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Djubo Nem jazyk 2 09

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Федеральное агентство по образованию
Санкт-Петербургский государственный
архитектурно-строительный университет
Кафедра иностранных языков
НЕМЕЦКИЙ ЯЗЫК
ЗАДАНИЕ № 2
для аспирантов, соискателей и стажеров всех специальностей
LEBENSLAUF
Санкт-Петербург
2009
1
Рецензент кандидат филол. наук, доцент Е.М.Тренин
Немецкий язык. Задание № 2 для аспирантов, соискателей и стажеров всех
специальностей / СПб гос. архит.-строит. ун-т; Сост.: Б. А. Дюбо, Л. А. Андреева. –
СПб., 2009. – 57 с.
Задание № 2 предназначено для работы с аспирантами по развитию навыков устной речи. Задание содержит тексты, лексические и грамматические упражнения, необходимые для подготовки к сдаче кандидатского экзамена в части
беседы на тему «Учеба в аспирантуре».
Санкт-Петербургский государственный
архитектурно-строительный университет,
2009
2
Lektion 1. LEBENSLAUF EINES WISSENSCHAFTLERS
AKTIVER WORTSCHATZ
1. определять (детей) в школу – einschulen vt: Er wurde mit 6 Jahren
eingeschult. Meine Freundin hat nämlich jetzt schon entschieden, dass ihr
Kind ein Jahr eher eingeschult wird. Ab welchem Alter sollten Kinder
eingeschult werden?
2. родиться – geboren sein [werden]: Niemand wird weise oder klug
geboren. An welchem Wochentag bist Du geboren? Wo bist du geboren und
aufgewachsen? Er ist in der Familie eines Arztes geboren. Liszt wurde am 22.
Oktober 1811 im ungarischen Raiding im Burgenland geboren. Man wird nicht
als Soldat geboren.
3. умирать; скончаться – sterben vi: умирать; скончаться: jung
sterben – умереть молодым, eines natürlichen Todes sterben – умереть своей
[естественной] смертью, an einer Krankheit sterben – умереть от болезни,
jung, im hohen Alter, unerwartet sterben; im Sterben liegen – быть при смерти.
Ich sterbe noch vor Hunger. Woran ist er gestorben? – от чего он умер? Sie ist
mit 75 Jahren gestorben – она умерла семидесяти пяти лет. Jeder stirbt für
sich allein.
4. воспитывать – erziehen vt : Er war von 3 Schwestern erzogen. Sie
versucht, ihre Töchter möglichst partnerschaftlich zu erziehen.
5. вырастить (кого-либо), воспитывать детей – großerziehen vt:
Tante Betti wollte Micki zu einem klügen mutigen Mann großerziehen, damit
er das neue Deutschland aufzubauen half.
6. познакомиться (с кем-либо, с чем-либо) – kennen lernen vt, (j-n) –.
Ich würde dich gern kennen lernen. Wie viele Menschen hast du in deinem
Leben kennen gelernt? Maya und Paul haben sich kennen gelernt. Ich bin so
glücklich das wir uns kennen gelernt haben. Wen hättest du kennen gelernt?
Ich habe meinen Freund auch im Internet kennen gelernt.
7. детский сад – Kindergarten, der –. ein Kind in den K. aufnehmen.
Der Kleine besucht schon den Kindergarten. Er geht schon in den Kindergarten.
Als er drei Jahre alt ist, gibt sie ihn in einen Kindergarten.
8. уволить (со службы) – entlassen vt: Weil der Firmenchef sie
entlassen hatte, haben aufgebrachte Mitarbeiter einer italienischen Firma in
Indien ihren früheren Chef erschlagen. Nur wenige Tage nach der Ankündigung
des finnischen Handyherstellers Nokia, sein Bochumer Werk zu schließen,
sind die ersten Mitarbeiter entlassen worden. Die Firmen entlassen Zeitarbeiter.
3
Das weltgrößte Internet-Auktionshaus Ebay entlässt offiziellen Angaben zu
folge 10 % seiner Belegschaft.
9. увольнять ( кого-либо – ) (с официальным уведомлением) –
kündigen 1) vt – (j-m) : Jahr für Jahr werden Tausende Beschäftigte im
Baugewerbe im Winter gekündigt. Die Firma kündigt die Zeitarbeiter.
10. увольняться, брать расчёт – kündigen vi: Zum [für den]
Monatsersten kündigen – заявить об уходе с работы с первого числа
(следующего месяца). Bei der Bauunion-Spree wollen mehrere Brigaden
kündigen, mit der Begründung, heute sagt ihr so und morgen so, man kann
euch nichts mehr glauben. Ein Beamter kann nicht kündigen oder gekündigt
werden, da kein vertragliches Arbeitsverhältnis besteht.
11. вступаться (за кого-л.,за что-л.) выступать в защиту (кого-л.,
чего-л.); напрягать [мобилизовать] все силы; стараться изо всех сил –
sich einsetzen für (Akk.): Er hatte sich anfangs für sie eingesetzt. Ich kann
mich dafür nicht einsetzen.
12. доклад der Vortrag: An den Vortrag schloss sich noch eine
Diskussion. Bei der Abendveranstaltung wird ein Vortrag gehalten.
13. жениться (ком-л.), выходить замуж (за кого-л.) heiraten (vt):
Sie hat einen Italiener geheiratet. Als die Frau starb, heiratete er ihre
Schwester.
14. закончить учебу das Studium beenden, absolvieren: das Studium
erfolgreich beenden. Sein Studium absolviert er im Ausland.
15. заниматься чем-л. sich beschäftigen mit (Dat.): sich mit einem
Problem beschäftigen.
16. излагать, объяснять, представлять (проект) darlegen: Er
legte den Plan in seinem Bericht dar.
17. исследование die Forschung: Diese Erkenntnisse sind Ergebnisse
eingehender Forschungen. Er stellte empirische Forschungen an. Der
Schwerpunkt ihrer Tätigkeit liegt in der Forschung, auf einem anderen
Gebiet. Die moderne Forschung funktioniert nur noch im Teamwork.
18. научно-исследовательская работа die Forschungsarbeit: Die
neuen Forschungsarbeiten führten zu folgender neuer Erkenntnis.
19. новаторский; пролагающий новый путь; открывающий
новую эру bahnbrechend: Es wird dokumentiert, wie bahnbrechend seine
Leistungen sind.
20. отклонять, отвергать ablehnen: eine Bitte ablehnen
отклонить просьбу, отказать в просьбе; ein Geschenk ablehnen не
принять подарка; die Unterzeichnung eines Dokuments ablehnen
отказаться подписать документ; die (jede) Verantwortung für (Akk.)
ablehnen снимать с себя (всякую) ответственность за... Ihr Antrag wurde
abgelehnt. Ihm wurde jede Antwort abgelehnt. Sie lehnte jede
Verantwortung für den Schaden ab. Man machte ihm ein verlockendes
Angebot, er lehnte alles ab.
21. отчислять (из высшего учебного заведения) exmatrikulieren:
Sie ist schon seit zwei Jahren exmatrikuliert. Ich habe mich noch nicht
exmatrikuliert.
22. переезжать 1) übersiedeln: Einen Ruf nach Amerika
abschlagend, konnte er als ordentlicher Professor an die Universität Bern
übersiedeln. Die Familie ist in eine andere Stadt übergesiedelt. Но:
в значении “переселять”, “перемещать” приставка ьber неотделяемая:
Die Landesmesse für Kunst ist nach Potsdam übersiedelt. 2) umziehen:
Das Institut ist in einen Neubau umgezogen. Die Regierung zieht in die
neue Hauptstadt um.
23. принимать, зачислять (в высшее учебное заведение)
immatrikulieren: Er ist an der Universität immatrikuliert. Die Universität
immatrikuliert dreihundert neue Studenten.
24. профессор der Professor: Er ist Professor für Mathematik an
der Universität Heidelberg. Einstein wurde 1909 Professor für theoretische
Physik an der Universität Zürich.
25. работать (кем-л., где-л.) tätig sein als (Nom.), an (Dat.): Er ist
als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Chemie tätig. Sie ist auf
dem Gebiet der Lexikographie tätig. Der Gelehrte ist in der Sozialpädagogik
tätig. Er ist als Forscher und Lehrer an der Universität Tübingen tätig.
26. работать (над чем-л.) arbeiten an (Dat.): Er arbeitet an seinem
Manuskript.
27. специальный журнал die Fachzeitschrift: Er hat in einer
Fachzeitschrift einen Artikel über die neuesten Forschungsergebnisse
veröffentlicht.
28. позиция, концепция, установка, точка зрения die Stellung:
seine Stellung behaupten отстоять свою точку зрения; entschieden
Stellung gegen etwas (Akk.) beziehen решительно возражать против;
gegen etwas (Akk.) Stellung nehmen выступить (высказаться) против;
Stellung nehmen zu etwas (Akk.) занять определённую позицию
в каком-л. вопросе, высказать своё мнение (свою точку зрения) по
вопросу. Jetzt ist die Zeit gekommen, ganz entschieden Stellung zu
beziehen. Man muss öffentlich Stellung zu diesem Problem nehmen.
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5
29. приглашать (для замещения должности), назначать (на
работу) berufen: er wurde als Professor an die Universität berufen он
был приглашён в университет в качестве профессора, auf einen
Lehrstuhl berufen приглашать на заведование кафедрой, zu einem Amt
berufen приглашать на должность, zum Nachfolger berufen делать
своим преемником. Sie wurde als ordentliche Professorin für Alte
Geschichte an die Universität Bonn berufen. Er ist auf einen Lehrstuhl in
angewandter Mathematik berufen worden. Er wurde zum Direktor des
Instituts berufen.
30. успехи, успеваемость (в учебе) die Leistungen (pl.): Er hat im
Grundstudium die erforderlichen Leistungen erbracht.
31. экзамен на аттестат зрелости das Abitur (das Matur): das
(sein) Abitur machen (ablegen) сдавать экзамены на аттестат зрелости:
Die ganze Klasse ist beim Abitur durchgekommen. Für diese Laufbahn ist
das Abitur erforderlich. Vor einem Jahr machte er sein Abitur.
Übung 1.
Übersetzen Sie.
1) Die Arztin hat einen guten Ruf. 2) Der Ruf “Freiheit und Ordnung!”
erscholl tausendfach. 3) Der Ruf nach Sanktionen gegen Sudafrika ist in
den vorbereiteten Texten an prominenter Stelle enthalten. 4) Die Schule
hat einen guten Ruf. 5) Ein Ruf schallte durch den Saal. 6) Die Rufe wurden
leiser. 7) Auf ihren Ruf hin erschien er am Fenster. 8) Er war dem Ruf des
Kaisers gefolgt. 9) Er gehorchte dem Ruf der Natur. 10) Sie bekam einen
Ruf als ordentliche Professorin an die Universitat Bonn. 11) Er hat den
Ruf auf den Lehrstuhl abgelehnt. 12) Der Dirigent nahm einen Ruf nach
Wien an. 13) Der Ruf dieses Hotels ist ausgezeichnet. 14) Dem neuen
Leiter des Instituts geht ein hervorragender Ruf als Wissenschaftler voraus.
15) Sie hat sich einen gro?en Ruf einer Expertin erworben. 16) Das schadete
seinem Ruf. 17) Er ist ein Pianist von internationalem Ruf.
TEXT: ALBERT EINSTEIN
VIELDEUTIGKEIT
Albert Einstein in Ulm
studieren – 1. изучать: er studiert Medizin он изучает медицину, он
студент медицинского факультета (института); ein Problem studieren
изучать (исследовать) проблему. 2. учиться в вузе, an (Dat.) в каком-л.
вузе, на каком-л. факультете; in (Dat.) на каком-л. курсе: Sie studiert jetzt
im achten Semester. Sie studiert an der Heidelberger Universität. Er studiert
klassische Philologie (Griechisch und Latein). Sie studiert mit dem Ziel in die
Forschung zu gehen.
der Ruf -( e)s, -e 1) крик, выкрик; оклик. 2) призыв, обращение, зов,
клич; вызов: der Ruf der Glocke призывный звон колокола, набат; ein Ruf
zum Kampf für den Frieden призыв к борьбе за мир. 3) приглашение, вызов:
Er erhielt einen Ruf an die Universität он получил приглашение работать
в университете (о профессоре). 4) репутация, слава: einen guten (schlechten)
Ruf haben иметь хорошую (дурную) репутацию, пользоваться доброй
(дурной) славой; sich (Dat.) den Ruf eines guten Arztes erwerben приобрести
репутацию хорошего врача; sich eines guten Rufes erfreuen пользоваться
хорошей репутацией, быть уважаемым человеком; etwas auf einen guten
Ruf geben дорожить своей репутацией; im Ruf der Gelehrsamkeit stehen
слыть учёным; быть известным своей учёностью; im Ruf eines Strebers
stehen слыть карьеристом, быть известным как карьерист; in üblen Ruf
bringen создать дурную славу, ославить; ein Künstler von Ruf художник
с именем. 5) номер (телефона).
Albert Einstein wurde am 14. März 1879 als erstes Kind der jüdischen
Eheleute Hermann und Pauline Einstein, geb. Koch, in Ulm geboren. Im Juni
1880 siedelte die Familie nach München über, wo Hermann Einstein und sein
Bruder Jakob die elektrotechnische Firma Einstein & Cie. gründeten. Einsteins
Kindheit verlief, bis auf den für die Familie beunruhigenden Umstand, dass er
erst sehr spät sprechen lernte, normal. Um ihn auf die Schule vorzubereiten,
erhielt er ab 1884 Privatunterricht, und im selben Jahr begann er auch mit dem
Violinunterricht. Ab 1885 besuchte er die öffentliche Volksschule in München
und ab 1888 das Gymnasium. Da ihm aber die Art des Unterrichts in den
meisten Fächern zuwider war und er Probleme mit dem Klassenlehrer hatte,
verließ er 1894 vorzeitig und ohne Abschluss das Gymnasium und folgte seiner
Familie nach Mailand, wo sie sich inzwischen niedergelassen hatte.
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Um an der Eidgenössischen Polytechnischen Schule, der späteren ETH,
in Zürich ein Studium absolvieren zu können, meldete sich Einstein im Oktober
1895 zur Aufnahmeprüfung an. Da aber einige seiner Prüfungsleistungen nicht
ausreichend waren, folgte er dem Rat des dortigen Rektors und ging an die
Kantonsschule in Aarau, um seine Wissenslücken zu schließen. Anfang Oktober
1896 machte er dort das Matur (Abitur) und immatrikulierte sich kurze Zeit
später am Polytechnikum. Studienziel war das Diplom eines Fachlehrers für
Mathematik und Physik. Einstein begnügte sich damit, ein mittelmäßiger
Student zu sein, und beendete im Juli 1900 erfolgreich sein Studium mit der
Diplomprüfung. Danach folgten erfolglose Bewerbungen um eine
Assistentenstelle am Polytechnikum und an anderen Universitäten. Am 21.
Februar 1901 wurde er Schweizer Bürger.
Ab Mai 1901 bis Januar 1902 war er als Lehrer in Winterthur und
Schaffhausen tätig. Danach zog Einstein nach Bern. Um dort seinen
Lebensunterhalt bestreiten zu können, gab er Privatstunden in Mathematik
und Physik. In diese Zeit fiel auch die Gründung der Berner “Akademie
Olympia” durch Albert Einstein, Maurice Solovine und Conrad Habicht. In
den abendlichen Akademiesitzungen wurden wissenschaftliche sowie
philosophische Themen diskutiert.
Im Januar 1902 wurde Lieserl, die Tochter von Einstein und Mileva
Maric, einer ehemaligen Kommilitonin, in Ungarn geboren. Dass Einstein
ein uneheliches Kind hatte, wurde erst vor einigen Jahren bekannt, nachdem
private Briefe an die Öffentlichkeit gelangten, aus denen die Existenz des
Kindes hervorgeht. Über den weiteren Lebensweg von Einsteins Tochter weiß
man heute nichts. Sie wurde wahrscheinlich zur Adoption freigegeben. Ende
1902 starb Einsteins Vater in Mailand. Am 6. Januar 1903 heiratete er, gegen
den Willen der Familien, Mileva Maric, und im Mai 1904 wurde Einsteins
erster Sohn, Hans Albert, geboren, im Juli 1910 sein zweiter Sohn, Eduard.
Ab dem 23. Juni 1902 war er technischer Experte dritter Klasse am Berner
Patentamt. Trotz der Arbeit im Patentamt fand er die Zeit, um weiter auf dem
Gebiet der theoretischen Physik zu arbeiten.
Einsteins wissenschaftliche Publikationen
modernen Physik Max Planck, erst abgelehnt, später aber bestätigt. Mit dieser
Arbeit wurde die Grundlage einer Quantentheorie der Strahlung gelegt, und
ausdrücklich für sie erhielt Einstein den Nobelpreis für das Jahr 1921. Der
Artikel “Zur Elektrodynamik bewegter Körper” legt die Prinzipien der
speziellen Relativitätstheorie dar. Diese Theorie behandelt Fragen von sich
gegeneinander mit konstanter Geschwindigkeit bewegenden Bezugssystemen.
