen
Stilrichtungen
146
Baumwollspinnerei, die – eine Fabrik, in der
Baumwolle
hergestellt
wird/wurde
figurativ – hier: so, dass Figuren oder Gegenstände
dargestellt
werden
(↔abstrakt)
wie aus der Zeit gefallen – so, als ob etwas zu einer
ganz anderen Zeit entstanden wäre; scheinbar ohne
Verbindung
zur
Gegenwart
surreal – unwirklich; wie aus einem Traum
Vorgarten, der – der Garten vor einem Haus
Autor:
Felix
Redaktion: Ingo Pickel
Forberg
Aufgabe 1: a) Wo liegt Leipzig?
Haben Sie schon einmal etwas von Leipzig gehört oder
waren Sie sogar selbst schon einmal dort? b) Was ist
richtig?
1. Leipzig liegt im Süden Deutschlands. 2. Leipzig
liegt in Brandenburg. 3. Leipzig befindet sich im
Norden Sachsens. 4. Durch Leipzig fließt die
Elbe. 5. Leipzig liegt in der Nähe von Halle an
der Saale. 6. Leipzig liegt direkt an der A14.
Redemittel Leipzig liegt … Die Stadt befindet
sich … … im Norden … … in der Nähe von …
… direkt am/ an.
Aufgabe 2. Bilden Sie die Superlative!
Nach seiner Eröffnung war das Paunsdorf Center im
Norden Leipzigs das (groß) überdachte Einkaufszentrum
in Deutschland.
147
Im Leipziger Musikinstrumentenmuseum, der (groß)
Musikinstrumentensammlung Deutschlands, ist der (alt)
intakte Hammerflügel der Welt ausgestellt.
Das (lang) Kasernengebäude Europas befindet sich in
der Georg-Schumann-Straße.
Der Turm des Neuen Rathauses ist mit 115 Metern der
(hoch) Rathausturm Deutschlands.
Aufgabe 3. Wählen Sie sich eine Leipziger
Sehenswürdigkeit aus, die Sie am meisten interessiert.
Notieren Sie sich die wichtigsten Informationen zu Ihrer
Sehenswürdigkeit, die im Film genannt werden.
Recherchieren Sie dazu auch im Internet. Schreiben Sie
anschließend einen Artikel für einen Reiseführer.
Heidelberg
Hoch über der Stadt führt der Philosophenweg durchs
Grüne, und der Blick auf die Stadt im Tal, das Schloss,
den Fluss und die alte Brücke hat schon viele Dichter
und Jogger auf neue Ideen gebracht. Heidelberg besitzt
eine große erhaltene Altstadt aus der Barockzeit und ist
eine der wenigen größeren deutschen Städte, die im 2.
Weltkrieg
nicht
zerstört
worden
sind.
Quer durch die Stadt erstreckt sich die längste
Fußgängerzone Europas mit zahlreichen Geschäften und
Straßencafés. Mit dem Fahrrad ist man in Heidelberg
immer schnell am Ziel – vorausgesetzt, man findet es
unter den Hunderten anderer Räder, die am Heidelberger
Hauptbahnhof
geparkt
sind,
wieder.
Auf der Neckarwiese sonnen sich junge Familien und
Wildenten, auf dem Wasser fahren Ruderboote, in der
Universitätsbibliothek sitzen Studenten vor ihren
148
Laptops, und in den Konditoreien kaufen sich japanische
Touristen den „Heidelberger Studentenkuss“ aus
Schokolade. In der Mensa im Neuenheimer Feld laufen
die Vorbereitungen für die nächste Studentenparty, und
im Technologiepark entwickeln die besten Forscher
Deutschlands neue Erkenntnisse. In der 800 Jahre alten
Stadt am Neckar verbinden sich Geschichte und
Moderne
auf
äußerst
angenehme
Weise.
Der Steckbrief
Bundesland:
Baden-Württemberg
Durchschnittliche
116 m
Höhe:
Niederschlag:
745 mm/Jahr
147.312 (Statistisches Landesamt
Einwohner:
2010)
Gründung:
1196
Kfz-Kennzeichen: HD
Dialekt:
Kurpfälzisch
Heidelberg liegt am Neckar, der im
Schwarzwald entspringt und etwa 25
Fluss:
km hinter Heidelberg bei Mannheim
in den Rhein fließt.
Heidelberg ist eine Dienstleistungsund Wissenschaftsstadt: Über 80
Prozent der Arbeitnehmer sind im
Wirtschaft:
Dienstleistungsbereich
tätig,
ein
Großteil davon in der Universität und
anderen
wissenschaftlichen
149
Einrichtungen. Viele forschungsnahe
Unternehmen haben ihren Standort im
„Technologiepark“ im Neuenheimer
Feld.
Heidelberg ist Sitz der RuprechtKarls-Universität, der ältesten Uni
Deutschlands. Darüber hinaus gibt es
einige weitere Hochschulen und
Forschungseinrichtungen, wie z. B.
das Deutsche Krebsforschungszentrum
(DKFZ) und fünf Max-PlanckInstitute.
Das Kurpfälzische Museum informiert
unter anderem über die Heidelberger
Stadtgeschichte. Sehenswert sind auch
das Universitätsmuseum, das Deutsche
Apotheken-Museum
und
der
Studentenkarzer.
Bildung:
Kultur
Freizeit
und
An zahlreichen Veranstaltungsorten
finden
Konzerte
und
Theateraufführungen statt, nicht nur
an der „Städtischen Bühne“, der
größten Spielstätte des Theaters und
Orchesters Heidelberg. Zu empfehlen
sind zum Beispiel auch die
Heidelberger Schlossfestspiele im
Sommer sowie die Aufführungen im
kleinen Heidelberger Zimmertheater.
150
Tagsüber bietet sich ein Besuch im
Heidelberger
Zoo
oder
eine
Schiffsfahrt auf dem Neckar an.
Autor: Anne Gassen
Redaktion: Ingo Pickel
Aufgabe 1.
Wähle die richtige Antwort aus!
1. Bekannte Heidelberger Sehenswürdigkeiten
sind die Altstadt, das Schloss und die Brücke. a)
richtig b) falsch
2. Das Heidelberger Schloss sieht heute noch
genau so aus wie vor 400 Jahren. a) richtig b)
falsch
3. Mehr als 25 % der Heidelberger sind
Studenten.
a) richtig b) falsch
4. Noch im 20. Jahrhundert wurden Studenten, die sich
nicht an die Regeln hielten, im Gefängnis der Uni
eingesperrt. a) richtig b) falsch
5. Sehr viele Touristen kommen aus den USA.
a)
richtig b) falsch
6. Kaiserstuhl und Heiligenberg heißen die zwei Berge
auf beiden Seiten des Neckars. a) richtig b) falsch
Aufgabe 2.
Bringe die Satzteile in die richtige Reihenfolge. Beginne
mit einem Großbuchstaben und setze ans Ende einen
Punkt!
1. a) und Brücke sind b) Tausender Touristen c) das Ziel
d) Altstadt, Schloss e) aus der ganzen Welt
151
2. a) ist auch b) seine Universität, c) eingeschrieben sind
d) Heidelberg e) an der 30 000 Studenten f) bekannt für
3. a) die disziplinlos waren, b) Studenten, c) im Karzer
der Universität d) noch bis 1914 wurden e) eingesperrt
4.) a) gebaut wurden b) die im Stil des Barock c)
Heidelbergs, d) eine von vielen Sehenswürdigkeiten e)
die Jesuitenkirche ist
5. a) und die Aussicht auf die Stadt b) gehörte auch
Friedrich Hölderlin c) zu den Dichtern d) die den
Philosophenweg e) liebten
Aufgabe 3.