Sie führte zu einer Neufassung der Begriffe Raum und Zeit und beruht auf
dem Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit und auf dem
Relativitätsprinzip, das die Unmöglichkeit der Bestimmung einer absoluten
Bewegung postuliert. Es folgt kurze Zeit später der Artikel “Ist die Trägheit eines
Körpers von seinem Energieinhalt abhängig?”. Er enthält die berühmte Formel
von der Äquivalenz von Masse und Energie “E = m · c2”. Durch diese Arbeiten hat
Einstein die wissenschaftliche Welt auf sich aufmerksam gemacht. Ende des Jahres
1906 veröffentlicht er den Artikel “Die Plancksche Theorie der Strahlung und die
Theorie der spezifischen Wärme”, der als erste Veröffentlichung über die
Quantentheorie des Festkörpers angesehen werden kann.
Mit Einsteins Habilitation lief es nicht so glatt. 1907 wurde sein erstes
Habilitationsgesuch von der Universität Bern abgelehnt. Erst Anfang 1908
konnte er sich an der Berner Universität habilitieren, und Ende des Jahres
hielt er seine erste Vorlesung. Da Einstein sich nun ganz der Wissenschaft
widmen wollte, kündigte er im Oktober 1909 seine Stelle am Patentamt und
nahm im gleichen Monat seine Tätigkeit als außerordentlicher Professor für
Theoretische Physik an der Universität Zürich auf. 1911 wurde Einstein als
ordentlicher Professor an die Deutsche Universität Prag berufen, dem er auch
Folge leistete. Aber schon ein Jahr später, nachdem er einen Ruf an die ETH
erhalten hatte, kehrte er in die Schweiz zurück.
Im April 1905 reichte Einstein seine Dissertation “Eine neue Bestimmung
der Moleküldimensionen” an der Universität in Zürich ein, die im Juli 1905
akzeptiert wurde. Im gleichen Jahr veröffentlichte er fünf bahnbrechende
Arbeiten in der Fachzeitschrift “Annalen der Physik”, die die Grundlagen der
Physik um 1900 revolutionierten. Drei dieser Arbeiten sollen hier kurz erwähnt
werden. In dem ersten Artikel “Über einen die Erzeugung und Verwandlung
des Lichtes betreffenden heuristischen Gesichtspunkt” stellte Einstein u.a. den
“gewagten Satz” auf, dass elektromagnetische Strahlung aus Lichtquanten bzw.
Photonen bestehen muss. Obwohl diese Theorie u.a. den photoelektrischen
Effekt erklärte, wurde sie von den Physikern, vorneweg vom Pionier der
Auf Einsteins Leistungen aufmerksam geworden, versuchten Max Planck
und der Physikochemiker Walther Nernst, den jungen Einstein nach Berlin
zu holen. Dort wollte man ihn zum Mitglied der Preußischen Akademie der
Wissenschaften machen, ihm eine Professur an der Universität Berlin ohne
Lehrverpflichtung anbieten sowie ihn zum Direktor des noch zu gründenden
Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik berufen. Für Einstein war dieses Angebot
so verlockend – Berlin war in dieser Zeit die Hochburg der Naturwissenschaft –
dass er zusagte und im April 1914 mit seiner Familie nach Berlin zog. Am 2.
Juli 1914 hielt er seine Antrittsrede vor der Preußischen Akademie.
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Im Gegensatz zum beruflichen Aufstieg traten vermehrt Probleme in
Einsteins Ehe auf. Sie führten dazu, dass seine Frau im Juni 1914 mit den
Söhnen wieder nach Zürich zurückkehrte. Mileva wurde im Februar 1919
geschieden. Ab 1917 litt Einstein an verschiedenen Krankheiten und dadurch
an einer allgemeinen Schwäche, die bis 1920 andauerte. Während dieser Zeit
wurde er von seiner Cousine Elsa Löwenthal liebevoll gepflegt. Die beiden
kamen sich näher, und am 2. Juni 1919 heiratete er Elsa, die ihre Töchter Ilse
und Margot mit in die Ehe brachte. Nach der Hochzeit zog die Familie innerhalb
Berlins um, in die Haberlandstraße 5.
Neben all der Arbeit fand Einstein auch immer Zeit für die Musik. Seit
seiner Jugend spielte er Geige, und man sah ihn später oft mit dem Geigenkasten
unter dem Arm durch die Straßen gehen. Er war ein Verehrer von Bach und
Mozart, und durch ständiges Üben entwickelte er sich zu einem guten
Geigenspieler. Neben der Liebe zur Musik war Einstein ein leidenschaftlicher
Segler. Er fand hier die Ruhe, um über physikalische Probleme nachzudenken.
Ehrungen, Preise und Auszeichnungen
In den Jahren 1909 bis 1916 arbeitete Albert Einstein an einer
Verallgemeinerung der speziellen Relativitätstheorie, die er im März 1916 in
dem Artikel “Die Grundlage der allgemeinen Relativitätstheorie”
zusammenfasste. Diese Theorie untersucht relativ zueinander beschleunigte
Bezugssysteme sowie den Einfluss von Gravitationsfeldern auf Uhren und
Maßstäbe. Nun waren Einstein und die Relativitätstheorie in aller Munde. Er
erhielt Einladungen und Ehrungen aus der ganzen Welt. Es gab kaum eine
Zeitschrift, die nicht in den höchsten Tönen über ihn und seine Arbeit berichtete.
In den Jahren 1921 bis 1923 reiste er, u.a. nach Amerika, England,
Frankreich, Japan und Palästina. Seit dieser Zeit bezog er immer häufiger, von
einem pazifistischen Standpunkt aus, auch zu politischen Fragen Stellung.
1922 wurde Einstein Mitglied der Völkerbundkommission für Intellektuelle
Zusammenarbeit, aus der er ein Jahr später wieder austrat, obwohl er die Ziele
des Völkerbundes unterstützte. Durch den wiedererweckten Glauben an die
Ideale des Völkerbundes trat Einstein aber im Mai 1924 wieder in die
Völkerbundkommission ein. Als Gegner jeder Art von Gewalt förderte Einstein,
wenn er die Möglichkeit dazu hatte, pazifistische Bewegungen. Weiterhin
unterstützte er die Sache der Zionisten. Hier setzte er sich sehr für die geplante
Hebräische Universität in Jerusalem ein, der er auch in seinem Testament von
10
1950 seinen gesamten schriftlichen Nachlass vererbte. Im November 1952
erhielt Einstein sogar das Angebot, Staatspräsident von Israel zu werden, was
er jedoch ablehnte.
Albert Einstein in Caputh
Infolge körperlicher Überanstrengung zog Einstein sich 1928 eine
Herzerkrankung zu, deren Genesungsprozess fast ein Jahr dauerte. 1929, nach
seinem 50. Geburtstag, baute er sich in der Gemeinde Caputh ein Sommerhaus,
in dem er bis zum Dezember 1932 jeweils vom Frühjahr bis in den Spätherbst
hinein mit seiner Familie lebte. Ab 1920 beschäftigte sich Einstein mit der
Suche nach einer einheitlichen Feldtheorie, die neben der Gravitation auch
die Elektrodynamik mit einschließen sollte. Die Lösung dieses Problems sollte
ihn bis an sein Lebensende beschäftigen und erfolglos bleiben. Im ersten
Jahrzehnt wurde er noch von Physikerkollegen bei seiner Arbeit zur
einheitlichen Feldtheorie unterstützt, die sich dann aber, da sie nicht mehr an
eine Lösung glaubten, anderen Aufgaben zuwandten, z.B. der neuen Theorie
des Mikrokosmos, der Quantenmechanik. Niels Bohr, der Begründer der so
genannten Kopenhagener Schule, Max Born und aus der jungen Generation
Werner Heisenberg, Wolfgang Pauli und andere waren die Physiker, die die
Quantenmechanik entwickelt hatten. So wurde Einstein zum Einzelkämpfer
und geriet mit der Zeit in eine wissenschaftliche Isolation. Als Einstein und
seine Frau im Dezember 1932 Caputh verließen, um zu einer dritten
Vortragsreise in die USA zu fahren, hatten sich die politischen Verhältnisse in
Deutschland stark verändert. Bei den Wahlen 1932 etablierten sich die
Nationalsozialisten als stärkste politische Partei, und im Januar 1933 kam es
zur nationalsozialistischen Machtergreifung. Bedingt durch die politischen
Machtverhältnisse und die damit verbundenen Geschehnisse im NaziDeutschland nach 1933 hat er danach nie wieder deutschen Boden betreten.
Im März 1933 erklärte Einstein seinen Austritt aus der Preußischen Akademie
der Wissenschaften und brach alle Kontakte zu deutschen Institutionen ab,
mit denen er jemals zu tun hatte.
Albert Einsteins Jahre in Princeton
Albert Einstein fand eine neue Heimat in den USA. Er arbeitete vom
November 1933 am Institute for Advanced Study in Princeton, New Jersey,
wo er und seine Frau 1935 ein Haus in der Mercer Street 112 kauften. Im
Dezember 1936 starb Einsteins Frau Elsa. 1939 zog seine Schwester Maja zu
ihm in die Mercer Street und blieb dort bis zu ihrem Tod im Jahre 1951.
11
Seit 1939 wütete in Europa der Krieg. Aus Angst davor, dass in
Deutschland an der Entwicklung einer Atombombe gearbeitet wird,
unterzeichnete Einstein am 2. August 1939 einen Brief an den amerikanischen
Präsidenten Franklin D. Roosevelt, um ihn auf die Möglichkeit einer atomaren
Gefahr hinzuweisen. In dem Brief wies er den Präsidenten auf die militärische
Bedeutung der Atomenergie hin und gab ihm die Anregung, dass auch die
USA ihre kerntechnischen Forschungen forcieren sollten. Dies war die einzige
Beteiligung Einsteins im Zusammenhang mit der Atombombe.
Am 1. Oktober 1940 wurde Einstein als amerikanischer Staatsbürger
vereidigt, behielt jedoch die Schweizer Staatsbürgerschaft. 1946 schlug Einstein
in einem offenen Brief an die Vereinten Nationen die Bildung einer
Weltregierung vor, in der er die einzige Möglichkeit für einen dauerhaften
Frieden sah. Diese Bestrebungen verstärkte er in den darauf folgenden Jahren
.
Im August 1948 starb Einsteins erste Frau Mileva Maric in Zürich, er
selbst musste sich im Dezember des gleichen Jahres einer Unterleibsoperation
unterziehen. Im März 1950 verfasste er sein Testament, in dem er seine
Sekretärin Helen Dukas und Dr. Otto Nathan gemeinsam zu
Nachlassverwaltern einsetzte. Am 15. April 1955 wurde Einstein in das
Krankenhaus in Princeton gebracht, da das schon früher diagnostizierte
Aneurysma der Aorta geplatzt war. Am 18. April 1955 um 1.15 Uhr starb
Albert Einstein im Alter von 76 Jahren. Auf seinen Wunsch wurde die Leiche
noch am selben Tag eingeäschert und die Asche an einem unbekannten Ort
verstreut. Damit hatte die Wissenschaft einen ihrer größten Denker und die
Welt einen Kämpfer für Frieden und Freiheit verloren.
KOMMENTAR
1. eidgenцssisch – относящийся (принадлежащий) к Швейцарской
Конфедерации
2. ETH = Eidgenössische Technische Hochschule
3. das Polytechnikum = höhere technische Lehranstalt,
Ingenieurschule, technische Hochschule
4. der Völkerbund – internationale Organisation zur Sicherung des
Weltfriedens (1920–1946)
5. Institute for Advanced Study in Princeton – институт специальных
исследований в Принстоне
12
Übung 2.
Stellen Sie aneinander Fragen zu Albert Einsteins Biographie und
beantworten Sie sie.
Übung 3.
Verkürzen Sie die Biographie Alberts Einsteins in Form einer
Zeittafel.
TEXT : LEBENSLAUF VON PROF.DR.-ING.U.NEUHOF
1957
Ausbildung
1977
1977–1983
geboren in Gießen
Abitur am Goethegymnasium in Wetzlar
Studium des Bauingenieurwesens an der Technischen
Hochschule in Darmstadt
1979–1980
Praktikum als Bauzeichner
1983
Diplomprüfung
1984
Doktorprüfung
Beruflicher Werdegang
Mai 1983
Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen
Hochschule in Darmstadt im Fachgebiet Straßenentwurf;
Mitarbeit an einem Forschungsvorhaben
1983–1984
Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen
Hochschule in Darmstadt im Fachgebiet Eisenbahnwesen;
Bearbeitung eines Forschungsvorhabens, das von der
Deutschen Forschungsgesellschaft gefördert wurde
1984 – 1990
Bauleiter und Kalkulator in der Tiefbauunternehmung
F. & W. Neuhof in Aßlar;
01/1991–09/1991
Oberbauleiter in der Bauunternehmung Adolf Lupp in Nidda
im Bereich Ingenieurbau;Betreuung von größeren Baustellen
aus den Bereichen Kläranlagenbau und allgemeiner
Ingenieurbau;Mitarbeit in der Kalkulation;Führung und
Ausbildung von Bauleitern.
10/1991–06/1994
Oberbauleiter in der Bauunternehmung Adolf Lupp in Nidda
für den Bereich Rohbau eines 120 Millionen Bauvorhabens
der Telekom in Thüringen;
Seit 10/1994
Professor für Baumaschinen und Bauverfahrenstechnik im
Fachbereich Architektur und Bauingenieurwesen an der
Fachhochschule Anhalt in Dessau
13
Funktionen und Mitarbeit in den Gremien der akademischen Selbstverwaltung
Dekan Fachbereich Bauingenieurwesen in der Wahlperiode
von 06/2005 bis 06/2007
Dekan Fachbereich Bauingenieurwesen in der Wahlperiode
von 06/2003 bis 06/2005
Aufnahme in das Peer-Verzeichnis des ASBau e.V. für
Studiengänge des Bauwesens, 2005
Gründungsmitglied im Bahnbau-Beirat zum dualen
Studiengang Bahnbau
Mitglied im Fachbereichsrat
Vorsitzender des Prüfungsausschusses bis 06/2003Mitglied
in der Kommission zur Umsetzung der Dienstrechtsreform an
der FH-Erfurt
Publikationen/Vorträge – Auswahl
Vortrag beim Fachausschuss Baubetrieb und Bauwirtschaft
zum Thema „Anwendung von GPS-Systemen bei komplexen
Aushubprozessen“, Erfurt, 2004
Vortrag im Arbeitskreis EDV im Baubetrieb zum Thema
„Schalungsplanung mit EDV“, Kaiserslautern, 2000
Haenes/Neuhof/Gärtner/Welsch:
„Baubetriebsübung 1999 – Sonderpreis der PERI GmbH für
die Fachhochschule Erfurt” in Karriereführer Bau spezial,
Ausgabe 1999/2000, S. 32-35
Forschungsprojekte
HWP-Projekt nach Art.4.4 zur Förderung des Einsatzes neuer
Medien in der Hochschullehre in den Haushaltsjahren 2005
und 2006: Aufarbeitung von interaktiven multimedialen
Lehr- und Informationsmaterialien für DVD und Intranet.
Auslandsaufenthalte
Februar 2006
Indonesien – Teilnahme an einem Fluthilfe-Workshop an der
Hochschule in Bandung am Institut Teknologi Bandung ITB
TEXT: BRUNO TAUT – MEISTER DES FARBIGEN BAUENS
Bruno Taut zählt zu den bedeutendsten Architekten der Moderne und zu
den frühen Mitgliedern des Deutschen Werkbundes. Aus Anlaß seines 125.
Geburtstages widmet ihm der Berliner Werkbund eine Ausstellung und ein
Begleitbuch.
14
Bruno Tauts Siedlungsbauten der 20er Jahre in Berlin setzten
architektonische und städtebauliche Maßstäbe. Mit sparsamen Mitteln,
sorgfältigen Details und unter Einbeziehung von Außenwohnräumen hat er
die Wohnformen reformiert. Die Qualität der Architektur von Bruno Taut liegt
nicht zuletzt in ihrer expressiven Farbigkeit, die ein Markenzeichen seines
Werkes geworden ist.
Vita Bruno Taut
4.5.1880
1897
1897–1901
geboren in Königsberg / Ostpreußen
Abitur in Königsberg / Ostpr.