1. Vervollständige die Lückentexte! Setze die Wörter in
der richtigen Form ein. A. a) Sehenswürdigkeit b)
Altstadt c) Hauptstraße d) Kornmarkt e) Schloss f) Ruine
g) Stadtzentrum h) Madonna Oberhalb der Stadt steht die
____ des ____ – die berühmteste ____ Heidelbergs.
Schön ist auch die ____, die im zweiten Weltkrieg nicht
zerstört wurde. Die wichtigste Straße im ____ ist die
____. Nicht weit davon entfernt, auf dem ____, steht
eine oft fotografierte Statue der ____. B. a) Wissenschaft
b) Öffentlichkeit c) Wind d) Universität e) Bibliothek f)
Mittelalter g) Handschrift Heidelbergs ____ ist die
älteste in Deutschland. In der Stadt weht ein ganz
besonderer ____, denn Forschung und ____ spielen hier
eine wichtige Rolle. In der ____ der Universität wird
eine ganz besonders wertvolle ____ aufbewahrt und nur
sehr selten der ____ gezeigt: der Codex Manesse aus
dem ____.
152
Teil 3.
Texte für die selbständige Arbeit
Das Regierungszentrum Deutschlands
Die Berliner nennen das Kanzleramt wegen seiner
merkwürdigen Bauweise 'Waschmaschine'. Hier ist das
Büro des Bundeskanzler oder der -kanzlerin, und hier ist
auch der Kabinettssaal.
Der Bundeskanzler steht einem Kabinett von
Fachministern vor. Zusammen bilden sie die
Bundesregierung, die politische Führung des Landes. Sie
hat die Aufgabe, die vom Parlament beschlossenen
Gesetze auszuführen und das Land nach außen zu
vertreten.
Der Bundeskanzler steht einem Kabinett von
Fachministern vor. Zusammen bilden sie die
Bundesregierung, die politische Führung des Landes. Sie
hat die Aufgabe, die vom Parlament beschlossenen
Gesetze auszuführen und das Land nach außen zu
vertreten.
Hat der Bundeskanzler einen Koalitionspartner
gefunden, geht es an die Zusammenstellung des
Kabinetts - also der Minister. Er bestimmt, wie viele
Politikressorts und Ministerien er für seine Regierung
einrichten
will.
Zu den wichtigsten Ressorts gehören Wirtschaft,
Umwelt, Inneres, Äußeres, Finanzen, Arbeit und
Verteidigung, aber auch Familie, Justiz, Verkehr,
Landwirtschaft,
Entwicklung,
Forschung
und
Gesundheit. Die Bundesminister leiten ihre Ressorts in
153
eigener Verantwortung - innerhalb der festgelegten
Richtlinien.
Die Kanzlerwahl kommt zum Schluss
Der Bundespräsident ernennt die Minister, die ihm der
Bundeskanzler vorschlägt - wobei in der Praxis die
Parteien, die eine Regierung tragen, selbst über ihre
Minister entscheiden. Außerdem kommt dem
Bundespräsidenten die Aufgabe zu, den designierten
Kanzlerkandidaten
als
neuen
Bundeskanzler
vorzuschlagen. Gewählt wird er von den Abgeordneten
des Bundestags. Das geschieht meist erst, nachdem die
Regierungsbildung abgeschlossen ist, also die Ressorts
eingerichtet und Ministerposten vergeben wurden.
Abgesetzt werden kann der Bundeskanzler nur, wenn der
Bundestag mit Mehrheit jemand anderen zum
Bundeskanzler wählt - das sogenannte konstruktive
Misstrauensvotum - oder wenn nach einer verlorenen
Vertrauensabstimmung der Bundespräsident den
Bundestag auflöst.
Für das Volk - der deutsche Bundestag
Der Bundestag ist das Zentrum der Demokratie in
Deutschland. Das Parlament gilt als Garant der
politischen Stabilität - doch seine Macht ist begrenzt.
Manchmal gibt es sehr feierliche Momente in dem
halbrunden Sitzungssaal im Berliner Reichstagsgebäude:
Dann zum Beispiel, wenn die Abgeordneten alle vier
Jahre in der ersten Plenarsitzung nach einer
Bundestagswahl
den
Bundeskanzler
oder
die
Bundeskanzlerin wählen.
154
Oder wenn wichtige Staatsgäste vor den Parlamentariern
sprechen dürfen - eine besondere Ehre. Die alltägliche
Parlamentsarbeit dagegen ist eher unspektakulär: Auf
den Tischen stapeln sich Gesetzesvorlagen, die im
Minutentakt
beschlossen
werden,
oftmals
in
stundenlangen, ermüdenden Sitzungen. Hin und wieder
wird der Saal unter der mächtigen Glaskuppel des
Reichstages aber auch zum Schauplatz großer
Rededuelle.
Mitglieder
der
Regierungskoalition
verteidigen ihre Politik, die Opposition greift an,
kritisiert, wirbt für Alternativen. Dann wird das
Parlament zu einem Ort, an dem leidenschaftlich um
Positionen und Überzeugungen gerungen wird.
Geburtsstunde der deutschen Nachkriegsdemokratie
Erstmals trat der Deutsche Bundestag am 7. September
1949 zusammen, seinerzeit noch im Bundeshaus in der
damaligen Hauptstadt Bonn. Ein erhebender Moment
nach den Jahren der Nazi-Diktatur, in denen das
Parlament nur noch sporadisch tagte und faktisch keine
freien Entscheidungen treffen konnte. Unter den
ursprünglich 410 Bundestagsabgeordneten waren damals
28 Frauen. Heute ist rund ein Drittel der Abgeordneten
weiblich.
Alle Macht dem Volk
Dem deutschen Parlament kommt eine ganz besondere
Rolle zu. Das ist im Grundgesetz, der deutschen
Verfassung, eindeutig festgelegt: Der Deutsche
Bundestag repräsentiert die gut 80 Millionen Deutschen,
also das Volk. Er ist das einzige von den Bürgern direkt
gewählte Bundesorgan: Der Kandidat, der in seinem
155
Wahlkreis die meisten der so genannten Erststimmen
bekommt, zieht ins Parlament ein. So wird allerdings nur
etwa die Hälfte aller Abgeordneten im Bundestag
bestimmt. Über die andere Hälfte entscheiden die
Parteien, die dafür in den Bundesländern Listen von
Kandidaten aufstellen. Je nach dem Anteil der
Zweitstimmen für die jeweilige Partei kommen sie ins
Parlament.
Unabhängig davon, ob sie direkt gewählt wurden oder
über Parteilisten in den Bundestag eingezogen sind: Die
Abgeordneten haben den Auftrag, im Interesse der
Bürger zu entscheiden. Was steht in den Gesetzen, wie
viel und wofür gibt der Staat Geld aus, wann werden
Soldaten zu internationalen Einsätzen entsandt? All das
soll im Parlament debattiert, entschieden und kontrolliert
werden. Manche Gesetze müssen anschließend aber noch
im Bundesrat abgesegnet werden: Dort sitzen die
Vertreter der Bundesländer und haben dabei deren
Interessen im Blick.
Die Abgeordneten im Bundestag bestimmen außerdem,
wer Richter am Bundesverfassungsgericht wird, und
bilden einen großen Teil der Bundesversammlung, die
den Bundespräsidenten wählt. Der Bundestagspräsident,
der die Sitzungen leitet, hat nach dem Bundespräsidenten
das höchste Staatsamt inne. Er steht damit formal sogar
über dem Bundeskanzler. Und jeder Abgeordnete ist bei
den Abstimmungen nur an sein Gewissen gebunden zumindest in der Theorie.
Kluft zwischen Grundgesetz und politischer Realität
156
Die politische Realität entspricht aber nicht immer dem
Idealbild in der Verfassung. Im parlamentarischen Alltag
sind die Abgeordneten zum Beispiel in aller Regel eng
an die Vorgaben ihrer Fraktion gebunden: Das gilt
besonders für die Vertreter der Regierungskoalition, die
ihre Mehrheit sichern muss, um ihre Politik durchsetzen
zu können. Nur bei seltenen Gewissensfragen werden
Abstimmungen "freigegeben": Dann kann jeder
Abgeordnete ohne Vorgaben entscheiden, ob er für oder
gegen ein Gesetz stimmt.
Deshalb fürchten manche Abgeordnete eine schleichende
Verschiebung der Macht - weg vom Parlament, hin zur
Regierung.
Beispiel
Bundessicherheitsrat:
Das
Regierungsgremium entscheidet in geheimen Sitzungen
über Rüstungsgeschäfte im Ausland, nicht der Bundestag
nach einer offenen Debatte. Nicht die einzige Stelle, an
der dem Parlament in wichtigen Fragen die Kontrolle
entgleitet.
Europa schränkt die Macht des Bundestags ein
Über viele Bereiche, für die der Bundestag früher alleine
zuständig war, wird mittlerweile auch auf europäischer
Ebene entschieden: im Europaparlament in Straßburg
oder bei der Kommission der Europäischen Union in
Brüssel. Einige Volksvertreter und Bürger finden, dass
besonders bei der Euro-Rettung das deutsche Parlament
in wichtige Entscheidungen nicht mehr genügend
einbezogen
wird.
Ein
Dilemma:
Zu
viel
Parlamentsmitsprache kann sich negativ auf die Stabilität
des Euro auswirken. Wenn der Bundestag aber zu wenig
mitreden kann, setzt sich Deutschland dem Vorwurf aus,
157
dass seine Demokratie nicht mehr als weltweites Vorbild
taugt.
Die Machtverteilung zwischen den staatlichen Organen
in Deutschland, aber auch zwischen den der EU und
ihren Mitgliedsstaaten muss also immer wieder neu
verhandelt werden, damit alle Interessen gewahrt
bleiben.
Ein Koalitionsvertrag für alle Fälle
CDU, CSU und SPD wollen Deutschland zusammen
regieren. Sieben Wochen haben sie verhandelt, jetzt steht
der Koalitionsvertrag. Doch bei der Präsentation
schwebte ein Unsicherheitsfaktor über allem.
Es ist kurz nach zwölf Uhr am Mittwochmittag,
als Angela Merkel, Horst Seehofer und Sigmar Gabriel
die
Bundespressekonferenz
betreten,
um
der
versammelten Hauptstadtpresse den Koalitionsvertrag
vorzustellen. Soeben haben sie im Reichstagsgebäude
ihre vorläufige Unterschrift unter das Werk gesetzt.
Vorläufig, weil aus juristischen Gründen jeder der drei
Parteichefs von CDU, CSU und SPD jedes einzelne Blatt
der 185-seitigen Vereinbarung gegenzeichnen muss.
Doch
das
kann
angesichts
des
noch
anstehenden Mitgliedervotums bei der SPD warten.
Erst am frühen Mittwochmorgen, kurz vor sechs Uhr,
sind sich die zukünftigen Koalitionäre in abschließender
Runde einig geworden. Nach sieben Wochen hatten sie
zuletzt fast siebzehn Stunden im Willy-Brandt-Haus, der
SPD-Zentrale, durchgehend verhandelt. Danach blieb
kaum Gelegenheit, um etwas zu schlafen und sich frisch
zu machen. Kein Wunder, dass der Kraftakt, der hinter
158
Merkel, Seehofer und Gabriel liegt, den Dreien auch
anzusehen ist. Selbst wenn die Visagisten alles getan
haben, um die dunklen Augenringe abzudecken und die
müden Gesichter aufzufrischen.
Gegenseitiges Schulterklopfen
Trotzdem sitzen sie jetzt gut gelaunt in der
Bundespressekonferenz. Merkel im grünen Blazer in der
Mitte, Gabriel zu ihrer rechten, Seehofer zu ihrer linken
Seite. Die Details stimmen noch nicht ganz, vor Seehofer
steht Merkels Namensschild, vor Merkel das von
Seehofer. "Da bin ich doch froh, dass ich der alte
geblieben bin", kommentiert Gabriel, als die Schilder
nach einiger Zeit zurechtgerückt werden. Alle lachen,
auch Merkel. "Ich wollte gerne beschützt werden",
begründet sie die Wahl ihres Sitzplatzes zwischen den
beiden Männern. Da lachen auch die Journalisten.
Was nun folgt, ist das übliche Prozedere bei der
Vorstellung eines Koalitionsvertrags. Alle klopfen sich
gegenseitig, vor allem aber auch selbst auf die Schulter
und stellen den eigenen Beitrag und Anteil
am Koalitionsvertrag heraus. "Das war eine faire
Veranstaltung, für die ich mich ausdrücklich bedanken
will", lobt SPD-Chef Gabriel. Alle könnten sich in dem
Vertrag wiederfinden, sagt CSU-Chef Seehofer. Es gebe
gute Chancen, dass es den Menschen in Deutschland
zum Ende der Legislaturperiode 2017 besser gehe, meint
die CDU-Vorsitzende Angela Merkel.
Zentrale Versprechen, die ihre Partei im Wahlkampf
gegeben habe, werde sie einhalten und umsetzen können,
betont die Kanzlerin und nennt drei Themen: solide
159
Finanzen, sicherer Wohlstand und soziale Sicherheit. Es
werde keine Steuererhöhungen geben und ab 2015 werde
Deutschland auch ohne neue Schulden auskommen.
"Deutschlands Zukunft gestalten", so ist der
Koalitionsvertrag überschrieben. "Das heißt, dass wir
eine große Koalition sind, um auch große Aufgaben für
Deutschland zu meistern."
Wer hat die meisten Themen gesetzt?
Die beiden Herren an Angela Merkels Seite
nicken. CSU-Chef Horst Seehofer äußert sich
abwechselnd als "sehr, sehr zufrieden" und als
"hochzufrieden" über den Koalitionsvertrag und betont
ebenfalls, dass alle zentralen Wahlversprechen der CSU
erfüllt seien. Die Familienleistungen inklusive des
Betreuungsgeldes für Eltern, die ihre unter dreijährigen
Kinder nicht in einer öffentlichen Einrichtung betreuen
lassen, blieben erhalten. Die Mütterrente für Frauen, die
vor 1992 Kinder geboren haben, sei fest vereinbart,
genauso wie eine Mauterhebung auf Autobahnen für im
Ausland zugelassene Fahrzeuge. "Da beobachte ich
voller Freude die Interpretationen, aber der Text ist
ziemlich eindeutig", ergänzt Seehofer grinsend.
Gut gelaunt zeigt sich auch der SPD-Vorsitzende
Sigmar Gabriel. "Die große Koalition hat einen
Koalitionsvertrag für die kleinen Leute geschrieben",
betont er. "Da steht eine Menge drin, was helfen wird,
Fairness und soziale Balance in diesem Land zu
stabilisieren oder zurückzubringen." Gabriel stellt
insbesondere die geplante Einführung eines gesetzlichen
Mindestlohns von 8,50 Euro ab 2015 heraus und die
160
Vereinbarung für eine abschlagfreie Rente für
langjährige Versicherte mit 63 Jahren.
Eine Heimat, zwei Pässe
Dann kommt Gabriel auf das Thema doppelte
Staatsbürgerschaft zu sprechen. Bis zuletzt hatten die
Parteien darüber gestritten, ob in Deutschland lebende
Migranten zwei Pässe haben dürfen oder nicht. Die SPD
sagte Ja, die Union Nein. Am Ende steht nun ein
Kompromiss, der in Deutschland geborene und
aufgewachsene Kinder von Ausländern betrifft, die ab
der Geburt zwei Pässe haben: den deutschen und den der
Eltern. Sie müssen sich nach derzeitiger Rechtslage
spätestens bis zu ihrem 23. Geburtstag entscheiden,
welche Staatsangehörigkeit sie haben wollen.
Entscheiden sie sich nicht, geht der deutsche Pass
verloren.
In Zukunft soll dieser sogenannte Optionszwang
entfallen, eine Mehrstaatlichkeit wird akzeptiert.
"Natürlich wollte die SPD eine noch weitergehende
Regelung durchsetzen", sagt Sigmar Gabriel mit Blick
auf die Vereinbarung, dass es im Übrigen beim
geltenden Staatsangehörigkeitsrecht bleiben soll. Das sei
im Koalitionsvertrag mit CDU und CSU aber nicht zu
vereinbaren gewesen.