Besuch der Baugewerkschule in Königsberg / Ostpr.,Arbeit als
Maurerlehrling
02/1902
Tätigkeit im Architekturbüro Neugebauer, Hamburg-Altona
03–12/1902 Tätigkeit im Architekturbüro F.M.Fabry in Wiesbaden
1903–1904 Mitarbeiter bei Bruno Möhring, Berlin
1904–1906 Mitarbeiter bei Theodor Fischer, Stuttgart
06/1906
Heirat mit Hedwig Wollgast aus Chorin, Rückkehr nach Berlin
ab 1908
Mitarbeiter bei Heinz Lassen, Berlin
seit 04/1909 selbständiger Architekt in Zusammenarbeit mit Franz Hoffmann,
Bürogemeinschaft „Taut & Hoffmann”
1910
Mitglied beim Deutschen Werkbund
1913
beratender Architekt der Deutschen Gartenstadtgesellschaft, Beginn einer
überaus reichen Publikationstätigkeit
1913
Mitglied beim Deutschen Werkbund
1913/1914 Bürogemeinschaft mit seinem Bruder Max Taut, “Brüder Taut &
Hoffmann”
1914
Beteiligung an der Werkbundausstellung Köln mit dem „Glashaus”
1917
Tätigkeit für die Deutsche Gartenstadtgesellschaft in Bergisch-Gladbach,
Bekanntschaft mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Erica Wittich
1918
Mitglied der Novembergruppe
1918
Mitbegründer des Arbeitsrates für Kunst
1921–1924 Stadtbaurat in Magdeburg
04/1924
Rückkehr nach Berlin und Wiederaufbau seines privaten
Architekturbüros
1924–1932 beratender Architekt der GEHAG
1926
Mitglied der Architektenvereinigung „Ring“
1927
Beteiligung an der Werkbundausstellung „Die Wohnung”,
Stuttgart-Weißenhof
15
1930
08/1931
03/1932
02/1933
03/1933
1933–1936
1936–1938
06/1938
24.12.1938
Honorarprofessor an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg,
Lehrtätigkeit
Mitglied der Preußischen Akademie der Künste Berlin
Übersiedlung nach Moskau
Rückkehr nach Berlin
Flucht in die Schweiz; gelangt über Marseille, Neapel, Athen, Istanbul,
Odessa, Moskau und Wladiwostok nach Japan
Aufenthalt in Japan
Aufenthalt in der Türkei, Berufung an die Akademie der Künste,
Professur an der Architekturabteilung
Retrospektive zu seinem Gesamtwerk in Istanbul
stirbt in seinem Haus in Istanbul-Ortaköy
Bruno Taut und der Deutsche Werkbund
Der Deutsche Werkbund wurde 1907 in München durch führende
Architekten, bildende Künstler, Industrielle, Kaufleute und Schriftsteller aus
Protest gegen Historismus und Kulturverfall im Zuge von Industrialisierung
und Modernisierung gegründet. Sein Bestreben gilt der humanen Gestaltung
der Umwelt – von den Dingen des täglichen Gebrauchs über das Wohnen, die
Stadt, das Land.
Bruno Taut wurde 1910 in den Werkbund berufen. Sein frühes Ansehen
verdankte er seiner künstlerischen Begabung und ethischen Berufsauffassung,
die geprägt waren durch das humanistische Gymnasium und den ethischen
Idealismus Immanuel Kants. 1880 in Königsberg geboren, kam Bruno Taut
schon früh mit den Künstlerkreisen der expressionistischen Maler und
Schriftsteller in Berührung. Er glaubte, dass die Künstler einen Beitrag zu
sozialer und kultureller Reform leisten können. Ausgehend von einer
ganzheitlichen Betrachtungsweise und beeinflusst durch die
Gartenstadtbewegung und ihre genossenschaftlichen Wohn- und Lebensformen
entwickelte Bruno Taut die Vorstellung vom menschengerechten Bauen, die
er in der Gartenstadt Falkenberg von 1913/16 umzusetzen suchte und die sich
durch ihre expressive Farbgebung auszeichnete. Für Bruno Taut war Farbe
gleichbedeutend mit Lebensfreude und Lebensqualität.
1914, am Vorabend des Ersten Weltkrieges, beteiligte sich Bruno Taut
an der großen Werkbundausstellung in Köln. Im Zusammenwirken von Kunst,
Industrie und Wirtschaft wurden die neuesten Errungenschaften in
Kunstgewerbe und Architektur präsentiert. Insbesondere drei Bauten haben
16
dazu beigetragen, den Ruf des frühen Werkbundes als Wegbereiter der Moderne
zu begründen: Henry van de Veldes Theater, Walter Gropius’ Bürohaus und
Fabrikhalle und Bruno Tauts Glashaus. Das Glashaus war ein Statement zum
technischen Fortschritt einerseits und ein Manifest zur Erneuerung der
Gesellschaft andererseits. Bruno Taut hatte die Vision von einem Bau, der
keine andere Funktion haben sollte, als alle Künste einschliesslich der Musik
zu einer von Licht und Farbe erhellten Raumkomposition zu verschmelzen.
Der Gedanke der Synthese aller Künste zu einem Großen Bau als strahlende
Verkörperung der neuen Architektur sollte später in seinen utopischen Schriften
und Friedensmanifesten eine künstlerische und geistige Vertiefung finden. Ein
alle Kunstsparten integrierendes Gesamtkunstwerk bildete auch den
Ausgangspunkt des von ihm initiierten Briefwechsels der “Gläsernen Kette”.
Bruno Taut sah seine Aufgabe in der Synthese zwischen traditionellem
und modernem Bauen. Dieses Prinzip schlägt sich auch in seinem Entwurf für
den Wettbewerb “Das Haus der Freundschaft in Konstantinopel” nieder, den
die Deutsch-Türkische Vereinigung in Kooperation mit dem Werkbund 1916
unter Beteiligung von elf führenden Werkbundarchitekten veranstaltete. Im
Rahmen eines Austauschprogramms in den Bereichen Kunst, Bildung und
Wissenschaft sollte ein Gebäudekomplex für Kultur- und
Bildungseinrichtungen entstehen. Zum Zwecke von Lokalstudien reiste Bruno
Taut im August 1916 nach Konstantinopel und schrieb in seinem Reisebericht:
“ ‘Konstantinopel’ – ein Klang, der mit zu alledem gehört, was uns über die
Härte der Realität hinaushebt und der Phantasie ein Stück von andern Welten
verheißt: Licht, Glanz, Farbe, Buntheit – jeden Gegensatz zur Alltagsgrauheit.
1919 wurde Bruno Taut zusammen mit Otto Bartning, Walter Gropius,
César Klein, Bernhard Pankok, Karl Ernst Osthaus und Hans Poelzig in den
Werkbund-Vorstand gewählt. Theodor Heuss war seit 1918 in der
Geschäftsstelle tätig und gehörte dem Vorstand bis 1933 an. Der Werkbund
unterstützte den Arbeitsrat für Kunst und das Bauhaus, zu dessen Gründung
er wesentlich beitrug. Zudem bemühte er sich um kulturpolitische Reformen
und begründete ein neues Reichsamt für Kultur, den Reichskunstwart. Die
Wohnungsfrage war ein wesentliches Element der Sozialpolitik in der Weimarer
Republik. Bruno Taut wurde 1921 zum Stadtbaurat von Magdeburg berufen
und war von 1924 bis 1932 in Berlin Chefarchitekt der GEHAG; in dieser
Zeit war er auf dem Höhepunkt seiner Karriere und Produktivität.
17
Bruno Taut emigrierte 1933. Als “Kulturbolschewist” stigmatisiert und
von der nationalsozialistischen Justiz verfolgt, flüchtete er über die Schweiz
nach Japan. Hier verfasste er seine “Architekturlehre”, in deren Mittelpunkt
die Proportion als das entscheidende Ausdrucksmittel der Architektur und des
Städtebaus stand. 1936 folgte er dem Ruf an die Akademie der Künste in
Istanbul. Als Leiter der Bauabteilung des türkischen Unterrichtsministeriums
war es ihm vergönnt, eine umfangreiche Bautätigkeit zu beginnen und die alte
Bautradition mit neuen Gestaltungsideen weiterzuentwickeln. In Istanbul ist
Bruno Taut 1938 gestorben, nachdem er den ehrenvollen Auftrag für den
Katafalk des türkischen Staatsgründers Kemal Atatürk ausführen konnte.
Bruno Taut hat in Berlin ein umfassendes bauliches Erbe hinterlassen.
Seine farbigen Siedlungen sind nicht nur für die hiesige Denkmalpflege ein
einzigartiges Kulturgut, sie sind als Bauzeugnisse der Wohn- und
Lebensreformbewegung auch von internationaler Bedeutung. Bruno Taut hat
Farbe und Licht ins Stadtbild gebracht und sich einen bleibenden Platz in der
Architekturgeschichte gesichert.
Übung 4.
Wer sind die Leute?
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
Ich bin das …………. von meinen Eltern.
Meine Schwester ist die …………von meinen Eltern.
Ich bin die………….von meinen Großeltern.
Mein Bruder ist der……….von meinen Eltern.
Die Eltern von meinen Eltern sind meine……………
Der Sohn von meinen Eltern ist mein……………….
Die Tochter von meinen Eltern ist meine………..
Die Kinder von meinen Kindern sind meine………..
Übung 5.
Welchen Beruf haben die folgenden Personen?
Diese Berufe werden Ihnen helfen:
der Architekt, -en; die Architektin
der Rechtsanwalt,¨e ; die Rechtsanwältin
der Kellner,- ; die Kellnerin
der Arzt,¨e ; die Ärztin
der Polizist,-en ; die Polizistin
18
der Politiker,- ; die Politikerin
der Autor,-en ; die Autorin
der Bauingenieur, e; die Bauingenieurin
der Automechaniker, -; die Automechanikerin
1. David Schmidt studierte Medizin und arbeitet jetzt in einem
Krankenhaus. Er ist…
2. Frau Braun unterrichtet in der Schule Deutsch und Mathe. Sie ist ……….
3. Herr Müller plant und konstruiert die Bauvorhaben auf mathematischnaturwissenschaftlicher Grundlage und organisiert die Baudurchführung.
Er ist ……
4. Hans arbeitet in einem Restaurant. Er ist………….
5. Frau Suhl arbeitet in einem Büro. Sie ist.
6. Sam Nunn arbeitet in Washington. Er ist..
7. Tina Kramer schreibt Bücher. Sie ist…..
8. Dann entwirft Frau Bepler einen Plan des Hauses, überlegt welche
Baustoffe verwendet werden und rechnet aus, wie viel das neue Haus
kostet. Sie ist…..
9. Herr Schiele arbeitet in einer Bäckerei. Er ist……
10. Karin Moll arbeitet bei der Polizei. Sie ist…….
11. Gerhard studierte Ingenieurwesen. Er ist…….
12. Sarah studierte Jura. Sie ist………
13. Johann repariert Autos. Er ist………
Übung 6.
Übersetzen Sie. Beachten Sie den Gebrauch der Präpositionen.
1) Ich habe über Jahre in dieser Fabrik gearbeitet. 2) Ich arbeitete Teilzeit in
einem Büro, aber dieser Job hat mich nicht 100-prozentig erfüllt. 3)Der
Schriftsteller arbeitet an einem neuen Buch –Woran arbeitest du jetzt? Wir
arbeiten nach einem (neuen) Plan. 4) Die UB arbeitet an der Entwicklung der
Datenbank. 5) Wir arbeiten je nach Witterung auch am Wochenende auf dem
Feld. 6) Der Arzt arbeitet in einem Feldlazarett im Frontgebiet. 7) Es arbeitet
sich gut mit diesem Gerät. 8) Die Pumpe arbeitete einwandfrei. 9) Die Anlage
arbeitet vollautomatisch. 10) “Wo arbeitest du jetzt, Willi?” “In der Autofabrik.”
“Am Band?” “Nein, wir dürfen frei herumlaufen.” 11) Und nur weil ich selber
bei Opel arbeite und daher nicht so wirklich Probleme mit Teilebeschaffung
habe, fährt dieses Auto noch. 12) Nach ihrer Rückkehr nach Berlin arbeitete
sie als Projektmanagerin. 13) Wirtschaftlich und gesund auf dem Bau arbeiten –
19
Neue Wege aus der Krise. 14) Joachim Hütter arbeitete von 1971 bis 1978 als
Politologe an der Universität Bonn. 15) In der Regel ist die Verlangerung des
Stipendiums wohl mehr oder weniger Formsache, jedenfalls solange man
tatsächlich an der Dissertation gearbeitet hat. 16) Pauline arbeitet am Institut
als studentische Hilfskraft. 17) Die beabsichtigten Erdarbeiten sollten vielmehr
durch einen Bekannten durchgeführt werden, der früher einmal als
Baggerfahrer gearbeitet hatte. 18) Da im Baukran in luftiger Höhe gearbeitet
wird, muss hier besonders auf eine sichere und stabile Konstruktion geachtet
werden. 19) Daher arbeiten die Ingenieure daran den Lärm möglichst zu
reduzieren. 20) Gearbeitet wird dabei im Auto nur mit Gaspedal und Lenkung.
21) Bastian Pusch arbeitet Herr bei der Deutschen Bank. 22) Johann arbeitet
in einer Autowerkstatt.
Übung 7.
Setzen Sie das Wort „arbeiten“ mit der passenden Vorsilbe ein:
ab-, be-, ein-, über-, ver-, vorNatürlich muss das entsprechende Projekt durchgesehen und
……………. werden.
2. Nach dem Krieg wurde versäumt, die Geschichte richtig ....
3. Das Manuskript muss noch gründlich .................................... werden.
4. Mit welchem Bildprogramm hast du das Foto .................................. ?
5. Es ist die Aufgabe von Herrn Kramer, neue Angestellte ................... .
6. Planungsaufträge können nicht ……….werden.
7. Früher musste man den belichteten Film dem Fotogeschäft zum
............................... senden.
8. Bevor mit dem Bau begonnen werden kann, müssen noch einige
.................................. geleistet werden.
9. Es wird Jahre gehen, bis sie ihre Schulden ................................... hat.
Der Bagger hat sich bereits auf eine Tiefe von etwa 8 Meter
1.
Übung 8.
kein? keine? keinen?
Hast du eine Schwester? – Nein, ich habe……….Schwester.
Haben Sie einen Bruder? – Nein, ich habe……..Bruder.
Haben Sie eine Frage? – Nein, ich habe……..Frage.
Hat er Geschwister? – Nein, er hat ….. Geschwister.
Hat sie Kinder? – Nein, sie hat………..Kinder.
20
Gibt es hier ein Kino? – Nein, hier gibt es……Kino.
Gibt es da einen Park? – Nein, da gibt es……….Park.
Haben Sie Zeit? – Nein, leider habe ich……….Zeit.
Gehen wir ins Kino? – Nein, ich habe………..Lust.
Haben Sie Probleme? – Nein, wir haben……….Probleme.
Brauchst du Geld? – Nein, ich brauche…….Geld.
Brauchen Sie eine Wohnung? – Nein, wir brauchen…….Wohnung mehr
Übung 9.
Ergänzen Sie die entsprechenden Possessivpronomen.
I. 1) Meine Kommilitonin heißt Maria. Sie kommt aus Moskau.
2).……..Familie ist groß. 3). ……… Vater ist Ingenieur, und ……Mutter ist
Lehrerin. Sie hat noch zwei Geschwister. 4). ….. Schwester ist 15 Jahre alt.
5).….. Bruder ist 25. 6). Maria sieht ……Bruder nicht oft. Er arbeitet viel.
II. 1) Ich habe einen Freund. 2) ……..Freund heißt Peter. 3) Ich besuche
…….Freund immer sehr gern. 4). Peter zeigt mir Fotos ………Familie. 5) Da
sehe ich …….Vater und ………Mutter, Großeltern, ……….. Vettern und
……..Kusinen. 6) …… Mutter ist sehr gastfreundlich.
Übung 10.
Ergänzen Sie die Hilfsverben „haben” oder „sein”.
Hanna __________ 1970 in Potsdam geboren.
1976 ________ sie in die Schule gekommen.
Von 1976 bis 1989 __________ sie die Schule besucht.
1989 __________ sie ihr Abitur gemacht.
Von 1989 bis 1994 __________ sie Medizin in Berlin studiert.
Mit 25 Jahren _______ sie ihren Mann kennen gelernt.
Mit 27 Jahren _________ sie geheiratet.
Sie ________ in Berlin gewohnt und viel gearbeitet.
Ein paar Jahre später ______ Hanna eine Stelle im Krankenhaus
bekommen.
Sie ______ viel Geld verdient. Aber sie __________ unglücklich gewesen.
5 Jahre später ______ sie von ihrem Mann gegangen.
Danach ______ sie nach Lateinamerika geflogen.
Sie ______ 2 Jahre in Chile geblieben.
21
Sie _______ den Spanischkurs besucht und sie ________ Spanisch gelernt.
Sie _________ viel mit Menschen gesprochen
Sie _________ als Ärztin gearbeitet. Sie ________ Menschen geholfen.
Dann ______ sie nach Deutschland zurückgekommen.
Sie _________ sich bei vielen Kliniken beworben.