Das letzte Wort hat die SPD-Basis
Mehr als eine Stunde stehen Merkel, Seehofer
und Gabriel den Hauptstadt-Journalisten Rede und
Antwort. Die wollen natürlich vor allem auch wissen,
wie das denn nun mit dem anstehenden SPDMitgliedervotum sei. Noch gibt es die schwarz-rote
161
Koalitionsvereinbarung nur auf dem Papier. Vom 6.
Dezember an sind rund 473.000 SPD-Mitglieder
aufgerufen, über das Regierungsbündnis abzustimmen.
Das Ergebnis soll am 14. Dezember bekannt gegeben
werden.
SPD-Chef Gabriel gibt sich überzeugt, dass die
SPD-Basis mehrheitlich mit Ja stimmen wird. "Die
Mitglieder der SPD werden stolz auf das sein, was wir
für die Menschen in Deutschland in diesem
Koalitionsvertrag erreicht haben", sagt er. Alle SPDMinisterpräsidenten und alle SPD-Mitglieder der
Verhandlungsgruppe
hätten
den
Vertrag
am
Mittwochmorgen nicht nur gebilligt, sondern einstimmig
als "gut und sehr gut" befunden. "Wir sind uns unserer
Sache sicher. Das ist ein guter Vertrag", sagt er und fast
hat man den Eindruck, dass er sich doch ein wenig Mut
zusprechen muss.
Merkel auf dem Zenit ihrer Macht
Angela Merkel wurde zum dritten Mal zur
Bundeskanzlerin gewählt. Wie schon einmal steht sie
damit an der Spitze einer häufig ungeliebten Großen
Koalition aus CDU/CSU und SPD. Doch das kommt ihr
dieses Mal ganz gelegen.
Kritiker sagen, Merkel throne inzwischen über den
Mühen des politischen Alltagsgeschäfts. Öffentlich legt
sie sich auf nur wenige Positionen fest und hält damit
Abstand zur Tagespolitik. Stattdessen moderiert,
korrigiert, schlichtet oder beruhigt sie. Am Ende
entscheidet sie dann doch - oftmals mit einem
Kompromiss, manchmal aber auch eiskalt. Sie hat damit
162
Erfolg - sowohl als Parteichefin, als auch als Kanzlerin.
Ihre Partei, die CDU, hat sie stärker in die Mitte der
Gesellschaft gerückt und damit neue Wählergruppen
erobert. Der ganz auf sie als Person zugeschnittene
Bundestagswahlkampf
und
das
herausragende
Wahlergebnis der CDU waren jüngste Bestätigungen
ihres Stils.
Merkel prägte die besondere Struktur dieser
Koalitionsverhandlungen: Mehrfach tagten ein Dutzend
Arbeitsgruppen
sowie
kleine
und
große
Koalitionsrunden. Darin saßen nicht nur Bundespolitiker
oder Parteiobere, sondern auch Landespolitiker und
Ministerpräsidenten. So viel Aufwand war noch nie.
Doch das hatte ganz pragmatische Gründe.
Die Mehrheit im Rücken
Die Kanzlerin weiß, dass ihr das Amt in den
kommenden vier Jahren der Legislaturperiode relativ
einfach gemacht werden könnte. Denn die große
Koalition aus CDU, CSU und SPD hat im Bundestag
eine komfortable Mehrheit. Das Ergebnis ihrer
Wiederwahl war dafür ein erster Beweis. Für sie
stimmten 462 von 631 Abgeordneten im Bundestag.
Beide Oppositionsparteien - Grüne und Linkspartei sind zahlenmäßig so schwach, dass sie die Regierung
zum Beispiel durch einen Untersuchungsausschuss nicht
ernsthaft unter Druck setzen können. Auch aus dem
Bundesrat muss Merkel keinen starken Gegenwind
fürchten. Denn die SPD wird die Länderkammer nun
nicht mehr als Gegenpol zum Bundestag nutzen, wie es
zuletzt häufig der Fall war. Gut, wenn man vor diesem
163
Hintergrund möglichst viele Akteure bereits im Vorfeld
in die Verantwortung nimmt und einen gemeinsam
verfassten Koalitionsvertrag abschließt. Und auch gut,
wenn darin schon möglichst klare Vereinbarungen
getroffen werden, damit während der Legislaturperiode
nicht mehr grundsätzlich neu verhandelt werden muss.
Nach der Wahl ist vor der Wahl
Merkels Triumph bei der Bundestagswahl
Trotzdem wird das Regieren für Merkel nicht
einfach werden. Zwar hat die 59-Jährige innerhalb ihrer
Partei keine Konkurrenten mehr, die ihr ihre Macht
streitig machen könnten. Einzig der CSU-Vorsitzende
und mächtige bayerische Ministerpräsident Horst
Seehofer schießt ab und an Mal quer. Doch CDU und
CSU regieren nun einmal im Bundestag gemeinsam in
einer Union und sind deshalb aufeinander angewiesen.
Im neuen Kabinett ist die Macht der CSU in Berlin
zudem begrenzt. Die CSU-Minister besetzen die
Ressorts Landwirtschaft, Entwicklung und Verkehr alles keine klassischen Ressorts mit hohem Einfluss.
Schwierigkeiten könnte es aber aus einer anderen
Richtung geben. Denn schon jetzt scheint am Horizont
der Termin für die nächste Bundestagswahl im Jahr 2017
auf. Wer wird dann mit wem regieren? Die SPD hat
schon jetzt Druck aufgebaut, weil sie das bisherige
Koalitionsverbot mit der Linkspartei aufgegeben hat. Ob
die FDP, der traditionelle Koalitionspartner von
CDU/CSU, es in vier Jahren wieder in den Bundestag
schaffen wird, ist offen. Sind die Grünen 2017 bereit für
ein schwarz-grünes Bündnis? Ein neuer Stammtisch von
164
Abgeordneten beider Parteien soll sich Anfang des
Jahres gründen. In den 1990er-Jahren gab es mit der
sogenannten Pizza-Connection schon einmal einen
Versuch, sich gegenseitig kennen und schätzen zu
lernen.
Doch
sollte
Merkel
wegen
ihrer
Anpassungsfähigkeit
auch diese parteipolitische
Neuentwickung im Griff behalten, dann könnte sie sich
verstärkt einer anderen Aufgabe zuwenden.
Auf nach Europa?
Europa solle es besser gehen als vor der Krise,
sagt Merkel schon seit längerem. Die komfortable
Situation im eigenen Land könnte Freiräume schaffen,
um die Europäische Union zu formen. Jüngst kündigte
Merkel an, sich mehr um Fragen zu kümmern, wie die
politische Union in der Europäischen Union
vorangebracht werden könnte. Sie möchte starke
Institutionen - auch zur Abwehr künftiger Krisen. Die
EU soll zukünftig den Bürgern weniger vorschreiben,
wie sie im Alltag zu leben haben, sondern vielmehr als
wirtschafts- und steuerpolitische Ordnungsmacht
auftreten
und
den
Rahmen
für
mehr
Wirtschaftswachstum und Innovation schaffen.
Angela Merkel löste 2005 Gerhard Schröder als
erste Frau im Kanzleramt ab
Merkel ist jetzt 59 Jahre alt und schon mehr als acht
Jahre Kanzlerin Deutschlands. Bei der nächsten
Bundestagswahl wäre sie schon beinahe im Rentenalter.
Doch was 2017 passieren wird, ist völlig offen. Es gab
vor der jetzigen Wahl Gerüchte, Merkel wolle in zwei
165
Jahren aufhören. Das hat sie am Wahlabend deutlich
dementiert. Andere Gerüchte sprechen davon, sie könnte
einen Posten in Europa bekommen. Doch für all diese
Spekulationen ist es noch zu früh.
Ebenso zu früh ist es darüber zu spekulieren, wer
Merkel eines Tages folgen könnten. Es habe sich noch
immer ein Nachfolger gefunden, sagte Merkel einmal
dazu. Im derzeitigen Kabinett gelten Innenminister
Thomas de Maizière und Verteidigungsministerin Ursula
von der Leyen als kanzlertauglich. Spannend wird, wer
es von den "Jungen" dauerhaft in die Führungsriege
schafft. Mit Peter Tauber (39) als neuem CDUGeneralsekretär hat Merkel der nächsten PolitikerGeneration in Person und Amt eine Chance gegeben.