Sie _______ viele Bewerbungen verschickt.
Und sie________ oft zum Arbeitsamt gegangen.
Sie _________ ihre Freunde gefragt und im Internet gesucht.
Dann ______ sie eine Stelle in einem privaten Krankenhaus gefunden.
In dieser Zeit __________ Hanna Rudolf kennen gelernt.
Nach 2 Jahren _____ sie von Bonn nach Düsseldorf umgezogen.
Hanna _____ auch ein Kind bekommen. Sie ______ sehr glücklich
geworden.
Übung 11.
Erzählen Sie etwas über sich. Beantworten Sie folgende Fragen:
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
20.
21.
22.
23.
24.
25.
26.
27.
28.
29.
30.
31.
32.
33.
34.
35.
Was ist Ihre Telefonnummer?
Was sind Sie von Beruf?/ Was machen Sie beruflich?
Warum haben Sie xxx studiert?
Was war Ihr größter Erfolg und Ihre größte Niederlage während des
Studiums und was haben Sie daraus gelernt?
Wo lagen Ihre Ausbildungsschwerpunkte?
Ein Doktorand befindet sich noch in Ausbildung. Da verdient man nicht
das große Geld. Wovon leben Sie?
Haben Sie eigene Einkünfte?
Bekommen Sie Zuschüsse der Eltern?
Wann wollen Sie promovieren?
Bei welcher Firma wollen Sie arbeiten?
Wann werden Sie sich um eine Stelle/einen Job bewerben?
Warum wollen Sie sich für diese Position/ in diesem Unternehmen
bewerben?
Welche Erfahrungen haben Sie in diesem Bereich bereits?
Was mochten Sie in 3/5/10 Jahren erreicht haben?
Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Welche Hobbys haben Sie?
Wie heißen Sie?
Wie heißen Sie mit Vor- und Nachnamen?
Woher kommen Sie?
Wo sind Sie geboren?
Wie alt sind Sie?
Sind Sie ledig?
Wie groß ist Ihre Familie und wie viele Kinder haben Sie?
Wie alt sind die Eltern und die Kinder?
Wie viele Geschwister haben Sie ?
Haben Sie einen Bruder?
Wo wohnen Sie? (Postleitzahl, Straßenname und Hausnummer)
Wohnen Sie bei den Eltern oder in einer eigenen Wohnung?
Haben Sie den Kontakt zu Ihrer Familie nicht abgebrochen?
Wie viele Personen wohnen in der Wohnung? (Haushaltsgröße)
Wie lange wohnen Sie schon in der Wohnung?
In welcher Etage liegt die Wohnung? (nur bei Mehrfamilienhäusern)
Wie groß ist die Wohnung? Fläche: (Wohnfläche insgesamt), Zimmer:
(ohne Küche, Flur, WC, Bad)?
18. Sind Sie umgezogen oder beabsichtigen Sie, in nächster Zeit
umzuziehen?
19. Wie oft sind Sie umgezogen?
Wer einen Lebenslauf erstellt, sollte sich immer der Tatsache bewusst
sein, dass ein Entscheider sich intensiv mit diesem auseinandersetzen muss,
diesen aber schnell und einfach erfassen können sollte. Er sollte also lückenlos
und vollständig über den bisherigen Werdegang informieren und klar gegliedert
sein. Das Wesentliche muss übersichtlich und in der korrekten Reihenfolge
aufgeführt werden. Ein handgeschriebener Lebenslauf hat heutzutage keine
Chance mehr – Ihre Bewerbung und vor allem der Lebenslauf sollten am
Computer erstellt werden – dafür kann auch eine Lebenslauf Vorlage verwendet
werden. Bei den Typen von Lebensläufen unterscheidet man zwischen
funktionalem und tabellarischem Lebenslauf. Einige Gliederungspunkte dürfen
in keinem Lebenslauf fehlen und sind essentiell. Im weiteren sollte man auf
die schulische Ausbildung eingehen. Hierbei sollte auch die Schule, auf der
man seinen Abschluss erworben hat, genannt werden und die Abschlussnote
angegeben werden. Anschließend sollte man kurz angeben, wann man Wehroder Zivildienst geleistet hat, wo und für welchen Zeitraum das geschehen ist.
Da heutzutage viele Menschen eine Berufsausbildung absolvieren, bevor sie
sich einem Hochschulstudium widmen, kann zunächst auf diese Ausbildung
eingegangen werden. Nennen Sie in Ihrem Lebenslauf den Ort und die Art der
22
23
Tipps für einen erfolgreichen Lebenslauf
Ausbildung, das Unternehmen und Ihre Abschlussnote. Jeder Lebenslauf sollte
auch Informationen zu Ihrem Studium enthalten. Am wichtigsten sind hierbei
der Name der Hochschule oder Fachhochschule, das Studienfach, der Zeitraum,
Ihre Schwerpunkte und der Abschluss mit Abschlussnote, voraussichtlicher
Abschluss der laufenden Ausbildung und – wenn Sie sich für eine
akademische Stelle bewerben – Titel und Betreuer Ihrer Diplomarbeit und
Dissertation.
Wenn Sie Ihren Lebenslauf verfassen, sollten Sie in jedem Fall auch auf
Praktika eingehen und alle oben genannte Details zu diesen aufführen. Wer
bereits Berufserfahrungen hat sammeln können, sollte in seinem Lebenslauf
nun auf den beruflichen Werdegang eingehen. Auch berufliche Weiterbildungen
sollten an dieser Stelle im Lebenslauf unbedingt genannt werden. Je nach
Branche, in der Sie sich bewerben möchten, kann im weiteren auf z.B.
Interessen, Hobbys, Interesse an Netbooks, besondere Kenntnisse oder
Referenzen eingegangen werden. Ein tabellarischer Lebenslauf hat
grundsätzlich den Vorteil, dass er schneller zu erfassen ist und sich
Informationen schneller wieder finden lassen. Bei Bewerbungen im Ausland
sollte man die örtlichen Gegebenheiten berücksichtigen. So ist es bei einem
Lebenslauf in Deutschland üblich, diesen chronologisch anzuordnen – in den
USA hingegen beginnt man in der Gegenwart und arbeitet sich dann zur
Vergangenheit durch. Auch ein Bewerbungsfoto sollte jedem Lebenslauf
beiliegen – dieses kann auch digital eingefügt werden.
Lebenslauf Vorlage
Wenn Sie Ihren Lebenslauf anhand von Vorlagen erstellen, sollten Sie
noch folgenden Dingen bewusst sein. Lücken in einem Lebenslauf lassen in
den meisten Fällen auf eine Zeit ohne Tätigkeit, Arbeitslosigkeit oder andere
Unzulänglichkeiten schließen. Daher sollte bei einer Bewerbung Ihr Lebenslauf
keine Lücken enthalten. Wenn Sie Ihre Hobbys nennen möchten, sollten Sie
lediglich solche nennen, die mit den Anforderungen des Jobs einhergehen.
Sollten Sie einmal einen Unternehmenswechsel gehabt haben, sollten ggf.
persönliche Gründe dafür nicht im Lebenslauf, sondern im Anschreiben
erwähnt werden. Daß die Formulierungen und die Rechtschreibung Ihres
Lebenslaufs einwandfrei sein sollten, versteht sich hingegen von selbst.
Von jeder Sprache, die ihr beherrscht, empfiehlt es sich den Beherrschungsgrad anzugeben: verhandlungssicher, fließend, Grundkenntnisse. Am
besten fügt man noch Zertifikate oder besuchte Sprachkurse bei. Sprachreisen
und Auslandsaufenthalte sind auch sehr relevant.
24
Lebenslauf
f Persönliche Daten
Name:
Max Mustermann
Anschrift:
geboren am:
Eltern:
Familienstand:
f Schulausbildung
07/1985 – 05/1989
07/1989– 05/1998
f Berufsausbildung
6/1998 – 06/2000
f Hochschule
07/2000 – 07/2005
f Praktika
08/2001
09/2003 – 11/2003
f Sprachen
f Besondere Kenntnisse
f Hobbys
Musterallee 12
87654 Musterstadt
30.09.1978 in Herford
Harald Mustermann, selbst.
FinanzberaterMonika Mustermann,
Industriekauffrau
ledig
Muster-Grundschule in Musterstadt
Muster-Gymnasium in Musterstadt
Ausbildung zum Industriekaufmann bei Muster
GmbH in HamburgAbschlussnote: 2,2
Studium der Soziologie an der Universität in
MusterstadtAbschluss: Diplom, Note 1,9
Praktikum bei der Stadt Musterstadt, Bereich
Sozialarbeit
Praktikum bei Caritas in Musterstadt, Bereich
Organisation
Deutsch: MutterspracheEnglisch:
FließendSpanisch: Grundkenntnisse
Gute Office KenntnisseRettungsschwimmer
Seit 2002 ehrenamtliche Tätigkeit bei der
Bahnhofmission in Musterstadt
Musterstadt, 04. Januar 2009
Unterschrift
25
Übung 12.
Verfassen Sie Ihren eigenen Lebenslauf.
Persönliche Daten
E-Mail
Telefon
Geburtsdatum, -ort
Eltern
Staatsangehöngkeit
Konfession
Familienstand
Ausbildung
1994–2000
weitere Daten
einsetzen
01.2001–03.2001
Max Mustermann
Musterstrasse 123
98765 Musterstadt
Deutschland
max-mustermann@muster.de – hier Ihre Email
0987-65432 – hier Ihre aktuelle Telefonnummer
01.01.1989, Musterdorf – hier Ihr Geb. Datum und Ort
eintragen
sofern Sie hier einen Eintrag vornehmen möchten
eintragen
falls gewünscht – eintragen
bitte eintragen
Hier den Namen und den Ort der Schule(n) eintragen
Abschluss: Tragen Sie hier Ihren Schulabschluss ein
Sofern Sie Wehr – oder Zivildienst geleistet haben, hier
bitte eintragen, Name der Institution – hier bitte angeben.
Wo? Hier bitte eintragen Dienstgrad: Mit ggf. welchem
Dienstrad haben Sie abgeschlossen.
Berufliche Erfahrung
01/2001–03/2001
Wie lautet die Berufsbezeichnung, unter der Sie beschäftigt
wurden? Nennen Sie hier den Namen des Unternehmens,
wo haben Sie gearbeitet (nur den Ort angeben)?
Aufgaben und Erfolge: Welche Aufhaben haben Sie
während der Beschäftigung wahrgenommen? Hier bitte
angeben.
Weiterbildung
01/2001–03/2001
Geben Sie hier den Titel des Seminars oder Trainings an.
Bei welcher Weiterbildungsstätte haben Sie diese
Fortbildung absolviert? Wo fand die Weiterbildung statt?
Hier bitte eintragen
Kenntnisse & Fähigkeiten
Fremdsprachen
sofern vorhanden – hier bitte eintragen
Sonstige Kenntnisse bitte eintragen
Führerscheine bitte eintragen
26
Mitgliedschaften, Interessen
2001–2003
Name der Institution oder Engagement (z.B. Feuerwehr/
Sportverein usw.). Hier bitte eintragen, ggf. Sitz (Ort) – hier
bitte eintragenAufgaben: Welche Aufgaben haben Sie dort
wahrgenommen? Bitte angeben.
Weitere Interessen
Geben Sie hier Ihre Hobbys und sonstige Interessen an
Bermerkungen
Sofern Sie noch etwas für Ihre Bewerbung hinzufügen
möchten
Hier bitte das korrekte Datum des Lebenslaufes eintragen.
Hier bitte Ihren Vor- und Zuname.
CURRICULUM VITAE
NAME ..........Dmitrij Orlow ......................................................................................
TITEL ...........Doktor...................................JAHR DER PROMOTION ....2002...........
GEBURTSDATUM …..10. November 1975……. GEBURTSORT… Leningrad …..........
STAATSANGEHÖRIGKEIT...................russisch..................................................
FAMILIENSTAND .....verheiratet……....ANZAHL DER KINDER…....ein Sohn……...…..
DIENSTADRESSE............ Lehrstuhl für Deutsche Philologie an der Staatlichen
Universität St.Petersburg, Universitetskaja naberezhnaja 11, 199034 St.Petersburg,
Russland
TEL. (812) 3289715 ...FAX. (812) 3289715…E-MAIL:..Orlow@DO3186.spb.edu
PRIVATADRESSE.....Dmitrij Orlow, Litejnyj Prospekt 46-12, 191028 St.Petersburg,
Rußland.
TEL. ....(812)2721177………………….....................................................................
BISHERIGE UNIVERSITÄTS- UND HOCHSCHULAUSBILDUNG,
AKADEMISCHE PRÜFUNGEN UND GRADE
Zeit
1992–1997
1997–2000
Name der
Hochschule
St. Petersburger
Staatliche
Universität
St. Petersburger
Staatliche
Universität
Studienrichtung
Akademischer Grad
deutsche
Philologie,
Diplom
deutsche
Philologie,
Aspirantur
Diplom-Germanist
27
Kandidat der
Wissenschaften, (Dr.
phil.)
BERUFLICHE TÄTIGKEITEN
Zeitraum
2000–2002
seit 2002
Dienststelle
St.Petersburger Lehrstuhl für Fremdsprachen
der Russischen Akademie der Wissenschaften
Lehrstuhl für deutsche Philologie an der
Staatlichen Universität St.Petersburg
Funktion /
Stellung
Assistent
Dozent
FORSCHUNGSSCHWERPUNKTE
Geschichte der Sprachwissenschaft, Geschichte der Grammatikographie
in Deutschland und Rußland
TEILNAHME AN KONFERENZEN
1. Vortrag: Orlow D. “Die Rolle der Übersetzungen aus deutschen
Sprachlehrbüchern in den russischen Grammatiken des 18. Jahrhunderts
“. Internationale Tagung “Übersetzung und Spracherwerb im 18.
Jahrhundert” im Forschungszentrum Europäische Aufklärung. Potsdam,
Oktober 1999.
SPRACHKENNTNISSE
Fremdsprachen
sehr gut
Deutsch
+
gut
Englisch
+
Französich
+
befriedigend
ausreichend
PUBLIKATIONEN
1. Die Interpretation der Sprachnorm in den deutschen grammatischen Werken
vom 16. bis 17. Jahrhunderts. In: Nemeckaja filologija v sanktpeterburgskom universitete: tradicija i sovremennost‘. St. Petersburg, 2001.
S.68-82.
St. Petersburg
Unterschrift
22.06.2004
KOMMENTAR
das Curriculum vitae = der Lebenslauf
Übung 13.
Verfassen Sie Ihren eigenen Curriculum Vitae nach dem obigen Muster.
28
Lektion 2. WISSENSCHAFTLICHE FORSCHUNG
AKTIVER WORTSCHATZ
1. вызываться чем-л. – hervorgerufen werden: Diese Krankheit wird
durch ein(en) Virus hervorgerufen. Die Veränderung in einem chemischen
System wird durch ionisierende Strahlen hervorgerufen. Die Nachricht rief
Schrecken hervor. Wodurch wird das hervorgerufen?
2. данные, цифровые данные, сведения, справки – Daten (pl):
neue Daten gewinnen – получить новые сведения (данные), an Hand
der Daten – на основе данных, руководствуясь данными, Daten
aufbereiten – обрабатывать данные: Riesige Datenbanken lassen sich
künftig auf kleinstem Raum verwirklichen, weil die Speicherkapazitäten
immer größer werden. Im Verlauf einer Untersuchung fütterte er den
Elektronenrechner mit den Daten von Kometenbahnen. Die
zusammengetragenen Daten werden überprüft.
3. длиться – dauern: Die Umbauarbeiten werden vorraussichtlich
etwa vier Monate dauern. Die Sitzung dauerte drei Stunden.
4. использовать для чего-л., в целях чего-л. – (aus)nutzen für etwas,
zwecks ...: etwas rationeller ausnutzen: Wofür kann man das ausnutzen?
Diese Eigenschaft kann man für ... (aus)nutzen.
5. метод, способ; процесс; система (работы), приём – das
Verfahren: ein Verfahren erproben, anwenden. Bei dem dreimonatigen
Versuchsprojekt soll ein neuartiges Verfahren getestet werden. Das
Trockenaggregat dient dazu, Leiterplatten in kontinuierlichem
Arbeitsverfahren zu trocknen.
6. нанимать, зачислять на службу – anstellen, einstellen: (bei der
Post) angestellt sein – служить, работать (на почте). Er stellte ihn sogleich
als Hauslehrer für seine Söhne an. Ich weiß, dass er im Labor angestellt
ist. Die Firma stellt vorläufig keine neuen Arbeitskräfte ein.
7. обладать особенностями – Besonderheiten (Eigenschaften)
besitzen: Die Werkstoffe besitzen die von ihnen geforderten Eigenschaften.