Ein Besuch im Bundestag
Wer darf im größten Plenarsaal des Berliner
Reichstags Platz nehmen? Per Klick finden Sie die
Informationen. Am interaktiven Rednerpult können Sie
Botschaften unserer User an die Abgeordneten lesen und
selbst hochladen.
Deutscher Föderalismus
Wie kein anderes Land legt die Bundesrepublik
Wert auf ihren föderalen Charakter. Das hat historische
Wurzeln. Dabei hat der Föderalismus jedoch auch
Nachteile, die der Bundesregierung oft große Probleme
bereiten.
Im Gegensatz zu den französischen Nachbarn westlich
des Rheins hat es auf dem Gebiet der Deutschen immer
föderale Strukturen gegeben. Während die Franzosen
schon früh Paris zu ihrer Hauptstadt und zum Sitz einer
166
starken Zentralregierung machten, waren östlich des
Rheins die Landesfürsten die eigentlichen Herrscher.
Die Teile dominieren das Ganze
Das Gebiet der Deutschen war immer durch eine
Vielzahl von kleineren und kleinen sowie einigen großen
Fürstentümern oder Königshäusern gekennzeichnet.
Später kamen Städte und Stadtstaaten hinzu, die eigene
Rechte, eigene Währungen und Zölle für sich
beanspruchten.
Nicht
selten
war
auch
die
Rechtsprechung unterschiedlich. Über Jahrhunderte
regierte nicht eine Zentralmacht das Land, sondern
hatten zahlreiche Landesfürsten das Sagen. Sie trafen mit
dem deutschen Kaiser Absprachen, ließen sich
Gefolgschaften in Kriegen mit weiteren Rechten
bezahlen und weiteten ihre Macht soweit aus, dass sie
schließlich als eigenständige Subjekte des Völkerrechts
außenpolitisch agieren konnten.
"Neuaufbau des Reiches"
Mit der föderalen Tradition der Deutschen wurde
erstmals zur Zeit des Nationalsozialismus gebrochen.
Die Nazi-Führung machte sich bald nach der
sogenannten "Machtübernahme" vom 30. Januar 1933 an
die Gleichschaltung der Länder. Genau ein Jahr später
wurden mit dem "Gesetz über den Neuaufbau des
Reiches" vom 30. Januar 1934 die bisherigen Rechte der
Länder
aufgehoben.
Anstelle
der
föderalen
Selbstverwaltungsorgane traten "Reichsstatthalter", die
der nationalsozialistischen Reichsregierung in Berlin
direkt unterstellt und an ihre Weisungen gebunden
waren. Damit hatte die Nazi-Führung in Berlin die
167
gesamte Macht an sich gerissen, um sich über die
Belange der Länder je nach politischem Willen
hinwegsetzen zu können.
Neuaufbau der Demokratie
Genau in einer derartigen Machtkonzentration
sahen die alliierten Siegermächte des Zweiten
Weltkriegs eines der Hauptübel, die zur Etablierung
eines diktatorischen "Führerstaates" geführt hatten. Auf
den Kriegs- und Nachkriegskonferenzen beschlossen sie
daher die Wiederherstellung der von den Nazis
entmachteten Länder. Neben den wieder hergestellten
alten Ländern gab es zahlreiche Neugründungen, die
zum Teil den Ergebnissen des Zweiten Weltkrieges
geschuldet waren.
Länder in der DDR
Auch in Ostdeutschland waren 1945 auf
Anordnung der "Sowjetischen Militäradministration"
Länder eingerichtet worden, die in der DDR aber am 23.
Juli 1952 de facto wieder abgeschafft wurden. Auf dem
Weg
zur
"Schaffung
des
sozialistischen
Verwaltungsaufbaus"
hatten
die
Länder
ihre
Kompetenzen an Bezirke und Kreisverwaltungen
abgegeben. Der Föderalismus musste dem Zentralismus
der SED weichen. Deshalb bestand eine der wichtigsten
Aufgaben der ersten und einzigen frei gewählten DDRVolkskammer darin, die alten Länder wieder
herzustellen. Mit dem "Ländereinführungsgesetz" vom
22. Juli 1990 wurde dieser Schritt vollzogen und die
DDR dem föderalen System Westdeutschlands
angepasst.
168
Föderale Realität
Nach dem Desaster des Zweiten Weltkriegs sollte
eine Machtkonzentration in Händen der Zentralregierung
für die Zukunft ausgeschlossen werden. Deshalb legte
der Parlamentarische Rat bei der Ausarbeitung des
Grundgesetzes großen Wert darauf, dass die Rechte der
Länder geschützt und garantiert werden. Zugleich sollte
durch eine starke Gesetzgebungskompetenz der Länder
eine Kontrolle der Zentralregierung etabliert werden.
Durch unterschiedliche politische Machtverhältnisse in
Bund und Ländern ist diese gegenseitige Kontrolle bis
heute quasi garantiert.
Änderungsversuche
Aber es gab von Anfang an auch Bedenken und
Strukturfehler, die den deutschen Föderalismus vor
große Probleme gestellt haben. Größe und
Wirtschaftskraft der Länder waren so unterschiedlich,
dass es permanente Ausgleichsleistungen geben musste.
Deshalb hatten schon die Alliierten in den 1950er Jahren
Änderungsbedarf beim Zuschnitt der Länder erkannt und
bei der Bundesregierung angemahnt. Aber diese und alle
anderen diesbezüglichen Versuche sind gescheitert –
zuletzt in Berlin und Brandenburg, die 1996 einen
Fusionsversuch starteten, der in einer Volksbefragung
scheiterte.
Seit den 1970er Jahren hat es mehrere Versuche
gegeben, die Kompetenzverteilung zwischen Bund und
Ländern neu zu regeln. Aber weder eine EnqueteKommission zur Verfassungsreform noch eine
Verfassungskommission aus Bundestag und Bundesrat
169
nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen
Staaten konnten sich auf wirksame Änderungen einigen.
Föderalismus-Reform
Aber der Wunsch nach einer Reform des
Föderalismus ist groß, denn bei bestimmten
Konstellationen der Mehrheitsverhältnisse ist ein
Regieren fast unmöglich geworden. Deshalb hat die
große Koalition aus Union und SPD 2006 ein
Reformpaket verabschiedet, das den Ländern einerseits
Kompetenzen entzieht, ihnen aber andererseits auch
weiterhin starke Mitsprache garantiert. Das gilt vor allem
für die Bildungspolitik, die ausschließlich Ländersache
ist. Auch beim Beamtenrecht, beim Strafvollzug und im
Umweltrecht haben die Länder Kompetenzen bekommen
bzw. für sich erhalten können. Insgesamt ist aber der
Anteil von Gesetzen, denen die Länder zustimmen
müssen, von über 50 auf 33 Prozent gesunken.
Bei aller Kritik ist der deutsche Föderalismus
zwar einerseits ein Spektakel, bei dem sich die
Ministerpräsidenten mitunter wie mittelalterliche
Landesfürsten bei der Verteidigung ihrer Unabhängigkeit
aufführen. Andererseits aber hat der Föderalismus
integrative Wirkkräfte entwickelt, ohne die weder die
Integration von mehr als 10 Millionen Flüchtlingen nach
dem Zweiten Weltkrieg noch die Bewältigung der
Folgen der deutschen Einheit nach 1990 gelungen wären.
Die Bundesländer - Daten und Fakten
Von Schleswig-Holstein im Norden bis Bayern im
Süden, von Nordrhein-Westfalen im Westen bis
170
Thüringen im Osten - Deutschland besteht aus 16
Bundesländern. DW.DE stellt jedes einzelne vor.
Staat und Kirche in Deutschland
In Deutschland ist das Verhältnis von Staat und
Kirchen vertraglich geregelt: Für die katholische Kirche
durch Konkordate, also staatliche Verträge mit dem
Vatikan, für die evangelischen Kirchen gelten
Kirchenverträge.