8. область – das Gebiet 1) территория; район; область; округ; im
Gebiet – в области, на территории; 2) область, сфера; ведомство: auf
dem Gebiet – в области (науки). Er hat jahrelang, unermüdlich auf diesem
Gebiet geforscht. Sie hat keine allzu große Praxis auf diesem Fachgebiet.
Auf dem Gebiet der Technik nahm die Elektronik einen ungeahnten
Aufschwung. Die Stadt plant, in dem Gebiet Hochhäuser zu bauen.
29
9. обнаружить – aufzeigen: So hat eine Gruppe von Wissenschaftlern eines Kernforschungslabors Wege für die Konversion aufgezeigt.
Eine Überprüfung der Brennkammern hat Risse in der Wandung aufgezeigt.
Wie wurde das aufgezeigt? – Dadurch, dass ...
10. обработка (данных), использование, подведение итогов,
обобщение – die Auswertung: rechnerische Auswertung аналитическая
обработка; die Auswertung von Daten. Die Probenahme als auch die
Auswertung und die Interpretation der Ergebnisse kann nur durch speziell
ausgebildetes Personal ausgeführt werden.
11. обсуждать что-л., спорить, дискутировать (о чем-л.) –
diskutieren, über; eine Diskussion um etwas führen: Sie diskutierten mit
Freunden über Fragen der Kindererziehung. Ein Problem wird
leidenschaftlich diskutiert. Wir müssen zunächst die Probleme
durchdiskutieren, bevor wir Einigkeit erreichen können. Wir haben viel
diskutiert, und ich kriegte dadurch überhaupt erst mal ein
Problembewusstsein. Sie führen eine harte Diskussion.
12. объяснять – erklären: eine schwierige Textstelle erklären. Das lässt
sich nicht in/mit einem Satz erklären. Wie kann ich es am besten erklären?
Wodurch kann man das erklären? Das lässt sich dadurch erklären, dass ...
13.применять, употреблять, использовать – anwenden: eine neue
Lehrmethode im Unterricht anwenden. Beim Gefrieren von Lebensmitteln
wird ein Schnellverfahren angewendet. Dieses Verfahren wendet man in
der Chromatographie zur Trennung von Substanzgemischen an.
14. происходить, совершаться – vor sich gehen, sich vollziehen:
Die Evolution geht kurzzeitig und in kleinen Schritten vor sich. Damals
vollzog sich in meinem Leben eine Wende. Die Abreise vollzog sich wie
vorgesehen. Wie oft gehen diese Prozesse vor sich? In Zeitabständen von ...
15. рассматривать – betrachten: etwas unter einem bestimmten
Aspekt betrachten; etwas aus soziologischer Perspektive betrachten, etwas
aus historischer Schau betrachten. Der Dialektik entgegengesetzte
Denkweise betrachtet diese Erscheinungen als isoliert und als unveränderlich. Er betrachtet die Dinge nur vom Standpunkt des Arbeitgebers.
Wir betrachteten diesen Vorgang als (vom Standpunkt der ... aus, im Lichte
der Theorie ...).
16. установить (констатировать) – feststellen: den Grad der
Konzentration einer Flüssigkeit feststellen. Bei Ultraschalluntersuchungen
wurden Rissbildungen an den Radreifen festgestellt. Wir stellten im Laufe
der Untersuchungen fest, dass ...
30
17.характеризоваться – gekennzeichnet sein: Global gesehen ist
die Ökonomie durch eine gewisse Ausgeglichenheit gekennzeichnet.
Wodurch ist dieser Vorgang gekennzeichnet?
MERKEN SIE SICH
1. ein Verfahren (anwenden, einleiten, entwickeln, erfinden,
erproben, vereinfachen, vervollkommnen)
2. Daten lesen (abgeben, auswerten, abspeichern, aufbereiten,
austauschen, durchfaxen, einfüttern (einem Computer), erheben,
zusammenstellen)
3. ein Praktikum machen (ableisten, schwänzen)
4. einen Versuch machen (anstellen, ausführen, durchführen,
kontrollieren, prüfen, beobachten, vorbereiten, beschreiben, auswerten,
abrechnen)
5. Ergebnisse analysieren (beschreiben, vorlegen, veröffentlichen,
niederschreiben)
6. eine Arbeit leisten (durchführen, anfangen, einschätzen,
erschweren, fördern, fortsetzen, machen, unterbrechen)
7. ein Gerät benutzen (verbinden, warten, handhaben, einstellen,
erden, erproben, einschalten, ausschalten)
8. ein Ziel stellen (anstreben, setzen, erreichen)
9. eine Möglichkeit bieten (geben, ausschließen)
10.ein Seminar abhalten (durchführen, leiten, ankündigen, belegen)
Übung 1.
Beachten Sie die Bildungen mit “Verfahren”.
Herstellungsverfahren, Hochdruckverfahren, Promotionsverfahren,
Prüfverfahren, Vergleichsverfahren, Schnellverfahren, Untersuchungsverfahren.
Übung 2.
Bilden Sie aus den Adjektiven Substantive auf –e. Achten Sie auf den
Umlaut.
Beispiel: hart o die Härte
Dicht, gut, hoch, lang, warm, weit, kalt, dick, dünn.
Übung 3.
Verneinen Sie die Adjektive und Partizipien mit un-.
31
Typisch, angenehm, aufmerksam, lösbar, dehnen, beabsichtigt,
symmetrisch, wichtig, brauchbar, dicht, gewollt, vollständig, wirtschaftlich,
abhängig.
Naturwissenschaften liegen. Schließlich entschied ich mich für Physik. Daran
fasziniert mich bis heute, wie weit man mit der präzisen Sprache der Mathematik
die Natur beschreiben kann.
Übung 4.
Den Eintritt in das Physikstudium erlebte ich als eine kleine Erlösung.
Endlich durfte ich mit meinen Kollegen (und wenigen Kolleginnen) über
Mathematik und Physik diskutieren und musste nicht wie in der Kanti über
moderne Literatur reden, von der ich nichts verstand. Das Studium selbst
erfordert einiges an Durchhaltevermögen. Denn es gibt Vorlesungen, in denen
man zuerst fast nichts versteht. Da hilft nur eines: heimgehen und selbst
nachdenken. Nachdem ich ein gutes Jahr in die Diplomarbeit investiert hatte,
schloss ich im Jahr 1991 mit dem Diplom in Experimentalphysik ab. Meine
Diplomarbeit machte ich im weiten Gebiet der Laserphysik. In der selben
Gruppe eine Doktorarbeit verfassen wollte ich nicht. Also machte ich mich
auf die Stellensuche, was sich, da gerade die Rezession begann, als nicht mehr
so leicht erwies wie bei den Kollegen, die noch ein halbes Jahr früher die
Universität verlassen hatten. So fragte ich meinen Professor für Teilchenphysik
nach möglichen Doktorandenstellen am Paul-Scherrer-Institut, einem
Forschungsinstitut des Bundes mit Teilchenbeschleuniger. Dort hatte ich schon
während des Studiums ein längeres Praktikum gemacht. Tatsächlich gab es
ein paar Forschungsgruppen, die gerade einen Doktoranden suchten.
Bilden Sie aus den Verben Adjektive auf -bar.
Gießen, pressen, schmieden, umformen, denken, messen, kontrollieren,
lösen, brennen, vergleichen, lenkbar.
Übung 5.
Sprechen Sie die Wörter deutlich aus.
Funktionell, funktionieren, Experiment, experimentieren, experimentell,
Diskussion, diskutieren, die Demontage, demontieren, die Montage, montieren,
der Monteur, probieren, die Praxis, praktisch, die Theorie, theoretisch,
Theoretiker, analysieren, Analyse.
Übung 6.
Sagen Sie im Plural.
Labor, Laboratorium, Material, Ergebnis, Kriterium, Schema, Analogie,
Apparat.
REKTION DER VERBEN
Claudia Wigger-Werner (30), Experimentalphysikerin in einem
Forschungsgebiet des Bundes. Studienort: Universität Zürich.
Das eine Experiment, ein relativ kleines Präzisionsexperiment, gefiel
mir besonders gut, und sie konnten dort für eine Testmessung auch sofort
einen neuen Mitarbeiter gebrauchen. Nach dreimonatiger Anstellung als
wissenschaftliche Mitarbeiterin wurde ich für die Durchführung des definitiven
Experimentes als Doktorandin angestellt (zu einem etwas tieferen Lohn). So
landete ich in der Teilchenphysik. Mein Experiment ist für die Teilchenphysik
untypisch klein. Unsere Gruppe besteht nur aus 4 Personen, wobei aber etwa
ein halbes Dutzend andere Leute in verschiedenen Phasen ebenfalls intensiv
mitgearbeitet haben. Mit meinen Kollegen komme ich sehr gut aus. Das ist
wichtig, denn bei Experimenten in der Teilchenphysik dauern die Projekte
mehrere Jahre, während denen viele Leute zusammen die Messapparatur
aufbauen, dann monatelang im 24-Stunden-Betrieb messen und am Schluss
die vielen Daten auswerten. Auch die Arbeit am Experiment gefällt mir. Im
ersten Jahr wertete ich die Daten der Testmessung aus.
Als A-Maturandin brauchte ich einige Zeit, um herauszufinden, dass
meine Begabungen nicht auf dem Gebiet der Sprachen, sondern der
Beim Auswerten wird jeweils klar, was man besser hätte machen sollen.
Das nächste halbe Jahr war dem Vorbereiten der endgültigen Messung
32
33
Fragen nach (Dat.), forschen nach (Dat.), experimentieren mit (Dat.),
ausgehen von (Dat.), bedürfen (Gen.), sich bedienen (Gen.), im Widerspruch
stehen zu (Dat.), sich beziehen auf (Akk.), eingehen auf (Akk.).
REKTION DER SUBSTANTIVE
Kontakt zu (Dat.), im Vergleich zu (Dat.), im Gegensatz zu (Dat.), von
großem Interesse für (Akk.), Lehrstuhl für (Akk.), Labor für (Akk), Experiment
zu (Dat.), Erkenntnis über (Akk.), Angaben über (Akk.).
TEXT: WENN NACHTS EIN HAUCH VON ABENTEUER UND
ENTDECKERGEIST DURCH DIE MESSBARACKE WEHT ...
gewidmet. Da viele Messapparate selbstgebaute Prototypen sind, funktionieren
sie am Anfang entsprechend schlecht. So habe ich viel Zeit damit verbracht,
an unstabiler Elektronik herumzulöten, bis sie funktionierte. Da wir in der
Teilchenphysik einen Teilchenstrahl von einem Beschleuniger benützen, müssen
alle Vorbereitungen auf einen bestimmten Termin hin fertig sein: dann, wenn
der Teilchenstrahl zur Verfügung gestellt wird. Während der Messung selbst ist
es häufig so, dass irgend etwas nicht funktioniert. Dann ist man wieder dauernd
auf Trab. Die Arbeit des Teilchenphysikers ist also zwischendurch, vor allem
kurz vor und während einer Messperiode, wesentlich mehr als ein 100 %-Job!
Seit einem Jahr werte ich Daten aus und schreibe zwischendurch an
meiner Doktorarbeit. Dabei arbeite ich vorwiegend mit dem Computer. Viele
Programme, oder wenigstens Programmteile, schreibe ich selbst, vor allem
für die Auswertung. Physik ohne viel Computerei gibt es wohl nicht mehr.
Trotzdem gibt es im Physikstudium an der Universität keine obligatorischen
Computerkurse.
Während des Semesters muss ich bei der Studentenausbildung mithelfen,
sei es bei Praktika oder Übungen. Häufig bin ich dann an zwei Tagen pro
Woche an der Universität Zürich. An diesen Tagen besuche ich auch Seminare
und Vorlesungen und pflege den Kontakt zu Mit-Doktoranden (auch auf
anderen Gebieten).
Meine jetzige Arbeit ist mit der Zeit der Diplomarbeit vergleichbar. Der
Bezug zwischen dem Studium und meiner jetzigen Tätigkeit ist relativ groß,
auch wenn ich jetzt viel mehr praktische Probleme habe (z. B. Warum macht
der Computer nicht das, was ich will?) und weniger theoretische Probleme (a
la “Berechnen Sie...”).
Zur Position der Frauen? Meine Erfahrung ist, dass die Frauen in der
Physik sehr gut anerkannt sind. Auch sind die Frauen an der Universität Zürich
im Lehrkörper verglichen mit der geringen Zahl der Studentinnen kaum
untervertreten.
Wie sieht die Zukunft aus? Eine Möglichkeit wäre, eine Post-DoktoratStelle (möglichst im Ausland) zu suchen, dort in ähnlichem Umfeld weiter zu
arbeiten und zu hoffen, später im akademischen Rahmen eine Stelle in der
Forschung zu finden.
34
Da ich einmal Kinder haben möchte, kommt diese Laufbahn für mich
kaum in Frage. Denn Teilzeitstellen in der Forschung sind eine Rarität. So
wird vielleicht meine Doktorandenzeit ein spannender Ausflug in die Welt der
Grundlagenforschung gewesen sein, wo manchmal nachts beim
Experimentieren ein Hauch von Abenteuer und Entdeckergeist durch die
Messbaracke wehte...
KOMMENTAR
1. der Maturant -en, -en, die Maturandin – учащийся, ..щаяся,
сдающий, ..щая (сдавший, ..шая) экзамен на аттестат зрелости
2. das Durchhaltevermögen – стойкость, способность выдержать
(испытания)
3. die Rezession – (экономический) спад, кризис
4. der Bund – лига, союз государств, федерация, (здесь) Швейцарская конфедерация
5. auskommen (mit jemandem) – ладить, уживаться, находить
общий язык (с кем-л.)
6. löten – паять, припаивать
7. der Postdoc – nach der Promotion (mithilfe eines Stipendiums,
einer Praktikantenstelle) auf dem jeweiligen Spezialgebiet noch weiter
forschender Wissenschaftler
Übung 7.
Welche Aussagen zum obigen Text sind richtig, welche nicht?
1) Claudia Wiggers-Werners Begabungen liegen nicht nur auf dem Gebiet
der Naturwissenschaft, sondern auch auf dem Gebiet der Sprachen.
2) Claudia fasziniert an der Physik bis heute, wie prazise die Sprache der
Mathematik die Natur beschreiben kann. 3) Claudia diskutiert mit ihren
Kollegen uber Mathematik. 4) Claudia machte ihre Doktorarbeit im Fach
Laserphysik. 5) Claudia fand sofort eine Anstellung als Doktorandin.
6) Claudias Gruppe besteht aus vier Personen. 7) Claudia kannte das PaulScherer-Istitut schon von fruher. 8) Ein gutes Verhaltnis zu den Kollegen
ist bei Experimenten in der Teilphysik wichtig. 9) Die Physik ist ohne
Komputer nicht mehr vorstellbar. 10) Deshalb sind Komputerkurse fur
Physiker an Claudias Universitat obligatorisch. 11) Frauen in der Physik
sind nicht anerkannt. 12) Claudia will ihre Laufbahn mit einer eigenen
Familie vereinbaren.
35
Übung 8.
Beachten Sie die folgenden Bildungen auf -festigkeit bzw. –zähigkeit.
Erklären Sie die Bedeutung dieser Wörter unter Zuhilfenahme ihrer
Bestandteile.
Biegefestigkeit, Dauerschwingfestigkeit, Dauerstandfestigkeit,
Druckfestigkeit, Kerbschlagzähigkeit, Scherfestigkeit, Schubfestig-keit,
Zugfestigkeit.
TEXT: WERKSTOFFPRÜFUNG
Aufgaben der Werkstoffprüfung
Werkstoffe sind Stoffe, die von der Industrie bei der Erzeugung von
Produktionsmitteln und Gebrauchsgütern verarbeitet werden. Man prüft sie
vor ihrer Verwendung, um die Sicherheit zu gewinnen, dass sie die von ihnen
geforderten Eigenschaften besitzen. Entsprechend den Eigenschaften, die
ermittelt werden sollen, wendet man mechanische, chemische, physikalische,
metallographische und zerstörungsfreie Prüfverfahren an.
Der Zug- oder Zerreißversuch
Der Zug- oder Zerreißversuch ist eines der bekanntesten mechanischen
Prüfverfahren. Mechanische Prüfverfahren beruhen darauf, dass feste Körper
beim Einwirken äußerer Kräfte (Zugkraft, Druckkraft u. dgl.) ihre Gestalt
ändern. Die Gestaltänderung kennzeichnet das elastische und plastische
Verhalten eines Werkstoffes. Beim Zug- oder Zerreißversuch wird ein Probestab
aus dem zu prüfenden Werkstoff in eine Werkstoffprüfmaschine eingespannt
und in seiner Längsrichtung zunehmend belastet, bis er zerreißt.
Zerreißmaschinen werden je nach der Art der Werkstoffe, für deren Prüfung
sie bestimmt sind (Papier, Textilien, dünne Drähte, dicke Stahlseile), für eine
Höchstzugkraft von einigen Kilopond bis zu vielen Megapond gebaut.