In Deutschland geht die Trennung von Staat und
Kirche bei gleichzeitiger Regelung ihres Verhältnisses
auf den sogenannten Kulturkampf in der zweiten Hälfte
des 19. Jahrhunderts zurück: Im Rheinland und in Baden
stießen Bestrebungen, hoheitliche und Bildungsaufgaben
von der katholischen Kirche in staatliche Zuständigkeit
zu überführen, auf erbitterten Widerstand klerikaler und
konservativer Kreise. Auch in Preußen mit einer
mehrheitlich protestantischen Bevölkerung formierte
sich konservativer Widerstand gegen Bestrebungen zur
Trennung von Staat und Kirche, etwa im Streit um die
Einführung der Zivilehe und die staatliche Schulaufsicht.
Eingrenzung kirchlicher Macht
Nach der Gründung des von Preußen dominierten
Deutschen Reiches 1871 ging Reichskanzler Otto von
Bismarck mit harten Gesetzen gegen das bis dahin
unangetastete Primat von Kirche und Religion über
Staat,
Wissenschaft
und
Bildung
vor.
Der
innenpolitische Widerstand gegen die Trennung von
Staat und Kirche organisierte sich in und im Umfeld der
konservativ-klerikalen Zentrumspartei.
171
Außenpolitisch brach das Deutsche Reich 1872 die
diplomatischen Beziehungen zum Vatikan ab, die erst
1882 wieder aufgenommen wurden. Nach intensiven
Verhandlungen wurden einige der Bismarckschen
Gesetze bis 1887 zwar entschärft, die begonnene
Trennung von Staat und Kirche aber blieb bestehen.
Kooperation auf Vertragsbasis
Die Weimarer Nationalversammlung regelte
1919 in der Reichsverfassung das Verhältnis von Kirche
und Staat neu. Die Staatskirche wurde abgeschafft und es
entstand ein umfangreiches Regelungswerk, das auf
Religionsfreiheit, der weltanschaulichen Neutralität des
Staates
und
der
Selbstbestimmung
aller
Religionsgemeinschaften beruht. Dabei besteht zwischen
Staat und Kirche ein partnerschaftliches Verhältnis.
An diesen Kriterien orientiert sich das Verhältnis
von Staat und Kirche auch in der Bundesrepublik
Deutschland. Die Kirchen nehmen aktiv am
gesellschaftlichen Leben teil und vertreten bei aktuellen
Fragen ihre Position, sei es in Ethik-Kommissionen oder
im Rundfunkrat öffentlich-rechtlicher Sendeanstalten.
Ihre Meinung ist auch gefragt bei Anhörungen in den
Ausschüssen des Bundestages.
Die christlichen Feiertage sind laut Verfassung
geschützt, zu Ostern und Weihnachten gibt es
bundesweite gesetzliche Feiertage. Hinzu kommen
regionale Feiertage beider Konfessionen. Die
Kooperation zwischen Kirche und Staat geht aber noch
weiter. So ziehen etwa die Finanzämter die
Kirchensteuer ein. Das sind zwischen acht und neun
172
Prozent der Lohn- beziehungsweise Einkommenssteuer,
je nach Bundesland und entsprechend der Kirche
beziehungsweise der Religionsgemeinschaft. Für diesen
Verwaltungsaufwand zahlen die Kirchen den
Finanzämtern eine Entschädigung.
In fast allen Bundesländern - mit Ausnahme von
Berlin und Bremen - ist der Religionsunterricht
ordentliches Lehrfach an öffentlichen Schulen. Das
heißt, grundsätzlich ist der Bekenntnisunterricht
Pflichtfach
für
alle
Angehörigen
einer
Religionsgemeinschaft. Allerdings können die Eltern ihr
Kind von diesem Unterricht abmelden. Diese Wahl
haben auch alle mit 14 Jahren religionsmündigen
Schüler.
Wer Religionslehrer werden will, braucht
grundsätzlich die Einwilligung seiner Kirche. Anders als
an Schulen bestimmt die Kirche bei staatlichen
Universitäten, wer Professor an den theologischen
Fakultäten wird. Und darüber hinaus bestimmen sie auch
den Inhalt der Lehre.
Europäische Varianten
Ein anderes Beziehungsmodell ist die strikte
Trennung von Staat und Kirchen. Das ist der Fall
beispielsweise in Frankreich. Nach der Verfassung ist
Frankreich eine laizistische Republik. In einem Gesetz
von 1905 wird diese Beziehung geregelt. Unmittelbare
Folge dieser strikten Trennung war, dass die
Kirchengebäude enteignet wurden: Kathedralen fielen
dem Staat zu, Pfarrkirchen den Kommunen.
Grundsätzlich garantiert der französische Staat die freie
173
Ausübung der Religion, finanzielle Unterstützung gibt es
aber nicht. Vertreter der katholischen, evangelischen und
orthodoxen Kirche sowie der Juden und Buddhisten
besitzen vom Staat anerkannte Ansprechpartner. Sie
sitzend beratend beispielsweise in der Ethikkommission
oder im Verwaltungsrat der Sozialkassen des Kultus.
Großbritannien praktiziert ein weiteres Modell:
Hier ist das Staatsoberhaupt auch gleichzeitig das
Oberhaupt der Kirche. 1533 brach Heinrich VIII. mit
dem Papst und rief kurzerhand die anglikanische
Staatskirche aus - mit ihm selbst als Chef. Daran hat sich
bis heute nichts geändert. Königin Elisabeth II. ist als
amtierende Monarchin das weltliche Oberhaupt der
"Church of England". Sie ist Königin "von Gottes
Gnaden" und hat das Recht zur Ernennung von
Erzbischöfen und Bischöfen. Die Staatskirche hat zwar
keinen Einfluss auf die Politik, allerdings beginnt der
Schultag überall im Land mit einem Gebet und der
christliche Religionsunterricht ist Pflichtfach. Außerdem
wird die anglikanische Eheschließung anerkannt.
Bei allen grundsätzlichen Unterschieden der drei
Beziehungsmodelle zwischen Staat und Kirche gibt es
jedoch auch Ähnlichkeiten. Inzwischen gehören dazu die
Religionsfreiheit ebenso wie die mehr oder minder
ausgeprägte Zusammenarbeit der beiden Partner. Und
noch eine Gemeinsamkeit gibt es: wachsende
Bevölkerungskreise in den traditionell christlich
dominierten Ländern Europas zeigen eine gewisse
Kirchenferne.
Ein deutscher Schicksalstag
174
Der 9. November ist das bemerkenswerteste
Datum in der jüngeren deutschen Geschichte. Die
Erinnerung schwankt zwischen Entsetzen und Freude,
zwischen der Reichspogromnacht 1938 und dem Fall der
Berliner Mauer 1989.
Seit 1989 erinnert der 9. November an ein Ereignis, das
die Welt veränderte: der Fall der Mauer in Berlin. Am 3.
Oktober 1990 war Deutschland nach 41 Jahren der
Teilung wiedervereint. Mit dem Verschwinden der
zweiten Diktatur auf deutschem Boden, mit dem Ende
der DDR, verschwand das komplette real-sozialistische
Lager in Europa von der politischen Landkarte. Der OstWest-Konflikt war beendet. Der 9. November 1989 war
ein schicksalhafter Tag in der Geschichte Deutschlands
und Europas.
Das Ende der Monarchie
Im historischen Kalender der Deutschen ist der 9.
November allerdings gleich mehrmals ein bedeutendes
Datum. 1918 rief der Sozialdemokrat Philipp
Scheidemann von einem Balkon des Berliner Reichstags
die Republik aus. "Arbeiter und Soldaten, seid euch der
geschichtlichen Bedeutung dieses Tages bewusst.
Unerhörtes ist geschehen. Große und unüberschaubare
Arbeit steht uns bevor. Alles für das Volk, alles durch
das Volk! Nichts darf geschehen, was der
Arbeiterbewegung zur Unehre gereicht. Seid einig, treu
und pflichtbewusst! Das Alte und Morsche, die
Monarchie, ist zusammengebrochen. Es lebe das Neue,
es lebe die deutsche Republik", verkündete
175
Scheidemann. Hiermit besiegelte er das Ende der
Monarchie unter Kaiser Wilhelm II.