Neben der Untersuchung der Zugfestigkeit dienen die Verfahren der
mechanischen Werkstoffprüfung der Ermittlung der Härte, der Druckfestigkeit,
der Biegefestigkeit, der Scher- oder Schubfestigkeit, der Schlagbiegefestigkeit
und Kerbschlagzähigkeit sowie der Dauerstand- und Dauerschwingfestigkeit.
Härteprüfung
Unter Härte versteht man den Widerstand, den ein Körper dem Eindringen
eines anderen, härteren Körpers entgegensetzt. Die Härte von Werkstoffen
bestimmt man vorzugsweise mit den Verfahren nach Brinell, Vickers und
Rockwell.
36
Die Brinellhärte. Beim Kugelversuch nach Brinell benutzt man eine
gehärtete Stahlkugel, die mit einer bestimmten Kraft P in den zu prüfenden
Werkstoff eingedrückt wird . Druckkräfte und Durchmesser der Kugeln sind
standardisiert und danach so auszuwählen, dass der Kugeleindruck d zwischen
0,2 und 0,7 D liegt (D = Durchmesser der Kugel). Als Gerät dient die
Brinellpresse, die eine Höchstlast von 3000 kp erzeugt. Die Brinellhärte ist
das Verhältnis der aufgewendeten Kraft P zur Fläche F der erzeugten
Kugelhaube (Kalotte):
HB = P/H (kp/mm2)
Der Druckversuch
Spröde Stoffe, wie Gußeisen, werden auf Druckfestigkeit geprüft, indem
man eine zylindrische Normalprobe, deren Höhe bei Grobmessung gleich dem
Durchmesser bzw. bei Feinmessung gleich dem 2,5- bis 3fachen Durchmesser
ist, in einer Zugdruckprüfmaschine oder Druckpresse bis zum Zerbrechen
steigend belastet. Die dabei erhaltenen Messwerte entsprechen denen des
Zugversuches, nämlich die Druckfestigkeit der Zugfestigkeit, die
Quetschgrenze der Streckgrenze und die Stauchung der Dehnung.
Der Biegeversuch
Der Biegeversuch wird ebenfalls bei spröden Werkstoffen, namentlich
bei Grauguss und elektrischen Isolierstoffen, vorgenommen. Beim Berechnen
der Biegefestigkeit hat man die Kraft P, die Stützlänge des Stabes Ls und die
Größe und Form seines Querschnitts (Kreis, Rechteck u.a.) zu berücksichtigen,
die im „Widerstandsmoment W” ihren Niederschlag finden. Daraus ergibt sich
die Biegefestigkeit zu
σb = P Ls/4W (kp/mm2)..
Außerdem wird die Durchbiegung der Probe beim Brechen gemessen.
Der Scher- oder Schubversuch
Ein Probestab wird senkrecht zu seiner Längsrichtung auf Scherung
beansprucht, bis er bricht. Die auf den Querschnitt bezogene Bruchspannung
heißt Scher- oder Schubfestigkeit, sie wird in kp/mm2 gemessen. Sie liegt in
der Größenordnung von 2/3 der Zugfestigkeit eines Werkstoffes. Sie ist von
Wichtigkeit bei Nietungen, Punktschweißungen, überlappten Lötstellen u. ä.
Der Schlagversuch
Die statischen Prüfungen werden durch dynamische Versuche ergänzt,
die für die Beurteilung bewegter Maschinenteile große Bedeutung haben.
37
Prüfgerät ist das Pendelschlagwerk, durch das ein Probestab mittels des
schwingenden Pendels senkrecht zu seiner Längsrichtung schlagartig
beansprucht wird. Aus dem Winkel ß, um den das Pendel nach dem
Durchschlagen des Probestabes weiterschwingt, lässt sich die nicht verbrauchte
Arbeit berechnen. Die Differenz, also die verbrauchte Schlagarbeit, wird, auf
die Flächeneinheit bezogen, als Schlagbiegefestigkeit bezeichnet.
Zur Prüfung der Kerbempfindlichkeit eines Werkstoffes versieht man
den Probestab an der Schlagstelle mit einem Kerb. Die so ermittelte
Kerbschlagzähigkeit hat besonders bei Schweißungen große praktische
Bedeutung.
Prüfungen auf Dauerfestigkeit
Bei den bisher beschriebenen Prüfungen wurde der Prüfkörper einmal
kurzzeitig beansprucht. Die Spannung, die bei dauernd gleichbleibender
Belastung zum Bruch der Probe führt, heißt Dauerstandfestigkeit. Die
Dauerschwingfestigkeit ist für das Verhalten eines Werkstoffes bei häufig anund abschwellender Beanspruchung maßgebend. Beim Dauerschwingversuch
wird ein Probestab einer unendlich großen Zahl von Durchbiegungen
ausgesetzt, die ihre Richtung stetig ändern, da sich der Stab dreht. Für die
Praxis ist eine Beobachtung von 106 bis 107 Belastungen erforderlich.
Antworten Sie auf die Fragen:
1)
2)
3)
4)
5)
6)
7)
8)
Wozu dient die Werkstoffprüfung?
Welche Werkstoffprüfverfahren kennen Sie?
Zu welcher Art von Prüfverfahren gehört der Zugversuch?
Was wird in der Technik als Härte bezeichnet?
Woran wird beim Brinellversuch die Härte des Werkstoffes gemessen?
Welche Form hat das Probestück beim Druckversuch?
Was für Stoffe werden auf Biegefestigkeit untersucht?
Wofür ist die Kenntnis der Scher-oder Schubfestigkeit eines Werkstoffes
von Bedeutung?
9) Was bezeichnet man als Dauerstandfestigkeit?
10) Wie wird die Dauerschwingfestigkeit ermittelt?
Übung 9.
Ersetzen Sie die Konstruktionen mit Modalverb durch entsprechende
Fügungen mit sein + zu + Infinitiv.
38
Beispiel: Die Zugfestigkeit kann/muss/soll bestimmt werden. ! Die
Zugfestigkeit ist zu bestimmen.
1) Neben der Zugfestigkeit sollen die Härte, die Druckfestigkeit und die
Biegefestigkeit ermittelt werden. 2) Bei Mikrohärteprüfungen muss man das
Verfahren nach Vickers anwenden. 3) Die Brinellhärte kann aus dem Verhältnis
der Kraft P zur Fläche E der erzeugten Kugelhaube berechnet werden. 4) Das
Verfahren nach Vickers kann auch dann angewandt werden, wenn das Brinell
verfahren versagt. 5) Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass die Prüflast beliebig
ver-mindert werden kann. 6) Beim Berechnen der Biegefestigkeit muß man
die Kraft P, die Stützlänge des Stabes und die Größe und Form seines
Querschnittes berücksichtigen. 7) Die Werkstoffe für bewegte Maschinenteile
müssen unbedingt auch dynamischen Prüfungen unterzogen werden. 8) Beim
Schlagversuch kann die nicht verbrauchte Arbeit aus dem Winkel ß berechnet
werden.
Übung 10.
Ersetzen Sie die fett gedruckten Wörter durch Fügungen mit lassen +
+ sich + Infinitiv.
Beispiel: Die Zugfestigkeit kann sehr genau bestimmt werden. Die
Zugfestigkeit kann man sehr genau bestimmen. ! Die Zugfestigkeit lässt
sich sehr genau bestimmen.
1) Aus dem Winkel ß kann die nicht verbrauchte Arbeit berechnet
werden. 2) Beim Überschreiten der Elastizitätsgrenze kann man eine
bleibende Dehnung beobachten. 3) Die Härte von Werkstoffen kann mit den
Verfahren nach Brinell, Vickers und Rockwell bestimmt werden. 4) In
gehärtete Stähle kann eine vierseitige Diamantpyramide besser eingedrückt
werden als eine Stahlkugel. 5) Die Messwerte des Druckversuches können
zu denen des Zugversuches in Beziehung gesetzt werden. 6) Die
Schlagbiegefestigkeit kann man mit dem Pendelschlagversuch ermitteln.
7) Metalle kann man nur bis zu einer bestimmten Grenze elastisch verformen.
8) Die eigentliche Bruchlast kann nur schwer erfasst werden.
Übung 11.
Beschreiben Sie ein Experiment nach den folgenden Gesichtspunkten:
Ziel, Aufgaben, verfügbare Technik und technische Kräfte, Verlauf,
Bearbeitung der Angaben, Ergebnisse. Gebrauchen Sie zur Beschreibung
der Vorgänge die unten angeführten mathematischen Zeichen, wenn Sie
diese in Ihrer Forschungspraxis anwenden.
39
TEXT: DIE DOKTORARBEIT IM FACH CHEMIE BIETET NICHT NUR
FORSCHUNG
MATHEMATISCHE ZEICHEN
Zeichen
%
/
–
+
±
·×
÷/
=
z
=
|
>
<
() [] {}
f
a
n!
~
#
Ø
__
A
'
π
log a
lg
Sprechweise und Erläuterung
vom Hundert, Prozent vom Tausend, Promille
je, pro; z. B. m/s
weniger, minus
und, plus
sowohl plus als auch minus
mal; z. B. 3 • 4, 3 u 4 m
geteilt durch; z.B. 3:4, 3/4
gleich
nicht gleich, ungleich
identisch
angenähert, nahezu gleich
größer als; z. B. a > b
kleiner als; z. B. a < b
runde, eckige, geschweifte Klammer auf bzw. zu
unendlich
Quadratwurzel aus a
n -Fakultät; z. B. 3!= l·2·3
ähnlich, proportional
kongruent, deckungsgleich
Durchmesser (nur in Zeichnungen)
parallel
rechtwinklig zu, senkrecht zu
Dreieck; z. В. ? ABC
pi, Ludolfsche Zahl, Verhältnis Kreisumfang
Kreisdurchmesser; n = 3,14159 . . .
allgemeiner Logarithmus (Basis a)
dekadischer Logarithmus (Basis 10)
Wer eine Tätigkeit in der Forschung von vornherein kategorisch für
sich ausschließt, sollte sich sicherlich nicht zu einer Doktorarbeit im Fach
Chemie entschließen. In vielen Fällen kann aber dann stattdessen zu einem
Aufbaustudium in einem nicht-chemischen Fach geraten werden. Da die
Durchführung einer Doktorarbeit hohe Ausbildungskosten verursacht, und auch
die Gehälter von promovierten Chemikern, unabhängig von der Tätigkeit,
deutlich höher liegen als bei einem Diplom-Chemiker, kommen Bekundungen
aus der chemischen Industrie – Mittelstand und Großunternehmen – auch nicht
promovierte Chemiker einzustellen. Wer allerdings Chemie bis zum Diplom
studiert hat und nicht plötzlich eine tiefe Abneigung gegen eine chemisch
orientierte Forschungsarbeit verspürt, sollte in eine Promotion als
zukunftssichere Qualifikation investieren. Das Chemiestudium ist
langwierig. Nach Abschluss des eigentlichen Studiums mit dem Diplom
ist aber die Anfertigung einer Doktorarbeit (= Promotion) generell
Voraussetzung für einen Job.
Für die sich üblicherweise an das Diplom anschließende Doktorarbeit
muss ein Chemiker noch einmal drei Jahre veranschlagen, womit man dann
eine Gesamtstudienzeit von acht Jahren erreicht – in der Tat eine
abschreckend lange Dauer, die dem Chemiestudium schon immer den
schlechten Ruf des Langzeitstudiums einhandelte.
zu
Man muss in der Forschungstätigkeit nicht nur seine Berufung sehen,
damit eine Doktorarbeit sinnvoll wäre.
Die Doktorarbeit bietet Vorteile für eine spätere Berufstätigkeit außerhalb
von Forschung und Entwicklung: Vor allem das selbständige Analysieren und
Lösen von neuen Aufgaben und das Überwinden von Problemen wird während
der Promotion nachdrücklich gefördert. Diese Fähigkeiten werden auch in
Berufsfeldern, die nicht direkt zur Chemie gehören, geschätzt.
Die Doktorarbeit in Chemie fordert die selbständige Bearbeitung eines
Problems aus der aktuellen Forschung, oftmals in Kooperation mit anderen
Forschungsinstituten oder der Industrie. Neben der eigentlichen
Forschungstätigkeit ist daher gleichermaßen Organisations – und
Kommunikationstalent gefordert. Darüber hinaus leitet man als Doktorand
Studenten niedrigerer Semester in Laborpraktika an, auch das ist genau
40
41
die Position, die später der promovierte Chemiker in der Industrie
gegenüber seinen chemisch technischen Mitarbeitern hat.
Die Doktorarbeit bietet außer der Forschungsarbeit zusätzliche
Möglichkeiten. Ein Wechsel zu einer anderen Universität oder zu einem
Forschungsinstitut ist in der Regel zwanglos möglich, erweitert den
Horizont und macht sich gut im Lebenslauf. Darüber hinaus sind auch
kurze Forschungsaufenthalte im Ausland attraktive Facetten während der
Doktorarbeit. Darüber hinaus bieten die interdisziplinären Graduiertenkollegs an vielen Universitäten, dank speziell für Doktoranden vorgesehener Vorlesungen und Seminare, die Möglichkeit zur Weiterbildung über
sein eigenes Fach hinaus.
Während des Chemiestudiums verbringt man viel Zeit in
Laborpraktika, und so verwundert es nicht, dass für manchen Absolventen
die Aussicht auf drei weitere Jahre in einem Universitätslabor während
der Doktorarbeit nicht attraktiv erscheint. Auch die chemische
Großindustrie wirbt seit neuestem um Diplom-Chemiker, die in der
Forschung eingesetzt werden sollen. Man sollte sich aber insbesondere
über die langfristigen Perspektiven solcher Stellen genau informieren. So
werden in der Forschung Diplom-Chemiker vor allem für die selbständige
Durchführung von Laborsynthesen gesucht, typische Arbeiten, die ein
chemisch technischer Assistent unter Anleitung eines promovierten
Chemikers in der Industrie durchführt. Ein Aufstieg aus dieser Position
für den Diplom-Chemiker ist aber bislang eher nicht vorgesehen,
beziehungsweise wieder nur möglich über die Durchführung einer
Doktorarbeit, die unter Umständen im Industrieunternehmen in Aussicht
gestellt wird. Die typische Einstellungsposition eines promovierten
Chemikers in der Forschung ist dagegen die eines Laborleiters, das heißt,
man steht einem Team von chemisch-technischen Assistenten vor, mit denen
man zusammen Forschungsprojekte angeht.
Antworten Sie auf folgende Fragen:
5. Welche Fähigkeiten werden in Berufsfeldern, die nicht direkt zur
Chemie gehören, geschätzt?
6. Welche Anforderungen stellt die Doktorarbeit in Chemie an den
Doktoranden?
7. Welche zusätzlichen Möglichkeiten bietet die Doktorarbeit?
8. Welche Perspektiven hat ein Diplom-Chemiker in der Forschung?
9. Welche Aufstiegsmöglichkeiten hat dagegen ein promovierter
Chemiker?
TEXT: WORAN DOKTORANDEN ARBEITEN
Ferroelektrische Domänen
Die gezielte Strukturierung ferroelektrischer Domänen ist von großem
Interesse für Anwendungen. Periodisches Polen ermöglicht die sogenannte
Quasi-Phasen-Anpassung und somit nichtlineare Frequenzkonversion.
Wellenlängenumsetzer sowie durchstimmbare Laser können so hergestellt
werden. Diese Komponenten sind von großem Interesse für
Telekommunikation, Umweltsensorik und Laser-Display-Systeme. Auch wurde
kürzlich gezeigt, dass Domänenstrukturen als Datenspeicher dienen können,
die die Speicherdichten von herkömmlichen magnetischen Speichern weit
übertreffen. Das sind für uns genug Gründe, mehr über die noch weitgehend
unerforschten ferroelektrischen Effekte und Mechanismen zu lernen.
In unserer Arbeitsgruppe arbeiten wir insbesondere an Methoden, um
die gewünschten Domänenmuster mit herausragender räumlicher Auflösung
und Homogenität zu erzielen. Dafür müssen die zugrundeliegenden
physikalischen Prozesse aufgeklärt werden. Auch haben wir das Ziel,
ausgewählte Anwendungen zu realisieren.
Elektrooptische Polymere
1. Wer sollte sich für eine Doktorarbeit im Fach Chemie
entschließen?
2. Welche Alternative gibt es zur Doktorarbeit?
3. Warum stellt die chemische Industrie auch nicht promovierte
Chemiker ein?
4. Warum hat das Chemiestudium schon immer den schlechten Ruf
des Langzeitstudiums?