Die junge Demokratie in Deutschland hatte es
von Anfang an schwer. Linke und Rechte wollten sie so
schnell wie möglich beseitigen. Am 9. November 1923
marschierten in München Nationalsozialisten auf die
Feldherrnhalle zu. Anführer war Adolf Hitler, der zehn
Jahre später die Macht in Deutschland übernehmen sollte
und die Welt in ihre größte Katastrophe stürzte: den
Zweiten Weltkrieg.
Synagogen in Brand gesetzt
Auf dem Weg dorthin wurden die Juden in
Deutschland schrittweise entrechtet, bevor sie von 1942
an systematisch vernichtet wurden. Noch vor Beginn des
Zweiten Weltkriegs brannten im gesamten Deutschen
Reich am 9. November 1938 die Synagogen. Jüdische
Geschäfte wurden geplündert. Etwa 100 Juden wurden
ermordet, 26.000 wurden in Konzentrationslager
verschleppt.
Das
Pogrom
wurde
zynisch
"Reichskristallnacht" genannt. Sie war so etwas wie eine
"frühe Generalprobe" für den Holocaust. Robert Ley,
Chef der nationalsozialistischen Deutschen Arbeitsfront,
machte daraus keinen Hehl: "Juda wird und muss fallen,
Juda wird und muss vernichtet werden! Das ist unser
heiliger Glaube."
Der Fall der Berliner Mauer
Der 9. November 1938 ist in der Reihe der
schicksalhaften Tage das grauenvollste Datum. Ein
größerer Kontrast zum 9. November 1989, dem Tag des
Mauerfalls, ist kaum denkbar. "Wahnsinn" war das am
176
meisten gehörte Wort in dieser Nacht, als sich für die
Menschen in der DDR unverhofft die Grenze öffnete.
Schon seit Monaten hatte es zwar Proteste gegen
die Regierenden im Ostberliner Politbüro der
Staatspartei SED gegeben. Tausende waren über Ungarn
und bundesdeutsche Botschaften in osteuropäischen
Ländern geflüchtet. Der Druck, Reise-Erleichterungen
für alle DDR-Bürger zu gewähren, wuchs von Tag zu
Tag. Doch damit hatte niemand gerechnet: Als auf einer
internationalen
Pressekonferenz
in
Ost-Berlin
entsprechende Regelungen verkündet und als "sofort
wirksam" bezeichnet wurden, gab es kein Halten mehr.
Die Menschen stürmten die innerstädtischen
Grenzübergänge im geteilten Berlin. Der Jubel war im
wahrsten Sinne des Wortes grenzenlos: "Vorhin haben
sie noch einzeln durchgelassen, dann haben sie das Tor
aufgemacht. Und jetzt konnten wir alle ohne Vorzeigen
des Ausweises, ohne Alles konnten wir gehen. Ohne
Kontrolle. Ich habe nicht mal einen Ausweis dabei",
freute sich ein DDR-Bürger.
Ein Zurück zu den alten Zeiten und Zuständen konnte es
nach dieser Nacht nicht geben. Das erste Loch in der
Berliner Mauer brachte das marode System schnell zum
Einstürzen. Zum dritten Mal wurde an einem 9.
November in Deutschland Geschichte geschrieben dieses Mal voller Glück. Daran können auch die vielen
Schwierigkeiten nichts ändern, die in Deutschland auf
den Mauerfall und die Wiedervereinigung folgten. Denn
die innere Einheit herzustellen, bedarf mehr Zeit, als die
staatliche Einheit zu vollziehen.
177
Nie wieder eine Diktatur
Die Bundesrepublik Deutschland ist ein
Bundesstaat mit einer freiheitlich-demokratischen
Grundordnung. Was heute fest in der Verfassung
verankert ist, musste dereinst hart errungen werden.
Nach der Katastrophe des "Dritten Reiches", der
nationalsozialistischen Diktatur unter Adolf Hitler,
entstand die Demokratie in Deutschland nach 1945 neu.
Die Verfassung blieb zunächst provisorisch.
In West-Deutschland wurde 1949 das heute noch
gültige Grundgesetz verabschiedet. Dieses sollte als
Übergangs-Verfassung
dienen,
bis
Deutschland
wiedervereinigt
würde.
Die
Gültigkeit
des
Grundgesetzes erstreckte sich zunächst auf die
amerikanische,
britische
und
französische
Besatzungszone im Westen. In der sowjetischen
Besatzungszone wurde ebenfalls 1949 die Deutsche
Demokratische Republik (DDR) gegründet. Seit dem 3.
Oktober 1990 gibt es nur noch eine wiedervereinigte
Bundesrepublik Deutschland - und aus der
Übergangslösung wurde die erste gesamtdeutsche
Verfassung.
Darauf
basiert
die
freiheitlichdemokratische Grundordnung Deutschlands.
Lehren aus der Geschichte
Das Grundgesetz schützt unter anderem die
Freiheit des Einzelnen, garantiert seine Würde und
behandelt vor dem Gesetz alle Bürger gleich - egal,
welcher Rasse, Herkunft, Sprache oder Religion sie sind.
Außerdem wurde staatliche Macht durch die
Gewaltenteilung einer strengen Kontrolle unterworfen 178
nie wieder sollte ein Diktator in Deutschland herrschen
können.
Ein föderaler Staat mit drei Ebenen wurde
aufgebaut: Bund und Länder teilen sich die politische
Macht. Die Länder übertragen zentrale Kompetenzen an
den Bund, wirken aber an dessen Gesetzgebung mit. In
anderen Bereichen sind die Länder in ihrer
Gesetzgebung eigenständig. Die Kommunen sind die
dritte, unterste Ebene. Gegen radikale, undemokratische
Strömungen wurden Barrikaden geschaffen: die
"wehrhafte Demokratie" erlaubt es, verfassungswidrige
Parteien zu verbieten. 1952 wurde die neonazistische
"Sozialistische Reichspartei" (SRP) und 1956 die
"Kommunistische Partei Deutschlands" (KPD) verboten.
Ferner kommt nicht jede Partei ins Parlament: Erst wenn
sie bei einer Wahl die Fünf-Prozent-Hürde überwindet,
ist sie im Parlament vertreten. Diese Regel soll dem
Deutschen Bundestag Stabilität verleihen.
Exportschlager Staatsaufbau
Machtteilung, Grundrechte und Demokratie haben auch
einen
Wächter
bekommen
das
Bundesverfassungsgericht. Es überprüft auf Antrag
Gesetze auf ihre Verfassungsmäßigkeit und hilft jedem
Bürger, seine Rechte und Freiheiten gegenüber dem
Staat
durchzusetzen.
Das
deutsche
Bundesverfassungsgericht war im internationalen
Vergleich lange Zeit ein Unikat, das weltweit kopiert
wurde. Ein Beispiel ist Spanien, wo ein derartiges
Gericht ebenfalls in der Verfassung verankert wurde.
Mehr Parteien erzwingen politische Kompromisse
179
Das Austragen gesellschaftlicher Konflikte und
die Mobilisierung der Bürger zu Bundestags- und
Landtagswahlen übernehmen in Deutschland die
politischen Parteien. Zwei Volksparteien haben sich
herausgebildet: die konservative CDU/CSU und die
sozialdemokratische SPD. Aber auch andere politische
Strömungen sind wahlweise im Bundestag und in den
Landtagen vertreten: liberale und grüne Politiker
kämpfen um Wähler, aber auch linke Ideen werden
vertreten. Gesellschaftliche Interessen nimmt das
politische System durch Verbände, Gewerkschaften und
Interessengruppen auf.
Wie Kohl und "Gorbi" die Einheit besiegelten
Als
die
Vorbereitungen
für
die
Wiedervereinigung längst auf Hochtouren liefen, waren
noch längst nicht alle außenpolitischen Fragen geklärt.
Die wichtigste Hürde räumten Kohl und Gorbatschow
bei einem Treffen im Kaukaus.