Das bekannteste elektrooptische Material ist Lithiumniobat. Nach
Materialien mit größeren elektrooptischen Effekten wird aber intensiv
geforscht. Polymere bieten hier einen vielversprechenden Ansatz. Spezielle
Farbstoffmoleküle, sogenannte “Chromophore” werden chemisch an eine
Polymer-Hauptkette angebunden. Diese Chromophore sind kleine Dipole, die
bei der Herstellung des Polymers in beliebiger Orientierung vorliegen. Heizen
und das Anlegen eines äußeren elektrischen Feldes kann zur einheitlichen
Ausrichtung der Chromophore führen, wie es in der nachfolgenden Abbildung
gezeigt ist.
42
43
Abkühlung der gepolten Polymere auf Raumtemperatur friert den Zustand
ein. Wird jetzt ein – in der Regel wesentlich kleineres – elektrisches Feld an
die Probe angelegt, so ändert das nichts an der Orientierung der Chromophore.
Beeinflusst wird aber die Polarisierung dieser Moleküle, was zu einer
elektrooptischen Brechungsindexänderung führt. Der elektrooptische Effekt
ist sehr schnell. Sogar oberhalb von 1 THz wurde elektrooptische Modulation
demonstriert.
Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit der Bayer AG
durchgeführt. Die Polymere, die wir designen und polen, übertreffen die
Leistungsdaten von Lithiumniobat-Kristallen bei weitem. Bei einer Wellenlänge
von 1555 nm wurden elektrooptische Koeffizienten r33 von 45 pm/V erreicht,
während Lithiumniobat-Kristalle nur 30 pm/V aufweisen. Die elektrooptischen
Polymere erlauben eine Vielzahl von Anwendungen: Durchstimmbare BraggWellenlängenfilter, ultraschnelle Signalmodulatoren für den
Telekommunikationsbereich und schnelle Modulatoren für Laufzeit-3DMessungen sind einige Beispiele.
Unser Ziel ist, das Material und den Polungsprozess zu optimieren und
ausgewählte Anwendungen zu realisieren. Dabei kommt viel Materialphysik
ins Spiel. Z. B. gibt es für die Relaxation der Polung unterschiedliche
Mechanismen, die auf Orientierungsänderungen der Chromophore (schnell)
und der Polymerhauptkette (langsam) beruhen. Lokale Feld-Modelle können
die Prozesse erfolgreich beschreiben. Außerdem werden die
thermodynamischen Grenzen der Orientierung der Chromophore untersucht.
Übung 12.
In den beiden obigen Texten und in vielen wissenschaftlichen
Publikationen kommen folgende Redewendungen vor. Ersetzen Sie die
variablen X, Y, Z durch die im Text vorkommenden Wörter oder
Wortgruppen.
durchgeführt. 7) X übertreffen Y. 8) bei X wurden Y erreicht. 9) X erlauben Y.
10) unser Ziel ist X. 11) Dabei kommt Y ins Spiel. 12) X können Y erfolgreich
beschreiben. 13) außerdem werden X untersucht.
Übung 13.
Beschreiben Sie Ihre eigene Forschungsarbeit unter Anwendung der
in den beiden obigen Texten gegebenen Redewendungen.
ANHANG
Geschichten aus dem Leben von Doktoranden
TEXT: MEINE ABENTEUER ALS DOKTORAND AN DER UNI KARLSRUHE
Nach dem Informatik-Studium wollte ich promovieren. Deshalb war ich
von 1994 bis 1998 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Europäischen Institut
für Systemsicherheit E.I.S.S. an der Universität Karlsruhe, Fakultät für
Informatik. Ursprünglich war geplant und abgesprochen, die Promotion flott
und zügig anzugehen. Als ich aber erst einmal in der “Maschinerie” drin war,
wurde die Promotion ausgebremst und verzögert, weil der Professor gute
Mitarbeiter eben braucht und nicht loslassen will. Dazu wird die Promotion
schön über viele Jahre in die Länge gezogen.
Trotzdem hatte ich es dann nach fast drei Jahren endlich geschafft, die
für die Anmeldung als Doktorand nötige Unterschrift zu bekommen und im
Frühjahr 1998 die Dissertation fertiggestellt. Die Promotionsprüfung sollte
am 1.7.1998 stattfinden. Wegen der ansonsten sehr unangenehmen
Arbeitsbedingungen, der schlechten Bezahlung und anderen Gründen habe
ich dann meine Anstellung ebenfalls zum 1.7.98 gekündigt, was zum Auslöser
einer Erpressung wurde.
Text 2. 1) nach X wird aber intensiv geforscht. 2) X bieten Y. 3) X kann zu Y
führen, wie es in Z gezeigt ist. 4) X wird beeinflusst, was zu Y führt.
5) X wurde demonstriert. 6) X wird in enger Zusammenhang mit Y
Was ich nämlich nicht wusste: Ein anderer, mit dem “Doktorvater”
befreundeter Professor war von der Fakultät unter Druck gesetzt worden, eine
“innovative Speerspitze” in Bezug auf das Fakultätsnetzwerk zu erschaffen.
Außerdem wollten beide Professoren eine Firma gründen und erhofften sich
dazu Fakultätsgelder, wie das schon in anderen Fällen funktioniert hatte. Um
gleich beides zusammen zu erledigen, hatten sie der Fakultät eine
Sicherheitsarchitektur versprochen, hinter der jedoch kein Konzept oder
Entwurf stand, sondern nur eine unsinnige aber plakative Graphik mit bunten
Kreisen – ein Bluff. Dazu sicherten sie der Fakultät meine Arbeitsleistung zur
44
45
Text 1. 1) X ist (sind) von großem Interesse für Y (2 mal). 2) X ermöglicht Y.
3) X kann so hergestellt werden. 4) X wurde kürzlich gezeigt. 5) das sind für
X genug Gründe mehr über Y zu lernen. 6) X arbeitet an Y, um Z zu erzielen.
7) dafür muss X aufgeklärt werden. 8) auch haben wir das Ziel X.
Implementierung zu, behaupteten eine Arbeitsgruppe Security zu haben, der
ich angeblich angehörte, und in der ich die Implementierung dieses Konzeptes
empfohlen hätte. Das war frei erfunden, denn die Gruppe gab es nicht. Ich war
zwar zu dem Entwurf befragt worden, hatte aber aufgrund der völligen
Substanzlosigkeit dringend davon abgeraten. Weil ich an der Fakultät als
Sicherheitsspezialist be- und anerkannt und zudem der damals letzte eines
ehemaligen Teams von Sicherheitsspezialisten am E.I.S.S. war, hatten sich
die beiden Professoren gegenüber der Fakultät auf meinen Namen und meine
Arbeitsleistung gestützt und große Versprechungen gemacht, die die Fakultät
angenommen hatte. Ich wusste davon nichts und habe – zufällig – wenige
Tage danach gekündigt.
Der “Doktorvater” brach daraufhin etwa 6 Wochen vor der geplanten
Promotionsprüfung das Promotionsverfahren ab und erklärte mir gegenüber
im Streit das, was man der Fakultät versprochen hatte, zum neuen
Promotionsthema. Der bereits eingeladene externe Zweitgutachter, der vorab
schon eine gute Bewertung der Dissertation signalisiert hatte, wurde wieder
ausgeladen (und später dann der andere, befreundete Professor als
Zweitgutachter eingesetzt).
Der “Doktorvater” setzte sich dann ins Forschungssemester ab und war
nicht mehr erreichbar, während der andere Professor sich mit meinem
Vorgesetzten bei meinem damaligen neuen Arbeitgeber in Verbindung setzte
und mehrfach zu erreichen versuchte, daß die Firma mich auf ihre Kosten zur
Implementierung abstellt. Ich bat deshalb den Dekan um Hilfe und andere
Betreuer und Prüfer, was der aber verweigerte. Stattdessen gab es einen Brief
des Doktorvaters, wonach nach den “Standards der Fakultät” außer der
Dissertation und der mündlichen Prüfung auch noch eine Implementierung zu
leisten sei. Das ist rechtswidrig, denn es darf in Prüfungen nichts gefordert
werden, was nicht in der Prüfungsordnung verlangt wird, und die sieht nur
Dissertation und mündliche Prüfung vor. Die Fakultät und die Universität
verweigern aber bis heute – fünf Jahre später – und sogar vor dem
Verwaltungsgericht jede Aussage dazu, was diese “Standards der Fakultät”
sein sollen. Der Doktorvater gab auf eine diesbezügliche Anfrage des
Ministeriums dazu sogar die Prüfungsordnung falsch wieder, er gab in seiner
Stellungnahme eine von der Prüfungsordnung deutlich abweichende
Formulierung als Zitat der Prüfungsordnung an, nach der eine Implementierung
gefordert würde. Eine greifbare Erklärung dazu gibt es bis heute nicht.
46
Diese und andere Merkwürdigkeiten lassen vermuten, dass die Bewertung
von Dissertationen allgemein nichts mit deren Qualität und der darin
dokumentierten wissenschaftlichen Leistung zu tun hat, sondern ausschließlich
an den Interessen der Prüfer und den Vorteilen, die der Doktorand dem Prüfer
verschafft hat, orientiert ist. So drängt sich in vielen Fällen der Verdacht auf,
daß Leute mit geringfügigen Leistungen sehr schnell promovieren konnten,
weil man gerade eine Vorzeigepromotion oder deren Stelle brauchte, oder
“unfähige” Mitarbeiter nicht länger haben wollte. Andere konnten promovieren,
nachdem sie viele Veröffentlichungen hatten, auf denen der Prüfer – obwohl
nicht oder kaum beteiligt – als Autor genannt wurde. Und wieder anderen
wird – so wie mir – die Promotion völlig versperrt, weil sie ihr “Soll” noch
nicht erfüllt haben. Im Ergebnis führt dies zu einer Inversion der Bewertungen:
Wer nicht so gut und insbesondere für den Professor nutzlos ist, der kann
schnell, einfach und gut promovieren. Wer aber etwas kann und dem Professor
nützlich ist, der wird mit allen Mitteln festgehalten und dessen Verfahren wird
so lange wie möglich verschleppt. Er steht dann im Ergebnis schlechter da als
der andere, der nichts kann.
Nach dem Stand der Dinge ist davon auszugehen, daß es sich dabei nicht
um einzelne “schwarze Schafe” handelt, sondern um eine von der Fakultät
über die Universitätsführung bis hin zum Minister gebilligte Praxis – man
gewährt Professoren per se weitgehende Willkür und duldet auf diese Weise
eine zusätzliche Einnahmequelle. Und es scheint sogar so zu sein, dass man
bei der Besetzung der Stelle des Rektors durch massive Manipulation dafür
sorgt, dass nur der Rektor werden kann, der diese Zustände stillschweigend
duldet.
Nachdem sich die Vorgänge nicht aufklären ließen und die Universität
sämtliche Beschwerden und Eingaben ignorierte, empfahl das Ministerium
die offizielle Einreichung der Dissertation, damit die Universität offiziell
reagieren müsse. Die Prüfer erstellten aber keine Gutachten. Nachdem die in
der Prüfungsordnung angegebene Verfahrensdauer nicht mehr einzuhalten war,
stellte der Dekan das Verfahren ohne Prüfung ein. Der Bescheid wurde auf
meinen Widerspruch hin aufgehoben und das Ministerium gab der Universität
die Dienstanweisung, das Verfahren noch im laufenden Semester zum Ende
zu bringen. Die Fakultät beauftragte die Prüfer wieder, die Prüfer weigerten
sich, der Prüfungsausschuß wies die Weigerung zurück und setzte beiden eine
Frist. Die Prüfer erstellten dann zum Trotz “Spaßgutachten”, in denen sie die
Dissertation ablehnten und gegen praktisch jede bekannte Gerichtsentscheidung
47
zum Prüfungsrecht verstießen. Das Erstgutachten umfasst 18 Seiten, die vor
Unsachlichkeiten, Polemik, Widersprüchen und fachlichen Fehlern nur so
strotzen. Das Gutachten ist übelster Unfug, schon in einfachen Grundlagen
der Informatik werden schwerste Fehler gemacht. Im Verwaltungsverfahren
habe ich zu jedem einzelnen Satz nachgewiesen, daß er prüfungsrechtswidrig
und/oder fachlich falsch ist.
Noch wüster ist das zwölfseitige Zweitgutachten: Statt einer
Aufgabenstellung wird zunächst die allgemeine Meinung des Prüfers zur
Kryptographie hingestellt. Dann werden über 10 Seiten völlig kommentarlos
und willkürlich Ausschnitte aus der Dissertation wiedergegeben. Dann erklärt
der Prüfer, daß er ein ganzes Kapitel erst gar nicht bewertet. Sodann kommt er
zu dem Ergebnis, dass er da sowieso anderer Meinung sei und dass er sich ersparen
wolle, die vielen Fehler der Arbeit aufzulisten, weshalb er die Arbeit ablehnen
müsse. Keine Bewertung, keine Begründung, keine Erklärung, gar nichts.
Dagegen habe ich natürlich Widerspruch eingelegt und Klage erhoben.
Das war im Jahr 2000. Das Prüfungsrecht gibt dem Prüfling weitreichende
Möglichkeiten und schreibt vor, daß die Prüfungsbehörde Widersprüche
unverzüglich zu bearbeiten und dem Prüfling effektiven Rechtsschutz zu
gewähren hat.
Nicht so in Karlsruhe. Die Universität weigert sich, den Widerspruch zu
bearbeiten. Sie ignoriert gerichtliche Verfügungen, das gesamte Prüfungsrecht,
lügt und betrügt, und versucht mit allen Mitteln, jeglichen Rechtsweg und die
Untersuchung der Gutachten zu sabotieren. Die einzig für mich plausible
Erklärung dafür ist, dass man meine Dissertation nach interner Absprache
absichtlich falsch bewertet, aber nicht damit gerechnet hat, dass ich als Prüfling
dagegen klage und fachlich die Richtigkeit meiner Disseration, die
Fehlerhaftigkeit der Gutachten und die Inkompetenz der Gutachter nachweisen
kann. In den Akten finden sich eine Vielzahl von Äußerungen und Vorgängen,
die den Verdacht belegen, dass es sich um eine mit dem Dekan und
höchstwahrscheinlich auch dem Rektor abgesprochene Strafaktion handelte.
Beispielsweise hat der Dekan versucht, mir die Promotion wegen Unwürdigkeit
verweigern zu lassen – wegen Dekansbeleidigung. Und weil man genau weiß,
dass die Gutachten absichtlich falsch erstellt wurden und es ein Riesenskandal
wäre, wenn dies herauskäme, versucht man mit allen Mitteln, die Sache zu
vertuschen.
Hadmut Danisch
48
TEXT: JEDER ZWEITE DOKTORAND DENKT AN ABBRUCH
VON ANNETTE CARNHEDE UND INGER EHN KNOBBLOCK
Die Vereinigung schwedischer Staatsdiener hat eine Umfrage unter
schwedischen Doktoranden durchgeführt. 2200 wurden befragt, etwa 1200
haben geantwortet. Alle Befragten sind in den Wissenschaftsbetrieb
eingegliedert und sitzen auf Doktorandenstellen. Die Anzahl der Doktoranden
ist in Schweden seit 1990 etwa um 35 % gestiegen.
Die markantesten Ergebnisse sind folgende: Fast die Hälfte der
Doktoranden denkt an Abbruch des Promotionsvorhabens. Unter den
Alleinerziehenden ist die Zahl höher. 60% befürchten nach der
Doktorandenausbildung keinen Job zu finden. 4 von 10 vermissen
Aufmerksamkeit der Projektleiter/Vorgesetzten. 76% der promovierenden
Frauen befürchten, dass ihre Karriere sie davon abhält, Kinder zu bekommen.
Die private und berufliche Situation der Doktoranden in Schweden
erscheint bedenklich. Insbesondere den Eltern von Kleinkindern fällt die
Balance zwischen Beruf und Familie schwer. Der Abbruch der Promotion,
über den etwa die Hälfte der Befragten nachdenkt, bringt für Doktoranden
und Gesellschaft Probleme mit sich. Auf der einen Seite stehen verlorene Zeit
und verlorene Kosten, auf der anderen ist die Qualifikation in Form eines
abgeschlossenen Studiums insbesondere für Frauen besonders wichtig.
Alleinerziehende leiden häufig unter Existenzproblemen. Von den Arbeitgebern
(Forschungsinstitutionen) ist kaum Unterstützung zu erwarten. Über 40 %
fühlen sich nicht in die Institution integriert. Ein Drittel arbeitet mehr als 46
Wochenstunden. Das Arbeitsklima wird negativ erlebt. Doktoranden, die nicht
aus Europa kommen, geht es besonders schlecht. Offene Kritik wird nicht
gerne gesehen. Jeder 8. Doktorand fühlt sich auf Grund seines Geschlechts
bei der Ausbildung schlecht behandelt. Auch sexuelle Anspielungen und
Übergriffe sind keine Seltenheit.