Als am Morgen des 14. Juli 1990 die deutsche
Delegation um Bundeskanzler Helmut Kohl vom KölnBonner Flughafen nach Moskau aufbricht, ahnt niemand,
was bevorsteht. Immer noch hatte sich der sowjetische
Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow nicht klar
darüber geäußert, ob das vereinigte Deutschland in der
NATO bleiben könne.
"Wir werden fliegen!"
Als Helmut Kohl Gorbatschow im Kreml trifft,
stellt er als erstes fest, dass er die Einladung in die
kaukasische Heimat Michail Gorbatschows nur
annehmen werde, wenn die Deutschen nicht dazu
180
gezwungen würden, als Preis für die deutsche Einheit
neutral zu werden; das vereinigte Deutschland wolle auf
jeden Fall Mitglied der NATO bleiben. Falls der
Generalsekretär das anders sehe, möge er ihm das gleich
zu Beginn der Gespräche sagen, so Kohl. Die deutsche
Delegation würde dann von Moskau aus direkt wieder
nach Bonn fliegen.
Die Antwort des sowjetischen Generalsekretärs
ist ebenso eindeutig wie vielsagend: "Wir werden
fliegen, Herr Bundeskanzler!" Dann beginnen die
Gespräche, an die sich der damalige stellvertretende
Kanzleramtschef Horst Teltschik erinnert: "Gleich beim
ersten Gespräch hat Präsident Gorbatschow im Prinzip
schon zugesagt, dass er der NATO-Zugehörigkeit
Deutschlands und der vollen Souveränität des Landes
nicht im Wege stehen werde."
Blumen im Kaukasus
Mit dieser Zusage im Gepäck fliegen die beiden
Regierungschefs in den Kaukasus. Dort werden sie von
der Bevölkerung mit Jubel begrüßt. Auf dem Weg nach
Achys zur sowjetischen Regierungsdatsche machen die
beiden ab und an Halt, um Brot und Salz in Empfang zu
nehmen, das die Menschen ihnen entgegen halten. Aber
es gibt nicht nur von den Menschen Signale, die auf eine
Verständigung mit dem einstigen Kriegsgegner
Deutschland hindeuten.
Raissa Gorbatschowa, die ihren Mann begleitet,
hatte während eines Spaziergangs dem deutschen
Außenminister Hans-Dietrich Genscher die Bedeutung
dieses Treffens für ihren Mann klar gemacht. Michail
181
Gorbatschow hatte sich in der Sowjetunion viel Kritik
anhören müssen. Die Menschen machten ihn
verantwortlich für den rasanten Machtzerfall und die
massiven wirtschaftlichen Probleme des Ostblocks. Nun
– so Raissa Gorbatschowa – müsse der Westen und
insbesondere
die
Bundesrepublik
zu
ihren
Verpflichtungen gegenüber der Sowjetunion auch
stehen.
Hans Dietrich Genscher ist beeindruckt von der Frau des
sowjetischen Staatspräsidenten, die couragiert den Kurs
ihres Mannes unterstützt, ohne sich in den Vordergrund
zu drängen. Auch Horst Teltschik erinnert sich an die
Rolle Raissa Gorbatschowas. Während die beiden
Delegationen zu einem kleinen Fluss gehen, pflückt sie
auf der Wiese einen Blumenstrauß und überreicht ihn
dem verdutzten Helmut Kohl: "Auch wieder eine Signal!
Es konnte eigentlich keinen Streit gegen, beide Seiten
wollten ein gutes Ergebnis", sagt Teltschik.
"Hätten wir Nein sagen können?"
Am nächsten Tag geht es um die Truppenstärke
der Bundeswehr und einen Vertrag zwischen der
Sowjetunion und dem wiedervereinigten Deutschland,
der das besondere Verhältnis zwischen beiden Staaten
regeln soll. Mit der deutschen Souveränität müssen auch
die Einheiten der Roten Armee abziehen, die immer
noch in der DDR stationiert sind. Damit sind Kosten
verbunden, zumal in der Sowjetunion nicht genügend
Wohnungen für die zurückkehrenden Soldaten
vorhanden sind.
182
Die Bundesregierung hatte schon vor diesem
Treffen finanzielle Hilfen und Lebensmittellieferungen
angeboten. Bei den Gesprächen im Kaukasus sichert
Helmut Kohl zu, rund 300 Millionen D-Mark
aufzuwenden, um den zurückkehrenden Soldaten eine
Ausbildung zu finanzieren. Ferner wolle die
Bundesregierung auch den Bau der Wohnungen
finanzieren, in die die Soldaten bei ihrer Rückkehr
einziehen könnten. Aber Michail Gorbatschow will auch
Geld, um die maroden Staatsfinanzen zu sanieren.
Über die genaue Höhe der vereinbarten Summe
schweigen die Beteiligten bis heute. Für Horst Teltschik
stimmt die Relation zwischen geleisteten Zahlungen und
dem, was die Deutschen dafür bekommen haben – die
staatliche Einheit: "Wenn Gorbatschow damals gesagt
hätte: 'Herr Bundeskanzler ich bin einverstanden, aber
das kostet die Bundesrepublik Deutschland 50
Milliarden oder 80 Milliarden' - hätten wir nein sagen
können?"
Glückliches Ende
Am Ende der Verhandlungen sind alle noch
offenen Fragen gelöst. Die deutsche Delegation fährt in
dem Wissen nach Hause, dass die Sowjetunion der
deutschen Einheit keine Steine in den Weg legen wird.
Neun Monate nach dem Fall der Mauer am 9. November
1989 ist die Einheit der Deutschen zum Greifen nah.
183
Оглавление
Lektion 1. Sich vorstellen. .................................................... 4
Lektion 2. Begrüßung, Abschied. ........................................ 8
Lektion 3. Woher kommst du?. ......................................... 11
Lektion 4. Familie. .............................................................. 15
Lektion 5. Um Hilfe bitten. ................................................ 22
Lektion 6. Arbeit und Beruf............................................... 25
Lektion 7. Telefon und E-Mail........................................... 29
Lektion 8. Monate. .............................................................. 33
Lektion 9. Uhrzeit. .............................................................. 36
Lektion 10. Absagen. .......................................................... 40
Lektion 11. Verreisen. ........................................................ 44
Lektion 12. In der Stadt. .................................................... 50
Lektion 13. Farben. ............................................................. 53
Lektion 14. Kaufen und bezahlen. ..................................... 57
Lektion 15. Obst kaufen. .................................................... 63
Lektion 16. Getränke. ......................................................... 66
Lektion 17. Kleidung I. ....................................................... 72
Lektion 18. Beim Arzt. ....................................................... 76
Lektion 19. Körperteile. ..................................................... 80
Lektion 20. Geburt. ............................................................. 82
Lektion 21. Wohnungsuche. ............................................... 91
Lektion 22. Das geht nicht. ................................................. 96
184
Lektion 23. Bei der Bank.................................................. 101
Lektion 24. Freizeit und Sport. ........................................ 105
Teil 2. LESEVERSTEHEN. ........................................... 111
Hamburg ........................................................................... 111
Dusseldorf ......................................................................... 117
Leipzig ............................................................................... 137
Stadt der Künstler............................................................ 141
Heidelberg ......................................................................... 148
Teil 3. Texte für die selbständige Arbei
15153
Das Regierungszentrum Deutschlands .......................... 153
Für das Volk - der deutsche Bundestag ......................... 154
Ein Koalitionsvertrag für alle Fälle................................ 158
Merkel auf dem Zenit ihrer Macht ................................ 162
Die Mehrheit im Rücken ................................................. 163
Nach der Wahl ist vor der Wahl ..................................... 164
Ein Besuch im Bundestag ................................................ 166
Deutscher Föderalismus .................................................. 166
Die Bundesländer - Daten und Fakten ........................... 170
Staat und Kirche in Deutschland.................................... 171
Ein deutscher Schicksalstag ............................................ 174
Nie wieder eine Diktatur ................................................. 178
Wie Kohl und "Gorbi" die Einheit besiegelten ............. 180
185
186
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