40 % der Doktoranden haben die Familienplanung wegen des
Promotionsvorhabens zurückgestellt. Die Perspektiven sind speziell für Frauen
schlecht: Während das Verhältnis Männer-Frauen während der Promotion
ausgewogen ist, gibt es an der Spitze der Hierarchie, also innerhalb der
Spitzenpositionen, weniger Frauen. Besonders negativ springt der mangelnde
Praxisbezug während der Promotion ins Auge. Zu Firmen, Behörden und
Organisationen haben Doktoranden keinerlei Kontakte. Sie werden dadurch
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isoliert und können mit ihrem Wissen niemanden erreichen. Eingegliedert in
die Arbeitswelt könnten sie einen Beitrag zum
Wirtschaftswachstum leisten. Trotz einer hohen Anzahl an
Pensionierungen werden die jährlich etwa 3500 Doktoranden nicht in den
Wissenschaftsbetrieb eingestellt.
EXCURS. GRADUATE SCHOOLS IN DEN USA
Die USA blicken auf eine lange Tradition der Graduiertenausbildung in
eigenen Schulen zurück (z.B. wurde die „ Graduate School of Arts and
Sciences” der Harvard Universität als Graduate Department 1872 gegründet).
Der Grund für die hohe Be-deutung der Graduiertenausbildung liegt vor allem
im niedrigeren Niveau des grundständi-gen Studiums, aber auch in der schon
im 18. Jahrhundert gewonnenen Einsicht, daß die Ar-beit mit
wissenschaftlichem Nachwuchs die Forschung der Hochschullehrer fördert.
Bezeichnenderweise sind die Graduate Schools an einigen Universitäten bis
heute nicht nur für die Graduierten-ausbildung, sondern auch für die Forschung
einer Universität bzw. für die universitären Forschungsmittel verantwortlich.
Es darf aber nicht vergessen werden, daß der Erfolg der amerikanischen
Graduate Schools nicht nur auf dem Erfolg PhD Ausbildung („Doctor of
Philosophy”) beruht, die die wissenschaftlichen Qualifizie-rungsphasen
Promotion und Habilitation in etwa zusammenfaßt, vielmehr genießen viele
der angebotenen Aufbaustudiengänge mit Master-Abschluß als
Qualifizierungsphase für den Führungsnachwuchs in der Wirtschaft weltweit
ein hohes Ansehen. Ein wirtschaftswissenschaftlicher Master (MBA) oder
juristischer Master (LLM) einer anerkannten amerikanischen Business oder
Law School, aber auch ein Master of Architecture oder ein Master of Engineering ist immer noch das erfolgversprechendste Entree für eine hochrangige
Karriere in der Wirtschaft.
Organisation
zwar den höchsten angestrebten Abschluß dar (z.B. als „Professional degree”
oder für die Lehrerausbildung), als wissenschaftlicher Abschluß hat er neben
dem PhD allerdings nur eine geringe Bedeutung.
Die Promotion an der Graduate School erfordert eine Zulassung. Der
Doktorand ist danach über den gesamten Zeitraum der Promotion registriert
(Doktorandenstatus) und muß spezifi-sche Anforderungen in teilweise
vorgegebenen zeitlichen Rahmen erfüllen. Die Graduiertenausbildung ist auf
zwei Ebenen organisiert:
1. die Graduate School als fächerübergreifende Dachorganisation und
2. die individuellen fachspezifischen „Graduate Programs”. Letztere
können in bestimmten Fachbereichen oder Instituten angesiedelt sein,
häufig findet man jedoch auch Programme zu interdisziplinären Themen,
an denen mehrere universitäre Einrichtungen beteiligt sind.
Zulassung, Zielsetzung, Anforderungen und Verleihung des PhD sind
auf beiden Ebenen organisiert. Dabei setzt die Graduate School meist grobe
Rahmenbedingungen, während die einzelnen Programme die Anforderungen
im Detail und individuell regeln. Zulassung und Verleihung des Abschlusses
erfolgt in enger Zusammenarbeit der Graduate School mit den Programmen,
wobei die endgültige Entscheidung jedoch bei der Graduate School liegt.
Die administrative Organisationsform der Graduate School unterscheidet
sich zwar an den einzelnen Universitäten, doch gibt es neben dem Dekan fast
immer ein Komitee, das aus Repräsentanten der Fakultät gebildet wird und
die unterschiedlichen Programmrichtungen vertritt.
Die Graduate School ist keine virtuelle Einrichtung. Neben den
Räumlichkeiten für die Verwal-tung verfügt sie häufig über zentrale
Einrichtungen für die Studierenden (Treffpunkte, Lese-räume usw.), wodurch
das Arbeiten an der Universität an Attraktivität gewinnt und die Sozi-alkontakte
gefördert werden.
Die Doktorandenausbildung findet in den USA praktisch ausschließlich
im Rahmen der Gra-duate School statt, einer meist fächerübergreifenden
universitären Enrichtung, der ein eigener Dekan vorsteht. Die Graduate Schools
sind für vielfältige Formen der Weiterbildung nach dem Erlangen des primären
Hochschulabschlusses, dem „Bachelor Degree”, verantwortlich. Dazu gehören
auch die wissen-schaftlichen Abschlüsse des PhD und des MA („Master of
Arts”) oder MSc („Master of Science”). In einigen Bereichen stellt der Master
An den Universitäten sind die formalen Voraussetzungen für die Zulassung zur Graduate School nahezu identisch. Voraussetzung für die Zulassung
sind in jedem Fall folgende Leistungen bzw. Unterlagen:
• Bachelor Degree
• Leistungsnachweise aus der primären Hochschulausbildung
(„transcripts”)
• Persönliche Stellungnahme
50
51
• Empfehlungsschreiben
• GRE (graduate records examinations) (Der GRE ist ein weltweit
angebotener, standardisierter Test mit einem allgemeinen und einem
fachspezifischen Teil. Der allgemeine Teil wiederum besteht aus einer
sprachlichen, einer quantitativen und einer analytischen Komponente)
• TOEFL (test of English as a foreign language) für ausländische
Bewerber, deren Mutter-sprache nicht englisch ist.
Das Zulassungssystem reflektiert die unterschiedlichen
Grundvoraussetzungen der Bewerber, die mit einem Bachelor-Abschluß in
einer bestimmten Fachrichtung kaum vergleichbare Wis-sensstände aufweisen
können. Daher ist z.B. der überregional standardisierte GRE Test ein Versuch,
die Leistungen dieses heterogenen Bewerberpools einigermaßen vergleichbar
zu machen.
Struktur
Das typische PhD Programm gliedert sich in zwei Abschnitte: der erste
Abschnitt (häufig „ residency” genannt) konzentriert sich auf den Besuch von
Lehrveranstaltungen, während im zweiten Teil (häufig „candidacy” genannt)
die Forschungsarbeit im Mittelpunkt steht. Wäh-rend der „residency” soll der
Doktorand einen gründlichen Einblick in ein Fachgebiet und in
wissenschaftliche Arbeitsweisen erhalten, er soll Erfahrungen in der Lehre
sammeln und ler-nen, sich in einem wissenschaftlichen Umfeld
zurechtzufinden. Am Ende des ersten Ab-schnitts stehen meist mündliche und/
oder schriftliche Prüfungen. Danach beginnt die eigent-liche Forschungsarbeit,
die mit einem Vorschlag für das Thema der Doktorarbeit eingeleitet wird. Es
wird im allgemeinen erwartet, daß der Kandidat das Thema selbst wählt.
Die Graduiertenausbildung wird mit der Fertigstellung der Dissertation,
einem öffentlichen Vortrag über das Thema der Arbeit und/oder einer
Verteidigung der Arbeit vor dem „thesis committee” bzw. der Fakultät beendet.
begleitende Doktorandensemina-re, in denen die Kandidaten über den aktuellen
Stand ihrer Arbeiten berichten. Diese Aktivi-täten dienen dazu, das Wissen
und Verständnis zu anderen Forschungsthemen zu erweitern und die mündliche
Darstellung von Forschungsergebnissen zu üben.
In vielen Programmen gehört die aktive Teilnahme an der Lehre ebenfalls
zu den Anforde-rungen. Da ein „Teaching Assistantship” neben dem „Research
Assistantship” insbesondere in der ersten Phase für die Finanzierung der
Ausbildung eine erhebliche Rolle spielt, ist die Lehrverpflichtung meist
automatisch Bestandteil der Ausbildung.
Betreuung und Ausstattung
Die Ausbildung wird intensiv betreut. Im ersten Teil, in dem noch kein
Thema bzw. individu-eller Betreuer gewählt ist, wird der Doktorand häufig
von einem „advisory committee” bera-ten. Mit Beginn der Forschungsarbeiten
wird ein Hauptbetreuer gewählt und ein „thesis committee” eingerichtet, das
die Forschungsarbeiten begleitet und die Dissertation beurteilt.
Die Arbeitsmöglichkeiten und die Betreuung sind im allgemeinen sehr
gut. In einigen Pro-grammen ist die Anzahl der Arbeitsgruppen größer als die
Anzahl der Doktoranden, so daß die Arbeitsgruppe frei gewählt werden kann
und der Doktorand optimal betreut wird.
Wichtige Zielsetzung der Programme und speziell der Betreuung ist, die
Doktoranden in das akademische Umfeld einzubinden. Doktoranden
verbringen ihre Arbeitszeit im Institut, pfle-gen Kontakte zu Institutsmitgliedern
und Gastwissenschaftlern und stellen ihre wissenschaft-lichen Ergebnisse auf
Kongressen selbst dar. Dazu trägt zum einen eine geeignete Infrastruk-tur bei
(z.B. Doktorandenarbeitsplätze in den Instituten), zum anderen besteht eine
Arbeits-kultur, in der die Anwesenheit in den akademischen Einrichtungen
und die Teilnahme am „wissenschaftlichen Leben” selbstverständlich ist.
Die Ausbildung wird von regelmäßigen Veranstaltungen begleitet, durch
die der Kontakt zu den Mitgliedern der Fakultät, zu auswärtigen
Wissenschaftlern und zu anderen Doktoranden gepflegt und der Einblick in
das Fachgebiet und in die wissenschaftliche Arbeitsweise vertieft werden soll.
In fast allen Programmen sind Veranstaltungen etabliert (häufig „Journal club”
genannt), in denen die Doktoranden zusammen mit der Fakultät aktuelle
Veröffentlichungen aus dem Fachgebiet diskutieren. Schließlich gibt es vielfach
In den USA werden sehr hohe Promotionszeiten beklagt. So betrug 1996
die Zeit vom Eintritt in ein Graduate Programm bis zur Erlangung des PhD
durchschnittlich 7,2 Jahre, vom Erlangen des Bachelor Degrees bis zum PhD
sogar 10,8 Jahre. Die Ursachen für die lange Promotionsdauer sind zwar im
einzelnen nicht geklärt, doch dürften zumindest zwei Faktoren eine Rolle
52
53
Dauer der Graduiertenausbildung
spielen: erstens nimmt die „ residency” wegen des anspruchsvollen Programms
an Lehrveranstaltungen, Laborrotationen und Prüfungen zwei bis drei Jahre
in Anspruch, zweitens sind die Anforderungen an die Qualität und an den
Umfang der nachfolgenden Forschungsarbeit häufig sehr hoch.
Interdisziplinarität
Interdisziplinäre Ansätze haben in der nordamerikanischen
Graduiertenausbildung eine große Bedeutung. So schließen sich häufig mehrere
Institute zusammen, um ein Graduate Pro-gramm zu einem übergreifenden
Thema anzubieten (z.B. können an einem Programm für Neurowissenschaften
Institute für Physiologie, Molekularbiologie, Psychologie, Computerwissenschaften, Physik und gegebenenfalls auch medizinische Einrichtungen
beteiligt sein). Ins-gesamt wird in fast allen Programmen angestrebt, den
Studenten ein möglichst breites Bild des Fachgebiets sowie Kernkompetenzen
für die interdisziplinäre Arbeit zu vermitteln. Dies wird u.a. durch
Lehrveranstaltungen, den sogenannten „Journal clubs”, und Seminare er-reicht.
In den Naturwissenschaften spielen darüber hinaus die „Laborrotationen” eine
große Rolle. Dabei verbringt der Doktorand während des ersten
Ausbildungsjahrs mehrwöchige Forschungsaufenthalte in zwei bis drei
unterschiedlichen Laboren (Arbeitsgruppen), bevor er sich für ein Labor
entscheidet, in dem er seine Forschungsarbeiten absolvieren will.
Internationalität
noch darüber. Die Finanzierung des Studiums ist jedoch meistens durch
Stipendien oder „Teaching” bzw. „Research Assistantships” für
Studiengebühren und/oder für Lebenshaltungskosten gesichert. Dabei spielen
Drittmittel bzw. staatliche Programme zur Graduiertenförderung eine
verhältnismäßig geringe Rolle. Die Finanzierung erfolgt vor allem durch die
Universität bzw. durch – zum Teil recht exoti-sche – private Stipendien (Diese
Stipendien sehen meist qualifizierte Bewerber spezifischer Fachrichtungen
vor, können aber z.B. auch „den besten Doktoranden mit dem Vornamen
Murphy” unterstützen).
Insgesamt gilt, daß die fachliche Auswahl zwar hart, die Finanzierung
dann jedoch vergleichsweise unproblematisch ist, da für die Universitäten das
Renommee ihrer Programme im Vordergrund steht.
KOMMENTAR
der Bachelor Das Bachelorstudium führt in sechs Semestern zu dem
berufsqualifizierenden Abschluss B.A. (Bachelor of Arts) oder B. Sc.
(Bachelor of Science). Der Bachelor-Abschluss ist international anerkannt
und eingeführt. Er berechtigt nicht zu einer Promotion
Übung 1.
Vergleichen Sie die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in
Russland, Deutschland und in den USA. Welche Gemeinsamkeiten und
welche Unterschiede ergeben sich.
Sieht man einmal davon ab, daß knapp ein Drittel der Doktoranden in
den USA aus dem Ausland kommen, gibt es kaum weiterführende internationale Ansätze der Ausbildung. Selbst die „language requirements”, die früher
ein fester Bestandteil vieler Programme waren, werden zumindest in den
Naturwissenschaften zunehmend unwichtiger. Hier besteht aus amerikanischer
Sicht auch kein unmittelbarer Handlungsbedarf, da die naturwissenschaftliche
Fachliteratur fast aus-schließlich in englischer Sprache erscheint. Internationale
Aspekte ergeben sich nur dann, wenn diese aufgrund der Forschungsinhalte
vorgegeben sind.
Neben den Lebenshaltungskosten fallen an den Graduate Schools
beachtliche Studiengebüh-ren an. An den Universitäten der Spitzenklasse
betragen diese um die $20.000 pro Jahr für wissenschaftliche Abschlüsse. Die
Gebühren für die Studiengänge zu den „ Professional degrees” liegen häufig
54
55
Inhaltsverzeichnis
LEKTION 1. LEBENSLAUF EINES WISSENSCHAFTLERS.........................................3
TEXT: ALBERT EINSTEIN................................................................................................7
TEXT: LEBENSLAUF VON PROF.DR.-ING.U.NEUHOF............................................13
TEXT: BRUNO TAUT – MEISTER DES FARBIGEN BAUENS...................................14
CURRICULUM VITAE.........................................................................................................27
LEKTION 2. WISSENSCHAFTLICHE FORSCHUNG....................................................29
TEXT: WENN NACHTS EIN HAUCH VON ABENTEUER UND
ENTDECKERGEIST DURCH DIE MESSBARACKE WEHT........................................32
TEXT: WERKSTOFFPRÜFUNG ...................................................................................36
TEXT: DIE DOKTORARBEIT IM FACH CHEMIE BIETET NICHT
NUR FORSCHUNG.............................................................................................................41
TEXT: WORAN DOKTORANDEN ARBEITEN............................................................43
ANHANG..................................................................................................................................45
GESCHICHTEN AUS DEM LEBEN VON DOKTORANDEN........................................45
TEXT: MEINE ABENTEUER ALS DOKTORAND AN DER UNI KARLSRUHE.............45
TEXT: JEDER ZWEITE DOKTORAND DENKT AN ABBRUCH
VON ANNETTE CARNHEDE UND INGER EHN KNOBBLOCK......................................49
EXCURS. GRADUATE SCHOOLS IN DEN USA................................................................50
НЕМЕЦКИЙ ЯЗЫК
ЗАДАНИЕ № 2
для аспирантов, соискателей и стажеров всех специальностей
LEBENSLAUF
Составители: ДЮБО Борис Анатольевич
АНДРЕЕВА Лидия Аркадьевна
Компьютерная верстка И.А.Яблоковой
Подписано к печати 18.03.09. Формат 60×80 1/16. Бум. офсетная.
Усл.печ.л. 3,3. Уч.-изд.л. 2,9. Тираж 200 экз. Заказ 17. «С» 3.
Санкт-Петербургский государственный архитектурно-строительный университет.
190005, Санкт-Петербург, ул. 2-я Красноармейская, 4.
Отпечатано на ризографе. 190005, Санкт-Петербург, 2-я Красноармейская ул., 5.
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